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Kampf gegen Homophobie – Der FC St. Pauli geht voran!



Fast hätte man es angesichts der Negativberichterstattung über Fußballfans ja schon vergessen: In letzter Zeit konnte man, glücklicher Weise, ja auch schon häufiger kleinere Aktionen gegen Homophobie und für mehr Toleranz in den Stadien der Republik beobachten.

Der Hamburger Zweitligist FC St. Pauli hat am vergangenen Wochenende jedoch ganz eindeutig neue Maßstäbe in diese Richtung gesetzt und sich unzweifelhaft an die Spitze dieser Bewegung unter den Fans hierzulande gesetzt! Dafür gebührt ihm und zahlreichen seiner Fans Respekt und große Anerkennung.

Nun gibt es auch beeindruckendes, schönes Videomaterial davon im Netz zu bestaunen. Dieses bildet zudem einen schönen, positiven Kontrastpunkt zu der leidigen Pyro-Debatte die wir hier im Ruhrgebiet zuletzt geführt haben.

Daher möchte ich Euch dieses Positivbeispiel hier an dieser Stelle auch nicht vorenthalten.

Es gibt sie also doch noch, die toleranten, friedlichen, aber trotzdem begeisterten Fans im Lande!

Tolle Aktion! Danke! 🙂

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9 Kommentare zu “Kampf gegen Homophobie – Der FC St. Pauli geht voran!

  • Pingback: Links anne Ruhr (30.10.2013) » Pottblog

  • #2
    Nansy

    Was mich stört, ist der häufige Gebrauch des Begriffes “Phobie” bei kontroversen Debatten – sei es Homophobie, Islamophobie, oder Xenophobie – das soll wohl bei vielen Menschen alle Alarmglocken schrillen lassen. Durch Begriffe wie Islamophobie oder Homophobie werden Vorurteile gegenüber Muslimen und Homosexuelle entpolitisiert und in ein medizinisches Problem verwandelt. Unverarbeitete oder fehlgeleitete Gefühle sollen die Gründe für viele gesellschaftliche Übel sein – Konflikte und abweichendes Verhalten wird vorwiegend medizinisch/psychologisch interpretiert.
    Die Einstellung oder Verhaltensweise einer Person als Phobie abzustempeln, unterbindet jegliche Diskussion, denn mit Kranken braucht man nicht ernsthaft zu diskutieren…

  • #3
    M. Adelmann

    Nicht schlecht die Aktion. Allerdings geht St. Pauli nicht voran. Mainz 05 hat seit 2007 einen schwul-lesbischen Fanclub und zu dessen 5jährigem war im April 2012 im Stadion dies zu sehen:

  • #4
    Tolleranz

    @2 (Nansy): Wenn wir erstmal nicht 3 Begriffe zusammenwerfen, sondern bei Homophobie anfangen…
    a) (was dann doch wieder für alle 3 aufgezählten Begriffe gilt) ist hier wohl nicht von der Phobie im Sinne einer medizinisch heilbaren Krankheit die Rede.
    Vielmehr geht es um die irrationale Abneigung/Angst vor: Gleichgeschlechtlichkeit, Fremden und (deswegen meinte ich, nicht zusammenwerfen, weil ich hier nicht sicher bin, ob der Begriff den Sachverhalt trifft) bei Islamophobie angeblich einer bestimmten Religion
    b) damit ist das wohl keineswegs entpolitisiert
    c) angesichts der Toleranz der Mitte der Gesellschaft (zu der Sie sich zählen dürften, wenn ich Sie richtig einschätze) gegenüber Homophoben Einstellungen, sind solche Statements wichtig

  • #5
    Nansy

    @Tolleranz:

    Vielleicht habe ich mich auch falsch ausgedrückt, indem ich beim Gebrauch des Begriffs “…-Phobie” die Umwandlung in ein “medizinisches” Problem beklagte.

    Präziser wäre wohl die Aussage, dass die häufige Verwendung des Phobie-Begriffs bezeichnend für den wachsenden Einfluss einer therapeutischen Kultur ist, die Konflikte und abweichendes Verhalten möglichst psychologisch interpretiert (emotionale Störungen als Ursache sozialer Probleme).
    Der Begriff Xenophobie – zum Beispiel -stellt eine therapeutische Diagnose – in der Psychologie spricht im Zusammenhang damit von einer bestimmten Form der Angststörung.
    Die Diagnose einer Phobie läuft auf eine therapeutischen Weltanschauung hinaus – Emotionen wie Stress, Wut, geringes Selbstwertgefühl und Sucht werden als herrschende Eigenschaften menschlicher Erfahrung angesehen. Moralische und medizinische Kategorien werden vermischt, was einen toleranten Meinungsaustausch erschwert.

  • #6
    Tolleranz

    Ich muss dir zustimmen, auch ich sehe diese “therapeutische Anschauung” kritisch. Habe ich doch die Erfahrung gemacht, daß Homophobe Arschlöcher, wie auch z.B. Antisemiten, für Therapie wie für Argumente meist nicht zugänglich sind.
    Deshalb empfehle ich im Umgang mit Baseballschlägern geübt zu sein, wenn es zur Konfrontation kommt.
    Im Ernst: Fordern Sie nicht nur Akzeptanz (im Sinne einer akzeptierenden Jugendarbeit), sondern sogar Toleranz gegenüber Homophoben Einstellungen?
    Sollte ihrer Meinung nach _deshalb_ lieber von “Vorurteilen” und “abweichendem Verhalten” gesprochen werden?

  • #7
    Nansy

    @Tolleranz(?):

    Baseballschlägern als Argumentationshilfe sind für mich nicht dikutabel, auch wenn man das im zweiten Absatz mit der Einleitung “Im Ernst.” relativieren möchte.

  • #8
    Tolleranz

    Für mich auch. Deshalb scheue ich die Konfrontation mit Leuten, denen ich homophobe/antsemitische Einstellungen unterstelle.
    Ich kann einfach nicht empfehlen, z.B. in gewissen Vierteln französischer (und vielleicht auch deutscher?) Städte, Solidarität mit diesen, ja, von Phobikern, bedrohten Gruppen zu zeigen.

    Sie beziehen sich in ihrer Kritik auf der Metaebene auf einen Aufsatz in einer Zeitschrift, die in einem anderen Artikel der Ruhrbarone aktuell verlinkt ist, nehme ich an. Habe dort zumindest einen passenden Artikel gefunden, gelesen und für Unfug befunden.

  • Pingback: Das mutige Outing von Thomas Hitzlsperger zeigt die noch immer vorhandene Problematik im Fußball | Ruhrbarone

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