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Waldorfschule in staatlicher Trägerschaft – offener Brief an Senator Ties Rabe, Hamburg

Hamburger Rathaus Foto "o" wie Obacht Lizenz: CC

von Andreas Lichte, Berlin, 3. September 2012

 

an:

Herrn Senator Ties Rabe

Behörde für Schule und Berufsbildung

Hamburger Straße 31

22083 Hamburg

 

Kopie an:

Prof. Dr. Stefan T. Hopmann

Institut für Bildungswissenschaft

Sensengasse 3a

A-1090 Wien

 

Vorab per E-Mail an: Senator Ties Rabe / Prof. Dr. Stefan T. Hopmann 

 

Waldorfschule in staatlicher Trägerschaft – offener Brief

 

Sehr geehrter Herr Senator Rabe,

die „erziehungsKUNST“, Publikation des „Bundes der freien Waldorfschulen“, berichtete im August 2012 über die erste deutsche „Waldorfschule in staatlicher Trägerschaft1, die zum Schuljahr 2013/14 in Hamburg entstehen soll.

Die „erziehungsKUNST“ hebt in ihrem Artikel hervor, dass die “Interkulturelle Waldorfschule Hamburg-Wilhelmsburg“, Zitat, „weder ‘Waldorfpädagogik light’“ werde, „noch dass die Waldorfpädagogik zu einem beliebig austauschbaren Methodenbaustein innerhalb der Staatsschulpädagogik wird.“

Als ausgebildeter Waldorflehrer2 möchte ich Sie fragen: Wie will die Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg sicherstellen, dass das Spezifische der Waldorfpädagogik – der anthroposophische Hintergrund – auch in einer Schule in staatlicher Trägerschaft erhalten bleibt?

Der Erziehungswissenschaftler Prof. Klaus Prange schreibt über die Waldorfpädagogik: „Die Anthroposophie braucht in der Tat nicht [in den Unterricht der Waldorfschule] hineingetragen zu werden, sie ist immer schon da.”3

Was meint Prof. Prange damit? Es würde den Rahmen dieses offenen Briefes sprengen, hier eine Gesamtdarstellung der Waldorfpädagogik geben zu wollen, wie es Prof. Prange in seinem Standardwerk „Erziehung zur Anthroposophie – Darstellung und Kritik der Waldorfpädagogik“ tut, zur Verdeutlichung nur drei Beispiele:

 

Rudolf Steiners anthroposophische „Temperamentenlehre“:

Die Waldorfpädagogik teilt die Schüler in vier Temperamente ein. Diese Temperamente sind Grundlage für die Gestaltung des Unterrichts aller Fächer, auch der wissenschaftlichen, Zitat aus Helmut Eller, „Die Temperamente – und ihre Behandlung im Unterricht“:

„FEUERARTEN (in der Chemie-Epoche der 7. Klasse):

[Melancholiker] Erde: Glühen der Eierbriketts, ganz im Innern

[Phlegmatiker] Wasser: Brennender Spiritus läuft über ein Brett, entzündet aber nicht das Holz

[Sanguiniker] Luft: eine Bäckertüte wird mit Gas gefüllt, so daß beim Ausdrücken in die Flamme ein kurzer, heller Feuerball entsteht

[Choleriker] Feuer: Petroleum in einer Blechdose angezündet, läßt sich nicht mit einfachen Mitteln löschen und erzeugt große Hitze

Diese Versuche findet man in Mackensens Chemie-Abhandlungen. Mit den Kindern spricht man auch in diesem Zusammenhang wiederum über die 4 Temperamente.“

In Helmut Eller, „Die Temperamente – und ihre Behandlung im Unterricht“, das im „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ zur Ausbildung der zukünftigen Waldorflehrer verwendet wurde, finden sich Temperamente in jedem Lebensbereich, natürlich auch in der für Anthroposophen real existierenden Welt der, Zitat Eller:

„ELEMENTARWESEN

[Melancholiker] Erde: Gnomen, Zwerge, Wichtelmänner, Wurzelmännlein

[Phlegmatiker] Wasser: Undinen, Nixen, Nöck

[Sanguiniker] Luft: Sylphen, Elfen

[Choleriker] Feuer: Salamander, Feuergeist“

 

Anthroposophische Geschichtsschreibung:

In der Waldorfschule wird anthroposophische Geschichte unterrichtet. Ausgehend vom „Platonischen Weltenjahr“ mit einer Länge von 25 920 Jahren unterscheidet die Anthroposophie „Kulturepochen“ von 2160 Jahren Dauer. Unterrichtet wird in der Fünften Klasse der Waldorfschule:

• Atlantis

• Urindische Kulturepoche: 7227 – 5067 v. Chr.

• Urpersische Kulturepoche: 5067 – 2907 v. Chr.

• Ägyptisch-Chaldäische Kulturepoche: 2907 – 747 v. Chr.

• Griechisch-Lateinische Kulturepoche: 747 v. Chr. – 1413 n. Chr.

• Germanisch-Angelsächsische Kulturepoche: 1413 – 3573 n. Chr.

Nach anthroposophischer Geschichtsschreibung leben wir heute in der „Fünften nachatlantischen Kulturepoche“ (1413 – 3573 n. Chr.). An der Verwendung des Begriffs „nachatlantisch“ lässt sich die zentrale Bedeutung des anthroposophischen Atlantis-Mythos erkennen:

Ohne Atlantis könnte es nach anthroposophischer Auffassung die Menschheit in ihrer heutigen Form gar nicht geben – Atlantis ist für die Anthroposophie eine historische Tatsache.

 

Rudolf Steiners „Jahrsiebtelehre“:

Die Waldorfpädagogik übernimmt die in der Anthroposophie übliche Einteilung des Menschen in „Wesensglieder“. Diese „Wesensglieder“ entwickeln sich laut Rudolf Steiner in zeitlichen Abschnitten von 7 Jahren, den „Jahrsiebten“. Dazu sagt Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, im Interview „Man kann nicht nur ein ‘bisschen’ Waldorf sein4, Zitat:

„(…) Lichte: noch einmal zur Jahrsiebtelehre – von 0–7 Jahre wird der physische Leib entwickelt, von 8–14 Jahre der Ätherleib, von 15–21 Jahre der Astralleib, vom 21 Lebensjahr an endlich das ‘Ich’ – erst dann ist der Mensch ein Mensch. Was sagen Sie zu Steiners Mensch aus dem Esoterik-Baukasten?

Prof. Hopmann: Wir leben in einer freien Gesellschaft. Also hat jede/r das Recht, jeden Unfug zu glauben. Nur sollten sich Eltern, die ihr Kind einer Waldorfschule anvertrauen, darüber im klaren sein, dass sie dann einer Pädagogik vertrauen, die ein heilloses Gebräu esoterischer Glaubenssätze über Drüsen, Zahnentwicklung, astrologischen Einflüsse und ähnliches ist, das von der modernen Kinderpsychologie und der aktuellen Lehr-Lern-Forschung durchweg als durch nichts begründbarer Unsinn abgelehnt wird. Entschiedene Waldorfianer wird das nicht anfechten: Wie alle Sekten sind sie gegen widersprechende Wissenschaft immun (…)“

Dies waren nur einige wenige Beispiele für die anthroposophische Prägung der Waldorfschule. Gemäß dem Anspruch der Anthroposophie auf „Ganzheitlichkeit“ ist in der Waldorfschule alles Anthroposophie.

Meine Schlussfrage: Beabsichtigt die Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg als staatlicher Träger der „Interkulturellen Waldorfschule Hamburg-Wilhelmsburg“ die Weltanschauung Anthroposophie weiter zu verbreiten?

 

Mit freundlichen Grüssen

Andreas Lichte

 

P.S.: Da es sich um eine „Interkulturelle Waldorfschule“ handelt, könnte auch verstärkt Rudolf Steiners Rassenlehre unterrichtet werden. Folgende Erkenntnisse Rudolf Steiners könnten insbesondere bei schwarzen Schülern zu einem neuen Selbstverständnis führen, Zitat Rudolf Steiner:

„(…) So daß also ein Schwarzer in Afrika ein Mensch ist, der möglichst viel Wärme und Licht vom Weltenraum aufsaugt und in sich verarbeitet. Dadurch, daß er das tut, wirken über den ganzen Menschen hin die Kräfte des Weltenalls so. (Es wird gezeichnet.) Überall nimmt er Licht und Wärme auf, überall. Das verarbeitet er in sich selber. Da muß etwas da sein, was ihm hilft bei diesem Verarbeiten. Nun, sehen Sie, das, was ihm da hilft beim Verarbeiten, das ist namentlich sein Hinterhirn. Beim Neger ist daher das Hinterhirn besonders ausgebildet. Das geht durch das Rückenmark. Und das kann alles das, was da im Menschen ist an Licht und Wärme, verarbeiten. Daher ist beim Neger namentlich alles das, was mit dem Körper und mit dem Stoffwechsel zusammen hängt, lebhaft ausgebildet. Er hat, wie man sagt, ein starkes Triebleben, Instinktleben. Der Neger hat also ein starkes Triebleben. Und weil er eigentlich das Sonnige, Licht und Wärme, da an der Körperoberfläche in seiner Haut hat, geht sein ganzer Stoffwechsel so vor sich, wie wenn in seinem Innern von der Sonne selber gekocht würde. Daher kommt sein Triebleben. Im Neger wird da drinnen fortwährend richtig gekocht, und dasjenige, was dieses Feuer schürt, das ist das Hinterhirn. (…)

Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse. (…)“

Rudolf Steiner, „Vom Leben des Menschen und der Erde – Über das Wesen des Christentums“, GA 349, Dritter Vortrag, Dornach, 3. März 1923

 


Anmerkungen:

1 „Wilhelmsburg: Waldorfschule in staatlicher Trägerschaft startet“, erziehungsKUNST, August 2012

2 Andreas Lichte, „Waldorflehrer werden! – am ‘Seminar für Waldorfpädagogik Berlin’“, Ruhrbarone, 28. Februar 2011

3 Klaus Prange, „Erziehung zur Anthroposophie – Darstellung und Kritik der Waldorfpädagogik”, Julius Klinkhardt, Bad Heilbrunn, 2000

4 Stefan Hopmann, Andreas Lichte, „Man kann nicht nur ein ‘bisschen’ Waldorf sein“, Ruhrbarone, 11. Juli 2011

 

Reaktion von Senator Ties Rabe:

Senator Ties Rabe und sein Pressesprecher Peter Albrecht verweigerten eine Stellungnahme zu meinem offenen Brief vom 3.9.2012.

 

RuhrBarone-Logo

49 Kommentare zu “Waldorfschule in staatlicher Trägerschaft – offener Brief an Senator Ties Rabe, Hamburg

  • #1
    Andreas Lichte

    meine Korrespondenz mit Senator Ties Rabe und seinem Pressesprecher Peter Albrecht:

    Von: Andreas Lichte
    Datum: 28. September 2012 14:37:49 MESZ
    An: Peter Albrecht, Pressesprecher Behörde für Schule und Berufsbildung
    Betreff: Fwd: Waldorfschule in staatlicher Trägerschaft Fragen & Antworten

    Sehr geehrter Herr Albrecht,

    Sie hatten mir am Dienstag, 25.9.12, am Telefon zugesichert, mir bis Donnerstag, 27.9.12, meine Fragen zu beantworten, siehe unten.
    .

    Für den Fall, dass Sie nicht mehr antworten möchten, schlage ich vor, dass ich zu meinem „offenen Brief“ schreibe:

    „Senator Ties Rabe und sein Pressesprecher Peter Albrecht verweigerten eine Stellungnahme zu meinem offenen Brief vom 3.9.2012.“
    .

    Eine Antwort / Stellungnahme wäre mir natürlich lieber …
    .

    Mit freundlichen Grüssen

    Andreas Lichte

    .

    Anfang der weitergeleiteten E-Mail:

    Von: Andreas Lichte
    Datum: 21. September 2012 08:26:18 MESZ
    An: Peter Albrecht, Pressesprecher Behörde für Schule und Berufsbildung
    Betreff: Waldorfschule in staatlicher Trägerschaft Fragen & Antworten

    Sehr geehrter Herr Albrecht,

    Danke für unser interessantes Gespräch zur Waldorfschule in staatlicher Trägerschaft!
    .

    Denken Sie bitte daran, wie gestern vereinbart mir noch eine Antwort auf meine mail an Senator Ties Rabe, unten, zu schicken ?

