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Schulden sind gut

In ihrer ersten Regierungserklärung hat sich die neue NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft von der Politik des Bundes und fast aller Bundesländer distanziert. Nordrhein-Westfalen geht unter Rot-Grün eigene Wege. Während Schwarz-Gelb in Berlin ein dickes Sparpaket schnürt, weitet das bevölkerungsreichste Bundesland seine Nettoneuverschuldung um 35 Prozent aus. Das ist riskant, aber angebracht.

Im Grunde setzt Genossin Kraft mit rund zehnjähriger Verspätung um, was die sozialdemokratischen Modernisierer von Blair bis Schröder einst versprachen: einen vorsorgenden Sozialstaat, der Bürgern bildet und sie so unabhängig von Almosen des Staates werden lässt. Doch während die SPD-geführten Regierungen im letzten Jahrzehnt nur halbherzig in Schulen investierten und noch dazu dramatisch bei sozialen Hilfen kürzten, macht NRW jetzt ernst. Die Studiengebühren an Rhein und Ruhr werden abgeschafft, Gemeinschaftsschulen eingeführt, die Kita wird gratis. Das kostet. Und kann die Gemeinschaft am Ende doch billiger kommen. Allein ein Kind unter dem Schutz des Jugendamtes kostet die Kommunen Zehntausende im Jahr. Das gewagte Düsseldorfer Kalkül sieht vor, irgendwann weniger für Jugendhilfe und Gefängnisse ausgeben zu müssen. Wenn dann auch noch die Einnahmen durch Vermögenssteuer und höhere Spitzensteuersätze vergrößert werden ist der Staat wieder stark.

Ob Krafts Plan langfristig aufgeht ist unklar. Es gibt keine historische Parallele. Sicher ist aber, dass die Spar-Rezepte ihrer Vorgänger allesamt gescheitert sind. Steinbrück, Clement und Rüttgers haben gekürzt und am Ende mehr ausgeben müssen. Vielleicht wird NRW mit Krafts gewagtem Konzept wieder einmal zum Testlabor für den Bund.

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39 Kommentare zu “Schulden sind gut

  • #1
    Johann Wolfgang Schoop

    Es ist extrem ärgerlich, dass wir in Schleswig-Holstein am Ende finanziell dafür gerade stehen müssen, dass ihr in NRW eine durchgeknallte Regierung gewählt habt, der Generationengerechtigkeit völlig egal und Realitätsverleugnung ein Fest ist.

  • #2
    Beate

    Buchhalterisch sind Schulden und Guthaben immer 0.
    Wenn die Haushalte sparen müssen entweder die Unternehmen sich bei den Haushalten verschulden oder der Staat.
    Ansonsten geht die gesamtwirtschaftliche Leistung zurück.

    Natürlich kann sich auch das Ausland das Geld der deutschen Haushalte leihen.
    Nur werden die deutschen Sparer das geld nur wiedersehen wenn das Ausland seinerseits Handelsbilanzüberschüsse erwirtschaftet.

    Gesamtwirtschaftlich ist sparen also nicht möglich.

    Möglich sind allerdings Verschiebungen innerhalb der Güterproduktion. Weniger Konsumgüter dafür mehr Investitionsgüter.

    Handelsbilanzüberschüsse sind Konsumverzichte der Inländer zugunsten der Ausländer. Sie können Investitionen im Ausland finanzieren.

    Meine Frage: Werden die deutschen Unternehmen mehr investieren, weil das Land der Bund seine Bildungsausgaben verdoppelt, verdreifacht???

  • #3
    Stefan Laurin

    Investitionen in Bildung kann man auch sehr schön über Einsparungen finanzieren. Das ist „nachhaltiger“ als über Schulden. Das Spiel von Kraft wird nicht lange gut gehen – dann wird sie umso härter sparen müssen. Und dass muss sie dann ihrer Klientel erst einmal verkaufen.

  • #4
    Egon Franke Jr

    Cooler Kommentar, Annika!

    In den USA und UK lachen sich Politik und Wirtschaft über das mickrige deutsche Staatsdefizit doch kaputt. Und der deutsche Michel hat wieder mal panische „German Angst“ vor einer höheren Nettoneuverschuldung. Lächerlich.

