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Vor dem Derby S04 gegen BVB: Kevin Großkreutz schlägt wieder zu

Kevin Großkreutz. Archiv-Foto: BVB

Er hat es tatsächlich schon wieder getan! Kevin Großkreutz, inzwischen in Liga 3 kickender Ex-BVB-Spieler, der Zeit seines Lebens gefühlt von einem Fettnapf in den nächsten tritt, hat einmal mehr zugeschlagen.

Im Zuge der Derby-Vorberichterstattung hatte ihn der TV-Sender Sky jetzt zu einem kleinen Interview gebeten. Vermutlich erhoffte sich der Kanal dadurch einige markante Statements und Schlagzeilen. Und Großkreutz enttäuschte die Herrschaften nicht. Einmal mehr steht er jetzt medial im Blickpunkt, trotz seiner seit Jahren schon sportlich immer mehr nachlassenden Leistungen auf dem Rasen.

Der 30-Jährige würde sich, so gab er bei Sky zu Protokoll, über einen Abstieg der Gelsenkirchener freuen. Auf eine entsprechende Frage im Interview antwortete Großkreutz mit einem einem Lachen: „Natürlich“.

Dann fuhr er fort: „Ja, ich würde mich freuen. Ein Jahr kann man schon mal auf die verzichten. Und da würde man sich in Dortmund drüber freuen.“

Während eine solche Aussage für einen extremen BVB-Fanatiker ja durchaus erwartbar ist, ist sie für jemanden der sein Geld mit diesem Sport verdient doch eine reichlich kurzsichtige Meinung.

Klar, so ein Derby ist für alle Beteiligten stets eine emotionale Sache und so manche Fan-Aussage im Umfeld des Spiels darf man nicht auf die Goldwaage legen. Doch bei aller wünschenswerten Rivalität zwischen Fußballklubs sollte stets ein gewisses Maß von gesundem und fairem Umgang miteinander gewahrt bleiben. Gerade auch im traditionell emotionalen Derby zwischen Dortmund und Schalke.

Leider sind in den vergangenen Jahren auf den Tribünen und vor den Stadien immer Auswüchse zu beobachten gewesen, die ein Großteil der friedlichen Fußballfans nicht zu tolerieren bereit ist. Am Ende nämlich wird wohl so gut wie jeder Fan eines der beiden großen Revierklubs in seinem persönlichen Umfeld auch Fans des gegnerischen Teams haben. Körperliche Auseinandersetzungen, Sachbeschädigungen und Beleidigungen verbieten sich daher eigentlich von selbst. Leider ist das in der Realität aber bekanntlich nicht immer so. Bei gewissen Herrschaften reicht die Erziehung nicht so weit dies zu erkennen und das Gegenüber mit entsprechendem Respekt zu behandeln.

Ganz anders gelagert ist die Situation hingegen bei einem Profisportler. Dieser ist als gut bezahlter Angestellter eines Vereins in erster Linie ein Dienstleister. Er stellt seine Fußballkünste für ein gewisses Entgelt einem Verein zur Verfügung, setzt sich in der Zeit seinen Engagements mit aller ihm zur Verfügung stehenden Macht für diesen und seinen maximalen Erfolg ein. Ihm muss daran gelegen sein, dass es dem Sport und der Liga insgesamt gut geht.

Das ist auch bei den aktuellen Teams von Dortmund und Schalke so. Viele der aktiven Kicker müssen nach ihrer Ankunft in ihrer neuen Umgebung erst einmal erklärt bekommen, was dieses Spiel so besonders macht. Wer aus anderen Regionen des Landes oder gar der Welt kommt, der wird die Brisanz eines solchen Revierderbys vermutlich sogar nie wirklich verstehen können.

Bei Großkreutz ist das Alles offenbar etwas anders. Er bekennt sich schon seit Jahren, was für einen Profi ungewöhnlich ist, offen und lautstark zu seiner ‚Liebe‘ zum BVB. Bei den Fans in Dortmund hat ihm das vor Jahren einmal viele Sympathien eingebracht.

