
Foto: FDP Baden-Württemberg
Seit ich die Geschichte über die dubiose eidesstattliche Versicherung von Silvana Koch-Mehrin, der EU-Spitzenkandidatin der FDP für die Europawahl, geschrieben habe, konnte ich einiges über Dirty Campaining lernen.
Und zwar haben ausgerechnet FDP-Wahlkampfhelfer von Koch-Mehrin die Kommentar-Funktion zum Beitrag "Wirbel um Eid von FDP-Europaspitzenkandidatin Koch-Mehrin" benutzt, um anonym Schmäh-Kritiken loszuwerden.
Woher ich das weiß? Die Helfer benutzten dabei die IP-Adresse 217.110.45.10. Das ist die IP der FDP-Bundesgeschäftsstelle in Berlin, Reinhardstraße 14.
Nur einige Beispiele, falls jemand nachlesen möchte, was die Leute geschrieben haben: igor in #39, edward in # 32, #25, # 13 und in #11, sowie Mark in #14
Besonders interessant ist Edward. Seine Email-Adresse zu der IP 217.110.45.10 lautet adib.sisani@xy. (Vollständige E-Mail aus Gründen des Datenschutzes nicht veröffentlicht)
Dies ist deswegen spannend, da ein gewisser Adib Ashraf Sisani als Verfasser der Präsenzlisten von Koch-Mehrin auftaucht, die auf der Internetseite der FDP-Politikerin veröffentlicht wurden.
— Nachtrag: Wie mittlerweile wohl jeder weiß, ist Adib Ashraf Sisani der persönliche Pressereferent von Koch-Mehrin —–
Zusätzlich wurde mir mit diversen Klagen offen, in Emails und Hintenrum gedroht. Naja.
Warum das Ganze? Es scheint, als habe ich mit meinem Blogbeitrag eine unbequeme Wahrheit berichtet.
Nun, ich habe geschrieben, dass Koch-Mehrin in einem Rechtsstreit mit der FAZ eine eidesstattliche Versicherung abgegeben hat. Dort sagt sie, sie habe eine Präsenzquote von 75 Prozent. (neu: Ihre Rechtsanwälte sagen inklusive der Fehlzeiten als Mutter)
Damit man mir das glaubt, veröffentliche ich hier die eidesstattliche Versicherung von Koch Mehrin.

(für größere Darstellung auf die eidesstattliche Versicherung klicken)
Demgegenüber veröffentlichte die EU folgenden Statusbericht zur FDP-Politikerin inklusive der 59 Fehltage als Mutter.

Ich stelle fest: Zwischen den beiden Angaben ist eine Diskrepanz. Es liegt nahe zu sagen, die eidesstattliche Versicherung sei falsch. Ob das zutrifft, kann nur ein Gericht entscheiden. Denn eine falsche eidesstattliche Versicherung wird mit bis zu 3 Jahren Knast oder mit Geldstrafe geahndet.
Die Rechtsanwälte von Koch-Mehrin sehen das natürlich anders. Sie rechnen vor, dass Koch-Mehrin häufiger anwesend gewesen sei, als in den Anwesenheitslisten bestätigt ist. Dies würde aus den Abstimmungslisten hervorgehen. Gut. Von der Durchsetzungskraft dieser Erklärung hängt es ab, ob Koch-Mehrin mit ihrer eidesstattliche Versicherung nicht doch noch in den Abgrund fällt.
Gerne hätte ich die Listen aus einer Email veröffentlicht, die mir der Rechtsanwalt von Koch-Mehrin zugeschickt hat, um diese Sichtweise zu bestätigen. Aus diesen Listen soll erkennbar sein, dass Koch-Mehrin 75 Prozent Anwesenheit hatte. Leider darf ich das aber nicht. Sie sollen aber hier zu finden sein. klack Ich weiß nicht, ob das die gleichen Listen sind, die mir zugegangen sind.
Die Rechtsanwälte von Koch-Mehrin sagen, sie seien sicher, dass die EU ihre Zahlen weiter nach oben korrigiert würden.
Dabei ist es im Prinzip sicher egal, ob Koch-Mehrin 75 Prozent der Tage da war oder 62 Prozent. Das sind Kleinigkeiten. Genauso ist es nebensächlich welche Details in dem Prozeß vor dem Landgericht Hamburg besprochen wurden, den Koch-Mehrin gegen die FAZ verlor.
Es geht im Kern darum, ob die Politikerin eine falsche Eidesstattliche Versicherung abgegeben hat. Das wäre fatal.