„Veggie-Al Quaida“: Essen ist auch Kultur. Geschmack. Genießen

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So! Jetzt habe ich meinen ersten Facebook „Freund“ wegen penetranten Vegetarismus gelöscht. Von unserem Gastautor Dirk Vogel.

Der arme Mensch hatte ein Video gepostet, in dem eine junge Frau mit einer Kuh schmust und darüber in Großbuchstaben geschrieben: „Und darum esse ich kein Fleisch!!!“ Boah,ey! Mir geht diese Weltverbesserungsattitüde sowas von auf den Geist! Dieses Sendungsbewußtsein, dieser missionarische Eifer! Dieses Moralinsaure. Vegetarismus wird zur neuen Religion, nur übertroffen von den Veganern, der Veggie-Al Quaida. Sie stellen sich über den mordenden Fleischfresser und gefallen sich in einem Überlegenheitsgefühl. Neulich erging es den Rauchern ähnlich.

Ich mag den Begriff „Nutztiere“ nicht und Massentierhaltung finde ich auch Scheiße. Aber Tiere zu vermenschlichen ist keine Lösung. Außerdem würden viele Tierarten gar nicht existieren würde sie nicht gegessen. Als Beispiel sei hier das Bunte Bentheimer Schwein genannt. Das wollten die Nazis schon ausrotten. Die Bauern in der Grafschaft Bad Bentheim versteckten ihre Schweine jedoch, und fuhren die Eber und Sauen heimlich unter Stroh versteckt zum decken hin und her. So konnte die Rasse erhalten werden. Richtige Widerstandsschweine also. Nach dem Krieg war die Rasse wieder bedroht, zu fettes Fleisch, zu aufwendige Haltung. Ein einzelner Bauer widersetzt sich und schaffte es, mit einer Herde von nur 40 Tieren den Genpool zu erhalten. Dafür erhielt er einen Orden. Recht so! Gerd Schulte-Bernd, der Retter der Bentheimer Schweine. Er produziert „Gesundfleisch“ wie er es nennt.  Jetzt gibt es den „Verein zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines e.V.“

Motto: „Erhalten durch Aufessen“. Finde ich super. Essen ist nämlich auch Kultur. Geschmack. Genießen. Und der Mensch steht nun mal am Ende der Nahrungskette. Unser Gehirn hat sich erst durch tierisches Eiweiß zu dem entwickelt, was es ist. Wäre doch schade, wenn wir auf dieser Stufe jetzt stehen blieben. Ich denke, das ist nach Oben noch ein bisschen Luft…

Vor einiger Zeit habe ich einen der renommiertesten unserer Wissenschaftler zum Portrait getroffen. Er ist Arzt, Biochemiker und im Ethikrat der Bundesregierung. Ein eher introvertierter, asketischer Mensch und sehr freundlich und angenehm im Umgang. Nach dem die Fotos im Kasten waren, plauderten wir über dies und das und kamen auch zur Zeiterscheinung des Veggiewahns (dies ist eine Polemik, lieber Leser m/w, falls Sie es noch nicht bemerkt haben). Der Gelehrte sagte, das es vielleicht möglich wäre, sich ohne Mängel fleischlos zu ernähren. Aber das wäre so kompliziert, das er es sich selber nicht zutraute, und das obwohl er seit Jahrzehnten den menschlichen Stoffwechsel erforscht. Aber religiöse Eiferer waren der Wissenschaft ja schon immer feindlich gesonnen und immun gegen Argumente.

Neulich habe ich gelesen, das Wissenschaftler festgestellt haben, das Veganerinnen unfruchtbar werden. Es besteht also noch Hoffnung…

Dirk Vogel macht das Blog Mahlzeitblog.

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34 Kommentare

  1. #1 | endorphenium sagt am 3. März 2014 um 10:01 Uhr

    ziemlich dünne polemik.

    es ist jedem selbst überlassen, wenn er seine facebookfreunde wegen deren essverhalten ent-freundet. es ist auch legitim, wenn einem weltverbesserungsattitüden auf den sack gehen.

    aber was die rettung der bunten bentheimer schweine mit dem verzehr von fleisch zu tun hat, das erschließt sich mir hier nicht. mag aber an mir liegen…..

    hier scheint mir weder ein grund für eine polemik, noch eine gute polemik vorzuliegen. der text klingt eher, als müsste jemand seinen fleischkonsum verteidigen. nur wird nicht klar, gegen wen.

