Fünf Schüsse treffen 16-Jährigen in Dortmund: Flüchtling stirbt im Hospital

Sonnenaufgang in der Nordstadt


Schauplatz Dortmund: Mit großem Entsetzen wird im ganz Deutschland über den Tod des 16-jährigen Flüchtlings Mohammed D. aus dem Senegal gesprochen. Auf dem Gelände der St.-Antonius-Kirche im der Nordstadt trafen den Jugendlichen fünf Kugeln aus einer Maschinenpistole der Polizei. Ein Polizist hatte sich von dem Jungen bedroht gefühlt, der mit einem Messer in der Hand auf die Polizisten zugegangen sei.

Laut Dortmunder Staatsanwaltschaft sei der Jugendliche ein unbegleiteter Flüchtling gewesen. Mohammed D. kam über Mali nach Deutschland. Er stammte aus dem Senegal. Erst vor einigen Tagen sei er über Rheinland-Pfalz nach Dortmund gekommen, habe in einer Jugendwohngruppe der katholischen Kirche gelebt.

Die Schüsse des Polizisten, so der am Dienstag veröffentlichte Obduktionsbericht, hätten Mohammed D. in der Schulter (2 Mal), in Bauch, Kiefer und Unterarm getroffen. An dem Einsatz in Dortmund haben laut der Staatsanwaltschaft elf Polizisten teilgenommen. Gegen den Polizisten, der den afrikanischen Flüchtling erschossen habe, wird nun wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt.

Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal zeigte sich gegenüber den „Ruhr Nachrichten“ „tief betroffen“, der Hintergrund sei „eine tragische Familiengeschichte“. Er sei mit seinen Gedanken auch bei den Beamten.

Ein Mitarbeiter der Jugendhilfe hatte am Montag die Polizei benachrichtigt, da der Jugendliche auf dem Kirchengelände mit einem Messer herumgelaufen sei. Beim Eintreffen der Polizei habe er mit Gesten gezeigt, dass er sich das Leben nehmen wolle. Dann habe er die Polizisten angegriffen, so die Polizei. Der 16-Jährige starb im Krankenhaus während einer Not-OP.

Noch stehen die Befragungen der Zeugen am Anfang. Daher ist der tatsächliche Tathergang  unklar. Die Beamten verfügten zwar über Körperkameras („Bodycams“), die waren aber ausgeschaltet. Aktuell wird erklärt, dass vor dem Einsatz der Maschinenpistole die Polizei mit Pfefferspray und auch Elektrodistanzwaffen („Taser“) versucht habe, Herr über die Lage zu werden. Laut Nordstadtblogger hat Oberstaatsanwalt Carsten Dombert die Frage aufgeworfen, warum überhaupt „schweres Kriegsgerät“ (Maschinenpistole) eingesetzt worden sei.

Am Abend kamen mehrere hundert Demonstranten zu einer Protestkundgebung zum Kurt-Piehl-Platz. Der Fall wird in den Sozialen Netzwerken hitzig diskutiert, rechte Agitatoren versuchen zeigen kein Mitleid mit dem Toten, sind überzeugt, dass der Polizist zu recht auf das junge Opfer geschossen hat.

Der Dortmunder Soziologe und Bestsellerautor (Das Integrationsparadox) Aladin El-Mafaalani kritisierte auf Twitter die Auswahl der Polizeibehörde, die den Vorfall untersucht:

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32 Kommentare

  1. #1 | Robert F. sagt am 10. August 2022 um 07:40 Uhr

    Ich danke der Dortmunder Polizei für ihre professionelle Arbeit. Verstörend ist die hier wiedergegebene Aussage des Oberstaatsanwalts zu „schwerem Kriegsgerät“. Wurden Panzer oder Artillerie eingesetzt?
    Es ist allerdings wenig überraschend, dass es wieder widerliche Gestalten gibt, die diese Tragödie für ihre politisch-ideologische Hetze instrumentalisieren. Aber wer mit dem Mythos des Rassismus gutes Geld verdient, findet für sich offensichtlich auch dafür eine Rechtfertigung.

  2. #2 | Reginald sagt am 10. August 2022 um 07:57 Uhr

    Der Tod eines Menschen tut mir unendlich Leid.Es muss aber auch jedem klar sein wer das Gewaltmonopol in Deutschland.hat.Polizisten bedrohen geht gar nicht.Das finde ich unerträglich.Auf der anderen muss der Staat auch so viele Polizisten bereithalten und vor allem besser ausbilden dass Sie Ihren Aufgaben auch mit so wenig Stress wie möglich nachkommen können.

