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Buli: Gibt es eine moralische Überlegenheit der ‚Traditionsvereine‘ gegenüber den ‚Werksclubs‘?

BVB-Boss Watzke wird von 'ProFans'  hart kritisiert. Foto: Robin Patzwaldt

BVB-Boss Watzke wird von ‚ProFans‘ hart kritisiert. Foto: Robin Patzwaldt

In einer am Samstag veröffentlichten Stellungnahme übt das bundesweite Fußball-Fan-Bündnis ‚ProFans´ harte Kritik an BVB-Boss Hans-Joachim ‚Aki‘ Watzke in Bezug auf jüngste Äußerungen des Sauerländers über den Zweitligaaufsteiger ‚RB Leipzig‘.

Den organisierten Fanvertretern zufolge habe Watzke dem vom Brausekonzern ‚Red Bull‘ gesponserten Aufsteiger gegenüber nun eine dramatische Kehrtwendung vollzogen, seine früher geübte Kritik entscheidend abgemildert. Hier die Pressemeldung im Wortlaut:

„Die bei ProFans organisierten Dortmunder Gruppen reagieren mit Unverständnis auf die zuletzt getätigten Äußerungen des Geschäftsführers der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA Hans-Joachim Watzke zum Thema Rasenballsport Leipzig.

Mit Befremden nehmen wir die Wende in den Aussagen von Hans-Joachim Watzke bezüglich des Engagements von Red Bull bei Leipzig wahr. Äußerte sich Herr Watzke 2013 noch kritisch zu dem Werbeprojekt und sprach richtigerweise despektierlich von Rasenschach Leipzig, hat er nun die Kehrtwende vollzogen und spricht von einer „großen Chance für den Ostfußball“. Begründet wird die Neubewertung des Leipziger Zweitligisten mit wirtschaftlichen Indikatoren wie erwartete Zuschauerzahlen, Lizenzerteilung der DFL und verkauften Sky-Abonnements.

Für die Dortmunder Gruppen ist es nicht hinnehmbar, dass die Werte des deutschen Vereinswesens wie Mitgliederpartizipation, Vereinsleben und -verbundenheit und ehrenamtliches Engagement, die auch mit der 50+1 Regel geschützt werden sollten, auf erwartete Zuschauereinnahmen und verkaufte Sky-Abos reduziert werden. Der einzige Sinn und Zweck der Fußballmannschaft von Red Bull ist die Verbreitung und Bewerbung eines Produktes. Damit wurde das Verhältnis von Verein zum Sponsor umgekehrt und ist damit für uns in Gänze abzulehnen. Auch die letztendliche Lizenzerteilung durch die DFL kaschiert nicht die massiven Defizite, die der Werbeklub aus Leipzig nach wie vor aufweist. Zusätzlich zeigt das Beispiel Österreich, dass der Red Bull Konzern um Dietrich Mateschitz den sportlichen Wettbewerb sowohl finanziell wie auch organisatorisch ad absurdum führt, wenn zwei von Red Bull kontrollierte Mannschaft gegeneinander spielen

In diesem Zusammenhang erscheint es verwunderlich, dass Herr Watzke bei Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim von „aufgepfropfter Fußballbegeisterung“ spricht, selbes aber auf Leipzig nicht zutreffen soll? Herr Watzkes Definition von Fußballbegeisterung widerspricht damit in wesentlichen Punkten unserer Auffassung und Rasenballsport Leipzig wird niemals von uns als sportlicher Konkurrent wie der FC Schalke 04 e.V. oder FC Bayern akzeptiert werden. Aus Gesprächen mit anderen Akteuren der Fanszene wissen wir, dass große Teile der Dortmunder Fans ebenso wenig Herrn Watzkes verkürzte Vorstellungen von einem Verein teilen.

Viel mehr schimmert aus unserer Sicht hier eine generelle Fehlentwicklung in der Geschäftspolitik des BVB durch, die immer mehr durch eine rein wirtschaftliche Denkweise geprägt ist und die hohe soziale und gesellschaftliche Bedeutung und Verantwortung eines Traditionsvereins für seine Anhänger und die Region vernachlässigt. Die besondere Leidenschaft, Begeisterungsfähigkeit und Treue von Fans für ihren Verein wird nur noch unter einem Umsatzmaximierungsansatz betrachtet, der vermeintlich die Position als zweite deutsche Kraft im Fußball festigen soll. Dabei bleiben in den Augen von ProFans Dortmund die Ideale von Borussia Dortmund und die große Verbundenheit, welche Fans und Verein auch in schweren Zeiten zusammenhielt, gänzlich auf der Strecke.