  2. #2 | b sagt am 3. März 2014 um 10:06 Uhr

    Fassen wir mal zusammen:
    „Tiere töten gegen Nazis!“
    Ich gratuliere ob dieser Meisterleistung…

  3. #3 | Detlef sagt am 3. März 2014 um 10:12 Uhr

    Wie ich gestern erfuhr, werden sogar Tiere zu Veganer erzogen. Bei vielen Tieren ist das nicht möglich. Versucht es mal bei einer Schlange Trockenfutter zu geben.
    Das muß doch Quälerei sein.

  4. #4 | Hans Raum sagt am 3. März 2014 um 10:23 Uhr

    Ein dummer Text. Hetzt mit Polemijk gegen Polemik.

    Komischerweise fallen mir in letzter Zeit, die Leute vermehrt negativ auf, die fast schon militant auf ihr Recht, Fleisch zu verzehren und Ziggis zu qualmen, beharren.

    Die sind inzwischen fast schon schlimmer als jeder Hardore-Vegetarier (die mir auch auf den Sack gehen).

  5. #5 | Nansy sagt am 3. März 2014 um 10:35 Uhr

    Stichwörter zum veröffentlichten Vegetarismus: Weltverbesserungsattitüde, Sendungsbewußtsein, missionarischer Eifer, moralinsauer, neue Religion – an Allem ist was Wahres dran! Darauf näher einzugehen hätte sich gelohnt – aber das war auch wohl nicht die Absicht dieses Beitrages…

    Dabei geben die Weltverbesserer nach dem Wahldebakel der Grünen natürlich nicht auf – wer die Welt in seinem Sinne verbessern will, läßt sich von kleinen Rückschlägen nicht entmutigen – und so feiern die Umerzieher einen kleinen Teilerfolg: „Jugendherbergen wollen pro Woche einen Veggie-Day für alle“

    https://www.derwesten.de/panorama/jugendherbergen-wollen-pro-woche-einen-veggie-day-fuer-alle-id9046470.html

    Da müssen dann auch mal Halbwahrheiten als Begründung für solche Maßnahmen herhalten: „…verusachen hohen Anteil schädlicher Treibhausgase, etwa durch den Methan-Ausstoß von vielen Millionen Rindern..“
    Dabei schreibt die FAO der Viehwirtschaft nur ein knappes Fünftel der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen zu – und der Reisanbau ist nach Schätzungen des Weltklimarats einer der Hauptgründe für steigende Emissionen von Methan.
    Hauptsache es hilft der „guten Sache“……

  6. #7 | Arnold Voss sagt am 3. März 2014 um 10:54 Uhr

    Meine Tochter ist Veganerin. Ich bin nicht mal Vegetarier. Ein Überlegenheitsgefühl mir gegenüber habe ich nie bei ihr verspürt. Sie lässt mich und ich lasse sie. Wenn wir zusammen zum Essen ausgehen, dann besuchen wir in der Regel ein Lokal wo es auch vegane Angebote gibt. Wenn es sie nur gibt, dann esse ich auch mal vegan. Schmeckt übrigens nicht schlecht.

  7. #8 | Jay F Kay sagt am 3. März 2014 um 10:56 Uhr

    Veggie-Al Quaida… ich musste grinsen. Ich esse sehr gerne vegetarisch, habe vor kurzem sogar eine vegane Currywurst verkostet, aber tief im Herzen bin ich ein Fleischfresser. Und ich kenne das Problem der militanten Anti-Fleisch-Fraktion sehr gut. Es ist eben wie bei jeder guten Religion, es wird versucht zu bekehren – notfalls mit allen Mitteln. Und das finde ich sehr schade, soll doch jeder sein Leben so gestalten, wie es ihm beliebt. Aber das geht ja nicht, man muss darauf rumhacken und es wird versucht die Welt zu verbessern. Und dann, irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man so einen Artikel schreibt und alle sind gemäß dem Motto „Shitstorm light“ angepisst. Herrlich.

    Ich selbst bin aus Gründen sehr amüsiert über den Artikel und werde mir jetzt erst einmal ein Stück Gesundfleisch vom Bentheimer Schwein bestellen, denn das kannte ich bisher noch nicht. In diesem Sinne… Licht und Liebe für alle.

  8. #9 | Grits Poelsa sagt am 3. März 2014 um 11:06 Uhr

    Fun Fact: Wenn Veganer überzeugte Carnivoren aus eben jenen Gründen „entfolgen“, wird ihnen vorgeworfen, Kritik an ihrer „Überzeugung“ ausblenden zu wollen!