  3. #3 | abraxasrgb sagt am 10. August 2022 um 08:55 Uhr

    Hm, reißerischer Titel … ich hätte formuliert: Polizist wird bei Einsatz mit Waffe bedroht/angegriffen …

    Der StA hat zwar waffenrechtlich recht, denn eine (potentiell) vollautomatische Waffe gilt in Deutschland de jure als Kriegswaffe und ist damit nur für Ordnungsbehörden/Amtsträger erlaubt, aber diese haben diese Werkzeuge auch aus gutem Grund. Zivilisten dürfen lediglich halbautomatische Waffen haben.

    In den USA gibt es den Ausdruck „suicide by cop“, denn dort gibt es eine signifikante Gruppe von suizidalen Menschen, die es darauf anlegen von Polizisten erschossen zu werden … das scheint mir in diesem Fall zumindest aus der obigen Schilderung nicht unwahrscheinlich.
    Mein Mitgefühl gilt dem Beamten, der in Ausübung seiner Pflicht jetzt mit einem Strafverfahren konfrontiert ist und dem Gefühl einen Menschen getötet zu haben, klar kommen muss.

  4. #4 | Himynameis sagt am 10. August 2022 um 09:23 Uhr

    „Ein Polizist hatte sich von dem Jungen bedroht gefühlt, der mit einem Messer in der Hand auf die Polizisten zugegangen sei.“
    Sorry, aber die Formulierung „bedroht gefühlt“ ist echt ein Witz. Ein 16-Jähriger wird auch selten als „Junge“ bezeichnet, eher Jugendlicher/junger Mann. Ist schon sehr tendenziös so.

  5. #5 | Gisbert sagt am 10. August 2022 um 09:57 Uhr

    Hautfarbe und Herkunft des Täters sind absolut irrelevant. Hier hat ein Mann mit einem Messer bewaffnet versucht andere Männer zu töten. Das Problem mit dem wir es hier zu tun haben, es nennt sich toxische Männlichkeit.

  6. #6 | Martin sagt am 10. August 2022 um 11:19 Uhr

    „Mit großem Entsetzen wird im ganz Deutschland über den Tod des 16-jährigen Flüchtlings Mohammed D. aus dem Senegal gesprochen. Auf dem Gelände der St.-Antonius-Kirche im der Nordstadt trafen den Jugendlichen fünf Kugeln aus einer Maschinenpistole der Polizei. Ein Polizist hatte sich von dem Jungen bedroht gefühlt, der mit einem Messer in der Hand auf die Polizisten zugegangen sei.“ (sic!)

    Großes Entsetzen nehme ich nicht wahr. Es ist traurig, dass ein Mensch gestorben ist. Alles spricht hier bisher für einen suicide by cop.
    Warum der Täter als „Junge, der mit einem Messer in der Hand auf einen Polizisten zugegangen sei“ verharmlost wird, kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Und warum ein selbsternannter „Rassismusexperte“ sich dazu äußern muss, bleibt wohl sein Geheimnis.
    Ich war von den Ruhrbarone bisher allerdings seriösere Töne gewohnt.

  7. #7 | H. B. sagt am 10. August 2022 um 11:27 Uhr

    In Unseren Rechtsstaat der BRD ist es möglich voll geschäftsfähig zu sein und gleichzeitig auf Betrugsbasis entmündigt zu sein!
    Sinnlose Gewalt ist offensichtlich, aber die tatsächliche Ursache hierfür ist meist nicht ermittelbar!
    „Vogelfrei“ -> Selbstjustiz?!

    Für vorhandene vernünftige Alternativen,
    damit sich niemand mehr radikalisiert,
    interessieren sich die Verantwortlichen überhaupt nicht,
    obwohl es hierfür indirekt Zeugen gibt,
    weil man diese Zeugen auf Betrugsbasis aufgehetzt hat,
    um selbst Selbstjustiz verüben zu dürfen bzw. zu müssen!

  8. #8 | Walter Stach sagt am 10. August 2022 um 11:28 Uhr

    -3-
    Dem schließt ich mich an.

