„Guten Tag, ich bin von Unitymedia…“

Ich habe ein Problem: Ich gehe ans Telefon wenn es klingelt. Immer. Das wird sich vielleicht bald ändern.

Wenn das Telefon klingelt gehe ich ran. Auch wenn die Nummer unterdrückt ist. Ein paar Freunde von mir und auch mein Stiefvater haben ihre Telefonnummern unterdrückt und hinter jedem dieser Anrufe, deren Sender ich ja nicht sehe, könnte sich ja ein Hilferuf oder die Einladung auf ein Feierabendbier verbergen. Manchmal, wenn ich gerade auf der Arbeit über das Festnetz telefoniere, klingelt mein Handy. Tut es das penetrant, unterbreche ich kurz das Gespräch und nehme den Anruf an. Meistens meldet sich dann aber kein mir nahestehendes Wesen, sondern irgendwelche Frauen mit dem Satz "Guten Tag, ich bin von Unitymedia." Früher war ich noch freundlich, erklärte, ich sei zufriedener Kunde der Telekom und hätte nicht vor zu wechseln. Mittlerweile fluche ich schon, wenn ich den Namen Unitymedia nur höre – eigentlich will ich das nicht, weil ich weiß, dass die Arbeit in einem Callcenter nicht Vergnügungssteuerpflichtig ist, ich will freundlich sein, aber in den letzten Monaten hat Unitymedia meinen Gelduld arg strapaziert. Post von Unitymedia bekomme ich fast täglich – sie wandert ungelesen ins Altpapier.  Alleine für mich ist da bestimmt schon ein guter Hektar tropischen Regenwaldes abgeholzt worden – selbst Günter Jauch kann nicht so viel Bier  in sich hineinkippen, um die ökologischen Schäden auch nur halbwegs in Grenzen zu halten.

Am Telefon erklärte mir mal einen Mitarbeiterin, ich wäre ein Kunde von Unitymedia. Ich erklärte ihr, dass unser Kabelanschluss Teil des Mietvertrages wäre, ich das Geld meinem Vermieter überweisen würde und noch nie eine vertragliche Beziehung zu Unitymedia gehabt hätte. Ob mein Vermieter seinen  Kabelvetrag bei Unitymedia oder einem albanischen Telekomunikationsdienstleiter hat, sei mir schurzpiepenegal – könnte ich wählen, ich hätte nur noch DVBT. Und Fernsehen sei sowieso blöd und langweilig.

Aber was ich auch erklärt habe, es interessiert Unitymedia nicht. Ein Freund hat ihnen schon ein Einschreiben geschickt mit dem Verbot ihn mit Werbung einzudecken – die Reklamestalinorgel änderte noch nicht einmal ihre Schussfrequenz.

Der gleiche Freund ist übrigens Hausbesitzer und brauchte mehrere Monate um Unitymedia zu erklären, dass sich die Rechnungsadresse geändert hat. Unitymedia bekam es nicht hin, die Rechnung an die richtige Adresse zu schicken, hatte aber schon mit dem Mahnen begonnen. Kein Wunder, dass das Unternehmen an solchen Aufgaben scheitert, wenn die gesamt Belegschaft offensichtlich damit beschäftigt ist, das Land mit Telefonterror zu überziehen. Ich glaube es geht ihnen auch gar nicht mehr um Vermarktung, ich würde allein wegen der letzten Monate nie zu Unitymedia wechseln, egal was für ein Angebot sie machen würden,  es macht ihnen Spaß, Menschen an den Rand des Wahnsinns zu treiben. Täglich rechne ich damit, dass ein Pizzabote schellt und mir freudestrahlend 100 Salamipizzen auf die Arbeit bringt, die ich  angeblich telefonisch bestellt habe. Ich bin mir sicher, das Minuten später das Telefon klingelt, sich eine freundliche Damenstimme meldet und  in den Hörer flötet: "Guten Tag, ich bin von Unitymedia, haben die Pizzen geschmeckt?" und dann im Hintergrund ein ganzes Callcenter ins lautes Lachen ausbricht. Denn irgendeine Steigerung des Terrors wird ja bald mal kommen müssen…

