Update: Ich will keinen Pfaffen als Präsidenten

Christuskirchen Foto: Ayla Wessel/Kulturagentür

Gerade wird immer wieder der Name von Wolfgang Huber kolportiert als möglichem neuen Präsidenten der Republik. Huber, das ist der frühere Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und Ex-Bischof der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz.

Ich sag mal, Deutschland ist eine säkulare Republik. Ich brauche und will keinen Pfaffen an der Spitze. Und erst recht keinen evangelischen Pfaffen – einen mit falschem Glauben.

Was denken die sich eigentlich? Die können doch nicht im ernst einen Vogel für das höchste Amt im Staat nominieren, der einer fundamentalistischen, freudfeindlichen Spaltersekte angehört, ja sie sogar mitführt. Wir sind doch nicht im Iran. Die feiern ja nicht mal Karneval, die Spalter.

Oder ist das Amt schon so beschädigt, dass es den Merkel-Leuten schon komplett egal ist, wer an der Spitze steht.

Ich plädiere für eine aufgeklärte Persönlichkeit, die neutral glaubwürdig über den Glaubensdingen steht. Und nicht selbst mitmischt und versucht andere Religionen zu unterdrücken.

Huber: der geht gar nicht. Der kann noch Preussen vertreten – meinetwegen. Aber schon im Rheinland wird Spaltersektenführer Huber bekämpft werden.

Da lass ich mich doch direkt wieder von Frankreich besetzen. Die sind wenigstens katholisch.

Update: Nu isset Gauck. Ja, gegen Gauck hab ich nix. Der war nicht Bischof. Mir ging es darum, dass ich keinen Religionsführer als Chef fürs Ganze wollte. Gauck ist gut. Der war Geistliicher, aber kein Mullah, wie
Huber. Der geht.

Sehr geehrter Lokführer der Linie S5 Do Hbf -> Mönchengladbach Hbf

Regionalexpress Foto: Thomas Wolf www.foto-tw.de Lizenz: CC

Wir haben uns gestern, am 18.2.2012 um 21.30 Uhr, kurz vor Deiner (ich darf doch „Du“ zu Dir sagen?) Abfahrt um 21.41 von Dortmund Hbf mit der S5 nach Mönchengladbach kennengelernt. Wir hatten einen kurzen heftigen Wortwechsel, aber so zum richtigen Kennenlernen hat es leider nicht gereicht, was ich aufrichtig bedauere. Also an mir hat es nicht gelegen, ich hätte Zeit gehabt. Aber Du wolltest ja total arbeitsbeflissen unbedingt los nach Mönchengladbach, in die Tiefebene der rheinischen Provinz, aber egal. Von unserem Gastautor Daniel Kasselmann. 

Ich möchte deswegen hier noch mal etwas klar stellen, was auch in Cc an den Kundendialog der Bahn geht, und ich hoffe, dass Dir das nichts ausmacht:

  1. In Deiner beknackten und karnevalsversifften S-Bahn waren gestern Abend um 21:30 Uhr tatsächlich zwei Pfandflaschensammler unterwegs.
  2. Diese haben sehr dezent gearbeitet und keinen der Fahrgäste auch nur in irgendeiner Form belästigt
  3. Deine öffentliche Durchsage im Zug: „Pfandflaschensammler sofort aussteigen!“ war hochgradig diskriminierend und kriminalisierend
  4. Du hattest leider nur das Pech, dass einer der Pfandflaschensammler ICH  war. Und ich bin eigentlich kein Pfandflaschensammler, sondern Journalist. Ich recherchiere derzeit über Hartz IV, die neue Armut in Deutschland und wie die Gesellschaft damit umgeht. Und dafür sammle ich Pfandflaschen. Um vielfältige Reaktionen – so wie zum Beispiel Deine – zu sammeln und mir ein Bild zu machen. Und Deine Aussage bedarf hinsichtlich der Frage von Diskriminierung der neuen Armut in Deutschland eigentlich keines weiteren Kommentars, nicht wahr?
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Der Ruhrpilot

