Der BVB muss wieder ein Klub werden, der echte Geschichten schreibt und Gefühle zulässt

Lange her: Ein entspannter Jürgen Klopp in Dortmund. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Borussia Dortmund steht einmal mehr in der Champions League, die sportlichen Ergebnisse der vergangenen Monate in der Bundesliga waren solide bis gut, bevor der Verein zuletzt nach der vorzeitigen Qualifikation den Fokus verlor. Dennoch bleibt rund um den Verein am Ende der Spielzeit 2025/26 ein seltsames Gefühl der Unzufriedenheit zurück. Der BVB gewinnt unter Trainer Niko Kovac ausreichend Spiele in der Liga, aber er begeistert seine Anhänger nur noch selten nachhaltig.

Die Identifikation vieler Anhänger mit der Mannschaft wirkt brüchiger als früher, die emotionale Bindung schwächer. Genau deshalb greift die aktuelle Debatte um eine Rückkehr zur „BVB-DNA“ so tief. Denn viele Fans sehnen sich nicht einfach nach besseren Resultaten – sie sehnen sich nach einem Verein, der wieder klar erkennbar für etwas steht.

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Von Vorfreude keine Spur: Die Fußball-WM 2026 interessiert mich weniger als Katar

Ein Land in Aufregung. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Während die Fußball-Saison 2025/26 auf Vereinsebene in ihren letzten Zügen liegt, macht sich so langsam ein Gedanke im Hinterkopf breit: Die WM kommt. Angeblich.

Irgendwo zwischen XXL-Kommerz, politischer Dauerkrise und der schleichenden Selbstentfremdung des modernen Fußballs soll im Sommer also in den USA, Kanada und Mexiko das nächste „größte Sportereignis der Welt“ steigen. Früher hätte allein die Nachricht von einem anstehenden Fußball-Großturnier bei mir gereicht, um Vorfreude auszulösen. Heute löst der Gedanke daran bei mir bestenfalls ein müdes Schulterzucken aus. Vielleicht werde ich alt. Vielleicht hat der Fußball ein Problem. Wahrscheinlich beides.

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Graue Maus mit Tradition: Warum der VfL Bochum wieder keinen interessiert

Das Ruhrstadion in Bochum. Foto: Roland W. Waniek

Der VfL Bochum ist zurück in seinem natürlichen Biotop: irgendwo zwischen gepflegter Zweitliga-Langeweile, rostigem Ruhrstadion-Charme und der erschütternden Erkenntnis, dass außerhalb der eigenen Stadtgrenzen kaum noch jemand Notiz von diesem Traditionsverein nimmt.

Während ringsum im Revier gerade die großen Fußball-Geschichten geschrieben werden, ist Bochum mal wieder das, was es über Jahrzehnte so zuverlässig war: die graue Maus des Ruhrgebiets.

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Der FC Schalke 04 ist zurück!

Der Zusammenhalt stimmt derzeit in Gelsenkirchen. Foto: Michael Kamps

Mit einem hart erkämpften 1:0-Erfolg gegen den Abstiegskandidaten Fortuna Düsseldorf hat der FC Schalke 04 am 32. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga am Samstagabend vorzeitig die Rückkehr ins deutsche Fußball-Oberhaus perfekt gemacht!

In Gelsenkirchen dürften nach Jahren voller Krisen, Abstiege, Chaos und Enttäuschungen sämtliche Dämme gebrochen sein. Millionen Fußballfans, insbesondere im Ruhrgebiet, feiern die Rückkehr eines der traditionsreichsten Klubs Deutschlands in die Bundesliga.

Auch wenn die Saison 2025/26 der Königsblauen über weite Strecken selten glanzvoll daherkam, erfüllt dieses Happy End genau jene Sehnsucht, die viele Fußballromantiker seit dem bitteren Absturz hegten: Schalke gehört emotional einfach zur Bundesliga. Das Ruhrgebiet bekommt damit ein weiteres Stück seiner fußballerischen Identität zurück – und allein diese Tatsache sorgt vielerorts für ehrliche Freude. Herzlichen Glückwunsch auch von den Ruhrbaronen an Schalke 04!

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Schalke hat Glück gehabt – und zwar öfter als man zugibt

Die Fans auf Schalke sind jetzt schon erstklassig. Foto: Michael Kamps

Beim FC Schalke 04 gehört Understatement traditionell eher nicht zum Repertoire. Malocher-Pathos, große Worte, große Emotionen – alles da. Nur: In dieser Zweitligasaison 2025/26 war „groß“ auf dem Platz erstaunlich selten zu sehen. Stattdessen hangelte man sich sehr häufig durch Spiele, die oft mehr Stückwerk als Fußball waren. Und trotzdem: Punkte fielen auf Schalke-Seite wie Kleingeld aus einer kaputten Parkuhr.

