Prostituiertenschutzgesetz Teil 2: Blaulicht gegen Rotlicht


Wie im ersten Teil dieser Serie dargestellt, spielten Gerichtsentscheidungen zur Prostitution eine entscheidende Rolle, um gesetzliche Regelungen anzuschieben. Leider hinkte die politische Bewertung der Prostitution der gesellschaftlichen Bewertung und zunehmenden Akzeptanz bisweilen hinterher.

Anfang des Jahres 2001 wurde das Gesetz zum Schutz vor Geschlechtskrankheiten durch neue Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes ersetzt. Der Bockschein mit seiner repressiven Zwangsuntersuchung wurde abgeschafft. Stattdessen setzte man nun auf freiwillige Hilfs- und Beratungsangebote für Huren. In vielen Städten entstanden zudem Initiativen, die niederschwellige Beratungsangebote machten und gut angenommen wurden. In Dortmund gibt es die Mitternachtsmission seit 1918 und die Mitarbeiterinnen dort haben das Vertrauen der Huren und somit deutlichen leichteren Zugang zum Milieu.

Das von den Gegnern der Prostitution, auch durch mediale Behandlung der AIDS-Erkrankung, an die Wand gemalte Katastrophenszenario bei Infektionen trat nie ein. Bayern allerdings scherte aus und erließ eine eigne Hygieneverordnung, die kurz nach der Abschaffung des Bockscheines den Kondomzwang für Bayern einführte. So neu ist diese Idee also nicht.

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Beissreflexe: Je böser, desto mehr freu’n sich die Leut’!

 

Georg Kreislers unmusikalischer Musikkritiker legt eine Definition von Kritik vor, die das in Teilen der Linken vorherrschende Verständnis des Begriffs gut beschreibt: „[Ich] weiß […] sehr gut, was Kritik ist: Je böser desto mehr freu’n sich die Leut‘!“ Nach diesem Motto wird fröhlich-böse lospolemisiert – und die Leute freuen sich! Je zotiger die Punchline, je herablassender der Gestus, je vernichtender und verächtlicher das dabei gezeichnete Bild der kritisierten Anderen, desto lauter die Jubelschreie und Anfeuerungen derjenigen, die ohnehin schon auf der Seite der Kritikerin stehen. Von unserem Gastautor Floris Biskamp [1]

Um „Kritik“ in diesem Sinne handelt es sich auch bei der Kritik an queerem Aktivismus, die in vielen Beiträgen des von Patsy l’Amour laLove herausgegebenen Sammelbandes Beißreflexe geübt wird. Und genau diese böse, für die manche erfreuliche, für andere verletzende und für wieder andere befremdliche Form von Kritik dürfte stark zum außerordentlichen Erfolg des Bandes beigetragen haben. Die einen fühlen sich dazu bemüßigt mitzubeißen, die anderen dazu zurückzubeißen oder einer der Seiten zuzujubeln – entsprechend aggressiv fielen die Diskussionen insbesondere auf Twitter aus.

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Protektionismus um jeden Preis: NGOs ignorieren die Vorteile des Freihandels

Fire - Photo by Andrew Walton on Unsplash
Photo by Andrew Walton on Unsplash

Holzpellets helfen, den CO2-Ausstoß zu senken und sind dabei kostengünstig. Warum wollen Lobbyisten die EU bewegen, ihren Gebrauch und Import zu behindern und damit den Verbrauchern in Europa schaden? Von unserem Gastautor Bill Wirtz.

Die Energiewende ist ein kontinuierlicher Prozess und verwendet verschiedene Technologien. Die Realität des heutigen Energiemixes  geht weit über Photovoltaik  und Windkraftanlagen hinaus. Eine der weniger bekannten Energiequellen sind Holzpellets, die unter hohem Druck aus Holzresten gepresst werden. Dieses Holz von niedriger Qualität ist in anderen Industrien meist nicht verwendbar.