Die Dortmunder Gruppen werden weiterhin zu eben diesen Idealen stehen und das Produkt Rasenballsport Leipzig ablehnen und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen. Fußball ist für uns mehr als Popcorn fressendes Erfolgspublikum und verkaufte Sky-Abonnements.

ProFans Dortmund“

So nachvollziehbar die Aufregung von ProFans auf den ersten Blick ja vielleicht auch sein mag, fällt einem bei näherer Betrachtung doch auch die jüngste Entwicklung beim BVB und dem FC Bayern München ein, die beide erst kürzlich millionenschwere neue Sponsorendeals mit wirtschaftlich bedeutenden Partnern bekanntgegeben haben.

Wenn Konzerne wie DHL, Adidas und Allianz in München Millionen investieren, und Evonik, Puma und Signal-Iduna in Dortmund, dann mag das faktisch natürlich ein Unterschied sein, da ein Eingriff ins operative Geschäft der sportlichen Leitung der Clubs nur schwer möglich scheint, die von ProFans nahegelegte Ablehnung von Kommerz und Sponsoren sieht jedoch auch ganz anders aus.

Die hier aufgezeigte Kategorisierung in Schwarz und Weiß, in Gut und Böse, zwischen Traditionsvereinen und ‚Werksclubs‘ erscheint allerdongs doch reichlich abwegig. Natürlich ist es ratsam den Einstieg von so dominanten Sponsoren wie im Fall Leipzig kritisch und mit Bedacht zu prüfen und ggf. nur mit strengen Auflagen seitens DFL bzw. DFB zu genehmigen. Doch so zu tun als hätten die sogenannten Traditionsvereine hier eine Art ‚moralischen Vorteil‘ alleine aufgrund ihrer Tradition gegenüber Clubs wie Leipzig, Leverkusen, Hoffenheim oder Wolfsburg ist sicherlich ebenso falsch wie kurzsichtig.

Wären denn zum Beispiel die von den BVB-Fans lautstark bejubelte Rückholaktion eines Shinji Kagawa aus Manchester und das aktuell angestrebte Abkaufen der Ausstiegsklausel im Vertrag eines Marco Reus in Dortmund durch den BVB ohne das frische Geld der jüngst hinzugewonnenen Großinvestoren möglich? Sicherlich nicht!

Mit dem sprichwörtlichen Steinewerfen in Richtung Leipzig und Red Bull sollte man seitens ProFans also etwas vorsichtiger sein… Auch die Traditionsvereine sind inzwischen längst Unternehmen und auf Umsatzmaximierung ausgerichtet. Die romantische Fußballwelt die sich hier einige zurückwünschen gibt es schon seit Jahren nicht mehr. Es kann nun nur darum gehen einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen, der eine möglichst spannende Liga garantiert. Das Rad der fortschreitenden Kommerzialisierung im Profifußball wird man grundsätzlich aber nicht zurückdrehen können… Und mit Blick auf den laufenden Wettbewerb der Top-Clubs auf europäischer Ebene wäre dies sicherlich auch nicht sinnvoll, selbst wenn man es könnte!

 

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20 Kommentare zu “Buli: Gibt es eine moralische Überlegenheit der ‚Traditionsvereine‘ gegenüber den ‚Werksclubs‘?

  • #1
    TuxDerPinguin

    Leverkusen hat von den genannten Vereinen übrigens durchaus eine längere Tradition… daher durfte der Verein als ehem. Werkself auch den Unternehmensnamen behalten.
    Leipzig durfte als Neugründung sich ja nicht nach dem Unternehmen benennen.

    Die Kritik an den Vereinen kommt eigentlich aus der Angst, dass ein fairer Wettbewerb nicht mehr möglich wäre. Leverkusen erzielt eigentlich marktübliche Einnahmen bei ihrem Erfolg. Bei Hoffenheim ist es, nachdem Hopp sich zurückgezogen hat, auch marktüblicher… wobei beide Vereine unterproportional wenige Fans haben.

    Wie es bei Leipzig in der ersten Liga aussieht, wird man schauen müssen. Da müsste RedBull aber mehr investieren als in ihren österrischen Club um im Mittelfeld zu landen.

    Wolfsburg macht mir hingegen tatsächlich Sorgen. Ein Verein, ohne Erfolge, aber der finanziell dank VW mit jedem außer den Bayern mithalten kann…

    ich frage mich allerdings, ob sich das für die Unternehmen lohnt. VW, Red Bull, Telekom, Audi… fallen mir dadurch eher negativ auf, wenn sie in Vereine, die ich nicht ausstehen kann, so viel Geld investieren.
    Wie gut für Marketing-Leute, dass der Erfolg solcher Marketing-Maßnahmen nicht gemessen werden kann.

