
Vor zehn Jahren trat die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft. Ihre zerstörerische Wirkung wird immer deutlicher.
Das Handelsblatt nannte ihn den „Vater der DSGVO“: Jan Philipp Albrecht (Grüne), damals Europaabgeordneter, dann Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung in Schleswig-Holstein und heute Chef der grünnahen Heinrich-Böll-Stiftung. Ein Leben, weitgehend finanziert von Steuergeldern. Im Europaparlament setzte er sich dafür ein, dass die paranoiden deutschen Datenschutzregeln noch einmal verschärft und europaweit eingeführt wurden. Der FAZ war schon damals klar, „dass es sich bei dem Regelwerk um einen Gewinn für den Wirtschaftsstandort handelt, wird schon eher bezweifelt“. Für einen Grünen wie Albrecht war das kein Problem: „Die Sorgen der Unternehmen scheinen ihn dennoch eher kaltzulassen, sogar im Vergleich zu unternehmensfreundlicheren Parteifreunden: Vom 25. Mai an greifen Albrechts neue Regeln, doch schon jetzt haben viele Firmenlenker verkündet, dass sie es nicht schaffen werden.“
Zehn Jahre nach Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist der Datenschutz in deutschen Unternehmen fest etabliert. Gleichzeitig wächst aber auch der Frust über Bürokratie, Aufwand und Rechtsunsicherheit. Das geht aus einer Langzeitstudie des Digitalverbands Bitkom hervor.
Demnach hatten kurz vor dem Start der DSGVO im Jahr 2018 erst sieben Prozent der Unternehmen die Vorgaben weitgehend umgesetzt. 2024 waren es bereits 71 Prozent. Parallel dazu stieg allerdings die Zahl der Unternehmen, die die DSGVO als Belastung empfinden, massiv an: Sagten 2016 noch 25 Prozent, der Datenschutz mache Geschäftsprozesse komplizierter, waren es 2025 bereits 81 Prozent.
Auch der Aufwand wächst weiter. 84 Prozent der Unternehmen berichten laut Bitkom von einem höheren Datenschutzaufwand seit Einführung der DSGVO. 97 Prozent bewerten den Aufwand inzwischen als hoch oder sehr hoch. Gleichzeitig sind 72 Prozent der Unternehmen der Ansicht, Deutschland übertreibe es beim Datenschutz. 2020 lag dieser Wert noch bei 40 Prozent.
Für die Untersuchung befragte Bitkom Research zuletzt 603 Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten aus verschiedenen Branchen.
Besonders kritisch sehen viele Unternehmen die Auswirkungen auf die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz. 69 Prozent sagen laut Studie, Datenschutzvorgaben erschwerten das Training von KI-Modellen mit ausreichend Daten. 63 Prozent glauben zudem, dass Unternehmen wegen der Datenschutzregeln KI-Entwicklung aus der EU verlagern.
Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst fordert deshalb eine Reform der DSGVO mit stärkerem Fokus auf tatsächliche Risiken. „Die Realität ist: KI wird wegen unserer Datenschutzpraxis nicht in Europa entwickelt, die Modelle werden aber trotzdem hier eingesetzt“, sagte Wintergerst. Europas Datenschutz müsse stärker zwischen echtem Schutzbedarf und bürokratischen Formalien unterscheiden.
Wir müssen uns Albrecht auch heute als einen glücklichen Menschen vorstellen: eigenes Einkommen gesichert, Unternehmen drangsaliert und Wachstum verhindert. Kann es für einen Grünen Schöneres geben?