Lachen mit Hamm: Dieter Gorny soll Bergwerk Ost zum Kreativquartier machen

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Nein, es ist kein Karnevalsscherz: Dieter Gorny (SPD), Beauftragter für Digitaldingsbums bei Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Chef der planetenverschiebenden European Centre for Creative Economy (ECCE)  wird der langen Reihe seiner Pleiteprojekte bald ein weiteres hizufügen können: Er soll das Kreativquartier „promoten“, das auf der Fläche des ehemaligen Bergwerks Ost in Hamm entstehen soll und das so kreativ wird, dass es nicht Kreativquartier sondern CreativRevier heißt. Der Hammer Landtagsabgeordnete Marc Herter (SPD) hat schon mal mit dem Jubeln angefangen:

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Da  stimmen wir in den Jubel ein.  Mit dem „super Promotor“ Dieter Gorny hat Hamm alle Chancen, sich immer wieder zum Gespött zu machen, für Lacher zu sorgen und einen Beitrag zur Unterhaltung zu leisten.

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9 Kommentare

  1. #1 | Walter Stach sagt am 5. Februar 2016 um 08:41 Uhr

    Stefan Laurin,
    die Realität wird den Genossen Herter "ganz schnell einholen", wenn es darum geht, Investoren zu finden, die bereit sind, "privates Geld" auf dem ehemaligen Zechengelände zu investieren und wenn es darum geht, für diverse Projekt Betreiber zu finden, die a.)solvent sind und die b.) davon überzeugt sind, dort Geld verdienen zu können.
    Solange die Kosten der Planung , solange die Erschließungskosten und solange einzelne Projektideen und deren Entwicklung -z.B. unter Beteiligung einer Planungsgruppe-, später sogar Projekte in Gänze aus öffentlichen Fördermiteln gedeckt werden -EU, Land, städtischer Eigenanteil-, solange kann "man" sich relativ frei und unbekümmert und die Realität ausblendend allen möglichen Träumen hingeben, mit oder ohne Dieter Gorny.

    Bezogen auf Hamm ist der dortige CDU- OB , so wie ich ihn kennengelernt habe-ein "realistischer Macher", der fähig und willens ist, sich keinen Träumereien hinzugeben -mit oder ohne Gorny-. Bleibt zu hoffen und im Interesse der Stadt Hamm zu wünschen, daß der OB bei allen durchaus verständlichen Träumereien die Beteiligten anhält, die Realitäten zu akzeptieren, vor allem in der Phase, in der auch für realitätsferne Träumereien öffentliche Fördermittel requiriert werden können.

  2. #2 | Franz Przechowski sagt am 5. Februar 2016 um 08:48 Uhr

    Ach ja, der Herr Gorny hat als alter Fährtenleserder Indianer eine neue Subventionsspur gelegt bekommen. Der Stamm der "Rothäutigen Genossen" von Rhein und Ruhr, der über das Indianerreservat NRW herrscht, lässt niemals längst erlahmte Kriger zum sterben allein. Ein schönes neues CreativRevier (schätze, für diese Wortschöpfung waren die ersten 10.000 fällig) brauchen die Fußvölker der "Schwarzfuß Indianer vom Bergwerk" in und um Hamm ganz dringend. Schließlich will man ja das KreativQuartier (bitte 10.000 für diese Wortschöpfung an mich zahlen) am Dortmunder U kreativ weit übertreffen. Das dürfte allerdings nicht schwer fallen. In jedem VHS Bastelkurs ist mehr los als dort am U.
    Um es mit dem Wortwitz des Gelsenkirchener Marketings zu sagen: Mit uns wird´s was.
    Ich möchte dazu bemerken: So wird nix im Ruhrpott.
    Glückauf

  3. #3 | Stefan Laurin sagt am 5. Februar 2016 um 09:24 Uhr

    @Walter Stach: Das ist ein Punkt. Eine andere grundsätzliche Frage die Herter ebenso wenig interessiert wie Schnorring-Dieter: Wo sind denn in Hamm die Kunden für die Unternehmen der Kreativwirtschaft? Wer soll da künftig mehr Geld für diese Dienstleistungen ausgeben als bislang? Aber sowas hat ja mit Wirtschaft zu tun – das ist nicht Gornys Thema, davon hat er keine Ahnung.