  • #2
    Thomas Weigle

    Die vielen Zuschauer, die in Leipzig kommen, kommen nicht weil da Red Bull spielt, sondern Leipzig. Wenn der BVB 54 Millönchen in neue Spieler investieren kann, Vereine wie die SGE, FSV 05, Paderporn usw. weit unter 10 Millionen, dann zeigt das eine derart unnatürliche Schieflage in der BL, dass es einem eigentlich Angst und Bange werden müsste, jedenfalls wenn man kein Fan der Dagobert Duck-Klubs,wie BVB, Bayern, etc., ist.
    Wer von den Millionares in Dortmund oder wo auch immer, identifiziert sich denn mit dem Verein, für den er spielt? Diese Fragestellung gilt natürlich für alle Klubs.
    Eben noch füllte Spieler XYZ sich wohl in Stadt XYZ und dem Verein, am nächsten Tag fühlt er sich ganz woanders wohl. Davon kommen wir nicht mehr weg. Allerdings ist das keine neue Erscheinung, sondern ist so alt wie der Fußball selbst seit 1888 in England die erste Profiliga eingeführt wurde. In Deutschland wurde bereits in der Zwischenkriegszeit, als offizielle jede Bezahlung verboten war, es zw. sogar kein Sportverkehr mit Ländern, in denen Fußballer bezahlt wurden, getrieben wurde, wurde heftigst unter dem Tisch bezahlt bzw. entsprechende „Erwerbstätigkeiten“ angeboten.
    Der spätere „Bundessepp“ bzw. S04 sind hierfür Beleg., beide zw. gesperrt wegen verbotener Zahlungen. Der eine, weil (ich meine von TB ) erhalten, der andere, weil an Spieler gezahlt.

  • #3
    Klaus Lohmann

    Sind denn die Spieler von RBL alle oder zumindest in großen Teilen „Werksangehörige“ von Red Bull?;-) „Werksclub“ als Merkmal ist demnach wohl Quatsch, oder will Jemand das vergleichbare Hoffenheim als „Werks“club titulieren, wenn es dort überhaupt kein Werk gibt?

    Zurück zum Thema: Dass sich dieselben „Dortmunder Gruppen“, die sich in solchen Pamphleten gern mit dem üblichen Traditionsgesabbel einölen, ein Loch in den Bauch freuen, wenn von Watzke regelmäßig bessere Finanzzahlen verkündet werden und der kleine Dortmunder Fan von neuen Spielern mit international klangvollen Namen träumt – ode halt von Shinji, wie Robin richtig anmerkt – drückt diese Scheinheiligkeit am besten aus. Aber dieser Populismus kommt halt am Fanstammtisch oder den Stadion-Bierständen am besten an.

    Eine fußballerisch fast komplett am Boden liegende Region Sachsen/Leipzig freut sich jedenfalls wieder auf Liga-Fußball. Dass Red Bull damals auch vier komplette Jugendmannschaften gerettet hatte, als Sachsen Leipzig in die Insolvenz musste, vergessen unsere ach-so-traditionellen „ProFans“ natürlich auch ganz gerne. Die scheinen wirklich komplett zu verdrängen, wie kurz wir selbst vor dieser Finsternis standen und welche Hilfen wir damals mit Tränen gern entgegengenommen hätten.

  • #4
    keineEigenverantwortung

    Man kann die Augen verschließen und von unseren Jungs träumen, die die Stadt vertreten.

    Dass Unternehmen, Staaten, Privatleute etc. in Sport als Webemassnahme und als „Spielzeug“ investieren sollte klar sein. Das Fairplay wird ja auch ausgehoben, wenn bspw. mehrere Vereine sehr eng miteinaner verbunden sind, weil sie dieselben Großinvestoren haben.

    Nehmen wir bspw. folgende Artikel:
    http://www.handelsblatt.com/sport/fussball/nachrichten/ermittlungen-der-uefa-psg-verteidigt-200-millionen-deal-mit-katar/9727258.html
    http://www.bild.de/sport/fussball/nachgehakt/das-boese-spiel-von-platini-und-den-scheichs-27769508.bild.html

    Wer will sich jetzt noch über unsere Werksclubs aufregen?

  • #5
    Marc Quambusch

    Leider geht der Artikel am Kern des Problems vorbei. Es geht nicht um Tradition oder nicht. Mainz 05 ist auch kein Traditionsverein und niemand regt sich über deren Aufstieg auf. Die arbeiten nämlich ehrlich und vor allem gut und haben sich so Stück für Stück nach oben geschoben. Aber sie haben das eben aus eigener Kraft getan. Die müssen aber eben das vermarkten, was sie haben. Für den Trikotsponsor erzielen sie nur den marktüblichen Preis.

