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FÜR EINE TÜTE VOLL WURST – SHOWDOWN AM PRICKINGS-HOF

In Ruhrgebiet | Am 15 Februar 2011 | Von Wattenscheider Schule Bastian Schlange Patrick Joswig


Cowboys sind einsame Helden, Männer, die unbeirrt ihrer Freiheit entgegen reiten. Bauer Ewald war einer dieser Teufelskerle, ein Visionär, ein Mann ohne Angst, Regent über das Mastvieh. Mit seinem Schweiß und literweise Rinder-Blut schuf er aus einem einfachen Bauernhof ein Monument. Eine Pilgerstätte. Eine Freizeit-Oase fernab der Zivilisation. Auch nach Ewalds Tod hat der Prickings-Hof im Münsterland nichts von seinem Spirit verloren. Noch immer werden Herden seniler Senioren in seine gnadenlose Verwertungsmaschine getrieben. Wir waren auf einer Kaffeefahrt dort – mit Matratzen und Wolldecken, mit Maststall und Fleischlappen, mit Kriegserinnerungen und zuckersüßer Hirnwäsche. Letztlich hörten wir auf zu kämpfen. Bittere Kapitulation. Ein Erlebnisbericht von Herrn Schlange und Herrn Joswig.

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Goldrausch, der (engl. Gold Rush) ist eine Periode der verstärkten Einwanderung in ein Gebiet, in dem es entweder verwertbare Mengen von Gold oder zumindest Gerüchte über solche Vorkommen gibt. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Gold häufig als Synonym verwendet: Schwarzes Gold, Ackergold, Hüftgold oder Nasengold (Kokain, optional Popel).

„Sowas hat die Welt noch nicht gesehen, Hunderte von Menschen bleiben täglich hier stehen, hier kann jeder auch an Sonn- und Feiertagen, Wurst in Mengen mit nach Hause tragen.“
Bauer Ewald (1929 – 1994)

Treffpunkt in Wattenscheid-Günnigfeld, Aschenbruch Ecke Marktstraße, 7.55 Uhr, Mittwochmorgen. Die Sonne steht jungfräulich am Vorstadthimmel, bereit den Tag in ihr goldenes Licht zu tauchen. Kinder trotten schnatternd zur Schule, Autos schnaufen, das einsame Zirpen einer Mofa liegt in der Luft. Eine Siebzigjährige mit Dauerwelle und Jeansjacke schnippt sich eine Edison aus der Schachtel und steckt sie an. An dem gelben Zigarettenfilter zwischen ihren Fingern klebt ein pinkfarbener Rand aus Lippenstift. Dann hebt sie ihre nachgezogenen Augenbrauen und schaut ungeduldig zu ihrem Ehemann. Ratlosigkeit. Der Bus verspätet sich.

„Boar, warum ziehen wir uns diese Scheiße überhaupt rein? Ich will schlafen.“ Bellendes Husten. Joswig torkelt schlaftrunken – die Beine weich, als hätte er sich zwei Flaschen Bourbon im Saloon genehmigt.
Schlange gähnt – die Augenringe hinter einer dunklen Ray Ban versteckt. „Wie war das mit dem frühen Vogel und dem verschissenen Wurm? Denk einfach an das Fleisch. Badewannen voll paniertem Fleisch.“

Ihre „persönliche Einladung zu einem unvergesslichen Tag auf Europas größtem Bauernhof“, dem Prickings-Hof, landete vor einem Monat in Joswigs Briefkasten. Die Erlebnis-Ranch im westfälischen Münsterland wirbt mit gigantischen Bauernportionen, mit Schnitzeln im Heizdeckenformat und dazu einer Tüte voll hausgemachter Wurstsorten – vollkommen gratis. „Als Dankeschön für Ihre Teilnahme an unserer Verkaufsveranstaltung (Teilnahme freigestellt) erhalten Sie kostenlos unser Riesen-Schlemmerpaket.“ (Text der Postwurfsendung)

Was kann „Mann“ mehr wollen? Knusprig geschmorte Haxen, saftige Koteletts und pikant gewürzte Mettenden. Eine Kaffeefahrt als Rahmenprogramm für den ultimativen Fleischrausch. Verwirrte Rentner, unnütze Produkte, irre Preise und knallharte Drückermethoden. All you can suffer.
Der Reisebus fährt vor. Das Rentner-Ehepaar trabt zur Tür. Die beiden Fleischfetischisten hinterher.

Manchmal geht es im Leben eines Mannes um mehr als eine Handvoll Dollar, es geht um Abenteuer, um Nervenkitzel, um Whisky, Bier, Bräute und manchmal nur um eine Tüte voll Wurst. Große Männer haben sich schon für weitaus weniger vergessen.

Im Bus hocken alte Menschen. Jede Menge davon. Durchschnittsalter gut 73. Das klassische Beuteschema einer Kaffeefahrt. Aus den kleinen Lautsprecherboxen in der Deckenverkleidung dröhnen volkstümliche Schlager, die Stimmung ist ausgelassen. Rentner im Schnäppchenfieber. Schlange und Joswig setzen sich nach hinten – ganz die jungen Wilden. Dann Irrfahrt durch Wattenscheid und Bochum. Freilaufende Senioren werden an jeder Straßenecken eingefangen. Viehtrieb ohne Lasso. Aufstockung der Fahrgäste auf 32. Rund 2300 Jahre gut abgehangenes Leben in einer Wagenladung.

„Wenn der Prickings-Hof solange steht, bis Hass und Neid vorübergeht, wird er für wahr solange steh’n, bis diese Welt wird untergeh’n.“
Bauer Ewald

Kurzer Stopp an einer Raststätte, Einsammeln des Beförderungsentgeldes. Fahrpreis 9.90 Euro. Der Busfahrer treibt wie selbstverständlich einen Zehner ein. Gefügig und ungefragt leeren die Greise ihre Portemonnaies. Erste Prüfung zur Kaffeefahrt bestanden. Schlange und Joswig nicken weg – erschöpft und eingelullt von WDR 4 und der trockenen Luft der Klimaanlage. Ein plötzlicher Ruck lässt sie hochschrecken. Der Ritt ist vorbei. Ankunft am Hof. Bustüren öffnen sich, frische Landluft zieht an den Sitzreihen vorbei, das Radio verstummt.

Ein schmieriger Gringo stürmt den Bus, schnappt sich das Mikro vom Armaturenbrett und feuert die erste Begrüßungssalve ab. „Einen wunderschönen guten Morgen in den Bus aus Wattenscheid.“ Der Mann – Anfang dreißig, schwarze Haare, flott gegelt, von Akne zerfressendes Gesicht, beigefarbener Nadelstreifenanzug, schwarzes Seidenhemd, leger geknöpft – versucht sich als Typ „sympathischer Schwiegersohn“, kommt aber nicht über den Charme eines Handy-Verkäufers hinaus. Er zwinkert seiner Busladung zu. Die schwüle Luft flimmert.
„Keine Angst, ich werd nicht Bochum sagen. Ich komm ja selbst aus Schalke. Und da würd ich auch nicht auf die Idee kommen, Gelsenkirchen zu sagen.“ Routiniertes Lachen. Erster Pluspunkt für Lokalpatriotismus. „Also, ihr könnt mich entweder Carsten oder Schalke nennen. Ich höre auf beides.“
Carsten grinst und drückt jedem eine gelbe Teilnehmerkarte in die Hand. Schlange und Joswig registriert er stillschweigend, gibt ihnen auch welche. Die beiden Vorstadt-Cowboys sind im Halbschlaf dem ersten Duell entgangen. Yeeha! Im Seniorenschritt geht es über den Parkplatz durch das große Eingangstor zum Lebenswerk des Bauern Ewald. Betreutes Erleben.

