„Ich hatte die Schnauze von Deutschland gestrichen voll“

Inge Deutschkron bei ihrer Rede vor dem deutschen Bundestag. Screenshot: youtube/phoenix

Die Holocaust-Überlebende Inge Deutschkron hat anlässlich des„Holocaust-Gedenktages“ am vergangenen Mittwoch eine Rede vor dem deutschen Bundestag gehalten. Darin erinnerte sie an die Verbrechen der Nazis. In einem aktuellen Interview mit der Jüdischen Allgemeinen kritisiert sie nun die Selbstgefälligkeit deutscher „Israelkritiker“ und stellt klar, warum die Rede im Bundestag für sie auch keine Ehre war.

Beim Lesen des Interviews mit der Jüdischen Allgemeinen (JAZ) wird deutlich: Hier spricht eine wütende Frau. Eine wütende Frau, die sich ihre Wut auch nicht von deutschen Erinnerungsriten nehmen lassen will. Eine Frau, die sich noch sehr gut erinnern kann an die personellen Kontinuitäten zwischen dem sogenannten Dritten Reich und der Bundesrepublik nach ’45. Nun rechnet sie in der JAZ knallhart ab. Sie habe Deutschland „aus Wut über die Altnazis und die israelfeindlichen 68er“ verlassen. „Ich hatte die Schnauze von Deutschland gestrichen voll.“ Ihr sei damals nicht entgangen, dass der deutsche Staatsapparat noch immer von den „alten Faschisten“ durchsetzt gewesen ist. „Wenn ich dagegen etwas sagte, hieß es: Ach, Frau Deutschkron, man muss doch auch einmal vergessen können. Meine gesamte Familie wurde vernichtet! Wie soll ich das je vergessen?“ Israel sei ihre Rettung gewesen.

Mit Mythen aufräumen

Am vergangenen Mittwoch hielt Deutschkron vor dem Bundestag eine vielbeachtete Rede. Als Holocaust-Überlebende ist sie eine wichtige Zeitzeugin. Es ist ihr auch ein Anliegen, mit der Mär von der „Stunde Null“ aufzuräumen, derzufolge sich das nationalsozialistische Deutschland quasi in der Nacht vom 8. Auf den 9. Mai geläutert habe. Außerdem will sie den Mythos entkräften, die Deutschen (hier im Sinne von nichtjüdischen Deutschen) seien größtenteils gegen die Judenvernichtung gewesen. Dies sprach sie auch in ihrer Bundestags-Rede an:

„Das deutsche Volk jener ersten Nachkriegsjahre wurde beschützt von seinem ersten Kanzler, der im Parlament in einer Regierungserklärung behauptet hatte, die Mehrheit der Deutschen wären Gegner der Verbrechen an den Juden gewesen. Viele von ihnen hätten sogar den Juden geholfen, ihren Mördern zu entkommen. Ach, wäre das doch die Wahrheit gewesen!“

Dass die die Erinnerungsdebatte hierzulande mitunter zu einem bloßen Ritus geronnen ist, der mehr an Selbstbeweihräucherung und Entschuldungsreflexe erinnert, wird deutlich an Sätzen wie diesem:

„In anderen Ländern beneiden manche die Deutschen um dieses Denkmal“, sagte etwa Eberhard Jäckel, Historiker und Vordenker der deutschen Holocaust-Gedenkstätte in Berlin, 2010. „Wir können wieder aufrecht gehen, weil wir aufrichtig waren. Das ist der Sinn des Denkmals.“ Abgesehen von der grotesken Vorstellung, Deutschland würde um sein Denkmal und also um dessen Auslöser, den Holocaust, „beneidet“: Daran wird deutlich, dass die „Erinnerungskultur“ mitsamt ihren Denkmälern und anderer Folklore in erster Linie für die Deutschen selbst da ist. Der Sinn dessen besteht also darin, dass „wir“ wieder „aufrecht gehen“ können.

„Es war mir keine Ehre“

Inge Deutschkron sieht diese Erinnerungskultur zwiespältig. In der JAZ sagte sie, sie habe „den Eindruck, dass man sich mit der Schoa angemessen beschäftigt.“ Allerdings, und das ist auch die Sicht vieler anderer Kritiker, höre man „über Israel hingegen (…) umso mehr Unsägliches. Kein anderer Staat auf der Welt muss sich so wehren.“ Davon wollten viele Deutsche „aber leider nichts hören. Die Unwissenheit der Israelkritiker wird nur noch von ihrer Selbstgewissheit übertroffen.“

Damit sticht sie ins mitten ins Wespennest einer emotionalen Debatte in Deutschland, das seit Augstein zwar Antisemitismus, aber keine Antisemiten mehr kennt. Dass Israel die Konsequenz aus dem Holocaust ist, und dass es deshalb notwendig ist, Israel „gerade als Deutscher“ seine Solidarität entgegenzubringen, ist leider nicht im Katalog der Lehren, die „wir“ aus dem Holocaust gezogen haben, enthalten. Lieber lehnt man sich entspannt zurück, betrachtet sein schönes Denkmal und ignoriert routiniert die Vernichtungsdrohungen, die immer wieder gegen den Judenstaat ausgesprochen werden.