    Anders als RB Leipzig, die ein unendliches Füllhorn als Geld über den Kopf geschüttet kriegen. Das hat nichts mehr mit sportlichem Wettbewerb zu tun. Wettbewerb heißt nämlich, dass man das beste aus seinen Mitteln herausholt und so der Beste gewinnt. Was Red Bull betreibt ist Finanzdoping. Man pumpt einfach unendlich viel Geld in irgendwas rein. Das kann man gut finden, dann sollte man aber auch Blutdoping nicht anklagen. Es verzerrt den Wettbewerb extrem und greift so die Substanz an.

    Der Vergleich mit dem BVB ist absurd. Der BVB verkauft seine Anteile. Wenn er das Geld aber verbrennt ist es weg. Da kommt dann nichts mehr. Anders bei Red Bull oder VW. Wenn die schlecht wirtschaften ist das schlicht egal. RB Salzburg hat nun 7 mal die Championsleague-Qualifikation nicht geschafft. Das hat finanziell aber de facto keine Auswirkung für den Verein. Und man wird kaum einen Bundesliga-Verein finden, der schlechter geführt wurde als die VW Tochter in Wolfsburg. Deren Transferbilanz ist über Jahre katastrophal: Die Folgen: Man greift wieder mit neuem Geld an.

    Das Problem ist, dass diese Vereine entweder de facto kaum Fans anziehen (VW , LEV), oder Eventfans. Fußball kann aber eben nicht funktionieren, wenn überall nur Erfolgsfans sind. Hinzu kommt, dass RBL schlicht den Gedanken der 50+1 Regel umgeht.

    Wenn die DFL weiter zulässt, dass die Liga so ausgehöhlt wird, dann wird die Bundesliga bald niemanden mehr interessieren. Man möge sich mal die Einschaltquoten von WOB oder LEV anschauen.

    Das hat auch nichts mit Kommerzkritik zu tun. Kommerz ist im Fußball ein wichtiger Bestandteil. Aber es geht den Vereinen eben immer noch um den Sport. Bayern oder Dortmund wollen Titel gewinnen. RB will Brause verkaufen.

    Man kann das alles negieren und sich in Selbstgefälligkeit ergehen: Aber dann soll man sich nicht wundern, wenn die Bundesliga niemanden mehr interessiert in ein paar Jahren. RB gehört genauso an den Pranger gestellt wie andere Doping-Vergehen auch.

    Sport muss fair sein sonst schafft er sich ab

  • #6
    WALTER Stach

    Robin,
    „,,,,,die Werte des deutschen Vereinswesens…“ -sh.Abs.4, im zweiten Halbsatz.
    „….die Werte des Westens…….“, von denen mehr denn derzeit wieder einmal sehr viel die Rede ist..

    Imaginationen,
    deren Inhalt jeweils -im Fußball, in der nationalen und internationalen Poltik- weit weg ist von der Realität im alltäglichen Denken und Handeln derjenigen, die mit ihnen agieren.

  • #7
    Klaus Lohmann

    @Marc Quambusch: Sponsoren wie e.on, adidas, Telekom, Audi etc. füttern Profivereine also nur, weil in den Chefetagen dieser Großkonzerne die Bosse so doll kicken können oder weil man die dolle Tradition so doll lieb hat??

    Egal welchen Verein Du jetzt nennst, das für ihn notwendigen Sponsorengeld dient allein dem Marketing dieser Firmen. Und der BvB ist auch nicht daran fast pleite gegangen, dass man über viele Jahre nicht mehr in CL-Nähe kam.

    Ein aktuelles Medienspektakel „Fußball“ ist halt drei bis vier Nummern anspruchsvoller als die gute, alte Bundesliga mit 400 Mark Spielergehalt und 5 Mark Eintritt. Wer dabei sein will, braucht eigentlich nur drei Dinge: Kohle, viel Kohle und noch mehr Kohle. Und die bekommt man nicht mehr altbacken-traditionsgeschwängert mit Eintrittsgeldern, nicht mehr mit Spielerverkäufen, sondern nur noch mit Medienpräsenz, Werbeeinnahmen, TV-, DFL- und CL-Geldern. Das dafür notwendige Kapital muss also der Sponsor liefern. Ist übrigens heutzutage fast überall in der Freizeitindustrie so.