  4. #5 | Walter Stach sagt am 5. Februar 2016 um 12:08 Uhr

    Stefan Laurin -3-
    und da sich exakt diese beiden Fragen jeder Investor im Bereich der sog. Kreativ-wirtschaft stellt bzw. jeder potentielle Betreiber eine einschlägigen Betriebes, eins einschllägigen Unternehmens -ob groß oder klein- zu stellen hat, wird es…….sh.mein Beitrag -1-.
    Leider, leider ist es immer noch so, daß es clevere Zeitgenossen weiterhin zu schaffen scheinen, öffentliche Fördermittel oftmals in Millionen-Höhe "abzuschöpfen" für Idee, für Projekte, die "man" sich erträumen kann, für die aber gar keine Aussicht, bestenfalls eine minimiale Chance besteht, daß sie unter Markt-/Wettbewerbsbedingungen bestehen können. Und es soll leider, leider sogar Zeitgenossen geben, die über das "Geschäftsmodell" des permanenten Abschöpfens öffentlicher Fördermittel ihren aufwändigen Lebensunterhalt bestens bestreiten können -in besonderem Maße immer noch in den hochsubventionierenden Fördergebieten der sog. ostdeutschen Bundesländer, aber eben auch "hier bei uns"!
    Und das funktioniert trotz aller bestehenden Kontroll-Prüfverfahren für solche Projekte bzw. für darauf bezogenen Förderanträge durch die zuständigen Behörden im jeweiligen Bundesland bis hin zu den Behörden der EU in Brüssel.

    Der Hinweis von
    Arnold Voss -4-
    unterstreicht das Gesagte.

    Dass man sich 'mal als Verantwortlicher in einer Kommune auf ein solches "Traumprojekt" einläßt und wider alle Realitäten für dessen Realisierung kämpft -nebst der Requirierung von Fördermitteln-, ist verständlich, ist mir auch passiert, aber dass man aus "der Pleite/aus den Pleiten" nichts gelernt zu haben scheint, ist mir gänzlich unverständlich..

  5. #6 | Jan W. sagt am 5. Februar 2016 um 15:55 Uhr

    Kultur ist da, wo Schnittchen vertilgt werden, und Dieter Gorny einen Toast ausspricht.

  6. #7 | Christian Spließ sagt am 5. Februar 2016 um 17:30 Uhr

    Da ich unweit dieses Bergwerks aufgewachsen bin: Das Bergwerk Ost – ich hab das noch als Zeche Heinrich Robert im Gedächtnis, ich kann mich irren – liegt in einem Ortsteil, der sehr ländlich geprägt ist. Na ja, es liegt genauer an einer Hauptstrasse die von Wiescherhöfen nach Pelkum oder nach Herringen führt, je nachdem aus welcher Richtung man kommt. Die Lage ist halt die eines typischen Industriebaus – irgendwo am Rande oder zwischen Feldern und Wiesen, immerhin hat man mit den Pelkumer Alpen noch so eine Art Ausflugsziel vor der Tür. Sofern man Abraumhalden erklettern als Naherholung betrachtet. Kann man sich drüber streiten.
    Das ist ein Ort, an dem man halt vorbeifährt. Weil man weiter will. In Richtung anderer Ortsteile oder in Richtung Stadt. Da ist sonst nichts bis auf eine kleinere Siedlung an der Kreuzung, dem Hundesportplatz weiter oben bevor dann die Schranke kommt. Hinter der Schranke ist man dann schon in Wiescherhöfen, aber auch hier tobt nun nicht der Kreative Bär sondern muht eher des Landmanns beste Freundin. – Oha, schlechte Formulierung: Des Landmanns bestes Pferd im Stall. Bisweilen auch beides.
    Kurz: Ich sehe da kein Potential für Kreative. Die müssten allesamt mit dem Auto anreisen – was das wieder dem Klima antut – oder von der nächstgelegenen Bushaltestation schon ein wenig zu Fuß marschieren, am Rande der Hauptstraße, die nun nicht gerade für Fussgänger eingerichtet ist.
    Es ist nicht attraktiv, es liegt gefühlt am Ende der Welt und die Käuferschicht in der Gegend ist nichts für gehobene Ateliers oder schicke Bioläden. Ich hoffe, man ist in Hamm so pragmatisch, dass man das Ganze erstmal nicht in die Wege leitet. Es kann nur wie das Designcenter Essen – ihr wißt schon, Zollverein, ja, genau – eigentlich nur in die Binsen gehen.
    Ad Astra

