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Kraftwerk Lünen: Trianel widerspricht Stilllegungsaussagen von Reiner Priggen

Das  ‚2014 Top Plant‘. Foto: Robin Patzwaldt

Das ‚2014 Top Plant‘. Foto: Robin Patzwaldt

Ein Bericht des WDR-Magazins ‚Westpol‘ vom Sonntag, in dem Reiner Priggen von den NRW-Grünen im Landtag bei einem Interview verlautbarte, dass Trianel sein erst kürzlich in Betrieb gegangenes Kraftwerk in Lünen nun wieder ‚einmotten‘ bzw. stilllegen würde, sorgte seither für Diskussionen in der betroffenen Region.
Priggen, seit Jahren ein engagierter und lautstarker Gegner der Kohleverstromung in NRW, hatte in dem Bericht zudem betont, dass niemand die Kohle jetzt mehr stützen könne. Die Betreiber von Kohlekraftwerken, welche erst 2007 in Planung bzw. Bau gegangen seien, würden nun den eigenen Fehler bitter beklagen, so Priggen in Düsseldorf.
Mit diesen Kraftwerken sei kein Geld zu verdienen, führte er fort. Man könne Kohle in der aktuellen Situation jetzt nicht noch mehr stärken.
Trianel selber dementierte aber auf Ruhrbarone-Nachfrage nun die Aussagen Priggens dem WDR gegenüber. Priggen sei offenbar falsch informiert gewesen, so Trianel auf unsere Nachfrage:
„Reiner Priggen ist offenbar falsch informiert – seine Behauptung entbehrt jeder Grundlage. Unser hocheffizientes Kohlekraftwerk läuft unter Volllast und sichert die Stromversorgung – auch und gerade dann, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint.“ widerspricht ein Trianel-Sprecher am Montag gegenüber den Ruhrbaronen kurz und knapp.

In den letzten Monaten hatten unmittelbare Anwohner des Kraftwerks allerdings schon wiederholt mit eigenen Augen beobachten können, dass der Meiler in Lünen kurzfristig, und gleich bei diversen Gelegenheiten, komplett heruntergefahren wurde.

RuhrBarone-Logo

6 Kommentare zu “Kraftwerk Lünen: Trianel widerspricht Stilllegungsaussagen von Reiner Priggen

  • #1
    WALTER Stach

    Robin,danke für die Aufklärung!
    Schon eigenartig, daß Priggen öffentlich via WDR erklärt, und zwar ausdrücklich, TRIANEL werde seitens des Betreibers “eingemottet” und wenn dann -sh.Dein Beitrag -diese Aussage inhaltich als unzutreffend bezeichnet wird.
    Man sollte meinen, daß jetzt Priggen etwas zu seiner lt.Trinael falschen Aussage erklärend anfügt. Macht er aber nicht -jedenfalls bisher nicht-.

  • #2
  • #3
    WALTER Stach

    Stefan,
    wenn ich das richtig mitbekommen habe, wollen die betr.Unternehmen die Kohlekraftwerke nur dann “am Netz” behalten, wenn sie für diese sog. Vorratshaltung mächtig aus Steuermitteln subventioniert werden. Das kann ich betriebwirtschaftlich nachvollziehen, denn mit den Kohlekraftwerken läßt zukünftig ohne “staatliche Beihilfen” auf dem Strommarkt kein Geld mehr verdienen,jedenfalls nciht genug, um die Renditewünsche der Aktionäre erfüllen zu können.

    Warum das so ist und ob das klimapoltisch, engerwirtschaftlich so und nicht anders zu laufen hat, darüber wurde und darüber wird landauf landab -auch hier bei den Ruhrbaronen- kontrovers diskutiert; dazu sage ich jetzt hier nichts mehr.

    Als Aktionär, ‘mal angenommen, würde ich jedenfalls jeden Vorstand “in den Hintern treten”, der bis vor kurzem noch gemeint hat, in neue Kohlekraftwerke investieren zu sollen.

  • #4
    Stefan Laurin

    @WALTER Stach: Das ist der Fluch wenn man mit der ganzen Subventioniererei einmal anfängt. Alle Subventionen sollten abgeschafft werden, dann sehen wir, wer übrig bleibt. Wenn die Politik auf Schnorrer-Wirtschaft setzt, darf sie sich nicht beschweren, wenn sie immer mehr Schnorrer anzieht. Wir haben bald – gewollt – eine komplett staatlich gelenkte und subventionierte Energiewirtschaft. Und den Ausgang nahm dieser Unsinn bei der Subventionierung der Erneuerbaren Energien. Mittlerweile haben wir den zweithöchsten Energiepreis in Europa – Ökospinnerei hat nun einmal ihren Preis. Ich würde ihn gerne nicht zahlen 🙂

  • #5
    WALTER Stach

    Stefan,
    war der Energiemarkt jemals einer, der ausschließlich nach Angebot und Nachfrage und des sich daraus bildenen Preises funktinoniert hat?
    Das ich in Sachen der von Dir so bezeichneten Ökospinnerei anderer Aufassung bin, ist bekannt.

    “Die ganze Subventioniererei…”

    Ich bin nicht in der Lage, den aktuellen Stand der “Energiewirtschaft” in Deutschland zu begreifen, weder den Istzustand und schon gar nicht die diversen Pläne von Staat udn Wirtschaft für die Zukunft, die sich “von heute auf morgen” laufend ändern. Und dazu gehört dann eben auch, daß ich den Überblick über die direkten und indirekten Subventionen auf dem Energiemarkt längst verloren habe.
    Insofern kann ich dazu auch in Kommentaren nur partiell etwas sagen, aber immmer mit dem Risiko, das “Große und das Ganze” nicht verstanden zu haben.

  • #6
    WALTER Stach

    Stefan,
    “Kohlekraftwerke, die zukünftig mächtig subventioniert wird”, wie ich unter -3-angemerkt habe.
    Dazu sagt man mittlerweile “Hartz IV für Kohlekraftwerke”.
    “Ich bin nicht in der Lage, den aktuellen Stand der Energiewirtschaft in Deutschland zu begreifen….die diversen Pläne, die von “heute auf morgen” laufend ändern, wie ich unter -5-angemerkt habe.

    Dazu Näheres im SPIEGEL, 50/2o14, S.20-22

    u.a.beginnend mit der Unterzeile: ” Die Koalition ist alarmiert. Und ratlos”.

    Und zum Schluß:
    “Ständig beißt sich hier die Katze in den Schwanz”.

    Leiderf (!!) muß ich dem Artikel entnehmen, daß “das Ganze” obektiv nicht zu begreifen ist und für das Nichtbegreifen nicht subjekives Unvermögen meinerseits verantwortlich ist -sh.abschließend zu -5-.

    Verantwortlich für das akuelle Durcheinander in Sachen Zukunft der Energiewirtschaf in Deutschland sind die Kanzlerin und der Wirschaftsminister. Kann man erwarten, daß sie alsbald dem Chaos ein Ende bereiten? So oder so!

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