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Töten uns Todesstrahlen?

Wir werden alle sterben! Irgendwann. (Foto: Jörg Weingrill/ Flickr)
Wir werden alle sterben! Irgendwann. (Foto:  Jörg Weingrill/ Flickr)

Wir werden alle sterben! Irgendwann. (Foto: Jörg Weingrill/ Flickr)

Ruhrgebiet – eine Region zittert.

Ein Himmelsdämon schickt sich an morgen, am Freitag, den 20. März, das große Orange vom Firmament zu klauen. Ewige Dunkelheit droht. Todesstrahlen.

In seiner Perfidie hat der Himmelsdämon sogar mitgeteilt, wann er toben wird: von 9.30 Uhr bis 12.00 Uhr.

Seine besondere Perversion betrifft unsere Kleinsten: unsere Kinder. Doch die Schulbehörden kämpfen.

 

Und stellen den Eltern mitunter frei, ihre Kinder zuhause zu behalten, so den Eltern die Gefahr einfach zu groß erscheint. So wie bei dieser Duisburger Schule:

Angst geht um in Duisburg. (Foto: Facebook)

Angst geht um in Duisburg. (Foto: Facebook)

Noch schlimmer die Situation aus Münster, die uns via Twitter erreichte:

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Wir Ruhrbarone können, nach Anrufung der entsprechenden himmlischen Sphären, Entwarnung geben:
Niemand braucht morgen Angst zu haben, von „diesen Lichtstrahlen bestrahlt“ zu werden.
Es sind diesselben Lichtstrahlen, die täglich von diesem leuchtenden Himmelsball, auch „Sonne“ genannt, ausgesandt werden.

Im Ernst: morgen ist Sonnenfinsternis. Dabei verdeckt der Mond die Sonne. Ein wunderbares Naturschauspiel. Genau dieses bietet unglaubliche Möglichkeiten, Kinder in ihrer Neugier für die Welt zu unterstützen. Viele Schulen an Rhein und Ruhr, und wohl auch in Münster, tun das. Sie haben sich entsprechende Brillen besorgt, selbst gebastelt, Lochkameras gebaut – und das Himmelsspektakel sinnvoll in den Schulalltag eingebunden. Den Kindern beigebracht, nicht direkt und ungeschützt in die Sonne zu schauen – natürlich auch dann, wenn gerade keine Sonnenfinsternis herrscht. Wir wollen davon ausgehen, dass diese Schulen die Mehrheit darstellen. Sie handeln gut.

Auch ausserhalb der Schulen gibt es gute Angebote, die Sonnenfinsternis zu erleben.

Aber leider erreichen uns auch die Mitteilungen von den obigen Panikmeldungen. Diese sind mitunter Ausdruck des Unverständnisses des morgigen Phänomens. Sie zeugen aber auch von einer Versicherungsmentalität der Schulen, ausgelöst durch die Angst, von Eltern verklagt zu werden. Diese wird unterstützt von einer Schulaufsichts-Bürokratie, die sich nicht hinter die Lehrkräfte und die Bildung stellt, sondern bemüht ist, den Schulfrieden zu wahren – wie auch immer. Diese Schulen handeln schlecht.

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17 Kommentare zu “Töten uns Todesstrahlen?

  • #1
    keineEigenverantwortung

    ??????????????????????????????????????????????????
    Hilfe ich will hier weg!!!!

    Wie kann man so eine Chance nur so versemmeln. Das ist ein 2 Meter ohne Torwart, eine einmalige Gelegenheit Kinder zu motivieren. Natur kann Live erlebt werden. Und dann so etwas????

    Wir wollen kein Kind zurücklassen?
    Ich nehme hiermit meine möglichen positiven Prognosen für eine Entwicklung im Ruhrpott zurück. So werden wir alle schön sicher vor der Kiste versauern und das rundum Vergammel-Paket der „sozialen“ Regierung bekommen. Hoffentlich finden wir ein paar Dumme, die diese Minimalversorgung finanzieren.

    Wenn das so weiter geht, brauchen wir uns wg. religiöser Kleidung etc. in Schulen keine Gedanken machen, dann ist ABC Vollschutz Pflicht.

  • #2
  • #3
  • #4
    Klaus Lohmann

    Ich hoffe, in Münster ist der gute, alte „Duck + Cover“-Film aus 1951 noch für die Schulen verfügbar.

    (Boah, ist das alles krank hier)

  • #5
  • #6
    Hendrik

    Ist an meiner Schule (bin selber Lehrer) (BezReg Münster) leider auch so :/

    Gang auf den Schulhof ist ohne Besitz der entsprechenden SoFi-Brille strengstens verboten…

  • #7
    Klaus Lohmann

    @Hendrick: Es ist zwar totally GaGa, aber: Was machen die Kinder, die heute keine SoFi-Brille mehr bekommen haben? Werden die im Klassenraum eingesperrt oder bekommen deren Eltern beim nächsten Elterngespräch einen Anschiss????

  • #8
    Hendrik

    @Klaus: Klar, natürlich ist das Gaga. Imho ist das alles auf dem Mist der BezReg gewachsen, haben zig Emails von denen bekommen.

  • #9
    keineEigenverantwortung

    Wenn die Kids bei Mama und Papa bleiben können, zeigt dies deutlich, welche Priorität Schule hat. Kinder scheinen zu stören.

