
Zum 56. Mal seit dem 15. März 2020 unterhalten sich die Ruhrbarone mit Magnus Memmeler. Bis heute sind 55 Interviews entstanden, die auf den Katastrophenschutz blicken und die Corona-Krise nachzeichnen. Im 56. Interview geht es um die Lockerungen, um die nunmehr beschleunigte Impfkampagne, um die Notwendigkeit einer Kommunikationsstrategie, um kindgerechte Lolli-Tests und einiges mehr.
Ruhrbarone: Die Inzidenzwerte im Bundesgebiet sinken und die Zahl der Klinikeinweisungen nimmt geringfügig ab. Dürfen wir uns auf den Mai freuen?
Memmeler: In der Tat flacht die Kurve der Neuinfektionen aktuell etwas ab. In meinem Heimatkreis ist die Inzidenz von deutlich über 200 inzwischen auf 189,4 und im Bundesschnitt auf 148,6 gesunken. Der Wert lässt mich aber nicht spontan jubeln. Wir sollten uns lieber daran erinnern, dass wir den Inzidenzwert von 50 einst als kritische Marke empfunden haben – und dass zu einer Zeit, in der noch keine Virusmutationen bekannt waren. Jetzt gilt es, die dezent positive Tendenz zu verstätigen und nicht zu schnell in den Gedanken zu verfallen, dass alles überstanden ist.
Laut Robert-Koch-Institut ist die dritte Welle der Corona-Pandemie in Deutschland abgebremst. Die Entwicklung sei positiv, doch für Entwarnung sei es noch zu früh. Die Fallzahlen sind laut RKI noch zu hoch, auch wenn das exponentielle Wachstum sich seit Ostern nicht so fortgesetzt hat, wie Modellrechnungen es befürchten ließen. Offensichtlich waren viele Menschen so vernünftig, wie wir es uns hier stets gewünscht haben. An dieser Stelle einfach mal herzlichen Dank an die vernünftige Mehrheit in unserer Gesellschaft, die sich inzwischen seit 14 Monaten extrem einschränkt, während einige Mitmenschen immer wieder einen Beitrag dazu leisten, dass die Schutzmaßnahmen lange beibehalten werden müssen.
Laut RKI ist das momentane Problem, dass die Infektionszahlen bei Menschen unter 60 Jahren und bei Kindern deutlich zunähmen.
„Kinder tragen auf jeden Fall zum Infektionsgeschehen bei“,
sagte Wieler in dieser Woche.