    Kraft liegt richtig und nimmt einfach nur das SPD-Programm ernst. Wenn diese demokratische Gesellschaft nicht endlich dazu kommt, wirklich allen Menschen Bildungschancen zu finanzieren, droht eine 50-50-Gesellschaft. Reich gegen Arm.

    Wo soll Frau Kraft denn im Landesetat kürzen? Bei Polizisten, Lehrern, Hochschullehrern, Justizbeamten? Kaum möglich. Wer einen starken Staat will, muss eben die Reichen höher besteuern.

  • #5
    Arnold Voss

    @ Johann Wolfgang Schoop

    Im Angesicht der um ein Vielfaches größeren zusätzlichen Verschuldung des Bundes und der Länder durch die Bankenkrise scheint mir eine Landesverschuldung wegen mehr Bildung nicht unbedingt „durchgeknallt“. Aber die Sparpotentiale scheinen mir andererseits auch nicht ausgeschöpft zu werden. Von daher könnte es gut sein das Stefan Laurin recht behält.

  • #6
    crusius

    @1:
    Pro-Kopf-Verschuldung in Schleswig-Holstein: 8.967 €
    Quelle: http://www.steuerzahler-schleswig-holstein.de/webcom/show_softlink.php/_c-149/i.html

    Pro-Kopf-Verschuldung in NRW: 6.860 €
    Quelle: http://www.rp-online.de/landtagswahl/nachrichten/Die-Folgen-der-NRW-Verschuldung_aid_879706.html

    Da is wohl noch nen bisken Luft nach oben… 😛

  • #7
    Deltafox

    Die kluge Umverteilungs- und Rotstiftpolitik, stets von „Wirtschaftsweisen“ gefordert, von Systemjournalisten propagiert und von Politikern praktiziert, hat zu folgendem geführt:

    1. Tafelsilber des Bunde, der Länder, der Kommunen weitgehend verscherbelt.

    2. Rekordschulden des Bundes, der Länder und der Kommunen.

    3. Rekordschulden im Bereich privater Haushalte, wobei es natürlich nur einen Teil der privaten Haushalte trifft, zahlenmäßg aber einen sehr großen Teil.

    4. Gigantische Vermögen in relativ wenigen privaten Händen, die auch die Gläubiger gegenüber den Binnenschuldnern abgeben (Öffentliche und private Haushalte).

    5. Zum Himmel schreiende Armut auf breiter Front, Lohndumping bis der Arzt kommt, Rekordzahlen an Insolvenzen im Mittelstand, Rekordzahlen in Sachen Gewaltkriminalität, Zusammenbruch öffentlicher Einrichtungen (Frei- und Hallenbäder, Jugendzentren usw.).

    Dass die CSU mit 30% gehandelt wird (in Bayern!), ebenfalls die CDU bundesweit, dass die FDP mit 5% gehandelt wird, dass die Die Linke und die „Sonstigen“ gemeinsam bei 20% liegen – das sind Indikatoren dafür, dass Kraft den Nerv der Zeit streift. Die Vorstellung, grundlegende Probleme mit Bildungspolitik und Kitas beseitigen zu können, ist allerdings absurd. Es gibt längst sehr viele bestausgebildete Arbeitslose, und dass Schweden, einst Vorreiterland in Sachen Kitas, in Sachen Kitas längst zurückrudert, liegt an äußerst unvorteilhaften Langzeiterfahrungen, die auch mit extrem hohen Kosten verbunden sind. Kinder brauchen die Mutter und Kontakte mit anderen Kindern, wobei die Mutter im Zweifelsfalle viel wichtiger ist.

  • #8
    Arnold Voss

    @ Egon Franke Jr

    Ach ne, bei den Staatsbediensteten gibt es nichts zu holen? Selber einer?

    Nicht nur das Land NRW wird z.B. von den Beamtenpansionen aufgefressen, obwohl diese keinen Cent für ihre Altersversorgung eingezahlt haben. Da ist noch einiges zu holen, ohne dass für die Betroffenen die Gefahr der Altersarmut auch nur am Horizont erscheint.

