Der reaktionäre Reinheitskult

Protest gegen Essen Foto: Mareike Lambertz Lizenz: CC BY 3.0


Die Angst, vom Kapitalismus vergiftet zu werden, ist das Gegenteil von progressiv. Von unserem Gastautor Kolja Zydatiss.

Im Satirefilm „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ (1964) spielt der geisteskranke Jack D. Ripper eine Hauptrolle. Der US-Air-Force-General ist von der Wahnvorstellung getrieben, dass die Russen die Fluoridierung des Trinkwassers nutzen, um die „kostbaren Körpersäfte“ der Amerikaner zu zersetzen. Er kapert eine Luftwaffenbasis und befiehlt einen Atomschlag gegen die Sowjetunion, der den Dritten Weltkrieg auslöst.

An General Ripper und seine Körpersäfte musste ich bei den gesellschaftlichen Debatten der letzten Wochen oft denken. Anscheinend sind auch unsere Körper einem nie endenden Strom verunreinigender, gefährlicher Substanzen ausgesetzt. Zuerst ging es um Schadstoffe (vor allem Stickoxid) durch den Autoverkehr, denen zehntausende Tote zugeschrieben wurden. Zu diesem Schrecken gesellen sich seit einigen Tagen sogenannte „Gifteier“, die mit dem Insektizid Fipronil verunreinigt sind.

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Zukünftiger Verzicht auf Kollektivstrafen – DFB geht auf Ultras zu

Die Südtribüne beim Heimspiel gegen RB Leipzig. Foto: Alexander Mühl

Seit Monaten wurde intensiv und emotional über den Sinn bzw. Unsinn von Kollektivstrafen diskutiert. Nicht erst seit der kompletten Sperrung der Südtribüne im Stadion von Borussia Dortmund nach den beschämenden Vorgängen im Spiel gegen RB Leipzig.

Zuletzt drohte die Debatte zu eskalieren, waren nicht nur in fast allen Stadien der Reepublik Anti-DFB-Sprechchöre zu hören, so wurde auch über eine ‚Kriegserklärung‘ vieler Ultras gegen den DFB berichtet.

Dies hat den DFB offenbar beeindruckt. Heute veröffentlichte der Verband eine Erklärung, worin Präsident Grindel ankündigt in Zukunft auf die umstrittenen Kollektivstrafen verzichten zu wollen.

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Der Ruhrpilot

Siegfried Borchard „SS-Siggi“ auf der HoGeSa-demo, Foto: Felix Huesmann


Dortmund: 
„SS-Siggi“ erstattet Anzeige gegen Jobcenter…Bild
NRW: Heime, Hotels, Wohnungen – so leben Flüchtling…Welt
Debatte: Donald Trump, Präsident der Antidemokraten…Welt
Debatte: Eine juristische Klatsche für die EZB…FAZ
Debatte: Warum wir zivilisierter miteinander reden müssen…Cicero
Debatte: Alternativlose Automobilindustrie…Jungle World
Debatte: Die Energiewende darf nicht zur fixen Idee werden…BZ
Debatte: Soziale Gerechtigkeit ersetzt sozialen Wandel…Novo Argumente
Debatte: Google-Mitarbeiter halten  besser den…NZZ
Ruhrgebiet: Alfred Grosser übernimmt Mercator-Professur…Jüdische Allgemeine
Ruhrgebiet: Zu Besuch bei den alten Zechen an der Ruhr…WAZ
Duisburg: SPD-Oberbürgermeister gibt sich stark…WAZ
Bochum: TH Georg Agricola forscht international…WAZ
Bochum: Gewalttat gegen AfDler…RP Online
Essen: Neues Ikea in soll 2020 eröffnen…WAZ

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Das 4. Way Back When vom 29.09. – 01.10.2017 in Dortmund

 

Update 16.08.2017

Etwa drei Wochen vor dem Festival wird das entgültige Line-Up feststehen.

Die Super Early Bird und Early Bird Tickets sind mittlerweile ausverkauft, Normale Tagestickets sind noch im Shop erhältlich, für einen Tag oder gleich alle drei Tage!

 

Update 03.05.2017

Heute wurden die ersten Band des diesjährigen Way Back When Festival bekanntgegeben:

Mit „Portugal.The Man“ konnte ein erster Headliner verpflichtet werden, der das Kunststück vollbracht hat, das über die letzten drei Jahre angesammelte Material zum neuen Album komplett über den Haufen zu werfen, um nochmal komplett bei Null zu starten – hat funktioniert, wie ihr starkes Album „Woodstock“ beweist.

Die Visions Stage feiert am Samstag Abend eine willkommene Rückkehr ins diesjährige Line Up und wird für alle Fans härterer Klänge manche Leckerbissen bereithalten.

