Führt die #FridaysforFuture-Demos im eigenen Interesse besser in der Freizeit fort!

Schüler demonstrieren in Berlin. Foto: Wikipedia, Lizenz: gemeinfrei

Es ist Samstag, und an diesem Wochentag sind wir hier im Blog traditionell in erster Linie von unseren Stammlesern umgeben. Eine prima Gelegenheit also, um einmal ganz unter uns etwas zu besprechen. 😉

Ich nutze daher einfach einmal kurz diese Chance und komme erneut auf das Thema #FridaysforFuture zurück, zu dem ich mir vor einigen Wochen hier bei den Ruhrbaronen schon einmal ein Pro und Kontra mit dem Kollegen Sebastian Bartoschek geliefert habe.

Inhaltlich war und bin ich als Ex-Grüner weitestgehend auf Seiten der Demonstranten. Der Klimawandel bedroht uns alle. Man kann seine Auswirkungen inzwischen auch kaum noch ernsthaft bestreiten. Die Wetterkapriolen nehmen stetig zu, die Pole schmelzen usw.. Alles sehr bedenklich. Dass sich junge Leute für diese Belange öffentlich engagieren ist toll.

Und trotzdem läuft die dazugehörige Debatte im Lande in diesen Tagen inzwischen leider völlig am Kern der Sache vorbei. Diskutiert wird immer heftiger, immer emotionaler. Zuletzt jedoch deutlich weniger über den bedrohlichen Klimawandel, die Umweltzerstörung und die Ressourcenverschwendung, so wie es im Sinne der Sache wäre.

Gestritten wird aktuell in erster Linie um das Schulschwänzen, was auch ich in unserem früheren Beitrag als großen Wermutstropfen thematisiert hatte, da es sehr leicht Zweifel daran sät, ob es den Jugendlichen hier wirklich um die Sache geht, oder aber die so entstehende schulfreie Zeit im Mittelpunkt ihres Interesses steht.

Immer mehr konservative Politiker nutzen diesen großen Schwachpunkt an den Freitags-Demos um das Engagement der jungen Leute in Gänze zu entwerten, nutzen diesen Angriffspunkt pauschal dazu aus, sich dem eigentlichen Thema zu entziehen, von der Sache abzulenken.

Warum also sind die Demonstranten nicht einfach bereit ihre durchaus sinnvollen und löblichen Aktionen auf die eigene Freizeit zu verlagern? Das hätte dann nicht nur den Vorteil, dass sie all die Kritik an der Tatsache, dass sie die Schule schwänzen mit einem Schlag los wären, es würde auch helfen die eigentliche Sache auf die Tagesordnung zu setzen.

Endlich müssten sich alle Beobachter ausschließlich mit ihrem politischen Anliegen auseinandersetzen. Alles andere gibt den Kritikern an den Protesten der jungen Leute doch nur völlig unnötige ständig neue Nahrung.

Laufen die Debatten hingegen auch in den kommenden Wochen so weiter wie aktuell, wird vermutlich immer weniger über den Klimawandel gesprochen werden, was dann ganz und gar nicht im Sinne der Schüler wäre.

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9 Kommentare

  1. #1 | VB sagt am 23. März 2019 um 11:34 Uhr

    Ich kann einfach nicht verstehen wieso diese unsinnigen Ablenkungsversuche auch journalistisch immer weiter befeuert wird. Fordern Sie bei den nächsten großen Streiks der Gewerkschaft um höhere Löhne dann auch Samstagsdemos?

  2. #2 | Robin Patzwaldt sagt am 23. März 2019 um 11:37 Uhr

    @VB: Über einen direkten Zusammenhang von Klimawandel und Schule kann man trefflich streiten. Wenn ich auf Demos in Sachen Umweltschutz war, dann habe ich das auch stets in meiner Freizeit gemacht und nicht während der Arbeitszeit 😉

  3. #3 | ke sagt am 23. März 2019 um 11:53 Uhr

    Volle Zustimmung!
    Ich kann auch keinen Zusammenhang mit dem Bestreiken des Schulunterrichts und einer Demo für Klimaschutz erkennen. OK, bei schlecht isolierten Schulen mit einem hohen Energieverbrauch wäre ein Zusammenhang vorhanden. Dann könnte aber bspw. ein Outdoor gefordert werden.

    Ein paar bessere und detailliertere Argumente würden sicherlich auch helfen.

    Ich frage mich bspw. aktuell wie sinnvoll es ist, Plastik-Boxen an der Wursttheke zu nutzen, die gespült werden müssen etc. und dann von Angestellten in Einweghandschuhen befüllt werden.
    OK, Fleisch ist natürlich nahezu immer klimaunfreundlich.

  4. #4 | Nina sagt am 23. März 2019 um 12:39 Uhr

    Nehmen die Wetterkapriolen tatsächlich zu?
    Ansonsten völlig einverstanden, Robin. Es sollte samstags demonstriert werden zwischen 10 bis 13 Uhr. Und bitte nicht auf den Radwegen! Da fahr ich nämlich gerne lang.
    Robin, mach Dich mal locker. Du bist viiiieeeel zu angepasst. Was ist mit den Prozenten an Rebellenblut in Deinen Adern geschehen?
    🙂

  5. #5 | Jochen sagt am 23. März 2019 um 12:48 Uhr

    @ Robin Patzwaldt, Zitat: "Wenn ich auf Demos in Sachen Umweltschutz war, dann habe ich das auch stets in meiner Freizeit gemacht …"

    dein Artikel liest sich auch wie "Freizeit-Demonstrant" …

  6. #6 | thomas weigle sagt am 24. März 2019 um 11:13 Uhr

    Tja, am besten gibt man Bahnsteig….ääähhhh Zulassungskarten für die Demos aus. Wer hätte gedacht, dass Lenin noch so aktuell ist?

  7. #7 | #wirsindkeinebots - Save the Internet! | Ruhrbarone sagt am 24. März 2019 um 16:15 Uhr

    […] Führt die #FridaysforFuture-Demos im eigenen Interesse besser in der Freizeit fort! von Robin Patzwaldt in Politik […]

  8. #8 | JoRi sagt am 26. März 2019 um 07:00 Uhr

    ..und deshalb muss man in Deutschland keine Angst vor Revolutionen haben. Findet alles schön in der Freizeit statt.

  9. #9 | Darauf kommt es 2019 bei der Wahl des Outfits anRuhrbarone sagt am 20. Juni 2019 um 12:10 Uhr

    […] vorbei, in denen Outfits nur nach ihrem Aussehen beurteilt wurden. Nicht zuletzt die durch die Fridays for Future Bewegung wieder aufkommende Diskussion um Klimaschutz und Nachhaltigkeit deckt auch den Bereich der […]

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