  9. #9 | Karl Tuwat sagt am 10. August 2022 um 12:49 Uhr

    Wer sich in Geahr begiebt, kann darin umkommen. Mein Mitgeühl gilt dem Schützen, Ihm wird sicherlich der Vorwurf gemacht werden, angesichts der Bedrohung ein unangemesses Mittel zur Geggenwehr verwendet zu haben. Vielleicht hätte es der Schlagstock auch getan, zumal ja noch 10 weitere Polizisten anwesend waren.
    Liegt ein Ausbildungsmangel vor? Wird das Handeln Streßsituationen nicht ausreichend trainiert?
    Die Angehörigen einschlägiger Kreise werden jedenfalls auf dem armen Schützen herumtrampeln.
    Und dieselben permanenten Feinde der Polizei werden viel Energie darauf verwenden, dass dem Todesopfer letztendlich ein Denkmal gesetzt wird.
    https://taz.de/Erinnerung-an-Brechmittel-Opfer/!5024684/

  10. #10 | Frecher Fred sagt am 10. August 2022 um 14:38 Uhr

    Ich bin (leider) dem Twitter-Beitrag gefolgt. Das Gejaule von mafaalani wird ja immer unerträglicher. Keine Fakten, keine Argumente. Nur Vermutungen und Andeutungen, die man sonst eher von Verschwörungstheoretikern kennt.
    Aber Betroffenheit macht ja mittlerweile alleine schon zum Experten – „PS: ich komme aus Recklinghausen und wohne in Dortmund.“
    Na, wenn das nichts ist…. 😂😀 für Sifftwitter reicht es wohl.

  11. #11 | Thomas sagt am 10. August 2022 um 14:44 Uhr

    Ist der Junge wirklich 16? Oder villeicht sogar 18 oder älter?

    Mein Mitgefühl gilt dem Polizisten der sich verteidigt hat.

  12. #12 | Sascha sagt am 10. August 2022 um 15:58 Uhr

    Es sprich m.E. viel für die Vermutung, dass es ein gewünschter Tod war. Dass Teaser/ Pfefferspray wirkungslos geblieben sind sprich dafür, dass evt. Drogen im Spiel waren; die StA wird es rausfinden. Ich hoffe der Beamte hat keine seelischen Schäden, mein Beileid der Familie des Getöteten.

  13. #13 | Helmut Junge sagt am 10. August 2022 um 16:51 Uhr

    Wieviel Zeit hat man, wenn jemand aus 3 Meter Entfernung mit einem Messer in der Hand auf einen anrennt`?
    Kann jeder ausprobieren. Ich schätze, das sind 0,3 Sekunden. Da kriegt manch einer nicht mal den Fuß auf die Bremse.
    Zeit zum Überlegen hat man da nicht.
    Wer in einer solchen Situation anfängt darüber nachzudenken, wohin er schießen soll, wird den gedankengang nicht zu Ende denken können.
    Da entscheided der Reflex.

  14. #14 | Walter Stach sagt am 10. August 2022 um 17:35 Uhr

    Ergänzend zu -3-/-8-

    Fakten:
    1.
    Ein sehr junger Mensch wurde durch einen Polizisten getötet.

    Der sehr unterschiedliche emotionale Umgang mit diesem Ende eines noch sehr jungen Lebens entzieht sich jedem Versuch einer Bewertung nach irgend welchem objektiven Kriterien..

    2.

    Ein Polizist hat im Dienst einen Menschen getötet.

    Der sehr unterschiedliche emotionale Umgang mit denkbaren Folgen für den Menschen, der die tödlichen Schüsse abgegeben hat, entzieht sich m.E. ebenfalls allen Versuchen einer Bewertung nach objektiven Kriterien: auch meine Meinung dazu -8-/-3-..

    Abzuwarten bliebt das Ergebnis des eingeleiteten staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahrens gegen den Polizisten wegen des Anfangsverdachtes der Körperverletzung mit i Todesfolge. Ich halte dieserhalb stattfindende Diskussionen bis hin zu Vorurteilen -so oder so- für absolut verfehlt.

  15. #15 | Susanne Scheidle sagt am 10. August 2022 um 19:59 Uhr

    Polizisten müssen innerhalb von Sekunden Entscheidungen treffen, bei denen es um Leben und Tod geht. Das erzeugt enormen Stress, um den sie keiner beneidet, das verdient Respekt.
    Trotzdem bleiben Fragen: Warum waren die Body-Cams nicht eingeschaltet? Ich dachte immer, für genau solche Situationen werden die mitgeführt.
    Ist es üblich, zu solchen Einsätzen (keine Massenschlägerei mit 100 Clan-Mitgliedern sondern 1 Person, welchen Alters auch immer, mit Messer) Maschinenpistolen mitzuführen?