  • #9
    Arnold Voss

    @ Deltafox

    „Die Vorstellung, grundlegende Probleme mit Bildungspolitik und Kitas beseitigen zu können, ist allerdings absurd. Es gibt längst sehr viele bestausgebildete Arbeitslose, und dass Schweden, einst Vorreiterland in Sachen Kitas, in Sachen Kitas längst zurückrudert, liegt an äußerst unvorteilhaften Langzeiterfahrungen, die auch mit extrem hohen Kosten verbunden sind. Kinder brauchen die Mutter und Kontakte mit anderen Kindern, wobei die Mutter im Zweifelsfalle viel wichtiger ist.“

    Ooooh mann. Schon mal was von Vätern gehört die sich um ihre Kinder kümmern? Schon mal was von Kindesvernachlässigung durch Mütter gehört? Schon mal was von guten Kindergärten gehört? Schon mal was von bildungsfernen Schichten in denen die Kinder immer bei Muttern sind?

    Nichts gegen mütterliche Liebe, ich hatte selber eine wunderbare Mutter. Aber was sie da schreiben ist pure Ideologie.Kinder brauchen positive Zuwendung möglichst von jedem der ihnen begegnet, egal wo. Erst recht wenn sie zuhause keine bekommen.

    Wo leben sie eigentlich, Deltavox?

  • #10
    Egon Franke Jr

    @ Arnold Voss.

    Nein, bin kein Beamter (sondern kleiner Angestellter bei einem privatwirtschaftlichen Unternehmen).

    Aber was ist das bitte hier für ne DerWesten.de/Bildonline-mäßige Debattenkultur? „Bei den bösen Beamten kürzen, jawoll!“? Das ist doch doof, Leute. Ziel muss sein, für alle Menschen, die Bock auf Maloche haben, vernünftige Arbeitsbedingungen zu erreichen. Und dass ein Zusammenstreichen der staatlichen Infrastruktur politisch fortschrittlich sein soll, will mir auch nicht in die Birne. Das ist doch echt INSM-Nonsens.

    In diesem Land leben Tausende alte und neue Reiche. Menschen, die von Zinsen und Kapitaleinkommen leben, die fast keine Steuern zahlen. Da sind zig Milliarden zu holen für Kitas, Schulen, Schulmampfen und gute günstige Unis und was sonst noch notwendig is, um möglichst viel gutes Leben politisch zu organisieren.

    Die Mär vom Staat als böser Ausgabenschleuder ist eine Westerwelle-Lüge.

  • #11
    Deltafox

    @ Arnold Voss

    Sie sind der Meinung, dass Männer und Frauen alles gleich gut können? Sie meinen, es gäbe keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen?

    Der Ideologe sind Sie, denn Sie greifen sehr hart an, kommen aber nicht mit Argumenten.

  • #12
  • #13
    Deltafox

    Es bleibt dabei: Das Kind braucht die liebevolle Mutter als feste Bezugsgröße und muss in in den ersten Jahren des Lebens in der Nähe der Mutter sein, um sich geborgen zu fühlen und sich gesund entwickeln zu können. Ist das nicht gewährleistet, dann kommt es zu Fehlentwicklungen in der Persönlichkeit des Menschen.

  • #14
    Arnold Voss

    @Deltafox #11 und #13

    Deltafox, wo haben sie bei mir gelesen, dass Frauen und Männer gleich sind?

    Aber sie sind gleich liebesfähig! Ich bin selbst Vater und ich finde es unglaublich, dass sie mir per Geschlecht eine Art strukturelle Liebes- und Erziehungsunfähigkeit gegenüber meinem Kind unterstellen. Wenn also die Mutter in den ersten Jahren meiner Tochter gestorben wäre, hätte ich es nach ihrer Ansicht besser einer anderen Mutter übergeben sollen?

    Ihr Argumentation bedeutet obendrein, dass alle Kinder die weltweit ohne Mutter groß geworden sind (wissen sie eigentlich wieviele das sind?), einen Persönlichkeitsschaden haben (müssen), oder? Wenn das kein harter Angriff ist, was ist es dann?

    Ihre Argumentation bedeutet auch, dass gerade Kinder von alleinerziehenden Müttern zu geradezu perfekten Persönlichkeiten werden, oder?

    Und das alles nennen sie Argumente? Ich nenne das Ideologie und zwar eine ziemlich üble, egal ob sie jetzt dabei bleiben oder nicht.