Diese Haltung scheint auch Inge Deutschkron tierisch zu nerven. „Übrigens war es für mich auch keine Ehre, vor dem Bundestag sprechen zu dürfen. Es sollte umgekehrt eine Ehre für die Vertreter Deutschlands gewesen sein, dass ich die Einladung trotz allem angenommen habe“, sagte sie der JAZ. Und schob den wohl wichtigsten Satz des Interviews hinterher: „Wir wissen bis heute nicht genau, wie es zur Schoa kommen konnte. Solange wir das nicht in Erfahrung gebracht haben, kann sich so ein Verbrechen jederzeit wiederholen.“

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22 Kommentare

  1. #1 | Demokrit sagt am 1. Februar 2013 um 09:33 Uhr

    Antijudaismus, sollte es lauten! Wie können semitische Palästinenser, Antisemiten sein. Es wird kaum mehr das Ethnische vom Religiösen getrennt, denn der Islam ordnet den Judenhass an, über die gesamte Korandichtung und die Antichristlichen unter den Christen missachten das Neue Testament.

    Frau Deutschkorn behält Recht, mit der Mär aufräumen zu sollen, Hitler hätte die Macht an sich gerissen und die deutschen Wähler waren ja im Grunde brave Leutchen, die von ihm betrogen wurden. Und nur der Zentrumspartei sei es zu verdanken, dass er sich der Macht bemächtigte. Die NSDAP und die DNVP hatten die Mehrheit im Reichstag und nur wenige Monate hätten Hitler vom Absolutismus getrennt, auch ohne SPD und Zentrum. Im Grunde ein leichtes Spiel für ihn, denn der Antijudaismus war viele Jahrhunderte Kulturbestandteil europäischen Ausmaßes und…ist es geblieben, nicht mehr so frei und öffentlich zwar, dennoch lattend messbar.

  2. #2 | TuxDerPinguin sagt am 1. Februar 2013 um 10:03 Uhr

    Naja. Sie mag recht haben, dass die Mehrheit der Deutschen Hitler damals folgte. Und die ganzen Altnazis in teils wichtigen Funktionen in der Bundesrepublik ist auch belegt.

    Da stimm ich zu.

    Nicht zustimmen tue ich bei der Verallgemeinerung, dass alle Israelkritik unsäglich und unsolidarisch ist. Israel sollte aufgrund der deutschen Geschichte in der Weltpolitik ein Thema sein, auf das man ein Auge wirft. Und wenn dort rechte Kriegstreiber gewählt werden, macht man sich Sorgen. Zumindest haben die Rechten keine alleinige Mehrheit mehr, mal schauen…

    Aus Solidarität mir der israelischen Bevölkerung sollte man sich für irgendwann Frieden wünschen. Der ist noch weit entfernt. Aber die Politik der letzten Jahre hat diesen keinen Schritt weitergebracht.

    „Wir wissen bis heute nicht genau, wie es zur Schoa kommen konnte. Solange wir das nicht in Erfahrung gebracht haben, kann sich so ein Verbrechen jederzeit wiederholen.“
    Da stimme ich wieder zu. Es ist im Bereich des möglichen, dass irgendwo auf der Welt sich Geschichte in ähnlicher Form wiederholt.
    Ich gehe aber davon aus, dass durch Globalisierung, stärkere internationale Verpflichtung etc. sowas erschwert wird.

  3. #3 | R. sagt am 1. Februar 2013 um 10:13 Uhr

    Die Rede hat Deutschkron nicht am Sonntag, sondern am Mittwoch dieser Woche im Deutschen Bundestag gehalten.

  4. #4 | R. sagt am 1. Februar 2013 um 10:16 Uhr

    Ein guter und wichtiger Beitrag, vielen Dank!!!!

  5. #5 | Demokrit sagt am 1. Februar 2013 um 11:09 Uhr

    #2 | TuxDerPinguin

    Richtig. Kritik am politischen Establishment (egal welchen) zu üben, wenn Menschenrechte ausgehebelt werden, ist so weit legitim. Es kann für Israel nicht bedeuten, die Schoa als Schutzschild benützen zu dürfen. Es ist Pflicht, aus der Vergangenheit zu lernen, nicht zu vergessen, genauso wenig jedoch zu rechtfertigen.

    Und wir wissen doch, wie es zur Schoa kommen konnte: durch Gleichgültigkeit!