Im Jahre 1958 übernahm Ewald Döpper nach seiner Heirat den Prickings-Hof im westfälischen Haltern am See. Von tollkühner Hybris getrieben verwandelte er den Bauernhof in eine perfekt durchdachte Wirtschaftsmaschine: klassischer Betrieb auf der einen, Touristenattraktion auf der anderen Seite. Schlachthaus und Streichelzoo, Probierstube und Tanzschuppen, Hofbäckerei und Museum. Der „EWG-Musterbetrieb“, wie er seinen Prickings-Hof nannte, wurde zu einem Vergnügungszentrum für herangekarrte Reisegruppen. Auf 500 Hektar Land werden Besucher von Holzschildern mit krude gereimten Lebensweisheiten des Bauern-Poeten bombardiert. Werbung läuft nur über Superlative: „Deutschlands größte bäuerliche Speisegaststätte“, „der größte Zuchtbulle der Welt“, „die größte und schwerste Kaltblutpferdezucht“, „die größte bäuerliche Tierschau Europas“, was immer das auch sein mag, und als Krönung „die einzige Tierpeepshow der Welt“ – Videos von fickenden Pferden, Rindern und Enten, Einwurf 50 Cent. Camera Obskura. Alles, was kosten kann, kostet. Münzeinwurf für den Kinderbagger, für die Tier-Pornos, die Familienvideos, für den Autoscooter und den vollautomatischen Wurstspender. Zwei Euro rein, Schwartemagen raus. Ein EWG-Musterbetrieb, wie er im Buche steht. EWG bezeichnet übrigens kein europäisches Gütesiegel, es ist die Abkürzung für „Ewald wird gewinnen“.

Carsten stoppt auf halber Strecke zum Frühstücksaal, die Gruppe schart sich bedächtig um ihn wie Indianer um ihren Totem. Ein kleiner, Arthrose gebeutelter Mann steht Joswig im Weg. Er schiebt ihn beiseite. „Gibt ‘s hier endlich die Schlemmerpakete? Ich will meine Wurst.“

„250 g hofeigene Champignons – tagesfrisch, 250 g hausgemachter Schwartemagen, 250 g hausgemachte Blutwurst, 350 g gekochtes Bauernmett, 350 g hausgemachte Jagdwurst, 250 g hausgemachte Leberwurst, 1000 g selbstgebackener, hofeigener Bauernstuten und zehn frische Eier vom Prickings-Hof“ (Text der Postwurfsendung).

Carsten hebt beschwörend den Finger und zeigt auf ein kleines Fenster in der gegenüberliegenden Hauswand. „Dort könnt ihr euch nachher die Fresspakete abholen. Nach dem Frühstück werden die gelben Zettel, auf denen Kaffee und Schnittchen notiert werden, vom Kellner abgerechnet und dann verteil ich euch grüne Kärtchen. Und mit denen kriegt ihr dann ab 17 Uhr heute Nachmittag die Tüten.“ Er streckt den Finger höher gen Himmel. Ein Schamane bei der heiligen Zeremonie. Vereinzelte Augenpaare folgen ihm nach oben. Joswig stellt sich auf die Zehenspitzen. „Aber erst um 17 Uhr. Bevor die Tombola um fünf nicht vorbei ist, gibt s hier eh nichts. Viele stellen sich hier schon um 15 Uhr an die Fensterscheibe und beschweren sich.“ Er lächelt einnehmend. „Unfassbar, nicht wahr? Ich kann doch auch nicht um fünf in der Früh zu Aldi gehen und Terz machen, dass noch nicht gearbeitet wird.“ Durch die Rentner-Herde schwappt ein Hauch Leben. Bronchiales Lachen, dass mehr wie ein trockenes Husten klingt.
Halte Dein Gefolge hungrig: Schritt für Schritt zum Wurstkorb. Infos immer nur häppchenweise. Betreuter Wurstrausch. Dieser kleine Scharlatan. Schlange und Joswig zücken ihre Kippen.

Eine Kellner-Schürze drückt sich forsch an den Rentnern vorbei zu Carsten durch. „Wieviel haste heute für uns?“ Keine Ahnung, wo der Typ plötzlich herkommt. Er steht im gleißenden Sonnenlicht und lässt seinen Blick abschätzig über die Reisegruppe schweifen. Dann wieder zu Carsten: „Komm mach hinne, ich muss wieder zurück.“
Carsten beugt sich nach vorn. Kriegsrat. „Hier haben wir jetzt 32. Nachher kommt nach mal eine Fuhre mit 40.“ Der Kellner verschwindet, lautlos wie ein Indianer – kein Lächeln, kein persönliches Wort, drei angerempelte Rentner.

Langsam beginnt Schlanges Verstand zu arbeiten. Er zieht an seiner Kippe und blickt Joswig ernst an.
„Boar, was für ne beschissene Massenabfertigung hier. Verarsche am Fließband.“
Joswig zuckt mit den Schultern. „Du, wir haben dafür sogar bezahlt. Sogar freiwillig. Wir alle hier.“
Schlanges Gesicht verfinstert, seine Augen verengen sich zu Schlitzen. „Ich mein das ernst, Alter. Wie stinkendes Mastvieh. Wir kriegen ne beschissene Wurst vor die Nase gehalten und laufen blind ins Schlachthaus.“
Joswig schaut ihn mitleidig an. „Was willst du denn machen? Die Kavallerie rufen, dich mit Carsten duellieren?“
„Wahrscheinlich übertrieben, oder?“
Joswig nickt.

Schlachthaus und Streichelzoo. Selbst nach Ewalds Tod ist sein Geist auf dem Hof allgegenwärtig, sein Erfolgskonzept wirkt post mortem: greise Rentner-Herden durch die Verwertungsmaschinerie des Betriebes treiben und ihre Geldbörsen ausweiden. Es geht immer um die Mehrfachverwertung eines Produkts.

Der Frühstückssaal: ein großer Raum in einem Fachwerkhaus eingerichtet wie das Heim eines Schützenvereins, insgesamt acht lange Tische mit Stühlen, altdeutsches Ambiente, dunkles Holz, gedrechselte Lehnen, braune Filzvorhänge und gefliester Fußboden. An der Wand vor Kopf hängen die Verkaufsexponate, schwere Wolldecken in braunen Ockertönen. Die Muster verursachen bei längerem Hinschauen Sodbrennen: ein romantischer Rosenstrauch, ein neugieriger, kleiner Hundewelpe, zwei kuschelige Teddybären, ein einsamer Wauzi im Korb mit traurigem Blick und zwei tapsige Pferdefohlen, die unbeschwert auf einer Wiese herum tollen. Emotional gehemmte Gäste können sich auch für das Logo des Prickings-Hofes entscheiden, ein P und ein H – plakativ und hässlich. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Vor den Decken sind auf einer langen, quer gestellten Tischreihe drei Matratzen aufgebahrt, Fellkissen und eingeschlagene Decken gestapelt.

Schlange und Joswig nehmen Platz. Carsten erklärt: Heißgetränke und Schnittchen würden die Kellner bringen und die Preise (Kännchen Kaffee, Tee oder Kakao: 3,20 Euro) direkt auf den gelben Karten vermerken. Kaltgetränke, Limo, Säfte und Bier, gibt es nur per Selbstbedienung. Die Flaschen müssen auf dem Tisch stehen bleiben, damit sauber abgerechnet werden kann. Sämtliche Anweisungen finden sich nochmals auf kleinen Erinnerungs-Kärtchen vor den Plätzen. Betreutes Frühstücken.
Warten auf den zweiten Bus.
Joswig zuckt. „Warten? Nee, ich brauch n Bier.“ Der Mann scheint wach zu werden.
„Alter, jetzt schon?“ Die Uhr an Schlanges Handgelenk zeigt zwanzig vor zehn. Nicht mal High Noon.
„Is mir egal.“
Ein Stuhl quietscht über die Fliesen, Joswig verschwindet, kommt zurück, gießt sich das Glas voll und entspannt seinen Körper – für läppische 2,20 Euro die 0,33er-Fasche. Der Duft von Gerstensaft breitet sich hypnotisch über dem Tisch aus. Schlange erliegt, holt sich ebenfalls ein Bier. Zehn Minuten später stehen sieben Pullen auf den Tischen. Jedes Rentnerehepaar in ihrer Nähe hat sich sein Fläschchen geschnappt und schlürft bedächtig ein Pilschen. Bierrausch. Einige kauen auf Schnittchen – Weißbrot mit grauer Bauernwurst (2,80 Euro). Qualität hat seinen Preis. Die Zeit vergeht zäh.

