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Dortmund: Kevin Großkreutz befördert sich beim BVB weiter ins Abseits

Kevin Großkreutz. Foto: Robin Patzwaldt

Kevin Großkreutz. Foto: Robin Patzwaldt

Beim BVB schiebt sich in diesen Tagen, abseits des Sportgeschehens, mal wieder der aktuell gar nicht im Kader der Profis berücksichtigte Kevin Großkreutz in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussionen. Nicht zum ersten Mal. Das Bild welches er dabei abgibt kann dabei wohl erneut nur als äußerst ‚unglücklich‘ bezeichnet werden.
Kurz vor dem Spiel der Dortmunder U23 am Samstag (Ergebnis übrigens 1:1 gegen Lotte), verbreitete er auf Instagram nun folgendes Statement (Fehler im Original):
„Morgen werde ich für die Amateure auflaufen! Es ist meine Entscheidung … Und für die ganzen hater und Internet Halbstarken : Ihr könnt sagen und tuen was ihr wollt … Ich gebe nichts auf euch! Euer Neid ist meine Anerkennung ! Nach ner Verletzung muss man Fit werden und wenn es bei den Amas sein muss, dann tue ich es halt. Bin mir nicht zu schade dafür. 176 Bundesligaspiele . 1 mal CL Finale , 1 mal Pokalsieger , 2 mal Deutscher Meister und 1 Mal Weltmeister!!! Einfach Klappe halten. Danke, die in dieser Phase für mich da sind!“

Ob dem Kicker eigentlich schon einmal aufgefallen ist, dass er durch diese Äußerung genau das Gegenteil bestätigt von dem was er da schreibt? Natürlich wirkt die Kritik der sogenannten ‚Hater‘`. Alleine durch die Tatsache, dass er sich nun hier so emotional ‚verteidigt‘`, für was auch immer, das bestätigt die Kritiker und wird viele seiner ‚Follower‘ ermutigen auch zukünftig mit ihm ähnlich zu ‚argumentieren‘, ihm Dinge vorzuhalten. Völlig der falsche Weg, den Großkreutz hier beschreitet, wenn er denn Ruhe bei seinem Kampf um die Rückkehr in die erste Elf der Dortmunder haben möchte.
In Zeiten in denen Äußerungen von Profis häufig durch Medientraining und Vereinsvorgaben ‚weichgespült‘ werden, mag man solche Textbeiträge von Fußballprofis ja durchaus erfrischend finden, taktisch klug sind sie aber definitiv wohl nicht.

Dass der Ur-Dortmunder nach einer schlechten Phase in der Vorsaison noch immer um seine Form kämpft, aktuell für die zweite Mannschaft des BVB antreten muss bzw. offiziell möchte, das kann man ihm natürlich nicht vorwerfen. Was einige Beobachter daraus machen ist sicherlich nicht fair. Wie schon in anderen Fällen zuvor nutzt der Verein eben die Möglichkeit einem außer Tritt geratenem Profi hier die Chance auf Spielpraxis zu geben. Keine große Sache. Auch die Tatsache, dass Großkreutz hier vor einiger Zeit ein Eigentor unterlief, sein Team dadurch gar seinerzeit noch das Spiel verlor, sollte man nicht überbewerten. So etwas ist auch schon ganz anderen passiert.

Was aber im Falle des Ex-Ahleners nach wie vor bedenklich ist, das ist die Tatsache, dass Großkreutz sich offensichtlich nicht im gebotenen Maße zurückzunehmen vermag, die emotionale Kommunikation in den sozialen Netzwerken bei ihm inzwischen eine unverhältnismäßig große Rolle einzunehmen scheint.

Thomas Tuchel äußerte im Falle Großkreutz bereits vor einigen Wochen, nun sei die Zeit hart zu arbeiten, zu trainieren. Man mag ihm gar nicht absprechen, dass das geschieht, doch durch diese ewigen Negativschlagzeilen in der Außendarstellung, die die sportlichen Schlagzeilen schon lange übersteigen, tut sich der `Weltmeister‘ halt so gar keinen Gefallen.

Seinen Stand bei Neu-Trainer Thomas Tuchel dürfte er durch solche Statements auch nicht gerade verbessern, so wie man Tuchel inzwischen allgemein einschätzen kann. Und während der Trainer am Samstag in der Spieltags-Pressekonferenz den ebenfalls aktuell nicht berücksichtigten Polen Jakub ‚Kuba‘ Błaszczykowski für dessen vorbildliche Einstellung und sein untadeliges Verhalten explizit lobte, wurde der Name von Großkreutz vom Coach in der PK schon gar nicht mehr erwähnt. Das sagt ja auch was aus.

Noch geht die laufende Transferperiode in der Bundesliga bis zum 31. August. Tuchel betonte gestern, dass er mit ‘Kuba’ gerne weiterhin zusammenarbeiten möchte. Ob das so auch für Kevin Großkreutz gilt? Man weiß es nicht. Aber viel deutet aktuell wohl nicht darauf hin. Ein Spieler der alle paar Tage durch ‘konfuse’ Streitigkeiten mit Fans und Gegnern im Internet auffällig wird, statt mit ansteigenden Leistungen auf dem Rasen, der dürfte für ein bisher recht gut funktionierendes Team in der aktuellen Situation wohl ziemlich entbehrlich sein.

Aber gibt es gegenwärtig einen Club, der bereit ist die für Großkreutz bei Transfermarkt.de gelisteten Marktwert von rund 5 Mio. Euro an Ablösesumme zu zahlen? Clubchef Aki Watzke hat kürzlich ja schon angedeutet, dass der BVB keine Spieler mit laufenden Verträgen ‚umsonst‘ abgeben wird. Auch hierfür sind solche öffentlichen Auseinandersetzungen mit Kritikern sicherlich nicht gerade hilfreich. Großkreutz also die komplette Saison hindurch bei den ‚Amas‘? Kann man aktuell wohl zumindest nicht ausschließen…

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