2

Sky90: Die Jürgen Klopp-Show

Fußball. Quelle: Wikipedia, Foto: Anton, Lizenz: cc

Fußball. Quelle: Wikipedia, Foto: Anton, Lizenz: cc

Am Freitag hatte ich es angekündigt, daher werde ich nun auch worthalten und die gestrige Sky90-Sendung, in der Jürgen Klopp zu Gast war, hier noch einmal kurz zusammenfassen.

Nur, und das muss ich gleich vorweg nehmen, spektakuläre Neuigkeiten gab es dort gestern nicht. Während Clubchef Aki Watzke in der Vorwoche im ‚Doppelpass‘ eine neue BVB-Transferoffensive für den Sommer ankündigte, entwickelte sich die gestrige Sky90-Ausgabe eher zu einer netten Plauschrunde, bei der der Borussen-Coach völlig im Mittelpunkt stand.

Nicht das wir uns da missverstehen, ich fand die Sendung sehr angenehm. Nur wirklich Neues zu erfahren gab es für BVB-Fans dort nur recht wenig. Die Runde mit Alfred Draxler (Bild) und Ottmar Hitzfeld (‚Experte‘ und Ex-BVB-Coach) widmete sich u.a. in aller Ausführlichkeit vor allem dem Leben und Wirken von Jürgen Klopp, seiner sportlichen Vergangenheit usw..

Am Rande sei angemerkt: Schon allein optisch hob sich ‚Kloppo‘ übrigens von den anderen Gästen des Abends ab. Als einziger trug er keinen dunklen Anzug, sondern einen hellen, legeren Pullover.

Die Gespräche entwickelten sich ähnlich. Klopp fiel auf, überstrahlte alle Anwesenden mit seiner Persönlichkeit, seiner bekannt lockeren Art. Am Ende der Sendung hatte man fast gar nicht wahrgenommen, das außer dem BVB-Trainer auch noch andere Teilnehmer an der 90 minütigen Debatte teilgenommen hatten. Und das schreibe ich gar nicht mit Sicht durch die gerne zitierte ‚BVB-Brille‘. Das war einfach so.

Da die beiden Sonntagsspiele der Bundesliga diesmal zudem recht unspektakulär waren, fielen die Berichte darüber entsprechend kurz und knapp aus. Die Runde beschäftigte sich nahezu ausnahmslos mit dem BVB und seinem Coach.

Beinhaltet war in der Debatte natürlich noch einmal ein längere Rückschau auf das verlorene Derby vom Samstag, ein großer Rückblick (mit schönen Bildern) auf die Karriere des Jürgen Klopp, abschließende Betrachtungen der ‚China-Affäre‘ mit den Bayern aus der Vorwoche, eine Live-Schalte mit Jürgen Klopp‘s Trainer-‚Vorbild‘ Wolfgang Frank, und einige (mehr oder weniger banale) Zuschauerfragen an den Meistertrainer des BVB wurden beantwortet.

Klopp berichtete auf Nachfrage sogar von seiner Friseuse (einer Freundin seiner Frau), lobte Mario Gomez als tollen Stürmer und Jupp Heynckes als sehr geschätztem Kollegen, erzählte vom bewegenden Abschied von Shinji Kagawa, gab seine aktuellen Eindrücke von Robert Lewandowski zum Besten, ließ sich allerdings von Moderator Patrick Wasserziehr in Transferfragen nicht locken. Der Coach sprach von der großen Enttäuschung nach dem Derby, begründete seine Aufstellung vom Samstag, berichtete von der schweren Verletzung von Mats Hummels, bilanzierte das bisherige tolle Abschneiden des BVB in der Champions League usw.. Dies alles in großer Gelassenheit, mit dem üblichen Charme und Charisma versehen. Klopp bestritt übrigens im Laufe der Sendung auch vehement ein ‚schlechter Verlierer‘ zu sein. Dies sei ihm auch sehr wichtig, betonte der 45-jährige am Sonntag noch einmal ausdrücklich.