Wer Bacchus und Gambrinus ehret, der lebt gar löblich auf der Welt, die weil uns die Geschichte lehret, waren beide hochgestellt, der eine wohl ein König war, der andere ein GOTT sogar.
Bauer Ewald

Der zweite Bus bringt noch einmal vierzig Gäste, 90 Prozent Rentner und Senioren, vier Vollproleten.
Joswig mustert das frische Schlachtvieh, wie es sich zögernd in den Raum schiebt. Er bohrt seinen Zeigefinger in Schlanges Seite. „Alter, guck ma, die uralte Morla!“
In den Frühstücksaal schleicht eine kleine, gebeugte Frau – desorientiert und zittrig auf einen Stock gestützt. Ein ehrwürdiger Runzelkadaver. Buckelig, voll hervorstehender Knochen und verhärteter Muskeln. Ihre spindeldürren Beine schieben sich mühsam, Fußlänge um Fußlänge über den Boden. Warzen wuchern auf ihren Wangen, sterbende Hautlappen hängen schwer über zwei trübe, blassgraue Wolkenaugen. Eine unwirkliche Gestalt aus den hintersten Winkeln Fantasiens. Ihren Mann hat es nicht besser erwischt. Beide sehen sie aus, als hätte sie ein Flüchtlingszug aus Schlesien abgesetzt. Für 9,90 Euro zum Prickings-Hof, bitte – vermutlich die gesamte Monatsrente. Ungläubig und ehrfürchtig starrt Schlange die beiden an. Ein herzerweichender Anblick.

Dann zu Joswig: „Scheiße, Alter. Jeder hat sich hier bewusst für diese Fahrt entschieden? – Son Schwachsinn. Der Frau kannste den eigenen Krückstock als dreiteiliges Garten-Set verkaufen. Bis zur Rückfahrt hat sies eh wieder vergessen.“
„Junge, das ist eben die Zielgruppe bei so einer Kaffeefahrt.“ Joswig kontrolliert seine Bierflasche. Fast leer. Drohende Dürre.
„Was, Zielgruppe?! Das ist Leichenschändung!“
Joswig verdreht die Augen. „Komm, beruhig dich. Ich hol uns zwei Bier.“ Sein Stuhl quietscht.

Bühnefrei für den Hauptact der Kaffeefahrt. Lothar, optional auch „der Loddar“, eine Mischung aus Didi Hallervorden und Meat Loaf, kerniger Typ mit gutmütigem Büffelgesicht, Mitte fünfzig, kurzärmeligem Hemd, Jeanshose, einnehmendes Wesen, Pfundskerl und echter Profi.

5 Schritte, sich eine Gruppe Rentner gefügig zu machen

Schritt 1: Über den gemeinsamen Nenner ein Gruppengefühl suggerieren

Was haben Schlange und Joswig mit einem 200 Pfund schweren Rentner, dessen 4. und 5. Lendenwirbel nach einem Bandscheibenvorfall versteift wurden, und ein hageres Ben-Becker-Double aus Bad Pyrmont gemein? Antwort: Die Kaffeefahrt.
„Wer ist zum ersten Mal hier?“, „Wer bereits öfter?“, „Wer will wieder weg?“ Lothar eröffnet mit einer unverfänglichen Plauderrunde. Zögerliche Handzeichen auf den Stühlen – vergleichbar der ersten Stunde nach den großen Ferien, wenn die Kleinen noch nicht ganz bei der Sache sind. Doch Lothar macht es leicht, Lothar liebt die Interaktion, den Flirt, den Kalauer. Er beschreibt anschaulich die Geschichte des Hofes, betont den familiären Zusammenhalt der Döppers, kitzelt aus seinen Zuhörern so manches Schmunzeln, wenn er bildgewaltig von dem faszinierenden und ein wenig schrulligen Leben des Bauer Ewald erzählt.

Zu Lebzeiten ließ sich der bäuerliche Patriarch gern durch eine Glasscheibe beim Mittagsschläfchen beobachten. Sein Idol Larry Hagmann alias J. R. Ewing aus „Dallas“ ließ Ewald extra zu seinem 65. Geburtstag einfliegen. Öl-Magnat trifft Bauern-Bonze. Außerdem trug Ewald bei Wind und Wetter vornehmlich Holzschuhe. Verrückt.

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Raucherpause draußen im Hof:
Erste Verdachtsmomente zwischen Marlboro, West und Ernte. Eine Gruppe Rentner steht neben Schlange und Joswig, tuschelt: Hier könnte es sich tatsächlich um eine Kaffeefahrt handeln. Joswig horcht auf. Bilder im Kopf. RTL II-Reportage: Renter-Abzocke – durch Wurst ins Verderben gelockt.
Die Alte aus Günnigfeld schnippt lässig ihre Edison in den Ascher neben dem Eingang und dreht den Kopf aus der Gesprächsrunde, schaut Joswig an. Eine echte Calamity Jane. Ihre pinkfarbenen Lippen verziehen sich zu einem Lächeln. „Alles halb so wild, Jungs. Hier muss keiner was kaufen. Ich war hier schon öfter. So schlecht sind die Matratzen gar nicht.“ Sie geht einen Schritt auf die beiden Vorstadt-Cowboys zu und dämpft ihre Stimme. „Aber ganz ehrlich, die kriegt ihr woanders viel günstiger.“
Schlange und Joswig nicken ihr freundlich zu. „Danke.“ Die Alte zwinkert und steuert die Treppe zum Frühstücksaal an, breitbeinig wie eine waschechte Wild-West-Heldin.
Schlanges Stirn wirft Falten. „Alter, ich versteh den ganzen Mist nicht. Warum ist die Frau dann hier?“

Schritt 2: Die Werbeveranstaltung verkaufen – sich von Schurken abgrenzen (heikel)

Lothar schwärmt vom Schlemmerkorb. Der Schlemmerkorb muss mit einer gnadenlosen Omnipräsenz in den Köpfen gehalten werden. Der Schlemmerkorb ist der Grund, warum jeder hier ist, der Schlemmerkorb ist der einzige Grund, warum man das alles ertragen sollte. Der Schlemmerkorb ist umsonst. Abgesehen vom Fahrpreis, Frühstück, von der Verkaufsveranstaltung, dem Mittagessen, den Museen, der Tierpeepshow, dem Kinderbagger und dem Wurstautomaten.
„Und wenn wir hier fertig sind, bekommen sie die grünen Kärtchen zum Abholen des Pakets.“ Widerspenstiges Murren und Getuschel. Der Groschen fällt. Etwa die Hälfte der Anwesenden hat sich bewusst für die Kaffeefahrt entschieden, der andere Teil fühlt sich spätestens jetzt verarscht. Das Rudel um den Ben-Becker-Verschnitt mault, giftet zur Bühne. Lothar spürt die Stimmung kippen. Angriff nach vorn, Offensive zum Thema Kaffeefahrt. „Hier läuft niemand zu den Tischen und dreht irgendjemandem irgendetwas an! Das verspreche ich euch. Wir bieten euch eine reine Informationsveranstaltung.“
Die schwarzen Schafe werden benannt, Aufwertung der eigenen Veranstaltung durch Abwertung der anderen. In Bremen, Frankfurt, Hannover säßen die bösen Jungs, die ihre Reisegäste aufs Land fahren und dann im Verkaufssaal die Türen abschließen. „Hier wird nirgendswo eine Tür abgeschlossen. Keine einzige. Könnt ihr überprüfen. Nicht einmal auf dem Klo.“ Betreutes Lachen. Punktsieg für Lothar.