    Und mir mitzuteilen, welche Bildungswissenschaftler die Kooperationsverhandlungen zur Waldorfschule in staatlicher Trägerschaft als Experten begleiten ?

    Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus !

    .

    Mit freundlichen Grüssen

    Andreas Lichte

    .

    Anfang der weitergeleiteten E-Mail:

    Von: Andreas Lichte
    Datum: 3. September 2012 18:45:37 MESZ
    An: Ties Rabe, Senator Behörde für Schule und Berufsbildung
    Kopie: Stefan T. Hopmann, Universität Wien
    Betreff: Waldorfschule in staatlicher Trägerschaft – offener Brief

    Sehr geehrter Herr Senator Rabe,

    hier vorab per e-mail mein offener Brief zum Thema „Waldorfschule in staatlicher Trägerschaft“, siehe Anlage.
    .

    Eine Kopie meines Briefes habe ich an Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, sowie weitere ungenannte Empfänger gesandt.

    .

    Über eine Antwort würden wir uns freuen.

    .

    Mit freundlichen Grüssen

    Andreas Lichte

    .

    [im Anhang mein offener Brief, Dateiname: „Waldorfschule in staatlicher Trägerschaft 3.9.12.pdf“]

  • #2
    Andreas Lichte

    „STAATLICHE SCHULE MIT WALDORFPÄDAGOGIK

    Grundschule mit Astralleib

    taz, 01.10.2012, VON BERND KRAMER

    In Hamburg sollen erstmals Waldorflehrer an einer staatlichen Schule unterrichten. Kritiker verweisen auf die esoterischen Wurzeln der Pädagogik (…)

    Heiner Ullrich, Professor für Erziehungswissenschaften an der Uni Mainz, verweist darauf, dass 90 Prozent der Waldorf-Pädagogen eine Befragung zufolge fest in der Anthroposophie Rudolf Steiners verhaftet sind: „Ein so hohes Maß an weltanschaulicher Geschlossenheit gibt es nicht einmal mehr an katholischen Privatschulen“, sagt Ullrich. Steiner glaube beispielsweise an Reinkarnation und ging davon aus, dass Kinder sich in Sieben-Jahres-Rhythmen entwickeln und mit der Pubertät einen farbig-leuchtenden Astralleib als Hülle um ihren Körper gebären – Erkenntnisse, die Steiner mittels Hellsicht gewonnen haben will und die der modernen Erziehungswissenschaft widersprechen. (…)

    Ursula Caberta, einst Sektenbeauftragte und jetzt Jugendschutzreferentin, kritisiert das Vorhaben ihrer Senatskollegen: „Was da passiert, ist völlig unmöglich. Da wird eine staatliche Schule für die abstrusen Lehren von Rudolf Steiner geöffnet.“ (…)

    An den Erfolg des Hamburger Schulversuchs glaubt Ullrich indes nicht: „Am Anfang mag es vielleicht ein paar Berührungspunkte geben“, sagt er. „Aber sobald die Waldorfkollegen bei der Schülerbeurteilung von astralischen Kräften oder von Reinkarnation sprechen, werden die staatlichen Lehrer wohl sagen: bitte nicht!““

    http://www.taz.de/Staatliche-Schule-mit-Waldorfpaedagogik/!102733/

  • Pingback: Links anne Ruhr (11.10.2012) » Pottblog

  • #4
    Joost Alfrik

    edit von Andreas Lichte:

    „Joost Alfrik“ ist ein Pseudonym. Der reale Name ist „Pieter HA Witvliet“. Herr Witvliet hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Ramon De Jonghe, belgischer Kritiker der Waldorfpädagogik, zu diffamieren. Hier dazu (niederländische) infos von Ramon De Jonghe:

    Vertegenwoordigen steinerpedagogie Pieter HA Witvliet – Joost Alfrik

    Overheid kan van steinerschool naar de pomp lopen

    Ramon De Jonghe ist Gastautor der Ruhrbarone: Die Waldorfschule: Eine soziale Frage?

    Ich veröffentliche den Kommentar von „Joost Alfrik“/“Pieter HA Witvliet“ ausnahmsweise, weil er inhaltlich interessant ist. Die Freischaltung weiterer Kommentare von „Joost Alfrik“/“Pieter HA Witvliet“ wird im Einzelfall geprüft.

    Hr.Lichte,
    Etwa 40 Jahre bin ich (in Holland) Waldorflehrer gewesen. Ich habe auch 5e Klassen geleitet und Geschichte gegeben. In den Anweisungen Steiners für den Geschichtsunterricht lässt sich ‘Atlantis’ nicht finden. Der Lehrplan Geschichte ist ausführlich ausgearbeitet worden von Chr.Lindenberg (Geschichte lehren) und auch hier: kein Atlantis. Übrigens in der 5e Kl.auch keine Lateinische und Germanisch-Angelsakisische, das kommt später). Es ist also nicht genau was Sie hier berichten.
    Das keine Anthroposophie in der Waldorfschule gehört hat Steiner auf mehr als 20 Stellen benachdruckt. Die können Sie hier finden. (Auch noch einiges zu Herrn Prange-auf Deutsch).

    edit: link zur Diffamierung des Erziehungswissenschaftlers Prof. Klaus Prange wurde gelöscht. Prof. Prange ist Gastautor der Ruhrbarone, Prof. Pranges Artikel: Curriculum und Karma – das anthroposophische Erziehungsmodell Rudolf Steiners

    Das was Sie hier so ‘schwarz-weiss’ niederschreiben, bedeutet natürlich in der alltäglichen Schulpraxis noch nichts.
    Ich habe mit den Schülern niemals von ‘Kulturepochen’ im Sinne Steiners gesprochen, auch dessen Einteilung in Jahresangaben nicht.
    Was Sie hier zB. abstrakt niederschreiben als ‘Lateinische Kulturepoche’ und was in der 6.Klasse gehört, bedeutet, laut Lindenberg:
    ‚Gründung Roms und die 7 Könige bis 510; die Kämpfe zwischen Patriziern und Plebejern, wie so das Recht und die Verfassung entsteht; Rom-Karthago, Gracchen und Sozialreform, Caesar; Christentum in Rom; Völkerwanderung; Untergang Roms; Islam, Karel Martel; Karl der Grosse; Entstehung deutschen Reiches; Kultur der Kloster; Kampf Kaiser-Papst; Kreuzzüge usw.usw.‘
    Vom Lehrplan Geschichte haben die Hamburger m.E. nichts zu fürchten.

    edit Andreas Lichte: Meine Antworten bei Kommentar #16, Kommentar #17, Kommentar #18

  • #5
    denk nach

    nur mal so und nur aus meiner persönlichen erfahrung:
    in waldorfschulen/-kindergärten ist es selbstverständlich, dass laila, selim, erfan, julia und friedrich etc. zusammen sind. es ist einfach nicht der rede wert, dass hier kinder „mit migrationshintergrund“ sind, denn dort entsteht „seltsamerweise“ kein integrations(?)problem.
    jede eltern haben das recht, eine schule für ihr kind zu suchen, wo ihr kind nicht zur minderheit gehört (mit all den daraus resultierenden folgen) und deutsch als fremdsprache unterrichtet wird.

    ich frage mich, ob herr lichte kinder hat und über einen erfahrungsschatz verfügt, mit welchen ausgefeilten therapien heute kinder wieder motorik, sprache und sozialverhalten mühsam „nachlernen“ müssen, weil sie in ihrer umwelt eine sinnleere automatik sowie keim- und gefahrenfreie lebenszonen geboten bekommen,- die lieblingsdiagnose adhs nicht zu vergessen…

    und ich mutmaße mal, das die waldorfschule nicht die keimzeile nationalsozialistischer gruppen ist, oder?

    mich überzeugen einfach die menschen, die durch dieses schulsystem gegangen sind – und die empfinde ich nicht als esoterische spinner _ ganz im gegenteil…

  • #6
    Andreas Lichte

    @ denk nach #5

    Sie schreiben: in Waldorfschulen „entsteht ‘seltsamerweise’ kein integrations(?)problem“

    wie sollte auch ein Integrationsproblem entstehen, wenn es niemanden gibt, den man integrieren könnte – die Waldorfschulen sind weitgehend „ausländerfrei“, vergleiche:

    „Drei Gründe für die Waldorfschule

    (…) „Man bleibt gern unter sich“ – Besserverdienende wollen eine Schule ohne Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen und ohne Ausländer.

    Spricht man mit Eltern über deren Beweggründe, sich für eine Waldorfschule zu entscheiden, so hört sich das oft so an, als lese man eine Imagebroschüre der Waldorfschulen. Fragt man freundlich aber beharrlich nach, so lösen sich die pastellfarbenen Traumbilder nach und nach in Luft auf. Und schliesslich hört man: „Ich wohne in (Berlin) Kreuzberg. Da schicke ich mein Kind doch nicht in eine Schule mit hohem Ausländeranteil!“

    Richtig, das hat der Autor so erlebt. Nur ein „Einzelfall“? Der ehemalige Waldorfschüler und Anthroposoph Sebastian Gronbach schreibt im anthroposophischen Magazin „info 3“, Zitat:

    „Ich konnte vor einigen Tagen erleben, wie die neuen Erstklässler eingeschult wurden. Zwei Schulen, zwei Bilder: Die Grundschule, eine Regelschule, feierte diesen Tag und begrüßte unter den Neuen ein gutes Drittel Kinder, mit dem, was man heute »Migrationshintergrund« nennt. (…)

    Der gleiche Tag, wenige Kilometer weiter. Eine Waldorfschule. Auch hier werden die neuen Kinder begrüßt. Das Bild unterscheidet sich kaum von dem in den vergangenen Jahren an dieser Waldorfschule: Kein einziges Kind mit Migrationshintergrund – doch; vor einiger Zeit gab es mal das Kind einer Anwaltsfamilie. Alle Kinder sprechen reines Deutsch. (…)

    Heute sind Waldorfschulen Eliteschulen (…)“

    Was Gronbach schildert, bestätigt auch eine Statistik des „Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen“ (KFN). In der „Studie 2005 – spezielle Befunde zu Waldorfschulen“ wurde der ethnische Hintergrund der Schüler erhoben.

    In der 4. Klasse der untersuchten Schulen betrug der Ausländeranteil:

    – staatliche Grundschule: 22,6 %

    – Waldorfschule: 2,8 %

    In der 9. Klasse der untersuchten Schulen betrug der Ausländeranteil:

    – Gesamtschule: 30,3 %

    – Waldorfschule: 4,0 %

    Die Studie des „Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen“ belegt auch, dass es in Waldorfschulen kaum Kinder aus „sozial benachteiligtem Milieu“ gibt. Waldorfschulen liegen meist in einer „besseren Gegend“, aber selbst auf der Clay Allee im Villenviertel Berlin-Dahlem bildet sich ein allmorgendlicher Stau, wenn die reichen Mamas ihre Kinder in die Rudolf Steiner Schule Berlin bringen und in der zweiten Reihe halten.

    Wie sieht es aber im „Märkischen Viertel“ in Berlin aus, in einem Hochhausviertel, das eher von sozial schwachen Bürgern und Ausländern bewohnt wird (50 % sozialer Wohnungsbau)? An der Waldorfschule Märkisches Viertel machte ich mein Praktikum während meiner Ausbildung zum Waldorflehrer und … Ausländer oder Kinder aus dem Viertel konnte ich dort nicht entdecken.