Nach sehr kurzweiligen 90 Minuten bedankte sich selbst Moderator Patrick Wasserziehr für eine Runde, auf welche er sich bereits im Vorfeld besonders gefreut habe und welche ihm tatsächlich nun auch eine besondere Freude bereitet habe. Nett zuzusehen und zuzuhören vor allem auch für BVB- und Klopp-Fans, aber eine Sendung ohne spektakuläre Neuigkeiten. Muss aber ja auch nicht immer sein. Manchmal ist es auch einfach schön mal etwas länger etwas von einem Sportler- bzw. Trainer zu hören als die üblichen 30-Sekunden-Statements. Und die Ereignisse der letzten Monate rund um den BVB mal wieder mit etwas mehr Ruhe und Gelassenheit nahegebracht zu bekommen ist ja auch mal nett. Und so war es gestern Abend eben in dieser Sendung. Wirklich nett!

RuhrBarone-Logo

2 Kommentare zu “Sky90: Die Jürgen Klopp-Show

  • #1
    Martin Böttger

    Lieber Robin,
    das kommt mir hier alles zu harmonisch rüber. Wie kommentierst Du das denn hier, was süddeutsche.de meldete:
    ‚Idealerweise setzt Mats sich auf den Arsch und lässt einen Arzt gucken, was da ist. Es ist richtig, dass Schalke die Torchancen bekommen hat, weil Mats nicht mehr richtig laufen konnte‘, wurde Klopp in der Bild-Zeitung zitiert.
    Also tut mir leid: dass mit Hummels was nicht stimmte, haben wir doch nach spätestens 15 Minuten nur durch Fernsehgucken gemerkt. Und von der Trainerbank aus war das nicht zu merken? Und nicht zu klären? Und anschliessend streitet man nicht intern darüber, sondern in BILD? Da ist doch ein bisschen mehr faul, oder etwa nicht? Gibts Ärger um seinen Vertrag? Ist er unzufrieden? Seine Berater? Oder der Verein? Wollen sie ihn verkaufen/loswerden/zu einem Haufen Geld machen? All diese Fragen werden durch Klopps mekrwürdiges öffentliches Agieren aufgeworfen und ich unterstelle ihm so viel Intelligenz, dass er das ganz genau weiß.
    Vielleicht hat er auch schlicht einen schweren Coaching-Fehler von Löwschem Ausmaß gemacht und will nun davon ablenken. Aber über sowas wird in den schleimigen TV-Talkshows nicht gesprochen. Oder wurde es? Ich guck sowas nicht mehr.

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Die Sendung war so harmonisch, Martin. Das hatte ich davor so auch nicht erwartet. Als ich am Freitag hier öffentlich angekündigt hatte über die Sendung anschliessend einen Zusammenfassung zu schreiben, da war meine Erwartung auch noch eine Andere. Hätte ich da schon gewusst, dass sie dann so harmonisch wird, dann hätte ich das wohl so auch nicht gemacht. War dann aber so. Und, wie beschrieben, war das für mich ja auch sehr angenehm zu schauen. Harte Fragen gab es aber eigentlich keine, oder ich erinnere mich jetzt zumindest nicht mehr daran. Grund für Kritik gibt und gab es natürlich schon. War aber kein wesentlicher Bestandteil der Sendung. Wasserziehr hat zwar gefragt ob Hummels Aufstellung kein Fehler gewesen sei, das bestritt Klopp allerdings. Er würde es, mit dem Wissen von vor dem Spiel wierder genauso machen, sagte er. Und in der Woche zuvor sei er für seine Rotationen gegen Hannover noch gefeiert worden. So sei das eben, wenn es dann mal nicht so klappt wie vorgestellt, meinte Kloppp. Damit war das Thema, meiner Erinnerung nach, dann durch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.