
Eine Antwort einer Mutter aus dem Ruhrgebiet auf die gleichnamige TV-Dokumentation des SWR.
Eine Waldorfschule im Ruhrgebiet Foto: Ruhrbarone
„Eltern und Lehrer“, so die Selbstdarstellung der Waldorfschule, „stehen in einem kontinuierlichen Austausch- und Beratungsprozess, denn die Schule ist ein feiner Gradmesser gesellschaftlicher Entwicklung.“ Schön. Endlich nimmt mal jemand die Eltern ernst – „kontinuierlicher Austausch- und Beratungsprozess“ – Klasse!, denke ich und lese begeistert weiter: „Jedes Kind bringt die kulturellen Prägungen einer sich verändernden Gesellschaft mit in die Schule. Eine zeitgemäße Pädagogik muss darauf reagieren“ – na, die will ich doch auch, die „zeitgemäße Pädagogik“! – und weiter: „Im Mittelpunkt der Waldorfpädagogik steht der sich zu entwickelnde Mensch, der ganzheitlich als leibliches, seelisches und geistiges Wesen begriffen wird.“ Versprochen wird, dass „die Unterrichtsinhalte und -Methoden so eingesetzt werden, dass die Entwicklung des Kindes bzw. Jugendlichen unterstützt wird. Es werden gleichermaßen kognitive, künstlerische und handwerkliche Fähigkeiten geschult. Auf diese Art und Weise sollen die Schüler aus einer inneren Harmonie Sicherheit und Kompetenz gegenüber den Anforderungen des Lebens erlangen.“
Diese großen Versprechen wurden auch an den Informations-Elternabenden, die vor der Einschulung stattfanden, wiederholt. Alles hörte sich gut und schön an – „ganzheitlich“ – wer will denn nicht das Beste für sein Kind? So wurde mein Sohn im Sommer 2002 in die Waldorfschule eingeschult. Der Einschulungstag war sehr familiär: Jeder der Erstklässler bekam einen Paten aus der 5ten Klasse zugeteilt, dieser überreichte dem Neuankömmling eine Blume und einen selbstgenähten Turnbeutel mit aufgesticktem Namen. Alle Beteiligten waren sich einig: „Ach wie nett, mal ganz anders als die üblichen Einschulungen.“ Draußen wurde ein Reigen gemacht, in der Klasse erzählte der Lehrer das Märchen ‘Die drei Brüder’ der Gebrüder Grimm. So verlief der erste Schultag. Alles sah kindgerecht und wohlbehütet aus.
Was die Eltern vorher nicht erfahren hatten: In einer Waldorf-Klasse sitzen bis zu 40 Schüler. Die ersten beiden Waldorf-Schuljahre sind von einem Kindergarten kaum zu unterscheiden. Von ‘Fördern und Fordern’ kann in dieser Schule keine Rede sein. Der Lehrer, selbst aus einem Waldorfelternhaus stammend, übernahm zum ersten Mal eine Klasse, war unqualifiziert und völlig damit überfordert, eine 1ste Klasse mit 38 Schülern zu leiten. Er war nicht in der Lage, auf die unterschiedlichen Charaktere der Schüler einzugehen, nicht nur wegen ihrer großen Zahl, sondern auch wegen seines sowieso nicht vorhandenen Einfühlungsvermögens.
Jeden Monat fand ein Elternabend statt. Pflichtbewußt nimmt man auch regelmäßig daran teil, man gehört ja jetzt dazu, zur großen Waldorf-Bewegung. Alles wird im Detail besprochen, so glaubt man. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, so glaubt man. Es ist aber vielmehr so, dass von Seiten der Schule vorgegeben wird, wohin z.B. eine Klassenfahrt geht. Unter welchem Thema z.B. die Karnevalsfeier steht, usw., usw.. Platz für eigene Ideen bleibt da nicht, sie sind auch nicht gefragt – jedenfalls nicht so, dass diese Ideen auch einmal umgesetzt würden. Hat man irgendwelche Fragen oder Einwände, so werden diese geschickt abgeblockt oder gar nicht erst zur Kenntnis genommen – es sei denn, sie könnten auch nur irgendwie der Sache Rudolf Steiners dienlich sein. ‘Steiner, Steiner über alles!’, so lautet die Devise der Waldorfschule, wie ich aber erst viel später verstehen konnte – leider verstehen musste.
