Wo der Hellweg mehr ist als nur ein Baumarkt

Vera Conrad und Holger Krüssmann legen mit ihrem Buch „Ruhrgebiet in 66 Objekten“ ikonische Fährten für spannende Entdeckungstouren zwischen Moers und Hamm.

 Das Autorenduo macht seine selbstgestellte Aufgabe direkt im Vorwort deutlich: „Nutzen sie die 66 Objekte wie die kleinen Steinchen als Wegweiser auf einer Schnitzeljagd für ihre eigene Erkundungstour durch die Region.“

Moment mal, denke ich mir, ich lebe seit 47 Jahre hier. Habe ich möglicherweise was übersehen?

Die Antwort lautet: Leider ja. Und zwar eine ganze Menge. Etwa 2/3 der vorgestellten Objekte sind für mich Neuland. Schätzungsweise bin ich damit nicht der Einzige und das macht „Ruhrgebiet in 66 Objekten“ zu einem ganz besonderen Reiseführer durch das Ruhrgebiet. Ich war schon im Prado, im Louvre und im MOMA New York, aber wenn ich meinen Hintern  zwischendurch mal ins Museum der Deutschen Binnenschifffahrt Duisburg bewegt hätte, dann würde ich den „Cartroper Einbaum“ (ca. 380 v. Chr.) kennen, das 15 m lange Einbaum-Boot, das 1950 in Cartrop an der Lippe ausgegraben wurde.

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Eine emotionale Zeitreise mit Joe Jackson in Essen

Joe Jackson und Band am 26. Juni 2019 in Essen. Foto(s): Robin Patzwaldt

Es gibt Musiker, die begleiten einen gefühlt durch das gesamte Leben. Zu dieser Kategorie zählt für mich der Engländer Joe Jackson. Entdeckt habe ich das Werk des inzwischen 64-Jährigen im Jahre 1991. Damals erschien gerade Jacksons neues Album ‚Laughter & Lust‘, welches mir als Soundtrack eines wunderbaren Urlaubs diente, als ich gerade einmal 20 Jahre alt war.

Von diesem Zeitpunkt an war ich einige Zeit lang quasi regelrecht besessen von der Musik des Künstlers, der damals seine ‚größte Zeit‘ leider schon hinter sich hatte. Jackson verbuchte Ende der 1970er- und früheren 1980er-Jahre als aufstrebender Star der New Wave-Bewegung einige massentaugliche Hits. All dies entdeckte ich leider Anfang der 90er erst im Nachhinein für mich.

Seither begleitete ich als treuer Anhänger die wechselhafte Karriere des Engländers, hielt selbst durchgängig in seiner Phase zu ihm, in der er sich mit Klassischer Musik beschäftigte, was sonst eigentlich nicht so meine Welt ist, freute mich aber auch immer wieder, wenn Jackson kommerziellere Alben vorlegte.

Live gesehen hatte ich ihn bisher in den knapp 30 Jahren meiner Anhängerschaft erst zwei Mal. Einmal zu Beginn der 90er, kurz nachdem ich mich für seine Musik begeistert hatte, ein weiteres Mal rund um die Jahrtausendwende. Seither hatte sich das irgendwie nicht mehr ergeben. Häufig spielte er auf seinen Tourneen nicht hier in der Gegend, oder ich war terminlich verhindert. Wie das halt so ist.

Gestern besuchte ich endlich mein drittes Joe Jackson-Konzert. Mein musikalischer Held war zu Gast in der Lichtburg in Essen. Das konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen!

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Ruhrtriennale: The Language Of The Future von Laurie Anderson

„The Language Of The Future“ von Laurie Anderson in der Lichtburg im Rahmen der Ruhrtriennale (Foto: Heinrich Brinkmöller-Becker)

Ein einziges Mal sah ich bisher Laurie Anderson live. Das war 1986 in der Alten Oper Frankfurt. Damals tourte die New Yorker Performance-Legende mit ihrem „Home Of The Brave“-Album. Auf der Tour entstand auch der gleichnamige Film. Für Laurie Anderson war es eine Zeit des Übergangs. 1977 war sie bereits zur documenta 6 nach Kassel eingeladen, 1981 hatte sie „Oh, Superman (For Massenet)“ veröffentlicht, sich überraschend in den Charts platziert und einen bis heute vielgesamplten Klassiker geschaffen. 1982 erschien das Album „Big Science“. Zwei Möglichkeiten eröffneten sich daraufhin.

