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Gelsenkirchen: Ist Horst Heldt auf Schalke aktuell noch ausreichend handlungsfähig?

Arena auf Schalke. Foto: Michael Kamps

Arena auf Schalke. Foto: Michael Kamps

Wenn der FC Schalke 04 am kommenden Sonntag ab 17.30 Uhr mit seinem Heimspiel gegen den abstiegsbedrohten SV Werder Bremen den Rückrundenauftakt in der Fußball-Bundesliga beschließt, dann stehen die sportlichen Themen bei den ‚Knappen‘ hinten an.

Zwar liegt die Breitenreiter-Truppe nach der Hinrunde ‚nur‘ auf Rang 6, hat nur zwei der letzten sieben Bundesligaspiele gewinnen können (und das auch noch daheim gegen die Abstiegskandidaten aus Hannover und Hoffenheim), doch das Augenmerk in und um Gelsenkirchen liegt auch gegen Ender der Winterpause noch immer abseits des Platzes.

Der vermutlich ohnehin spätestens im kommenden Sommer scheidende ‚Manager‘ Horst Heldt beschäftigt mit seiner, nun nennen wir es mal ‚stockenden‘ Personalpolitik aktuell noch immer Fans und Medien.

Nicht nur, dass der 46-Jährige nach Vertragsablauf im Sommer vermutlich selber seinen Sessel räumen soll, seine Nachfolge noch immer ungeklärt ist, auch in der Mannschaft ergeben sich derzeit so einige größere Baustellen. Heldt selber gerät dabei zunehmend in Erklärungsnot.

Vierzehn Millionen Euro stehen dem Kaderplaner aktuell angeblich noch zur kurzfristigen Verstärkung der Mannschaft zur Verfügung. Doch so richtig mag sich noch kein Hochkaräter den Königsblauen anschließen, welche seit dem Abgang von Julian Draxler im Sommer noch immer auf adäquate Verstärkungen warten.

Zudem hat der jüngste verletzungsbedingte Ausfall von Kapitän Benedikt Höwedes, welcher vermutlich rund 12 Wochen ausfallen dürfte, die Verantwortlichen zusätzlich unter Druck gesetzt. Angeblich soll ja auch Stürmer Klaas-Jan Huntelaar von Ajax Amsterdam umworben sein. Da zudem, wie berichtet, auch über den drohenden Abgang von Jung-Nationalspieler Leroy Sané spekuliert wird, erscheint Schalke aktuell als eine Mannschaft voller personeller Fragezeichen.

Die sportlichen Herausforderungen geraten da rasch in den Hintergrund. Eine gefährliche Tendenz, denn auch in der Liga stehen die Gelsenkirchener ja bekanntlich unter Handlungsdruck.

Sportvorstand Heldt flüchtet sich derweil in Allgemeinplätze. Gegenüber ‚Sky‘ fabulierte er gestern nur noch von der tollen Nachwuchsarbeit des Clubs: „Schalke ist interessant für junge Spieler“ Klar ist man das. Aber reicht das um in der nationalen Spitze eine dauerhafte Rolle einzunehmen? Wohl nicht.

Auch Ex-Schalke-Spieler Christoph Metzelder riet dem Verein nun via TV-Interview dringend zu personellen Verstärkungen. Kevin Vogt aus Köln und Kevin Wimmer (Tottenham) wurden nun als mögliche Verstärkungen ins Spiel gebracht. Doch Wimmer soll ebenfalls bereits klar und deutlich abgewunken haben, will sich wohl lieber in der Premier League durchsetzen.

Und einmal ganz davon ab. Wären das die Kaliber die aus den Knappen einen Kader machen könnten der an der nationalen Spitze ein ernsthaftes Wörtchen mitreden lassen würde? Auch hier sind Zweifel wohl mehr als angebracht.

Horst Heldt, selber, wie erwähnt, wohl in den letzten Monaten seiner Zeit bei den Königsblauen häuft sich derzeit Probleme auf.
Gelingt ihm in den nächsten Tagen noch der Befreiungsschlag, oder hinterlässt er im Sommer eventuell einen Club im völligen Umbruch?
Derzeit erscheint das nicht unwahrscheinlich. Vieles deutet aktuell jedenfalls darauf hin, dass der sich abzeichnende Wechsel auf der Managerposition für den FC Schalke 04 zu einem echten Risiko werden könnte.