  9. #10 | Nansy sagt am 3. März 2014 um 11:36 Uhr

    @Hans Raum #4:
    Irgendwie sind Sie argumentativ ins Abseits gekommen: „Leute…, die fast schon militant auf ihr Recht, Fleisch zu verzehren und Ziggis zu qualmen, beharren.“

    Es geht nicht um Fleisch und Ziggis, oder um Fast-Food, Pizza und Cola, oder darum wer wieviele Glas Wein trinkt, sondern darum dass jeder (auch Vegetarier) über sein Konsumverhalten frei entscheiden kann. Dass Sie sich hier auf zwei ausgewählte Konsumgewohnheiten kaprizieren, zeigt nur dass Sie einer grundsätzlichen Debatte um freie Willensentscheidungen aus dem Wege gehen wollen…

    @Grits Poelsa #9: Sehe ich das richtig, dass die Bezeichnung „Carnivoren“ überwiegend von militanten Vegetariern in Kommentaren benutzt wird?

  10. #11 | Hans Raum sagt am 3. März 2014 um 12:31 Uhr

    @ Nansy:

    Unsinn. Jeder soll essen, was ihn glücklich macht. Was mir auf den Senkel geht, ist das gegenseitige Verteufeln. Wieso müssen Hardcore-Vegetarier den Moralapostel raushängen lassen, wenn ich ein Hähnchen esse? Und: Wieso muss der Frikadellenjunkie sich über den Körnerfresser lustig machen, nur weil der die Frikadelle verschmäht?

    Leben und Leben lassen. Das ist meine Devise. Gilt für alle. Außer fürs Mastschwein natürlich.

    Wobei die Diskussion über den Freien Willen durchaus interessant ist. Auf der einen Seite die, die in letzter Zeit vermehrt das Recht auf Ausübung des Freien Willens einfordern und sich einer angeblichen alles tot regulierenden Gutmenschen-Miliz gegenübersieht.
    Diese wiederum sieht den freien Willen dort begrenzt, wo er anderen schadet. Darf ein Raucher überall qualmen, wo er will, auch wenn andere dort unfrewillig seinen Qualm einatmen müssen?
    Darf jeder sein tägliches Schnitzel verzehren? Auch wenn darunter nicht nur das Tier leidet, sondern letzten Endes die gesamte Umwelt?
    Dagegen finden natürlich die Schnitzelraucher und Zigartettenesser gaaanz viele Gegenargumente. Bis dahin, dasa nichtrauchende Veganer in Wirklichkeit für den Untergang der Umwelt und der Zivilisation an sich Schuld sind. Was wissenschaftlich zwar zumeist Unsinn und von einem Grundschüler widerlegbar ist, aber immerhin das Gewissen beruhigt.

    Ein schlechtes Gewissen ist halt blöd. Stört den freien Willen beim Entfalten.

  11. #12 | Stefan Laurin sagt am 3. März 2014 um 12:52 Uhr

    @Hans Raum: Es geht ja offenbar nicht um das Motto „Leben und Leben lassen“, das ich sofort unterschreiben würde: „Wir möchten ein neues gesellschaftliches Paradigma etablieren, das formuliert, dass wir nicht jeden Tag Fleisch essen, sondern es mindestens zur Beilage wird. Wir sind da relativ optimistisch. Am Beispiel Rauchen kann man sehen, wie nach einer gewissen Vorlaufzeit es dann gesellschaftlich kippte. Rauchen hat heute eher ein Negativimage – davor galt Rauchen eher cool, international und elegant. Das hat sich in relativ kurzer Zeit verändert.“
    https://www.derwesten.de/gesundheit/warum-sich-vegetarier-zunehmend-im-trend-fuehlen-id6730444.html#plx346976575
    Die Menschen haben das mittlerweile verstanden – die Grünen wurden auch wegen dem Veggie-Day bei der Bundestagswahl abgestraft. Und die hier ist sowieso nicht das Blog für Volkserzieher und hysterische Bürgerkinder, die beim Anblick einer Frikadelle in Tränen ausbrechen…

  12. #13 | TuxDerPinguin sagt am 3. März 2014 um 12:57 Uhr

    „Und darum esse ich kein Fleisch!!!“ …“Mir geht diese Weltverbesserungsattitüde sowas von auf den Geist! Dieses Sendungsbewußtsein, dieser missionarische Eifer! Dieses Moralinsaure.“

    Unser missionarischen Eifer verstehe ich, wenn jemand andere überzeugen will, ihm gleich zu tun. Mit dem Satz „darum esse ich kein Fleisch“ sehe ich da keinen missionarischen Ausdruck.

    Wenn das wirklich schon missionarisch sein soll, dann ist dieser Artikel auch missionarisch – zumal der Artikel ja Halbwahrheiten widergibt, so wie man das von Missionaren wirklich erwartet… dann ist alles außer Schweigen missionarisch.

