Rück-Tritt. Volkes Stimme – der Souverän spricht oder The King’s Speech

Eine O-Ton Collage aus Umfragen, (Politiker-)Interviews, Medienkommentaren und Blogs. Version 1.01 (2.3.2011)

Ja, aber warum tritt denn der zurück, wo der gerade so schön vorgetreten war? Stephanie und der, das waren doch die deutschen Obamas, was sage ich: die deutschen Kennedys, Sissi und Franz-Joseph hätten die werden können. Sie ist doch selbst ne Bismarck-Ururenkelin und gerade sie kämpft doch so tapfer gegen Missbrauch. Der hat doch nichts gemacht, der hat doch keinem was getan, da gibt’s doch andere, Schlimmere, was da so in der Politik noch rumläuft, mein Gott, wer da schon alles sein Ehrenwort gegeben hat und dann war’s doch nichts.
Der ist doch Freiherr, da braucht der doch gar keinen Doktor. Warum schreibt denn der sich gleich selbst ab, ja haben wir denn nicht alle mal abgeschrieben, nicht alle als Jugendliche mal geschummelt, eine Doktorarbeit gefälscht, ja, gibt’s denn nichts Wichtigeres auf der Welt, sind wir nicht alle kleine Sünderlein und trotzdem hätt et noch immer joot jejange?

Was haben die den in die Enge getrieben, geschlachtet, geköpft, ich weiß nicht was noch? Die Kritiker haben doch jegliches Maß verloren und den Bogen des Erträglichen bei Weitem überspannt. All, die jetzt geschossen haben, müssen erst mal zeigen, ob sie in einer ähnlichen Situation ebenso viel Charakter hätten, die Scheinheiligen die, die sagen doch „zu Guttenberg“ und meinen die Merkel und damit die Demokratie. Hier ist ein Mensch, der einen Fehler gemacht hat, öffentlich hingerichtet worden. Ja was soll der Mann denn jetzt machen, der hatte doch sowieso schon sein Gesicht verloren, die Frau, die Kinder, die tun mir leid. Wovon sollen die denn jetzt leben.

Der hat doch gar nicht gewusst, was er da tat, der hatte doch den Überblick verloren, stellen Sie sich das mal vor, das Politikerleben, nachts das Aufstehen, das Stillen und dann noch die Diss, das waren doch alles Flüchtigkeitsfehler, die ihm da unterlaufen sind. Ja, warum sollte der denn nicht Verteidigungsminister bleiben, so wichtig ist das Amt ja nun auch nicht? Es gab schon genügend Minister ohne Studienabschluss, sogar schon einen Vizekanzler, Scheiß auf den Doktor! Ob Guttenberg promoviert ist oder nicht: Das sollte, mit Verlaub, keine alte Sau interessieren.

Wer hat denn eigentlich diese Kampagne, diese offensichtliche Hexenjagd auf Baron von und zu Guttenberg losgetreten? Wer steuert sowas, früher hätte man gedacht: Moskau, die Stasi, heute weiß man nich. So eine Kampagne muss ein Nachspiel haben, denn sie zielte auf das Mundtotmachen der demokratischen Mehrheit. Das Medien-Echo ist pervers. die sollten jetzt aber endlich alle mal die Klappe halten, die Diskussion muss doch mal einer für beendet erklären. Basta.

Glauben Sie mir, mir macht das gar nichts, dass der Mann jetzt zurücktritt, ich stehe trotzdem hinter ihm. Jedenfalls: Die Militärseelsorge hat er gestärkt. Für den weiteren Lebensweg wünsche ich ihm und seiner Familie Gottes Segen. Der kommt zurück, da bin ich sicher, und dann wird der Kanzler, da werden alle noch staunen.

(Wird fortgesetzt)

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DAMerrick
DAMerrick
11 Jahre zuvor

Erst das Zusammenspiel macht die ungewollte Satire deutlich.

Dieter Carstensen
11 Jahre zuvor

Es ist so traurig!

Der liebe „Gutti“ ist zurückgetreten.

Eine Katastrophe für alle Frauen, welche die bunten Klatschblätter lesen und so gerne einen adeligen Schwiegersohn haben wollten!

So einen Süssen, mit viel Pomade im Haar und viel Kohle im Portemonnaie, damit es Töchterchen gut geht.

Nächste Woche wird bestimmt die Hälfte der bunten deutschen Frauenklatschpresse Konkurs anmelden müssen, ohne „Gutti“ werden die Auflagen in den Keller sinken.

Was wird die BILD bloss ohne „Gutti“ machen?

Heute konnte sie noch mal ganzseitig auf der ersten Seite mit seinem Foto und ein paar hirnbefreiten Sätzen rechts im Bildrand aufmachen. Und morgen?

Guidolein ist kein Ersatz, da stockschwul, was sein gutes Recht ist, aber für alle potentiellen Schwiegermütterlein der Republik, welche für ihre Töchter eine „gute Partie“ suchen nun wirklich nicht der Bringer.

Ach so, „Gutti“ ist verheiratet – Ja und? Das kriegen die potentiellen Schwiegermütter der Nation auch hin, nennt sich „Stutenbeissen“.

Insofern, lieber Gerd Herholz, gebe ich Ihnen recht, für die potentiellen Schwiegermütter der BRD und die Klatschpresse ist der Rücktritt von „Gutti“ der SUPERGAU!

Nur weil er sich verhalten hat, wie ein Ladendieb. Wenn so ein blöder Hartz IV’ler ne Schachtel Kippen klaut, gehört er in den Knast, würde die Volksseele sagen, aber wenn ein „Gutti“ – aus Versehen – gedankliches Eigentum von anderen klaut, gehört er natürlich in den Olymp der Berliner Politgötter.

Es gibt eben zwei Sorten von Dieben, das ist deutsche Tradition, die „dummen“ kleinen Diebe und die „schlauen“ großen Diebe.

Die ersteren hängt man, die letzteren lobt man.

Wie der Volksmund sagt: „Adel verpflichtet“ und da die meisten Adelsgeschlechter ihr Vermögen zusammengeraubt und geklaut haben, siehe Bernt Engelmanns Buch „Das Reich zerfiel, die Reichen blieben. Deutschlands Geld- und Machtelite“,
hat der arme „Gutti“ doch nur im Rahmen der Tradition seiner Sippschaft gehandelt.

Wollen wir diese arme Socke wegen seiner „Familientradition“ verächten?

Er konnte halt nicht anders, als zu belügen und zu betrügen, in der Welt der Banker, Aktionäre und Adeligen gehört das zum „guten Ton“, da sollten wir Nachsicht üben.

Aber bei der Supermarktkassierein, die Pfandbons für 30 Cent unterschlägt, aus Versehen, da hört der Spass auf, da brauchen wir die GSG 9!

Peter Petroika
Peter Petroika
11 Jahre zuvor

sehr schön 😉
allerdings fehlten mir noch die Schlagworte „linke Journaille“, „Rotfunk“, „und währenddessen durften linke Steineschmeisser im Amt bleiben“, aber kann ja noch kommen.

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