Warum der vorzeitige Abgang von U23-Coach Tullberg die BVB-Fans zutiefst enttäuscht

Am Stadion des BVB in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Als Borussia Dortmund an diesem Wochenende offiziell bestätigte, dass Mike Tullberg sein letztes Spiel als Trainer der U23 gegen Gladbach II bestreiten würde, brach eine Welle von Enttäuschung über die Fan-Szene des BVB herein.

Für viele Anhänger war er mehr als nur ein Trainer – ein Hoffnungsträger für die Nachwuchsförderung, der Werte und Nähe zum Klub verkörperte. Umso schmerzlicher erscheint es, dass dieser Abschied nicht in Ruhe, sondern mitten im Saisonstart erfolgte.

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Warum die Vertragsverlängerung mit Trainer Niko Kovač der richtige Schritt beim BVB ist

Bei der Vorstellung von Trainer Niko Kovac in Dortmund im Februar. Foto: Robin Patzwaldt

Borussia Dortmund hat am heutigen Dienstag die vorzeitige Verlängerung des Vertrags mit Niko Kovač bis 2027 bestätigt – und sendet damit ein starkes Signal. Diese Entscheidung ist nicht nur ein Vertrauensbeweis, sondern Ausdruck einer neuen strategischen Klarheit im Verein.

Kovač, der bei seiner Vorstellung im Februar noch mit sehr viel Skepsis im Umfeld empfangen wurde, hat in den vergangenen Monaten eindrucksvoll gezeigt, dass er mehr ist als ein kurzfristiger Feuerwehrmann. Er hat eine taumelnde Mannschaft

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Revierderby light? – Warum Schalke gegen Bochum auch richtig Spaß gemacht hat

Großer Rahmen auf Schalke für das ‚kleine Revierderby‘ am Samstag. Foto(s): Michael Kamps

Normalerweise fällt beim Stichwort „Revierderby“ reflexartig der Name Borussia Dortmund. Schwarz-Gelb gegen Königsblau, das war jahrzehntelang das große Ding im Ruhrgebiet, elektrisierend wie kaum ein anderes Spiel in Deutschland.

Doch aktuell spielt der BVB Champions League und ganz oben in der Bundesliga – und Schalke? Schalke versucht sich gerade wieder in der 2. Liga neu zu sortieren. Klingt nach Langeweile? Mitnichten!

Wie das Topspiel der 2. Liga am Samstagabend Millionen von Fußballfans im Lande wieder einmal gezeigt hat, taugt das kleine Revierderby zwischen dem FC Schalke 04 und dem VfL Bochum für einen durchaus vergleichbaren Nervenkitzel, den man sonst nur vom ganz großen Klassiker kennt.

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Bundesliga 2025/26: Neustart der Endlosschleife?

DFB-Pokal und Meisterschale. Foto: Robin Patzwaldt

Am Freitag beginnt wieder die Fußball-Bundesliga. Jubel! Fahnen! Hymnen! Und am Ende – aller Wahrscheinlichkeit nach – wieder eine Meisterschale in München. Wer etwas anderes erwartet, glaubt vermutlich auch noch an das Christkind oder den Videobeweis.

Der FC Bayern geht mit dem Selbstverständnis in diese Saison, das Ding sowieso nach Hause zu holen. Ob der Trainer zur Mannschaft passt? Egal. Ob die Neuzugänge einschlagen? Nicht so wichtig. In dieser Liga reicht es im Normalfall ja, wenn der Rekordmeister halbwegs wach bleibt. Alle paar Wochen stolpert man zwar über ein 1:2 in Augsburg, doch spätestens im April ist der Vorsprung wieder zweistellig. Spannung sieht anders aus.

Die Verfolger?

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Rückkehr mit Perspektive: Warum Jadon Sancho dem BVB guttun könnte

Jadon Sancho. Archiv-Foto: BVB

Borussia Dortmund hat sich in den vergangenen Jahren als Sprungbrett für einige der vielversprechendsten Talente Europas etabliert. Spieler wie Ousmane Dembélé, Jude Bellingham, Christian Pulisic, Jadon Sancho oder Erling Haaland kamen jung, entwickelten sich rasant – und verließen den Verein häufig, bevor sie zu echten Führungsspielern reifen konnten. Die Bilanz: gute Transfererlöse, aber ein Kader, dem es immer wieder an Persönlichkeit, Konstanz und echter Siegermentalität fehlte.

Das Resultat war eine Mannschaft, die in der Bundesliga häufig hinterherlief und in Europa zwar für Aufsehen sorgte, aber den ganz großen Sprung ebenfalls verpasste. Die individuelle Klasse war oft da – aber eben nicht die Reife und die Mentalität, um konstant auf höchstem Niveau zu bestehen. In Dortmund entstand so ein schleichender Umbruch ohne echte Achse, ohne Köpfe, die ein Team tragen.

