Neuer Anlauf im Schwabenland? – Kevin Großkreutz sucht das Glück

Ganz in schwarzgelb gewandet. So kannte man Kevin Großkreitz bis zum letzten Sommer. Foto: Robin Patzwaldt
Ganz in schwarzgelb gewandet, so kannte man Kevin Großkreitz bis zum letzten Sommer. Foto: Robin Patzwaldt

Die Fußball-Bundesliga erwacht so langsam wieder aus dem kurzen ‚Winterschlaf‘, und direkt pünktlich zum Trainingsauftakt bei vielen Teams gibt es auch bereits den ersten heiß diskutierten Winter-Transfer: Kevin Großkreutz, bei Fußballfans aus dem Ruhrgebiet wohl noch besonders gut durch seine Zeit bei der Dortmunder Borussia in Erinnerung, zudem auch als Weltmeister ohne Einsatz im Team von Jogi Löw bei der WM in Brasilien 2014 in ganz Fußballdeutschland bestens bekannt, steht unmittelbar davor sein kurzes Türkei-Abenteuer bei Galatasaray Istanbul (ohne einen einzigen Einsatz in einem Pflichtspiel) nun tatsächlich arg frühzeitig auch offiziell wieder zu beenden und wird wohl ab sofort in die heimische Liga, ganz konkret zum VfB Stuttgart, zurückkehren.

Der sich anbahnende Deal ist offenbar schon so konkret, dass sein zukünftiger Club sich am gestrigen Montag sogar schon zu seiner Person im Detail äußerte, obwohl der Vertrag offiziell bisher noch nicht unterschrieben ist. Zumindest steht die offizielle Bestätigung aktuell noch immer aus. Den Medizincheck am Neckar hat der Ex-BVB-Star allerdings seit Sonntag schon hinter sich.

Das Heimweh hat ihn am Bosporus dem Vernehmen nach nie wirklich heimisch werden lassen. Nun folgt also wohl ein neuer Versuch das sportliche Glück endlich wiederzufinden, diesmal im Schwabenland.

Dieses liegt immerhin auch noch fast fünf Autostunden vom heimischen Dortmund entfernt. Ob dort nun die Integration gelingen kann? Gut zwei Mio. Euro soll die Ablöse betragen, welche die Schwaben nun in Kürze wohl für den vielseitig einsetzbaren Kicker in die Türkei überweisen werden.

Kevin Großkreutz soll den stark abstiegsgefährdeten VfB Stuttgart dann in der Erstklassigkeit zu halten helfen. Ob er dort den vermutlich abermals recht hohen Erwartungen des Umfelds standhalten kann, die  Saisonziele des Clubs mit diesem zusammen erreichen können wird? Natürlich hatte er unzweifelhaft einmal die sportliche Klasse dazu. Ob er sie aber auch aktuell noch möglichst konstant abrufen kann, das muss aber auch erst einmal noch abgewartet werden.

Streng genommen ist der Ex-Dortmunder ja bereits seit der WM 2014 nicht mehr wirklich in Tritt gekommen. Und die ist bekanntlich inzwischen auch schon rund 1,5 Jahre her. Seither fast nur noch Schlagzeilen durch Verletzungsprobleme, einige Disziplinlosigkeiten, das missglückte Türkeiabenteuer seit dem letzten Sommer. Und auch zuletzt immer wieder leidige Diskussionen um umstrittene Auftritte und Äußerungen in den sozialen Medien. Auf dem Platz war zuletzt, teils erzwungen, teils durch Trainerentscheidungen gegen den Spieler, hingegen eben nicht mehr viel von Großkreutz zu sehen.

Andererseits wäre das Risiko welches der VfB Stuttgart einginge so doch recht überschaubar. Ein echter ‚Weltmeister‘ für vergleichsweise kleines Geld. Ein mögliches ‚Schnäppchen‘`. Zudem dürfte der Allrounder top-motiviert sein es noch einmal allen Kritikern zu zeigen, seine Klasse zu beweisen. So gesehen wäre ein Engagement des 27-Jährigen bei den Schwaben für beide Seiten eben auch eine große Chance.

Im Extremfall droht allerdings auch für beide Seiten der rasche sportliche Untergang. Zündet Großkreutz beim Abstiegskandidaten nicht, dann droht beiden Parteien schon im Frühsommer wohl die relative sportliche Bedeutungslosigkeit. Für den Traditions-Club in der sportlichen Zweitklassigkeit, für den Spieler dann spätestens mit einem drohenden Bundesliga-Abstieg einer der radikalsten überhaupt nur denkbaren möglichen sportlichen Niedergänge: Vom regelmäßigen Champions League-Spieler, vom gefeierten Weltmeister, vom Deutschen Meister und Pokalsieger zum dann womöglich auch tatsächlichen Absteiger in nur zwei Jahren. Das erscheint aktuell gar nicht so unwahrscheinlich.

