Schalker Jubel: Im Keller brennt noch Licht!

Jubel auf Schalke nach dem Sieg gegen den VfB Stuttgart. Foto: Michael Kamps

Sie können es doch noch! Nach vier torlosen Auftritten in der Fußball-Bundesliga traf der FC Schalke 04 beim 2:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart endlich wieder ins Tor des Gegners und erntete dafür wertvolle drei Punkte im Kampf gegen den Abstieg.

Zwar liegen die Gelsenkirchener mit mageren 16 Punkten nach 22 Spielen auch nach dem Dreier vom Samstagabend noch immer ganz am Tabellenende, doch ist die zuletzt gerissene Lücke zu den Rängen davor wieder überschaubar. Drei Zähler beträgt aktuell der Rückstand auf den VfL Bochum (19), die TSG Hoffenheim (19) und den VfB Stuttgart (19). Und auch Hertha BSC (20) liegt nur einen Punkt besser und befindet sich plötzlich in Schlagdistanz für die Schalker. Da geht also doch noch was für die Königsblauen, die noch zum Jahresbeginn als abgeschlagen galten!

Nein, schön sind sie wahrlich nicht, die Spiele der Schalker. Wer sich die vergangenen Auftritte der Mannschaft in voller Länge angetan hat, der wurde nicht gerade mit schönem Fußball verwöhnt. Tor-arme Spiele sind selten attraktiv. Das war auch bei den komplett torlosen Spielen der Gelsenkirchener gegen den 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach, den VfL Wolfsburg und Union Berlin nicht anders.

Doch Trainer Thomas Reis hat es verstanden, seiner Mannschaft auf diese Art wieder mehr Selbstvertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit zu verleihen. In der Bundesliga Erfolg zu haben, das ist traditionell mit einer starken defensive verbunden. Das haben sie zuletzt offenkundig auch in Gelsenkirchen begriffen. Zwar brachten in Zeiten der Drei-Punkte-Regel die ständigen Nullnummern in der Tabelle zunächst einmal nur scheinbar wenig, doch in Kombination mit dem einen oder anderen Sieg, können sie dann doch sehr wertvoll sein, wie der Erfolg gegen Stuttgart jetzt eindrucksvoll gezeigt hat.

Mit der kuriosen Tordifferenz von 2:1 liegen die Knappen in der Rückrundentabelle der 1. Liga nach fünf Einsätzen nämlich plötzlich auf einem respektablen 9. Platz. Ein Sieg und vier Unentschieden ergeben hier sieben Zähler, die immerhin für einen Rang im Bundesligamittelfeld ausreichen. Wäre die Hinrunde schon ähnlich verlaufen, die Königsblauen lägen nicht scheinbar festgenagelt auf Rang 18 und müssten sich vermutlich auch nicht mehr um den Klassenverbleib sorgen.

Was auf Schalke zusätzlich Mut macht: Die Anhänger stehen derzeit wie ein 12. Mann hinter der Mannschaft. Das war auch gegen den VfB am Samstag am Ende der vielleicht siegbringende Vorteil. Vor zwei Jahren, als die Schalker am Ende der Saison, sang und klanglos abstiegen, sich mit einem deutlich besser besetzten Kader nach Strich und Faden blamierten, da wurden sie bekanntlich von Teilen des eigenen Anhangs nach der Rückkehr von einem Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld noch um das eigene Stadion gejagt.

Die Stimmung in Gelsenkirchen ist also 2023 deutlich besser als noch 2021. Klar, damals war aufgrund der Corona-Pandemie noch kein regelmäßiger Besuch von Bundesligaspielen für die Fans möglich, was bei den Schalkern, die in den Jahren zuvor vom eigenen Anhang immer toll und zahlreich unterstützt wurden, besonders ins Gewicht fiel.

Inzwischen haben sie es auf Schalke offenbar verstanden, dass es nur gemeinsam gehen kann, wenn der finanziell angeschlagene Kult-Klub aus dem Ruhrgebiet denn auch weiterhin im Konzert der Großen mitspielen will. Und so macht Schalke dann plötzlich auch wieder Spaß, wenn auch auf einer deutlich bescheideneren Ebene!

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