    Und dass RBL nur Modefans hat, möchte ich stark bezweifeln. Die Leute dort sind hungrig nach Liga-Fußball und lassen trotzdem die kleinen Vereinen wie die „Loksche“ nicht hängen. Hat man das z.B. im Ruhrgebiet noch? Eher sehr selten…

  • #8
    Hank

    Das Problem ist aus meiner Sicht das sich hier ein Konzern einen Verein gezielt ausgesucht hat um ihn dann zu füttern. Von Wolfsburg, Leverkusen oder Hoffeneheim kann man immerhin sagen das die Geldgeber ortsansässig sind und so immerhin einen Bezugspunkt zum Verein besteht, die Fans sind zum großen Teil auch Angestellte der jeweiligen Firmen. Was Red Bull macht ist aber von einer neuen Qualität und die Kritik hat auch nichts mit Verlogenheit zu tun ,zeigt sie doch deutlich die Befürchtung vor feindlichen Übernahmen der Vereine durch Konzerne.
    Sollte dieses Beispiel schule machen umd weitere Konzerne einsteigen werden diese bald die Macht nicht nur in den Vereinen übernehmen sondern auch in der DFL das sagen haben.
    Fußball kann man als weiteren Versuch verschiedener Firmen werten sich in unser alltägliches Leben zu drängen um auch dieses alsbald zu beherrschen.
    Die Kritik an RB Leipzig geht weit über den Fußball hinaus.

  • #9
    Marc Quambusch

    @Klaus Lohmann

    Es wäre super, wenn Sie sich mit meinem Post auseinandersetzen würden.

    RB ist aber kein Sponsor, der marktübliche Preise zahlt, er ist Eigner des Vereins und zahlt eben deutlich mehr und verzerrt damit den Wettbewerb, weil gut wirtschaftende Vereine keine Chance gegen RB haben werden.

  • #10
    Klaus Lohmann

    @Marc Quambusch: Ich sag’s mal pointiert – wenn „gut wirtschaftende Vereine “ nicht in der Lage sind, RBL in der 2. Liga zu schlagen, dann stimmt da was bei diesen Vereinen im Spielerischen nicht. Oder „gut wirtschaften“ allein reicht dann halt nicht.

    Ich verstehe übrigens Ihren Einwurf nicht – soll ich jetzt so wie Sie tun, als wäre die Entwicklung im Profifußball immer noch auf den guten, alten Ruhm fixiert und Wirtschaftlichkeit nur ein notwendiger, kleiner Nebenkriegsschauplatz? Ich erwähnte nicht von ungefähr die Freizeitindustrie allgemein, in der Milliarden Sponsorengelder – und meinswegen auch Direkt-Sponsoring durch Unternehmens-Übernahmen – durchgeschleust werden. Wobei Red Bulls sonstige Freizeitaktivitäten da noch viel drastischer sind als im Fußball.

    Und bitte behaupten Sie jetzt nicht, dass der moderne Medienfußball etwas völlig anderes sei.

  • #11
    Thomas Weigle

    @ Marc Quambusch Natürlich ist der Faschingsklub aus Mainz ein Traditionsclub, wie schon das 05 im Namen bezeugt, der zu Oberligazeit bis 63 zur Stammbesetzung der damaligen Oberliga Südwest gehörte. Tradition bezieht sich m.E. nicht auf die Klassenzugehörigkeit, sondern doch eher auf das Alter und die Verwurzelung eines Vereins in seiner direkten Umgebung, also auch für den A-Klassen- oder Bezirksligaverein um die Ecke.

  • #12
  • #13
    WALTER Stach

    -11-Thomas Weigle
    „Verwurzelung eines Vereines in seiner direkten Umgebung…..um die Ecke….“.

    Ja, so ist das.
    Ich bin seit 6o Jahren Mitglied des VFB Waltrop. Ich habe dort in der Jugend und in der ersten Mannschaft gespielt. Mein Vater war ebenfalls Spieler in diesem Verein. Zur Zeit spielt der VFB in der Bez.liga; er war ‚mal in den 7o er Jahren (?) in der damaligen Oberliga Westfalen -seinerzeit die 3.höchste Spielklasse-. Mitlerweile ist mein 6 1/2 jähriger Enkel dort aktiv. Der Verein ist hier in der Region -nördl.Ruhrgebiet- für sein quantitativ und qualitativ überdurchschnittlich erfolgreiches Engagement in der Jugendarbeit bekannt. Abgesehen von diesen persönlichen Wurzeln, die der Verein in meiner Familie und in vielen Familien in Waltrop hat, ist er seit 1912 in vielfältiger Weise aktiver Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens der Stadt -im positiven wie im negativen -sh.u.a.NS-Zeit-. Obwohl ich mir nur noch selten ein Spiel der I.Mannschaft ansehe, bin ich aus Tradition dem Verein verbunden und der Verein seiner Stadt.
    Das gilt letztlich auch für einige der heutigen Großvereine wie z.B. den BVB, der immer noch seine re Wurzeln speziell in DO, vor allem rund um den Borsig-Platz hat und die er hoffentlich noch lange beibehalten wird.
    Dass eine solche Tradition diejenigen Fans und Zuschauer, die aus welchen Gründen auch immer in bzw. aus dieser Tradition leben, anders mit ihrem Verein verbindet, anders über ihr Verein denken läßt, als das für die übrigen Fans/Zuschauer gelten kann, versteht sich von selbst.. Aus der sich des „Vereinsmanagments“ ergeben sich daraus Vorteile, aber auch Nachteile!