Heldt hat seit Monaten nicht entscheidend zur Problemlösung beitragen können. Die Baustellen scheinen sich, teils von Vereinsseite verschuldet, teils auch reines Verletzungspech, jedenfalls aktuell massiv anzuhäufen. Und so gerät das sportlich so wichtige Auftaktmatch in der Bundesliga gegen Bremen schon gefährlich weit in den Hintergrund. Keine leichte Situation als auch für Trainer Andre Breitenreiter.

Wird auch weiterhin recht spannend bleiben in nächster Zeit rund um den so ruhmreichen FC Schalke 04.

 

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25 Kommentare zu “Gelsenkirchen: Ist Horst Heldt auf Schalke aktuell noch ausreichend handlungsfähig?

  • #1
    Klaus Lohmann

    Wenn Heldt so ein richtiges "Glücksschweinchen" wäre, dem bislang jeder Transfer zur Leistungssteigerung des Vereins geglückt war und der aus unfertiger Jugend nur Nationalspieler geformt hat, dann wäre es mit Blick auf den anstehenden Managerwechsel ja eine Freude, ihn einkaufen zu lassen. Nur – so ein Glücksschwein ist Heldt nun mal nicht und alle Entscheidungen, die er jetzt noch trifft, könnten zu einer echten Belastung für einen Heidel (oder wen auch immer) werden. Und dass es z.Zt. auf dem Transfermarkt alles andere als einfach ist, den Richtigen zu finden, sieht man ja auch an der Meckerei von Tuchel über Susis Zögerlichkeit.

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Da kommt hinzu, Klaus, das der Wintertransfermarkt ja eigentlich traditionell ein eher schwieriger ist. Dass das aktuell so ‚aufgeblasen‘ wird ist vielleicht auch, aber sicherlich nicht nur SSNHD zuzuschreiben. Früher sagte man ja immer: Wer im Winter am Kader bastelt, der hat im Sommer etwas falsch gemacht. Da scheint mir etwas dran zu sein. Noch immer.

  • #3
    Walter Stach

    Weggang von Sane zum 1.6.2o16, Verletzung von Höwedes, Unklarheiten/Probleme den Manager betreffend, und was noch?

    Als BVB er läßt uns das erstrecht ermessen, wie heil insofern unsere Fußballwelt in DO zur Zeit ist. .

  • #4
    langsamdenker

    Jetzt rächt sich, das der Wilmotstransfer gescheitert ist. Das wäre der nötige Fachmann für die Schaller Fußballkultur gewesen, Anlaufstelle für die Aktiven und Identifikationsfigur für die Fans. Und das unabhängig davon, ob als Trainer oder Manager. Aber für die jetzige, halbjährige Hängepartie ist der Metzger verantwortlich. Der duckt sich nur leider weg, statt zu führen. Schade.

  • #5
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @langsamdenker: Ja, in der Tat nur schwer vorstellbar, dass Wilmots in eine solch passive Rolle gerutscht wäre wie Breitenreiter aktuell. Da fragt man sich, ob der vielleicht, bei aller Sympathie für ihn, zu ‚brav‘ ist um in diesem Haifischbecken in Gelsenkirchen eine Führungsrolle einzunehmen…

  • #6
    Klaus Lohmann

    Naja, Fakt ist wohl auch, dass Schalke für Trainer, die einen Job mit stabilem, ruhigen, planbaren Management suchen, um Mannschaften zu entwickeln und internationale Ziele zu realisieren, immer unattraktiver wird, je länger dieses Chaos anhält. Obwohl… Thorsten Legat?…(sorry, couldn’t resist:-)))

    Robin #2: Richtig, das Ruder jetzt noch mit Einkäufen umzudrehen, ist garantiert der falsche Weg – es sei denn, man muss wg. längerfristigen Verletzungen nachlegen. Aber auch dann kann Niemand Wunder erwarten, am allerwenigsten Trainer, Manager und Präsidium/Aufsichtsrat.

  • #7
    Tobias

    Ein Artikel über schalker Personalsorgen/Kaderentwicklung und kein Wort über Matip? Schwach, ganz schwach. Genauso wie der Rest. Aber was soll man erwarten wenn einer der gelben Borussen einen Artikel über Schalke schreibt.