  16. #16 | Ruhrpottexilant sagt am 10. August 2022 um 21:20 Uhr

    Seid Ihr komplett meschugge?
    Da wird ein Mensch mit einer MP erschossen und es wird dem Schützen das Mitleid ausgedrückt!?
    Ich habe in meiner Zeit an der Tür mehrfach mit Messerangriffen zu tun gehabt und das waren keine Aktionen von 16 jährigen. Da waren wir froh um unsere Stichwesten und Kevlaerhandschuhe, aber ne automatische Waffe brauchten wir nie! Pfeffer und robuster Einsatz von Schlagwerkzeugen war immer genug, immer.
    Schreibt nicht so einen Scheiß,
    Hier hat ein komplett überforderter und schlecht ausgebildeter Mensch einen anderen getötet und wie immer wird der Polizist damit durchkommen. Soll er doch an seinem schlechten Gewissen leiden, er hat es verdient, immerhin hat er einen jungen Mensch getötet.

  17. #17 | paule t. sagt am 10. August 2022 um 23:50 Uhr

    1. Ich finde es außerordentlich ungewöhnlich, dass ein Mensch gestorben ist und das hier geäußerte Mitgefühl fast ausschließlich demjenigen gilt, der diesen Menschen getötet hat. Ferner, dass die große Mehrheit hier anscheinend schon vor jeder Untersuchung allein aufgrund der sparsamen Berichte weiß, dass der Schütze unschuldig ist.
    Sicher _kann_ es sein, dass der Schütze gerechtfertigt oder entschuldigt gehandelt hat und deswegen unschuldig ist oder mit geringer Schuld gehandelt hat. Dann sollte man ihm gegenüber sicher Mitgefühl äußern, dass er damit zurechtkommen muss, einen Menschen getötet zu haben. Aber ebenso haben doch wohl auch die Verwandten und Freunde, die diesen Menschen verloren haben, Mitgefühl verdient.

    2. Genauso merkwürdig finde ich es, dass viele Kommentatoren hier schon vor der Untersuchung wissen, dass die Polizei professionell gehandelt habe und dass Rassismus keine Rolle gespielt habe. Ich würde gerne wissen, woher sie das wissen, denn es gibt bei dem Fall ja zumindest einige Merkwürdigkeiten, die sich nicht wirklich professionell anhören (s.3.); ebenso ist ja ziemlich klar, dass Rassismus bei der Polizei sehr wohl vorkommt, sodass ich nicht verstehen kann, warum er hier von vorneherein auszuschließen wäre.

    3. Die Merkwürdigkeiten:
    – Elf (!) Polizisten schaffen es nicht, einen Jugendlichen mit Messer anders unter Kontrolle zu bringen als mit Schußwaffeneinsatz?
    – Die eingesetzte Schußwaffe ist nicht die normale Dienstpistole, sondern eine Maschinenpistole? Warum ist die überhaupt da?
    – Von fünf Treffern sind vier in Kopf oder Rumpf? Hat der Polizist überhaupt _versucht_, den Jugendlichen nicht tödlich zu treffen?
    – Die Bodycams als wichtiges Beweismittel sind nicht eingeschaltet? Warum nicht? Wann, wenn nicht bei so einem Einsatz, sollten sie denn eingeschaltet sein?
    Diese Merkwürdigkeiten beweisen natürlich noch kein schuldhaftes Verhalten des Schützen oder eines Vorgesetzten. Für diese Beurteilung muss man die Untersuchungen abwarten. Aber eine gegenteilige Beurteilung ist damit ganz sicher auch noch nicht möglich, und schon gar nicht eine Beurteilung des Einsatzes als professionell.

    4. Mafaalani hat es als Problem angesprochen, dass zwei benachbarte Polizeibehörden über Kreuz in potenziellen Tötungsdelikten gegeneinander ermitteln. Damit hat er absolut recht: Ermittlungen in so einer Konstellation sind nicht neutral, sondern bergen in hohem Maß die Gefahr, dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt. Wenn es schon – leider – keine wirklich neutrale, eigenständige Ermittlungsbehörde für potenzielle Dienstvergehen gibt, müssten zumindest solche problematischen Konstellationen vermieden werden.

    Für die Beurteilung des Geschehens muss man die Untersuchungen abwarten. Es kann sein, dass es sich tatsächlich ausschließlich um einen Suicide by Cop handelt und die Polizisten diesen nicht hätten verhindern können und auch (trotz der genannten Merkwürdigkeiten) nichts falsch gemacht haben. Es kann sein, dass ein unprofessioneller Polizeieinsatz aus dem Ruder gelaufen ist. Und es kann aber auch sein, dass ein Polizist (oder mehrere) bewusst vom geforderten professionellen Vorgehen abgewichen ist und dabei die Hautfarbe des Getöteten eben doch eine Rolle gespielt hat.