    Solche ähnliche Traditionen können, selbst wenn es gewünscht und gefordert wird, nicht verhindern, daß es -vor allem, aber nicht nur-im Profifußball, die Nationalmannschaft einbezogen, heutzuge prinmär darum geht, mittels des Fußballsportes den Menschen ein wöchentlichdes Spektakel zu bieten mit dem sich viel Geld verdienen läßt, von dem nicht nur Spieler,Trainer,Manager gut leben können, sondern mittlerweile ein Geschäftsbetrieb damit viel Geld verdient, der zahlreichen Angestellte beschäftigt, nicht zu vergessen die Medienbranche, in der mittlerweile Medien aller Art und Redakteure jeglicher Coleur aussschließlcih oder zumindest in gehörigem Maße mit dem Spektakel Fußball“ ihr Geld verdienen.

    Das ist so.
    Und wie in allen anderen Geschäftsbereichen wo es um viel Geld geht, gibt es für
    „die Herstellung und den Vertrieb“ des Produktes letztendlich außerhalb gesetzlicher Regeln keine Tabus, leider auch nicht Tabus, die sich aus der Tradition des Fußballes oder der Tradition einiger Großvereine ergeben. Es gelten auch für diesen Wirtschaftszweig die „Gesetze des Marktes“.

    (Ich erinnere daran, daß es ‚mal in München über viele Jahre heftigen Streit zwischen den „Traditionalisten“ von 186o und den Neulingen/Emporkömmlingen des FCB gegeben hat -oder noch gibt?-. Gewonnen habent in München bekanntlich nicht die Traditionalisten.)

  • #14
    Klaus Lohmann

    @#12 svens:
    http://www.ariva.de/borussia_dortmund-aktie/bilanz-guv :
    „Die Borussia Dortmund GmbH & Co.KGaA (BVB) nimmt eine führende Position im internationalen Profifußball ein. Im Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit steht der professionelle Fußballsport und die Nutzung der damit unmittelbar verbundenen Einnahmequellen. Dies sind insbesondere der Verkauf von Eintrittskarten, Fan-Artikeln und TV-Rechten sowie das Sponsoring. In diesen Bereichen erwirtschaftet Borussia Dortmund den überwiegenden Teil der Umsätze. Darüber hinaus engagiert sich der BVB in weiteren Geschäftsfeldern, die einen engen Bezug zum Fußball haben. Dabei arbeitet Borussia mit strategischen Partnern zusammen, die ihr spezifisches Know-how einbringen. Der BVB bringt den Markennamen „Borussia Dortmund“, die Erfahrung im Fußballgeschäft und die genaue Kenntnis der Fan-Community ein. Derzeit ist der BVB am Sportartikelhersteller goool.de, der Internet-Agentur Sports & Bytes, dem B.E.S.T.-Reisebüro sowie am Reha-Zentrum Orthomed beteiligt.
    Copyright 2014 FINANCE BASE AG“

    „Keine Umsatzmaximierung“ hört sich aber anders an. Evt. meintest Du „Keine Gewinnmaximierung“??

  • #15
    John Matrix

    Es geht doch eigentlich gar nicht darum, welcher Verein mittlerweile wie finanziert wird. Die großen Traditionsvereine haben alle ihre großen Gönner, ob sie sich wie S04 immerhin noch e.V. nennen oder zur KG / GmbH / was auch immer geworden sind. Das ist eben dem System geschuldet. Und somit machen gezielte Investoren wie RB bei Retortenvereinen wie Leipzig oder Scheichs die bei mehr oder minder „Traditionsvereinen“ wie Man City oder PSG einsteigen kaum einen Unterschied zu Sponsoren wie Gazprom, Allianz, Telekom u.s.w.