  • #8
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Richtig, Klaus. Wobei Breitenreiter da sicherlich eine große Chance für sich gesehen hat. Wann bekommt man als junger Trainer, mit nur einer Saison Erfahrung in Liga 1, in der man zudem abgestiegen ist, denn schon einmal die Chance zu so einem großen Club zu wechseln? Der wäre ja ‚blöde‘ gewesen, wenn er diese Chance nicht ergriffen hätte. Und manchmal klappt es eben auch prima mit jungen, relativ erstligaunerfahrenen Trainern. Klopp in Dortmund war dafür auch so ein Beispiel. Wobei der natürlich schon etwas mehr vorzuweisen hatte als Trainer als Breitenreiter in diesem Beispiel. Aber sei es drum. Manchmal ist ein junger, hungriger Trainer ja auch die bessere Wahl.

  • #9
    langsamdenker

    Robin, der Breitenreiter ist doch in der komfortablen Lage, in Ruhe zu arbeiten. Gut, ihm fehlen wichtige Leute (verletzt, verkauft, verschoben…), aber derzeit werden alle Fehler erst Heldt angelastet, dann wahlweise dem Metzger oder der Mannschaft. Mindestens bis zum Sommer kann das so weiter gehen. Wenn er keine gravierenden Fehler macht, kann er als "Gewinner" aus dieser Saison hervorgehen. Selbst wenn Schalke das Minimalziel Europa League verfehlen sollte. Wenn dann eine neue Führung die nächste Saison vorbereitet, ist er ein "alter" Hase und sitz fest im Sattel. Aber wir reden hier ja von Schalke; also kann alles auch ganz anders kommen.

  • #10
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @langsamdenker: Persönlich würde ich ihm das auch durchaus gönnen. Er hat den Vorteil, dass die Stimmung ihm gegenüber (und auch gegenüber der Mannschaft), obwohl die Situation sich sportlich gegenüber der Di Matteo-Ära ja bisher nicht verbessert hat, deutlich positiver ist. Vielleicht kann er das am Ende wirklich für sich nutzen. Aber, wie Du schon schreibst, verlässlich ist so etwas auf Schalke wohl nicht. Schalke hat allerdings den Vorteil des Startprogramms. War ja auch schon in der Hinrunde so. Schwerer werden die Spiele dann erst wieder am Ende der Saison. Und wer weiß was bis dahin noch so alles passiert ist…

  • #11
    leoluca

    Im letzten Sommer machte Schalkes Manager dem neuen Trainer zum Einstieg ein ganz besonderes Geschenk und verkaufte kurz vor Saisonbeginn – nach einer kompletten Saisonvorbereitung – zwei der besten Stürmer (Draxler und Farfan) ohne für Ersatz zu sorgen, so dass der zu dünne Kader im Laufe der Hinrunde immer mehr zum Problem wurde. Am Ende musste man sich nach einer langen Niederlagenserie über ein paar Pünktchen gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller freuen.

    Zum Glück zeigten die beiden Schalker Großtalente, Leon Goretzka und Leroy Sane, überraschend früh ihre besondere Klasse und Joel Matip steigerte sich zum europäisch nachgefragten Spitzenspieler. Den Rest besorgte der großartige Ralf Fährmann zwischen den Pfosten.

    Auch diesmal ist der Kader wieder zu dünn besetzt, obwohl der Manager, Horst Heldt, dem jungen Trainer Besserung in der Rückrunde zugesagt hatte und er seinen von oben genehmigten Kaderetat längst nicht ausgeschöpft hat.

    Das Problem auf Schalke ist nicht primär das knappe Geld, sondern das miserable Scouting und eine Kaderplanung, die diesen Namen nicht verdient.

    Da kann der Trainer mit seinen Motivationskünsten und neuen Spielideen, die immer mal durchscheinen, wenig ausrichten.

  • #12
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @leoluca: Was mir in letzter Zeit bei Schalke außerdem recht häufig auffällt ist, dass geplatzte Deals nicht nur recht häufig bekannt werden, sondern dann auch noch ungewöhnlich viel Staub aufwirbeln. Nicht nur bei Wilmots, sondern zuletzt u.a. auch im Falle Inler. Das kriegen andere Clubs deutlich besser hin. Und auch dabei stolpert man dann unweigerlich über den Namen Heldt.

  • #13
    Walter Stach

    Robin und Andere,
    heute Abend geht es endlich wieder los.
    Und dann gilt der uralte Spruch von Addi Preisler ( kennt den überhaupt noch jemand?), der da lautet:
    "Entscheidend iss auf’m Platz."
    Montag sprechen wir uns, nach den Entscheidungen auf dem Platz, dann wieder ( auch in Sachen S04 ) -freudig, ärgerlich, enttäuscht, hoffnungsvoll……….?? Abwarten!