  6. #6 | Demokrit sagt am 1. Februar 2013 um 11:22 Uhr

    Faschismus hat einige Gesichter. Ihr braucht nicht weit laufen: schaut auf Griechenland. Die Faschisten ernähren, schützen, verteidigen. Alles fein, here Taten woll!? Dem Hungernden ist die Farbe der Hand, die ihn füttert egal. Und es gibt auch den anderen Faschismus, den Rätefaschismus oder besser gesagt den Faschismus der Elite. Da braucht ihr auch nicht weit gehen…

  7. #7 | Demokrit sagt am 1. Februar 2013 um 11:35 Uhr

    Eilmeldung: Griechische Regierung beauftragte die private und berüchtigte Security Firma „Blackwater“ mit der „Sicherung“ des Athener Parlamentgebäudes!!! Es ist Krieg und alle gehen hin…

    Faschismus ist heute nicht möglich????

  8. #8 | Martin Niewendick sagt am 1. Februar 2013 um 12:47 Uhr

    @R., Danke für den Hinweis!

  9. #9 | Walter Stach sagt am 1. Februar 2013 um 15:21 Uhr

    Erinnerungen, vor allem sehr persönliche, wie jetzt durch Frau Deutschkron vorgetragen und wie sie sie wieder einmal in unser Gewissen „hineingetragen“ hat, führen in meinen Gedanken mit zunehmender Tendenz, warum weiß ich nicht so recht, zu der Frage, ob moralische Grundsätze, ob Gesinnungs- und Handlungsethik der Menschen in Deutschland heute fundamental so verschieden sind von dem, was die Menschen in den 1930er Jahren -und während der gesamten NS-Herrschaft-in ihrem Tun/in ihrem Unterlassen bestimmt und letztlich das menschenfeindliche Schreckenssystem der Nazis ermöglicht und getragen hat.

    Und da ich diesbezüglich kritisch und mißtrauisch bin gegenüber vielen Mitmenschen, gegenüber dem, was das derzeitige Mehrheitsbild wieder zu geben scheint, kommt für mich alldem besondere Bedeutung zu, was normativ in Staat und Gesellschaft und für Staat und Gesellschaft verbindlich festgesetzt ist, um formell und materiell ein „neues, menschenfeindliches Schreckensystem“ auszuschließen und auf dessen Funktionieren wir alle permanent zu achten haben.Letzteres wird m.E.nicht immer hinreichend gewürdigt,bedacht und im Versagensfalle hinreichend kritisiert, so u.a.im Zusmmenhang mit den sog. NSU-Verbrechen.

    Diese „normativen Sicherungselemente“ für den Bestand einer freiheitlich-demokratische, der Würde aller Menschen verpflichteten Ordnung steht nicht im Gegensatz zur Notwendigkeit all der Anstrengungen seit 1945, moralische Prinzipien und die Grundlagen unserer Gesinnungs- und Handlungsethik in Staat und Gesellschaft so zu verankern, daß dadurch eine „neue, menschenfeindliche Schreckensherrschaft in Deutschland“ ein für allemal ausgeschlossen ist.
    Zu diesen Anstrengungen trägt auch Frau Deutschkron mit ihren Vorträgen, wie jetzt im Bundestag, wesentlich bei , und das völlig unabhängig von einzelnen Details, völlig unabhängig von aktuellen Auseinandersetzungen in Deutschland mit der derzeitigen Politik des Staates Israel und deren persönliche Bewertung durch Frau Deutschkron, die ich nicht teile.

    Emotional „gepackt“, emotional „betroffen“ bin ich immer wieder wie die meisten Menschen, wenn über den Holocaust berichtet wird anhand von Einzelschiksalen, vor allem durch die noch lebenden persönlich Betroffenen, wie jetzt durch Frau Deutschkron. Das trifft mich emotional nachhaltiger mehr als das stete Bewußtstein, daß „in Namen Deutschlands“ 6 Mio Juden ermordert worden sind. Das Schreckliche der Nazi-Herrschaft, vornehmlich durch die Verbrechen gegenüber den Juden, sollte deshalb, solange noch möglich, immer wieder anhand von Einzelschiksalen und am besten durch unmittelbar Betroffene bei jeder Gelegenheit öffentlich vorgetragen und uns allen immer wieder bewußt gemacht werden.

    Alles das merke ich , wie gesagt, vor allem an, weil es naheliegt, daß wir Deutsche uns nicht nur des Schreckensystems der Naziis mit all seinen Verbrechen, vor allem an den Juden, immer wieder zu erinnern haben und z.B. daran durch Frau Deutschkron u.a. immer wieder daran erinnert werden sollten, sondern daß wir Deutsche uns ebenso intensiv und nachdenklich immer wieder zu fragen haben, wie sicher das Fundament für ein „Nie wieder“ in Deutschland ist.