    Was man, meiner Meinung nach, den Retortenprojekten aber vorwerfen sollte: Die Vereine sind nicht aus sich selbst heraus bzw. durch den sportlichen Erfolg wohlhabend geworden und haben so Sponsoren angelockt. Und sie widersprechen doch eigentlich dem Sinn, warum wir uns Fußball nicht nur in der Hoffnung eines Events und guter sportlicher Leistungen der Akteure anschauen, sondern warum wir uns mit Fußball als Kultur auseinandersetzen. Weil wir, in 95 % der Fälle, seit wir denken können zu einem Verein halten, mit ihm leiden und jubeln, weil wir Geschichten damit verbinden, die unser Leben betreffen – und wenn dieser Aspekt nichtig sein soll, dann hinterfragt das doch die Existenz von Fußballfans und Kultur.

    Zu Herrn Watzke: Habe nichts anderes von ihm erwartet. Der konservative Sauerländer Wirtschaftsmann passt gut zum aktuellen BVB, der sich ohnehin schon lange von seinem gewünschten Image, dass es vllt. eh nie so gab, verabschiedet hat.

  • #16
    Henk (mit "E" inner Mitte)

    Ich würde es verstehen, wenn die Fans von Westfalia Herne oder Wattenscheid 09 auf die Barrikaden gingen, um gegen die Kommerzialisierung und die mangelnde Chancengerechtigkeit im Fußballsport zu demonstrieren. Wenn aber Anhänger eines Bundesligateams mit solchen Parolen um sich werfen, ist das lächerlich.

    Fußball ist heute durch und durch kommerzialisiert. Wenn jetzt jemand daherkommt, und das Prinzip, nach dem unsere Vereine selbst leben, knallhart und von Null auf Hundert durchexerziert, dann führt uns das vor Augen, was für einem verkommenen Geschäft wir da unsere Emotionen widmen. Wenn man derjenige zudem noch als gefährlich Konkurrenz für den eigenen verein empfunden wird, dann wird der stellvertretende Selbsthass – getarnt als Sorge um das ach so faire und an den Bedürfnissen von Fans und Amateursportlern ausgerichtete System – knallhart abgeleitet. Bei anderen den Finger in die Wunde zu legen ist immer leicht.

    Wem es wirklich um Fairness, Gerechtigkeit und die Graswurzeln des Sports geht, der möge bitte den eigenen Verein auffordern, sich an die Spitze einer BEwegung von Vereinen zu setzen, die die Millionen aus der Champions-League-Umverteilungsmaschinerie, aus der Euro League oder aus den Fernsehrechten in einen Fond für alle Mitgliedsvereine des DFB einzuzahlen. Wer geht voran? Keiner? Ach was…

    Zum Thema „Harte und ehrliche Arbeit“ vs. „Sponsorentropf“: Wenn in Hoffenheim oder Leipzig nicht ebenso hart und ehrlich gearbeitet würde wie im beschaulichen und hier als Beispiel verwendeten Mainz, dann hätte man die nüchtern kalkulierenden Großsponsoren gar nicht erst bekommen.

  • #17
    Uwe

    @WALTER Stach 8. September 2014 um 10:24 Uhr
    – Ich sage nur Danke. Auch ich bin den Fussball über 40 Jahre treu geblieben, leider/“oder“ auf der anderen Seite von D. Welche Tradition hegen dann die Teams – in Osten von Deutschland? Wenn man Leipzig, ich weiss – Sie haben es nicht erwähnt – , vor und bis 1990 betrachtet, war es immer eine „Sport-und Kulturstadt“. Und jetzt?