    Interessant finde ich, dass ich auf sehr viel mehr Beiträge wie diesen stoße, die sich gegen „Veggie-Wahn“ auflehnen, als Artikel, die meinen, Fleisch dürfe nicht mehr konsumiert werden.
    Es wirkt wie ein erfundenes Problem.

    Achja. Ich bin übrigens Vegetarier… und Blut- und Samenspender… werde also regelmäßig durchgecheckt und alles ist bestens. Ohne dass die Ernährung irgendwie aufwendig wäre. Ich hielte es im Gegensatz dazu für ein Kunststück Mangelernährung in der heutigen Zeit zu schaffen.

  13. #14 | Nansy sagt am 3. März 2014 um 13:45 Uhr

    @TuxDerPinguin:

    ”Mir geht diese Weltverbesserungsattitüde sowas von auf den Geist! Dieses Sendungsbewußtsein, dieser missionarische Eifer! Dieses Moralinsaure.”

    Der Vegetarismus als Lehre zielte schon sehr früh auf eine asketische Lebensweise ab.
    Dr. med. Albert Albu (Die vegetarische Diät -1902):
    „….Der Vegetarismus führt zu einer besseren Lebensgestaltung, so wird argumentiert, weil er dem Menschen die naturgemässe Nahrung giebt, die ihn in den Stand setzt, allen Anforderungen so zu genügen, wie er dazu von Natur befähigt sei. Die Pflanzennahrung ist nun ein Teil des naturgemässen Lebens überhaupt, indem alle äusseren Schädlichkeiten nach Möglichkeit ferngehalten werden sollen. Der Vegetarier befleissigt sich deshalb im allgemeinen möglichst einfacher Verhältnisse in allen Lebenslagen, im Wohnen, Schlafen, Kleiden, er führt einen geregelten Lebenswandel, sucht Arbeit und Erholung, Bewegung und Ruhe in zweckmässiger Weise miteinander abwechseln zu lassen; er vermeidet alle Exzesse und Extravaganzen, die sich ihm namentlich im modernen Leben der Grosstadt überreichlich darbieten. Vor allem vermeidet er den Genuss alkoholischer Getränke, meist auch des Kaffees, und verabscheut das Rauchen. Er sucht den Anforderungen der Hygiene im praktischen Leben möglichst gerecht zu werden und alle sittlich depravierenden Lebensbräuche auszuschalten.“
    Das ist auch heute noch, wenn auch mit leicht modernisierten Begründungen (Tierschutz, gesünderes und längeres Leben, Klimaschutz) der Kern der Überlegenheitsattitüde vieler militanter Vegetarier und Veganer.

    Ich finde es schade, dass überzeugte Vegetarier sich immer wieder mit dem Weltverbesserungsanspruch bestimmter Aktivisten herumschlagen müssen – das haben Sie nicht verdient…

  14. #15 | Puck sagt am 3. März 2014 um 19:59 Uhr

    @Grits Poelsa #9

    Nicht-Vegetarier als „Carnivoren“ zu verunglimpfen, mag für Sie persönlich ungemein befriedigend sein. Da das inzwischen in jedem guten Forum üblich wird, scheint das Bedürfnis in dieser Richtung immens zu sein.
    Das bringt natürlich niemanden dazu, es mal mit vegetarischem Essen zu versuchen (wie das z. B. Kochbücher und -zeitschriften inzwischen sehr erfolgreich tun, indem sie entsprechende Gerichte einfach als leckeres Essen präsentieren), aber darum gehts ja offensichtlich nicht.

    Sondern darum, sich von der Plebs abzusetzen, diesen Carnivoren…

  15. #16 | Puck sagt am 3. März 2014 um 20:04 Uhr

    @HansRaum #11

    Zitat: (…)Darf ein Raucher überall qualmen, wo er will, auch wenn andere dort unfrewillig seinen Qualm einatmen müssen?(…) Zitat Ende

    Nein, Hans Raum, das darf er nicht. Darum geht es auch gar nicht, wenn Raucher sich über wachsende Hysterie wehren. Es geht darum, daß inzwischen diskutiert wird, ob es schädlich ist, wenn der Nachbar in der Nebenwohnung raucht, oder wenn in einem Hotelzimmer jemals seit den Tagen des Römischen Imperiums geraucht wurde, weil das „meßbaren“ Rückstände hinterläßt.
    Ich warte auf den Tag andem darüber spekuliert wird, ob man noch mit einem Raucher telefonieren darf, ohne seine Gesundheit zu gefährden.
    Darum geht es.

