Uni Halle: Arbeitskreis Antifaschismus des Studierendenrat soll wegen kritischen Vorträgen zu Gendertheorie und Transaktivismus aufgelöst werden

Löwengebäude am Universitätsplatz in Halle Foto: paul muster Lizenz: CC BY 3.0

Erneut gibt es den Versuch, den Arbeitskreis Antifaschismus im Studierendenrat (Stura), an den meisten Hochschulen heißt das Gremium AStA, der Uni Halle aufzulösen. Nachdem schon im November letzten Jahres die Offene Linke Liste (OLLi), die Hochschulgruppe der Jusos und die Grüne Hochschulgruppe das Ende des Arbeitskreises einläuten wollten, gibt es wieder einen Auflösungsantrag, der am 11. Juli 2022 bei einer Sturasitzung zur Abstimmung kommen soll und aufgrund der absoluten Mehrheit der drei Hochschulgruppen gute Aussichten auf Erfolg hat.
Hintergrund der Anträge sind vorgeblich zwei Vortragsveranstaltungen des AK Antifa im Herbst des vergangenen Jahres, die sich kritisch mit der Gendertheorie und dem Transaktivismus auseinandergesetzt haben. Radikale Transaktivisten störten die Veranstaltungen massiv und warfen dem AK Antifa transfeindliche Äußerungen der Referenten vor. Belege hierfür blieben die Aktivisten bis heute schuldig. 


Über den ersten Antrag diskutierte der Studierendenrat nicht, sondern beschloss die Diskussion zwischen Stura- und AG-Mitgliedern in einer Art Mediation fortzuführen, die er im Juni abbrach. „Für uns kam das sehr überraschend. Doch am Ende wurde sogar formuliert, dass die Sturavertreter das Gespräch nur dann als erfolgreich einstufen würden, hätten wir ihnen zugestimmt, dass Referenten sich transfeindlich geäußert hätten. Doch diese Äußerungen gab es nicht.“, so Anja Kleinky vom AK Antifa. „Dem AK Antifa, der sich seit 27 Jahren kritisch mit gesellschaftlichen Entwicklungen und Phänomenen wie Antisemitismus, Homophobie, Islamismus usw. auseinandersetzt, Transfeindlichkeit vorzuwerfen, ist infam und entbehrt jeder Grundlage. Wir verurteilen jedwede Diskriminierung von Transpersonen, kritisieren aber deutlich die Auswüchse eines Transaktivismus, der sich zunehmend radikalisiert und eine Gefahr für die freie politische Debatte darstellt.“

Der AK Antifa wird den Versuch der Auflösung nicht einfach hinnehmen. „Gerade an einer Universität sollte der Streit um unterschiedliche Positionen und Denkschulen unumstößlich sein – doch genau das wird unter dem Vorwand von Diskriminierung und Transfeindlichkeit immer mehr verhindert, wie jüngst auch das Vortragsverbot einer Biologin an der Humboldt Universität zeigt“, so Kleinky abschließend.

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2 Kommentare

  1. #1 | Willy sagt am 8. Juli 2022 um 08:14 Uhr

    Trans-Aktivisten imaginieren transsexuelle Menschen als die verfolgte Minderheit Deluxe. Sie setzen Lügen in die Welt, um ihre politischen Gegner unter Druck zu setzen. Jede abweichende Position wird von ihnen als ein Beleg für Transphobie aufgefasst. Die Queer-Doktrin will in Ermangelung einer konsistenten Theorie geglaubt werden. Ein weiterer, lesenswerter Text über das Unbehagen der Geschlechter:
    https://conne-island.de/nf/273/9.html

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