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Der Ruhrpilot

Armin Laschet bei seiner ersten Rede als Ministerpräsident im NRW-Landtag.


NRW: 
Laschet und die Hoffnungen…Post von Horn
NRW: FDP schickt erfahrenes Trio in Laschets Kabinett…Ruhr Nachrichten
NRW: Der 100-Tage-Plan…General Anzeiger
Debatte: Mehr Islam ist auch keine Lösung…Jungle World
Debatte: Mein halbes Leben unter Merkel…Welt
Debatte: Die Niederlagen der Populisten sind purer Zufall…Welt
Debatte: Wie Populisten gewinnen, wenn sie verlieren…NZZ
Debatte: Drei Viertel der Deutschen für Ehe für alle…FAZ
Debatte: Abgeräumt…Cicero
Debatte: Meisterin Merkels Spielzug…NZZ
Debatte: Weniger ist weniger…Novo Argumente
Debatte: Erdogan-Kundgebung verhindern…FAZ
Debatte: Um Freisinn in der Politik steht es ohne FDP schlecht in Deutschland…Welt
Ruhrgebiet: „Die Kassierer“ sind einer der Top Acts beim Ruhrpott Rodeo…WAZ
Ruhrgebiet: Eine Jugendliebe im Pott…Berliner Zeitung 
Ruhrgebiet: Unternehmer loben Image-Kampagne…WAZ
Bochum: Stadtwerke liefern  erneut ein sattes Plus…WAZ
Dortmund: Bauaufsicht nimmt Wohnhochhäuser unter die Lupe…WAZ
Duisburg: Hochhäuser werden alle sechs Jahre kontrolliert…RP Online
Duisburg: Polizeigewalt – Überwachungskamera im Treppenhaus filmte Einsatz…WAZ
Essen: Stadt sucht Argumente für verkaufsoffene Sonntage…WAZ

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Torsun von Egotronic: „Ich bin grad nicht in der Lage, Partytexte zu schreiben“

Egotronic (Bild: Bastian Bochinski)

Egotronic haben ein neues Album veröffentlicht, es heißt „Keine Argumente“. Warum das so ist und warum es in der jetzigen Zeit schwer fällt, Partylieder zu machen, haben wir Torsun, den Gründer und das Aushängeschild von Egotronic, gefragt.

Ruhrbarone: Noch mehr Punk (Rod González von den Ärzten hat euer Album gemischt) und noch weniger Elektro. Was macht Punk für euch aktuell so viel attraktiver als Elektro?

Torsun: Als ich die Egotronic-Platte „Macht keinen Lärm“ eingespielt hatte, hatte ich das Gefühl, das Genre des rein elektronischen Elektropunks nach meinen Möglichkeiten durchgespielt zu haben. Es war sogar schon so, dass auf der Platte in zwei Songs Gitarren zum Einsatz kamen, weil es mir mittlerweile zu wenig war, nur mit Synthesizern zu hantieren. Mein Anspruch an mich selbst war für Egotronic außerdem immer, das keine Platte so wie ihr Vorgänger klingen sollte, weshalb sich natürlich die Frage stellte, was als nächstes kommen könnte. So ergab es sich, dass die elektronischen Drums dran glauben mussten und so weiter. Ich beschloss, den Elektropunk mit Schwerpunkt Elektro in Elektropunk mit Schwerpunkt Punk zu transformieren. Der vorläufige Höhepunkt dieser Transformation ist mit „Keine Argumente!“ erreicht. Die Platte hat allerdings sogar wieder mehr elektronische Elemente als ihr Vorgänger.

Das neue Album heißt „Keine Argumente“. Habt ihr kein Bock mehr auf Diskussionen? 

Natürlich wird im Privatleben auch weiterhin diskutiert. Ein Song ist aber nicht das richtige Medium um komplexe Sachverhalte zu erklären. Zu was er aber taugt, ist, damit Stellung zu beziehen. Genau das haben wir mit diesem Album getan. Und zwar weit mehr als bei allen vorherigen Alben. 

