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Sympathisch und erfolgreich! – Warum der 1. FC Heidenheim trotzdem nicht aufsteigen darf

Heidenheim-Coach Frank Schmidt. Quelle: Wikipedia; Foto: Alexander Böhm; Lizenz: CC BY-SA 4.0

Ich bin schon seit Jahren ein großer Sympathisant des 1. FC Heidenheim. ‚Schuld daran‘ ist Filmemacher Aljoscha Pause, der in seiner großartigen Sportdokumentation ‚Trainer‘ im Jahre 2013 unter anderem auch hinter die Kulissen des damaligen Drittligisten blickte und den Zuschauern dabei insbesondere dessen Trainer Frank Schmidt (siehe oben) näherbrachte.

Schmidt kämpfte mit seiner Mannschaft, einem Team aus dem 50.000-Einwohner Städtchen Heidenheim in Baden-Württemberg, seinerzeit besonders leidenschaftlich um den Aufstieg in die 2. Liga. Mit ungewöhnlich viel Emotion und Leidenschaft versuchte der Trainer in Pauses Streifen stets alles um seine Jungs anzustacheln, sie zum maximalen Erfolg zu führen. Und das auf eine sehr sympathische Art. Das gefiel mir, machte mich zum ‚Fan‘ des Coaches und des Vereins.

Seither verfolge ich regelmäßig auch das sportliche Schicksal der Heidenheimer mit besonderem Interesse. 2014 gelang Schmidt mit seinen Jungs das, was er schon in ‚Trainer‘ mit Macht anstrebte: Heidenheim stieg auf, darf sich seither in Deutschlands zweithöchster Spielklasse mit Teams messen, die teilweise aus Millionenstädten kommen, die eine schier übermächtige Substanz in Verein und Umfeld haben.

Und doch hält sich Heidenheim in diesen Vergleichen tapfer, konnte sich im Laufe der Jahre nicht nur im Unterhaus der Bundesliga etablieren, steht in dieser Spielzeit sogar kurz vor dem Aufstieg in die 1. Liga.

Heidenheim? In der 1. Liga? Ernsthaft? Dieser Gedanke schreckt viele Fußballfans im Lande aktuell auf. Von Managern und Vermarktern einmal ganz zu schweigen.

Zwei Spieltage vor Saisonende rangiert Heidenheim aktuell aber tatsächlich auf Platz vier. Der große VfB Stuttgart ist punktgleich mit den kleinen ‚Nachbarn‘ auf Platz drei, hat jedoch noch ein Spiel mehr in der Hinterhand.

Hinter Arminia Bielefeld (die bereits offiziell aufgestiegen sind), dem Hamburger SV und eben den Stuttgartern, haben die Heidenheimer aber zumindest noch immer reale Chancen sich für die Relegationsspiele gegen den drittletzten des Oberhauses zu qualifizieren.

Ließe ich alleine mein Herz sprechen, ich würde dem Underdog alle Daumen drücken. Ein mit viel Herzblut und Leidenschaft geführter Provinzverein der sich gegen die Großen nicht nur behauptet, der ihnen richtig zusetzt. Und das mit einem Trainer im Klub, wie er sympathischer nicht sein könnte. Ein Fußballmärchen könnte hier war werden.

Und doch wünsche ich mir aktuell keinen Aufstieg der Heidenheimer. Zumindest nicht in diesem Sommer. Mit Bielefeld bekommt die 1. Liga jetzt ja schon mit Sicherheit einen neuen, finanzschwachen Verein mit dazu. Die Arminia ersetzt also quasi nahtlos den SC Paderborn, der als erster Absteiger des Oberhauses schon feststeht.

Würde jetzt auch noch Heidenheim in wenigen Tagen aufsteigen, dessen Stadion nur rund 15.000 Zuschauern Platz bietet, es wäre für die durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie aktuell extrem angeschlagene Liga ein weiter Tiefschlag.

Im Vergleich zu den Traditionsklubs Stuttgart und Hamburg ziehen Bielefeld und Heidenheim halt deutlich weniger. Und das nicht nur in Sachen Stadion-Zuschauer (was aktuell ja eh kein echtes Thema ist), sondern auch in Sachen Einschaltquoten und Vermarktung.

So anerkennenswert die Leistungen von Frank Schmidt & Co. auch sind, so sympathisch sich der Verein von der Schwäbischen Alb auch darstellt und entwickelt hat, die Platz des Underdogs, den hat sich in diesem Frühsommer bereits die Arminia aus Bielefeld geschnappt.

So leid es mir tut: Ein Aufstieg des 1. FC Heidenheim, eines weiteren ‘Fußballzwergs’, er wäre in diesem Sommer für die Bundesliga schlicht ein Fiasko.

Sorry, Frank Schmidt!

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