  • #15
    Arnold Voss

    @ Egon Franke Jr. #10

    Wo haben sie bei mir gelesen, dass ich dafür bin staatliche Infrastrukturen rigoros zusammenzustreichen? Es geht mir, am Beispiel der Beamten, darum, dass es auch im Staatsdienst erhebliche Priviligien gibt, von denen sie als Angestellter in einem Privatunternehmen nur träumen können.

    Das besteuern von Reichen funktioniert übrigens auch nur so lange, wie es möglich ist, in diesem Lande reich zu werden. Also gilt es auch hier bei den Steuern angemessen zu reagieren. Ich selber habe nichts dagegen, dass starke Schultern auch schwache mitschultern, ganz im Gegenteil.Aber das geht eben nur so lange, wie sie auch stark sind, bzw. stark werden können.

    Und noch was: Nicht jedes Argument was ihnen nicht passt ist deswegen gleich Bild/Der Westen Niveau. Wobei es da übrigens sehr wohl auch niveauvolle Beiträge gibt.

  • #16
    Karl

    „Das gewagte Düsseldorfer Kalkül sieht vor, irgendwann weniger für Jugendhilfe und Gefängnisse ausgeben zu müssen.“

    Ob die dann stattdessen studieren gehen ist ja wohl mehr als fraglich.

    Wie blind kann man denn noch sein ?

    Es wurde genug gekuschelt, jetzt muss man auch mal härter durchgreifen !

  • #17
    Deltafox

    Arnold Voss:

    Deltafox, wo haben sie bei mir gelesen, dass Frauen und Männer gleich sind? Aber sie sind gleich liebesfähig. Ich bin selbst Vater und ich finde es unglaublich, dass sie mir per Geschlecht eine Art strukturelle Liebes- und Erziehungsunfähigkeit gegenüber meinem Kind unterstellen.

    => Schauen Sie, auch ich bin Vater, der seine Kinder liebt. Ich war vor Jahren einmal gezweungen, für meine Kinder eine Woche lang allein sorgen zu müssen. In der Woche musste ich nicht arbeiten. Die Kinder waren zu dem Zeitpunkt sehr anstrengend, ich war nach der Woche fix und fertig. Frauen sind evolutionär (über Millionen von Jahren…) u.a. darauf hin entwickelt, 7 Tage die Woche und 24 Stunden am Tage ggf. sofort zur Verfügung zu stehen, wenn irgendwer aus der Familie sie braucht. Das macht ihnen gar nichts aus, solange sie im Gegenzuge Liebe und Anerkennung ernten. Der Mann ist darauf nicht eingestellt, auch dann nicht, wenn er seine Kinder noch so sehr liebt – er hat es evolutionär an die Frau delegiert. Mann und Frau sind arbeitsteilg entwickelt, und die Frau ist diejenige, die verantwortungsbewusst den Überblick über alles hat und sensibler mit allem umgehen kann.

    Arnold Voss:

    Ihr Argumentation bedeutet obendrein, dass alle Kinder die weltweit ohne Mutter groß geworden sind (wissen sie eigentlich wieviele das sind?), einen Persönlichkeitsschaden haben, oder? Wenn das kein harter Angriff ist, was ist es dann?

    => In den zivilisierten Gesellschaften sind Persönlichkeitsschäden der Normalfall.

    Arnold Voss:

    Ihre Argumentation bedeutet auch, dass gerade Kinder von alleinerziehenden Müttern zu geradezu perfekten Persönlichkeiten werden. oder?

    => Nein. Die alleinerziehende Mutter leidet selbst unter ihrer Situation und ist damit jedenfalls gehandicapt. Zu perfekten Persönlichkeiten werden Kinder dann, wenn sie in einer Familie aufwachsen, in der Mutter und Vater sich gegenseitig lieben und miteinander glücklichn sind.

    Arnold Voss:

    Das alles nennen sie Argumente? Ich nenne das Ideologie und zwar eine ziemlich üble, egal ob sie jetzt dabei bleiben oder nicht.

    => Sie bezeichnen es als üble Ideologie, dass ich glückliche Familien und artgerechte Rollenverteilung als alternativenlos bezeichne?