Raucherpause:
Ben Becker samt Frau. Sie klein und dick, er großgewachsen, schütteres blondes Haar zurückgefönt, Cowboystiefel, hautenge Bluejeans. Ein Django für Arme, ein Bruder im Geiste.
„Der Kellner war total aggressiv, als wir grad unsere leeren Getränkekarten wieder zurückgegeben haben. Versteh ich nicht. Verkaufsveranstaltung! Pffft. Davon haben wir nichts gewusst! 9.90 Euro. Hinfahren. Schlemmerpaket und ein bisschen Hofbesichtigung. Fertig. So was haben wir uns nicht vorgestellt!“

Joswig setzt ein feistes Grinsen auf, breit wie der ausgerenkte Kiefer einer hungrigen Klapperschlange. Die beiden Vorstadt-Cowboys stehen einen Meter entfernt. Die Tiraden sind klar und deutlich. Joswig zischt betont leise: „Och, Kinders, im Leben gibt es nichts umsonst. Das müsst ihr auch mal lernen.“ Er nickt zu Schlange. „Und sich über die Kellner ärgern. So ein Quatsch. Die behandeln hier jeden gleich – Rentner, Rinder, Kinder, Schweine, jeden. Na ja, Lothar und Carsten vielleicht mal ausgenommen.“
Schlange verzieht keine Miene. „Witze über Menschen, die für ihre Überzeugung kämpfen. Bravo, du Arsch. Als nächstes fasst du noch kleine Kinder an und wählst die FDP.“
Schweigen.

Joswig Blick schweift ab, driftet an den Blumengärten vorbei, dem kleinen Souvenirshop, dem Gasthof und verfängt sich in den Stahlgerüsten des Kinderparadieses. Seine Pupillen schrumpfen zu Stecknadelnköpfen. Ein beängstigender Wald voller Tötungsmaschinen. Vergammelte Wippen. Ein rostiger Bagger im Stahlkäfig, kleine bunte Plastikbälle zum Schaufeln, davor ein Münzautomat, Benutzungsgebühr 50 Cent. Kein Kinderlachen zu hören, nur einsame Kaugummi-Automaten mit billigem Spielzeug – für 50 Cent. Könnte sich Phantasie in bunten Buchstaben manifestieren, hier ständ „Lethargie“ in tiefem Violett über jedem Gerät. Erinnerungen an die Einsamkeit Tschernobyls. Und dann die Krönung, die Königin des Prickings-Hofs, die Rutsche. Aufstieg in knapp zehn Metern auf dem Dach des Schweinestalls. Gammelige Sicherungsmatten am Ende. Am finalen Ende. Fun-Faktor: 30 Prozent, Verletzungspotenzial: machbar. Aber wahrscheinlich alles TÜV-geprüft. Tip top, der Ewald.

Die Absätze von Cowboy-Stiefeln knallen laut auf den Asphalt. Ben Becker stampft entrüstet von dannen. Anstatt für die begehrte Wurst-Tüte zwei Stunden die Schnauze zu halten und am Ende einfach keine Matratze zu kaufen, werden hier lieber der Rest des Tages auf dem Hof tot geschlagen. Es lebe der Trotz. Don’t mess with Texas.
Als die meisten Kippen im Aschenbecher landen, und die ersten Mohikaner wieder die Treppe zur Gaststube ansteuern, wankt die uralte Morla die Stufen hinab, nimmt unbeeindruckt Kurs auf eine Bank in zehn Meter Entfernung.

Schritt 3: Grundlagen schaffen – Einstellung, Wissen, Motivation

Insgesamt zwei Fahnenflüchtige bei knapp 80 Teilnehmern – tragbare Verlustrate.
„Wer von euch hatte denn schon mal Rückenschmerzen?“ Lothar, das alte Schnattermaul, sieht rund achtzig Hände in der Luft. Er lächelt zufrieden. Bei einem Durchschnittsalter von mindestens 65 Jahren kann man in der Weh-Wehchen-Kategorie „Rückenschmerzen“ eine akzeptable Trefferquote erwarten. Betreutes Gemeinschaftsgefühl.
Direktes Ansprechen und Einbeziehen. Old Schnattermaul zielt auf die letzten Wackelkandidaten: die renitenten Rentner, die Alphatiere in der Herde. Er setzt auf Nostalgie. Früher war alles härter. Einen extra Waschtag hätte es noch in seiner Jugend gegeben – mit Waschbrett und handbetriebener Mangel. Einen ganzen Tag lang schrubben, wringen, trocknen. Die Hölle für den Rücken. Dasselbe im Garten, aufm Bau, beim Aufbau nach dem Krieg. Lothar, die alte Trümmerfrau.
„Ist doch so, nicht wahr?“, „Das kennen Sie doch auch noch.“ Lothar sammelt „Ja’s“ und Nicken wie Joswig seine Pils auf dem Tisch. Fragen, Lächeln, Bedanken – Lothar ist Profi, die Kriegsbeile sind mittlerweile begraben und Kritiker im Taumel dieser Gruppeneuphorie mundtot.
„Und heute? Heute sitzen die jungen Leute im Büro rum. Und was kriegen die alle spätestens mit vierzig am Rücken?“
Schlanges Magen knurrt. Ein krächzendes Unisono übertönt seinen Hunger. „Bandscheiben.“
„Genau“, sagt der Lothar.
Anhand einer Plastikwirbelsäule, Marke ausrangiertes Schulskelett, erklärt der Lothar den Bandscheibenvorfall. Zur farbigen Untermalung dienen persönliche Schicksale aus dem Publikum. Lothars Schluss: der Weg vom Rückenleiden zur Querschnittslähmung ist unausweichlich. Die Senioren nicken einsichtig. Betreutes Leiden.
Um ein Rudel Rentner zu einen, hetze sie auf die teure, unpersönliche Schulmedizin.

Raucherpause. Anmerkung: Bei keiner Veranstaltung haben Schlange und Joswig bisher eine derartige Fülle an organisierten Raucherpausen erlebt. Nikotinrausch. Ein hoch auf die Friedenspfeife und natürlich auf den Starrsinn des Alters.

Schritt 4: Den Sack auf Basis der geschaffenen Grundlagen zuschnüren

Elegant, kaum merklich schweift Old Schnattermaul zum Thema Matratzen ab – von der ganz billigen bei Aldi für 50 Euro bis zur unbezahlbaren aus dem Sanitätshaus für mehrere Tausend Euro. Monologe mit Suggestivfragen gespickt. Weitere Ängste werden geschürt. Querschnittslähmung allein reicht nicht, um verarmten Rentnern sechshundert Tacken aus der Tasche zu leiern.
Milbenscheiße: Warum sammelt sich immer dieser sonderbare weiß-graue Staub unter dem Bett? Sie wissen es nicht? Es ist Milbenscheiße. Laut Lothar die unsichtbare Gefahr. Nicht zu kontrollieren, nicht zu vernichten. Nur mit der richtigen Matratze zu bändigen. Ansonsten: Schweres Asthma. Zur Veranschaulichung hält Lothar einen Inhalator in die Luft. Es riecht nach Angstschweiß.
Die Senioren nicken – besorgt, einsichtig und genau ihre Atmung kontrollierend. Betreutes Leiden, die zweite.
Die Vorbereitungen sind abgeschlossen: Die Gruppe wurde geeint, Sympathien und Vertrauen zur Verkaufsperson geweckt, durch Ängste die nötige Motivation zum Kauf geschaffen.