Inzwischen aber sollte er im Alter von 30 Jahren etwas weitsichtiger geworden sein. Als Profi hat er halt eine andere Rolle inne als als gemeine Ultra auf der Südtribüne im Westfalenstadion.

Es wäre nämlich in der Realität geradezu extrem schädlich für die gesamte Bundesliga, wenn Schalke am Ende dieser Saison tatsächlich absteigen würde. Niemandem kann ernsthaft daran gelegen sein, den Gelsenkirchenern dieses Unglück, zudem mit einem Lächeln im Gesicht, zu wünschen. Auch keinem BVB-Fan, geschweige denn einem Fußballprofi.

Einer der beliebtesten und umsatzstärksten Vereine nicht mehr im Fußballoberhaus? Das wäre nicht nur eine fatale Entwicklung für die Schalker, das ginge zu Lasten aller verbleibenden Erstligisten und auch der Masse der Fußballfans. Deutlich weniger Spektakel, weniger Umsatz, weniger Einschaltquote, am Ende auch weniger Spaß. Das kann und darf es nicht sein.

Und Kevin Großkreutz müsste das als erfahrener Profi wissen, auch wenn ihn viele BVB-Fanatiker für diese ungewöhnlichen Aussagen vermutlich loben werden. Wirklich klug sind solche Sticheleien aber nicht. Ganz im Gegenteil…

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9 Kommentare zu “Vor dem Derby S04 gegen BVB: Kevin Großkreutz schlägt wieder zu

  • #1
  • #2
    Hajo

    "Niemandem kann ernsthaft daran gelegen sein, den Gelsenkirchenern dieses Unglück, zudem mit einem Lächeln im Gesicht, zu wünschen. Auch keinem BVB-Fan, geschweige denn einem Fußballprofi."

    Das ist Satire?

  • #3
    Teichmann

    Leider kann ich nur sagen nicht reifer geworden im Alter.der gewünschte Abstieg von Schalke entspringt einem dummen jungen Verstand. Ich möchte nicht an dummheiten erinnern die dieser Mann verzapft hat.bvb möge gewinnen auch den Meister, aber las deine Kommentare, jeder weiss wo du jetzt spielst und nur wenig kannst.

  • #4
    Klaus Lohmann

    Er ist halt irgendwie immer noch bei Mama und Papa in Kemminghausen zuhause und prollt geistig weiter auf der Süd. Vielleicht ist ja auch noch sein Kinderzimmer mit den ganzen BVB-Postern "in Betrieb".

    @Albert: Wir reden hier über öffentliche Häme (auch bekannt als boshafte Gehässigkeit).

    @Hajo: Robin hat extra "BVB-Fan" und nicht "krasshohler Ultra-Trottel" geschrieben. Da wird also völlig unsatirisch differenziert.

  • #5
    thomas weigle

    Mir würden sie nicht fehlen!! Und der 2.Liga würden sie gut tun. Man bedenke: S04 vs HSV, was für ein Spektakel in Liga 2. Doppelkicher.

  • #6
  • #7
    ke

    Was ist los? Aktuell interessiert mich der Meisterschaftskampf und auch das Derby eigentlich gar nicht. Ich werde es vermutlich noch nicht einmal live schauen.

    Geht es nur mir so?

  • #8
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @ke: Je älter ich werde, je gelassener bleibe ich bei sowas. Aber aufregend und emotionalisierend ist es für mich immer noch. Die Zeiten, wo mir ein unpassendes Ergebnis das ganze Wochenende verderben konnte, die sind jedoch zum Glück weitestgehend vorbei. 🙂

  • #9
    Robert Müser

    Menschen, die zum nahenden Ende ihrer aktuellen Berufskarriere verzweifelt nach Aufmerksamkeit gieren muss man nicht die volle Aufmerksamkeit schenken, würde sich manchmal lohnen. Dies scheint mir hier mehr als angebracht zu sein.

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