    Wer meint, das jetzt schon beurteilen zu können, will keine sinnvolle Beurteilung abgeben, sondern seine Weltsicht durchsetzen.
    Deswegen zeigen einige Kommentare hier nur, dass ein Satz aus dem Artikel definitiv richtig ist: „[…] rechte Agitatoren […] zeigen kein Mitleid mit dem Toten, sind überzeugt, dass der Polizist zu recht auf das junge Opfer geschossen hat.“

  18. #18 | abraxasrgb sagt am 11. August 2022 um 08:53 Uhr

    Eine MP5 gehört in NRW zur normalen Ausrüstung jedes Streifenwagens …
    An die ganzen „Scharfschützen“, die sich fragen, warum der Beamte nicht mit der Kurzwaffe oder auf die Beine/Arme gezielt hat … schon mal einen Schuß aus einer Feuerwaffe auf ein bewegliches Ziel abgegeben? Eine Vorstellung, wie normale Polizeibeamte ausgebildet sind?

  19. #19 | Robert F sagt am 11. August 2022 um 09:29 Uhr

    @17: du findest es merkwürdig, dass man Mitgefühl mit dem Opfer einer Straftat hat? Die bedrohungslage für den Polizisten ist ja gut belegt. Er wurde angegriffen, musste sich und Kollegen verteidigen und wird mit den Folgen voraussichtlich sein Leben lang kämpfen müssen. Merkwürdig finde ich eher, dass manche Menschen in dieser Situation ohne weitere Anhaltspunkte die Professionalität der Polizei in Frage stellen. Dieses Unverständnis spiegelt sich glücklicherweise auch in 90% aller Kommentare zu diesem Fall wider. Ja, man muss die Untersuchung abwarten. Zuvor gilt die Unschuldsvermutung, Andeutungen, Verdächtigungen und Vorwürfe verbieten sich daher.
    Die Aussagen zur Anzahl und dem Vorgehen der Polizei zeigen, dass du keine Ahnung von diesem Thema hast. Aber zumindest kann man „rechte Agitatoren“ herverschwurbeln, damit das eigene Weltbild bestehen bleibt. Da verbindet dich wohl einiges mit mafaalani. 😉

  20. #20 | paule t. sagt am 11. August 2022 um 11:18 Uhr

    @ #17, Zitat: „du findest es merkwürdig, dass man Mitgefühl mit dem Opfer einer Straftat hat“
    Erst einmal sehe ich hier einen Toten, der Angehörige und Freunde hat, und einen, der ihn getötet hat.Und ja, da finde ich es merkwürdig, wenn fast durch die Bank Mitgefühl nur mit letzterem geäußert wird. Ob dieser letztere eindeutig und nur Opfer einer Straftat war und nicht möglicherweise auch Täter, weiß ich im Gegensatz zu Ihnen noch nicht. Ich meine das mit dem „Untersuchung abwarten“ nämlich nicht als Floskel.

    Zitat: „Merkwürdig finde ich eher, dass manche Menschen in dieser Situation ohne weitere Anhaltspunkte die Professionalität der Polizei in Frage stellen.“
    Das geschieht nicht ohne Anhaltspunkte, sondern ich habe mehrere Anhaltsapunkte im Gegenteil deutlich und klar aufgezählt.

    Zitat: „Zuvor gilt die Unschuldsvermutung, Andeutungen, Verdächtigungen und Vorwürfe verbieten sich daher.“
    Das ist Unfug. Die Unschuldsvermutung gilt für den Strafprozess und für die rechtlichen Folgen der Tat. Sie gilt eindeutig nicht für die Untersuchung des Sachverhalts durch Staatsanwaltschaft und (in diesem Fall: leider) die Polizei, denn die sollen ermitteln, was tatsächlich passiert ist, und nicht das eine oder das andere „vermuten“, weder die Schuld noch die Unschuld.
    Gleiches gilt auch für die öffentliche Diskussion. Man sollte sich zwar davor hüten, mögliche Täter in der Diskussion ohne hinreichende Sicherheit vorzuverurteilen. Das heißt aber nicht, dass man keine Fragen stellen, belastende Aspekte nicht diskutieren oder keine Meinung haben dürfte.