  7. #8 | Desire sagt am 9. Februar 2016 um 18:54 Uhr

    Gorny?, der hat uns auch die ECCE eingebrockt. Ein Konstrukt an dem die verschuldeten Städte des Potts fleißig bezahlen dürfen. Die Projekte der ECCE haben wie z.B. Labkultur haben zwar keine Leser und noch weniger Kommentare, aber man kann so etwas den Kreativspürnasen- und Kunstrutengängern das ganz gut verkauf. Webseiten sind ja immer schick und schön. Wie? Zugriffszahlen? Ach hört doch auf. Werft doch mal ein Blick aufs Kreativquartier in Essen. Dort hält sich niemand an die Vergaberichtlinen für städtisch finanzierte Ateliers. Da werden Ateliers unter der Hand an Vereinsvorstandskollegen vergeben, auch mal Kölner Künstler aufgenommen welche dann nur im Wochenende in Essen sind, oder auch mal über 50jährige als Jugendliches Kunst-Startup deklariert. Genauer hinsehen will da keiner, sonst müssten ein paar Leute ihre Hüte nehmen. Wer dann noch die Daten zum Kreativquartier von der Stadt haben möchte bemerkt das man bei der Stadt und den Parteien in Selbstbeweihräucherung versinkt und man keine belastbaren Zahlen bekommt. Anscheinend merkt auch der dämlichste Politiker mittlerweile das Kreativquartiere den Künstlern nichts bringt und der Wirtschaft noch weniger, aber da darf wohl der Pott noch ein paar Jahre lernen – er ist ja groß – und bis sich das rumgesprochen hat das es so nicht funktioniert. …. Abwarten.

  8. #9 | Bhaemmert sagt am 27. Juli 2016 um 10:00 Uhr

    Man muss sich in Hamm nur bei den richtigen Leuten umhören und etwas zwischen den Zeilen lesen.
    Eine jubelnde und fast kindlich überdrehte Wirtschaftsförderung verkündet, dass da "richtiges Geld" verdient werden soll und die versammelte Lokalpolitik prostet sich am Rande jeder Veranstaltung bereits fröhlich auf den Erfolg zu. Sollte da etwas hinter den Kulissen schon alles verteilt sein, was -natürlich nur so lange die Subventionen fließen- Geld in die eigenen Taschen spült?
    Klar, da wird mit einer Planungsgruppe Bürgernähe simuliert. Das gemeine Volk darf mitreden, wo ein Eingang hinkommt und natürlich, ob die Laternen links oder rechts der Wege stehen werden. Aber mehr doch dann bitte nicht. Unter der Hand fallen Begriffe wie Kindergeburtstag als Bezeichnung für den Versuch, eine Kulturinitiative zu etablieren, die auch die gemeinen Einwohner Hamms erreichen könnte. Hochkultur kommt da den Zielen der Macher schon gelegener, gibt es doch noch mehr Schnittchentermine und die vielfältigsten Möglichkeiten, treue Begleiter in maßgeschneiderten Tätigkeitsfeldern zu versorgen. Garniert wird das Machwerk dann mit ein paar Veranstaltungen, hier ein Feuerwerk, da eine Lasershow, was mit Fahrrädern darf auch nicht fehlen. Und damit sich niemand erschrickt, setzen wir vorsichtshalber mal auf die altbekannten und immer gleichen Dienstleister, deren Fahrzeuge mittlerweile auch schon allein den Weg zu den Veranstaltungsorten finden. Ich bin jetzt schon neugierig, an welchen Stellen sich neue Tochterunternehmen von Stadtwerken & Co einnisten werden, um die Politik auch wunschgemäß umzusetzen. Sogar beim Thema Gastronomie kreisen hier schon Gerüchte bezüglich eines Namens.

    Und in 10 Jahren? Eine hauseigene Arbeitsgruppe wird in Kooperation mit fachkundigen Planungsfirmen herausfinden, dass es gar nicht laufen konnte. Aus dem einfachen Grund: Es war bei Nacht nicht bunt genug beleuchtet!

    Nicht dass man etwas Anderes erwartet hätte, aber gewünscht hätte man es sich dann schon…

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