Auf dem WAY BACK WHEN 2017 spielen folgende Bands und Künstler:

PORTUGAL.THE MAN, THE DISTRICTS, DRANGSAL, THE VEILS, WARHAUS, ADNA, VOODOO JÜRGENS, GURR, THE AMAZONS, WAXAHATCHEE, VAN HOLZEN (Visions Stage), VAL SINESTRA (Visions Stage) weitere werden folgen !

Tickets gibt´s unter www.waybackwhen.de !

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Update 08.02.2017

Die „Super Early Bird“ Tickets sind ausverkauft !

Ab sofort ist ein limitiertes Kontingent an Early Bird Tickets für 10,-€ mehr (68,-€ inkl. Gebühren) buchbar. Die letzte Möglichkeit an die hübschen Hardtickets zu gelangen -> http://bit.ly/2joRnAc

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Damit ? wir die nächste Preisstufe ein: Ab sofort ist ein limitiertes Kontingent an Early Bird Tickets für 10,-€ mehr (68,-€ inkl. Gebühren) buchbar. Die letzte Möglichkeit an unsere hübschen Hardtickets zu gelangen -> http://bit.ly/2joRnAc

Die Veranstalter des „Way Back When Festival„, das in diesem Jahr bereits zum vierten Mal in Dortmund stattfinden wird, haben die ersten Neuigkeiten bekanntgegeben.

Natürlich wird es auch in diesem Jahr wieder ein handverlesenes Programm aus etablierten Bands und Künstlern geben, die zu den spannendsten neuen Namen aus den Genres Indie-Rock, Folk und Electro zählen.

Das Domicil wird in diesem Jahr allerdings als  bislang dritter Spielort nicht mehr mit von der Partie sein, sondern von der  ›U Bühne‹ in der 7. Etage direkt unter dem leuchtenden Wahrzeichen, dem Dortmunder U, abgelöst werden. Wieder mit dabei sind das FZW und die Pauluskirche.

Die Entfernung zwischen den einzelnen Bühnen wird damit noch geringer, was den Way Back When-Besuchern ermöglicht, noch mehr Bands zu sehen.

Vorverkauf „Super Early Bird“ Tickets ist bereits gestartet ! Die ersten Bands werden sicherlich auch bald bekanntgegeben ! 

Dortmund, Way Back When

Fr, 29.09.17  TICKETS

Sa, 30.09.17  TICKETS

So, 01.10.17  TICKETS

waybackwhen.de

facebook.com/waybackwhenfestival

Veranstalter : CONCERTTEAM NRW & KARSTEN JAHNKEKONZERTDIREKTION

Wurd’s in Würzburg wunderlich? Die PSI-Tests der GWUP 2017

Wie paranormal ist es diesmal bei den PSI-Tests der GWUP? Der Psychokinet beim letzten Probedurchgang. Im finalen Test wird das Glas über die auf einer Nadel balancierenden Alufolie gestellt. (Foto: Stefan Soehnle)

Die GWUP e. V. (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften) veranstaltet seit 2004 jährliche Psi-Tests. Menschen mit angeblichen paranormalen Begabungen können sich jederzeit bei der GWUP melden, um ihre Fähigkeiten überprüfen zu lassen: Rutengehen, Telekinese, Wahrsagen, etc. Getestet werden können jedoch nur Behauptungen, die am selben Tag ein klares Ergebnis zeitigen. Ein Test von Heilungsversprechen oder langfristigen Vorhersagen etwa ist zu aufwändig. Im Vorfeld werden Verhandlungen geführt, die zum Ziel haben, einen wissenschaftlichen Testaufbau zu definieren, der beiden Parteien gerecht wird: Der GWUP und dem zukünftigen Kandidaten, dem 10.000 Euro Preisgeld winken. Wenn sich beide Parteien über den genauen Ablauf des Tests einig sind, so wird der Kandidat an die Universität Würzburg gebeten, um sich dem Test zu stellen. Die Psi-Tests 2017 fanden am 7. und 8. August statt. Übrigens: James Randi hatte am ersten Tag der Psi-Tests Geburtstag. Kann das Zufall sein? Ein Bericht von unserem Gastautor Michael Jachan.

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Jenseits der Ruhrgebiets-Jammerlappen: So geht Oberbürgermeisterin

Erste öffentliche Amtshandlung von Henriette Reker nach der Wahl: Die Verleihung des Heinrich-Böll-Preises an Herta Müller (l.) Foto: © Raimond Spekking Lizenz: CC BY-SA 4.0

Oberbürgermeister im Ruhrgebiet können zwei Dinge gut: Jammern und betteln.  Dass diese beiden Fähigkeiten offensichtlich nicht ausreichen, um erfolgreich an der Spitze einer Stadt zu stehen ist offensichtlich: Die Städte im Ruhrgebiet sind bettelarm, die Arbeitslosigkeit ist hoch und es gibt nicht den Hauch einer Idee, wie sich die Region entwickeln soll. Anders in Köln: Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat in einem Gastbeitrag im Berliner Tagesspiegel angekündigt, dass Köln bei IT-Startups erfolgreicher werden soll als Berlin:

Köln hat viele Stärken und gute Voraussetzungen, um ein Motor dieses Rheinland Valley zu sein. Als größte Stadt Nordrhein-Westfalens gibt es hier die einzigartige Möglichkeit, die Erfahrungen aus der klassischen Industrie mit den Ideen und Innovationen der Gründer zu verknüpfen. Das kann Berlin nicht bieten. In Köln haben wir einen gewachsenen Industrie- und Wirtschaftsstandort mit großen Unternehmen und vielen Hidden Champions. Wenn wir es schaffen, diese mit den Universitäten, Technischen Hochschulen und den Gründerinnen und Gründern zu verbinden, bekommen wir eine großartige Dynamik.