  • #18
    Thomas Weigle

    @Uwe Leipzig war gewiss zu DDR-Zeiten eine Sportstadt mit vielen erfolgreichen Sportlern und Mannschaften – dank der Sporthochschule. Aber war es eine Fußballhochburg? Trotz des Vordringens der LOK in das EC2-Finale in den 80ern habe ich meine Zweifel. Wie überhaupt der DDR-Fußball ja eher nicht erstklassig war, was sicher auch an der Förderpolitik der SED lag, die eindeutig den Focus auf Einzelsportarten legte.
    Immerhin sind einzelne Clubs ja noch dabei, die von den Oberen ungeliebte Union, Empor, jetzt Hansa Rostock, Dynamo Dresden, Energie Cottbus, auch die LOK ist ja immerhin schon wieder auf dem Weg nach oben.
    Nicht alles, was im Osten schiefläuft, sollte man der Übernahme durch die BRD ins Sündenregister des Westens schreiben. Im Fußball lief im Osten schon zu DDR-Zeiten vieles nicht rund. Ich erinnere an die Umsetzungen von Mannschaften, z.B. Empor Lauter nach Rostock, in Leipzig der massive Eingriff der SED in die Vereinspolitik von LOK und Chemie, was als Trotzreaktion den Meistertitel von Chemie zur Folge hatte.
    Nicht zu vergessen: Im Osten wurde die Tradition 45 völlig gekappt durch das Verbot der alten Vereine und wie gesagt auch durch die ständigen Umbenennungen, Neugründungen und der von oben verordneten „Delegationen“ von Spitzenfußballern zu den wenigen von den Oberen geliebten Vereinen. Auch die seltsamen Schiripfiffe zu Gunsten Dynamo Berlins haben dem Fußball inne DDR sicher nicht zum Vorteil gereicht. Ebenso nicht die ständigen Ligaexperimente unterhalb der Oberliga, da tat sich der DDR-Fußball mit einem vernünftigen Unterbau noch schwerer als der DFB mit seinem unterhalb der BL.
    Tradition lässt sich durch Eingriffe von oben eher nicht befördern, sondern muss von unten wachsen, daran hat es in der DDR gemangelt, wie ja überhaupt eigenständiges Bürgerhandeln von der „Partei-und Staatsführung“ eher nicht gerne gesehen wurde, denn es widersprach nun mal dem Führungsanspruch der Vorhut der Arbeiterklasse namens SED.
    Dass ein Landrat oder OB in der Halbzeitpause angetrunken einen Trainer entlässt, wie es in Rostock durch den Bezirksgewaltigen der SED geschah, ist hier wohl eher unwahrscheinlich. Dafür ist hier der Vereinspräses zuständig.
    @Walter Stach-13- Genau das, was Sie beschrieben haben, hatte ich vor Augen, als ich meinen kleinen Beitrag oben geschrieben habe.

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  • #20
    SvenSt

    Ich lese hier immer Tradition gegen Kommerz. Was aber ist Tradition? Ich sehe euer Alter nicht, aber von vielen Ultras weiss ich es, das sie bedeutend jünger sind, als so manch ein Verein und diese schreiben von Tradition, ohne selber bereits eine Tradition erlebt zu haben.
    RBL wird vorgeworfen nur Evantfans zu haben. Wer aber von euch kennt da die Fans persönlich?
    Ich bin Fan des RBL und hier haben viele Fans, die ich bisher kennen lernen konnte bedeutend mehr Tradition als der Durchschnitt der Schreiber hier Jahre alt sind.
    Der Verein RBL ist in der Stadt verwurzelt, trotz seines jungen Alters. Die Fanszene ist genauso emotional für den Verein da wie andernorts auch.
    Lasst euch nicht von einigen Sprücheklopfern lenken, die meinen alles besser zu wissen, sondern informiert euch möglichst direkt und persönlich. Denn so hat Herr Watzke uns kennen gelernt und musste einige seiner Vorurteile über Bord werfen.
    Es ist im übrigen nicht wahr, das mit einem unendlichen Mehraufwand an Geld der Erfolg erkauft wird. Wer von euch kannte oder kennt einige der Spieler bevor sie bei RBL spielten? Genau, wenige bis keinen. Es wird in Talente investiert, man nennt sowas Nachwuchsarbeit. Es ist allerdings wahr, das wir etwas mehr Geld zur Verfügung haben als viele Konkurenten. Aber wir sehen uns nicht als Konkurenz zu diesen Vereinen, sondern zum BVB, Bayern und auch Leverkusen und diese haben oft sogar mehr Kapital zur Verfügung als wir.
    Bei der Vereinsfrage wird sich etwas tun, aber andererseits sind viele Mannschaften in der 1. und 2. BLiga auch keine Vereine mehr. Die meissten Sponsoren haben ein Vetorecht in Vereinsfragen, oder der Ausrichtung der Mannschaft. Und nun die große Frage, wie funktioniert 50+1, wenn 25 von 75 ein Veto einlegen kann, was nicht von 51 überstimmt werden kann?
    Richtig, der Sponsor hat das Sagen, zumindest ab 25 Prozent Beteiligung. Im Übrigen bin ich mit euch auf einer Linie, das übermässige Kommerzialisierung nicht gut ist, aber so sind die von DFB und DFL, sowie der FIFA und UEFA geschaffenen Spielregeln, wer sich daran hält, der spielt mit. Nichts anderes ist es mit unserem RBL. Wenn ihr gegen den Kommerz im Fussball seid, ändert die Spielregeln, wenn ihr es denn wollt.
    Forza RasenBallsport Leipzig, ole ole

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