    Zitat: „Die Aussagen zur Anzahl und dem Vorgehen der Polizei zeigen, dass du keine Ahnung von diesem Thema hast.“
    Stimmt, viel Ahnung von Polizeiarbeit in solchen Situationen habe ich nicht. Wenn Sie die haben, können Sie mich sicherlich aufklären.
    Also warum können elf Polizisten, die mit Schutzwesten, Schlagstöcken, Pfefferspray, Tasern und normalen Pistolen ausgestattet und gut trainiert sind, eine solche Situation nicht anders klären (uU auch einfach verzögern) als mit Maschinenpistolenfeuer auf Rumpf und Kopf? Warum haben diese elf Polizisten allesamt das naheliegendste Beweissicherungsmittel, ihre Bodycams, nicht genutzt?
    Wenn das professionelle Vorgehen der Polizei hier so eindeutig ist, dass man es nicht einmal in Frage stellen darf, müssten Sie mir das ja sagen können.

  21. #21 | Robert F. sagt am 11. August 2022 um 14:28 Uhr

    @20: warum reitest du so auf der „Maschinenpistole“ herum? Wenn du die Kommentare hier aufmerksam gelesen hast – wovon ich ausgehe – wüsstest du mittlerweile, dass das gleiche Kaliber wie in der dienstpistole genutzt wird. Der Unterschied liegt lediglich in der höheren Präzision. Taster und Pfefferspray wurde; erfolglos eingesetzt. Schutzwesten bieten keinen adäquaten Schutz gegen messerangriffe. Dass es in einer solchen stresssituation, in der das eigene Leben oder das Leben von Kolleg*innen / Unbeteiligten gefährdet ist, äußerst schwierig ist, den Angreifer überhaupt wirkungsvoll zu treffen, sollte eigentlich auch einem unbedarften Laien klar sein. Es gibt eigentlich keine Körperregion, die mit diesem Ziel getroffen werden kann, ohne potentiell lebensbedrohende Folgen in Kauf zu nehmen. Es geht darum, den Täter zu stoppen. Ich bin froh, dass dies hier gelungen ist. Wenn Menschen, die der Polizei so misstrauisch gegenüberstehen wie du, das als Anlass zum Schwurbeln nehmen: geschenkt! Du musst ja nicht mehr in Deutschland leben. Wenn dir die Polizeiarbeit in einem anderen Staat mehr zusagt: gute Reise!

  22. #22 | SvG sagt am 11. August 2022 um 17:29 Uhr

    Ein Schwarzafrikaner bedroht Zivilisten mit einem Messer. Das allein genommen ist für die Polizei nach Würzburg, Ansbach, Würzburg, Hamburg usw. Grund genug, die Lage als kritisch einzustufen. Der Täter ist durch Pfefferspray und Teaser nicht zu stoppen und greift die Polizisten an. Diese schießen auf den Täter und retten somit die eigene körperliche Unversehrtheit sowie wahrscheinlich die anderer. Der Täter erliegt später seinen Verletzungen. Daß die Polizei teils mit der MP5 am Tatort erschien UND diese auch einsetzte, empfinde ich eher als beruhigend als als Grund zur Besorgnis. Was sollen die denn noch tun? Mit einem Gummibärchen in der Hand beruhigend auf den Täter einwirken, wenn der messerschwingend in offenkundig böser Absicht auf sie zustürmt? Hier findet eine politisch begründete Täter-Opfer-Umkehr statt. Wieso kritisiert eigentlich niemand die Menschen, die die Polizeigerufen haben? Die hätten ja erstmal mit dem illegal eingereisten Bürger reden können, der da wie in s.o. durch die Gegend rennt…. Und wenn der dann erstmal mehrere Menschen erstochen oder verletzt hat wie in Würzburg, dann kann man den ja immer noch deeskalierend mit gutem Zureden aufhalten. Die Medienberichte sind tendenziös (Junge, junges Opfer, …), die Vorverurteilung der Polizei leider mittlerweile Standard. Und mittlerweile scheint zumindest in den Medien eine von der Realität vollkommen losgelöste Wahrnehmung vorzuherrschen: Daß in ganz D „mit großem Entsetzen“ über diesen Vorfall gesprochen wird, haben die mMn exklusiv für sich wahrgenommen. In meinem sozialen Umfeld ist das kaum ein Thema, und die wenigen bislang geäußerten Meinungen gingen eher in die Richtung:“ Was soll die Polizei denn sonst tun?“
    Der Tod dieses Menschen ist ebenso sinnlos wie überflüssig: Sollte er wirklich psychisch krank gewesen sein, warum war er dann nicht in Behandlung? Und falls er in Behandlung war, wieso hat niemand sein Gefahrenpotential erkannt und die zuständigen Behörden informiert?
    IÜ bin ich durchaus der Ansicht, daß es eine unabhängige Stelle zur Untersuchung von Vorwürfen gegen die Polizei geben sollte. Diese sollte dann aber mit Kriminologen, ehemaligen Polizisten oder ähnlichem fachkundigen Personal, nicht jedoch mit „Aktivisten“, Politikern oä Befangenen besetzt sein. Und die sollte auch wirklich unabhängig sein; keinerlei Weisungsbefugnis für Justiz oder Politik. Im besten Fall sollten die Personen auch wirtschaftlich so unabhängig sein, daß ihr Fortkommen nicht vom Verbleib in der Stelle abhängig wäre