    Können wir, dürfen wir uns diesbezüglich „sicher sein“?

  10. #10 | Demokrit sagt am 1. Februar 2013 um 16:05 Uhr

    Aufklärung setzt Bereitschaft voraus, vergangene Entscheidungen kritisch zu reflektieren, genauso jedoch Schuld zu akzeptieren ohne sie gesellschaftlich oktroyieren zu wollen. Die bestmögliche politische Norm, ist bis heute die demokratische geblieben. Anzunehmen, sie würde sich uneingeschränkt behaupten können und das unter allen Umständen, bezweifle ich ausdrücklich. Satte Wohlstandbürger sind wenig extremismusempfänglich. Nimmt man ihnen den Wohlstand der Sicherheit, gelten nur persönliche Bedürfnisse.

  11. #11 | Walter Stach sagt am 1. Februar 2013 um 20:00 Uhr

    -10-
    Demokrit

    Ich habe in meinem Betrag -9-den Begriff Schuld nicht verwandt

    Ich habe mich gefragt, ob und inwieweit stetes Erinnern an unermessliche ,an unbegreifliche Verbrechen, geplant und praktiziert in industrieller Perfektion von Deutschen, stets und immer wieder auf’s Neue emotionale Betroffenheit hervorrufen kann, hervorrufen sollte, hervorrufen müßte, wie Mitleid(en) mit Unseresgleichen, nämlich mit den Ermordeten, mit ihren Angehörigen, mit ihrem Volk- und Scham wegen der Untaten Unseresgleichen.

    Der Vortrag von Frau Deutschkorn war für mich wieder einmal Anlaß, diese Frage zu stellen ,mitzuemfinden, mitzuleiden und mich zu schämen. Ob das „fremdschämen“ zu nennen und wie die persönliche Scham zu erklären ist, bedarf hier keiner Erläuterung.

    Ich denke, und das habe ich zudem zum Ausdruck bringen wollen, daß eine solche emotionale Betroffenheit vor allem dann entsteht, auch bei mir, wenn jemand über sein ganz persönlichen Schiksal bzw. über das seiner unmittelbaren Angehörigen berichtet und weniger durch komplexe Erklärungen zum Warum und zum Wie des Holocaust, vor allem deshalb, weil es menschlicher Vorstellungskraft widerspricht, wenn es gilt, sich der perfekt organisierten industriellen Ermorderung von 6 Mio Juden stellen zu müssen.

    Frau Deutschkron gehört zu den wenigen, die noch als unmittelbar Betroffene solche Vorträge halten können;und auch deshalb war es gut so, daß Frau Deutschkron bereit war, im Bundestag zu reden.

    -Das gilt völlig unabhängig davon, daß ich den Aussagen von Frau Deutschkron gegenüber den Kritikern an der aktuellen Israel-Politik nicht zustimme-.

    Ich habe mich zudem gefragt, ob das „Nie wieder“ eine verläßliche Größe ist.

    Darauf bezogen sich meine Überlegungen, ob und inwieweit durch das Erinnern dazu beigetragen werden kann, daß die moralischen Grundsätze und die Prinzipien unserer Gesinnungs- und Handlungsethik in unserer Gesellschaft heute im Gegensatz zu den 1930 Jahren einschließlich der folgendenNS-Diktatur wesentlich gefestigter sind, so daß sie „heute und morgen“ allen Anfechtungen wiederstehen.
    Wenn Sie -Demokrit-abschließend unter -10-die Problematik andeuten, die ein allgemeiner Wohlstandsverlust hervorrufen kann, ohne daß die individuelle Existenz oder die Existenz der Gemeinschaft insgesamt gefährdet ist, dann heißt das doch, daß Sie nicht auszuschließen, daß bereits dadurch das Fundament unserer jetzigen Staats- und Gesellschaftsordnung gefährliche Risse erhalten könnte, also die derzeit unantastbar erscheinenden moralischen Grundsätze und Prinzipien unser Gesinnungs- und Handlungsethik in Gefahr geraten wie in den 193oer Jahren und in der dann folgenden NS-Diktatur geschehen.

    Und da ich Ähnliches befürchte, schien es mir angebracht, auf die Notwendigkeit verbindlicher Normen in der Verfassung und in den Gesetzen hinzuweisen, die dazu da sind, den Bestand solcher Grundsätze und Prinzipien zu sichern, gerade in Zeiten, in denen die Menschen für sich und für die Gemeinschaft, in der sie leben, existenzgefährdende Gefahren erkennen oder solche befürchten.
    Verbindliche Normen in der Verfassung und in den Gesetzen, von denen ich hier spreche, sind ihrem Wesen nach jedoch nur dann de facto
    existent, wenn der Staat stets seinen Willen demonstriet,
    ihre Beachtung ggfls. mit allen seinen Mitteln und Möglichkeiten zu erzwingen.
    Wie bei vielen Menschen so auch bei mir, sind durch die Staatspraxis im Umgang mit den NSU-Mördern diesbezüglich Zweifel entstanden. Zweifel, die „zusätlich Nahrung“ erfahren haben durch ein hohes, durch ein für mich erschreckendes Maß an Gleichgültigkeit in der großen Mehrheit der Bevölkerung gegenüber diesen Verbrechen. Hat diese Gleichgültigkeit damit zu tun, daß diese Verbrechen gegenüber Menschen ausgeübt wurden, die man mehrheitlich als “ nicht zu uns gehörend“ zu empfinden scheint? Dann wären wir wieder bei…….-sh.der Grundtenor meiner Gedanken-.

