40 Jahre Ruhrstadion Bochum: Beim VfL lebt man inzwischen vom Glanz vergangener Tage

Das Stadion in Bochum feiert Geburtstag.

Beim Fußball-Zweitligisten VfL Bochum feiert man aktuell den 40. Geburtstag des heimischen Ruhrstadions. Im Rahmen der offiziellen Saisoneröffnung an der Castroper Straße gastiert heute Abend der Erstligist Hertha BSC bei den Bochumern. Anschließend soll es auf einer zünftigen Fanparty weitergehen. Am morgigen Sonntag folgt dann der traditionelle Familientag beim VfL, in dessen Rahmen auch die Profikicker Autogramme schreiben werden.

40 Jahre Ruhrstadion? Was bedeutet das? Nun, sicherlich hat jeder Fußballfan aus dem Ruhrgebiet da unterschiedliche Erfahrungen gemacht und kann auf verschiedeneste Erinnerungen zurückblicken.

Für mich persönlich, der ich seit Ende der 1970er-Jahre dem BVB die Daumen drücke, sind das in erster Linie die diversen Gastspiele, die ich mit den Dortmundern in der Gästekurve des Ruhrstadions verbracht habe.

Die große Mehrzahl dieser Derbys fanden für mich in den 1980-er und 1990er-Jahren statt. Damals war der VfL noch Erstligist und lieferte sich mit ‚meinem‘ BVB viele Spiele auf Augenhöhe. Waren diese Duelle für mich und die große Mehrheit der Dortmunder Anhängerschaft auch nie ganz so emotional und spektakulär wie die gegen die Schalker, es waren schöne Stunden, die ich seinerzeit dort verbracht habe. Ich erinnere mich außerdem sogar noch an zumindest ein Spiel, in dem die SG Wattenscheid 09 die Schwarz-Gelben im Ruhrstadion empfangen hat, da es größer war als die heimische Lohrheide. Doch das ist in meiner Erinnerung tatsächlich nur ein Randaspekt.

Das derzeitige Problem des VfL und auch des Ruhstadions scheint mir hingegen zu sein, dass von dieser Augenhöhe vergangener Tage inzwischen nicht mehr viel geblieben ist. Die Schere, die im Profifußball im Verlaufe der vergangenen Jahre so sehr auseinander gegangen ist, sie wird insbesondere auch bei einem Blick auf Bochum deutlich.

Die Kicker des VfL sind längst schon keine Fahrstuhlmannschaft, geschweige denn die ‚Unabsteigbaren‘ mehr, sondern längst ein lediglich als durchschnittlich zu bezeichnender Zweitligist, das dazugehörige Stadion auch lange schon nicht mehr wirklich erstklassig.

Während der BVB und auch der benachbarte S04 den Bochumern inzwischen in Sachen Wirtschaftskraft und Stadion um Welten enteilt sind, hat sich beim VfL in den vergangenen Jahren zu wenig getan, um aktuell noch von einer wirklichen Konkurrenzsituation mit den beiden ‚Großen‘ sprechen zu können.

Und diese Erkenntnis schüttet dann doch ganz gehörig Wasser in den Wein der organisierten Feierlichkeiten an diesem Wochenende rund um die Castroper Straße in Bochum.

Dir gefällt vielleicht auch:

3 Kommentare

  1. #1 | wanatimo sagt am 20. Juli 2019 um 17:30 Uhr

    Für die Tricks, womit die 'grössere' Nachbarn den Bochumern wirtschaftlich enteilt sind, landet ein Normalsterbliche im Knast. Aber das ist ja 'nur' Fussball. Deswegen kann der Verfasser weiterhin, einem von den Nachbarn, stolz seine Daumen drücken.
    Lieber mit dem VfL und in so einem 40jährigem Ruhrstadion in der 2 Liga, als mit anderen in der CL.

  2. #2 | Robin Patzwaldt sagt am 20. Juli 2019 um 18:00 Uhr

    @#1: Oh, da scheint mir aber viel Frust vorhanden zu sein. In Anbetracht der vielen leeren Plätze auf den Tribünen heute bei diesem groß angekündigten Jubiläumsspiel kann ich das sogar ein Stück weit verstehen…

  3. #3 | Pflegefall VfL Bochum: Kein Heimsieg, kein Konzept, keine Zukunft? | Ruhrbarone sagt am 21. Oktober 2019 um 11:34 Uhr

    […] zu ändern wäre, ist nicht zu erkennen. Vor der Saison feierten sie an der Castroper Straße ‚40 Jahre Ruhrstadion‘. Vieles deutet aktuell darauf hin, dass sie sonst in näherer Zukunft nichts mehr zu bejubeln haben […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.