Tito & Tarantula, Donnerstag, 26. August, 19.30 Uhr, Pulp, Duisburg
The Rumours
The Rumours, Freitag, 6. August, 23.00 Uhr, Djäzz, Duisburg
Duisburgs wertloser Heuking-Bericht
Die Stadt Duisburg hat einen Bericht zur Loveparade-Katastrophe veröffentlicht. Die Quintessenz: Die Stadt hat im Vorfeld der Loveparade einen guten Job gemacht. Für die Sicherheit auf dem Gelände und in dessen Umfeld seien Polizei und Veranstalter verantwortlich gewesen.
Die Stadt Duisburg hat heute auf ihrer Internetseite einen 32seitigen Bericht der Anwaltskanzlei Heuking, Kühn, Lüer, Wojtek veröffentlicht – den sie selbst in Auftrag gegeben hat. Wir haben bei der Stadt und Heuking nachgefragt, was der Bericht gekostet hat. Heuking will sich dazu nicht äussern. Wenn wir die Information von der Stadt erhalten, werden wir sie sofort in den Artikel einpflegen.
Der Bericht belastet den Loveparade-Verantstalter Lopavent und die Polizei: Die hätte beispielsweise durch parkende Wagen Fluchtwege verkleinert. Lopavent soll sich nicht an Auflagen gehalten haben.Schlecht weg kommt auch der Gutachter der Stadt, Prof. Schreckenberg. Der hat das Gesamtkonzept von Lopavent als „gut“ bezeichnet. Der Bericht ist gut für die Stadt: „Die Stadt Duisburg hatte keine allgemeine oder gar übergeordnete Zuständigkeit für die Sicherheit der der gesamten Veranstaltung.“
Der Heuking-Bericht arbeitet formal die Verfahren der Stadt ab und kann keine Mängel erkennen. Fehler haben nur die anderen gemacht.
Das es innerhalb der Verwaltung Kritik an dem Loveparade-Konzept gab, wird ignoriert. Auch die Frage der politischen Verantwortung wird nicht gestellt. Duisburg hat für sein Geld einen weitgehend überraschungsfreien Bericht bekommen, der die Stadt und den OB gut aussehen lässt. Bezahlt von den Steuergeldern der Duisburger Bürger, die Aufklärung und die Übernahme politischer Verantwortung wünschen.
Am 25. Juli haben wir geschrieben, dass die Vertuschungsgefahr Grund genug für den Rücktritt (nicht nur) von OB Adolf Sauerland ist. Der Heuking-Bericht zeigt, dass Sauerland sein Amt zu nutzen weiß, um sich selbst reinzuwaschen. Er hat den Zugriff auf die Akten, er kann bestimmen wie sie interpretiert werden. Und Sauerland nutzt seine Chance. Aufklärung geht anders. Sie geht gegen die Stadt, gegen Sauerland und gegen Lopavent. Vielleicht auch gegen die Duisburger Polizei. Das alles werden wir nach dem Abschluss der Ermittlungen wissen.
Der Ruhrpilot

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Der Ruhrpilot
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Update II: Twitter: Flashmob gegen OB Sauerland – E-Petition für Rücktritt

Von Stefan Laurin und Thomas Meiser
Update – 18.36 Uhr. Nach Angaben der Duisburger Polizei nahmen an dem per Twitter erst am Nachmittag angekündigten Flashmob zum Rücktritt des Duisburger Oberbürgermeisters Adolf Sauerland rund 30 Personen teil.
Der Flashmob fand unter so großer Medienbeobachtung statt, daß er mir persönlich (Thomas) gar nicht aufgefallen ist. Vielmehr belagerte eine definitiv größere Zahl von Journalisten – Kamerateams, Knipser usf – die Treppe des neogotischen Duisburger Rathauses.
Von der Treppe herunter begab sich gegen 17.40 Uhr nach meiner Beobachtung Eckhart von Klaeden, der Staatsminister im Bundeskanzleramt, der in seinem S-Klasse-Benz verschwand. Um reifenquietschend um die Ecke zu biegen.
Von Klaeden klärte wohl die am Samstag anstehenden Trauerfeierlichkeiten in der neben dem Rathaus gelegenen Salvatorkirche ab, an denen Bundeskanzlerin Merkel teilnehmen wird.
Auf Twitter häufen sich die Tweets, die zu einem Flashmob gegen Duisburgs OB Adolf Sauerland aufrufen.
Sauerland weigert sich weiterhin von seinem Amt zurückzutreten. Der Grund Er will bei der Aufklärung helfen. Längst ist das die Aufgabe der Staatsanwaltschaft. Der Flashmob soll sich um 17.30 Uhr vor dem Duisburger Rathaus zusammenfinden.
Update: Mittlerweile kann man auch online für den Rücktritt Sauerlands eintreten. Unter Petitiononline findet sich folgender Text:
OB Adolf Sauerland
Nach den Ereignissen der Duisburger Loveparade am 24.07.2010 ist das Verhalten des Duisburger Oberbürgermeisters Adolf Sauerland untragbar und verhöhnt die Opfer dieses Unglücks.
20 Tote und über 500 Verletzte ist die Bilanz einer Katastrophe, die hätte vermieden werden können, wenn nicht Profit- und Profilierungsgedanken Triebfeder gewesen wären. Sie, Adolf Sauerland, der Oberbürgermeister der Stadt Duisburg besitzen nun noch nicht einmal den Anstand, von Ihren Ämtern zurückzutreten.
Ihr Verhalten ist ein Schlag ins Gesicht aller Duisburger und vor allem der Verwandten und Freunden der Opfer.
Deshalb fordern wir Ihren Rücktritt Herr Adolf Sauerland.
Loveparade: Zurücktreten wegen Vertuschungsgefahr

