#1 | bob hope sagt am 16. Oktober 2014 um 12:34 Uhr

Die Debatte geht aus meiner Sicht am Thema vorbei: Einerseits wird kritisiert, dass der VfL Bochum für den Frauenleistungssport im Verein keine Zukunft mehr sieht, anderseits wird mit dem Motto „Im Verein ist Sport am schönsten“ argumentiert – ein Slogan, der für den Breitensport wirbt. Ich kann die Überlegungen der VfL Bochum Fußballgemeinschaft e.V. (nicht des Gesamtvereins), zu der die Damenteams gehören, schon nachvollziehen. Einerseits gibt es dort sechs „Mannschaften“ (sagt man dorch auch im Frauenfußball so, oder?), die unter semiprofessionellen Bedingungen arbeiten, andererseits ist die Resonanz in der Öffentlichkeit sehr zurückhaltend. Zu den Spielen der 1. Frauenmammschaft in der 2 . Bundesliga Nord kommen im Schnitt 60 Zuschauer, es finden sich keine Sponsoren, die bereit sind einen niedrigen fünfstelligen Betrag aufzubringen und lediglich die Lokalausgaben von WAZ und Ruhrnachrichten berichten über die Spiele. Auch, wenn man im Sport nicht alles den ökonomischen Zwängen unterordnen soll, so spielt spätestens im Leistungssport die Wirtschaftlichkeit eine wichtige Rolle. Und wenn es in Bochum und Umgebung anscheinend kein Umfeld für den Leisungssport Frauenfußball gibt, dann müssen sich die Aktiven und Verantwortlichen wohl oder übel einen anderen Standort suchen.

Vermutlich werden angesichts der Mobilisierung, zu den nächsten Spielen tatsächlich ein paar hundert Zuschauer mehr kommen, ob der „Boom“ aber länger anhält ist mehr als fraglich. Aber vielleicht sollte der Verein die Entwicklung noch abwarten.