  • #18
    Ulrich Voss

    NRW „mal wieder“ als Labor für den Bund? Wo war NRW denn mal Vorbild?

    Aber egal … Bildung allein wird NRW nicht retten. Wir exportieren schon heute Studenten nach Bayern … Das Land braucht Arbeitsplätze.

    Außerdem führt NRW einen Kampf, den es nicht gewinnen kann. Denn das Land hat keinen Einfluss auf höhere Steuern …

    Und wo ist der Hinweis auf die Unis, die sich beschweren, dass die Ausgleichszahlungen für die wegfallenden Studiengebühren nur die Hälfte ausgleichen?
    Und die kostenlose Kita? Zahlt der hartz4ler die überhaupt?

    Und über die angeblich so unglaublich erfolgreichen gemeinschaftsschulen schreibe ich besser nichts. Da setzt die SPD ihre alte Politik nur fort, und lässt Hauptschulen etc verhungern und schüttet das ganze Geld in Gesamtschulen. Das allein hat nichts geholfen, das Abi an der Gesamtschule ist schlechter, was das Zentralabi jetzt schön gezeigt hat. hat man auch 2 Jahrzehnte geleugnet. Politikerlügen halt.

  • #19
    Norbert

    „In den zivilisierten Gesellschaften sind Persönlichkeitsschäden der Normalfall“

    so wie bei demjenigen, der diesen Summsi schreibt:

    „Frauen sind evolutionär (über Millionen von Jahren…) u.a. darauf hin entwickelt, 7 Tage die Woche und 24 Stunden am Tage ggf. sofort zur Verfügung zu stehen, wenn irgendwer aus der Familie sie braucht. Das macht ihnen gar nichts aus, solange sie im Gegenzuge Liebe und Anerkennung ernten“

  • #20
    Arnold Voss

    Deltavox, ich habe nichts gegen glückliche Familien. Ganz im Gegenteil! Aber was machen die Kinder , wenn sich Mutter und Vater nicht (mehr) lieben? Wenn sie nicht (mehr) miteinander glücklich sind? Was machen Mutter und Vater dann selbst? Erhängen sich dann alle, weil eine glückliche Familie mit „artgerechter“ Rollenverteilung alternativlos ist?

    Es gibt ein Glück auch ohne „Artgerechte“ Rollenverteilung. Glauben sie mir. Das sie es sich sich nicht vorstellen können muss nicht bedeuten, dass es auch für alle anderen ausgeschlossen ist.

    Das es für sie ausgeschlossen ist könnte dagegen an Folgendem liegen. Ich zitiere sie selbst:In den zivilisierten Gesellschaften sind Persönlichkeitsschäden der Normalfall.

    Ergo, auch sie könnten einen Persönlichkeitsschaden haben, oder?

    ….ach nee, geht ja gar nicht, sie sind ja in einer „artgerechten“ Familie im Dauerglück groß geworden.

    Sorry Deltavox, ich kann sie leider nicht mehr ganz ernst nehmen. Nehme sie es nicht persönlich, aber ich werde ihnen nicht mehr antworten. Dafür ist mir meine Zeit zu schade.

    Aber ihnen wird sicher auch ohne mich noch ne Menge einfallen um ihre Art zu leben als unhinterfragbar und alternativlos darzustellen. Artgerecht eben.

    Noch viel Spaß hinter der selbstgebauten Barrikade!

  • #21
    Deltafox

    Arnold Voss, was macht der Motor Ihres Autos, wenn er kein Öl mehr hat? Gibt es auch ein Autofahren ohne Öl im Verbrennungsmotor?

    Der Mensch ist eine hochkomlizierte Maschine, die auf ganz konkrete Funktionsbedingungen eingerichtet ist. Sind diese Funktionsbedingungen nicht vor, dann gibt es kein optimales Funktionieren.

    Sinnvolle Politik würde die Grundlagen – gleich welcher Art – für glückliche Familien schaffen. Aber der wahre Imperativ ist eben ein anderer: Je kaputter eine Gesellschaft ist, desto besser lässt sie sich ausbeuten.