Sicher, heute kann niemand sagen wer persönlich die Schuld an dem Duisburger-Desaster trägt. Trotzdem gibt es einen Grund für Rücktritte: Vertuschungsgefahr. Von Stefan Laurin und Thomas Meiser
Welche Schuld trägt Duisburgs jovialer Oberbürgermeister Adolf Sauerland? Was hat Duisburgs Sicherheitsdezernent Wolfgang Rabe an Schuld auf sich genommen? Hat die Polizei versagt? Die Veranstalter? Die Ruhr2010 GmbH? Das alles werden wir erst in Wochen, wenn nicht in Monaten wissen.
Auf der Pressekonferenz vorhin haben einige der Verantwortlichen deutlich gemacht, dass sie auf Zeit spielen. Das kann gelingen.
Aber das darf nicht gelingen.
Unabhängig von jeder juristischen Schuld, deren Feststellung einer genauen Prüfung bedarf, müssen Verantwortliche wie Sauerland, Rabe oder der faktische Polizeichef Detlef von Schmeling die politischen Konsequenzen tragen.
Und mit ihrem Rücktritt vorbehaltlose Ermittlungen erst ermöglichen.
Wer das Ruhrgebiet kennt, und das darf man uns getrost unterstellen, kennt den Filz, der das Revier bedeckt.
Dieser geht über Parteigrenzen, vermischt sich mit den Behörden und zahlreichen Unternehmen.
Wer es hier schafft, nach einer Katastrophe die ersten Tage zu überstehen und das Heft in der Hand zu behalten, hat gute Chancen durchzukommen – und die Abschlussberichte und die Ermittlungen in seinem Sinne zu beeinflussen.
Bauernopfer werden nach vorne geschickt und später für ihre Treue belohnt.
Im Ruhrgebiet hat man immer noch gute Gründe gefunden, Versager nicht in die Wüste zu schicken und Verantwortlichkeiten klein zu reden.
Deshalb müssen jetzt die Konsequenzen gezogen werden. Das ist die Grundlage der Aufklärung.
Alle Folgen der historischen PK, in der sich die für die Loveparade-Katastrophe in Duisburg Verantwortlichen der Welt lächerlich machen – hier (6 von 6).
Und dann würden wir gern noch eines wissen:
Wer war dafür verantwortlich dafür, dass im VIP-Bereich die Party weiterging?
Dass die Lauschepper weiter lustig saufen konnten nach der Katastrophe?
Die Loveparade nicht sofort zu beenden – das mag auch sicherheitstaktischen Gründen die richtige Entscheidung gewesen sein.
Den B-Promis hätte man den Spaß-Stecker ziehen können.
/Ach ja, wer uns zu dieser Sache, deren Vertuschung damit begonnen hat, daß keine Verantwortung übernommen wurde von welchen Zuständigen auch immer, was mitteilen will
– die Tür für Whistleblower ist wie immer offen.
Loveparade-Desaster: Tote nach Massenpanik – Ursache noch unbekannt
19.50 Uhr. Ruhrbaron Thomas Meiser ist live auf der Loveparade vor Ort.
Thomas Meiser aus dem Pressegetto der Loveparade:
Die Parade läuft unverändert weiter, die wenigsten Kollegen im Pressegetto haben die große Katastrophe realisiert, sie begutachten zur Stunde noch ihre Festbildchen.
Angeblich sei die Katastrophe – über die mittlerweile längst auch CNN berichtet, zustande gekommen – weil der Straßentunnel von beiden Seiten Düsseldorfer Straße und Koloniestraße zugeschwemmt wurde von Menschen.
Die aufeinandergeprallt seien. Bis zum Tode.
Der Kollege, der mir das berichtet, der war Augenzeuge, ein verläßlicher Mann:
Er, kam nach eigener Aussage, drei Minuten später außerhalb des Tunnels zum Geschehen: „Da haben sich Menschenmassen aufeinandergeschoben und einander totgetreten.“

Ich selbst habe gegen 17.00 Uhr gesehen, wie vor dem Presseingang sich die Einlaß begehrende Masse so dicht vor den Heraszäunen gedrängt hatte, daß die Security den Einlaß freigeben mußte, um keine Körperschäden zu verantworten.
Gleich dazu meine Bilder.
// Metakommunikation. Hier – im Herzen der Bestie – sind so gut wie alle Netze nach außen zusammengebrochen.
Das einzige, was noch nach Plan weitergeht, ist zynischerweise die Party.
Wann bricht Gorny die Loveparade endlich aus Pietätsgründen ab?
Gleich mehr. So ein Dreck. Ich könnte kotzen.
Ödland
Ödland, Freitag, 23. Juli, 20.00 Uhr, Café Steinbruch, Duisburg
Der Ruhrpilot
Bochum: Anselm Weber startet mit Optimismus…Bo Alternativ
Bochum II: Fans feiern Halbfinale am Palmenstrand…Der Westen
Bochum III: 750 Jahre Knappschaft…Pottblog
Dortmund: Fußballparty läuft in Dortmund bei jedem Wetter…Der Westen
Dortmund II: Stadt will Envio Geschäft in Dortmund verbieten…Ruhr Nachrichten
Essen: Nachdenken über Kultur im Internet…Xtranews
Duisburg: Traumzeit goes Pop…Der Westen
Gelsenkirchen: Sons of Gastarbeita…Hometown Glory
Gelsenkirchen II: Überflutungen in GE…Gelsenkirchen Blog
