5

Gebauers nächster Geniestreich

Baut gerne auf veraltete Medien: Yvonne Gebauer (FDP), Schulministerin des Landes NRW (Quelle: Wikipedia, Raimond Spekking, CC-BY-SA 4.0)

Neues von Frau Gebauer.

Rückblick: Anfang Januar versprach die NRW-Schulministerin trotz der aktuellen Infektionslage und des Lockdowns, dass die Aussetzung der Präsenzpflicht an Schulen ab Februar nicht mehr gelten würde. Natürlich wurde daraus nichts, was allen, ausser Frau Gebauer zu diesem Zeitpunkt klar sein musste.

Zurückgenommen hat Frau Gebauer gleich nichts – ein Rücktritt war gar nicht erst im Gespräch. Wieso auch? Wer misst eine Politikerin wie sie auch an ihren Aussagen?

Nun wird der nächste Geniestreich Frau Gebauers bekannt: 2,6 Millionen Euro wurden ausgegeben. Wofür? Für neue Rechner, für Luftfilterkonzepte in Schulen, oder gar die Reparatur von Schulfenstern, die nicht zu öffnen sind, und so eine sinnhafte Lüftung verhindern?

Nein, besser. Digitalisierung ist das Stichwort. Bildung ist ein anderes Stichwort. Die Schulministerin hat den ganz großen Wurf gelandet: eine Drei-Jahres-Lizenz für ein Paket des Brockhaus Online-Nachschlagewerks wurde erworben. Wow. So versucht man ein veraltetes Medium am Leben zu halten, und nimmt Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, den zeitgemäßen Umgang mit real relevanten Enzyklopädien wie Wikipedia zu erlernen.

Die Kollegen von Netzpolitik geben eine guten Überblick, was alles an dieser Entscheidung der FDPlerin falsch war.

Was bleibt, ist der Eindruck, dass Frau Gebauer letztlich relativ planlos in ihrer Domäne ist – bedauerlich für eine Ministerin, der das Ressort Bildung unterstellt ist…

RuhrBarone-Logo

5 Kommentare zu “Gebauers nächster Geniestreich

  • #1
    Stefan Laurin

    Wieso ist ein redaktionell betreutes Lexikon wie der Brockhaus ein "veraltetes Medium"?

  • #2
    Bochumer

    Es geht um den Zugang zum Wissen. Nach drei Jahren wird es wieder eine kräftige Zahlung geben. Das erfährt man bei Netzpolitik. Ob Frau Genauer dann den Brockhaus "berät"?

  • #3
    Rado

    Man lese hierzu den Kommentar in der heutigen FAZ von Livia Gerster: Wikipedia und Desinformation – Hochstapler und Schleichwerber. Es gibt eben doch Qualitätsunterschiede zwischen peer-reviewed Aussagen und Schwarmintelligenz. Wiki* ist nun mal kein Qualitätsmerkmal, sondern eine Erstellungsverfahren.

  • #4
    Sonnenschein

    1,6 Millionen für eine 3 Jahres Lizenz. Da ist mal wieder viel Spielraum für Provisionen und teure Abendgalas. Ich kann die Sektkorken bis nach Köln hören.

  • #5
    Philipp

    Ich verstehe nicht, wie jemand so ein Amt bekleiden darf.
    Z. B. Amtstierarzt: "Voraussetzung sind ein Studium der Veterinärmedizin, die Approbation als Tierarzt und die staatliche Prüfung für den höheren Veterinärdienst („Zweites Staatsexamen“), im Regelfall auch eine Promotion. Der Amtstierarzt nimmt in der Regel eine leitende Stellung im Veterinäramt, einem Amt der Kommunalverwaltung, ein."

    Aber Bildungsministerin kann man mit einer Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten werden und ca. 14.500,00 € im Monat verdienen?
    Wie kann das sein? Wie kann so jemand über tausende Akademiker bestimmen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.