Der Sieg beim SC Paderborn vom vergangenen Wochenende ist dafür das perfekte Symbol. 0:2 hinten, defensiv wacklig wie ein Jenga-Turm kurz vor dem Kollaps – und am Ende steht ein 3:2. Comeback-Qualitäten? Sicher. Aber auch eine gehörige Portion Spielglück, das man sich zwar irgendwie erarbeitet, aber eben nicht jedes Wochenende gepachtet hat.

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Willkommen im Berliner Experimentierlabor

Marie-Louise Eta, hier noch als Spielerin. Quelle: Wikipedia, Foto: @el_loko74. Lizenz: CC BY 4.0

Beim 1. FC Union Berlin dachte man sich offenbar: Warum nicht einfach mal ein bisschen Chaos würzen und schauen, was passiert? Anders lässt sich die Entscheidung kaum erklären, ausgerechnet in einer heiklen Saisonphase den erfahrenen Steffen Baumgart durch eine Trainerin zu ersetzen, die auf dieser Bühne bislang eher Zuschauerin als Hauptdarstellerin war.

Zwei Wochen später wirkt das Ganze weniger wie ein mutiger Schritt und mehr wie ein klassischer Fall von „mal sehen, ob’s gut geht“. Spoiler: bisher eher nicht.

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Der schleichende Kollaps des BVB im Saisonendspurt

BVB-Trainer Niko Kovac hatte zuletzt nur noch selten Grund zur Freude. Foto: Robin Patzwaldt

Es ist mal wieder diese Phase, in der man sich bei Borussia Dortmund fragt, ob das alles eigentlich ein großer Plan ist – oder einfach nur das wiederkehrende Gefühl, dass jemand mitten im Marathon beschlossen hat, spazieren zu gehen.

Die Bundesliga-Saison 2025/26 biegt auf die Zielgerade ein, doch der BVB wirkt dabei weniger wie ein ambitionierter Verfolger als vielmehr wie ein Team, das innerlich schon die Koffer für die Sommerpause packt.

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Die Meisterschaft, die niemanden mehr juckt

DFB-Pokal und Meisterschale 2012 in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Es ist schon fast eine Kunst, ein sportliches Großereignis so geräuschlos über die Bühne zu bringen, dass man sich am Montagmorgen fragt: „War da was?“ Doch genau das ist an diesem Wochenende passiert. Der FC Bayern München ist mal wieder deutscher Meister geworden – nach einem 4:2 gegen den VfB Stuttgart, geschniegelt, geschniegelt souverän, geschniegelt erwartbar. Und die Reaktion? Ein kollektives Schulterzucken. Selbst in München. Ja, richtig gelesen: in München.

Früher hätte die Stadt gebrannt (im positiven Sinne, versteht sich). Heute? Eher lauwarmes Konfetti im Windkanal der Gleichgültigkeit.

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Warum immer wieder Dynamo Dresden?

Foto: Robin Patzwaldt

Es sollte ein großes Fußballfest werden: Flutlicht, Tradition, Emotionen – das volle Programm. Doch was beim Zweitligatopspiel von Dynamo Dresden gegen Hertha BSC am Ostersamstag passierte, hatte mit Fußball so viel zu tun wie ein Feuerwerkskörper mit einem Kindergeburtstag. Statt Fußballleidenschaft gab es Randale, statt einem leidenschaftlichen Kick gab es TV-Bilder, die an Kriegsberichterstattung erinnerten – und statt Gänsehaut beim neutralen Sportfan eher Fremdscham.

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Schalke 04: Tabellenführer auf Zeit – warum der Absturz nur vertagt ist

Aktuell herrscht gute Stimmung auf Schalke. Foto: Michael Kamps

Die Momentaufnahme wirkt beeindruckend: Der FC Schalke 04 steht an der Spitze der 2. Fußball-Bundesliga. In Gelsenkirchen keimt Hoffnung auf die schnelle Rückkehr ins Oberhaus. Doch wer genauer hinschaut, erkennt ein bekanntes Muster: Schalke gewinnt Spiele – aber die strukturellen Probleme gewinnen langfristig fast immer.

Der unbequeme Befund lautet: Selbst wenn Schalke aufsteigt, fehlt dem Klub aktuell alles, was einen stabilen Bundesligisten ausmacht.

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