  • #22
    Werner Jurga

    Schon erstaunlich: da schreibt Annika Joeres einen durch und durch vernünftigen Beitrag über die Sinnhaftigkeit der Staatsverschuldung. Und während sich die schwäbischen Hausfrauen noch gar nicht so richtig warmlaufen konnten, erscheint hier ein „Deltafox“, der gegen „Systemjournalisten“ wettert und sich dann an der artgerechten Rollenverteilung zwischen Männlein und Weiblein verbeißt.
    @ Arnold Voss: richtige Entscheidung getroffen! Nicht mehr antworten!
    Wenn es schon gelingt, so ein – an und für sich trockenes – Thema wie Finanzpolitik zu drehen und eine „Diskussion“ über Blut- und Boden-Sülze einzuleiten, welches Thema lässt sich dann nicht in einen Diskurs über irgendeine Faschistenscheiße umbiegen?!
    Ich darf auch die Moderation um Aufmerksamkeit bitten!

  • #23
    Quer

    Generationengerecht ist ja gerade die Investion von Finanzmittel, um in den kommenden Jahren, und ich bin sicher die Erfolge stellen sich schon in dieser Legislatur ein, wirklich präventiv zu handeln. Natürlich können wir auch im sozialen oder im Bereich der Bildung unsere Haushalte kaputtsparen. Wir können natürlich auch wie die FDP und die CDU auch der Forderung nachkommen und dabei sogar beim Sparen auf Mehreinnahmen aus gerechtfertigten Gründen zu verzichten. Aber diese Menschen die solche Maßnahmen fordern, sollen sich nicht beschweren wenn ich mich darüber aufrege wenn in diesem Zusammenhang von gelben und schwarzen Politikern und Hörigen dann auch noch von Generationengerechtigkeit reden. Den Klientelpolitik und die Verwischung des Freiheitsbegriffs sind NICHT generationengerecht, genauso wenig wie eine rigorose Sparpolitik.

  • #24
    Deltafox

    Es ist schon bemerkenswert, mit welchen Mitteln Leute, die durchaus für solche Methoden bekannt sind, hier Wind dagegen machen, dass ich meine Überzeugungen begründet äußere. Ich werde es mir zukünftig ersparen, hier zu kommentieren.

  • #25
    Beate

    Frau Kraft macht platte, angebotsorientierte Wirtschaftspolitik.

    Das machen wir in Deutschland seit 1982.

    Führen vermehrte Bildungsausgaben dazu, dass die Wirtschaft sich in zwei Jahren verstärkt bei den privaten Haushalten verschuldet?
    Und so auch zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden.

    Oder ist es nicht so, dass der Staat durch seine Ausgaben, meinetwegen finanziert über die Druckpresse, nachfragewirksame Einkommen schafft, die die Wirtschaft dazu bewegen zu investieren?

  • #26
    Deltafox

    @ Beate : Hier möchte ich doch noch einmal eingreifen. Bei nüchterner Betrachtung hat Kraft bisher gar nichts vor, was man nicht als eine partielle Revidierung gnadenloser Rotsstiftspolitik der Vorgängerregierungen deuten könnte.

    Systematisch geht es jedenfalls um Nachfragepolitik:

    1. Aufhebung der Studiengebühren entlastet die StudentINNen, schafft damit zusätzlichen Spielraum für private Nachfrage.

    2. Die Hilfen an die Kommunen werden zweifellos auch Nachfrage wirksam – in Form von öffentlicher Nachfrage.

    3. Soweit die Kraft Regierung selbst in Bildung investiert, ist das eine erhöhung der öffentlichen Nachfrage.

    Angebotspolitik wäre es, wenn den Kapitaleignern Steuern gesenkt oder Transferzahlungen geleistet würden. Mir ist nicht bekannt, dass Kraft solches vor hat. Sie hat es vielmehr schon öffentlich bedauert, dass die Landesregierung keine Steuern erheben kann….

  • #27
    Angelika

    #17 Deltafox

    „…Frauen sind evolutionär (über Millionen von Jahren…) u.a. darauf hin entwickelt, 7 Tage die Woche und 24 Stunden am Tage ggf. sofort zur Verfügung zu stehen, wenn irgendwer aus der Familie sie braucht…“

    Da kann man ja nur kichern. Bevor ich mich gerade an diesen PC setzte, meine Durchsage an die Familie: „ICH HABE JETZT PAUSE. IN DER NÄCHSTEN STUNDE, KANN AUCH RUHIG LÄNGER SEIN, WILL ICH NICHT GESTÖRT WERDEN!“

    Von wegen „…und 24 Stunden am Tag…“.