  23. #23 | paule t. sagt am 11. August 2022 um 19:29 Uhr

    @ #21 | Robert F.
    Zitat: „Wenn du die Kommentare hier aufmerksam gelesen hast – wovon ich ausgehe – wüsstest du mittlerweile, dass das gleiche Kaliber wie in der dienstpistole genutzt wird. Der Unterschied liegt lediglich in der höheren Präzision.“
    Diese Information, die ich interessiert zur Kenntnis nehme, wurde zumächst im Kommentarbereich zum anderen Artikel geschrieben, und das nach meinem Kommentar #20. Meine Scham, das nicht berücksichtigt zu haben, hält sich daher in Grenzen.

    Zitat: „Du musst ja nicht mehr in Deutschland leben. Wenn dir die Polizeiarbeit in einem anderen Staat mehr zusagt: gute Reise!“
    Sinngemäß schon im anderen Thread: Du musst ja nicht in Deutschland leben. Wenn dir die Verhältnisse in einem anderen Land, in dem man nicht kritisch über die Arbeit der Polizei diskutieren darf, mehr zusagen: Gute Reise!

  24. #24 | Ruhrpottexilant sagt am 12. August 2022 um 07:21 Uhr

    Ich sage es noch einmal, der Beamte war wohl schlecht ausgebildet und ein wenig trigger happy.
    Und selbst wenn die MP zur Grundausstattung gehört ist ihr Einsatz im besten Fall fragwürdig.
    Was ist denn mit den Schilden, gibt es die nicht mehr? Die tollen Tonfas? Spezialeinheiten haben sogar ne modernisierte Form des mittelalterlichen „Menschenfängers“?
    Nee, Peng! und gut…nein nicht gut!
    Ihr „law and order Menschen“ solltet euch wat schämen.

  25. #25 | Robert F. sagt am 12. August 2022 um 08:09 Uhr

    @24 frustriert, dass sich keiner um den Unsinn kümmert, den du hier schreibst? Dann erlöse ich dich mal.
    Der heroische ex-türsteher sieht also Ausbildungsmängel und hätte den psychisch kranken und ggf unter Drogen stehenden Angreifer auch mit einem Löffel entwaffnet 😀 wenn ich meine Erfahrungen mit Türstehern extrapoliere, muss ich allerdings bezweifeln, dass du emotional, kognitiv und in Hinsicht auf deine Qualifikation in der Lage bist, eine solche Situation adäquat einzuschätzen. 😉 Schilder und tonfas sind keine Mittel, einen Messerangriff abzuwehren. Die Maschinenpistole ist eine völlig normale Waffe, mit gleichem Kaliber wie die Dienstpistole, allerdings höherer Präzision. In einer akuten Bedrohungslage kann man auch nicht warten, bis die „Spezialeinheiten‘ aus Essen oder Recklinghausen da sind. Die achten dann übrigens auch auf Eigenschutz.
    Schämen sollte sich hier wirklich jemand. Der vor Furor sabbernde Troll.
    Einen schönen Tag noch!

  26. #26 | Ruhrpottexilant sagt am 12. August 2022 um 15:26 Uhr

    @24 Robert F.
    Ich bin kein Held, hab ich nie gesagt und Löffel hab ich in Krisensituationen nur in Gestalt von (sehr) langen Schuhlöffeln aus Stahl benutzt. Was den Einsatz von Schild und Schwert (äh Tonfa) angeht seh ich mich schon als Experten und da gibt es (fast) nix besseres gegen Messer (naja, Knarre, aber darum geht es ja) dazu müsste aber mal trainiert werden, das scheint ja nicht der Fall gewesen zu sein.
    Nebenbei haben wir meist in 3er Teams gearbeitet, in L Formation, da gab es selten unlösbare Situationen (auch bei stark angedrogten Klientel).
    Du Kollege scheinst ja zu glauben, das du alles weißt , nennst mich einen TROLL, bist aber doch nur ne kleine Nummer.
    Darum, dir keinen schönen Tag,….

