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Kritik an der aktuellen Preispolitik – Fans schreiben offenen Brief an die Bundesliga

Westfalenstadion DortmundIm Internet kursiert aktuell ein offener Brief der Aktion „Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein“. Dieser ist jüngst sowohl bei Facebook als auch auf der Internetseite www.kein-zwanni.de veröffentlicht worden. Darin versuchen Fußballfans erneut die Diskussion mit den Verantwortlichen der Ligaleitung zu intensivieren. Schwerpunkt diesmal: Das stark gestiegene Preisniveau bei den Eintrittskarten.

Hier der Inhalt des aktuellen Briefes:

„Liebe Bundesliga

manchmal fragt man sich, was im Kopf einiger Verantwortlicher Deiner Mitgliedsvereine vorgeht. Du stehst sportlich so gut da wie lange nicht mehr. Alle deutschen Vereine sind noch im Europacup vertreten und Du knabberst in der „5-Jahres-Wertung“ den Vorsprung der Premier League weg und – falls es Euch noch nicht aufgefallen sein sollte – Pep Guardiola wechselt zum FC Bayern München. Gratulation Bundesliga, Du stehst gut da.

Wenn Du den Grund für Deinen Erfolg suchst, dann sei Dir ein Besuch im Ausland angeraten. Es gibt nämlich nur sehr wenige Fans, die von den tollen Fußballern in Deutschland schwärmen. Die meisten sprechen eher von der tollen Stimmung. Oder anders gesagt: Falls Du es nicht gemerkt hast: Du verdankst Deinen Erfolg auch den Fans.

Und wie danken es einige Vereine den Fans? Mit massiven Preiserhöhungen. Dass der Hamburger Sport-Verein – nicht nur – zum Derby gegen Werder Preise aus der Hölle nimmt, ist ja bekannt. Und auch dass Borussia Mönchengladbach gerne mal einen Schluck aus der Pulle nimmt ist – leider – nichts Neues. Dafür reiht sich aber nun auch Bayer Leverkusen im Kreis der Unverschämten ein. Im Endergebnis waren weder die Gastspiele von Schalke bei Leverkusen, noch das von Werder beim HSV ausverkauft. Und beim Spiel der beiden Mannschaften vom Niederrhein blieben 3.000 Karten unverkauft.

Eigentlich möchte man schreien, liebe Bundesliga, dass es sich – nach jahrelanger Abstinenz – 3000 Menschen nicht leisten konnten oder wollten, sich das Derby am Niederrhein anzuschauen. Aber irgendwie ist das auch ein Zeichen der Hoffnung. Ein Zeichen dafür, dass die Menschen nicht alles mitmachen.

Aber liebe Bundesliga, müssen einige Deiner Mitgliedsvereine wirklich mit dem Arsch einreißen, was wir gemeinsam aufgebaut haben? Müssen wir wirklich beweisen, dass man eine Liga die Erfolg hat auch wieder ruinieren kann? Muss man wirklich den Volkssport mit Füßen treten?

Lass uns drüber reden.“

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2 Kommentare zu “Kritik an der aktuellen Preispolitik – Fans schreiben offenen Brief an die Bundesliga

  • #1
    Martin

    Die Ticketpreise in der Bundesliga werden immer unverschämter. Als Fortuna-Fan habe ich in Gladbach und vor allem in Leverkusen für schlechte Sitzplätze (und für null Punkte, aber das ist jetzt Nebensache) tief in die Tasche greifen müssen. Die Eintrittskarten-Politik vieler Vereine läuft darauf hinaus, dass das unsägliche Papier „Sicheres Stadionerlebnis“ bald in „Sicheres und teures Stadionerlebnis“ umbenannt werden muss. In Deutschland wird ja immer viel gemeckert über die kommerzielle englische Premier League und ihre kostspieligen Tickets – die Bundesliga ist oftmals genauso kommerziell. Unterm Strich ist der Stadionbesuch in England nach meinen Erfahrungen billiger als in Deutschland. In England kann man nämlich meist bis kurz vorm Kickoff billig im Pub neben/am Stadion Pints trinken – in der Bundesliga gibt es teure Plörre aus Plastikbechern.

  • #2
    Robin Patzwaldt

    Ich finde die zuletzt aufgerufenen Preise auch nicht mehr in Ordnung. In den 1990er-Jahren gab es die Stehplatz-Saisonkarte beim BVB noch für ca. 200 DM. Damit konnte man neben den regulären 17 Heimspielen der Saison dann auch häufig noch das erste UEFA-CUP-Heimspiel o.ä. mit anschauen. Wenn man das umlegt, dann kommt man auf ca. 10 DM (also ca. 5 Euro) pro Spiel. Dafür bekommt man heute nicht einmal mehr ein Bier, geschweige denn eine Eintrittskarte.
    Natürlich gab es seither Inflation usw., aber wenn man heute ca. 20 Euro für eine Stehplatzkarte ausgeben soll, dann steht das trotzdem in einem ziemlichen Missverhältnis zu den Preisen von damals. Und solange ist das ja noch gar nicht her…

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