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Der Ruhrpilot

Angela Merkel Foto: Pixelfehler Lizenz: CC BY-SA 3.0


Debatte:
 Angela Merkels nächste große Wende…Welt
Debatte: Bundestag stimmt über „Ehe für alle“ ab…FAZ
Debatte: Armin Laschet ist am Ziel…RP Online
NRW: Schwarz-gelbe Versprechen für NRW kosten Milliarde …KStA
NRW: FDP beschließt Personalvorschläge für Laschets Kabinett…Focus
Debatte: «Die Leute haben pure nackte Scheissangst»…NZZ
Debatte: Schulz und das Glashaus…Post von Horn
Debatte: Die Fans des Dieselverbots treibt deutscher Selbsthass…WAZ
Debatte: Merkels Versagen…FAZ
Debatte: Multikulti führt zu Abkapselung…NZZ
Bochum: Neue Besitzer verlangen zügige Räumung der Herner Straße 131…Bo Alternativ
Bochum: Buch belegt Anteil der Wirtschaft am Aufstieg Hitlers…WAZ
Bochum: Wie man Kinder für Naturwissenschaften begeistern kann…WAZ
Dortmund: Demonstration für Westbad-Neubau am Kortental…WAZ
Duisburg: Einsatz eskaliert – Ermittlungen gegen Polizisten…RP Online
Duisburg: Ermittlungen nach Einsatz in Bruckhausen…WAZ
Essen: Ed Sheeran spielt im Sommer 2018 am Flughafen…WAZ

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Vor dem Start der Tour de France in Düsseldorf: „Das Gelbe Trikot“

Am kommenden Wochenende startet wieder das wohl bekannteste und  spektakulärste Radrennen der Welt: Die ‚Tour de France‘. Und diesmal sogar direkt bei uns vor der Haustür, in Düsseldorf!

Viele unserer Leser werden sich das Spektakel in der unmittelbaren Nachbarschaft bestimmt live vor Ort anschauen. Und auch einige Mitglieder der Ruhrbarone-Redaktion haben ihr Interesse am Auftakt der Frankreichrundfahrt vor der eigenen Haustür intern schon lautstark bekundet. Trotz aller Skandale im und um den Radsport ist das Interesse daran also noch immer grundsätzlich ungebrochen!

Zur Einstimmung möchte ich daher heute hier an dieser Stelle noch einmal ein passendes, aktuelles Buch für unsere radsportinteressierten Leser vorstellen, welches mir vor ein paar Tagen ganz druckfrisch in die Hände fiel:

‚Das Gelbe Trikot‘ aus dem Verlag Delius Klasing weckt nämlich tatsächlich noch mehr Vorfreude auf die rund dreiwöchige Rundfahrt. Es widmet sich dabei in erster Linie den bisherigen Trägern des hartumkämpften ‚Gelben Trikots‘.

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Stadt der Städte – Neue Ruhrgebietskampagne startet mit altem Slogan

Der Slogan der neuen Ruhrgebietskampagne ist gut: „Stadt der Städte“ – das was die Agenturen TAS (Essen) und Thjnk (Hamburg) da hingelegt haben, kann sich sehen lassen. Der Regionalverband Ruhr wird sich mit diesem Slogan sicher nicht blamieren. Schade nur, dass er nicht neu ist. Für eine Ruhrgebiets-Kampagne der WAZ hatte ihn 1996 die Agentur Schirner bereits verwendet:

Bedauerlich auch, dass sich die Verantwortlichen  beim RVR bei der Gelegenheit nicht von der unsäglichen „Metropole Ruhr“ getrennt haben, die kein Menschen freiwillig benutzt. Das Ruhrgebiet – Die Stadt der Städte wäre deutlich stärker gewesen.