  • #14
  • #15
    Walter Stach

    Thomas Weigle,
    und Wunder-Tüten haben bekanntlich immer ihren ganz besonderen Reiz!!!

    Ich bin allerdings froh darüber, daß wir BVBer derzeit den Status einer Wunder-Tüte für uns nicht reklamieren können.

  • #16
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Hmmm. Das bringt mich dann auf den Punkt, dass Breitenreiter ja den BVB aktuell sogar als Positivbeispiel angeführt hat, was ihn dann auf der heutigen PK wieder kräftig zurückrudern lassen ließ… 😉

  • #17
    Walter Stach

    Robin,
    Breitenreiter scheint ja jemand zu sein, der das, was er empfindet, auch so sagt. Nur muß er als S04 Trainer offenkundig hinnehmen,, daß das auf Schalke nicht geht, nach wie vor nicht zu gehen scheint, wenn der BVB betroffen ist.
    Warum eigentlich nicht?
    Wenn bei S04 auf dem Platz und außerhalb des Platzes etwas abläuft, was sich nach meiner Wahrnehmung positiv von dem unterscheidet, was der BVB tut oder nicht tut, dann sage ich das offen und öffentlich. Ich meine auch sagen zu können, daß das auch jeder BVB-Trainer machen kann, ohne "zurückrudern " zu müssen. Das kann doch letztendlich "die eigene Truppen" nur noch zusätzlich motivieren, im ständigen Wettbewerb mit der Konkurrenz aus der Nachbarschaft besser werden zu wollen!

  • #18
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Gute Frage, Walter! Habe ich auch schon so gedacht. Offenbar hat er die Rivalität zum BVB noch immer nicht so verinnerlicht, wie das (teilweise) in Gelsenkirchen erwartet wird. War ja auch schon so, als er das Revierderby als ‚Bonusspiel‘ für S04 bezeichnet hat. Warum da einige offenbar sooo empfindlich reagieren, das weiss ich auch nicht. Mit etwas mehr Objektivität könnte man diese übertriebene Rivalität eigentlich auch zu den Akten legen. Warum soll der BVB denn für S04 in gewissen Phasen, oder in gewissen Punkten nicht auch mal Vorbild sein? Umgekehrt natürlich genauso. Bei aller gepflegten Rivalität erscheint mir diese Überempfindlichkeit doch etwas übertrieben.

  • #19
    Thomas Weigle

    Ich weiß nicht,@Walter Stach, Wundertüten habe ich jedenfalls nicht in bester Erinnerung, auch hatte es bei der SGE solche Zeiten, die eindeutig nicht reizvoll im positiven Sinne waren, die lange Jahre die Stimmung am Riederwald verdüsterten.

  • #20
    Walter Stach

    Thomas Weigle,
    etwas ganz Anderes:
    Bis vor kurzem war mir nicht bekannt, warum die Eintracht aus Frankfurt von Dir stets und zurecht unter dem Kürzel SGE erwähnt wird.
    Ich habe mich aufklären lassen.

    Frage: Warum verwendest Du stets "das SGE" und sprichst nicht von der Eintracht?

  • #21
    Thomas Weigle

    @ Walter Stach "SGE" ist in FFM durchaus gebräuchlich und ist auch im Waldstadion auf Transparenten zu lesen und letzt las ich es sogar schon in einem Videotext.

  • #22
    Walter Stach

    Thomas Weigle,
    danke für die erklärenden Worte.
    Aber…..
    Vielleicht interessiert es ja den einen oder den anderen hier bei den Ruhrbarone, wie sich historisch das SGE erklären läßt. Aufklärung durch Dich?

  • #23
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Walter: Meinerseits ganz kurz zur Info: "…Die traditionelle Vereinsbezeichnung lautet „Sportgemeinde Eintracht“, kurz SGE. … "

    aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Eintracht_Frankfurt

  • #24
    Thomas Weigle

    @Robin Danke, dass Du mein Versäumnis ausgebügelt hast. ich wollte es auch schreiben, aber dann war es einfach weg, das Alter, die Demenz, das Handballspiel…

  • #25
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Thomas: Keine Ursache. Hatte es allerdings auch nicht als ‚Versäumnis‘ wahrgenommen. Bin einfach beim Lesen darüber gestolpert und habe eine Antwort gegeben. Und auch jetzt, während des Buli-Spiels HSV-Bayern lese und schreibe ich hier. Was kann man daraus schließen? Richtig, ist nicht besonders spannend….. obwohl, gerade fällt das 1:1. Vielleicht wird das ja jetzt doch noch 😉

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