  12. #12 | Demokrit sagt am 1. Februar 2013 um 20:47 Uhr

    Ja, genau, Walter. Wir sind in der Grobanalyse d’accord. Ich habe Deinen Beitrag ergänzend unterstützt. Ob sich Werte, historisch reflektiert, festigen können, hängt, m.A.n., vom persönlichen Empfinden nachfolgender Generationen ab. Wenn kein unmittelbarer Bezug vorhanden ist, ist Betroffenheit nur ein Lippenbekenntnis, das ihnen gesellschaftliche Normen abverlangen. Weshalb sollte Fatalismus vor dem Holocaust halt machen. Ähnliches beobachte ich, wenn scheinpersönlich betroffen, wohlgeschützte und satte Mitbürger über hungernde afrikanische Kinder die richtigen, politisch korrekten Vokabeln finden und gleichsam ihr Schnitzel kauen.

    Ein unmittelbares Beispiel, wozu Menschen fähig sind, wenn ihnen das Existenzrecht genommen wird, sehen wir aktuell in Griechenland oder sehen es nicht, weil deutsche TV-Sender, wenn überhaupt, ab 02:00Uhr berichten. Man will ja nicht unnötig das ohnehin schon betrübte Gemüt der Rechtschaffenen beunruhigen!

    Auch die anderen Krisenstaaten entwickeln sich in diese Richtung. Griechenland ist halt ein paar Monate im „Vorteil“. Migranten, die noch tiefer die Athener Gosse kennen, sind vogelfrei. Noch einigermaßen gut lebende Griechen lehnen die Jagt auf Ausländer ab, klar, nur, wie lange noch? Die Mehrzahl, die gerade dabei ist zu explodieren, sucht den Grund des Elends nicht dort, wo sie suchen müssen: „Die Ausländer leben auf unsere Kosten“ heißt es und sie drehen sich um, wenn die schwarze SA zur Jagt bläst. Welche Schuld tragen sie?

    Dieselbe Situation heute, wie die im Deutschland der Weimarer Republik. Deshalb, denke ich, berührt die Beantwortung der Frage „Wie konnte das geschehen“ wenn sie denn ideologisch, nationalistisch motiviert begründet wird, gerade den äußeren Ring der Zielscheibe! Hunger, Arbeitslosigkeit, Würdelosigkeit, Unsicherheit trifft dagegen ins Schwarze. Dann ist natürlich die aufrichtige Loyalität der „geretteten“ gegenüber ihrem „Retter“, damals wie heute, der eingeforderte Lohn!

    Wir sind vor extremen Arten des Regierens nicht schützbar, nicht ideologisch zumindest. Nur mit vollem Magen und Dach über dem Kopf. Selbstlose und auserwählte Mahatmas sind wenige!

  13. #13 | Puck sagt am 1. Februar 2013 um 22:53 Uhr

    Dem, was Frau Deutschkron sagt, ist nichts hinzuzufügen. Die Kontinuität in den Karrieren von Politikern und Wirtschaftsgrößen. Aber auch das Bestreben der „einfachen“ Leute, mit verbissener Zielstrebigkeit via Wirtschaftswunder wieder „wer sein zu wollen“, anstatt sich mal zu fragen, ob „die Nazis“ nicht vielleicht am Ende doch sie selbst waren, und ob Anständikeit nicht vielleicht doch was anderes ist als eine Neubauwohnung und ein Auto.
    Und ja, der ignorante Antisemitismus der 68er und vor allem die Kaltschnäuzigkeit, mit der man Holocaustüberlebenden in D gegenübertrat, ist tatsächlich atemberaubend.

    Und was das Denkmal betrifft sei auch daran erinnert, daß Gerhard Schröder sich seinerzeit ein Denkmal wünschte, „bei dem man sich wohlfühlt, wo man gerne hingeht“.
    Zum Picknick vielleicht…

  14. #14 | Puck sagt am 2. Februar 2013 um 00:01 Uhr

    @Tux der Pinguin #2

    Zitat: „Nicht zustimmen tue ich bei der Verallgemeinerung, dass alle Israelkritik unsäglich und unsolidarisch ist. Israel sollte aufgrund der deutschen Geschichte in der Weltpolitik ein Thema sein, auf das man ein Auge wirft. Und wenn dort rechte Kriegstreiber gewählt werden, macht man sich Sorgen.(…) Zitat Ende.