  16. #17 | Stefan Laurin sagt am 3. März 2014 um 20:30 Uhr

    @Puck: Interessanter Artikel aus dem Journal of the National Cancer Institute:
    https://jnci.oxfordjournals.org/content/early/2013/12/05/jnci.djt365.extract

  17. #18 | Gordon Shumway sagt am 3. März 2014 um 20:55 Uhr

    Wer am lautesten schreit, hat Recht – kein Wunder, dass man da auf die Idee kommt, die Diskutanten hätten ein unbändiges, gar missionarisches, Mitteilungsbedürfnis. Die schweigende Mehrheit sieht die Lage meist wesentlich differenzierter und pragmatischer. Insofern finde ich die Argumentation von Herrn Raum bereits als ausreichend. Und auch wenn es beiderseits zahlreiche wissenschaftliche, ethische oder emotionale Killerargumente gibt, die stets an vorderster Stelle genannt werden – die eigene Entscheidung für oder wider ist am Ende doch nur bloßer Egoismus.

    ich möchte ja mal einen der Vorredner sehen, der DAS so offen eingestehen kann…

  18. #19 | KClemens sagt am 3. März 2014 um 23:30 Uhr

    @ #17 Stefan Laurin,

    danke für den Link!

  19. #20 | Nansy sagt am 4. März 2014 um 06:53 Uhr

    @Stefan Laurin #17:

    danke für den Link – damit bist Du in Deutschland – soweit ich weiß – der erste Journalist, der darauf hingewiesen hat 😉

    In England hat der zumindest der „Telegraph“ unter der Überschrift „Passive smoking – another of the Nanny State’s big lies“ darüber berichtet:
    https://blogs.telegraph.co.uk/news/jamesdelingpole/100251229/passive-smoking-another-of-the-nanny-states-big-lies/

    Ich erwarte eigentlich auch nicht, daß in Deutschland von den in dieser Frage auf Linie gebrachten Medien darüber berichtet wird – die bringen nur jedes Jahr aufs Neue den Studien-Unfug von der Verminderung der Herzinfarkte seit Einführung des Rauchverbots…

  20. #21 | inge sagt am 4. März 2014 um 13:02 Uhr

    Jetzt gibt es sogar schon VEGANE Kondome und VEGANEN Blumendünger und VEGANE Seife … Klug, mit den Dummen Geld zu verdienen!

  21. #22 | Ruben sagt am 4. März 2014 um 13:48 Uhr

    Hier fühlt sich offensichtlich jemand durch persönliche Entscheidungen Anderer angegriffen und versucht, sich und seinen Fleischkonsum durch hilflose Polemik zu rechtfertigen. Fakt ist, dass Vegetarismus und Veganismus auf allem Ebenen sinnvoll ist. Wer trotzdem Fleisch essen möchte soll das gerne tun, aber lasst doch die Vegetarier/Veganer mit euren sinnfreien Argumenten bitte in Ruhe!

  22. #23 | der, der auszog sagt am 4. März 2014 um 16:51 Uhr

    @Ruben (#22)

    Du schreibst: „Fakt ist, dass Vegetarismus und Veganismus auf allem Ebenen sinnvoll ist.“

    Was an einem bewussten und gewollten Verzicht auf das Vitamin B12 (Cobalamin) sinnvoll sein soll, müsstest Du uns allerdings noch erklären. Falls Du Vegetarier bist, wird Dir dieses Vitamin geläufig sein, falls nicht, möchte ich es an dieser Stelle kurz vorstellen.

    Das Vitamin B12 ist als Coenzym wichtiger Bestandteil von Enzymen, die wiederum für den Stoffwechsel von Aminiosäuren im Körper von Lebewesen verantwortlich sind. Bevor ich mich hier in Biochemischen Zusammenhängen verliere kurz auf einen Nenner gebracht: Das Vitamin B12 ist wichtig für:

    die Zellteilung,
    die Blutbildung
    und ein Funktionieren des Nervensystems.

    Das Problem (zumindst für Vegetarier) bei Cobalamin (= B12) besteht darin, dass es weder von menschlichen noch von tierischen Organismen und auch nicht von Pflanzen selber hergestellt werden kann. B12 wird von Bakterien produziert. Diese Produktion findet ausschliesslich im Verdauungstrakt statt, wobei der menschliche/tierische/vegetarische Körper hier nur als sogenannter Wirt von Bedeutung ist. Der größte Teil des produzierten Cobalamin wird bei der täglichen Prunksitzung ausgeschieden, deshalb hat man als Mensch nichts davon, auch nicht als Vegetarier. Im Gegensatz zu Pflanzen verfügen menschliche und tierische Organismen allerdings über Leber und Niere. Diese wiedrum können das Vitamin durch Akkumulation aufnehmen und speichern. Was sie nicht können ist das in Niere und Leber gespeicherte B12 für den oben beschrieben Stoffwechsel zur Verfügung zu stellen.