Nazi-Demo in Dortmund

NRW: 242 antisemitische Straftaten im vorigen Jahr…NRWREX

NRW II: Integrationspolitik ohne klaren Kurs…Welt am Sonntag

NRW III: Ein Portal nicht nur für Kulturkenner…Welt am Sonntag

Ruhrgebiet: Frank Goosen kehrt zurück auf die A40…Der Westen

Bochum: Die Lili zur AStA-Bildung an der RUB…Bo Alternativ

Bochum II: Keine Spaltung in der GHG…Bo Alternativ

Bochum III: Vorstellung der Zeitschrift Testcard…Bo Alternativ

Dortmund: TU-Professorin Reicher fordert Imagewandel für die Nordstadt…Der Westen

Dortmund II: 14. Ausgabe des „Artic“-Magazins für Kunst-Fans…Ruhr Nachrichten

Duisburg: „Wir sind der Stachel im Fleisch“…Welt am Sonntag

Duisburg II: Ruhrort trifft Reeperbahn…Der Westen

Duisburg III: Loveparade-Veranstalter Schaller sucht Duisburger Arbeitssklaven…Xtranews

Essen: Künstlerbund wird internationaler…Der Westen

Umland: So macht man Bürgerlisten und Piraten populär…Zoom

Umland II: Nazifrei, aber reich an Protesten…taz

Wulff, Grolsch, das Zacher und ein Streit mit einem Freund

Schild im Zacher

Soll Wulff seinen Ehrensold erhalten? Mir ist das vollkommen egal. Einem Freund von mir nicht. Darüber gab es gestern Abend eine lange Diskussion.

Freitag. K. abgeholt und ab ins Zacher. K. Fiege, ich Grolsch. Im Hintergrund läuft irgendein Fußballspiel, dass wir erfolgreich ignorieren. Und natürlich reden wir beide über Wulff. Klar, dass er zurückgetreten ist finden wir beide richtig. Dass das überfällig war, schon im Dezember hätte passieren müssen auch. Anfangs sind wir uns eigentlich in allen Fragen einig. Wulff war peinlich und stillos, eine Fehlbesetzung, das Amt eigentlich überflüssig. Seine Drohungen gegenüber Journalisten eine Frechheit. Ich erzähle K., dass so etwas häufiger vorkommt, Wulff da keine so große Ausnahmen ist. Ich erzähle ein paar Beispiele. Und klar, wieder Einmütigkeit:  So etwas geht nicht. Und dann geht es um den Ehrensold: K. meint, bei Wulff müsse ein Exempel statuiert werden. Keinen Cent soll er kriegen, finanziell ruiniert sein soll er, unter der Last seine Schulden zusammenbrechen. „Die ganzen Schmagaukel sollen sehen, dass man so etwas nicht macht und dass man dafür hart bestraft wird.“

Und da geht es auseinander. Ob Wulff seinen Ehrensold bekommt oder nicht ist mir persönlich egal. Eine rechtliche Frage, die mich nicht berührt. Er hat sein Amt verloren, er wird bald erleben, dass viele seiner „Freunde“ nicht mehr

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Der Ruhrpilot

Der Nassauer Christian Wulff mit seiner Frau Bettina vor seinem bald Ex-Arbeitsplatz
Der Nassauer Christian Wulff mit seiner Frau Bettina vor seinem bald Ex-Arbeitsplatz

NRW: Wulff-Rücktritt löst Hektik bei Karnevalisten aus…Welt

ACTA: ZDF und ARD für ACTA und Privatisierung der Rechtsdurchsetzung…Netzpolitik

NRW II: Parteien schrumpfen…RP Online

Ruhrgebiet: Karola Geiß-Netthöfel über Kompetenzen, volle Züge und Staus…Ruhr Nachrichten

Bochum: Lammert als Wulff Nachfolger?…Der Westen

Bochum II: Kolping gibt Haus auch wegen Bettensteuer auf…Ruhr Nachrichten

Duisburg: Rot-Rot-Grün will die Traumzeit…Der Westen

Duisburg II: Traumzeitfestival 2012: Es ist tot, Jim!…Xtranews

Essen: Theater und Philharmonie fürchtet Absenkung des Zuschusses…Der Westen

Umland: Meschede wie es sinkt und kracht…Zoom

Debatte: Die “Superunterhalter unserer Zeit”…Publikative

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Honke Rambow: Der nächste Präsident muss ein Südhesse sein!

Wulff ist Geschichte. Zeit nach vorne zu schauen. Zeit für Honke Rambow. Das haben wir zwar schon am 20. Dezember geschrieben, aber nie war ein alter Text so wertvoll wie heute!