    Eine ehemalige Schülerin schreibt mir dazu in einer e-mail:

    “Hallo Andreas,

    also ich kann Ihre Wahrnehmung durchaus bestätigen. KEIN Schüler kam aus dem Märkischen Viertel oder aus benachteiligtem Milieu. Ich hatte mal eine Mitschülerin in der sechsten oder siebten Klasse, doch diese war genauso schnell wieder dort wo sie herkam: Nämlich auf einer Schule im MV. (…)”

    Im Grundgesetz heisst es aber, GG, Artikel 7, Absatz 4, Satz 3: „Die Genehmigung [von Privatschulen] ist zu erteilen, wenn (…) eine Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern nicht gefördert wird.“

    Natürlich würden die Waldorfschulen niemals zugeben, dass sie gegen das Grundgesetz verstossen. Gründe, Schüler abzulehen, finden sich viele, zum Beispiel dieser von der Psychologin Aiga Stapf beschriebene:

    „Eltern berichteten wiederholt, dass Kinder vom Waldorfkindergarten und der Waldorfschule abgelehnt wurden. Die Kinder mussten u. a. bei dem Aufnahmegespräch etwas malen: ein Sechsjähriger malte z.B. ein Haus ohne Tür, wozu er kommentierend auf Nachfrage der Waldorfpädagogin sagte: »Die Tür ist hinten.« Dies wurde von ihr als ein »Anzeichen« dafür gedeutet, dass das Kind seine Seele nicht öffnen will, sie lehnte die Aufnahme ab.” (…)“

    zum vollständigen Artikel: http://www.ruhrbarone.de/drei-grunde-fur-die-waldorfschule/

  • #7
    Ramon DJV

    Team Witvliet, immer wieder diskreditieren, tja…

    “Joost Alfrik” ist ein Pseudonym. Der reale Name ist “Pieter HA Witvliet”

    Alfrik behauptet, dass er mit Pieter HA Witvliet zusammen arbeitet in der sogenannt ‚Verteidigung der Waldorfschule‘

    quote
    j.alfrik zegt: ‚…dat ik dit niet alleen doe, maar met Pieter‘, transl.:’… Ich tue dies nicht nur allein, sondern mit Pieter http://weblog.steinerscholen.com/1919/09/06/brief-van-de-dag-full-version/#comment-4697 – 31/01/2011 om 14:52

    Das Merkwürdige ist, das Sie sowohl vor 06.00 Uhr morgens Kommentare senden von derselben IP-Adresse und das ‚Alfrik‘ mir eine E-mail schikt indem er fragt nicht Catherine Witvliet-De Mooij, Pieter Witvliet seine frau zu nennen.

    Deshalb spreche ich, solange es keine Klarheit gibt, von ‚team Witvliet‘.

    Wir wissen nicht, wer antwortet: gestern Witvliet, seine Frau heute, ein Freund morgen?

  • #8
    Arnold Voss

    @ denk nach

    „jede eltern haben das recht, eine schule für ihr kind zu suchen, wo ihr kind nicht zur minderheit gehört (mit all den daraus resultierenden folgen) “

    Haben wir in Deutschland wieder die Apartheid eingeführt? Jeder Ethnie die eigenen Schule, damit sich keiner als Minderheit fühlt? Ich bin gerade in New York. Hier würde man über diesen Satz einfach nur den Kopf schütteln.

  • #9
    Joost Alfrik

    edit von Andreas Lichte: siehe zu „Joost Alfrik“ die Kommentare #4 #7

    Anthroposophische Propaganda-links werden von mir gelöscht. Natürlich auch links auf anthroposophische Propaganda-homepages in der Adress-Spalte des Kommentars.

    Kommentare, die „Zensur“ unterstellen, werden in Zukunft nicht mehr veröffentlicht

    Auf 4
    Herr Lichte,

    (edit: unhaltbare Vorwürfe gelöscht)

    Sie gehen nicht ein auf was ich sagte: Atlantis wird von Steiner nirgendwo in seinen etwa 180 Vorträge über Pädagogik genannt als Teil eines (Geschichte)-Lehrplanes.
    Anthroposophie sei kein Gegenstand des Lehrplanes: ich gebe hier nochmals den Link nach den Stellen: (edit, link gelöscht) die Aussprachen Steiners sind hier auf Deutsch zu lesen.
    Weil Sie nicht eingehen auf meinen Kommentar, darf ich schliessen, dass sie einverstanden sind?

    edit Lichte: ich werde noch auf Ihren Kommentar eingehen.

    Dann noch etwas anderes:
    Ich habe auch ‘Negerkinder’ in meinen Klassen gehabt. Für mich waren es keine “Neger’kinder, nur KINDER, mit denen ich freudevoll arbeiten wollte. Niemals und auch niemals ist mir durch den Kopf gegangen was Steiner dann so behauptet über ‘warum man Neger sei’. Und nirgens in Steiners pädagogischen Vorträgen ist zu finden dass “nicht-weisse Kinder” anders behandelt werden sollten.
    Ihre Angst dass etwas’ bei schwarzen Schülern zu einem neuen Selbstverständnis führt; hat nichts mit der Unterrichtspraxis zu tun.

    Für mich war ‘das Credo’ immer: ‘Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen, in Freiheit entlassen’.

  • #10
    Ramon DJV

    “Joost Alfrik” ist ein Pseudonym. Der reale Name ist “Pieter HA Witvliet”

    Weil Sie nicht eingehen auf meinen Kommentar, darf ich schliessen, dass sie einverstanden sind?

  • #11
    Andreas Lichte

    @ „Joost Alfrik“ #9

    Sie schreiben: „…niemals ist mir durch den Kopf gegangen was Steiner dann so behauptet über ‘warum man Neger sei’.“

    Diskussion mit dem Historiker Helmut Zander und dem Waldorfpädagogen Johannes Kiersch am 05.12.2007 in der Freien Waldorfschule Kreuzberg, Berlin. Helmut Zander zeigt 2 rassistische Tafelbilder Rudolf Steiners (hier eines als Illustration zu sehen).

    Daraufhin sagt der Vorzeige-Waldorfpädagoge Johannes Kiersch (sinngemäss):

    “Wo ist das Problem? Wir kümmern uns doch auch um “Trottelinkarnationen”, “Behinderte”.

    Schwarze = Behinderte, für den Anthroposophen Johannes Kiersch.

  • #12
    Andreas Lichte Beitragsautor

    Zum anthroposophischen Rassismus, allgemein:

    Die Historiker Helmut Zander und Peter Staudenmaier stellen die Rassenlehre Rudolf Steiners als zentral für die Anthroposophie heraus. Rudolf Steiners esoterische Evolutionslehre – die sogenannte „Menschheitsentwickelung“ – ist Beweggrund und Ziel der Anthroposophie, Zitat Staudenmaier:

    „Ausgehend von Blavatskys entwicklungstheoretischem Ansatz baute Steiner eine Evolutionslehre der Völker- und Rassengruppen auf, wonach die menschliche Seele durch aufeinanderfolgende Verkörperungen in immer »höheren« Rassen geistig wie leiblich fortschreitet. Diese Stufenleiter der Rassen steht im Mittelpunkt von Steiners esoterischem Verständnis der Gesamtentwicklung der Menschheit, vom Verhaftetsein in der Materie hin zur geistigen Vervollkommnung.”

    Peter Staudenmaier im Interview: „Anthroposophie und Faschismus“, „Humanistischer Pressedienst“, Nr. 13507, 07.06.2012

    Vergleiche: Helmut Zander, „Anthroposophie in Deutschland – Theosophische Weltanschauung und gesellschaftliche Praxis 1884–1945“, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2007, Seite 631f.:

    „Steiner ordnete die Rassen einer Fortschrittsgeschichte zu, in der beispielsweise heutige Indianer als »degenerierte Menschenrasse« im »Hinsterben« (GA 105,106.107 [1908]) oder schwarze Afrikaner als defiziente Spezies der Menschen- und Bewußtseinsentwicklung, als »degenerierte«, »zurückgebliebene« Rasse (ebd., 106) erschienen. Umgekehrt habe die weiße Rasse »das Persönlichkeitsgefühl am stärksten ausgebildet« (GA 107,288 [1909]). Dies sind nur Kernsätze einer Rassentheorie, die Steiner 1904 erstmals formulierte, um sie 1910 in einem komplexen System und in zunehmender Abgrenzung zu theosophischen Positionen auszufalten. Mit seinem Ausstieg aus der Theosophie hat er diese Vorstellungen keinesfalls über Bord geworfen, sondern sie 1923 nochmals in Vorträgen vor Arbeitern des Goetheanum in vergröberter, »popularisierter« Form wiederholt, aber ohne Revision im inhaltlichen Bestand. Die weiße war nun »die zukünftige, die am Geiste schaffende Rasse« (GA 349,67 [1923]).“

    „In der Konsequenz dieses Denkens lag auch Steiners Bestimmung des Judentums, das ebenfalls als evolutionshistorisch überholt galt (s. 8.3.2b), und in diesen Kontext gehören auch seine Völkerstereotypien, die gleichfalls hierarchisiert waren und die Deutschen als Avantgarde der Entwicklung sahen (s. 14.3.1a).“ – Ebd., Seite 632

    „Steiner formulierte mit seinem theosophischen Sozialdarwinismus eine Ethnologie, in der die Rede von »degenerierten«, »zurückgebliebenen« oder »zukünftigen« Rassen keine »Unfälle«, sondern das Ergebnis einer konsequent durchgedachten Evolutionslehre waren. Ich sehe im Gegensatz zu vielen Anthroposophen keine Möglichkeit, diese Konsequenz zu bestreiten.“ – Ebd., Seite 636

  • #13
    Joost Alfrik

    edit von Andreas Lichte:

    Herr Witvliet, ich schrieb oben:

    „Anthroposophische Propaganda-links werden von mir gelöscht. Natürlich auch links auf anthroposophische Propaganda-homepages in der Adress-Spalte des Kommentars.“ Nun haben Sie wieder einen link auf Ihre Homepage gesetzt, den ich löschen musste – halten Sie mich für Ihr Kindermädchen, das hinter Ihnen aufräumt?

    auf 12
    Hr.Lichte
    Ich kenne die Bemerkungen Zanders, Staudemeiers und vielen mehr.
    Worauf es in dieser Diskussion ankommt ist, was ich, in meiner pädagogischen Praxis damit zu tun habe (hatte). Die Zeichnung die Sie mir zeigen, kenne ich auch, aber ist keine Zeichnung die ich für den Kindern an der Wandtafel zu malen hatte.
    Das Rassenmässige ist niemals Gegenstand der Erziehungsimpuls der Waldorfschule.
    Man braucht als Lehrer nichts damit; man braucht auch nichts mit Steiners Auffassung der Landwirtschaft.
    Man kann, ohne BD-oder Eco gegessen zu haben morgens mit den Kindern anfangen.
    Ich weiss nicht wie viele Waldorflehrer in Deutschland oder Holland ‘Anthroposoph’ sind; ich arbeitete an Schulen wo das kaum 25% war. Glauben Sie wirklich dass die nicht-Anthroposophen mit zB die Rassenkenntnis in die Schule gekommen sind. Wir hatten kaum Zeit unsere Vorbereitungen fertig zu machen um anständig unterrichten zu können.
    Wenn ich Anfänger war hat meinen “Vorstand” mir niemals gefragt andere als pädagogische Hintergründe ernsthaft zu studieren und zum Wohl der Kinder in der Unterrichtspraxis um zu setzen.
    Wäre das anders gewesen, dann wäre ich kein Waldorfleher gewesen.
    Was die Bemerkung Herrn Kiersch betrifft: So spricht man in der Waldorfschule, von mir aus, nicht von Kindern, sicher nicht die Behindert sind. Ich habe Herrn Kiersch oftmals an Tagungen in Stuttgart sprechen hören und vieles von ihm gelernt. Aber diese Bemerkung mache ich nicht zu der meinigen

  • #14
    Andreas Lichte

    @ „Joost Alfrik“ #13

    Sie sind Anthroposoph. Bitten Sie Johannes Kiersch, sich hier zu äussern.

    Kierschs Gleichsetzung „Behinderte“ = “Trottelinkarnationen” war ein weiterer Tiefpunkt meiner Erlebnisse mit Anthroposophen.

    Und wie ist es zu bewerten, dass niemand im vielköpfigen Publikum der Freien Waldorfschule Kreuzberg, Berlin, gegen Kierschs menschenverachtende Aussage protestierte?

    War man einverstanden mit Kierschs Aussage?

    Hier eine ähnliche Situation aus dem „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“:

    „Waldorflehrer werden! – am ‘Seminar für Waldorfpädagogik Berlin’

    (…) „Wie unterrichte ich Geographie an der Waldorf-Schule?”, ist das Thema des Dozenten Vormann [Name geändert]. Sein Ziel ist es, „hinter den äußeren Eindrücken nach und nach den Schleier für eine höhere Ganzheit zu heben”. Eine Woche hat er dazu Zeit, und er nutzt sie, um zwei Kontinente vorzustellen: „Geographische Polaritäten. Zentral- und Ostasien im Vergleich mit Nordamerika.”

    Zunächst ist es nur mehr oder weniger eine Wiederholung des altbekannten Schulstoffes – Gelber Fluss und Colorado River werden gegenübergestellt. Dann widmet er sich seinem eigentlichen Thema: „Mensch und Landschaft”. Aus der asiatischen Architektur – der Pagode – folgert er, dass der Asiat sich dem Himmel – „Tien” – zuwendet.

