Fußball: Joachim Löw wäre wohl der einzige Gewinner einer vorzeitigen Vertragsverlängerung beim DFB

Bundestrainer Joachim 'Jogi' Löw; Lizenz: CC; Quelle: Wikipedia; Foto: Steindy
Bundestrainer Joachim ‚Jogi‘ Löw; Lizenz: CC; Quelle: Wikipedia; Foto: Steindy

Soll Jogi Löw nach der WM 2014 in Brasilien auch weiterhin die deutsche Fußballnationalmannschaft betreuen? Darüber gehen die Meinungen bei den Fans auseinander. Der Vertrag des Bundestrainers läuft nach dem Turnier in Südamerika aus.

Wie die ‚Sport Bild‘ nun berichtet, haben hinter den Kulissen aber offenbar bereits Gespräche begonnen, die eine Vertragsverlängerung von Löw und seinem Team bereits vor dem Beginn der WM im nächsten Sommer zum Ziel haben bzw. möglich machen sollen.

Laut den Kollegen könnte ein solcher Vertrag dann eine Klausel enthalten, welche den neuen Vertrag im Falle einer erfolglosen Weltmeisterschaft seitens des Deutschen Fußballbundes (DFB) kündbar machen würde. Im Klartext würde das wohl heißen: Gegen Zahlung einer Abfindung könnte man sich seitens des Verbandes von Löw und Co. trennen, wenn die Auswahlmannschaft die gesteckten Ziele nicht erreichen würde.

Als Betrachter fragt man sich da: Was soll das Alles? Wozu denn überhaupt jetzt schon verlängern? Warum nicht bis nach dem Turnier warten?

Beim DFB scheint man wohl daran interessiert zu sein, dass Joachim Löw auf jeden Fall seinen Vertrag bereits vor der WM verlängert, um Diskussionen über die Vertragssituation während des Turniers zu verhindern. Man erinnert sich beim Fußballbund offenbar an die WM 2010 in Südafrika, als die damalige Vertrags-Posse für kräftige Misstöne und wochenlange öffentliche Diskussionen sorgte.

Aber ob sich das Risiko einer vorzeitigen Verlängerung am Ende lohnen würde, daran darf man schon gehörige Zweifel haben. Denn völlig ohne Not ggf. eine erhebliche Abfindung zu zahlen, das erscheint mir doch relativ unnötig.

Denn was kann schlimmstenfalls passieren? Spielt die Löw-Truppe eine enttäuschende WM, dann ist der Trainer wohl ohnehin nicht mehr zu halten. Nach den titellosen Turnieren zuletzt, wäre der Kredit des Trainers in der Öffentlichkeit sicherlich aufgebraucht, wenn die Auswahl in Brasilien z.B. in der Vorrunde scheitern würde.

Sollte jedoch das Gegenteil eintreten und Löw z.B. den Weltmeistertitel mit der deutschen Mannschaft erringen können, dann würde ein bereits vorzeitig verlängerter Vertrag wohl auch nicht weiterhelfen. Denn dann kommt es trotzdem noch darauf an, ob der seit 2006 im Amt befindliche Coach den dann sicherlich folgenden lukrativen Angeboten von anderen Verbänden oder Vereinsteams widerstehen könnte und wollte. Ein Abgang auf der Höhe des Ansehens wäre sicherlich recht wahrscheinlich, trotz dann eventuell frisch verlängertem Vertrag.

Niemand würde einen, zwar vertraglich gebundenen, aber unmotivierten Mitarbeiter beim DFB länger halten wollen. Das kennt man ja so auch u.a. von den zuletzt auf eigenen Wusch hin vorzeitig gegangenen DFB-Sportdirektoren Matthias Sammer und Robin Dutt.

Wer gehen will, der geht halt in der Regel auch! Da ändern laufende Verträge selten etwas daran.

Es wäre also wohl auch nach einer WM noch immer die Gelegenheit einen Trainer Joachim Löw zu halten, die Gespräche über einen Verbleib erst nach dem Turnier zu führen. Die Situation wäre faktisch die Gleiche. Ein vorzeitig verlängerter Vertrag bringt dem DFB kaum Vorteile, dafür mehr finanzielles Risiko.

Eine nun eventuell anstehende vorzeitige Vertragsverlängerung hätte also wohl nur ein wirklich sicheres Ergebnis: Sie würde dem aktuellen Trainerteam eine nennenswerte Abfindung sichern, für den Fall, dass die WM 2014 sportlich gründlich ‚schiefgeht‘.

Und wäre das tatsächlich im Sinne des DFB, oder der Fans? Nein, das wäre nur im Sinne von Jogi Löw und seinem Team!

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2 Kommentare

  1. #1 | Klausi sagt am 29. August 2013 um 13:19 Uhr

    Wenn wir 2014 nicht Weltmeister werden, sollte Löw achtkantig rausgeworfen werden !!!

  2. #2 | Emscher-Lippizianer sagt am 29. August 2013 um 16:28 Uhr

    Der Vertrag hätte bereits 2010 nicht verlängert werden dürfen.

    Man erinnere sich: Die Forderung von „Handgeld“ in Millionenhöhe für eine sofortige Unterschrift des unseligen Duos, die Forderung nach einem Vetorecht bei der Trainerwahl für den „Manager“ Oliver Bierhoff (sic!); für diese größenwahnsinnigen Frechheiten hätte der falsche Fuffziger das Duo bereits damals mit brennenden Fackeln und Mistforken vom Hof des DFB jagen müssen.

    Jedenfalls kann Löw sich bereits eine Grabinschrift meißeln lassen: „DER TITELLOSE“

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