Als Beobachter aus der relativen Ferne darf man da wohl mehr als neugierig sein wie die Geschichte des vermeintlichen ‚Ur-Dortmunders‘ in der Rückrunde dann nun in der Bundesliga weiterginge. Erste Station mit seinem neuen Verein wäre dann übrigens das Trainingslager des VfB in der Türkei. Auch irgendwie passend für die letzten Monate des Kevin Großkreutz…

Dir gefällt vielleicht auch:

8 Kommentare

  1. #1 | Klaus Lohmann sagt am 5. Januar 2016 um 09:26 Uhr

    Kelvins "Heimat" ist Kemminghausen inkl. dem dort schon von den Großkreutzens dominierten VfL und da kann er ja auch im Kreise der Familie seine Karriere ausklingen lassen, wenn der nun erfolgte, letzte Anbiederungsversuch für Jogis EM-Truppe, der seinen Marktwert zumindest erhalten könnte, schief geht.

  2. #2 | thomas weigle sagt am 5. Januar 2016 um 11:47 Uhr

    "Der rasche sportliche Niedergang", @Robin? Aber hallo. Dass der sportliche Niedergang schnell, aber schmerzreich für den VFB kommt, kann ich aus SGE-Sicht nur hoffen.

  3. #3 | Robin Patzwaldt sagt am 5. Januar 2016 um 12:16 Uhr

    Hmmmm. Irgendwas scheint beim Transfer doch wohl noch immer zu haken. Die eigentlich schon für gestern erwartete Bestätigung des Wechsels ist aktuell noch immer nicht erfolgt. Erinnert irgendwie an seinen Abschied vom BVB im Sommer. Gestern ging Kevin wohl schon rund um die Stuttgarter Geschäftsstelle spazieren. Hoffen wir mal, dass er da nicht immer noch ziellos im Kreis herumlaufen muss….

  4. #4 | Robin Patzwaldt sagt am 6. Januar 2016 um 18:48 Uhr

    Bei Großkreutz dauert das offenbar gerne mal etwas länger, aber nun ist es auch wirklich fix:

    http://www.vfb.de/de/aktuell/meldungen/news/2015/kevin-grosskreutz-verpflichtung/page/10956-1-3-.html?f3

  5. #5 | Klaus Lohmann sagt am 19. Januar 2016 um 15:15 Uhr

    Und jetzt wird es endgültig eng für Kevins weitere Karriere: http://www.derwesten.de/sport/fussball/em-aus-bundestrainer-loew-kritisiert-grosskreutz-scharf-id11477370.html

    Wer als Fußballprofi gern "Heimschläfer" bleiben will, der kann auch gleich seine Zukunft in Kemminghausen planen.

  6. #6 | Robin Patzwaldt sagt am 19. Januar 2016 um 15:25 Uhr

    Ja, Klaus. Ich habe die Löw-Zitate auch gerade schon mehrfach gelesen. Was mich allerdings wundert, das ist die ungewöhnlich klare Kritik von Löw. Das ist doch sonst so eigentlich nicht seine Art. Der 'eiert' doch sonst häufig rum, wenn es um klare Aussagen geht. Wenn er das wirklich so zum Thema gesagt hat, dann muss Großkreutz ihn wohl wirklich irgendwie gegen sich aufgebracht haben…. Erstaunlich!

  7. #7 | Wiedersehen im Pokal: Ein Kevin Großkreutz wäre im aktuellen BVB-Kader schlicht unvorstellbar | Ruhrbarone sagt am 7. August 2019 um 17:07 Uhr

    […] auf dem Platz lief es parallel zu dieser Entwicklung nicht mehr richtig. Von Istanbul über Stuttgart und Darmstadt, bis hin nach Uerdingen in Liga 3 führte ihn sein Weg, seit seiner Ausmusterung in […]

  8. #8 | Ex-BVB-Profi Kevin Großkreutz steht vor den Trümmern seiner Karriere | Ruhrbarone sagt am 9. August 2020 um 11:48 Uhr

    […] sich eigentlich noch im besten Fußballeralter befindende Dortmunder, er sank von Verein zu Verein, von Liga zu Liga immer tiefer ab, bis er schließlich in Uerdingen landete. Und selbst dort will […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Werbung