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Patti Smith präsentiert “An Evening Of Words And Music“ in der Lichtburg Essen

Beni Köhler [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5-2.0-1.0)], via Wikimedia Commons
Beni Köhler [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5-2.0-1.0)], via Wikimedia Commons
Die legendäre Patricia Lee „Patti“ Smith, die am vorletzten Tag diesen Jahres ihren 70. Geburtstag feiern wird, ist Lyrikerin, Punk- und Rockmusikerin, Singer-und Songwriterin, Fotografin und Malerin zugleich.

Dichterin  war sie allerdings schon lange bevor sie zum Punkrock kam. Ihr erster Gedichtband „Seventh Heaven“ erschien 1972.

Drei Jahre später erschien mit „Horses“ die erste LP der späteren Patti Smith Group mit Lenny Kaye, Ivan Kral, Richard Sohl und Jay Dee Daugherty. Die Band wurde Vorläufer und Vorbild der englischen und amerikanischen Punk- und New-Wave-Bewegung. Patti Smith etablierte sich zudem als Ikone der neuen Frauenbewegung. Die frei assoziierende Lyrik, die Patti Smith halb atemlos, halb synkopisch über nur scheinbar primitive Rockakkorde legte, gab ihren Songs einen aufbegehrenden und nervösen Reiz.

Sie wurde das amerikanische Pedant zu unserer deutschen „Godmother Of Punk“ Nina Hagen.

Nach ihrer erfolgreichen „Horses“-Tour von 2015 kommt Patti Smith auch 2016 wieder nach Deutschland, Österreich und Luxemburg, dieses Mal unter dem schönen Motto “An Evening Of Words And Music“.

Es ist zu erwarten, dass das künstlerische Allroundtalent neben ihren Songs auch weitere Beispiele ihrer künstlerischen Ausdruckskraft präsentieren wird, so wie sie es in der Vergangenheit verschiedentlich tat. Jüngst erschien ihr aktuelles Buch „M Train“.

Ausschnitte aus ihren Büchern und Gedichten und natürlich viele Impressionen, Gedanken und Assoziationen wird Patti Smith, die vom „Time-Magazin“ zu den 100 wichtigsten Menschen unserer Zeit gezählt wurde, ihren Gästen auch am 10.August in der Lichtburg Essen zum Beten geben. Unterstützt wird sie dabei von ihrer Band, bei der, neben Tony Shanhan und Seb Roachford, auch ihr Sohn Jackson als Gitarrist mitwirkt.

Karten für den 10.08. 2016 in Essen gibt es online bei Eventim und Ticketmaster.

www.noisenow.de

Lichtburg Essen – „Radio Doria“ bitten zum Tanz

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Neben seiner Tätigkeit in Film- und Fernsehproduktionen hat sich Jan Josef Liefers auch eine Karriere als Musiker aufgebaut.  Seit 2006 ist er mit seiner Band Radio Doria (vormals Jan Josef Liefers & Oblivion) regelmäßig auf Tournee und im August letzten Jahres gab es ein neues Album auf die Ohren.

Mit „Die freie Stimme der Schlaflosigkeit“ ( VÖ: 14.08.2015 / Polydor) im Gepäck, haben sich Jan Josef Liefers, Christian Adameit, Timon Fenner, Jens Nickel, Gunter Papperitz und Johann Weiß Anfang März auf eine ausgiebige Deutschland-Tour begeben und standen am Montagabend in der Lichtburg in Essen auf der Bühne.

Los ging es mit dem Song „Die Tiere des Waldes“, zu dem die Musiker, mit großen Tiermasken auf den Köpfen, langsam ihren “Zauberwald” betraten, die Grillen zirpten, Lampions leuchteten, Windlichter schmückten einen Baum, der Mitten auf der Bühne stand, alles wirkte seltsam entrückt, fast mystisch.

Zum zweiten Song gab sich die Band des Tatort-Stars Jan Josef Liefers dann aber als Radio Doria zu erkennen, stimmte in ihren gleichnamigen Song ein und führte ihre zahlreichen Gäste die nächsten zwei Stunden durch einen “unbeschreiblich” schönen und sehr authentischen  Abend.

Es gab nämlich nicht nur Musik, Liefers ist auch ein großer Geschichtenerzähler und fast jeder Song des Abends wurde mit kleinen Anekdoten, machmal mit schönen und lustigen, aber auch mit traurigen und nachdenklichen, eingeleitet. Es waren oftmals private Geschichten und Erinnerungen aus dem Leben des Sängers, aber Liefers ließ es sich auch nicht nehmen, zur aktuellen politischen Situation und Stimmung im Land sein Statement zu setzen und klare Worte zu sprechen.

Dazwischen immer wieder wunderschöne leichte Popsongs  und Balladen, auch mal eine rockige Nummer, alles wurde mit großer Spielfreude aller Musiker dargeboten.