Raucherpause.
„Sind Profil-Neurosen eigentlich genetisch bedingt?“ Joswig spielt an seinem Feuerzeug. Nur ein paar Funken, mehr nicht.
„Häh?“ Schlange zieht die Brauen zusammen, greift in die Tasche, reicht ihm seins. „Warum?“
„Weil der Apfel beim Ewald nicht weit von Stamm runtergekommen ist. Hasse dir ma die Matratzen angeguckt?“
Schlange schüttelt den Kopf.
„Auf den Matratzen steht mindestens 123 Mal der Name von Ewalds Sohn. Thomas, Thomas, Thomas, Thomas. Der Mann muss genauso n Hau weg haben wie sein alter Herr. Würdest du auf deine Matratze deinen Namen draufschreiben?“
Schweigen. Schlange zieht an seiner Kippe und schaut Joswig regungslos an. Der prustet entnervt.
„Okay, ja, würdest du. Schlechtes Beispiel. Aber kein normaler Mensch würde das tun.“
Schlange zuckt mit den Schultern. „Alter, der Mann hat eben verdammt große Fußstapfen zu füllen. Und vermutlich ne Kindheit gehabt, die so geil war wie die Rutsche hier.“ Schlange rotzt auf den Boden. „Außerdem kannste dir echt ma den Hobby-Psychologen klemmen. Wir werden hier mit Milbenscheiße erpresst, Alter. Das ist kein Spaß.“ Schlange zieht an seiner Kippe. „Ich glaub, die verdammten Viecher haben sich in meiner ganzen Wohnung festgesetzt.“

Schritt 5: Clever verkaufen

Endlich präsentiert Lothar die Lösung aller Probleme: die eigens von Bauer Ewald entwickelte Luftkissenmatratze, 100 Prozent milbenfrei, punktgenaue Anpassung an die individuelle Körperbeschaffenheit, zwölf Jahre Garantie. „Das Beste, was man für diesen Preis auf dem Markt bekommt, nicht wahr?“
Konditionierte Zustimmung. Diese Matratze wird viele Monde überdauern. Einige der Anwesenden fahren schon seit Jahren zu den Veranstaltungen am Prickings-Hof oder haben sich heute ausschließlich für den Kauf der Super-Matratzen herankarren lassen. Opfer aus Überzeugung.
Die Übrigen horchen auf. Ausprobier-Spielchen mit Lothar: Testliegen, Anfassen, Schäkern. Betreute Meinungsbildung.
Lothar atmet durch. Stuhl herangezogen, Fuß draufgestellt, Arm abgestützt. Old Schnattermaul neigt sich vertrauenserweckend nach vorn – auf einer Höhe mit seinen Kunden. „Jetzt könnt Ihr hinten bei meinem Kollegen bestellen – günstig, einfach und wenn gewünscht, direkt mit nach Hause nehmen.“ Lothar zwinkert in die Runde. „Und weil es am Anfang immer am schwersten ist, bekommen die ersten sechs ein kleines Geschenk von uns. Und dann geht’s – wie versprochen – weiter zum Mittagessen. Ihr habt doch sicherlich alle tierischen Hunger.“ Totale Zustimmung. Schlange hält sich den Magen.
Grundsätzlich bekommt jeder, der bestellt, eine der wunderschönen Hunde-, Katzen-, Fohlen- oder Bärchen-Decken oder ein vergleichbar geschmackvolles Kissen-Set gratis dazu. Kaufrausch. Carsten sitzt hinten in einer Ecke an einem kleinen Tisch und nimmt die Bestellungen auf. Hinter ihm die Wand, damit ihn keine Kugel im Rücken überraschen kann – alter Pokerspieler-Trick. Vor ihm ein Taschenrechner in Größe eines DIN A4-Blockes, damit jeder Kunde trotz Sehschwäche nachrechnen kann – alter Verkäufer-Trick. Betreutes Kalkulieren.
Die ersten Käufer bekommen für ihren pionierhaften Mut ein kleines Schächtelchen, auf denen zwei plüschige Katzenbabys kuscheln.

„Alter!“ Schlange verzieht angewidert sein Gesicht. „Das sind Katzenzungen.“
Joswig dreht sich langsam auf seinem Stuhl. „Und?“
„Die kosten 89 Cent. Die hab ich mir noch letzte Woche bei Aldi geholt.“
„Warum kaufst du dir Katzenzungen?“
„Die hat meine Oma immer gehabt. Da konnte ich einfach nicht dran vorbei. Egal. Aber die kriegen hier ne Packung muffige Schokolade für nicht ma n Euro, wennse zwei Monatsrenten auf den Kopf hauen! Die totale Verarsche.“
Eine normale Matratze aus Bauer Ewalds Sortiment kostet 648 Euro. Nach einer halben Stunde hat Carsten gut 20 verkauft, macht 12.960 Euro. Sechs mal 89 Cent kommt auf 5,34 Euro. Yeeha. Ein paar Glasperlen für die alten Indianer-Schätze.

Magenknurren extrem. Schlange fängt an zu maulen. Störrisch: „Mann, ich hab Kohldampf. Verdammt. Außer nem Balisto heute Morgen hab ich noch nichts gegessen.“
„Och.“ Joswig nuckelt an seinem fünften Bier. „Joa, so langsam.“
„Riesige Schnitzel! Männerportionen! Fleisch!“ Schlanges Fäuste trommeln auf der Tischplatte. Eine ältere Lady von der gegenüberliegenden Seite lächelt ihn milde an. Jeder hat hier Hunger. Die Stimmung droht zu kippen. Blutrausch. Eine Horde unzufriedener, hungriger Rentner. Aufstand der Schwachen.

Carsten wechselt zur Bühne. „So, uns hängt mittlerweile allen der Magen auf halb acht. Lasst uns jetzt schnell machen, damit es gleich was zu essen gibt. Höchstens zehn Minuten.“
Schwache Laute, leises Murren.
„Guckt nur, dass ihr, wenn es die Kärtchen für das Schlemmerpaket gibt, nicht gleich alle sofort los lauft. Bleibt kurz zusammen, wir gehen dann gemeinsam zum Restaurant.“
Carsten nutzt die Ermahnung, um den nächsten Verkaufshebel anzusetzen: „Ihr wart heute übrigens echt spitze. Das kann ich hier leider nicht immer sagen. Es kommt so oft vor, dass die Leute mit riesigen Taschen voller Essen und Getränke ankommen und dann erstmal die Brötchen heraus holen. Ganz ehrlich: Das finde ich unmöglich!“
Prinzip: Aufwertung durch Abwertung.
„Das ist hier so ein schöner Ausflug, der euch ermöglicht wird. Da sollte man sich auch entsprechend benehmen.“ Erst letztens habe Carsten noch im Damenklo einen Köttel auf der Fensterbank gefunden. „Die Frau muss sich in die Hand geschissen und dann die Kacke auf das Fensterbrett geklatscht haben. Bei euch passiert das sicher nicht.“ Heisere Lacher, leicht errötete Wangen.

„Jedermann muss Plumpsklos benutzen, denn Besucher und Kunden auch sollen wissen, so wurde seit Menschengedenken auf unserem Bauernhof geschissen.“
Bauer Ewald

Werden Menschen älter, scheint sich die Entwicklung nach Erreichen ihres Zenits wieder umzukehren. Schlüpfrige Witze auf dem Niveau eines Klassenclowns der Sekundarstufe eins an einem behüteten Vorstadt-Gymnasium lassen alte Frauen glucksen und kahle Männer vergnügt husten.
Pluspunkte für Carsten durch die anzügliche Anekdote und zusätzliches Generieren von Schuldgefühlen. Seid dankbar, denn ihr bekommt völlig selbstlos Wurst, Matratzen und einen erlebnisreichen Tag auf dem Prickings-Hof! Verdrehte Realitäten. Der Mann ist gut. Jeder Kritiker an dieser Verkaufsveranstaltung würde jetzt von der beschämten Meute aufgeknüpft. Außerdem wirken Schuldgefühle im Vergleich zu Ängsten als noch stärkere Kaufmotivation. Zeit, um auch noch den letzten Cent aus den Portemonnaies zu quetschen, Zeit für die kleinen Ramschartikel: Nachtkerzen-Creme und Wollwaschmittel für Allergiker. Feuerwasser für Senioren.
Carsten schnappt sich einen Karton und rennt zwischen den Tischreihen hindurch. Flaschen und Tuben, Verkauf im Sekunden-Takt, 30 Stück pro Karton, 10 Euro pro Flasche. Direkt verbucht. Wie war das mit dem Versprechen: Niemand läuft hier von Tisch zu Tisch?
Wie Geier schwärmen nun die Kellner aus, kreisen gierig zwischen den Plätzen. Menschenverachtung im Blick. Abscheu und Ekel. Wenn man seit 15 Jahren nörgelnde und stinkende Rentner bedient vielleicht verständlich. Im Tausch gegen die grünen Kärtchen wird das Frühstück abgerechnet. Es geht immer um die Mehrfachverwertung einer Verkaufsveranstaltung.

Schlange und Joswig zahlen widerstandslos. Ihr Verstand ist durch die einseitige Ernährung geschwächt (Joswig: Bier, Schlange: Bier und Balisto).

