FDP: Das Problem Hans-Dietrich

Hans-Dietrich Genscher Foto: Tohma Lizenz: GNU
Hans-Dietrich Genscher Foto: Tohma Lizenz: GNU

Pardon wurde nicht gegeben. Die FDP hat sich den Tritt ins Gesicht redlich erbettelt. Von denKoalitionsverhandlungen 2009 bis zur Zweitstimmenkampagne in der letzten Woche war die FDP in der Regel schwach. Sie ist von Angela Merkel hingerichtet worden. Die Krise der Partei mit liberalen Spurenelementen ist selbstverschuldet. Von unserem Gastautor Daniel Fallenstein.

Sie, die sich «Europapartei» schimpfte, trompetete in der Eurokrise unverdrossen, der Euro sei selbst um den Bruch der EU-Verfassung zu retten. Diese Begeisterung war zweckgebunden, denn man wollte um jeden Preis in der Regierung sitzen. Wer als Verlegenheitswahl aus den Tiefen der Landesliste in den Bundestag kam, hatte nur ein Ziel: Die vier Jahre um jeden Preis drinbleiben. Dafür wurde mit einer Begeisterung geworben, wie man sie zuletzt 1914 auf dem Weg gen Frankreich beobachten konnte. Die EU-Begeisterung deutscher Parteifunktionärskasten ist ein direkter Klon des wilhelminischen Bellizismus. So wie Kriegsgeilheit widerspricht EU-Geilheit dem Liberalismus. Aber Europa ist Frieden (und Unwissenheit ist Stärke).

Jeder Abgeordnetensitz hat die FDP 0,1 Prozentpunkte gekostet, oder jedes Ministerium knapp 2%. Sie hat die kurzfristige Sicherheit in den Berliner Sesseln dem kurzfristigen Risiko des konsequent liberalen Handelns vorgezogen. Dafür hat sie langfristig den Schaden. Zu Recht.
Die FDP wird sich nicht mit einem gesunden Skeptizismus gegen die Zentrale Gewalt in Brüssel wenden, bis Sie sich endlich von Hans-Dietrich Genscher befreit, der ihr den Katastrophenkurs unter die 5% wesentlich eingeflüstert hat. So lange die vermeintlichen Segnungen Brüssels nur von der AfD bekämpft werden wird die FDP ihre letzten Abgeordneten verlieren.

Dabei hätte die FDP die Chance für ein Europa zu streiten, in dem *nicht* Deutsch gesprochen wird.Den Wählerauftrag dazu hat sie gestern bekommen.

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12 Kommentare

  1. #1 | theo sagt am 23. September 2013 um 16:24 Uhr

    Ich bin mir sicher, dass das Satire sein muss, aber ich habe den Witz noch nicht so ganz verstanden.

  2. #2 | Björn sagt am 23. September 2013 um 17:22 Uhr

    Ich gebe ebenfalls zu: Wenn das ein satirischer Beitrag sein soll habe auch ich ihn nicht verstanden. Nicht einmal annähernd – kreatives Raten hat mich auch nicht weitergebracht. Eine Parodie auf Verschwörungsgestammel der AfD?

    Sollte der Text ein erstgemeinter politischer Kommentar sein, frage ich mich ernsthaft ob sich irgendjemand bei den Ruhrbaronen eingesandte Texte vor Veröffentlichung noch einmal anschaut.

  3. #3 | Klaus Lohmann sagt am 23. September 2013 um 17:42 Uhr

    Naja, dieses dämliche BlaBla über „AfD als FDP-Nachfolge“ wird ja nun munter durchs Land gejagt. Wer Braune und/oder Verschwörungstheorien mag, darf sich das als strikte Denkverhinderung ruhig anstatt ARDZDFDRITTESAT1RTL2 antun, noch schadet es nix.

  4. #4 | Holger Brauckmann sagt am 23. September 2013 um 17:50 Uhr

    Ist dieser Herr Fallenstein ein Mitglied der AfD oder ist dieser Kommentar eine schlechte Satire? Was sucht so was auf den Ruhrbaronen? Die FDP wurde ganz bestimmt nicht wegen Ihrer angeblichen Europaeuphorie abgestraft, auch nicht wegen Genscher. Der Grund weshalb diese Leute nicht in den Bundestag gekommen sind, weiss nun wirklich jeden Kind.