  27. #27 | Peter Lustig sagt am 12. August 2022 um 16:17 Uhr

    Man kann es drehen und wenden wie man will, es ist und bleibt Notwehr.
    Der Mann mit Messer wurde mehrfach aufgefordert, das Messer fallen zu lassen.
    Trotz Einsatz von Pfefferspray und Tasern ging er mit einem Messer mit 20 cm Klinge auf die Polizisten los.
    Muss man sich erst schwer verletzen lassen, damit Notwehr gerechtfertigt erscheinen darf?
    Das ist doch absurd.

  28. #28 | paule t. sagt am 12. August 2022 um 16:41 Uhr

    Ich muss zugeben, dass ich Messer bisher anscheinend unterschätzt habe. Anscheinend sind das Superwaffen, vor denen fast gar nichts schützt. Die Schutzwesten der Polizei helfen nicht dagegen (der Innenminister sagt was anderes, aber was weiß der schon), Schilde helfen nicht, mit Schlagstöcken kann man nichts ausrichten …

    Ironie Ende: Es kann natürlich sein, dass am Ende der Untersuchung herauskommt, dass das Handeln der Polzei situationsangemessen war und der Tod nicht zu vermeiden war. Die Selbstsicherheit, mit der Leute hier aus der Ferne genau dieses Ergebnis schon vorher feststellen können, indem sie mal eben feststellen, dass alles mögliche andere, woran der Laie denken könnte, keinen Schutz geboten hätte, verblüfft mich da etwas.

  29. #29 | Wolfram Obermanns sagt am 12. August 2022 um 16:52 Uhr

    Darüber, daß der Polizeieinsatz voll in die Hose gegangen ist, herrscht, hier von den Diskutanten völlig unbemerkt, völlige Übereinstimmung.
    Gerufen eine mit Selbstmord drohende Person in Gewahrsam zu nehmen, haben die Beamten die Tötung eben dieser Person zu verantworten.
    Welche Schuld diese Beamten am tragischen Ende ihres Einsatzes haben ist Stand heute unklar.

    Das tragische Ereignis wird von unterschiedlichen Gruppen im eigenen Interesse instrumentalisiert. Der Tote ist dabei kaum mehr als hilfreiches Kanonenfutter. Die geheuchelten Betroffenheiten der Law-and-Order oder ACAB Vertreter sind einfach nur widerlich.

  30. #30 | Helmut Junge sagt am 12. August 2022 um 20:15 Uhr

    #29 | Wolfram Obermanns ,
    Ich nehme auch an, daß der Polizeieinsatz voll in die Hose gegangen ist, aber ich wollte wissen, was unter Law and order genau meint. Da finde ich nur den Hinweis auf einen Film , obwohl ich mir einbilde, den Begriff schon „ewig“zu kennen. Aber was hältst du genau für „law and order“? Wann fängt das an? und wann noch nicht?
    Ist das ein Begriff der zur Polizei gehört, oder gehört der zur Justiz ( Richter Gnadenlos)?
    Ich halte mich mit meiner Bewertung de Falles solange zurück, bis die Zeugenaussagen ein klareres Bild bieten.
    Aber grundsätzlich kann man ja mal über §Law and order“ diskutieren. Was kann das im Fall der Polizei überhaupt sein? Und was nicht?

  31. #31 | Robert F. sagt am 12. August 2022 um 20:51 Uhr

    @28: schutzwesten bieten schutz gegen eine Messerattacke, wenn der Angreifer in die Weste sticht. Gesicht, Hals, Nacken, Arme und Beine sind allerdings ungeschützt, was der Angreifer auch vorhersehen kann. Eine Verletzung einer großen Arterie überlebt man dann auch nur mit viel Glück. Tonfas sind gegenüber unbewaffneten Angreifern hilfreich, bei einem messerangriff sicher nicht. Ich hoffe daher, es war wirklich nur Ironie.

  32. #32 | Ruhrpottexilant sagt am 13. August 2022 um 11:32 Uhr

    @31 Robert f.
    Bitte lese doch einmal was ich geschrieben habe,..
    Ja stimmt die Weste schützt nur den Oberkörper darum ja SCHILD (oder in diesem Fall SCHILDE!)
    11 Beamte davon 5 bis 6 mit Schilden der Rest mit Pfeffer und/oder Schlagstock und Taser und der Drops wäre gelutscht…dan hätten wir maximal ein paar gebrochene Knochen zu beklagen aber die mangelnde Ausbildung mit gleichzeitiger Bewaffnung fordert halt leider Opfer.
    Nebenbei ist das Tonfa tatsächlich keine gute Waffe, nur bei friedlichen UmweltaktivistInnen, das kann so schön in die Rippen getoßen werden.
    Aber lesen ist nicht so deine Stärke, nicht wahr?
    Have a nice one….

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