DFB-Pokal und Meisterschale. Foto: Robin Patzwaldt
Seit dem Wochenende ist die Bundesliga-Saison 2020/21 Geschichte. Nur der Ausgang der beiden in dieser Woche angesetzten Relegationsspiele zwischen dem 1. FC Köln und Holstein Kiel ist noch offen. Hier wird der 18. und letzte Erstligist für die Spielzeit 2021/22 ermittelt. Alle anderen Entscheidungen sind gefallen. Der ideale Zeitpunkt also, um einmal kurz zurückzublicken und das Gesehene zu bilanzieren.
Umso erstaunlicher, dass am Ende der Saisaon 2020/21 fast alles zu einem positiven Ende gekommen zu sein scheint. Sportlich wurden die Saisonziele mit Champions League Qualifikation, dem DFB-Pokal-Sieg und einer Siegesserie zur rechten Zeit, allesamt erreicht. Dadurch haben sich auch viele Fragen rund um die Kaderzusammenstellung und die leidige Charakterfrage fast beiläufig verflüchtigt. Die Rückkehr von Fans in die Stadien erscheint aktuellebenfalls nicht mehr unabsehbar weit entfernt und auch der menschliche Charakter des Klubs wurde am Samstag bei der Verabschiedung diverser verdienter Spieler, des Schiedsrichters und sogar von Kommentatoren-Urgestein Tom Bayer, der von Marco Reus ein Trikot überreicht bekam, deutlich. Bleibt am Ende eigentlich nur eine unangenehme Frage: Warum zur Hölle wechselt die Borussia ausgerechnet jetzt den Trainer?
DFB-Pokal und Meisterschale. Foto: Robin Patzwaldt
Noch ist sie offiziell gar nicht zu Ende gespielt, folgt am anstehenden Pfingstwochenende doch noch der 34. und letzte Spieltag und anschließend noch die beiden Relegationsspiele, doch kann ein kurzes Fazit der Saison 2020/21 in der 1. Fußball-Bundesliga schon jetzt guten Gewissens gezogen werden. Und das fällt nicht gut aus. Von welchem Standpunkt aus man die Dinge auch betrachtet.
Der scheidende BVB-Cheftrainer Edin Terzic. Foto: BVB
Der BVB ist DFB-Pokal-Sieger 2021! Am Donnerstag besiegten die Borussen im Endspiel in Berlin den Kontrahenten RB Leipzig überraschend klar mit 4:1 (3:0) und sicherte sich dadurch im zehnten Pokal-Endspiel der Klubgeschichte zum fünften Mal den goldenen Pott.
Der DFB-Pokal. Foto: Robin Patzwaldt
Wenn das Finale auch leider coronabedingt ohne die gewohnten Fanmassen im Olympiastadion über die Bühne gehen musste, ist die Begeisterung im Lager der Dortmunder natürlich riesig. Die Saison endet erstmals seit 2017, als Thomas Tuchel mit dem BVB den Pokal gegen Eintracht Frankfurt holte, wieder mit einem großen Titel für die Schwarzgelben.
Dies war, obwohl die Dortmunder seit Jahren schon eine der erfolgreichsten Phasen in ihrer Vereinsgeschichte durchmachen, zuletzt alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Im Gegenteil! Da der FC Bayern München seit der letzten Dortmunder Meisterschaft 2012 zum Serienmeister mutierte, ist jeder Titel, der nicht an die Isar geht eine Kostbarkeit.
Zu verdanken haben sie das beim BVB auch ihrem Trainer Edin Terzic, der das Amt des Übungsleiters im November von Lucien Favre übernahm.
Und genau hierin besteht jetzt plötzlich ein Problem, das so noch vor wenigen Wochen nicht zu erwarten war.
Der FC Bayern München ist seit diesem Wochenende die 31. Meisterschaft nicht mehr zu nehmen. Es ist die neunte (!!!) in Folge. Seit dem der BVB im Jahre 2012 die Fußball-Bundesliga mit Trainer Jürgen Klopp in großes Entzücken versetzte, ist es keinem anderen Team mehr gelungen diesen Titel zu erringen als den Münchenern.
Und ausgerechnet die Dortmunder waren es auch, die die Bayern am Samstagnachmittag abermals auf den nationalen Fußball-Thron hievten. Borussia bezwang am 32. Spieltag den Tabellenzweiten RB Leipzig im heimischen Westfalenstadion mit 3:2 und sorgte dadurch dafür, dass die Bayern schon vor ihrem drittletzten Spiel der Spielzeit gegen Mönchengladbach nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen waren.
Der Jubel in München, er hielt sich coronabedingt in engen Grenzen, wäre in Anbetracht der inzwischen gewonnenen Routine im Feiern aber wohl auch sonst überschaubar geblieben. Dass die Bayern dann im Top-Spiel des Spieltags die andere Borussia vom Niederrhein mit 6:0 aus dem Stadion schossen, interessierte dann schon noch kaum jemanden, war das Spiel der Münchener dann doch sportlich schon bedeutungslos, was das Meisterrennen betraf.