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7 Kommentare

  1. #1 | Barbara Underberg sagt am 26. September 2008 um 12:52 Uhr

    Was das für Unsummen kosten muss,die halbe Welt mit derart viel Werbemüll zu beglücken. Ich bekomme auch regelmäßig Post und Anrufe von denen, Anrufe allerdings von männlichen Call-Center-Agents. Wie die wohl geschult werden? Dreimaliges „Nein, ich bin nicht interessiert. NEIN, ich möchte keine weiteren Informationen von Ihnen“ beeindruckt sie nicht die Bohne, sie reden immer weiter, so dass man tatsächlich mittendrin auflegen muss, will man die Endlosschleife unterbrechen. Vermutlich steht hinter je zwei Telefonierern ein Teamleiter mit Peitsche: für jedes Gespräch unter einer Minute gibt es zehn Hiebe, unter zwei Minuten acht und so weiter. Das würd’s erklären.

  2. #2 | klaus sagt am 26. September 2008 um 12:55 Uhr

    sorry stefan. ist so nicht ganz richtig: unitymedia bekommt das mit der rechnungsadresse immer noch nicht hin.

  3. #3 | Yoshi sagt am 3. Juli 2009 um 15:26 Uhr

    ich werde von unitymedia schon ewig belästigt.ich bekomme jede woche post von denen,oft auch zweimal die woche,weil die anscheinend zu blöd sind meinen namen richtig zu schreiben.daher bekomme ich die briefe doppelt mit jeweils unterschiedlichen schreibweisen meines nachnamens.ausserdem werde ich schon seit monaten wenn nicht sogar jahren von denen angerufen.früher immer anonym,ohne daß die rufnummer des anrufers angezeigt wurde,seit 3-4 wochen allerdings wird erstaulicher weise eine nummer mit gesendet.es handelt sich dabei um eines ihrer call center in magdeburg.seit die magdeburger meine nummer haben kommen die anrufe übrigens TÄGLICH.ich habe immer meine mailbox aktiv….sollen die doch für die anrufe jedes mal bezahlen und nerven können sie mich auf die art nicht:)
    wer mich kennt weiss bescheid und kann auf der mailbox ne nachricht hinterlassen von daher ist das kein problem.
    sollten die euch auch anrufen warne ich euch nur schon mal vor.
    wenn ihr auf eurem display die nummer: 03916621071 seht…..geht lieber nicht dran.
    es sind die Leute von unitymedia.

    schönen gruss

    yoshi

  4. #4 | spung sagt am 17. April 2010 um 01:22 Uhr

    Ich hab inzwischen schon fünf Briefe mit „Annahme verweigert“ zurück in den Briefkasten geworfen, heute war der nächste da.
    Ich habe eh kein Fernsehen, mir ist es sch… egal ob es digitales, analoges oder sonst irgendein Fernsehprogramm gibt: ich will’s nicht.

  5. #5 | Fireblade sagt am 4. Januar 2012 um 10:42 Uhr

    Also ich finde dies echt übertrieben. Auch bei Werbung, egal ob Unitymedia oder Telekom hat man immer die Möglichkeit sich einmal dort zu melden und dann wird die schriftliche WErbung eingestellt. zu den Werbeanrufen, so solltet ihr euch mal die Seite der Bundesnetzagentur anschauen. Hier ein Kleiner Auszug

