Der Fall des „Entsorgungsunternehmens“ Envio war einer größten Fälle von Umweltkriminalität in den vergangenen Jahren. Im Blut von Envio-Mitarbeitern wurden PCB-Werte festgestellt, die bis zum 25.000fachen über den Normalwerten lagen. Mittlerweile sind sechs Menschen an Krebs erkrankt. Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat mittlerweile Anklage erhoben – auch gegen den Chef, Dirk Neupert. Besonders engagiert an der Aufklärung des Falls war der WAZ-Recherche-Journalist Klaus Brandt. Er hat das Thema aufgegriffen, als kaum jemand die Brisanz erkennen wollte und es kontinuierlich verfolgt. Die Arbeit von Brandt ist auch die Grundlage der aufwendigen Präsentation des Skandals auf dem WAZ-Portal der Westen: Zahlreiche Dokumente, Fotos und Videos des Skandals wurden soeben online gestellt. So kann man nun Anhand von Original-Dokumenten die ganze Sauerei erfassen, die über Jahre in Dortmund abgelaufen ist – und auch das Versagen der Politik auf allen Ebenen. Ich habe so etwas aufwendiges wie diese Dokumentation noch nicht gesehen. Das ganze Envio-Verbrechen – und nichts anderes ist es – wird fassbar.
Festival: Juicy Beats in Dortmund
Juicy Beats ist das größte Electronic und Independent Music Festival in NRW und verwandelt morgen, mit über 150 Bands und DJs den Dortmunder Westfalenpark in die schönste Freiluft-Tanzfläche des Landes – zumindest wenn das Wetter mitspielt. Top-Acts in diesem Jahr: Beth Ditto (Gossip), Boys Noize, The Notwist, K.I.Z, Gisbert zu Knyphausen, The Thermals, Ce‘Cile, Bonaparte, Quantic & his Combo Bárbaro, Schlachthof Bronx, Prinz Pi, Roman Flügel, FM Belfast, DJ Dixon, Tube & Berger, Frittenbude DJTeam.
Das ganze Programm und alle Infos gibt es hier.
Köln: Kundgebung gegen Pro NRW

Heute findet um 18.00 Uhr vor dem Büro von “Pro Köln” (Markmannsgasse – Heumarkt) in Köln eine Demo statt. Hier der Aufruf:
Dem Rechten Terror seinen ideologischen Nährboden entziehen
Der Mörder von Norwegen kam nicht aus dem Nichts, sondern aus der Szene europäischer Multikulti-Hasser und Islamfeinde. Er war aktiv in verschiedenen islamfeindlichen Blogs und bis 2006 Mitglied und Funktionär der rechtspopulistischen “Fortschrittspartei”, die das norwegische ideologische Pendant zu den “Pro”-Gruppierungen und anderen rechtspopulistischen Politiker/innen und Medien in Deutschland darstellen. Sie alle vereint die Hetze gegen den Islam und seine Anhänger und die Wahnvorstellung, dass Moslems das christliche Abendland “überrennen” wollen. Ferner wenden sie sich gegen Homosexuelle, eine mulitkulturelle Gesellschaft und alles was in ihren Augen Links ist. Ihre Politik ist nationalistisch, ausländerfeindlich und ultra-konservativ, manchmal auch christlich fundamental. Sie versuchen ein Klima der Angst zu schaffen und sie haben Erfolg damit. Im benachbarten europäischen Ausland erzielen die Rechtspopulisten Wahlerfolge und haben Regierungsstatus. Auch in Köln zogen sie mit tausenden Stimmen in den Stadtrat ein.
Anders Behring Breivik Taten enststanden auf diesem rassistischen Nährboden. Nicht umsonst erwähnte der Attentäter in seinem Manifest den Anti-Islam-Kongress von
Heute vor zehn Jahren verstarb Wau Holland
Von unserem Gastautor Thomas Meiser: Heute vor zehn Jahren starb Wau Holland. Irgendjemand musste den Chaos Computer Club ja erfinden. Jetzt sind die Chaoten eine normative Instanz im Netz. Also in der Welt. Und seinem Gedenken ist eine Stiftung gewidmet.
The Notwist
The Notwist, Samstag, 30. Juli, 19.30 Uhr, FZW-Stage/Juicy Beats, Dortmund
Der Ruhrpilot
Internet: Social Media Guru bleibt Social Media Guru – Da hilft kein Google+…Mediaclinique
NRW: Politik für den Kindergarten…RP Online
NRW II: Jahrestag als Wendepunkt…Post von Horn
Bildung: Zwei Schulen für alle…Tagesspiegel
Bochum: Protest gegen „Herausforderung Zukunft“-Abend mit Josef Ackermann…Ruhr Nachrichten
Bochum II: Stadt sperrt Schule in Bochum und bestellt Toxikologen…Der Westen
Dortmund: Sorgen vor rechter Gewalt am 3. September…Ruhr Nachrichten
Dortmund II: Martin Gretschmann und The Notwist auf der FZW-Bühne des Juicy Beats…Der Westen
Duisburg: Alarmierend hohe Nickelbelastung im Norden…Der Westen
Debatte: Acht aphoristische Assoziationen zu den Ereignissen vom 22. Juli 2011 in Norwegen…Zoom
Internet: Skype integriert (endlich) den Facebook-Chat…2.0
Medien: „Manni“ Breuckmann feiert Comeback…Welt
Vom Citoyen zum „Unternehmensbürger“
Über den Menschen als „soziales Kapital“ und „die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen“ (Corporate Social Responsibility;CSR)
Vor der Lektüre der vollständigen Rede Josef Ackermanns (siehe Link) oder auch nur der hier unten zitierten Textstellen empfehle ich dringend, zunächst meinen Ruhrbarone-Beitrag „Mich mangeln die Wörter“ (2) – Heute: „Werte demonstrieren“ vom 7. März 2011 zu lesen.
Doch nun endlich alle Bühnen frei, Vorhang auf für Josef Ackermann auch in Bochum.
Mr. Steckel, tear down your wall!
Begrüßen Sie herzlich Dr. rer.oec. Ackermann (Dissertation: „Einfluss des Geldes auf das reale Wirtschaftsgeschehen“ ), European Banker of the Year 2009, Josef Ackermann, den Klavierliebhaber, Sänger, Mäzen, Freund der Künste, Geistesriesen, Sprachmagier, „Nathan der Weise“ des globalen Finanzkapitals, Freiheitskämpfer für re-regulierte Märkte, den begnadeten Elite-Darsteller, Meister ökonomischen Regietheaters, den Mann, der sich niemals zu fein ist, auch einmal einzuspringen als grandioser Kulissenschieber oder Souffleur großen politischen Schauspiels, when the show must go on.
Die Kunst braucht Menschen wie Dr. Josef Ackermann. Es lebe die Gunst! Verzeihung: Es lebe die Kunst! Natürlich.
Linkspartei: Kein Verfahren gegen Dierkes