    Was kann ein Mensch oder ein Tier tun, um dennoch an das für seinen Stoffwechsel so wichtige Vitamin B12 zu gelangen? (ich bitte an dieser Stelle alle Besucher des Zoos in Kopenhagen ihre Kinder vom PC zu holen und in Sicherheit zu bringen. Es wird ekelig!)

    Man ahnt die Antwort: man kann ein Tier schlachten und verspeisen – zumindest wenn man kein Vegetarier ist. Und wer wie ich verlernt hat, einem Tier eins über die Rübe zu geben, der geht halt zum Metzger oder an die Fleischtheke, um an sein Vitamin B12 zu gelangen. Fleischliche Nahrung, insbesondere Innereien, sind der natürlichste und beste Lieferant des wertvollen Vitamin B12. In der Pfanne lecker angebraten gelangt es nach dem Verzehr erst einmal in den Magen, der es – im Gegensatz zum Darmtrakt – durch Salzsäure und Pepsin so aufspalten kann, dass es nach weiteren Biochemischen Prozessen in die Blutbahn gelangen um dort bis zu seiner zellulären Aufnahme zu zirkulieren. Das kuriose: Nur eine einzige Leber, vielleicht mit gerösteten Zwiebeln und Apfel garniert, deckt den Vitamin B12 Bedarf eines Menschen über 1 bis 2 Jahre, Vegetarier ausgenommen, die -wenn überhaupt – nur den Apfel und die Zwiebeln essen würden, vorausgesetzt, diese wären nicht mit dem Fett in der Pfanne in Berührung gekommen.

    Neben dementen Menschen und schwangeren Frauen sind Vegetarier die dritte große von Vitamin B12-Mangel betroffene Gruppe. Wer Glück hat, leidet nur unter Zungenbrennen, permanenter Müdigkeit und perniziöser Anämie (durch Blutarmut bedingte Blässe). Wer Pech hat, der schädigt sein Nervensystem, was von Kribbeln in Händen und Füßen bis zu Lähmung führen kann. Depressionen sind keine Seltenheit.

    Mein lieber Ruben. Gesund und auf „allen Ebenen sinnvoll“ ist vegetarische oder vegane Ernährung sicherlich nicht… Und „natürlich“ ist fleischlose Ernährung schon überhaupt nicht. Würde man hier bei den Ruhrbaronen wirklich versuchen, Vegetarier anzugreifen, wie Du unterstellst, dann wären hier schon längst Forderungen laut geworden, vegetarische Nahrung mit deutlichen Warnhinweisen als gesundheitschädlich zu kennzeichnen und die Vegetarier durch eine ensprechende Grünzeugsteuer an den Kosten die unserem Gesundheitswesen jährlich durch einseitige vegetarische Ernährung entstehen, zu beteiligen. Von all dem habe aber bislang noch nie etwas vernommen. In diesem Sinne: Lass es dir schmecken, egal was.

  23. #25 | der, der auszog sagt am 4. März 2014 um 19:40 Uhr

    @Endorphenium

    Das übermässiger Fleischkonsum Gicht und auch andere Krankheiten begünstigen kann, will ich gar nicht abstreiten. Ich finde es allerdings albern, der Kritik an einer ausschliesslich veganen oder vegetarischen Ernährung als Gegenentwurf den „reinen“ Fleischfresser entgegen zu setzen. Nur weil Vegetarier den Konsum von Fleisch oder tierischen Produkten ablehnen, heißt das ja noch lange nicht, dass Nicht-Vegetarier nur Fleisch essen und auf Gemüse, Salat oder Kräuter verzichten.