    Und ich bin keine ‚Evolutionsniete‘, Deltafox!

  • #28
    Angelika

    #18 Ulrich Voss

    „…Bildung allein wird NRW nicht retten. Wir exportieren schon heute Studenten nach Bayern … Das Land braucht Arbeitsplätze…

    Außerdem führt NRW einen Kampf, den es nicht gewinnen kann. Denn das Land hat keinen Einfluss auf höhere Steuern …“

    Genau so ist es!

  • #29
    Deltafox

    @ 27, Angelika:

    Und was wäre, wenn eines Ihrer Kinder Sie in der Zeit wirklich brauchte?

    Es kommt in dieser Gesellschaft nicht selten vor, dass Leute mit dem Gefühl der Überlegenheit kichern, weil sie etwas nicht verstanden haben.

  • #30
    Deltafox

    @ #28 Angelika

    Ihr Auftreten hier spricht nicht dafür, dass Sie aufgrund als glücklich empfundener Lebensituation zu den ausgeglichenen Naturen gehörten, nebenbei bemerkt.

    Sie schreiben:

    Außerdem führt NRW einen Kampf, den es nicht gewinnen kann. Denn das Land hat keinen Einfluss auf höhere Steuern …”

    Genau so ist es!

    => Warten Sie doch erst einmal ab, wie sich die Dinge entwickeln. Das mit Abstand stärkste Bundesland hat jedenfalls Einfluss auf die Bundespolitik, und wenn Krafts Popularität weiterhin steigt, die von CDU/CSU/FDP weiterhin in den Keller geht, dann werden die Hinterbänkler jener Parteien immer nervöser werden und immer mehr bereit sein, über eine andere Politik nachzudenken. Die neoliberalen Parteien sind doch eindeutig im Sink- bis Sturzflug, weil das Volk in allen Schichten die neoliberale Politik satt hat.

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  • #33
    Gisela

    #26 DELTAFOX

    Wenn ich „artgerechte Rollenverteilung“ höre, sträuben sich mir die Nackenhaare. Ich habe schon mal was von artgerechter Tierhaltung gehört, die artgerechte Rollenverteilung ist mir neu. zu welcher Art gehören denn die Frauen? Sind Sie schon im neuen Jahrtausend angekommen, oder wo halten Sie sich noch auf?

    Es sind leider die Ewiggestrigen, die frühkindliche Erziehung ausserhalb des Elternhauses ablehnen, nicht merkend, dass das völlig realitätsfremd ist. Aus welchen Gründen auch immer, wir haben heute leider viele Elternpaare, die ihre Kinder nicht erziehen können oder wollen, und wir schaffen uns extreme Probleme, die letzten Endes durch Einsatz zusätzlicher Kosten wieder gelöst werden müssen, wobei die wirkliche Lösung fraglich und fragwürdig ist. Es hilft niemandem, Realitäten zu ignorieren, und da bin ich froh, dass Frau Kraft und Frau Löhrmann doch recht pragmatisch sind. Wir müssen nicht Müttern quasi als Gebärprämie, EUR 150,00 monatlich bezahlen, die ihre Kinder zuhause erziehen. Die, die es aufgrund eigener Motivation und Erkenntnis tun, brauchen das Geld nicht, und die anderen, sind eben die, die das Geld gern mitnehmen, sich dennoch nicht angemessen um ihre Kinder kümmern.

    Die Liebesfähigkeit der heutigen Vätergeneration möchte ich nicht infragestellen. Ich finde es wunderbar, was sich da zum Guten verändert hat, erlebe es intensiv in meiner Familie. Meine Söhne können leider nicht stillen, das hat die Biologie nicht vorgesehen, ansonsten stehen sie ihren Frauen in nichts nach. Deshalb müssen sie diese auch nicht „artgerecht halten“, sondern sehen in ihnen vollwertige und gleichberechtigte Partnerinnen, und das macht mich sehr stolz.