    Diese Verallgemeinerung ist nur auf Seiten der „Israelkritiker“ zu finden, vermutlich, um sich als mutige Tabubrecher darzustellen. Als „unsäglich und unsolidarisch“ wird nur unangemessene Kritik bezeichnet, unangemessen ist, Israel direkt oder indirekt mit dem Dritten Reich zu vergleichen. Dazu gehört, israelische Politiker als „rechte Kriegstreiber“ zu bezeichnen.
    Ein kleiner Exkurs in die Geschichte ist da sehr hilfreich.
    Ich gehe mal nicht darauf ein, daß Juden schon immer ein Hang zur Destruktion nach gesagt wurde, unter anderem im „Klassiker“ des Antisemitismus, den „Protokollen von Zion“. Konzentrieren wir uns aufs 20. Jh.
    Der Staat Israel ist seit seiner Gründung – die wie ich vermute, auch Ihnen nicht entgangen ist, mit dem Holocaust zusammen hängt – existentiell bedroht. Die Zweistaatenlösung wurde seinerzeit von der PLO abgelehnt, in der irrigen Annahme, daß mit Hilfe der muslimischen „Brüder“ in der arabischen Welt schnell Schluß wäre mit diesem verrückten zionistischen Experiment, nur leider haben sich die arabischen „Brüder“ seit 65 Jahren einen Scheiß um die Palästinenser gekümmert, im Gegenteil waren sie an der Aufrechterhaltung des Konfliktes interessiert, weil er sich so ein prima für Polemik gegen Israel eignet.
    Natürlich ist es sehr schmerzhaft, einen Irrtum zuzugeben, psychologisch viel entlastender ist es daher, weiter den gut etablierten Sündenbock anzuklagen (was zweifellos niemand so gut versthehen kann, wie die Deutschen!). Im Laufe der Jahre hat erst die PLO, dann die Hamas eine „Kultur“ der Provokation entwickelt, die flott mit der Opferrolle kombiniert wird, vermutlich, damit keinem auffällt, daß die Vorturner bei der Hamas ihre einzige Daseinsberechtigung aus dem Konflikt beziehen.
    Ihnen scheinen da also einige Kleinigkeiten entgangen zu sein. Zum Beispiel, wer hier der Kriegstreiber ist. Das liegt vermutlich an den vielen Sorgen, die Sie sich machen, allerdings darf gefragt werden, ob das Sorgen um Israel sind, die Sie sich da machen, oder Sorgen, wie Sie aus der Nummer mit der deutschen Verantwortung für die Existenz des Staates Isreal rauskommen.

    Zitat: (…)Aus Solidarität mir der israelischen Bevölkerung sollte man sich für irgendwann Frieden wünschen. Der ist noch weit entfernt. Aber die Politik der letzten Jahre hat diesen keinen Schritt weitergebracht (…) Zitat Ende

    Das ist richtig. Das liegt aber vor allem daran, daß die Vorstellung von Frieden auf Seiten der Hamas darin besteht, „die Israelis ins Meer zu treiben“, um deren blumige Rethorik zu zitieren.
    Und vielleicht auch ein kleines bißchen daran, daß Ihre „Solidarität“ zuende gedacht auf die Idee hinaus läuft, daß der Staat Isreal sich doch bitte auflösen möge, weil dann alle Probleme gelöst sind, mit den Palästinensern, mit dem Imperialismus und vor allem mit der unangenehmen Erinnerung daran, daß die Existenz dieses Staates irgendwas zu tun hat mit den lästigen Zumutungen der deutschen Geschichte.

  15. #15 | Frank sagt am 2. Februar 2013 um 07:43 Uhr

    @Walter Stach:

    Diesmal stimme ich Dir voll zu.
    Es sind die persönlichen Berichte, die einem den Terror vor Augen führen. Und die vermeintliche Distanz zu der Zeit abbauen. Das war kein finsteres Mittelalter.
    Noch näher, zum Greifen nah, rückte diese Zeit für mich, als ich mich durch die „Weltbühne“ geackert habe. Diese Zeit, die Menschen, die Systemkrisen, der Frust über Krisen, Gier, Obrigkeitsdenken und Korruption und der Hunger nach Kultur und Intellektualität, der technische Fortschritt, das ist unserer sehr ähnlich, es ist quasi heute.

    Die Frage ist, ob für die Ablenkung dieses Frustes über Banker, Rettungspolitiker, die Umverteiler von unten nach oben auch schon wieder Pläne für Sündenböcke in der Schublade liegen.
    Ich halte vieles für möglich. Die Gelassenheit, mit der viele die Aufdeckungen der NSU und die Verstrickung von Behörden entgegennehmen, nehme ich als Hinweis.