    Darüber hinaus überzeugt mich der von Dir hinter der Klammer ) versteckte Link auf die Homepage von Peta nicht im geringsten. Das eine idologisch ausgerichtete Gruppe wie Peta die Problematik des Vitamin B12-Mangels herunter spielt und ihre eigene Klientel als die länger lebenden und gesünderen Menschen zu verkaufen sucht, halte ich bei einer Organsiation, in der das Wohl des Tieres und nicht das des Menschen im Mittelpunkt der Betrachtung steht, für normal und natürlich, wenn auch für falsch. Ich bin zu rational erzogen worden um diesen Quatsch zu glauben und bevorzuge da lieber die Einschätzung von Ärzten und Wissenschaftlern. Wer da unterm Strrich länger lebt, wird sich zeigen

    https://www.aerzteblatt.de/archiv/61696/Ursachen-und-fruehzeitige-Diagnostik-von-Vitamin-B12-Mangel

  24. #26 | endorphenium sagt am 4. März 2014 um 20:28 Uhr

    @ der, der auszog (#25)

    der link sollte nicht versteckt sein, genauso wie dein zitat fehlte “ In diesem Sinne: Lass es dir schmecken, egal was.“ wollte ich zitieren. Irgendwie ist es verschluckt worden….

    es ging mir letztendlich darum, dass ein b12-mangel kein argument gegen eine vegetarische ernährung ist. du argumentierst bezüglich dem hinweis auf gicht ganz genauso.

    zu der quellenkritik werde ich mich nicht weiter äußern, da diese das argument in keinster weise entkräftet.

  25. #27 | KClemens sagt am 5. März 2014 um 07:41 Uhr

    @ #22 Ruben

    >>>>> Fakt ist, dass Vegetarismus und Veganismus auf allem Ebenen sinnvoll ist. <<<<<

    Jetzt ist aber die Tastatur mit Dir durchgegangen. Vegetarismus und Veganismus kann es nur auf einer Ebene geben. Der Ernährungsebene.

    Darüber hinausgehenden Vegetarismus oder Veganismus gibt es schlicht nicht!

  26. #28 | KClemens sagt am 5. März 2014 um 07:48 Uhr

    @ #25 | der, der auszog

    Was mich anödet ist, daß seitens der Vegetarier und Veganer immer so getan wird, als würden alle anderen, die nicht vegetarisch oder vegan lebten, sich als Beilage zum Steak ein paar Bouletten und Würstchen packen und sich den ganzen Tag nur von Fleisch ernähren.

    Da ist eine deutliche Parallele in der Propaganda zum Thema Nichtraucher vs. Raucher zu beobachten. Da wurde ja auch behauptet, man würde an allen möglichen Orten vollgequalmt. Im Bus, in der Bahn, in der Straßenbahn, in der U-Bahn, in der S-Bahn, auf allen möglichen Ämtern, in Schulen, in Kitas, in Warenhäusern, im Krankenhaus und wo sonst noch.

    Ich vermute mal, die PR-Experten, die vor ein paar Jahren zum „Kampf gegen den Tabak“ geblasen haben, und reichlich virales und Guerillamarkteting in Foren, etc. betrieben haben, haben ein neues Marktfeld entdeckt.

    Und dank einer Bevölkerung, die sich schon seit Jahren von der Politik dazu hat verleiten lassen, dem anderen auch nicht einmal das Schwarze unterm Fingernagel zu gönnen (beispielhaft hier die H4-Kampagnen), werden solche PR-Agenturen auch weiterhin wirtschaftlichen Erfolg damit haben, die Bevölkerung weiter zu spalten.

  27. #29 | Robin Patzwaldt sagt am 5. März 2014 um 07:50 Uhr

    @KClemnens #27: Das stimmt so auch nicht. Veganer tragen doch z.b. auch keine Schuhe die z.B. aus Leder sind. Es werden dann generell Produkte vermieden die aus Tieren gemacht wurden, wenn ich richtig informiert bin. Es betrifft also wohl doch mehrere Ebenen, nicht nur die Ernährung.

  28. #30 | paule t. sagt am 5. März 2014 um 11:24 Uhr

    Der Autor dieses Artikels hier beschwert sich über „missionarischen Eifer“ anderer?

    Das ist lustig.

  29. #31 | milo sagt am 5. März 2014 um 11:26 Uhr

    @stefan #17

    Der link ist interessant, die Studie aber noch nicht veröffentlicht.

    In dem kompletten Artikel in der Zeitschrift steht dann auch recht deutlich, dass die Fallzahlen und das Studiendesign nicht ausreichen um eine Aussage zum Passivrauchen treffen zu können. (letztendlich nur 152 Fälle, keine Spezifizierung, was „mit einem Raucher zusammen wohnen“ genau meint. Zwischen Balkonrauchern und Kette rauchen bei geschlossenem Fenster wird nicht unterschieden.)
    Vielleicht stellt sich das in der kompletten Studie ja noch anders dar.

    Wer jedenfalls durch diesen Artikel die Unschädlichkeit des Passivrauchens für bewiesen hält, darf auch getrost die Wirksamkeit homöopathischer Mittel annehmen.

