Experiment: Mit dem ÖPNV von einer Ruhrgebiets-Stadt in die andere (Foto: Roland W. Waniek)
Ich starte heute einen großen Selbstversuch: mit dem ÖPNV vom Bochumer Süden in den Gelsenkirchener Süden! Habe nach der gestrigen Firmen-Weihnachtsfeier mein Auto stehen gelassen. Nun muss ich es abholen, mangels Alternative mit dem ÖPNV. Dieser genießt im Ruhrgebiet einen legendär schlechten Ruf. Mal sehen, wie er wirklich ist…
Die aktuellen Entwicklungen in den Innenstädten, insbesondere auch hier bei uns im Ruhrgebiet, sind vielfach ein großes Problem. Immer mehr Leerstand, Vandalismus, Trostlosigkeit. Da ist guter Rat teuer. In vielen Städten arbeitet man an sogenannten ‚Innenstadtkonzepten‘, die vielfach wenig Besserung bringen.
In den vergangenen Tagen kursierten diverse Meldungen, dass die Parkgebühren für PKWs in Zukunft in vielen Städten deutlich angehoben werden sollen. Wie das die Attraktivität der Einkaufsmeilen, die ohnehin schon mit einem Verlust von Kunden klarkommen müssen, verbessern soll, erscheint rätselhaft.
Diese Pläne zeigen einmal mehr, dass die Verantwortlichen offensichtlich gar keinen wirklichen Plan verfolgen, sondern bei der Umsetzung von Maßnahmen vielfach schlicht im sprichwörtlichen Nebel stochern.
Der ‚Micro-Weihnachtsmarkt‘ in Waltrop, Dezember 2019. Foto: Robin Patzwaldt
Dass das Städtchen Waltrop im Kreis Recklinghausen derzeit auf vielen Ebenen in schwierigen Zeiten steckt, das dürfte regelmäßigen Lesern der Ruhrbarone nicht verborgen geblieben sein. Im Verlaufe der vergangenen inzwischen neun Jahre in denen ich für dieses Blog aktiv bin, habe ich mich immer wieder nicht beherrschen können und meinen ‚Senf‘ zum Geschehen unmittelbar vor meiner Haustür dazugetan.
Den ‚Offiziellen‘ bei Stadtverwaltung und in der Lokalpolitik hat das selten gefallen. Mitbürger haben mich hingegen regelmäßig wissen lassen, dass sie Dinge und Entwicklungen genau so kritisch sehen wie ich, sie sich nur nicht öffentlich dazu äußern mögen, da sie nicht ‚schief angeschaut‘ werden wollen.
Vor diesem Hintergrund möchte ich am heutigen Tage noch einmal einen kurzen Blick auf Waltrop werfen, der meiner Meinung nach, stellvertretend für viele Städte in der Region steht.
Verblichene Herrlichkeit: Industrie im Ruhrgebiet (Foto: Roland W. Waniek)
Wer in Herne als gut ausgebildete Fachkraft arbeiten will, dem bleibt oft nur eins: auswandern. Auswandern heißt wegziehen aus der Heimat, um anderswo in Deutschland einen anständigen, gut bezahlten Job zu finden. An der Ruhr packen besonders gut ausgebildete Fachkräfte ihre sieben Sachen und suchen ihr Glück in München, Hamburg und Frankfurt. Das Ruhrgebiet hingegen blutet fachkräftemäßig aus.
Verläßt Angela Merkels Kabinettstisch: Oliver Wittke (CDU) – Foto: BMWi, Jan Kopetzky
Nicht gut für das Ruhrgebiet und nicht gut für die Ruhr-CDU: Oliver Wittke, Chef der Ruhrgebiets-CDU, tritt als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium zurück. Damit ist das Ruhrgebiet der einzige große Ballungsraum, der so gut wie nicht im Machtzentrum Deutschlands vertreten ist. Das Ruhrgebiet, das früher Bundestagswahlen allein durch einen Swing um wenige Prozentpunkte von einer Partei zur anderen entscheiden konnte, erfährt
Ob man ihn nun persönlich mag, oder vielleicht auch nicht, niemand wird Stefan Stoppok grundsätzlich absprechen können, einer der wenigen Singer/Songwriter zu sein, die eindeutig für das Ruhrgebiet stehen.
Obwohl ursprünglich im Jahre 1956 in Hamburg geboren, passt von seiner Art und Weise her niemand besser in diese Region als er. Stoppok redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, spielt dazu herausragend Gitarre und singt mit seiner unvergleichlichen Stimme Texte vom Alltag. Konzerte mit ihm sind immer auch ein Stück weit wie ein Besuch bei einem guten Freund.