„Kleinvieh macht Mist. Viel Kleinvieh macht auch Mist.“
Carsten, Matratzen-Verkäufer und Senioren Animateur seit zehn Jahren

Zerfallende Körper stauen sich wie eine verirrte Herde an der Treppe zum Ausgang. „Wo ist unser Führer? Wir müssen doch auf den Führer warten“, kreischt eine Oma.
Joswig zu Schlange: „Macht der Gewohnheit, was?“
Schlange zieht die Brauen hoch, schürzt seine Lippen: „Wusstest du eigentlich, dass nach Freud der Führer das idealisierte Sexualobjekt der Masse ist?“
Joswig schüttelt sich. „Ich brauch endlich was zu essen.“

Vor dem Eingang zum Gasthaus: Carsten hat seine Schar Senioren versammelt und instruiert sie für den Gang in die Bauernstube. „Wir haben für euch extra den hinteren Saal reserviert. Also gleich einfach nur durchgehen. Da ist genug Platz für alle.“
Carsten lächelt schelmisch.
„Ach so, Toiletten gibt es drinnen übrigens auch.“ Er zeigt auf die uralte Morla, die unbeteiligt auf ihrer Bank hockt und trüb aus den Wolkenaugen starrt. „Die Frau da vorne war schon öfter bei uns. Die ist total inkontinent. Deswegen hat sie auch vorhin unsere Verkaufsveranstaltung verlassen.“
Verlegendes Raunen, vereinzeltes Gekicher. Super Witz.
Joswig zieht angewidert an seiner Kippe. „So ein Arschloch.“
Schlange nickt. „Was hasse sonst erwartet? Das geht jetzt so weiter.“ Er stößt verächtlich einen Schwall Luft aus. „Extra reserviert. Wieder so n Beschiss. Meinste hier kommt jetzt noch irgendeiner auf die Idee, sich auf dem Hof ne günstige Pommes oder in der Metzgerei da ein paar Würstchen zu kaufen. Wir werden gleich alle ins Restaurant trotten und schön teuer essen.“
„Hmm, wir auch?“
„Sicher. Ich will n gigantisches Schnitzel.“
Nach dem Matratzenverkauf zum Schnitzelverkauf. Es geht immer um die Mehrfachverwertung eines Gastes. Betreutes Konsumieren.

Über dem Eingang zum reservierten Speisesaal steht das Wort „Maststall“. Prophetisch. Die Bedienungen – zum Teil dieselben Kellner wie vom Frühstück – nehmen die Bestellungen auf. Kein Blickkontakt, kein Lächeln. Im Mastbetrieb ist Zeit Geld. Schlange und Joswig setzen sich zu einem älteren Ehepaar an den Tisch.

Speisekarte und Smalltalk. Seit über einem Jahrzehnt besuchen die beiden schon den Prickings-Hof. Die Matratzen sind wirklich gut. Die Decken eigentlich auch, obwohl die immer im Garten über der Hollywood-Schaukel liegen müssen, weil die Katzen sonst draufpissen. Bla bla bla. In den Museen findet sich der selbe Nippes wie auf jedem anderen Dachboden, die Cadillacs sind schnuckelig, die Traktoren stinken nach Öl, der Rhododendronpark ist toll, der eigens von Bauer Ewald angelegte Kreuzweg beeindruckend, und so weiter und so fort. Früher hat der Ewald sogar noch auf seinem Hof Messen abgehalten. Der alte Messias. Schlange und Joswig entscheiden sich für das große Prickings-Hof Jägerschnitzel mit frischen Pilzen aus hofeigener Zucht dazu Pommes Frites und Gemüse.

Schlanges Ellenbogen stützen sich auf die Tischplatte. „Mal ganz ehrlich, wir waren nur neugierig und scharf auf die riesigen Schnitzel. Warum macht ihr die Tour immer wieder mit?“
Die Ehefrau gluckst. „Ach, die Schnitzel sind gar nicht mal das Beste. Viele Leute kennen wir noch von den vergangenen Fahrten. Nachher bei er Tombola wird getanzt und getrunken. Das ist lustig. Und den weltgrößten Zuchtbullen kennen wir nun schon in der zweiten Generation. Wer kann das schon von sich behaupten?“
Joswig schaut auf: „Wie? Der erste lebt überhaupt nicht mehr?“
„Der wurde mittlerweile wohl ersetzt.“
„Hmm. So n Beschiss.“

Das Essen kommt. Gott sei Dank. Fressrausch. Der Blick richtet sich erwartungsvoll auf die riesigen Teller im Arm des Kellners. Der Lohn für die ganze Tortour: Essen. Als die Portionen auf dem Tisch landen, schrecken die beiden hungrigen Vorstadt-Cowboys zurück. Ungläubig starren sie auf ihre Teller: Drei Fleischlappen mit feucht-matschiger Panade dazu glänzende Pommes und Dosengemüse für 12.80 Euro. Die blanke Enttäuschung.
Mit Todesverachtung werden die ersten Bissen geschnitten. Kann man eigentlich jeden Dreck verkaufen, solange er nur paniert ist? Zähe Klodeckel auf unterstem Imbissbuden-Niveau. Frechheit. Das Schnitzelfleisch ist dunkelgrau, die Pommes fettig und das Gemüse mit Konservierungsstoffen getränkt. Den beiden Fleischfetischisten verschrumpelt das Carnivoren-Herz. Ihre Träume sterben. Eins wird Schlange und Joswig schmerzlich bewusst: Quantität ist kein Indikator für Qualität. Scheiße bleibt Scheiße, egal wie groß die Teller sind.
In der Not frisst der Teufel Fliegen. Joswig schafft die Hälfte, Schlange gerade mal ein Drittel seines Tellers.

„Entschuldigung, könnten wir vielleicht bezahlen?“ Eine ältere Frau hat sich am Tisch links in den Gang gebeugt und versucht einen der Kellner anzusprechen. Der dreht den Kopf.
„Na hören Sie mal“, faucht die Bedienung ohne stehen zu bleiben. „Hier wollen alle zahlen. Wir fangen vorne an und arbeiten uns nach hinten durch. Also bleiben Sie gefälligst auf Ihrem Platz sitzen.“
Abfertigung im Massenbetrieb. Betreute Demütigung.

Die Vorstadt-Cowboys schlurfen enttäuscht über den Hof. Irgendwie war alles nicht so wie erwartet.
„Das Essen war zum Kotzen.“ Schlange zieht an seiner Kippe. „Und die Scheiß-Matratzen-Show war Kaffeefahrt light. Ich wollte mehr Terror.“
Joswig zuckt nur mit den Schultern.
„Ich versteh alte Menschen einfach nicht“, fährt Schlange fort. „Wie können diese armen Schweine den Gang durch ihr eigenes Schlachthaus als Vergnügungstour empfinden? Abgefertigt, ausgenommen und weggeschmissen.“
Joswig bleibt stehen. „Die haben Spaß. Die sind froh, dass sie rauskommen. Wenn sich jeder Enkel so um seine Großeltern kümmern würde wie der Lothar hier, er bekäme auch seine 200 Euro zu Weihnachten.“
„Ach, Scheiße.“ Schlange schnippt seine Kippe weg. „Immer derselbe Kack: Menschen lassen sich gerne verarschen, solange sie Spaß dabei haben.“
Langsam zieht die Sonne über die Ranch hinweg. Die beiden Cowboys wandern einsam über den Prickings-Hof, zu den Museen, den Viehställen, zu den Parks. Spaß sieht anders aus.

Starrsinn, Angst und Einsamkeit. Je älter Menschen werden, desto größer wird ihre Furcht vor dem Unbekannten, dem Unkontrollierbaren, der Überforderung. Nicht nur Knochen und Gelenke verhärten mit der Zeit, auch der Geist erstarrt. Kein unausweichliches Schicksal aber eine Folge von Isolation. Die Herde schenkt Freiheit. Der Seniorentreff, die Kegeltour oder die Kaffeefahrt als Ausbruch, die organisierte Herde als Weg aus der Einsamkeit. Betreute Freiheit.