    „Und was ist die typische Architekturform Nordamerikas?”, fragt Herr Vormann und gibt alsbald die Antwort: „Es ist die Stufenpyramide. Sie steht für die Erdverbundenheit der präkolumbianischen Völker.”

    L. [= Lichte] erlaubt sich die Frage: „Und was ist mit den Indianern Nordamerikas – der Puebloarchitektur? Oder dem Zelt der Nomadenvölker der großen Prärien?” „Die haben im großen Überblick keine Bedeutung, die Indianer waren schon eine absterbende Rasse”, ist die Antwort des Dozenten. „Eine absterbende Rasse, was meinen Sie damit, dass die Indianer von den Weißen aus ihrem angestammten Lebensraum verdrängt wurden?” „Nein, die Indianer waren schon vorher eine absterbende Rasse, ihnen fehlten die Voraussetzungen für eine kulturelle Höherentwicklung.”

    KEINER DER SEMINARISTEN SAGT ETWAS.

    In L. brodelt es, er erinnert sich an seine Reise in den amerikanischen Westen: „Finden Sie das nicht unfair, nach all dem Unrecht, was die Indianer erleiden mussten, ihnen auch noch die Schuld daran anzulasten?!” „Was regen Sie sich so auf, die alten Ägypter waren schließlich auch eine absterbende Rasse.”

    L. ringt um Worte: „Meinetwegen können Sie das über die alten Ägypter sagen, aber ich habe keine Lust, einem Indianer, den ich als Anhalter im Auto mitnehme, zu erklären, dass er zu einer absterbenden Rasse gehört!”

    Herr Vormann ist ob soviel Respektlosigkeit erbost. „Lassen Sie uns im Unterricht fortfahren, diese Frage können wir hier und jetzt nicht hinreichend erörtern!” Ist damit für ihn die Sache erledigt? L. hört nie wieder etwas von ihm … aber von der Seminarleitung, drei Wochen später. (…)“

    zum vollständigen Bericht aus dem „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“: http://www.ruhrbarone.de/waldorflehrer-werden-–-am-„seminar-fur-waldorfpadagogik-berlin“/

  • #15
    Dr.Eppinger,Hans

    Edit Lichte: Ich veröffentliche diesen Kommentar, um zu verdeutlichen, welche Qualität hier abgegebene anthroposophische Kommentare haben. Solche dummen, beleidigenden Kommentare sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Weitere Beleidigungen werden von mir gelöscht.

    Die unsäglich -monotonen ,anödenden Auslassungen des Hern Lichte gegen die Waldorfpädagogik kennen wir nun doch schon sattsam zur Genüge.Sie zeugen von dumpfer Emotionalität,sodass psychiatrisch von Affektinkontinenz auszugehen ist.Also ein Behandlungs-Kasus!Für die (anthroposophische!)Heilpädagogik!
    Zum weiterreichen an Herrn Lichte mit wohlwollendem Gruss:Dr.med Hans Eppinger

  • #16
    Andreas Lichte

    @ „Joost Alfrik“ #4

    Mir ist bekannt, dass „Atlantis“ im offiziellen Lehrplan der Waldorfschule nicht auftaucht. Warum nicht? Wenn „Atlantis“ in Waldorfschulen unterrichtet wird?

    Auch wird im offiziellen Lehrplan der Waldorfschule – der den Bildungsministerien zur Genehmigung der Schulen vorgelegt werden muss – der anthroposophische Hintergrund der Waldorfschule verschwiegen.

    Auf den offiziellen Lehrplan der Waldorfschule trifft zu, was Prof. Klaus Prange allgemein über die Waldorfpädagogik sagt, Zitat Klaus Prange, „Erziehung zur Anthroposophie – Darstellung und Kritik der Waldorfpädagogik”:

    „In der Tat entsteht aus der Differenz von allgemeiner öffentlicher Präsentation, die sich der üblichen Vokabeln und Formeln bedient, und dem, was eigentlich damit gemeint ist, der Eindruck, man habe es bei der anthroposophischen Pädagogik mit einer Art Mogelpackung zu tun, die ein sehr eigenwilliges Produkt in einer geläufigen und höchst normalen Verpackung an den Mann zu bringen versucht.“

    Den Bildungsministerien wird eine „Mogelpackung“ angeboten: Die „Religionsschule Waldorfschule“ wird als eine „höchst normale“ Schule verkauft.

  • #17
    Andreas Lichte

    @ „Joost Alfrik“ #4 und #9

    Atlantis wird von Rudolf Steiner in den „Konferenzen mit den Lehrern der Freien Waldorfschule 1919 bis 1924“ als Unterrichtsinhalt vorgeschrieben, Zitat Rudolf Steiner:

    „… wir dürfen nicht davor zurückschrecken, bei den Kindern von dem atlantischen Land zu sprechen …“

    Rudolf Steiner, „Konferenzen mit den Lehrern der Freien Waldorfschule 1919 bis 1924. Band I“, GA 300a, Konferenz vom Donnerstag 25. September 1919, 8.30 Uhr, Seite 85f.:

    „(…) Wir zeigen, daß die britischen Inseln viermal auf und abgestiegen sind. Da kommen wir zurück zu dem Begriff der alten Atlantis, auf geologischem Wege.

    [Bild S. 86]

    Dann können wir übergehen‘ indem wir versuchen, in den Kindern die Vorstellung hervorzurufen, wie es anders war, als das eine da unten war, und das andere da oben. Wir gehen davon aus, daß die britischen Inseln viermal auf- und abgestiegen sind. Das ist einfach geologisch festzustellen an den Schichten. Wir versuchen also, diese Dinge in Zusammenhang zu stellen, aber wir dürfen nicht davor zurückschrecken, bei den Kindern von dem atlantischen Land zu sprechen. Wir dürfen das nicht überspringen. Auch im geschicht­lichen Zusammenhang können wir daran anknüpfen. Nur werden Sie dann die gewöhnliche Geologie desavouieren müssen. Denn die atlantische Katastrophe muß ja im 7. bis 8. Jahrtausend angesetzt werden.

    Die Eiszeit, das ist die atlantische Katastrophe. Die ältere, mittlere und neuere Eiszeit, das ist nichts anderes als das, was vorgeht in Europa, während die Atlantis untersinkt. Das ist gleichzeitig, also im 7., 8. Jahrtausend. (…)“

    vollständige Konferenz online: http://fvn-rs.net/index.php?option=com_content&view=article&id=3002:konferenz-vom-donnerstag-25-september-1919-830-uhr&catid=191:ga-300a-konferenzen-mit-den-lehrern&Itemid=14

  • #18
    Andreas Lichte

    @ „Joost Alfrik“ #4

    In meinem im Jahre 2006 für die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM) erstellten Gutachten zur Indizierung zweier Bücher Rudolf Steiners wegen Rassismus habe ich Geschichts-Epochenhefte der Waldorfschulen vorgestellt: In einem Textvergleich der Geschichts-Epochenhefte mit Büchern Rudolf Steiners wies ich nach, dass die Texte in den Geschichts-Epochenheften sich auf Rudolf Steiner zurückführen lassen.

    Hier möchte ich ein Heft einer Berliner Waldorfschule aus dem Jahre 2007 vorstellen. Die besondere Bewandtnis: Bevor ich das Heft erhielt, hatte ich Eltern-Informationsabende dieser Waldorfschule besucht. Dort erklärte eine Waldorflehrerin einem besorgten Vater, dass er sich keine Gedanken über die Anthroposophie machen müsse, da diese im Unterricht nicht vorkomme. Eine Lüge.

    Die folgende Inhaltsangabe des Geschichts-Epochenheftes zeigt, dass Geschichte an dieser Berliner Waldorfschule eindeutig Anthroposophie ist. Man vergleiche die Datierung der anthroposophischen „Kulturepochen“ mit den in meinem „offenen Brief“ gemachten Angaben, sie sind – bis auf die letzte Angabe – kindgerecht gerundet, Zitat Geschichts-Epochenheft:

    • Atlantis

    • Ur-Indien, 7200 – 5100 v. Chr. [offener Brief: 7227 – 5067 v. Chr.]

    • Ur-Persien, 5100 – 2900 v. Chr. [offener Brief: 5067 – 2907 v. Chr.]

    • Babylonien-Ägypten 2900 – 700 v. Chr. [offener Brief: 2907 – 747 v. Chr.]

    • Griechisch-römische Kulturepoche 747 v. Chr. – 1413 n. Chr. [offener Brief: 747 v. Chr. – 1413 n. Chr.]

  • Pingback: Esoterik an Waldorfschulen – Bildung dank „Bildekräften“: Lest Rudolf Steiner! | Ruhrbarone

  • #20
    Andreas Lichte

    „Esoterik an Waldorfschulen – Bildung dank „Bildekräften“: Lest Rudolf Steiner!

    Die aktuelle Debatte um die Gründung einer „staatlichen Waldorfschule“ in Hamburg wirft die Fragen auf: Soll Anthroposophie zum staatlichen Schulprogramm zählen? Wie esoterisch ist die Waldorfschule? Von unserer Gastautorin Jana Husmann (…)

    (…) Wer nur einen Bruchteil der über 6000 Vorträge Steiners zu diesen Themen geschafft hat, weiß sicherlich, was der Steiner-Kritiker Peter Bierl mit der Aussage meint: „Wer Steiner liest, verdient Schmerzensgeld.“ Die Steiner-Lektüre ist nicht zuletzt jenen Senatoren zuzumuten, die die Zusammenlegung von staatlicher Schule und Waldorfschule in Hamburg-Wilhelmsburg befürwortet haben (…)“

    zum vollständigen Artikel von Dr. Jana Husmann: http://www.ruhrbarone.de/esoterik-an-waldorfschulen-bildung-dank-bildekraeften-lest-rudolf-steiner/

  • Pingback: Waldorfschulen Bullshit-Bingo – Waldorfsprech für Bildungssenator Ties Rabe | Ruhrbarone

  • #22
    Andreas Lichte

    „Waldorfschulen Bullshit-Bingo – Waldorfsprech für Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe

    In Hamburg soll die erste „staatliche Waldorfschule“ Deutschlands entstehen. Für die Zeit der langwierigen Kooperationsverhandlungen zwischen Hamburger Senat und Waldorfschule bieten die Ruhrbarone Senator Ties Rabe ein unterhaltsames Lernspiel. Von unserem Gastautor Lukas Böhnlein (…)“

    weiter zum BINGO! : http://www.ruhrbarone.de/waldorfschulen-bullshit-bingo-waldorfsprech-fuer-bildungssenator-ties-rabe/

  • #23
    Ramon DJV

    “… wir dürfen nicht davor zurückschrecken, bei den Kindern von dem atlantischen Land zu sprechen. Wir dürfen das nicht überspringen. Auch im geschicht­lichen Zusammenhang können wir daran anknüpfen.”

    Mit der Aussage ‚im geschichtlichen Zusammenhang an Atlantis anknüpfen‘ und ‚die gewöhnliche Geologie desavouieren müssen‘ gestand der Rudi seine anthroposophische Mogelpackung.

  • #24
    Andreas Lichte Beitragsautor

    Anthroposophie und Nationalsozialismus: ‘Die Waldorfschulen erziehen zur Volksgemeinschaft’

    (…) „Das Motto der Waldorfbewegung im »Dritten Reich« lautete: »Die Waldorfschulen erziehen zur Volksgemeinschaft.«1

    Ihrer Selbstdarstellung zufolge lieferte die anthroposophische Pädagogik einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau des neuen Deutschlands durch »die Pflege des völkischen Gedankens und die Betonung des Wesens und der Aufgaben des deutschen Geistes« und stand damit »im Einklang mit der Grundgesinnung des nationalsozialistischen Staates«.2“3 (…)

    Kontinuität bis in die Gegenwart: Atlantis und die Rassen

    „Mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus, schrieb Karutz 1934, »gewinnt man auch die positive Einstellung zur Rasse wieder, die unter dem wissenschaftlichen Materialismus verlorengegangen war«31: »Die nationalsozialistische Völker- und Rassenpolitik ist in der geistigen Wirklichkeit verankert.«32

    Um die Zusammengehörigkeit von anthroposophischer und nationalsozialistischer Rassenlehre zu dokumentieren, zitierte er Steiner und Hitler nebeneinander als Beweis, »dass sich hierin die auf Blut, Boden, Vererbung aufgebaute Weltanschauung des Dritten Deutschen Reiches und die Geisteswissenschaft nicht widersprechen«.33

    Karutz erklärte: »Der Nationalsozialismus ist, vielen unbewusst, tatsächlich eine geistige Bewegung, Rassenbildung und Rassenschichtung in Europa gehen tatsächlich bis in jene atlantischen Zeiten zurück, von denen Rudolf Steiner spricht.«34“35

    „Rassenbildung und Rassenschichtung in Europa gehen tatsächlich bis in jene atlantischen Zeiten zurück, von denen Rudolf Steiner spricht“ – und von denen auch noch in der Gegenwart „gesprochen“ wird, in Waldorfschulen, wenn „Atlantis“ und die darauf folgenden anthroposophischen „Kulturepochen“36 unterrichtet werden. Die Kultusministerien und Schulaufsichten scheinen sich nicht dafür zu interessieren, wenn damit in Waldorfschulen Rassismus in „kindgerechter Form“ vermittelt wird – und die Eltern?

