„Oh, wie ist das schön“ – Schalke verabschiedet sich mit Sarkasmus in einen bitteren Sommer

Ein beeindruckendes Bild: Die Schalker Ultras in der Nordkurve wenden dem Spiel den Rücken zu. Foto: Michael Kamps

Es waren Szenen, wie man sie in dieser Form wohl selten in einem Fußballstadion erlebt. Sonntag, Arena auf Schalke. Die Mannschaft liegt gegen die SV Elversberg zurück, einen Gegner, der bisher eher für belächelten Provinzfußball als für fußballerische Glanzlichter stand – und die Fans? Feiern. Jubeln. Singen „Oh, wie ist das schön“ und lassen die La-Ola-Welle durchs Rund kreisen. Nicht aus Freude. Sondern aus purer Ironie. Aus Frust. Aus Enttäuschung.

Ein symbolträchtiger Abschluss für eine Saison, die für Schalke 04 nichts Gutes bereitgehalten hat. Platz 14 in der 2. Bundesliga. Historisch schlecht. Vom Traum des Wiederaufstiegs blieb nicht einmal ein Hauch übrig. Stattdessen: wochenlanges Zittern um den Klassenerhalt. Und während nach der 1:2-Niederlage der Knappen nun ausgerechnet Gegner Elversberg in die Relegationsspiele um den Aufstieg gegen Heidenheim darf, schauen die Schalker fassungslos auf eine Realität, die sich wie ein wahr gewordener Albtraum anfühlt.

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„Das kostbarste aller Güter“

Regisseur Michel Hazanavicius Foto: Boungawa Lizenz: CC0


Filmvorführung mit Diskussion im Rahmen der Jüdische Literaturtage Essen

Im Rahmen der  Jüdische Literaturtage Essen (j-LIT) wird am Donnerstag, den 22. Mai 2025, um 19:30 Uhr im Astra Theater der eindrucksvolle Animationsfilm „Das kostbarste aller Güter“ von Michel Hazanavicius (The Artist) gezeigt. Der Film basiert auf der Erzählung von Jean-Claude Grumberg und erzählt eine zutiefst bewegende Geschichte über Menschlichkeit und Zivilcourage inmitten des Holocaust.

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Lachgas-Verbot – wie sinnvoll ist das?

Karikaturistische Darstellung einer Lach­gas­party (1820) Bild: Wellcomeimages Lizenz: CC BY 4.0


“Erste Amtshandlung – Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) plant Verbot von beliebter Partydroge“, lese ich. Ach, die neue Gesundheitsministerin will dem Lachgas an den Kragen? Na Lachgas, das kenne ich doch. Müssen wir immer alles verbieten? Das waren meine ersten Assoziationen bei dieser Headline.

Meine Schüler der 10. Klasse sollten kürzlich noch, das Model dieser sehr einfach aufgebauten Stickstoffverbindung in ihren Hefter übernehmen. Sie mussten dafür nur drei Kugeln malen, denn es handelt sich um Distickstoffmonoxid, N2O, ein Molekül aus einem Sauerstoff- und zwei Stickstoffatomen. Lachgas war bei meinen Schülern als Party-Droge bekannt. Probiert hatte es aber noch keiner.

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Mit 54 zum Bund? Thomas Hüser erläutert seine Entscheidung zur Rücknahme der Kriegsdienstverweigerung.

Thomas Hüser Foto: Privat


Warum die Rücknahme der Kriegsdienstverweigerung ein legitimer Schritt ist – und auch mit 54 Lebensjahren eine Bedeutung hat. Von unserem Gastautor Thomas Hüser.

Die Entscheidung, eine bereits erklärte Kriegsdienstverweigerung zurückzunehmen, mag auf den ersten Blick irritierend wirken. Schließlich handelt es sich dabei um eine bewusste Erklärung, unter keinen Umständen Waffen zu führen oder an Kampfhandlungen teilzunehmen. Doch die Lebensrealität und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ändern sich, und damit auch die persönliche Haltung. Ich wurde 1990 gemustert. Im Jahr

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„Ich wünsche mir, dass Kinder und Jugendliche erfahren, wie Fortschritt entsteht“

Axel Bojanowski Foto: Matthias Giordano


Axel Bojanowski, Chefreporter Wissenschaft bei WELT, hat ein Buch geschrieben, das den Erzählungen der Untergangspropheten Beispiele entgegenhält, die belegen, dass sich vieles in der Welt verbessert hat und es gute Gründe gibt, optimistisch zu sein.

Sie haben ein Buch geschrieben, das gute Laune macht.

Axel Bojanowski: Genau, das war die Absicht. Ich habe durch meine Kinder mitbekommen, dass sie im Grunde nur mit negativen Informationen und mit Untergangsprophezeiungen konfrontiert sind. Sie erfahren gar nicht mehr, wie Wohlstand entstanden ist, warum Menschen heute so gesund sind und so lange leben. Ich finde das ein unglaubliches Versagen. Man muss diese Dinge erzählen – das ist mir wirklich wichtig. Ich halte es für grotesk, dass das nicht bekannt ist.

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