Danz-op-de-Deel“ zum Abschluss: Ein Saal wie in einer bayerischen Hofbräu-Schänke bis zum Bersten gefüllt mit lachenden, tanzenden und trinkenden Rentnern. Partyrausch. „Fühlst du dich manchmal auch so allein – Glaub mir, dass braucht gar nicht so sein – Denn heute Abend gehen wir feiern – Die ganze Welt ist ein Verein – Und dann die Hände zum Himmel, komm lasst uns fröhlich sein…“ Die Spaßkanone von DJ legt einen Gassenhauer nach dem anderen auf – mit individueller Ansage versteht sich. Ältere Paare schwofen und schwingen das Tanzbein. Vollrausch.
Joswig ordert Bier, dann dreht er sich zu Schlange: „Guck dich ma hier um. Sieht hier irgendjemand so aus, als würd er sich verarscht fühlen? Hier geht der Punk ab.“
Schlange schnauft: „Mir geht die ganze Freude hier tierisch auf den Sack. Wann kommt endlich unser Pils.“

Komm hol das Lasso raus, wir spielen Cowboy und Indianer.
Wir reiten um die Wette, ohne Rast und ohne Ziel.
Hast du mich umzingelt, werd ich mich ergeben.

Schlange und Joswig gehen bei der Tombola leer aus. Keine Creme, keine Kekse, kein halbes Schwein. Sie holen ihre Schlemmerpakete ab. Mit Drogen, Alk oder einfach nur mehr Gleichgültigkeit und Senilität – der Tag hätte ein großer werden können. Die beiden einsamen Cowboys geben ihrem Gaul die Sporen. Auf zum Bus. Die Sonne im Rücken, eine Kippe klebt an ihrer Unterlippe. Howdy.

Laut Busfahrern steuern im Tagesschnitt 20 Reisegruppen den Prickings-Hof an. Die Verkaufsveranstaltungen allein sollten 150.000 Euro einbringen. Schätzungsweise. Plus Essen, plus Getränke, plus Nutzungsgebühren für alles. Alles im allem ein lukrativer Hof. Es geht immer um die Mehrfachverwertung eines Produkts.

EWG – Ewald wird gewinnen, Ihre Wattenscheider Schule

Ein Nachtrag zum Schlemmerpaket: Champignons, Stuten und Eier okay, Würste no way. Lediglich in Plastik eingeschweißt – ohne Haltbarkeitsdatum oder Kennzeichnung. Keinen Bissen genommen, sofort entsorgt. Hoffnung für immer abgerauscht.

Die ganze Story als Video: HIER.

 

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WS Bloglist:


33 Kommentare zu »FÜR EINE TÜTE VOLL WURST – SHOWDOWN AM PRICKINGS-HOF«

  1. #1 | vera sagt am 15. Februar 2011 um 08:47

    Oh Himmel. Hoffentlich werde ich nie nie nie so gelangweilt oder einsam.

  2. #2 | Mir sagt am 15. Februar 2011 um 11:02

    Könnten Sie bitte den Artikel (FÜR EINE TÜTE VOLL WURST – SHOWDOWN AM PRICKINGS-HOF) auf der Home-Seite anteasern und nicht in voller Länge anzeigen. Er ist (unerträglich) lang.

  3. #3 | Stefan Laurin sagt am 15. Februar 2011 um 11:04

    @mir: nö

  4. #4 | Elmar sagt am 15. Februar 2011 um 16:23

    Wow. Ich scheine Leute kennen gelernt zu haben, die den Gedichtband auch haben. Große Dichtkunst darinnen.
    Grüße und danke für den schönen Artikel. Habe mich nie getraut hinzufahren…aber den Gedichtband mal auf dem Flohmarkt erworben.

    :-)

  5. #5 | crusius sagt am 15. Februar 2011 um 16:35

    tl;dr: alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. ;)

  6. #6 | Andi sagt am 15. Februar 2011 um 16:36

    @Stefan (3): Gibt’s da auch ‘nen Grund für? Das ist mir nämlich ebenfalls schon mehrfach als eher lästig aufgefallen.

    Alternativ könntet ihr natürlich einen kostenlosen Austauschservice für verschlissene Mausräder einrichten, das wäre auch okay. ;-)

  7. #7 | Stefan Laurin sagt am 15. Februar 2011 um 16:42

    @Andi: Ja. Hinter diesen Artikeln steht eine Menge Arbeit. Wir möchten sie daher auch opulent präsentieren.

  8. #8 | Bernhard Ludwig sagt am 15. Februar 2011 um 20:19

    Ich halte diesen Artikel für menschenverachtend.

    Natürlich findet man es in einem gewissen Alter doof, sich bei Bauer Ewald zu vergnügen. Aber in dreißig Jahren finden 25jährige es auch total bescheuert, wie Laurin seine Abende verbringt – ganz gleich, was er dann tut.

    Kommt also mal wieder runter, so toll ist der Text auch wieder nicht. Die Aneinanderreihung von billigen Jokes auf Kosten alter Menschen würde jeder mittelmäßige Schreiberling hin kriegen.
    Doch glücklicherweise gibt es noch viele Menschen mit Anstand in der Hose, die ihr Vergnügen auf andere Weise finden.

    Ich rate zum sofortigen Abschalten dieses Blogs.

  9. #9 | Stefan Laurin sagt am 15. Februar 2011 um 20:23

    @Ludwig: “Ich rate zum sofortigen Abschalten dieses Blogs.”
    Vielen Dank für den Rat. Wir werden ihn nicht befolgen.

  10. #10 | Michael Balser sagt am 15. Februar 2011 um 20:44

    Hallo Ruhrbarone,
    Ein super Beitrag, Gratulation ! Besser kann man es nicht beschreiben.
    Genau so habe ich es auch erlebt. Es scheint aber so, daß wirklich viele Menschen hohnepiepelt werden wollen, denen ist leider nicht zu helfen. Die Wahrheit wollen viele nicht wissen, Hauptsache “Schlemmerpaket”. Ich habe mit einigen gesprochen, die trotzdem dahin wollten.
    Ich hoffe trotzdem, daß euer Beitrag viel Verbreitung findet und warnt und habe deshalb einen Link in der Kurzbeschreibung unter meinem Film: “Dubiose Kaffeefahrt zum Prickingshof” gesetzt.
    Das Schlemmerpaket ist jedenfalls durch die Ertragung der Verkaufsveranstaltung teuer bezahlt.

  11. #11 | Bürokratenfeind sagt am 15. Februar 2011 um 22:42

    Der Artikel zeigt die Verkommenheit kapitalistischer Verhaltensweisen auf.
    So ein Artikel kann gar nicht lang genug sein.

    1973 habe ich auf dem Weg von der Kaserne (Wehrdienst in Münster) ins Ruhrgebiet einmal dort gegessen. Es war damals ein Geheimtip, und das Essen schmeckte ausgezeichnet.

    Es ist eine konsequente Entwicklung, die dort stattgefunden hat. Gierig raffen, solange das Konzept noch funktioniert.

    Wie sagt man so schön im Ruhrgiet: “und nach mir die Sündflut.”

  12. #12 | Martin Kaysh sagt am 16. Februar 2011 um 01:03

    @bernhard ludwig. alles klar soweit mit dem zeug, was normale menschen so im gehirn haben? wer ist jetzt genau menschenverachtend? haben die wattenscheider eventuell heimlich prozente kassiert bei dem kaffeefahrtleiter? gibt es da etwas,was wir wissen müssen?
    darf man nicht schreiben, dass alter manchmal was mit einsamkeit zu tun hat und dass einsamkeit ganz schön scheiße sein kann? darf man was trauriges so schreiben, dass humor dabei entsteht? nein, darf man nicht? oh, dann bitte wäre ich menschenverachter nummer drei, wäre mir eine ehre.
    was können die beiden für die wirklichkeit?

    ach so. das war eine satire bei dir? dann sorry.

  13. #13 | Erika sagt am 16. Februar 2011 um 04:17

    @10 büro und so

    “Wie sagt man so schön im Ruhrgiet: “und nach mir die Sündflut.””

    nö das sagte man nie und sagt es auch heute nie..