    O-Ton aus dem 45-minütigen TV-Feature des SWR, „Betrifft: Wie gut sind Waldorfschulen?“:

    „Mutter: »Also ich bin noch nie über irgendwelche Inhalte gestolpert, die mich irritiert hätten, ist mir nicht passiert.«

    SWR: »Aber uns. Als wir in Julias alten Epochenheften graben, finden wir ein Geschichtsheft, das doch tatsächlich mit der Beschreibung von Atlantis beginnt …«“ (…)“

    zum vollständigen Artikel, einer Zusammenfassung der Forschungsergebnisse des Historikers Prof. Peter Staudenmaier: http://www.ruhrbarone.de/anthroposophie-und-nationalsozialismus-die-waldorfschulen-erziehen-zur-volksgemeinschaft/

  • Pingback: Geschichte in der Waldorfschule: ‘Atlantis’ und die ‘Rassen’ | Ruhrbarone

  • #26
    Andreas Lichte

    „Geschichte in der Waldorfschule: ‘Atlantis’ und die ‘Rassen’

    (…)

    Rassismus im Geschichtsunterricht der Waldorfschule

    (…) Geschichtsepochenhefte beginnen mit „Atlantis“. Dazu sagt der Anthroposoph Richard Karutz8 – mit dem Ziel, die Vereinbarkeit von anthroposophischer und nationalsozialistischer Rassenlehre herauszustellen: „Der Nationalsozialismus ist, vielen unbewusst, tatsächlich eine geistige Bewegung, Rassenbildung und Rassenschichtung in Europa gehen tatsächlich bis in jene atlantischen Zeiten zurück, von denen Rudolf Steiner spricht.“9

    Im Kapitel „Unsere Atlantischen Vorfahren“ seines Buches „Aus der Akasha-Chronik“ spricht Rudolf Steiner von „Atlantis“ und den „Rassen“, Zitat:

    „Die Vorfahren der Atlantier wohnten auf einem verschwundenen Landesteil, dessen Hauptgebiet südlich vom heutigen Asien lag. Man nennt sie in theosophischen Schriften die Lemurier. Nachdem diese durch verschiedene Entwicklungsstufen gegangen waren, kam der größte Teil in Verfall. Er wurde zu verkümmerten Menschen, deren Nachkommen heute noch als sogenannte wilde Völker gewisse Teile der Erde bewohnen. Nur ein kleiner Teil der lemurischen Menschheit war zur Fortentwicklung fähig. Aus diesen bildeten sich die Atlantier. – Auch später fand wieder etwas ähnliches statt. Die größte Masse der atlantischen Bevölkerung kam in Verfall, und von einem kleinen Teil stammen die sogenannten Arier ab, zu denen unsere gegenwärtige Kulturmenschheit gehört. Lemurier, Atlantier und Arier sind, nach der Benennung der Geheimwissenschaft, Wurzelrassen der Menschheit.“10

    In Atlantis findet also eine Trennung der Menschheit statt, in auserwählte Menschen – „Arier“–, die die „Menschheitsentwicklung“ voranbringen, und andere Menschen, die dem „Verfall“ preisgegeben sind. Die für ihn zwangsläufige Entwicklung fasst Rudolf Steiner in den von Helmut Zander oben erwähnten „Arbeitervorträgen“ im Jahre 1923 so zusammen:

    „Auf der einen Seite hat man die schwarze Rasse, die am meisten irdisch ist. Wenn sie nach Westen geht, stirbt sie aus. Man hat die gelbe Rasse, die mitten zwischen Erde und Weltenall ist. Wenn sie nach Osten geht, wird sie braun, gliedert sich zu viel dem Weltenall an, stirbt aus. Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse.“11

    Im Geschichtsepochenheft liest sich die Auswahl der Menschen mythologisch verklärt so – Atlantis versinkt, und, Zitat Geschichtsepochenheft:

    „Nur ein geringer Teil der Atlantier überlebte die große Flut und die Erdbeben. Diese hatten sich um Manu, den Sonnengeweihten, geschart. Er war dafür ausersehen, das helle Licht der Gedanken zu entfachen. Mit 7 heiligen Rishis führte er sie nach Osten.“

    Zum Vergleich Rudolf Steiner:

    „Das war nach der atlantischen Flut, als diese Kolonie nach Süden ging und dort die erste Kultur der nachatlantischen Zeit begründete, die erste Kultur unserer Zeitepoche. Die fortgeschrittenen Lehrer, die da mit hinunterzogen, die ersten großen Lehrer des alten Indien, sie nennt man die alten Rishis.“12

    Die „erste Kultur der nachatlantischen Zeit“ ist, wie oben ausgeführt, die „Urindische Kulturepoche“. Das Geschichtsepochenheft beschreibt wie Rudolf Steiner eine fiktive Völkerwanderung der auserwählten Menschen: von Atlantis, das laut Steiner im Atlantischen Ozean lag13, zogen die Arier nach Indien.

    Die in der Waldorfschule unterrichtete anthroposophische Kulturepochenlehre ist eine rein weisse Menschheitsgeschichte, eine Geschichte des auserwählten Teils der Menschheit. Aber auch bei den Auserwählten setzt sich die „Menschheitsentwicklung“ fort: Die Höherentwicklung der Menschheit lässt sich anhand der Ausbildung der anthroposophischen „Wesensglieder“ beschreiben.

    Die 9 Wesensglieder im Überblick:

    1. Physischer Leib

    2. Äther-, Lebens- oder Bildekräfteleib

    3. Seelenleib, Empfindungsleib oder Astralleib (im engeren Sinne)

    4. Empfindungsseele

    5. Verstandes- oder Gemütsseele

    6. Bewußtseinsseele

    7. Geistselbst (Manas)

    8. Lebensgeist

    9. Geistesmensch (Atma)

    Bei der Ausbildung zum Waldorflehrer am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ wurden die zukünftigen Waldorflehrer auch mit der Bedeutung der „Wesensglieder“ für die „Menschheitsentwicklung“ in den aufeinander folgenden „Kulturepochen“ vertraut gemacht:

    Im Fach „Kunstbetrachtung“, einer anthroposophischen Kunstgeschichte, erläutert der Gastdozent „Dr. Weiss“ [Name geändert] die Entwicklung der Steinerschen „Wesensglieder“ anhand von dafür typischen Kunstwerken: Die alten Ägyper besaßen noch ein „magisches Bewusstsein“, eine unmittelbare Verbindung zur „geistigen Welt“; bei den Griechen bildete sich die „Verstandesseele“ aus; und „um das Jahr 1413 herum begann mit der Entdeckung der Perspektive die Ausarbeitung der Bewusstseinsseele“. „Damit haben die Europäer eine Vorreiter-Rolle übernommen“, erklärt Dr. Weiss.

    Im Zusammenhang mit der Perspektive präsentiert Dr. Weiss noch ein überraschendes Detail: auf nicht nachvollziehbaren Umwegen verortet er den eigentlichen Verdienst an der kulturhistorischen Leistung „Perspektive“ nördlich der Alpen, statt – wie allgemein üblich – in Italien. Aber auch das ist, Zitat Helmut Zander, „kein Unfall“, sondern Anthroposophie, Zitat „ABC der Anthroposophie“:

    „Das Jahr 1413 bezeichnet nun den ungefähren Zeitpunkt, an dem sich in den Völkern des germanischen Kulturkreises die Bewußtseinsseele auszubilden begann. Sie weiter zu entwickeln ist die Aufgabe der bis in die Mitte des vierten nachchristlichen Jahrtausends dauernden Fünften nachatlantischen Kulturepoche.”14

    Bis zum Jahre 3573 n. Chr. haben also die Völker des „germanischen Kulturkreises” die für die Menschheitsentwickelung alles entscheidende Funktion: die menschliche Evolution ist germanisch!

    An dieser Stelle noch einmal der Historiker Helmut Zander:

    „In der Konsequenz dieses Denkens lag auch Steiners Bestimmung des Judentums, das ebenfalls als evolutionshistorisch überholt galt (s. 8.3.2b), und in diesen Kontext gehören auch seine Völkerstereotypien, die gleichfalls hierarchisiert waren und die Deutschen als Avantgarde der Entwicklung sahen (s. 14.3.1a).“15

    „Die Deutschen als Avantgarde der Entwicklung“: ist das damit gemeint, wenn sich die Waldorfschulen in der Öffentlichkeit so vorstellen: „Waldorfschulen als Vorreiter. Nicht mehr lernen, sondern das Richtige.“16?

    zum vollständigen Artikel mit Quellenangaben: http://www.ruhrbarone.de/geschichte-in-der-waldorfschule-atlantis-und-die-rassen/

  • #27
  • #28
  • #29
    Gegen die geplante staatliche Waldorfschule

    An: Ties Rabe, Bildungssenator Hamburg

    Gegen die geplante staatliche Waldorfschule in Hamburg

    Petition von GWUP – Die Skeptiker

    In Hamburg könnte es bald eine staatliche Waldorfschule geben – im Rahmen eines Schulversuchs, der im Schuljahr 2014/2015 starten soll. Waldorfpädagogik wird leider immer wieder fälschlicherweise für eine harmlose, antiautoritär-fortschrittliche Erziehungsform gehalten. Wir von der GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften) hingegen sehen in der Waldorfpädagogik eine gefährliche Ideologie, die anti-aufklärerisches, anti-wissenschaftliches und im schlimmsten Fall sogar rassistisches Gedankengut vermittelt. Der Schaden, den eine solche Erziehung bei Kindern und Jugendliche anrichten kann, ist kaum abzuschätzen. Wir warnen daher ausdrücklich davor, der Waldorfpädagogik in Form eines Schulversuchs noch größeren Zulauf zu bescheren und ihr vielleicht sogar ein offizielles politisches Gütesiegel zu verleihen.

    Die Waldorfpädagogik wurde durch Rudolf Steiner begründet und ist eng mit der Anthroposophie verbunden. Alle grundlegenden Konzepte der Waldorfpädagogik beruhen auf Steiners esoterischen Thesen, die durch moderne wissenschaftliche Erkenntnisse widerlegt sind.

    Waldorfschüler werden durch den Klassenlehrer in vier Grundcharaktere (Temperamente) eingeteilt. Der Waldorflehrer soll das Karma seiner Schüler erkennen und ihren Lebensweg entlang dieses angeblichen Karmas führen. Aus dem Lehrer wird eine Führerfigur gemacht, kritisches Hinterfragen und eigenständiges Entwickeln von Ideen spielen dabei keine Rolle.

    Nach Steiners Lehre wird in den ersten sieben Lebensjahren bloß der physische Leib entwickelt, das Kind ahmt angeblich nur nach, was es in seiner Umwelt vorfindet. Demgemäß steht das bloße Auswendiglernen und Wiedergeben im Zentrum des Unterrichts. Vom 8. bis zum 14. Lebensjahr soll sich ein „Ätherleib“ entwickeln, das Kind ist angeblich noch immer nicht in der Lage, begrifflich zu denken. Die Fähigkeit, Zusammenhänge kognitiv zu verstehen, wird den Kindern abgesprochen. Der Unterricht, auch der naturwissenschaftliche, soll noch reinen Erlebnischarakter haben.

    Der Lehrplan der Waldorfpädagogik folgt in seinem Ablauf Steiners Kulturstufentheorie. Dahinter verbirgt sich ein Gedankengebäude mit rassistischen, sozialdarwinistischen Merkmalen. Der einzelne Mensch vollzieht demnach in seiner Entwicklung die Entwicklung der Menschheit nach. Die Entwicklung der Menschheit beginnt laut Steiner in Atlantis, befindet sich gegenwärtig in der 5. „Germanisch-Angelsächsischen Kulturepoche“ und endet mit der 7. ,der „Amerikanischen Kulturepoche“, die angeblich 5733 n. Chr. beginnt.