Umso interessanter ist nun die Aussicht

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Stillstand statt Aufbruch – Borussia Dortmund droht den Sommer der Chancen zu vertrödeln

Vorstellung von BVB-Trainer Niko Kovac (2.v.r.) in Dortmund im Februar. Foto: Robin Patzwaldt

Es sollte ein Sommer des Umbruchs in Dortmund werden. Ein Neuanfang. Nach einer Saison voller Widersprüche, in der der BVB zwar dank eines starken Endspurt erneut die Champions-League-Qualifikation klar machte, aber gleichzeitig in der Bundesliga über weite Strecken enttäuschte, war die Marschroute eigentlich klar: Die Mannschaft muss neu strukturiert, mit frischer Qualität und neuer Mentalität aufgeladen werden.

Doch Stand Ende Juli wirkt die vielbeschworene Erneuerung eher wie eine leere Worthülse. Denn von einem Umbruch ist bislang kaum etwas zu sehen. Im Gegenteil: Der BVB droht, eine einmalige Gelegenheit zu verspielen.

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Mehr Tränen, weniger Taktik? – Wie emotionalisierende Berichterstattung dem Frauenfußball schadet

Foto: Robin Patzwaldt

Im modernen Fußball sind Emotionen allgegenwärtig – bei Männern wie bei Frauen. Doch ein Blick auf die mediale Berichterstattung offenbart, insbesondere auch wieder heute, am Tag nach dem Aus der DFB-Auswahl im EM-Halbfinale gegen Spanien, ein auffälliges Ungleichgewicht: Während im Männerfußball Taktik, Spielsysteme, Transfersummen und Trainerdiskussionen dominieren, konzentriert sich die Berichterstattung über Frauenfußball überdurchschnittlich häufig auf Emotionen – und insbesondere auf Tränen.

Warum weinen die Spielerinnen? Wer weint mit? Wie emotional war die Niederlage oder der Sieg? Fragen wie diese prägen zu oft die Schlagzeilen, während sportliche Analyse und strategische Tiefe in den Hintergrund rücken.

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Mario Götze und das Tor, das zu groß wurde

Mario Götze, hier noch im BVB-Trikot. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Am 16. Juli 2014, also heute vor genau elf Jahren, schrieb Mario Götze Fußballgeschichte. In der 113. Minute des WM-Finales gegen Argentinien nahm er eine Flanke von André Schürrle mit der Brust an und versenkte den Ball mit dem linken Fuß im Netz – ein Moment für die Ewigkeit, der Deutschland zum vierten Weltmeistertitel führte.

Joachim Löw hatte ihn zuvor mit den Worten aufs Feld geschickt, er solle zeigen, dass er besser sei als Lionel Messi. Götze tat genau das – und dennoch war dieses Tor nicht der Beginn eines glanzvollen Aufstiegs, sondern eher der Höhepunkt einer Karriere, die danach mehr Fragen aufwarf als Antworten lieferte.

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Matthias Sammer, seine Generalkritik und der BVB: Wenn der Mahner Teil des Problems ist

Das Stadion in Dortmund im Februar 2025. Foto: Robin Patzwaldt

Matthias Sammer hat sich in den vergangenen Monaten mehrfach kritisch zum Zustand des deutschen Fußballs geäußert – und dabei den Finger tief in die Wunde gelegt. Seine Diagnose: zu viel Selbstzufriedenheit, zu wenig Führung, mangelnde Charakterstärke bei Spielern und Funktionären, eine Entfremdung vom Leistungsgedanken und ein erschreckendes Maß an Durchschnittlichkeit im internationalen Vergleich. Wer dem deutschen Fußball ehrlich ins Gesicht schaut, wird schwerlich widersprechen können. Die Länderspiel-Enttäuschungen der letzten Jahre, das anhaltende Mittelmaß deutscher Klubmannschaften in Europa sowie die strukturellen Schwächen in Ausbildung und Führungskultur sprechen eine klare Sprache.

Sammer trifft mit seinen Worten einen Nerv, weil er aus dem Innersten des Systems spricht – als Ex-Profi, Trainer, Sportdirektor und heutiger Berater. Seine Perspektive ist nicht die eines außenstehenden Kritikers, sondern eines Mitverantwortlichen, der aus tiefer Überzeugung heraus Missstände anprangert. Genau darin liegt aber auch ein Widerspruch: Denn Sammer ist seit Jahren externer Berater bei Borussia Dortmund – jenem Klub, der selbst Teil des Problems ist.

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Vom Projektklub zum Mittelmaß – Wie Hoffenheim und Leipzig ihre Startvorteile verspielt haben

Foto: Robin Patzwaldt

Als die TSG Hoffenheim 2008 in die Fußball-Bundesliga aufstieg und ein Jahr später RB Leipzig gegründet wurde, war die Aufregung groß. Zwei „Retortenklubs“, wie sie im Volksmund hämisch genannt wurden, wollten den deutschen Fußball revolutionieren – mit einer Mischung aus enormen finanziellen Ressourcen, modernster Infrastruktur, analytisch geprägtem Management und einer klaren strategischen Vision.

Fast schien es, als könne der sportliche Erfolg gar nicht ausbleiben. Doch während andere Klubs aus weniger privilegierten Verhältnissen über sich hinauswachsen, wirken Hoffenheim und Leipzig heute erstaunlich farblos. Die Frage stellt sich: Wie konnte das passieren?

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