Liefers schaffte es mit seiner sehr authentischen und auch liebevollen Art und seinem tollem Humor, seine Gäste sofort abzuholen und präsentierte ein Gesamtpaket mit viel Publikumsnähe, viel Poesie, kleinen Ständchen und verwandelte die Lichtburg kurzzeitig in einen kleinen Ballsaal.

Gemeinsam schafften sie es, dass man nach Hause ging, mit dem guten Gefühl einen rundum schönen Abend erlebt zu haben, an dem man nicht nur Zuschauer war, sondern auf eine kleine Reise mitgenommen wurde. Hier sind die Fotos:

Tina Dico zu Gast in der Lichtburg in Essen

Foto Veranstalter
Foto Veranstalter

Die dänische Popsängerin und Songwriterin Tina Dico ist in ihrer Heimat ein Superstar, seit über 20 Jahren spielt die 38-Jährige handgemachte Akustikmusik und  verwöhnt die Welt mit außergewöhnlich berührenden Songwriter-Alben, bei denen Text und Musik eine selten intensive Verbindung eingehen.

In ihrer Musik „entschwindet“ die Sängerin mit der feinsinnigen Beobachtungsgabe, die zusammen mit ihrem Mann, dem Musiker Helgi Jónsson, in Island lebt und dort ein eigenes Studio besitzt, in eine intime und berührende Welt.

Die 1977 in Aarhus geborene Sängerin und Gitarristin spielte bereits im Alter von 15 Jahren in ersten Bands in Dänemark. Mit 20 unternahm sie Ausflüge ins Fernsehen und begann ein Studium der Religionswissenschaft.

Mit 25 Jahren zog Tina Dico nach London, eine für sie enorm wichtige Erfahrung: Hier arbeitete sie, nachdem sie zu diesem Zeitpunkt bereits drei Soloalben über ihr eigens gegründetes Label ‚Finest Gramophone‘ veröffentlicht hatte, erstmals als Teil eines größeren Projektes, indem sie dem Elektronik-Projekt Zero 7 ihre Stimme lieh. Hier entstand auch ihr viertes Album „Count To Ten“ – zugleich das zweite, das international erschien, sowie das zweite, das es bis an die Spitze der dänischen Charts brachte.

Seit 2009 erschienen fünf weitere Alben von ihr, die man als einen spannenden Zyklus werten kann, von einer Frau auf der Reise zu sich selbst und ihrer musikalischen Bestimmung.

Seither hat sie sich als Künstlerin und Mensch gefunden. Umso mehr, nachdem sie auf Island gemeinsam mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern eine Oase der Ruhe und Kreativität schuf, wo sie ganz zu ihren Bedingungen arbeiten kann. Hier entstand auch ihr bislang letztes Studio-Album „Whispers“, welches am 22.08.14 auf Finest Gramophone veröffentlicht wurde und auf dem sich Tina Dico von einer neuen musikalischen Seite zeigt, ganz im Gegensatz zu ihren bisherigen Alben.

„Whispers“ ist ihr bei weitem reduziertestes Werk und es ist gleichzeitig der Soundtrack zum Film En du elsker unter der Regie von Pernille Fischer Christensen.

Im April diesen Jahres wird sie nun erneut für zehn Konzerte nach Deutschland zurückkehren und am 20.04.2016 in der wunderschönen Lichtburg in Essen auf der Bühne stehen.

Tickets gibt es online bei Eventim und weitere Informationen unter www.schoneberg.de.

Matze Knop „therapiert“ heute live in der Lichtburg Essen

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Pressefoto 2015 Veranstalter

Für seine überaus gelungenen Parodien ist Matze Knop alias Richie deutschlandweit bekannt.

Viele Fussballgrößen, Politiker und weitere Prominente sind ihm schon zum “Opfer” gefallen, mit einer durchweg positiven Resonanz.

Aber auch als Schauspieler, Sänger und Moderator hat man den Lippstädter schon zu Gesicht bekommen.

In seiner Rolle als Comedian ist er nun wieder seit Ende letzten Jahres mit seinem dritten und brandneuen Live-Stand-Up-Comedy Programm “Diagnose dicke Hose” durch unsere Städte unterwegs und wird heute Abend in der Lichtburg in Essen zu Gast sein.

Frei nach dem Motto: „Warum klotzen, wenn man protzen kann? Ist doch nichts dabei, wenn wir zeigen, was wir haben.“, wird Knop heute Abend in einer multi-sexuellen Show-Therapie für Männer und Frauen mal in die Rolle des Therapeuten, mal in die des Patienten schlüpfen und der Schüchternheit den Kampf ansagen.