    Wir wünschen uns eine Schulbildung, in der man die Vielfalt der wissenschaftlichen Erkenntnis vermittelt wird, anstatt sich mit der Wiedergabe alter Mythen und Märchen zufriedenzugeben. Wir wünschen uns eine Schulbildung, die Kindern Freude und Staunen über eine Welt lehrt, die man untersuchen, erforschen und verstehen kann. Wir wünschen uns eine Schulbildung, in der Kinder ermutigt werden, sich selbst, ihre Lehrer und das bisher Erforschte zu hinterfragen, zu testen und zu korrigieren. Mit der Waldorfpädagogik sind diese Wünsche nicht vereinbar. Wir fordern daher eindringlich, vom geplanten Schulversuch Abstand zu nehmen und statt esoterischer Lehren ein aufgeklärtes, modernes, wissenschaftliches Weltbild ins Zentrum der Schulbildung zu stellen.

    Empfänger:

    Ties Rabe, Bildungssenator Hamburg

    Gegen die geplante staatliche Waldorfschule

    Mit freundlichen Grüßen
    [Ihr Name]

    hier unterschreiben: http://www.change.org/de/Petitionen/gegen-die-geplante-staatliche-waldorfschule-in-hamburg

  • #30
    Andreas Lichte

    UNTERSTÜTZER – Darum unterschreiben Menschen [die Petition der GWUP gegen eine „staatliche Waldorfschule“ in Hamburg]:

    “Robert Spengler

    Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen einige Jahre in einer Waldorfschule unterrichten zu dürfen und dabei hinter die Kulissen zu blicken. Aus meinen damaligen Erfahrungen würde ich persönlich soweit gehen, die Anthroposophie mitsamt der Waldorfpädagogik als eine Art Sekte anzusehen.”

    http://www.change.org/de/Petitionen/gegen-die-geplante-staatliche-waldorfschule-in-hamburg

  • Pingback: Psiram » Waldorfschule in staatlicher Trägerschaft – offener Brief an Senator Ties Rabe, Hamburg

  • Pingback: Psiram » Waldorfschulen Bullshit-Bingo – Waldorfsprech für Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe

  • #33
    Andreas Lichte

    Erste deutsche staatliche Waldorfschule: Wirbt Christian Füller, taz, für die ‘Sekte’ Anthroposophie?

    Regelmässig erfreut die taz ihre anthroposophischen Leser mit der Beilage „taz THEMA Anthroposophie“. Nun wirbt Christian Füller in der taz-Rubrik „Zukunft – Bildung“ für ein höchst umstrittenes Schulprojekt, die erste „staatliche Waldorfschule“ Deutschlands, als „Zukunftsmodell für das Bildungswesen“. Wirbt Christian Füller damit für die, Zitat Prof. Hopmann, „Sekte“ Anthroposophie?

    Christian Füller beginnt seinen Artikel so: „Die Nachrichtenlage ist unübersichtlich, was die staatliche Waldorfschule in Hamburg anlangt. Ein Rudolf-Steiner-Hasser aus Bremen sammelt Unterschriften, um die Schule zu verhindern.“ Quellenangaben – z.B. einen einfachen link – hält Christian Füller offensichtlich nicht für nötig, um die „Nachrichtenlage“ zu verbessern, stattdessen versucht er es mit einer Unterstellung: „Rudolf-Steiner-Hasser aus Bremen …“.

    Nein, André Sebastiani, Gastautor der Ruhrbarone, und Initiator der Petition „Gegen die geplante staatliche Waldorfschule in Hamburg“ ist kein „Steiner-Hasser“. Sebastiani interessiert sich als Lehrer einer öffentlichen Schule in Bremen für „Bildung“. Irgendwann stiess er auf das Thema „Waldorfschule“ und hat sich seitdem intensiv damit auseinandergesetzt, wie bei den Ruhrbaronen hier nachzulesen ist: Waldorfschule: Versteinerte Erziehung (…)“

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/erste-deutsche-staatliche-waldorfschule-wirbt-christian-fueller-taz-fuer-die-sekte-anthroposophie/

  • #34
    Andreas Lichte

    Henning Kullak-Ublick, der ‘Bund der Freien Waldorfschulen’, und die Glaubwürdigkeit

    Die von André Sebastiani, Gastautor der Ruhrbarone, initiierte Petition „Gegen die geplante staatliche Waldorfschule in Hamburg“ macht weiter Schlagzeilen. Nun berichtete auch der Deutschlandfunk. Und Henning Kullak-Ublick, Vorstand des „Bundes der Freien Waldorfschulen“, hält urplötzlich eine „Waldorf-Schule light“ für möglich, nachdem diese zuvor von Waldorf-Seite entschieden abgelehnt worden war: ist Kullak-Ublick glaubwürdig? Von Andreas Lichte.

    Als Kommunikationschef des „Bundes der Freien Waldorfschulen“ scheint Kullak-Ublick dem selbsternannten Hellseher Rudolf Steiner, Begründer der Waldorfpädagogik und der esoterischen Weltanschauung Anthroposophie, nacheifern zu wollen. Rudolf Steiner sagt:

    „Das müssen wir uns immer wiederum vor die Seele stellen, dass wir nicht aus Urkunden schöpfen, sondern dass wir schöpfen aus der geistigen Forschung selbst und dass wir dasjenige, was aus der Geistesforschung geschöpft wird, in den Urkunden wieder aufsuchen … Was heute erforschtwerden kann ohne eine historische Urkunde, das ist die Quelle für das anthroposophische Erkennen.“1

    Es zählt, was der anthroposophische Hellseher sieht, und nicht, was in „Urkunden“ steht, also dokumentiert ist.

    Dokumentiert ist, dass der Lehrplan der ersten Waldorfschulen „Rassenkunde“ enthielt, die in der siebten Klasse einzuführen sei, samt der Diskussion des „Gegensatzes von nördlicher und südlicher Volksart“ und dem kulturellen Ausdruck von „fremden Volksseelen“.2

    Bei einer Pressekonferenz des „Bundes der Freien Waldorfschulen“ zu Rudolf Steiners Rassismus erklärte Kullak-Ublick aber im Widerspruch zur oben dokumentierten Geschichte der Waldorfschule:

    „Schon bei ihrer Gründung sind die Waldorfschulen mit einem Ansatz angetreten, der im krassest möglichen Gegensatz zu den Beschuldigungen [des Rassismus in der Waldorfschule] steht“.3

    Am 6. September 2007 entschied die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM), dass Bücher Rudolf Steiners rassistischen Inhalt haben. Und auch hier fühlt sich Kullak-Ublick nicht an Fakten gebunden:

    „(…) So erläuterte Henning Kullak-Ublick, Mitglied im Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen, in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur der Hörerschaft, die Bundesprüfstelle habe die inkriminierten ‘Stellen für unwesentlich erklärt und … sie eben nicht indiziert. Gerade das hat sie ja nicht getan. Sie wäre dazu verpflichtet gewesen, wenn sie die eben als rassendiskriminierend angesehen hätte.’ Angesichts der Tatsache, dass in der Entscheidung 5505 [der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien] explizit steht, dass das Zwölfergremium zu dem Ergebnis gekommen ist, dass ‘Die Mission einzelner Volksseelen’ in Teilen ‘als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen’ sei, muss sich Kullak-Ublick eine Verdrehung der Fakten vorwerfen lassen. (…)“4

    Kommen wir zum aktuellen Beitrag des Deutschlandfunks „Widerstand gegen staatliche Waldorfschule in Hamburg“, der so schliesst:

    „Waldorf-Schulen-Sprecher Kullak-Ublick hält sie auf jeden Fall für möglich: die ‘Waldorf-Schule light’.“

    Ein spektakulärer Sinneswandel, denn von Waldorfseite war eine „Waldorfpädagogik light“ entschieden abgelehnt worden. So hiess es in der „erziehungsKUNST”, Publikation des „Bundes der Freien Waldorfschulen“, ursprünglich, Zitat:

    „Die Interkulturelle Waldorfschule Hamburg-Wilhelmsburg in städtischer Trägerschaft wird eine Symbiose zwischen dem Initiativkreis der Waldorfschule Wilhelmsburg, der Schulbehörde und dem bestehenden Kollegium in der Fährstraße darstellen. Dieses Resultat heißt weder ‘Waldorfpädagogik light’, noch dass die Waldorfpädagogik zu einem beliebig austauschbaren Methodenbaustein innerhalb der Staatsschulpädagogik wird, wie die Schulinitiative in ihrer Pressemittelung vom 9. August [2012] erklärt.“

    Wer den Artikel der erziehungsKUNST „Wilhelmsburg: Waldorfschule in staatlicher Trägerschaft startet“ sucht, in dem diese eindeutige Aussage gemacht wurde, findet ihn nicht mehr. Er wurde nicht etwa gelöscht – was schon unseriös genug wäre – sondern durch einen anderen Artikel ersetzt, teste die automatische Weiterleitung: http://www.erziehungskunst.de/nachrichten/inland/wilhelmsburg-waldorfschule-in-staatlicher-traegerschaft-startet/

    Wenn Dokumente plötzlich im Widerspruch zum erwünschten neuen Image stehen, kann man sie auch einfach verschwinden lassen, oder „retuschieren“, ein Vorgang, wie er aus Diktaturen bekannt ist.

    Nach dem geschilderten Umgang mit Dokumenten und Fakten mag jeder selber entscheiden, ob er Henning Kullak-Ublick – oder ganz allgemein, den „Bund der Freien Waldorfschulen“ – weiter für glaubwürdig halten möchte.

    zum Originalartikel (mit Quellenangaben und links) > http://www.ruhrbarone.de/henning-kullak-ublick-der-bund-der-freien-waldorfschulen-und-die-glaubwuerdigkeit/

  • #35
    Andreas Lichte Beitragsautor

    ‘Waldorfpädagogik ist gefährliche Esoterik’ – André Sebastiani im Interview mit der taz über die geplante ‘staatliche Waldorfschule’

    Noch im Januar 2013 warb Christian Füller in der taz für die umstrittene erste „staatliche Waldorfschule“ Deutschlands und diffamierte dabei André Sebastiani, Gastautor der Ruhrbarone, tollpatschig als „Rudolf-Steiner-Hasser“. Nun bietet die taz Sebastiani die Chance, in einem Interview die Gründe für die von ihm initiierte Petition „Gegen die geplante staatliche Waldorfschule in Hamburg“ darzustellen.

    Sebastiani nutzt seine Chance, gibt der taz ein eindrucksvolles Interview, Leseempfehlung!

    Ich möchte hier nur einen wichtigen Punkt herausgreifen, und ergänzen, Zitat taz:

    „taz: Hamburg will in dem Schulversuch diejenigen Teile der Waldorfpädagogik übernehmen, die gut funktionieren. Viel Kunst und Musik und keine Noten. Da spricht doch nichts dagegen.

    Sebastiani: Natürlich nicht. Aber für all das brauche ich keine Waldorfpädagogik. Die staatliche Schule, an der ich unterrichte, ist ebenfalls notenfrei. Meine Befürchtung ist, dass es nicht bei ein paar guten pädagogischen Elementen bleibt, sondern man sich die ganze unsinnige Weltanschauung dahinter mit in die Schule holt.

    Der Bund der Freien Waldorfschulen hat in einer ersten Mitteilung zum Schulversuch ‘Waldorf light’ ausgeschlossen. Inzwischen haben sie die Mitteilung interessanterweise von ihrer Homepage gelöscht.“

    Unwidersprochen bleibt hier der Mythos, dass Waldorfschulen Kunst und Kreativität fördern. Ein Kommentar zum taz-Interview stellt das richtig (die Autorin ist mir persönlich bekannt), Zitat:

    „(…) Stichwort Kunst-Unterricht:

    Ich habe den Vergleich, möchte mich hier aber nur auf die Unterstufe beschränken, da ich LA [Lehramt] Primarstufe studiert habe.

    Als Waldorf-Schülerin habe ich z.B. ‘gelernt’ dass Umrisslinien nicht gut sind.

    ‘Ein Baum ist schliesslich nicht von schwarzen Linien eingesperrt’.

    Nur flächiges Malen war erlaubt (wie gesagt, es geht nur um die ersten Schuljahre).