Egal ob das realistisch ist oder nicht, Reker hat eine Idee, Mut und Selbstbewusstsein. Sie jammert nicht nach Förderung oder Hilfe sondern formuliert eine Anspruch – an an sich und ihre Stadt. Etwas vergleichbares hat  man von den Oberbürgermeistern im Ruhrgebiet noch nie gehört – ihr einziges Ansinnen ist es, Subventionen aus irgendwelchen Programmen abzuziehen. Warum und wozu ist ihnen egal.

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Der Ruhrpilot

Altbau des Gymnasiums am Ostring in Bochum Lizenz: CC BY-SA 3.0


NRW: 
Immer mehr Schüler fallen durchs Abitur…Der Westen
NRW: Viele Flüchtlinge leben mittlerweile in Wohnungen…RP Online
Debatte: „Die globalisierte Wirtschaftselite ist eine Legende“…WiWo
Debatte: Flüchtlingsretter denken nur bis zum nächsten Schlauchboot…Welt
Debatte: Der Kampf um Normalität…Jungle World 
Debatte: Das Steuer endlich herumreissen…NZZ
Debatte: Spieglein an der Wand…FAZ
Ruhrgebiet: Geldsegen für den Ruhrpott…NWZ
Ruhrgebiet: Ikea expandiert…Der Westen
Bochum: „Bling-Bling-Werbung“ soll aus City verschwinden…WAZ
Dortmund: B 54-Brücke kommt deutlich später…WAZ
Essen: Stadt hat Mühe, Regeln für Wahlplakate durchzusetzen…WAZ

Bibiana Steinhaus wird die 1. Fußball-Bundesliga verändern! – Aber in welche Richtung?

Bibiana Steinhaus hat mal gut lachen. Quelle: Wikipedia Lizenz: gemeinfrei

Die Bundesligasaison hat noch nicht einmal begonnen, da steht die erste Schiedsrichterin in der bisherigen Männerdomäne schon im Mittelpunkt, wie man es wohl auch befürchten bzw. erwarten musste.

Seit Jahren bereits wurde immer wieder darüber spekuliert ob, und wenn ja wann, die inzwischen auch schon 38-jährige Bibiana Steinhaus ihr Debüt in der 1. Fußball-Bundesliga feiern würde.

Viele Schiedsrichterkollegen sahen die talentierte Unparteiische bereits vor rund zehn Jahren ungerechtfertigter Weise auf der Überholspur ins Profilager, was schon damals zu viel Neid und Missgunst bei einigen männlichen Kollegen führte, die sie als einzige Frau im harten Konkurrenzkampf mit den Männern auf dem Weg nach oben hierbei grundsätzlich im Vorteil sahen.

Nun, es kam dann aber doch anders. Die Sache zog sich in die Länge. Und zuletzt wurde dann auch schon immer häufiger darüber spekuliert warum das Ganze denn bei ihr so lange dauern würde, ob sie vielleicht sogar grundsätzlich zu schlecht für die Eliteklasse im Männer-Fußball sei.

Doch egal wie das Thema der Diskussionen rund um Deutschlands wohl unbestritten beste Schiedsrichterin auch gerade konkret lautete, es wurde stets ungewöhnlich emotional und sehr engagiert diskutiert, wenn es nur irgendwie um die möglicher Weise erste Schiedsrichterin der Bundesliga ging.

Versuche die Debatten möglichst grundsätzlich von der Geschlechterfrage  zu trennen, sich doch lieber auf die sachlichen Punkte, ihre reinen Leistungen zu konzentrieren schlugen regelmäßig fehl. Auch hier bei uns im Blog übrigens.

Schon alleine die Einschätzung ihrer Leistungen fielen fast immer völlig uneinheitlich aus, wohl stets klammheimlich zusätzlich angeheizt durch die sich dahinter versteckende Geschlechterdebatte.

Wie schwierig die Situation für die 38-jährige daher vermutlich auch in der kommenden Saison  tatsächlich sehr häufig werden dürfte, nachdem sie nun endlich (nach dem Abgang einiger erfahrener (männlicher) Schiedsrichterkollegen) im Fußballoberhaus, in der 1. Liga darstellen wird, das konnte man als Beobachter schon am gerade abgewickelten DFB-Pokalwochenende miterleben.

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