Wobei ‚Rennen‘? Ein richtiges Rennen war es auch in dieser Saison wieder nicht, was aber gar nicht so sehr an den schier übermächtige Bayern selber lag.
Das voll besetzte Stadion in Dortmund. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Wir haben Anfang Mai und die Fußball-Bundesliga geht, nachdem sie im Vorjahr coronabedingt zu diesem Zeitpunkt noch nicht soweit war, wieder einmal in die entscheidende Phase. Drei Spieltage noch, dann ist die Saison 2020/21 bereits Geschichte.
Trotz einiger Spielverschiebungen und kurzfristiger Ausfälle, scheint die Spielzeit am Ende doch überraschend unproblematisch über die Bühne gegangen zu sein bzw. zu gehen. Den Machern und Verantwortlichen wird verständlicher Weise ein großer Stein vom Herzen fallen. In Pandemiezeiten den Spielbetrieb fast wie normal abwickeln zu können, das war und ist eine gigantische Herausforderung. Und doch gilt es am Ende der laufenden Runde festzustellen: So kann es nicht weitergehen!
Thomas Tuchel als BVB-Trainer. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Am Mittwochabend bezwang der FC Chelsea aus London die Mannschaft von Real Madrid in der UEFA Champions League mit 2:0 und zog in das Finale der Königsklasse ein. Dort treffen die Londoner auf BVB-Bezwinger Manchester City, der sich einen Tag zuvor im Rückspiel gegen Paris SG durchgesetzt hatte. Warum uns das hier im Blog der ‚Ruhrbarone‘ beschäftigen sollte? Weil der Trainer des FC Chelsea der Deutsche Thomas Tuchel ist. Der Trainer also, dem der BVB im Sommer 2017 das Vertrauen entzog.
Tuchel erreichte am Mittwoch zum bereits zweiten Mal hintereinander das Finale der Champions League. Im Vorjahr stand er noch bei Paris an der Seitenlinie, unterlag damals im Endspiel mit seiner Mannschaft dem FC Bayern München. Ein Schicksal, das auch Borussia Dortmund im Jahre 2013 ereilte. Doch während sich der ambitionierte Coach Tuchel seit 2013 zu einem der besten Trainer der Welt mauserte, ging es beim schwarzgelben Revierklub seither sportlich eher abwärts. Das sollte allen, die es mit dem BVB halten, zu denken geben.
Borussia Dortmund hat den Pflichtsieg im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Holstein Kiel am Samstag auf überzeugende Art und Weise eingefahren und sich beim 5:0 (5:0)-Erfolg im Westfalenstadion am Samstagabend als würdiger Pokalfinalist gezeigt. Die zuletzt häufig für ihre Wankelmütigkeit und Inkonstanz kritisierte Mannschaft zeigte sich dabei konzentriert und motiviert. Das war für die Anhänger schön zu erkennen.
Weniger schön war schon die Verletzung, die sich Mateu Morey zuzog. Ohne Fremdeinwirkung überdehnte sich der Eingewechselte das Knie in der zweiten Halbzeit und wurde unter Schmerzen abtransportiert. Das tat schon beim Zugucken weh.
Doch noch ein anderes Problem offenbarte sich für die Dortmunder am Samstag. Und das nicht zum ersten Mal.
Der BVB im DFB-Pokalfinale 2015. Archiv-Foto: Meike Ruschmeyer
Auf dem Papier ist es eine scheinbar ausgemachte Sache: Ein Halbfinale im DFB-Pokal daheim gegen einen Zweitligisten? Da kann der Teilnehmer am DFB-Pokal-Finale am 13. Mai 2021 in Berlin doch nur Borussia Dortmund lauten! Oder?
Doch genau darin besteht auch die Gefahr: Versaut der BVB das Spiel am Samstagabend gegen Holstein Kiel, es wäre wohl die negative Krönung für eine ohnehin schon durch viel zu viele Pleiten und Rückschläge geprägte Spielzeit 2020/21, die die Dortmunder endgültig zum Gespött der gesamten Fußballnation machen würde.
Im Stadion in Dortmund – Spielt hier auch bald die neue Super League?. Foto: Robin Patzwaldt
Die Diskussionen rund um die geplante Super League im Fußball bestimmen aktuell die Schlagzeilen im Bereich Sport. Das verwundert nicht, denn wenn sich drei Klubs aus Spanien, sechs aus England und drei aus Italien zusammenschließen wollen und damit ganz offen auf Konfrontationskurs zur Uefa und deren Champions League gehen, dann beschäftigt das naturgemäß viele Menschen.
In der neuen Liga sollen insgesamt 20 Mannschaften antreten. Für die Gründungsmitglieder sind 3,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Das verdeutlich, dass die Konsequenzen groß sein werden, wenn dies Pläne tatsächlich Realität werden sollten.
Dass die Neugründung vielen Traditionalisten unter den Fußballfans nicht gefällt, ist logisch. Die aktuell riesige Aufregung hingegen nicht.
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