  5. #5 | Stefan Wehmeier sagt am 23. September 2013 um 18:28 Uhr

    Der historische Liberalismus hat versagt – nicht als Liberalismus, sondern in seiner verhängnisvollen Verquickung mit dem Kapitalismus. Er hat versagt – nicht weil er zuviel, sondern weil er zu wenig Freiheit verwirklichte. Hier liegt der folgenschwere Trugschluss der sozialistischen Gegenströmung. Die liberalistische Wirtschaft war in Wahrheit keine freie, sondern eine vermachtete Wirtschaft, vermachtet durch Monopolbildung, kapitalistische Machtballungen, durch Konzerne und Trusts, die das Wirtschaftsleben über Preise, Zinsen und Löhne nach ihren eigenen Interessen bestimmten. Wo durch Monopole und Oligopole, durch Konzerne und Trusts der freie Wettbewerb entstellt und gefälscht, die freie Konkurrenzwirtschaft unterbunden und zerstört wird, da fehlt die elementare Grundlage eines liberalistischen Systems im ursprünglichen, klaren und eindeutigen Sinn dieses Wortes.

    Der Sozialismus ersetzt die private Vermachtung durch die staatliche Vermachtung der Wirtschaft mit dem Ergebnis, daß die soziale Gerechtigkeit keinesfalls erhöht, aber die automatische und rationelle Funktionstüchtigkeit der Wirtschaft entscheidend geschwächt wird. Der historische Weg, die unerwünschten sozialen Auswirkungen einer fehlerhaften Wirtschaftsordnung durch politische Maßnahmen und staatliche Eingriffe zu beseitigen, musste notwendig scheitern. Eine brauchbare Sozialordnung kann nicht mit bürokratischen Mitteln erzwungen werden, sondern nur aus einer richtig funktionierenden Wirtschaftsordnung erwachsen. Nur eine natürliche, dynamische Gesellschaftsordnung auf der gesicherten Basis einer natürlichen, dynamischen Wirtschaftsordnung ist stabil und kann ohne großen Aufwand an bürokratischen Mitteln und gesetzlichen Regelungen nachträglich noch politisch-rechtlich gesichert werden, soweit dies überhaupt noch erforderlich ist.

    Persönliche Freiheit und Sozialordnung

  6. #6 | dummkopf sagt am 23. September 2013 um 18:51 Uhr

    #5 | Stefan Wehmeier

    „Eine brauchbare Sozialordnung kann nicht mit bürokratischen Mitteln erzwungen werden, sondern nur aus einer richtig funktionierenden Wirtschaftsordnung erwachsen.“

    Blöd nur, dass sich mein Leben nicht in der Theorie, sondern im hier und jetzt vollzieht.

    Und ich sage Ihnen: Ohne zutun wächst gar nichts!

  7. #7 | 68er sagt am 23. September 2013 um 19:23 Uhr

    Herr F. stand oder steht der F.D.P. nahe und gehört zur selbsternannten Achse des Bluten. Es gab, glaube ich schon zwei ähnlich hochwertige Beiträge hier bei den Ruhrbaronen.

    Einfach nicht beachten.

  8. #8 | Thorsten Stumm sagt am 23. September 2013 um 19:36 Uhr

    Worte essen Sinn auf……kafkaeske Zwangssituation des immer wieder lesen müssen, doch wie verstehen….

  9. #9 | TuxDerPinguin sagt am 23. September 2013 um 20:05 Uhr

    die AfD ist vielleicht eine Möllemann-FDP. Unter diesem Gesichtspunkt kann ich den Artikel nachvollziehn.
    Aber schon bei Möllemann wie jetzt bei der AfD war das v.a. erstmal Protest, keine Überzeugung. Und Protest zieht weiter.

  10. #10 | Martin Kaysh sagt am 23. September 2013 um 21:44 Uhr

    Danke, liebe User. Ihr habt mir den Abend gerettet. Zuvor fürchtete ich schon, ich sei einfach dumm.

    Jetzt sehe ich, Ihr seid nicht besser. Also. Ich meine, ach ,lassen wir das…

  11. #11 | KClemens sagt am 23. September 2013 um 21:45 Uhr

    Die FDP wird sich nicht mit einem gesunden Skeptizismus gegen die Zentrale Gewalt in Brüssel wenden, bis Sie sich endlich von Hans-Dietrich Genscher befreit, der ihr den Katastrophenkurs unter die 5% wesentlich eingeflüstert hat.
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    Genscher war mit Sicherheit nicht der Grund für den Abgang aus dem Bundestag.

    Die Gründe dürften eher bei „Fipsi“ und der „Boy-Group“, die nach Westerwelle die Ehre hatte, die FDP zu versenken.

  12. #12 | KClemens sagt am 23. September 2013 um 21:45 Uhr

    Edit:

    Die FDP wird sich nicht mit einem gesunden Skeptizismus gegen die Zentrale Gewalt in Brüssel wenden, bis Sie sich endlich von Hans-Dietrich Genscher befreit, der ihr den Katastrophenkurs unter die 5% wesentlich eingeflüstert hat.
    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

    Genscher war mit Sicherheit nicht der Grund für den Abgang aus dem Bundestag.

    Die Gründe dürften eher bei “Fipsi” und der “Boy-Group” liegen, die nach Westerwelle die Ehre hatte, die FDP zu versenken.

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