Im Juni beantragte ein Mitglied der Linkspartei den Ausschluss von Hermann Dierkes, dem Fraktionsvorsitzenden der Linken in Duisburg, aus der Partei. Jetzt ist klar: Es wird kein Verfahren geben.
„Dierkes vertritt Positionen, die mit einer normalen Kritik an Israel, wie sie sich auch gegen andere Länder richtet, nichts mehr zu tun. Was Dierkes macht ist Antisemitismus und der hat in unserer Partei nichts zu suchen.“ sagte im Juni ein Mitglied der Linkspartei der Wochenzeitung Jüdische Allgemeine, der einen Ausschluss von Hermann Dierkes aus derPartei „Die Linke“ beim nordrhein-westfälischen Landesverband beantragt hatte. Dierkes, der Fraktionsvorsitzende der Linken im Duisburger Rat, hatte immer wieder zum Boykott israelischer Waren aufgerufen und auf dem Kongress Marx 21 das Existenzrecht Israels als eine „läppische Frage“ bezeichnet.
Nach Auskunft von Katharina Schwabedissen, der Landessprecherin der Linkspartei in NRW, wird es kein Parteiverfahren gegen Dierkes geben: „Der Antragsteller hat seinen Antrag zurückgezogen.“ Nach Informationen dieses Blogs wurde er zudem für seine Vorgehensweise gerügt. Über den Inhalt einer Aussprache mit Dierkes sei zudem Stillschweigen vereinbart worden.
Ganz ohne Wirkung blieb die öffentliche Debatte über seine Person auf Dierkes offenbar nicht. Zwei Termine zum Thema Israel sagte er in den vergangenen Wochen ab: Er redete weder auf dem trotzkistischen Kongress Marx 21 in Berlin noch auf einer Solidaritätsveranstaltung zur Gaza-Flotille in Duisburg. Auch der Aufruf zum Boykott israelischer Waren wurde von seiner Homepage entfernt.
Ackermann, Stoiber und ein PR-Unternehmen

In Bochum wird heftig darüber diskutiert, ob Deutsche Bank Chef Josef Ackermann und der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber im Schauspielhaus bei einer Diskussionsveranstaltung im September auftreten dürfen oder nicht.
Sollen Josef Ackermann und Edmund Stoiber am im September im Rahmen der Reihe ,Herausforderung Zukunft’ im Bochumer Schauspielhaus auftreten? Das wird gerade aufgeregt diskutiert. Der ehemalige Bochumer Intendant Frank-Patrick Steckel hat sich mit einem Brief an Bochums OB Ottilie Scholz gewandt und sie aufgefordert, die Veranstaltung zu verhindern. Der Grund: Ackermann sei eine „stockreaktionäre hochverderbliche Person“. Das reicht für Steckel, ein Redeverbot zu fordern.
Protest liegt in der Luft. Eine Gegenveranstaltung ist wohl in Planung. Denn wie kann es ein, dass das Schauspielhaus von Ackermann und Stoiber entweiht wird? Für Tom Thelen ist heute in der WAZ klar, das
„Der Auftritt provoziert, weil er genau dort passieren wird, wo die bürgerliche (Stadt)Gesellschaft einen bewussten Freiraum geschaffen hat, um in künstlerischer Weise über die Gegenwart nachzudenken. Um Ideen vorzuführen und diese zu befragen über das, was sie mit Menschen machen. Josef Ackermann fragt nicht die Kunst bei seinem Tun, er fragt höchstens seinen Anwalt. Warum sollten die Künstler ihn also willkommen heißen in ihrem Zuhause? Es ist ihr Recht, und vielleicht sogar ihre Pflicht, ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen.“
Le Fly
Le Fly, Freitag, 29. Juli, 00.20 Uhr, Eier mit Speck, Viersen