  14. #14 | Axel Weiß sagt am 16. Februar 2011 um 08:57

    Hallo Ruhrbarone,

    gestern befand sich unter den Kommentaren noch der vom Sportsfreund (auf dessen Video am Ende des Beitrags hingewiesen wird).

    Der war dann aber später weg, – wie kommts?

    Mit schönem Gruß aus Oberhausen

  15. #15 | Stefan Laurin sagt am 16. Februar 2011 um 09:00

    @Axel: Der Beitrag verwies auf einen PR-Artikel. Das fiel uns erst nach der Freischaltung auf.

  16. #16 | Axel Weiß sagt am 16. Februar 2011 um 09:06

    @14: Alles klar, danke für die rasche Antwort.

    Eigentlich schade – war interessant und hätte sich ganz gut zwischen den anderen Kommentaren gemacht.

  17. #17 | Bürokratenfeind sagt am 16. Februar 2011 um 11:32

    @#12 Fräulein Erika

    “nö das sagte man nie und sagt es auch heute nie..”

    Dann leben wir wohl in verschiedenen Welten. Oder kennen sie Duisburg?

  18. #18 | Erika sagt am 17. Februar 2011 um 02:51

    @17
    dein Fräulein ist vor geschätzten 35 Jahren abgeschafft worden und zählt nicht mehr zum Sprachgebrauch, außer in Duisburg vielleicht… ;-)

  19. #19 | Tobias Jochheim sagt am 21. Februar 2011 um 01:07

    Auch der NDR hat eine schöne Reportage über den Prickingshof geliefert. Der Beitrag (29 Minuten, weniger Gonzo, genauso lohnenswert) heißt “Blutwurst, Bier und Bullenschau” und findet sich in der Mediathek:

    http://www.ndr.de/flash/mediathek/index.html

  20. #20 | Wiegand homas sagt am 22. Februar 2011 um 02:13

    Danke,
    mal eine ‘andere’ Art diesen Beschiss zu beschreiben.
    Hab mich koestlich aehhh … war selber auf 10 derartiger ‘Veranstaltungen’.

    Weiter so
    Thomas

  21. #21 | Tom Wolfe ist 80 | Ruhrbarone sagt am 2. März 2011 um 11:08

    [...] Das schreibt   Wilhelm Ruprecht Frieling im  literaturzeitschrift.blog. Die Texte wurden persönlicher, die Autoren spielten häufig selbst eine wichtige Rolle, die Grenzen zwischen Literatur und Journalismus wurden durchbrochen. Dabei waren die Texte immer exzellent recherchiert – wie bei der Wattenscheider Schule. [...]

  22. #22 | guerilla-lesung der wattenscheider schule | Ruhrbarone sagt am 14. März 2011 um 09:04

    [...] FÜR EINE TÜTE VOLL WURST – SHOWDOWN AM PRICKINGS-HOF [...]

  23. #23 | Osterküche: Der Metthase | Ruhrbarone sagt am 21. April 2011 um 09:59

    [...] FÜR EINE TÜTE VOLL WURST – SHOWDOWN AM PRICKINGS-HOF…Klick [...]

  24. #24 | mama sagt am 22. August 2011 um 13:55

    haha, der bauer ewald!
    kunden die diesen artikel toll fanden, kauften auch: “schrecklich amüsant – aber in zukunft ohne mich”.
    btw: geiler “mustache”! earl hickey wäre neidisch!

  25. #25 | TROCKENFICK UND MÄNNERKÄSE – AUF DEM PFAD DER HERZENSKRIEGER | Ruhrbarone sagt am 14. November 2011 um 10:01

    [...] FÜR EINE TÜTE VOLL WURST – SHOWDOWN AM PRICKINGS-HOF [...]

  26. #26 | Ruhrbarone lesen in Duisburg am 1. März | Ruhrbarone sagt am 20. Februar 2012 um 11:19

    [...] Wattenscheider Schule (Bastian Schlange und Patrick Joswig) werden eine Geschichte von Sex, Drugs und Mettwurst [...]

  27. #27 | Erinnerung: Ruhrbarone-Lesung am 1. März in Duisburg | Ruhrbarone sagt am 26. Februar 2012 um 14:45

    [...] Wattenscheider Schule (Bastian Schlange und Patrick Joswig) werden eine Geschichte von Sex, Drugs und Mettwurst [...]

  28. #28 | Heute lesen wir im Djäzz in Duisburg | Ruhrbarone sagt am 1. März 2012 um 11:16

    [...] Die Wattenscheider Schule (Bastian Schlange und Patrick Joswig) werden eine Geschichte von Sex, Drugs und Mettwurst vorlesen. [...]

  29. #29 | Münsterländer sagt am 1. April 2012 um 21:19

    Jungs, bei allem Respekt. Aber das Haltern oder Sythen, wo der Hof nun mal liegt, zum Münsterland gehört, ist ja wohl ein (böses) Gerücht!!!
    Gued gaohn

  30. #30 | Piontek, Lothar sagt am 16. Juni 2012 um 11:54

    Moin Moin,genau so wie der Artikel oben beschrieben wurde,haben wir ( 33 Besucher ) das gestern erlebt.Beschiss hoch3.Angefangen von -keine Werbefahrt,bis hin zum Matratzenverkäufer-stimmt alles.Nuuur, das Essen,Jägerschnitzel mit Btatkartoffeln,geschmacklich,Prima.Über den Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.

  31. #31 | OCCUPY SCHLARAFFENLAND: GUMMIBOOT STATT STRAHLENTOD | Ruhrbarone sagt am 28. Juni 2012 um 09:06

    [...] FÜR EINE TÜTE VOLL WURST – SHOWDOWN AM PRICKINGS-HOF [...]

  32. #32 | summer sagt am 8. Juli 2012 um 12:20

    ich möchte von meinem ausflug zum pricklings-hof meine erfahrung kund tun

    am 07.07.2012 besuchte ich mit meiner frau und freunden den pricklings-hof, zu diesem unternehmen wurden wir über eine postwurfsendung eingeladen.die anreise erfolgte mit einem buss-unternehmen ( klassen ) aus hermeskeil, welches ich nur weiterempfehlen kann, durcheführt. der aufenthalt auf dem hof führte uns schnell in die reale ” KAFFEE-Fahrtwelt ” zurück. die art und weise wie man eingeschüchtert und zum kauf genötigt wurde entsprich der klasse jeder billigen Kaffeefahrt, auch als senioren 66 und 70 jahre ist man noch bei klarem verstand.
    natürlich gab es auch was schönes vor ort gutes wetter schöne blumen und ein gutes fresspaket( was einem nach betrachtung der filme von peta im hals stecken bleibt)
    da uns kindern vom land die lieblose behandlung der tiere auch aufgefallen ist bestätige ich die aussagen und kommentare voll

    ich rate jedem der so einen besuch plant ers mal die kommentare lesen und filme anschaun und dann handeln

  33. #33 | Bernd sagt am 30. September 2013 um 16:28

    Nun denke ich mal für alle Seiten (die der negativen und der positiven) mit der ruhe.
    Verallgemeinerung ist nicht so das ding.
    Sagen wir doch mal so wer so eine Einladung erhält ist sich im klaren drüber das es sich nur um eine (Verkaufsveranstaltung handeln kann). Alle anderen sind naiv. Aber die reine gier macht es, das es immer noch Menschen gibt, die darauf hereinfallen.
    Im Endeffekt kann ich ja alternativ mit der bahn fahren in gruppen soll es billiger sein. der eintritt ist ok sowohl für den park als auch das Museum. Für den Preis sind Essen und Getränke ok und reichlich. Aber wie gesagt alle anderen sind nur missmutig und können nicht fassen, das sie mur 10€ Fahrkosten zahlen aber ein Fresspaket im wert von 20 bis 20 € (günstigster preis erhalte). Und die Preise für die Matratzen und anderen angebotenen Waren ist der Preis den man auch im Einzelhandel zahlt. Also ich verstehe die Aufregung echt nicht. Und 1 bis 2 Stunden einer Verkaufsveranstaltung ansehen sollte doch möglich sein denn alle die teilgenommen haben bekommen auch ihr Paket. Jeder entscheidet doch selbst ob er kaufen möchte oder nicht.

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