    Dass fast alle Kinder beginnen, mit Linien und nicht mit Flächen ihre Umgebung abzubilden, wird nicht berücksichtigt, das ist auch z.T. noch heute so an Waldorfschulen.

    Auch die ewige Nass-in-Nass-Pinselei (die mir damals Spaß gemacht hat – das nur am Rande!) zieht sich bis heute wie Klon-Kunst durch die Waldorf-Welt. Sieht hübsch aus, ist aber nichts Eigenständlich-Kindliches, was bei aller Ästhetik sehr schade ist.

    Wie gesagt, das muss keine seelischen Traumata verursachen.
 Aber es ist wenig bis kein Platz für kindliche Neugier und Individualität in solch einem ‘Kunst-Unterricht’.

    Zum Vergleich habe ich dann in den ‘bösen, staatlichen Schulen’ (ja, uns wurde beigebracht, dass es dort ganz schlimm zugeht, das bestätigen ja auch viele Kommentare von ‘aufgeklärten’ und ‘vielseitig informierten’ Waldorfschülern hier im Thread…) einen sehr freien, kreativen und vor allem von den Kindern mit EIGENEN Impulsen durchzogenen Kunst-Unterricht kennen gelernt.

    Und habe begonnen, mir Gedanken über die von Waldorfschulen proklamierte ‘Erziehung zur Freiheit’ zu machen (…)“

    Als ausgebildeter Waldorflehrer, der Werk- und Kunstlehrer werden wollte, bestätige ich ausdrücklich diesen Kommentar, auch wenn er mir noch viel zu milde erscheint: wenn man Rudolf Steiners „Menschenkundliche Grundlagen“ für den waldorfspezifischen Kunstunterricht kennen gelernt hat, bleibt gar nichts mehr von ‘Kreativität’ und ‘Freiheit’.

    Wie sollte auch? Der Bildungswissenschaftler Prof. Dr. Stefan T. Hopmann sagt im Interview mit den Ruhrbaronen:

    „(…) Und welche Freiheit, welche Kreativität sind gemeint in einer Schulphilosophie, deren Erfinder weder als Demokrat, noch als Ästhet hervorgetreten ist, sondern der eine autoritäre Geisteshaltung einnahm und eine naturalistische Schrumpfästhetik bevorzugte? (…)“

    Prof. Hopmann hält das von Sebastiani im taz-Interview angesprochene Konzept „Waldorf Light“ für unmöglich, Zitat Hopmann:

    „(…) Tatsächlich sind der Rassismus, die Entwicklungslehre, die Geschichtsphilosophie und die übrigen Bausteine des Zeitgeists des späten 19. Jahrhunderts, die Steiner zu einer eigenen Weltanschauung amalgamiert hat, so eng verbunden, dass man da nicht nur ein ‘bisschen’ Waldorf sein kann. Allerdings machen die Waldorfschulen das schon geschickt: Sie fallen nicht mit der Tür ins Haus, sie unterrichten nicht direkt aus Steiners Werken, sondern sie lassen ihre Weltanschauung eher still und heimlich in ihre Arbeit einfließen, in ihre Kinderwahrnehmung, in ihre Auswahl der Unterrichtsinhalte usw. Ähnlich wie auch bei anderen Sekten ist das ein schleichendes Gift, dessen Wirkung man oft erst merkt, wenn es fast zu spät ist. (…)“

    „Waldorf Light“ wurde folgerichtig vom „Bund der Freien Waldorfschulen“ ursprünglich ausgeschlossen, bis die entsprechende Mitteilung „retuschiert“ wurde, wie Sebastiani im taz-Interview andeutet. Hier gibt es dazu die Geschichte: Henning Kullak-Ublick, der ‘Bund der Freien Waldorfschulen’, und die Glaubwürdigkeit

    Kullak-Ublick, Vorstand des „Bundes der Freien Waldorfschulen“, kommentierte höchstpersönlich den Artikel, hier und hier, siehe auch André Sebastianis und meine Antwort.

    Ist Kullak-Ublick glaubwürdig, oder bietet er mit seinem „Waldorfsprech“ eine Mogelpackung an? So wie der „Bund der Freien Waldorfschulen“ dem Hamburger Senat?

    zum Original-Artikel > http://www.ruhrbarone.de/waldorfpaedagogik-ist-gefaehrliche-esoterik-andre-sebastiani-im-interview-mit-der-taz-ueber-die-geplante-staatliche-waldorfschule/

  • Pingback: Eine staatliche Waldorfschule für Hamburg? | Barnabas Crocker

  • #37
    Andreas Lichte Beitragsautor

    Ansgar Martins, waldorfblog, behauptet, dass 99% der Waldorflehrer den Scharlatan und Rassisten Rudolf Steiner unterstützen:

    „(…) Hier zeigt sich dann auch, wie weit Ullrichs Behauptung zutrifft, ‘dass 90 Prozent der Waldorf-Pädagogen … fest in der Anthroposophie Rudolf Steiners verhaftet’ seien. Auch wenn ‘nur’ ein Drittel der Waldorflehrer zu den ‘praktizierenden’ Anthroposophen gehört, scheint nicht nur für 90, sondern eher 99% eine “Waldorfschule ohne Steiner” kein anstrebenswertes Ziel zu sein. (…)“

  • #38
    Andreas Lichte

    „‘Der Sieben-Jahres-Rhythmus ist in der Waldorfpädagogik und für die Gestaltung der Arbeit mit den uns anvertrauten Kindern ein wesentliches Element’, sagt Ursula Paulus, Lehrerin an der Waldorfschule. Das ‘Jubiläum’ dreimal sieben Jahre will die Schule in Haddenhausen jetzt feiern (…)“

    Quelle: „Waldorfschule wird ‘erwachsen’“, Mindener Tageblatt, 01.05.2013, http://www.mt-online.de/lokales/minden/8421395_Waldorfschule_wird_erwachsen.html

    „Sieben-Jahres-Rhythmus“ ist synonym für die „Jahrsiebte-Lehre“ Rudolf Steiners: Ursula Paulus ist eine von 99% der WaldorflehrerInnen, die den Scharlatan Rudolf Steiner unterstützen

  • #39
    Andreas Lichte

    Die esoterischen „Erkenntnisse“ Rudolf Steiners sind so abwegig, dass man gar nicht glauben kann, dass der Hamburger Senator für Bildung Ties Rabe den Scharlatan Rudolf Steiner in eine „staatliche Waldorfschule“ holen möchte … ein Beispiel:

    „Ichlose Dämonenkinder

    Falls Sie beabsichtigen, ihr Kind an eine Waldorf-/Steinerschule zu schicken, sollten Sie bedenken, dass Rudolf Steiner einigen Kindern schlicht das Menschsein abspricht und sie zu Dämonen erklärt. Ob ihr Kind ein Dämon ist, erkennen Sie an seinen Ohrläppchen. In diesem Fall sei ihm jedenfalls die staatliche Regelschule empfohlen.

    Ein Beispiel anthroposophischer Wahnvorstellungen, Geheimdünkelei und der bis heute anhaltenden, kritiklosen Hörigkeit seiner Jünger gegenüber den kruden Thesen des grossen Meisters beginnt mit der Lehrerkonferenz von Mittwoch, dem 25. April 1923, 16.30-19 Uhr:

    “Der Schularzt spricht über besondere medizinische Fälle.

    Dr. Steiner: Das Mädchen L. K. in der l. Klasse, da wird irgendeine recht schlimme Verwickelung da sein mit dem ganzen Inneren. Da wird auch nicht viel zu machen sein. Das sind diese Fälle, die immer häufiger vorkommen, daß Kinder geboren werden und Menschenformen da sind, die eigentlich in bezug auf das höchste Ich keine Menschen sind, sondern die ausgefüllt sind mit nicht der Menschenklasse angehörigen Wesenheiten. Seit den neunziger Jahren schon kommen sehr viele ichlose Menschen vor, wo keine Reinkarnation vorliegt, sondern wo die Menschenform ausgefüllt wird von einer Art Naturdämon. Es gehen schon eine ganze Anzahl alte Leute herum, die eigentlich nicht Menschen sind, sondern naturgeistige Wesen und Menschen nur in bezug auf ihre Gestalt. Man kann nicht eine Dämonenschule errichten.

    X.: Wie ist das möglich?

    Dr. Steiner: An sich ist nicht ausgeschlossen, daß im Kosmos ein Rechenfehler geschieht. Es sind doch lange füreinander determiniert die hinuntersteigen den Individualitäten. Es geschehen auch Genera­tionen, für die keine Individualität Lust hat hinunterzukommen und sich mit der Leiblichkeit zu verbinden, oder die sie auch gleich am Anfang verlassen. Da treten dann andere Individuen ein, die nicht recht passen. Aber dies ist wirklich jetzt sehr häufig, daß ichlose Menschen herumgehen, die eigentlich keine Menschen sind, die nur menschliche Gestalt haben, naturgeistähnliche Wesen, was man nicht erkennt, weil sie in menschlicher Gestalt herumgehen. Sie unterscheiden sich auch sehr wesentlich von den Menschen in bezug auf alles Geistige. Sie können es zum Beispiel nie zu einem Gedächt­nis bringen in den Dingen, die Sätze sind. Sie haben eigentlich nur Wortgedächtnis, kein Satzgedächtnis.

    Die Rätsel des Lebens sind nicht so einfach. Wenn eine solche Wesen­heit durch den Tod geht, dann geht sie zurück in die Natur, woher sie gekommen ist. Der Leichnam zerfällt; eine richtige Auflösung des Ätherleibes ist nicht da, und das Naturwesen geht in die Natur zu­rück.

    Es könnte sein, daß irgendwie automatisch etwas geschehen könnte. Der ganze Apparat des menschlichen Organismus ist da. Man kann unter Umständen in den Gehirnautomatismen eine Pseudomoral züchten.

    Man redet sehr ungern über diese Dinge, nachdem wir ohnedies viel­fach gegnerisch angefallen werden. Denken Sie, was die Leute sagen, wenn sie hören, hier wird erklärt, daß es Menschen gibt, die keine Menschen sind. Aber es sind Tatsachen. Wir würden auch nicht sol­chen Niedergang der Kultur haben, wenn ein starkes Gefühl dafür vorhanden wäre, daß manche Leute herumgehen, die gerade da­durch, daß sie rücksichtslos sind, etwas werden, daß die keine Men­schen sind, sondern Dämonen in Menschengestalt.

    Aber wir wollen das nicht in die Welt hinausposaunen. Die Gegner­schaft ist so schon groß genug. Solche Dinge schockieren die Men­schen furchtbar. Es hat einen furchtbaren Schock hervorgerufen, als ich genötigt war zu sagen, daß ein ganz berühmter Universitätspro­fessor, der einen großen Ruf hat, daß der, nach einem sehr kurzen Leben zwischen Tod und neuer Geburt, ein wiederverkörperter Neger war, ein Forscher.

    Aber diese Dinge wollen wir nicht der Welt verkünden.”

    (GA300c-1975-S 70 – Konferenzen mit den Lehrern IIIA)

    Ein Beispiel, wie devot Anthroposophen mit solch unmenschlichem Schrott des Meisters noch heute umgehen, findet sich im entsprechenden Eintrag auf “Anthrowiki”:

    (…)“

    weiterlesen: http://rudolfsteinerblog.wordpress.com/2013/03/01/ichlose-menschen/

  • #40
    Wissenschaftsrat der GWUP an Senator Ties Rabe

    Gegen die geplante staatliche Waldorfschule in Hamburg

    Offener Brief an den Hamburger Schulsenator Ties Rabe

    Sehr geehrter Herr Senator Rabe,

    mit Unverständnis und großer Sorge haben wir Ihre Entscheidung zur Kenntnis genommen, im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg ein Waldorfkonzept in die bestehende Schule an der Fährstraße zu integrieren. Wir halten diese Entscheidung für ein völlig falsches Signal für den Wissenschafts- und Bildungsstandort Hamburg, die für Deutschland ein Präzedenzfall wäre, und fordern Sie dringend auf, diese Entscheidung zurückzunehmen.