    „Der Angerufene erhält einen unerlaubten Werbeanruf einer Firma, mit der er bereits in Geschäftskontakt steht (Bestandskunde) oder die ihn als neuen Kunden gewinnen will (Kalt-Akquise). In der Fachsprache werden solche Anrufe Cold Calls genannt. Vorrangiges Ziel der anrufenden Unternehmen ist es mit Hilfe dieser Cold Calls, den Absatz oder den Kauf von Waren, die Erbringung oder der Bezug von Dienstleistungen zu fördern. Wesentliches Merkmal eines unerlaubten Telefonwerbeanrufs ist, dass der Angerufene vorher nicht ausdrücklich in derartige Anrufe eingewilligt hat. Der Gesetzgeber stellt klar, dass Verbraucherinnen und Verbraucher in den Erhalt von Werbeanrufe vorher ausdrücklich eingewilligt haben müssen, § 7 Absatz 2 Nr. 2 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Marktteilnehmer (Gewerbetreibende) müssen nach dem Gesetz zumindest eine mutmaßliche Einwilligung erkennen lassen.
    Darüber hinaus darf bei Werbeanrufen künftig die Rufnummer des Anrufers nicht mehr unterdrückt werden. Die Regelung hierzu erfolgt in § 102 Absatz 2 des Telekommunikationsgesetzes (TKG).

    Die Bundesnetzagentur ist zuständig, Rufnummernmissbrauch zu verfolgen. Hierzu kann die Behörde im Rahmen der Nummernverwaltung Maßnahmen ergreifen und so der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften Nachdruck verleihen. Folgende Maßnahmenarten werden derzeit ergriffen: Abmahnung, Abschaltung und Entzug von der Rufnummer, Untersagung von Rechnungslegung und Inkassierung sowie Einleitung von Bußgeldverfahren.

    Durch die Gesetzesänderung werden die Kompetenzen der Bundesnetzagentur hinsichtlich der Ahndung von Gesetzesverstößen im Zusammenhang mit unerlaubter Telefonwerbung erweitert. Insbesondere kann sie gegen sich rechtswidrig verhaltende Unternehmen Bußgeldverfahren einleiten, weitere Ermittlungen anstellen und bei nachgewiesenen Verstößen Verwarnungen aussprechen oder sogar Bußgelder bis zu 50.000 € verhängen. Die Bundesnetzagentur ist allerdings auf die Hilfe der Betroffenen angewiesen, da sie nur aufgrund von Beschwerden tätig werden kann.“

    Ich hatte das Problem mit der Telekom. Habe es einmal schriftlich eingereicht, und seitdem nie wieder Probleme damit ^^

  6. #6 | Bine sagt am 12. Juli 2012 um 18:19 Uhr

    Mich hat grad auch eine Dame von Unity Media angerufen. Ich würde ja schon das Kabelfernsehen über UM beziehen, also will ich doch sicher auch noch Telefon über UM beziehen. Lustig ist, dass wir nix mit UM zu tun haben. Der Vermieter hat das mit dem Kabel geregelt – nicht wir. Als ich ihr das sagte legte sie mitten im Gespräch auf. Vorher erklärte ich noch, dass ich zufriedener Kunde bei der Telekom sei. Okay, da gibt es auch sehr oft Probleme, aber die haben immerhin eine kostenlose Hotline! Sie meinte dann jedenfalls noch, dass ja jeder wüsste, dass die Telekom viel zu teuer sei und das wir bei UM bis zu 15 Euro sparen könnten. Wen interessiert das? Allein schon aufgrund der kostenlosen Hotline bin ich bereit lieber etwas mehr zu investieren. Fehler treten auf, werden aber in der Regel auch sehr schnell wieder behoben. Ach ja; Briefe erhalten wir von UM inzwischen komischerweise nicht mehr – nur angerufen werden wir andauernd. Also: verliert ruhig die Nerven, wenn euch die Leute aus Callcentern nerven! Das sind nicht selten wirklich blöde Menschen die es nicht besser verdienen und die uns, ausser wir sagen zu etwas ‚Ja‘, eh nicht zuhören! Ich spreche da aus persönlicher Erfahrung. Liebe Grüße

  7. #7 | marita sagt am 5. Dezember 2012 um 20:32 Uhr

    Ich hatte heute einen seltsamen Anruf von einer Frau B. (Name gelöscht, Admin) von Unitymedia. Die gute Frau wollte etwas über meinen Anschluß von UM wissen.
    Ich hatte noch nie irgendetwas mit denen zutun, nur die lästigen Werbebriefe
    lagen oft im Fach.

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