  30. #32 | Nansy sagt am 5. März 2014 um 12:52 Uhr

    @Milo #31:

    Der Einwand: ((letztendlich nur 152 Fälle, keine Spezifizierung, was “mit einem Raucher zusammen wohnen” genau meint. Zwischen Balkonrauchern und Kette rauchen bei geschlossenem Fenster wird nicht unterschieden.) und deshalb sei die Unschädlichkeit des Passivrauchens nicht bewiesen, entbehrt nicht einer gewissen Komik.
    Ähnliche „Bedenken“ konnte man bislang auch zu den „Studien“ erheben, die eine Schädlichkeit des Passivrauches nachweisen wollten (nur als Beispiel: …soundsoviel hundert Teilnehmer wurden telefonisch zu ihrem Zusammenleben mit Rauchern befragt…)

    Demnach ist die Schädlichkeit des Passivrauchen völlig unbewiesen…

  31. #33 | der, der auszog sagt am 5. März 2014 um 13:50 Uhr

    @KClemens @Robin

    Vom Ursprung her würde ich Vegetarismus auch erst einmal nur als eine Ernährungsweise bezeichnen, bei der man auf Nahrungsmittel, die von toten Tieren stammen, verzichtet. Dies kann unterschiedliche Gründe haben. Es gibt beispielsweise Menschen, denen Fleisch oder Fleischprodukte schlicht und einfach nicht schmecken. Wie groß oder klein dieser Anteil ist, mag ich allerdings nicht beurteilen. Sicherlich verzichtet ein nicht unerheblicher Teil (vermutlich der größte) der Vegetarier aus ethischen Gründen auf den Fleischkonsum, weil sie nicht wollen, dass ihretwegen Tiere getötet werden. Das diese Menschen auch auf das Tragen gewisser Kleidung verzichtet, im Konkreten Fall auf Lederschuhe, weil für die Produktion von Leder ebenfalls Tiere getötet werden müssen, ist logisch, konsequent und auch in keiner Weise zu beanstanden. Es gibt seit den 1970er Jahren mittlerweile erstklassige synthetisch hergestellte Stoffe, wie beispielsweise Gore-Tex, die wir ,zu sogenannter Funktionskleidung verarbeitet, aus dem Sport- und Freizeitbereich kennen. Man denke nur an die vielen Deutschlehrer in Jack Wolfskin Jacken ( https://www.youtube.com/watch?v=p2khQ0zGS98 ). Aber das nur am Rande.

    Problematisch wird es da, wo Vegetarier, die aus ethischen Gründen auf tierische Produkte verzichten, erkennen, dass ihr Verzicht nichts daran ändert, dass weiterhin Tiere geschlachtet und zu Nahrung und anderen Produkten weiter verarbeitet wird. Genau an diesem Punkt droht die ganze Kiste in den ideologisch-religiösen Bereich zu kippen, denn hier beginnen Peta, Vebu und was es da sonst noch an seltsamen Gruppen gibt, mit ihrer Mission. Man hält sich selber für den gesünderen und damit für den besseren Menschen (sowohl körperlich als auch geistig), denn Schuld sind die anderen, weil die ja unschuldige Tiere töten, um sich ungesund zu ernähren.

    Die Ideologisierung dieser Ernährungsweise ist schon uralt. Ebenso die Kritik daran. Der bekennende Kettenraucher und Burgerfresser Frank Zappa hat dem Thema beispielsweise 1968 ein ganzes Doppelalbum gewidmet mit dem verräterischen Titel: Uncle Meat – Onkel Fleisch. Auf einem Song dieser Platte mit dem Namen Mr. Green Genes wird Herr Grün-Gen aufgefordert sein Gemüse zu fressen, danach seine Schuhe und zum Schluss den Müllwagen, der ihm das ganze Zeugs gebracht hat:

  32. #34 | milo sagt am 5. März 2014 um 14:31 Uhr

    @Nansy #33:
    Du hast völlig recht. Es ist genau richtig, man weiß es nicht. Vielleicht ist Passiv rauchen schädlich, vielleicht ist es das nicht. Ich erhebe diesen Vorwurf ebenso, wenn Menschen behaupten, Passivrauchen sei schädlich. Da ist überhaupt nichts komisch dran.

    Weil es aber eben nicht ausreichend erforscht ist, kann ich Menschen verstehen, die solange es niemand besser weiß lieber nicht passiv rauchen wollen.

    Diese Aussage ist weder eine Aussage, die ein generelles Rauchverbot in Kneipen, Zügen oder öffentlichen Räumen gut heißt, noch eine Aussage über Menschen die in jeder Kneipe, jedem Zug und jedem öffentlichen Raum rauchen wollen.

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