    Die Waldorfpädagogik wurde durch den Esoteriker und Okkultisten Rudolf Steiner begründet und ist Teil seiner esoterischen, anthroposophischen Lehre. Sie enthält ein Sammelsurium von anti-aufklärerischen, pseudowissenschaftlichen und rassistischen Ideen. Dazu zählen beispielsweise eine esoterische Entwicklungslehre („Jahrsiebte“) und eine willkürliche Einteilung der Charaktere der Schüler und Schülerinnen in vier Grundtypen („Temperamente“). Der Waldorf-Klassenlehrer soll nach Steiner Künstler, Priester und höchste Autorität sein. Er soll das Temperament und das angebliche „Karma“ seiner Schüler, das von ihren „früheren Leben“ geprägt ist, durch „Hellsicht“ erkennen und sein pädagogisches Handeln danach ausrichten. Diese esoterischen Konzepte durchdringen alle Fächer, auch den musisch-künstlerischen Bereich. Sie sind ein zentraler Teil der Waldorflehrerausbildung und kommen bis heute im Unterricht zur Anwendung.

    Unsere Gesellschaft benötigt zur Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen hervorragend ausgebildeten Nachwuchs. Dafür brauchen wir einen Unterricht, der sich an den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Fachdidaktiken orientiert, nicht an den hellsichtigen Schauungen Rudolf Steiners. Einen Unterricht, in dem die Vielfalt der geistes- und naturwissenschaftlichen Erkenntnismethoden vermittelt wird. Einen Unterricht, der Kinder Freude und Staunen über eine Welt lehrt, die man untersuchen, erforschen und verstehen kann. Einen Unterricht, in dem die Kinder aber auch ermutigt werden, sich selbst, ihre Lehrer und das bisher Erforschte zu hinterfragen, zu testen und ihre Weltsicht gegebenenfalls zu korrigieren und zu erweitern. Das gilt auch für den musisch-künstlerischen Bereich. Mit der Waldorfpädagogik, die mit der Anthroposophie Rudolf Steiners untrennbar verbunden ist, sind diese Erfordernisse einer modernen Gesellschaft in keiner Weise vereinbar. Die Waldorfpädagogik versteht sich als geschlossenes Konstrukt, daher ist es nach unserer Ansicht nicht möglich, einzelne „positiv“ erscheinende Komponenten davon herauszupicken, ohne die schädlichen Komponenten zwangsläufig mit einzukaufen. Lapidar ausgedrückt: Ein bisschen Waldorf geht ebenso wenig wie ein bisschen schwanger.

    Wir fordern daher nachdrücklich, vom geplanten Schulversuch, der auf Kosten der Kinder geht, Abstand zu nehmen und statt esoterischer Lehren ohne Wenn und Aber eine aufgeklärte, moderne und wissenschaftliche Weltsicht ins Zentrum der Schulbildung zu stellen.

    Erläuterungen finden Sie im Anhang dieses Schreibens.

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. habil. Rainer Wolf

    Vertreter des Wissenschaftsrats im Vorstand der GWUP

    Unterzeichner:

    Prof. Dr. Michael Bach
    Dr. Mark Benecke
    Prof. Dr. Dr. Ulrich Berger
    Prof. Dr. Peter Brugger
    Prof. Dr. Christoph Daxelmüller
    Prof. Dr. Edzard Ernst
    Dr. Krista Federspiel
    Prof. Dr. Dittmar Graf
    Prof. Dr. Wolfgang Hell
    Prof. Dr. Martin Hermann
    Prof. Dr. Dieter Herrmann
    Wolfgang Hund
    Prof. Dr. Bernulf Kanitscheider
    Prof. Dr. Johannes Köbberling
    Prof. Dr. Walter Krämer
    Prof. Dr. Peter Kröling
    Prof. Dr. Martin Lambeck
    Prof. Dr. Heinz Oberhummer
    Dr. Rainer Rosenzweig
    Prof. Dr. Dr. Gerhard Vollmer
    Dr. habil. Rainer Wolf
    Prof. Dr. Hartmut Zinser.

    Die Unterzeichner sind Mitglieder des Wissenschaftsrates der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V.

  • #41
    Andreas Lichte

    Bei der anthroposophischen Zeitschrift „info 3“ wird der offene Brief des Wissenschaftsrates der GWUP an Senator Ties Rabe bereits heiss diskutiert, ein Kommentar:

    https://www.facebook.com/info3verlag

    „Diet Mar

    Die Schule in Hamburg soll ja nicht „staatlich verordnet“ sein, sondern nur „staatlich geführt“. Aber das Grundproblem bleibt: „Anthroposophie“ ist immer noch eine „esoterische Aussenseiterreligion“, Rudolf Steiner ein „seltsamer Mystiker“. Anthroposophie wird nicht als Philosophie und Erkenntnistheorie des 3. Jahrtausends anerkannt, Rudolf Steiner nicht als ein bedeutender Philosoph und Universalgelehrter in der Reihe von Leonardo da Vinci und Goethe. Warum? Weil es einen „Verein Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft“ gibt, der allein durch den Anspruch, den sein Name ausdrückt, vorgibt, die einzig wahre und einzig wirkliche Interpretation und Deutungshoheit über Anthroposophie zu besitzen. Dieser verein muss endlich die Anthroposophie freigeben, damit sie Allgemeingut werden kann.“

    Ich denke ja eher, dass Rudolf Steiner in Senator Ties Rabe reinkarniert ist:

    wer würde sonst Steiners Esoterik-Quark mit brauner Sosse in eine öffentliche Schule holen?

  • #42
    Andreas Lichte

    taz, Hamburg, 25.11.2013:

    „Steiners Pädagogik in staatlicher Schule

    ‘Ein bisschen Waldorf geht nicht’

    In Hamburg soll 2014 eine staatliche Schule mit Waldorfelementen starten. Kritiker warnen vor Esoterik und Anti-Aufklärung.

    (…)

    Das Projekt ist hochumstritten. Der Bremer Grundschullehrer André Sebastiani lehnt den Schulversuch „aufs Schärfste ab“. Er hat im Namen der „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften“ (GWUP) in einer Onlinepetition rund 2.300 Unterschriften gegen den Schulversuch gesammelt.

    ‘Esoterisch statt wissenschaftlich’

    Er warnt davor, „esoterische und wissenschaftsfeindliche Ideen ins staatliche Schulwesen einzuführen“. Alles in der Waldorfpädagogik, auch der Kunst- und Musikunterricht, fuße auf der anthroposophischen Lehre von Waldorf-Vater Rudolf Steiner.

    Auch ein Brief von 22 Wissenschaftlern des GWUP-Wissenschaftsrats sei leider „völlig ignoriert“ worden, so Sebastiani. Darin heißt es, die anthroposophische Lehre enthalte ein Sammelsurium von antiaufklärerischen Ideen. So solle der Waldorf-Klassenlehrer „Künstler, Priester und höchste Autorität“ sein und das angebliche „Karma“ seiner Schüler durch „Hellsicht“ erkennen.

    Die grundsätzliche Sorge der Kritiker: Es sei nicht möglich, nur die positiven Aspekte der Waldorfpädagogik herauszupicken. „Ein bisschen Waldorf geht ebenso wenig wie ein bisschen schwanger.“

    (…)“

    zum vollständigen Artikel der taz: http://taz.de/Steiners-Pedgogik-in-sttlicher-Schule/!128171/

  • #43
    Andreas Lichte

    André Sebastiani im Interview mit den Ruhrbaronen zur “staatlichen Waldorfschule” in Hamburg – anthroposophische Pädagogik in einer öffentlichen Schule?

    „Hamburg verletzt die Neutralitätspflicht!“

    http://www.ruhrbarone.de/sebastiani/

  • #44
  • #45
    Andreas Lichte

    Lesetip:

    „Lernen im ‘Dreischritt’: Weiß Hamburgs Landesschulrat Rosenboom nicht, was Eso-Schlagworte bedeuten?

    von André Sebastiani

    In Hamburg-Wilhelmsburg ist die umstrittene „staatliche Waldorfschule“ gestartet.

    An der Ganztagsschule Fährstraße werden im Rahmen eines Schulversuchs „Elemente der Waldorfpädagogik“ eingeführt.

    Der GWUP-Wissenschaftsrat protestierte mit einem offenen Brief gegen das Vorhaben.

    Eine Online-Petition sammelte zudem zahlreiche kritische Stimmen, die in der Waldorfpädagogik …

    „… eine gefährliche Ideologie, die anti-aufklärerisches, anti-wissenschaftliches und im schlimmsten Fall sogar rassistisches Gedankengut vermittelt”

    sehen.

    Hamburgs Schulsenator Ties Rabe ward indes nicht müde zu erklären:

    (…)“

    weiter im GWUP-Blog: http://blog.gwup.net/2014/08/27/lernen-im-dreischritt-weis-hamburgs-landesschulrat-rosenboom-nicht-was-eso-schlagworte-bedeuten/

  • #46
  • #47
    Andreas Lichte

    „Rudolf Steiners ‘Töne wie aus einer undichten Gummizelle!’

    (…)

    Bernd Durstewitz fragt Harry Rowohlt am 1. April 2009 in einem Telefoninterview:

    Durstewitz: „Haben Sie etwas dagegen, mit der Waldorfschule in Verbindung gebracht zu werden?“

    Rowohlt: „Alles. Wegen der ewigen Verwechselung habe ich mich mal mit den Schriften Rudolf Steiners beschäftigt. Da fand ich eine schöne Textstelle: ‘Der Blonde, Blauäugige ist dem Dunkelhaarigen, Braunäugigen intellektuell überlegen, weil bei Letzterem zuviel Geisteskraft in die Pigmentierung fließt’. Das wäre geeignet gewesen für ein Quellenverzeichnis von Hitlers ‘Mein Kampf’. Töne wie aus einer undichten Gummizelle!“3

    (…)

    In Deutschland werden Rudolf Steiners Waldorfschulen8 (zum größten Teil) staatlich finanziert und nach Kräften gefördert – heute mehr denn je, mehr als 1984, als Fritz Beckmannshagen schrieb:

    „Heute sind die Kultusministerien einiger Länder bezüglich der Waldorfschulen total unkritisch und unangemessem großzügig geworden. Ich kann mir dieses irrationale Verhalten nur erklären, indem ich vermute, daß an wichtigen Stellen der Ministerien stille Förderer der Bewegung sitzen und lenken, so daß man bald zutreffend von Okkultusministerien spricht.“9

    Das klingt dann doch gewagt. Nach „Verschwörungstheorie“. Vielleicht sitzen in den („Ok“-) Kultusministerien auch einfach nur Menschen, die „Töne wie aus einer undichten Gummizelle“ mögen?“

    zum vollständigen Artikel (mit Quellenangaben): http://www.schiebener.net/wordpress/?p=29992

  • #48
    Andreas Lichte

    zu wenig "Sekte" in der "staatlichen Waldorfschule" Hamburg , um das Etikett "Waldorfschule" tragen zu dürfen ?

    "(…) Die Situation stört den Bund der Freien Waldorfschulen so sehr, dass der Dachverband nun Druck auf die Schule ausübt: "Wenn die anfänglichen Zusagen nicht umgesetzt werden, müssen wir uns überlegen, die Nutzungserlaubnis für den Begriff ‚Waldorfpädagogik‘ zurückzuziehen", sagte Sprecher Henning Kullak-Ublick. (…)"

    Quelle: http://www.spiegel.de/schulspiegel/hamburg-wilhelmsburg-ganztagsschule-wagt-waldorf-experiment-a-1075105.html

  • #49
    Andreas Lichte

    Die "Waldorfschule in staatlicher Trägerschaft" in Hamburg ist gescheitert.

    Dem „Bund der freien Waldorfschulen“ war die Schule nicht anthroposophisch genug.

    Der Pädagoge André Sebastiani zitiert in einem Kommentar Hennig Kullak-Ublick, Vorstandsmitglied des Bundes der Freien Waldorfschulen:

    „Das ging schon bei der ersten Pressekonferenz los, als der Schulsenator Ties Rabe sich ohne Not von Rudolf Steiner abgrenzte. Diese Ambivalenz blieb stilbildend.“

    Hätte Senator Ties Rabe doch auf mich gehört!

    Ich schrieb Ties Rabe, siehe meinen "offenen Brief", oben: „(…) Als ausgebildeter Waldorflehrer möchte ich Sie fragen: Wie will die Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg sicherstellen, dass das Spezifische der Waldorfpädagogik – der anthroposophische Hintergrund – auch in einer Schule in staatlicher Trägerschaft erhalten bleibt? (…)“

    Der Kommentar des Pädagogen André Sebastiani: "Hamburger Schulversuch: Ein bisschen Waldorf ging nicht, http://blog.gwup.net/2016/07/06/hamburger-schulversuch-ein-bisschen-waldorf-ging-nicht/

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