    Alfred Grosser sagte vorige Woche, dass er wegen der Bankenkrisen und Rettungsmaßnahmen zulasten der mittleren und unteren Schichten in den nächsten Jahren mit ernsthaften Aufständen in einigen europäischen Ländern rechne. Wohin wird sich das entladen?
    Es wird Aufgabe der noch intakten Mittelschicht sein, den Frust der Betrogenen in Richtung der Verantwortlichen zu lenken.

  16. #16 | Puck sagt am 2. Februar 2013 um 20:40 Uhr

    @Frank

    Zitat: „(…)Es wird Aufgabe der noch intakten Mittelschicht sein, den Frust der Betrogenen in Richtung der Verantwortlichen zu lenken.(…) Zitat Ende

    Ja, das wäre eine gute Idee. Mir scheint nur, daß gerade das Gegenteil statt findet. Anstatt sich mit den Abgehängten zu solidarisieren, weil es heute jedem passieren kann ratzfatz abgehängt zu werden, zeigt man mit dem Finger auf diese „HartzIV-Faulpelze“, die es sich auf Staatskosten gemütlich machen…
    Vielleicht kann man sich auf die Art davon überzeugen, daß es einen niemals selbst treffen kann, indem man sich einredet: die sind ganz anders als ich, die sind faul, doof, haben keinen Geschmack und was noch, also kann mir das nicht passieren.
    Man sehe sich nur die Leserkommentaren zu entsprechenden Artikeln auf „Der Westen“ an. Bis auf einige ganz wenige Ausnahmen wird da mit einem Haß und Geifer über die Ärmsten im Staate hergezogen, der sprachlos macht und Übelkeit verursacht. Natürlich ist das keine repräsentative Auswahl, aber so gehäuft wie diese Häme verbreitet wird, muß doch ein erheblicher Teil der Bevölkerung genau so denken.

  17. #17 | Frank sagt am 3. Februar 2013 um 10:39 Uhr

    @Puck

    Die Solidarität der Mittelschicht mit den Abgehängten wird z. B. in Berlin durch nächtliche Brandanschläge auf Kompakt- und Kleinwagen verhindert. Solange die extreme Linke meint, Fiat-, Golf- und Renaultfahrer für Sozialabbau bluten lassen zu müssen, wird es nix mit der Solidarität.

    Das Mit-den-Fingern-auf-HartzIV-zeigen hat Gerhard Schröder salonfähig gemacht. Er hat es dem Millieu, dem er selbst entwachsen konnte, ganz derbe gegeben. Und das nur, um denen zu gefallen, zu denen er schon als Student aufschaute und deren Gunst und Anerkennung zu erwerben Antriebskraft für seine Karriere und seine Seitenwechsel waren. Leider ticken in Deutschland viele Aufsteiger so.

  18. #18 | Arnold Voß sagt am 3. Februar 2013 um 11:59 Uhr

    Zum Thema Oben und Unten diese beiden wundervoll sarkastischen Songs von Rainald Grebe:

    https://www.youtube.com/watch?v=DH1etKFjbdg&feature=endscreen&NR=1

  19. #19 | Arnold Voss sagt am 3. Februar 2013 um 13:04 Uhr

    Zum neuen deutsche Antisemitismus ohne Antisemiten lohnt sich übrigens einmal beispielhaft ein Blick auf den folgenden Artikel und vor allem auf die Kommentare:

    https://le-bohemien.net/2013/01/03/2012-die-radikalisierung-des-henryk-m-broder/

  20. #20 | Helmut Junge sagt am 3. Februar 2013 um 13:50 Uhr

    @Puck, @Frank,
    habt ihr euch schon einmal gefragt, wie Bürger von antiken Gesellschaften, die fast ausschließlich ihren Lebensunterhalt durch unzählige Sklaven aufrecht halten konnten, über diese armen Menschen gedacht haben?
    Diese Bürger wuchsen in einem Umfeld auf, in dem es Menschen gab, die als Sklaven geboren worden sind, oder die als Kriegsgefangene in die Sklaverei gepreßt wurden. Da diese antiken Sklavenhaltergesellschaften über Jahrtausende existierten, sollte man doch viel darüber lesen können, dass freie Bürger sich über das Schicksal dieser armseligen Menschen mitleidige Gedanken machten. Das ist aber nicht der Fall. Die Mehrzahl dieser freien bürger hat diesen Zustand als „natürlichen, normalen und stabilen Faktor“ ihrer Umgebung betrachtet.
    Orientieren wir uns daran, sehen wir, wie weit Menschen dem Schicksal Anderer gegenüber abstumpfen können. Man gewöhnt sich offenbar an alles.
    Menschen können mitleidige Gedanken verdrängen.
    Nur so ist zu verstehen, warum noch nie irgendeiner „was wußte“.
    Nur so ist die Frage an Frau Deutschkron, warum sie „nicht mal vergessen kann“, überhaupt zu begreifen.
    Sind wir froh, dass in unserer Zeit noch Menschen gibt, deren Gefühlswelt noch nicht abgestumpft ist, und dass die sich gegen die scheinbar zunehmende
    Abstumpfung anderer Menschen in ihrer Umgebung lautstark zu Wort melden.

