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Michael Zorcs Personalpolitik beim BVB überzeugt nur teilweise: Was wird aus Rode und Schürrle?

Sebastian Rode im BVB-Trikot. Foto: Robin Patzwaldt

Michael Zorc macht beim BVB in Sachen Kaderplanung seit Jahren einen guten Job. Sein Name steht für Transferüberschüsse in Millionenhöhe. Dembele, Aubameyang, Hummels, Gündogan oder auch Mkhitaryan, die Liste der Spieler, die sich beim BVB prima entwickelt haben, dann für viel Geld an andere Klubs weitergereicht wurden, die ist lang.

Gerne übersehen wird in diesem Zusammenhang jedoch, dass es eine mindestens vergleichbar hohe Anzahl von Spielern gibt, die in Dortmund bitter enttäuscht haben. Zwei aktuelle Kandidaten aus dieser Gruppe sind Sebastian Rode und Andre Schürrle. Rode kam mit großen Hoffnungen für gut 10 Millionen Euro aus München zu seinem ‚Lieblingsverein‘ ins Ruhrgebiet, Schürrle gar für gut 30 Millionen als neuer Rekordtransfer vom VfL Wolfsburg nach Dortmund.

Beide zündeten beim BVB überhaupt nicht, blieben sogar weit hinter den in sie gesetzten Erwartungen zurück. Am Ende wurde sie, da sich kein Abnehmer fand, der eine entsprechend Ablösesumme für sie zu zahlen bereit war, lediglich ausgeliehen, damit sie zumindest etwas Spielpraxis sammeln konnten, zudem mit ihren hohen Gehältern von der beachtlichen Dortmunder Gehaltsliste kamen.

Jetzt stellt sich aktuell in beiden die bei Fans vieldiskutierte Frage: Sollen die beiden im Sommer eine neue Chance in schwarzgelb bekommen?

Andre Schürrle sollte eigentlich zwei Jahre beim FC Fulham bleiben, der im vergangenen Sommer frisch in die englische Premier League aufgestiegen war und mit einem Millionenetat kadertechnisch aufgerüstet wurde.

Nun, daraus wird nichts. Der auch in England sportlich unauffällig agierende (6 Tore in 24 Spielen) ehemalige Nationalspieler stieg mit den Londonern direkt ab, wodurch das Leihgeschäft nach nur einem der beiden angedachten Jahre automatisch vorzeitig endet.

BVB-Trainer Lucien Favre war im vergangenen Sommer offensichtlich kein besonderer Fan von Schürrle, so dass der Blondschopf vermutlich auch für die kommende Saison keine großen sportlichen Chancen in Dortmund haben dürfte.

Ob es Michael Zorc in diesem Sommer gelingen könnte einen Abnehmer für den Weltmeister von 2014 zu finden, das dürfte nach den auch in Fulham wenig aufregenden Darbietungen des Kickers ebenfalls zweifelhaft sein. Hier droht nach wie vor ein Millionenverlust für den BVB.

Die gezahlten gut 30 Millionen Euro werden wohl in jedem Falle größtenteils ‚verbrannt‘ sein. Zumal sich Schürrle beim Dortmunder Anhang nie besonderer Beliebtheit erfreute. Eine neuerliche Ausleihe erscheint für ihn aktuell am Wahrscheinlichsten.

Bessere Karten auf eine sportlich erfolgreiche Zukunft, vielleicht sogar beim BVB, dürfte in diesen Tagen Sebastian Rode haben. Dieser ist seit der Winterpause an die Frankfurter Eintracht ausgeliehen.

Der in Dortmund ständig verletzte Rode überzeugte dort in den vergangenen Monaten mit ordentlichen bis guten Leistungen und führte die Hessen sogar bis in das Halbfinale der Europa League.

Ist er also eine Option für die kommende Saison in Dortmund? Die Eintracht dürfte dem BVB aufgrund ihrer angespannten wirtschaftlichen Situation wohl keine hohe Ablöse zahlen können, wenn sie ihr begehrtes Sturmtrio (Ante Rebic, Luka Jovic und Sébastien Haller) tatsächlich nicht verkaufen möchte.

Sollte Manager Fredi Bobic bei einem der dreien jedoch schwach werden würde, dann könnte hier ein guter Teil der Ablösesumme an den BVB weitergereicht werden, da der BVB im im ohnehin gut besetzten Mittelfeld auf Rode nicht zwingend angewiesen ist. Rode könnte den BVB dann sehr wahrscheinlich zumindest ohne finanziellen Verlust für die Kasse der Borussen in Richtung Frankfurt endgültig verlassen.

Es wird im Sommer, das zeigen bereits diese beiden Personalien, auch in Sachen der möglichen Abgänge spannend rund um den zukünftigen Kader des BVB.

Andre Schürrle im BVB-Trikot. Foto: Robin Patzwaldt

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4 Kommentare zu “Michael Zorcs Personalpolitik beim BVB überzeugt nur teilweise: Was wird aus Rode und Schürrle?

  • #1
    thomas weigle

    "Angespannte wirtschaftliche Situation" bei der SGE? Was weißt Du, was ich nicht weiß? Die SGE baut gerade eine nicht ganz preiswerte neue Geschäftsstelle. Dieser Entschluss fiel, bevor man in der EL so reüssierte und nun viel mehr Kohle einsacken kann, als ursprünglich eingeplant. Und sollten die Riederwälder die CL erreichen, woran ich allerdings noch nicht so recht glauben mag, dann wird´s ja noch besser. Gewisse Probleme in Sachen Ablösesummen könnte es wohl geben, wenn auch die EL nicht erreicht werden wird. Aber noch ist alles in der Verlosung. Aber die heutige SGE ist nicht mehr die von früher, als die Bundesligageldvernichtungsmaschine gerne in FFM Station machte. Seit Bruchhagen wird im Stadtwald seriös gewirtschaftet und gut geplant. Schaun wir mal.

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Thomas: Veh meckerte vor wenigen Jahren schon permanent, dass er kein Geld für Neuverpflichtungen hatte und auch Bobic spielt aktuell bei fast jedem Interview auf dieser Klaviatur. Im Vorjahr war man in Frankfirt auch extrem stolz, dass man mit fast völlig kostenlosen Transfers am Ende in die Euroleague gekommen ist usw.. Die Eintracht könnte sich Rode wohl nur leisten, wenn sie einen der drei Stürmer abgibt. Wir werden sehen, ob sie das wollen/können/müssen…

  • #3
    thomas weigle

    Man stapelt gerne tief bei der SGE, Robin. Am Samstag hat Bobic im ZDF allerdings durchaus von guten Perspektiven der SGE gesprochen. Meisterschaft nicht, aber um Europa möchte man in den nächsten Jahren schon auf Dauer mittun, sich auf jeden Fall einstellig am jeweiligen Saisonende einfinden. Die finanziellen Möglichkeiten sind für die von Bobic genannten Ziele wohl vorhanden. Und mit CL/EL ist natürlich einiges einfacher. Die Begeisterung und der Zuspruch am Main für die SGE ist da, das wird sich auch bei der Generierung von Sponsoren positiv auswirken.

  • #4

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