Wer also heute noch therapiewillig ist, sollte sich diese Sitzung nicht entgehen lassen:

Datum: Dienstag, 01.03.2016 – Beginn: 20.00 Uhr  – Ort: Lichtburg Essen – Tickets !

www.popversammlung.de

Unschuld ist eine Illusion

Fotos: Marc Oortman

Am Dienstag war es wieder soweit: die Essener Lichtburg hatte sich schick gemacht und zur Premiere des Films „This is Love“ geladen. Im größten Lichtpalast Deutschlands konnten die Zuschauer für kleines Geld den neuen Film von Matthias Glasner in Augenschein nehmen und dabei auf Tuchfühlung mit dem Macher selbst und den Darstellern gehen.

Der rote Teppich ist ausgerollt. Die Lichtburg strahlend hell. Menschen drängen sich erwartungsvoll links und rechts um die Abzäunung. Journalisten, Schaulustige, Fans. Manche treten von einem Bein aufs andere: sei es wegen der Kälte oder wegen der Aufregung. Schließlich werden Jürgen Vogel, Corinna Harfouch und Matthias Glasner erwartet. Einige Minuten und einige Glühweine später – denn die haben sich Durstige genehmigt – ist es endlich soweit. Die erste Limousine öffnet ihre Türen und Glasner schwingt sich gut gelaunt aus dem Wagen. Seine Kollegen, Harfouch und Vogel tauchen Minuten später auf. Auch gut gelaunt. Geduldig stehen Sie Rede und Antwort. Posieren für Fotografen und Fans. Dann folgt der Film.

 Es ist ein nervenaufreibender Plot. Der Zuschauer merkt schnell, trotz des Titels „This is Love“, hält der Film keine Romantik, keine Poesie bereit. Die Liebe wird auf eine schmerzliche Weise ironisiert, indem gezeigt wird, was dieses Gefühl mit und aus uns machen kann. Wie wir sind, wenn unsere Liebe unerfüllt, vergebens, einseitig in uns zurück bleibt. Regisseur Glasner katapultiert den Zuschauer in eine Geschichte, die von gebrochenen Herzen, von schuldigen Individuen, ja man möchte sagen von verstörten Existenzen, handelt. Es geht um Pädophilie, Alkoholismus, Gewalt. Letzteres vor allem psychischer Art. Immerzu schwebt die Frage der Schuld über den Szenen. Sie kreiert eine zerreißende Spannung im Zuschauer. Wer hat Schuld an wessen Leid? Es ist kaum zu beantworten. Vielmehr scheinen sich alle Figuren in „This is Love“ schuldig zu machen. Die Schuld ist Leit(d)faden in Glasners Filmen. Auch sein heiß diskutiertes Werk „Der freie Wille“ kreiste um diesen Begriff.

Später verrät Glasner mir, warum er glaubt, dass es den Zustand der Unschuld für Menschen gar nicht gibt: „Wenn man behauptet es gäbe unschuldige Menschen, dann ist das eine Art des Selbstbetrugs. Unschuld ist nur eine Behauptung, die wir aufrechterhalten, weil wir es nicht aushalten, dass wir uns ständig schuldig machen. Wir machen uns schuldig, weil wir so viele unterschiedliche Triebe in uns haben. So viele unterschiedliche, negative, destruktive Wünsche. So viel Ehrgeiz. Wenn ich einen Film drehe, fühle ich mich schon schuldig. Allein durch den Ehrgeiz, es machen zu wollen. Etwas schaffen zu wollen. Diese Eitelkeit – darin besteht für mich immer schon irgendwie Schuld. Es ist eine Hybris zu glauben, dass wir etwas wollen dürfen. Wir müssen erkennen, dass wir schuldig sind. Das ist etwas, was mich sehr beschäftigt. Dieses Thema werde ich in den nächsten Filmen noch vertiefen.“

Jürgen Vogel drückt sich da spartanischer aus. Auf meine Frage, was Schuld für Ihn bedeute, kontert er: „Ich will das nicht erklären, dafür mache ich ja Filme. Um zu zeigen, was ich fühle. Ich will das nicht eins zu eins erklären. Das ist mir zu langweilig.“ Schuld hin oder her. Der Film schenkt dem Zuschauer auch schöne und lustige Momente. Vor allem ist es die gnadenlose Ehrlichkeit mit der die Geschichte es schafft, tiefe Emotionen zu wecken. Die Authentizität der Schauspieler, allen voran Corinna Harfouch, überzeugt. Mir erzählt sie, dass sie gar nicht weiß, wie es ihr gelungen ist, voll und ganz in die Rolle hineinzuschlüpfen. Sie lasse sich einfach fallen und gäbe sich dem Schauspiel hin.

Am Ende wird das Publikum nicht mit Werturteilen bestückt. Wie wir es uns gerne wünschen. Vielmehr gibt Glasner die Frage der Schuld an uns weiter.