    Wenn Sie sich mal mit der Menschheitsgeschichte auseinandersetzen, werden Sie wissen, dass es mal ein Matriarchat gab, in dem man gleichberechtigt für den Nachwuchs verantwortlich war zum grossen Glück und zur Zufriedenheit aller Beteiligten. Eine Rollenverteilung wurde dann von den Machos im Patriarchat eingeführt, aus Gründen, die man in ihrer Breite hier nicht diskutieren kann. Deshalb sollten Sie die „artgerechte Rollenverteilung“ nicht als gottgegeben propagieren, sondern an sich arbeiten.

  • #34
    Werner Jurga

    Und so geschah es, dass, als man sich schon seit langer Zeit von der Debatte abgewandt hatte, weil Deltafox sein Versprechen gebrochen hatte, uns nicht weiter zu belästigen, die tapfere Gisela die Arena betrat und kundtat, „dass es mal ein Matriarchat gab, in dem man gleichberechtigt für den Nachwuchs verantwortlich war“. Man war wohl noch zum blöd zum Jagen; das machte aber nichts.
    Denn wenn man blöd ist – so schön kann menschliches Leben sein, dann ist man auch glücklich und zufrieden. Ja, deshalb lief das dereinst, wie Gisela nach gründlichem Quellenstudium und „aus Gründen, die man in ihrer Breite hier nicht diskutieren kann“ ganz genau weiß, „zum großen Glück und zur Zufriedenheit aller Beteiligten“.
    Doch dann geschah es. Aus Gründen, die uns Gisela ebenfalls wegen der knapp bemessenen Sendezeit nicht genau verraten kann, trug sich das Entsetzliche zu: „Eine Rollenverteilung wurde dann von den Machos im Patriarchat eingeführt.“
    Und jetzt haben wir die Scheiße:
    Annika Joeres schreibt einen Aufsatz über die Staatsverschuldung und erntet Kommentare nicht nur von Deltafox, sondern auch noch von Gisela. Und Werner Jurga freut sich auch heute noch über besagte Einführung, findet es geil, ein Mann zu sein, und legt großen Wert auf die Feststellung, dass auch er ein Macho ist.
    Merke: die artgerechte Rollenverteilung ist nicht gottgegeben. Sie muss Tag für Tag verteidigt und mühsam neu erkämpft werden. Und selbst wenn dafür Schulden aufgenommen werden müssen: die sind es wert. Schulden sind gut. Keine Chance den schwäbischen Hausfrauen!

  • #35
    Arnold Voss

    Gisela, diskutieren sie erst gar nicht mit Deltavox. Er kommt nicht mal selbst seiner eigenen kruden Ideologie der artgerechten Rollenverteilung nach. Sonst wäre er nicht so feige, eine Idee von der er so überzeugt ist, hier statt mit seinem richtigen Namen unter einem Deckmäntelchen zu verbreiten.

  • #36
    Gisela

    Werner Jurga

    Wenn Sie nicht so unerträglich überheblich wären, hätten Sie sich Ihren Kommentar erspart und lieber Ihrer Frau dabei geholfen, das Laub zusammenzuharken. Und wenn Sie noch ein wenig mehr zum Matriarchat wüssten, wäre es selbst für Sie kein Geheimnis, dass die Frauen jagten und die Männer liebevoll sich den Kindern zuwandten. Gibt es übrigens heute noch an einigen wenigen Stellen in unserer Welt. Aber man(n) muss sich eben informieren.

  • #37
    Radner

    Winfried S. agierte – außer als „Deltafox“ und „Albatross“ auch als „Gisela“? Das ist ja wirklich ganz besonders liebreizend …

    Auf ihren eigenen zahlreichen Blogs springt „Gisela“ alias Winfried S. nun vor Wut im Viereck, und gedroht wird auch ein bisschen:

    http://freegermanysobottka.blogspot.com/2010/09/offener-brief-xtranews-stefan-meiners.html

    Irgendwie gar nicht „artgerecht“, solches Benehmen.

  • #38
  • #39
    Christian Friedrich

    Schulden müssen mit Zinsen zurückgezahlt werden. Das machen dann die folgenden Generationen?
    Die SPD mit Ihrer mittelmäßigen Frau Kraft regiert sich selber in die Pleite.

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