Man muss sich diese Geschichte erst einmal auf der Zunge zergehen lassen: Beim VfL Bochum ist in Teilen des Ruhrstadions das gemeinschaftliche Hüpfen verboten. Nein, das ist kein verspäteter Aprilscherz, sondern tatsächlich eine behördliche Anordnung. Wer als Außenstehender davon liest, dürfte sich verwundert die Augen reiben. Willkommen im deutschen Fußball des Jahres 2026!
Macht man schon vor einer emotionalen Auseinandersetzung verbal ein großes Fass auf, sollte man sich in der Sache dann auch durchsetzen, wenn es zählt. Gelingt dies nicht, sieht man ansonsten ziemlich blöde aus. Diese bittere Erfahrung mussten am vergangenen Wochenende die Fans des VfL Bochum machen.
Vor dem mit Spannung erwarteten Wiedersehen mit Ex-Trainer Thomas Reis, der am Samstag mit seinem neuen Klub, dem FC Schalke 04, im Bochumer Ruhrstadion zum ‚Kleinen Revierderby‘ zu Gast war, wurden bei vielen Erinnerungen an den unschönen Abgang des Coaches im vergangenen Herbst wach.
Reis, der im vergangenen Frühsommer den VfL zu einem überraschend ungefährdeten Klassenerhalt in Liga 1 geführt hatte, fiel an der Castroper Straße rasch in Ungnade, als seine angeblichen Gespräche mit den Schalkern über ein zukünftiges Engagement in Gelsenkirchen öffentlich bekannt wurden und zugleich der Saisonstart in Bochum sportlich misslang. Es folgte seine überraschend frühe Freistellung und kurz darauf tatsächlich auch der sich bereits in den Augen vieler zuvor anbahnende Vereinswechsel in Richtung des Ruhrgebietskontrahenten.
Seitdem ist der Name Reis in Bochum endgültig ein Reizwort. Dass sich der Trainer bei seiner ersten offiziellen Rückkehr ins Ruhrstadion mit Kritik auseinandersetzen müsste, war daher klar. Dass sie teilweise so entglitt, wie dann am Samstag überall zu sehen und zu hören war, der einstige Fanliebling aller Bochumer sich sogar als ‚Bastard‘ betiteln lassen musste, schoss dann jedoch mächtig über das Ziel und den üblichen Rahmen solcher Kritik hinaus.
Beim Fußball-Zweitligisten VfL Bochum feiert man aktuell den 40. Geburtstag des heimischen Ruhrstadions. Im Rahmen der offiziellen Saisoneröffnung an der Castroper Straße gastiert heute Abend der Erstligist Hertha BSC bei den Bochumern. Anschließend soll es auf einer zünftigen Fanparty weitergehen. Am morgigen Sonntag folgt dann der traditionelle Familientag beim VfL, in dessen Rahmen auch die Profikicker Autogramme schreiben werden.
40 Jahre Ruhrstadion? Was bedeutet das? Nun, sicherlich hat jeder Fußballfan aus dem Ruhrgebiet da unterschiedliche Erfahrungen gemacht und kann auf verschiedeneste Erinnerungen zurückblicken.
Für mich persönlich, der ich seit Ende der 1970er-Jahre dem BVB die Daumen drücke, sind das in erster Linie die diversen Gastspiele, die ich mit den Dortmundern in der Gästekurve des Ruhrstadions verbracht habe.
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