  21. #21 | Walter Stach sagt am 3. Februar 2013 um 13:54 Uhr

    Ich wiederhole ‚mal -sh.bes.-16,17.18,19- einen Zwischenruf, den ich hier im Blog schon aus anderen Anässen gemacht habe:

    „Respekt“!

    Wenn wir lernen -im Elternhaus, in der Schule und alltäglich unser lebenslang, daß wir dem anderen, weil er ein Mensch ist, Respekt schulden, dann………!

    Z.B., sh.Arnold, gäbe es den respektlosen Umgang von „Mittelschichtlern“ mit HartzIV-Empfängern nicht, von „Chefs“gegenüber ihren „Untergebenen“, von Männern gegenüber Frauen, von „radikalen“ Christen gegenüber Muslimen -und umgekehrt- usw.usw.

    Respekt steht bekanntlich nicht in Widerspruch zu Kritikfähigkeit,Kritikbereitschaft, zu kritischen Diskursen, im Gegenteil.
    Wenn Kritik etwas bringen,etwas bewirken soll, wenn Kritik etwas Anderes ist als „sinn- und zielloses Meckern, mehr sein soll als nur Ausdruck von Verachtung Anderer“, dann ist Respekt vor dem Anderen, vor dessen Denken, dessen Argumenten ein immanter Bestandteil jeder Kritik.

    Ist „Respektlosigkeit“ ein Phänomen, das mehr als bisher das Miteinander in unserer Gesellschaft zu bestimmen scheint oder nehme ich das -altersbedingt!-nur an, was bekanntlich in der Natur des Menschen so angelegt zu sein scheint?
    Könnte es folglich Sinn machen, darüber nachzudenken und zu diskutieren oder bewegt sich eine solche Diskussion über Respekt/Respektlosigkeit weg von den „eigentlich bestimmenden Faktoren“ für den wachsenden (?)kritikwürdigen Umgang von Menschen mit anderen -angefangen bei Brüderle-Sprüchen, über Unflätiges „von Oberen“ gegenüber „den Unterennen“, über Antisemtisches von Nichtjuden über und gegenüber Juden, bis zu Haßtiraden von „radikalen“ Christen gegenüber Muslimen, von „radikalen“ Islamisten gegenüber Christen und z.B. auch das menschenunwürdige Verhalten radikaler Fußballfans gegenüber „gegnerischen“Fans eingeschlossen?

  22. #22 | Puck sagt am 3. Februar 2013 um 21:22 Uhr

    @Frank #17

    DAs mit den brennenden Mittelklasseautos scheint mir eine Berliner Spezialität zu sein, oder meinetwegen auch eine Hamburger. Und da drückt auch nicht die Unterschicht ihren Frust über gekürzte Sozialleistungen aus, sondern selbsternannte „Revolutionäre“ ihre Lust an der Randale – und ganz nebenbei eine erstaunliche wir-wollen-unter-uns-bleiben-Spießigkeit nebst dazugehöriger wo-gehobelt-wird-da-fallen-Späne-Dumpfbackigkeit.
    Autoanzünder sind auch sicher kein Problem des Ruhrgebietes, und auf das beziehen sich die von mir erwähnten Artikel in der WAZ bzw. die Leserzuschriften darauf.

    Daß es Gerhard Schröder war, der Ausgrenzung von Arbeitslosen und Armen salonfähig gemacht hat, sehe ich allerdings genau so, und der Gedanke, daß er im Grunde seines Herzens und trotz demonstrativem Mutti-ist-die-Beste-Getue Probleme mit seiner einfachen Herkunft hat, ist mir auch schon gekommen, und eine Ausnahme ist er da schon gar nicht.
    Ironischerweise sind Aufsteiger mit diesem Benehmen exakt die fleischgewordene Vision des Parvenues, als den Leute, an die er sich so zielstrebig ranwanzt, ihn betrachten. Catch 22…

    Was aber wirklich alarmierend ist: NPD und andere rechtsextreme Clubs haben das Problem durchaus schon bemerkt, und bieten Beratung und tätige Hilfe für Bezieher von HartzIV an, besonders in den neuen Bundesländern.
    Das ist, neben der menschlichen Schäbigkeit, die politische Komponente.

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