Schade eigentlich, dass es für den lange Jahre in Essen beheimateten Gitarristen und Sänger nie wirklich zu einer ganz großen Karriere gereicht hat. Er hätte sie zweifelsohne verdient gehabt.
Waltrops Bürgermeisterin Nicole Moenikes (CDU) im exklusiven Ruhrbarone-Interview.
Im Frühjahr 2014 setzte sich die damalige CDU-Bürgermeisterkandidatin Nicole Moenikes, ein bis dahin lokalpolitisch noch völlig unbeschriebenes Blatt, in der Stichwahl gegen die Amtsinhaberin und haushohe Favoritin Anne Heck-Guthe (SPD) in Waltrop (Kreis Recklinghausen) sensationell durch.
Die Bürger wählten mit ihr ‚frischen Wind‘, wünschten sich mehrheitlich den im Wahlkampf versprochenen neuen Schwung für das überschuldete Städtchen im Norden von Dortmund.
Gut fünf Jahres ist es jetzt auch her, dass Ruhrbarone-Autor Robin Patzwaldt, der selber seit 1973 in Waltrop lebt und sich auch hier im Blog in den vergangenen Jahren mit vielen Themen der Region immer wieder beschäftigt hat, mit der Überraschungssiegerin, kurz nach ihrer Amtseinführung, ein ausführliches Interview über die vielen Herausforderungen die damals vor ihr lagen führte.
Von der großen Schuldenlast (Waltrop liegt seit Jahren in den Top-10 der Städte mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung in NRW), über die seit Jahren vorherrschenden Streitthemen NewPark, Kraftwerk Datteln 4, bis hin zum Trianel-Meiler in Lünen und B474n. Es liegen vergleichsweise viele überregional mit Interesse begleitete Themenpakete auf den Schreibtischen im Waltroper Rathaus. Und das schon über viele Jahre.
Im kommenden Jahr sind bekanntlich wieder Kommunalwahlen in NRW. Noch hat sich Moenikes nach eigener Aussage nicht entschieden, ob sie eine weitere Amtszeit anstreben wird. Doch was ist aus den großen Plänen von damals geworden? Was hat die Bürgermeisterin von den Vorhaben aus ihrer Sicht inzwischen umsetzten können, woran hapert es aktuell ihrer Meinung nach noch?
Sie ist das markanteste Industriedenkmal Deutschlands: die Zeche Zollverein. Hier wurde von 1851 bis 1986 Steinkohle gefördert. Einst war sie die förderstärkste, heute gilt sie als die schönste Zeche der Welt. Seit 2001 ist sie UNESCO-Weltkulturerbe.
Viele kennen ihre Aussenansicht, vor allem den majestätischen Doppelbock des Schachtes XII. Als Essen in 2010 Europäische Kulturhauptstadt wurde, ging sein Bild um die Welt. Hier nun eine Innenansicht mit Fotos der weit weniger bekannten Werkstätten und Anlagen.
Die SPD im Bundestagswahlkampf 2017. Foto: Robin Patzwaldt
Diese Erinnerungsfunktion hat schon was. Da bringt mir Facebook aktuell doch den damals (zurecht) vielbelächelten #Schulzzug frisch in Erinnerung (siehe Foto oben). Ja, zwei Jahre ist es jetzt schon her, dass der seinerzeit von vielen als völliger Fehlgriff empfundene Kanzlerkandidat Martin Schulz mit seinem verunglückten Wahlkampf der ehemals ruhmreichen Volkspartei SPD am Ende gerade einmal 20,5 Prozent der Zweit-Stimmen bei der Bundestagswahl einbrachte.
Ein echtes Desaster, das die schon vorher in der Entwicklung befindliche Krise der Sozialdemokratie auf einen neuen unrühmlichen Tiefpunkt führte. Wer hätte damals schon ernsthaft gedacht, dass man sich seitens der Partei zwei Jahre später in diese damals völlig unbefriedigende Situation wohl gerne wieder zurückwünschen würde.
Ruhrgebiets-Blogger Stefan Laurin liest aus seinem Buch „Versemmelt – Das Ruhrgebiet ist am Ende“
Versemmelt. Das Ruhrgebiet hat seine Chance versemmelt. So sieht es Stefan Laurin, Journalist und Blogger, in seinem neuesten Buch, das ebenso heißt: „Versemmelt“. Seine Kernthesen legte Stefan Laurin kürzlich anläßlich der Vorstellung seines Buches dar. Hier die „Best of Laurin“ des Abends.
Um dir ein optimales Erlebnis zu bieten, verwenden wir Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wenn du diesen Technologien zustimmst, können wir Daten wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Wenn du deine Zustimmung nicht erteilst oder zurückziehst, können bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigt werden.
Funktional
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.