Er kennt Glanz und Elend der Republik: Aus dem reichen Südhessen kam er ins Ruhrgebiet. Ob in der  glitzernden Welt der hessischen Verwaltungsmetropole Wiesbaden oder in einem kargen Zechenhaus in Bochum-Riemke: Kein Parkett, auf dem Rambow nicht mit seiner natürlichen und freundlichen Art zu überzeugen weiß. Schon der Klang des südhessischen Dialekts wird dafür sorgen, dass ihm die Herzen zufliegen. Dafür, dass er kein Frankfurter ist, sollte man ihn indes nicht allzu arg schelten.

Honke Rambow wird ein Präsident für die Krise, für die Zeit, in der wir alle den Gürtel enger schnallen müssen. Denn mit Rambow kann gespart werden: Der Journalist wird seine Reden selbst schreiben.  Da freut sich die schwäbische Hausfrau ebenso wie der TV-Zuschauer, denn langweilige Präsidentenreden werden der Vergangenheit angehören.

Honke ist ein Bildungsbürger wie er im Buche steht: Er hat Stücke fürs Theater geschrieben und musiziert. Arbeitet für das Rottstr5Theater. Er hat einen eigenen Wikipediabeitrag, ist Raucher und gegen Atomkraft – ein Mann für alle, ein Mann des Volkes, aus dem Volk und nicht zuletzt auch für das Volk. Und deswegen springen wir hier bei den Ruhrbaronen über unseren Schatten und sagen: Ja, der nächste Präsident muss ein Südhesse sein!

Wulff: Nach Rücktritt erst einmal ein Bayer

Ex-Bundespräsident Christian Wulff Foto: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Bundespräsident Christian Wulff ist gerade zurückgetreten.

Die Begründung Wulffs: Er hätte nicht mehr das Vertrauen einer breiten Mehrheit. Stimmt. Praktisch für Wulff: Er ist aus politischen, nicht aus rechtlichen Gründen zurückgetreten. Das soll den Ehrensold in Höhe von 199.000 Euro im Jahr sichern. Ob ihm das gelingt, ist fraglich. Solange es keine  neuen Präsidenten gibt, übernimmt der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, der amtierende Vorsitzende des Bundesrates, den Job von Wulff. Die Rede vor den Angehörigen der Opfer des NSU-Terrors in der kommenden Woche wird Bundeskanzlerin Angela Merkel halten.

Zu unserer Überraschung ist Wulff offenbar kurzfristig von seinem ursprünglichen Redemanuskript abgewichen. Naja, kann man auch verstehen.

Mal schauen, wer der Nachfolger wird. Was glaubt ihr?

Wahlbetrug an der Ruhr -Uni?

Die Grüne Liste trat mit dem Versprechen an, nach den Wahlen zum Studentenparlament die Koalition mit der Linken Liste und der Liste Schöner Wohnen  fortzuführen. Nach der Wahl scheint dieses Versprechen nicht mehr zu gelten. Kandidaten der Grünen Hochschulgruppe fühlen sich getäuscht. Wir dokumentieren einen offenen Brief:

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir schreiben euch als Studierende der Ruhr-Uni, und als Kandidat*innen der Grünen Hochschulgruppe bei den vergangenen Wahlen zum Studierendenparlament. Wir sind auf der Liste der GHG angetreten und haben sie im Wahlkampf unterstützt, um die bestehende AStA-Koalition aus Grüner Hochschulgruppe, Linker Liste (LiLi) und der Liste Schöner Wohnen in Bochum (SWIB) zu stärken, und um dazu beizutragen, dass sie ihre erfolgreiche Arbeit fortsetzen kann. Wir haben uns im Bewusstsein dessen für eine Kandidatur entschieden, dass die Mitgliederversammlung der Grünen Hochschulgruppe beschlossen hat, dass die Fortsetzung des bestehenden Bündnisses angestrebt wird. Als wir am Abend der Wahlauszählung erfahren haben, dass die Wähler*innen die Arbeit der Koalition mit deutlichen Gewinnen der AStA-tragenden Listen belohnt haben, haben wir mit euch gefeiert.

Mit sehr großer Verwunderung haben wir nun allerdings erfahren, dass die Grüne Hochschulgruppe bis heute, drei Wochen nach der Wahlauszählung, noch immer keine Koalitionsverhandlungen mit ihren bisherigen

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