    Wahrscheinlich ist es in solchen Fällen auch besser, direkt für Homeschooling zu kämpfen.

  • #10
    Thomas Weigle

    Wenn ich daran denke, dass ich als Grundschüler vorsätzlich einer partiellen Sonnenfinsternis ausgesetzt wurde! Auf dem Schulhof! Unter Anleitung der Klassenlehrerin! Das muss man sich mal vorstellen! Ungeheuerlich! Schon wenige Jahre später, so mit Mitte Zwanzig war ich bereits auf Seehilfen angewiesen.

  • #11
    Saskia Schürmann

    Bei uns leider genauso. Wir haben sogar das Stundenraster umgestellt.. Damit ja keiner versucht ist hochzugucken. Kinder sind schwer enttäuscht.. Ich sowieso. Ich hätte so gerne meinen Sonnenreflektor mitgenommen. Aber: genau wie bereits erwähnt… Das Risiko ist zu groß. Weil bei uns keiner rechtzeitig an Brillenkauf gedacht hat. Und auf „Die Schüler instruiert nicht in die Sonne zu sehen“ kein Verlass ist. Und … Sollte etwas passiert wir unseren Popo dafür herhalten müssen. Das Risiko ist einfach zu hoch. Bin mal gespannt, wie viele morgen „krank“ sind.

  • #12
    Gpschnyder

    Mein Sohn ist in einer „ihr Kind darf zuhause bleiben “ Schule. Ich hab die Chance genutzt, mache den „was ist eine Sonnenfinsternis“ Unterricht jetzt gleich am Frühstückstisch. Wir haben eine Lochkamera gebaut. Mit der gucken wir uns das Spektakel an wenn es das Wetter zu lässt. homeschooling light…

  • #13
    Nansy

    Wie im Spiegel zu lesen war, mussten an etlichen Schulen die Eltern per Unterschrift zustimmen, dass ihre Sprösslinge das Sonnenspektakel verfolgen dürfen oder dass sie die Kinder über die Gefahren beim direkten Blick in die Sonne informiert haben.

    In früheren Zeiten wurden die Schüler ganz selbstverständlich von Eltern, Lehrern und Schulpersonal über die Gefahren der Sonnenfinsternis für die Augen informiert – und das war es dann auch schon.
    Heute neigt die staatliche Bürokratie dazu, alles zu regeln und die Bürger zu bevormunden. Ihrem geregelten Verfahren ist jede emotional begründete Entscheidung zur Freiheit zuwider. Was wir als angenehm, schön, verlockend empfinden, das ist dem Apparat schlicht irrationales Zeugnis unserer Unmündigkeit, unserer Unfähigkeit, selbst zu entscheiden, was gut für uns ist.
    Die risikolose Gesellschaft gilt heute als erstrebenswert – der risikoscheue Bürger überläßt diese Aufgabe gerne auch dem Staat, und dieser füllt die von den Eltern hinterlassene Lücke dann auch gerne aus.
    Eine traurige Entwicklung……

  • Pingback: Sonnenfinsternis - sind die Lehrer Schuld? | Ruhrbarone

  • #15
    Helmut Junge

    In unseren Nachbarländern benötigt niemand eine Geländerabsperrung an einer Gracht, Hafenbecken, usw. in Deutschland aber schon, obwohl selbst deutsche Kleinstkinder in ihren Urlaubsorten niemals ins Wasser fallen. Hier wäre ein Wasserbecken ohne Geländer undenkbar. Denn wer trägt da die Verantwortung?
    Und wenn ein Kind am Tag nach so einer Sofi schlecht gucken kann, dürfte der Lehrer schnell eine Klage am Hals haben. Da kann ich die Lehrer verstehen, wenn sie solche Verhütungsmaßnahmen zum Selbstschutz anordnen. Ein Nebenergebnis der Klagesucht einiger Mitglieder unserer Gesellschfaft.

    ABER: Wie deute ich das Gekrächze der Raben im Strommast hinter meinem Garten zur Zeit der Sofi?
    Die haben genau zur richtigen Zeit gekrächzt, obwohl es diesig und nichts von der Sonne zu sehen war. Sonst nerven diese Raben meist zu anderen Zeiten. Das ist doch schaurig, oder nicht? Denn sie müssen es gewußt haben!!!! Obwohl sie nie im Internet surfen, keine Ruhbarone lesen, nicht mal eine Zeitung. Raben im Nebeldunst genau zur richtigen Zeit! Die Raben haben gekrächzt, hab ich selbst gehört. Und ich weiß nicht warum! Statistisch normal? Glaub ich nicht. Es muß andere, viel kompliziertere Erklärungen geben, die wir alle nicht verstehen.
    Doch Todesstrahlen?

  • #16
    keineEigenverantwortung

    @15:
    Der hohe Aufwand,, um Menschen vor dem Gewinn des Darwin-Arwards zu schützen ist natürlich auch sehr konstenintensiv und lenkt Geldströme in Richtungen, die eigentlich nichts bringen.

    Insbesondere Kinder müssen bei Leben-Lernen auch fallen dürfen. Komisch ist nur, dass dieser Überallschutz wohl gewünscht ist, auf der anderen Seite werden bspw. Masern-Impfungen verweigert.

    Risikoabschätzung ist wohl sehr individuell bzw. vom der Mode im Bekanntenkreis abhängig.

  • Pingback: Nebel und vier Grad | USmith Blog

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