Bereits Ende der 1sten, Anfang der 2ten Klasse, wurde mein Sohn von Mitschülern drangsaliert. So wurde ihm, hier nur einige wenige Beispiele: ein Bein gestellt, er wurde getreten, massiv gegen die Wand gedrückt, ihm der Hals zugedrückt – täglich wurde er mit übelsten Schimpfworten erniedrigt. Ich sprach den Klassenlehrer darauf an und bat ihn, diesen Misstand sofort abzustellen. Von anderen Eltern hatte ich gehört, dass es einigen Kindern in der Klasse ähnlich erging. Ich gab dem Lehrer ein Buch über Mobbing und Gewalt an Schulen, allerdings nicht aus den Waldorfschul-üblichen anthroposophischen Verlagen ‘Freies Geistesleben’ oder ‘Urachhaus’.
Ich bestand darauf, das Thema ‘mobbing’ am nächsten Elternabend aufzugreifen und so schnell wie möglich nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Zweimal wurde aus nicht nachvollziehbaren Gründen vertagt. Als der Elternabend dann doch noch stattfand, hielt eine Gründungslehrerin der Schule den Einführungsvortrag, begann fast jeden Satz mit: „Rudolf Steiner hat gesagt …“ Was sollte Steiner gesagt haben? Die Gründungslehrerin: „Die Kinder wollen in Kontakt treten und sich dabei näher kommen, sich gegenseitig fühlen und Kräfte messen …“ Fazit: In der heilen Waldorfwelt gibt es keine Gewalt. Von Mobbing wollte man nichts wissen – es kann nicht sein, was nicht sein darf. Eltern, deren Kinder ebenfalls in die Opferrolle geraten waren, machten in rasender Geschwindigkeit eine Metamorphose durch: verstummten urplötzlich … und alles blieb beim Alten. Bei weiteren Übergriffen auf meinen Sohn setzte ich mich dann mit den Eltern der jeweiligen Schüler in Verbindung. Heraus kamen Antworten wie: „Der Lehrer macht doch Spiele mit den Kindern, damit diese sich austoben können …“ Auch hieß es: „Die Kinder müssen sich ihre Rangordnung erkämpfen …“, worauf ich antwortete: „Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich meinen Sohn im Zoo angemeldet.“
Die Eltern der Mitschüler suchten nach der besseren Alternative zur öffentlichen Schule: einer Schule ohne Leistungsdruck. Es waren Neueinsteiger, viele davon nach Hilfe suchende Allein-Erziehende mit einem unstillbarem Harmonie-Bedürfnis. Linientreue, die als Kind schon selber diese Waldorfschule besucht hatten. Nach ungefähr einem Jahr war der Großteil der Eltern auf Waldorf-Kurs gebracht. Niemand stellte mehr Fragen, schöne heile Welt: „piep, piep piep – wir haben uns alle lieb.“ Das begann schon an der Klassentüre. Der Klassen-Lehrer begrüßt die Schüler per Handschlag mit den Worten: „Guten Morgen lieber ‘…’“, worauf der Schüler brav zu antworten hat: „Guten Morgen lieber Herr ‘…’“ In der Klasse dann noch einmal alle im Chor. Mein Sohn fragte sich immer öfter: „Sind die wirklich alle so lieb?“ Und stellte fest, dass er tag-täglich anderes erlebte.
Der ganze Schulablauf ist sehr stark strukturiert – ritualisiert – und lässt für Freiheit keinen Raum. Man will ja „den Willen stärken“. Mit meinem heutigen Wissen sage ich: die Kinder und Jugendlichen werden manipuliert – zu tun, zu denken und zu glauben, was die Waldorfschule will. Eigene Wünsche, Meinungen und Gefühle werden unterdrückt: Du gehst in eine Schule, die dich willentlich zum Zwangsschlaf verurteilt … auf dass, wenn du Glück hast, vielleicht ein Mensch aus dir wird … der dann auch noch mit beiden Beinen im Leben stehen soll … Die eigene Persönlichkeit wird untergraben, hat nicht in Erscheinung zu treten.
Das ist in allen Fächern so, wird für den Außenstehenden aber vielleicht am deutlichsten an der ‘Eurythmie’. Einem Fach, das nach Waldorf-Aussage, von den meisten Schülern geliebt wird. Bei der Eurythmie sollen Sprache und Musik durch Bewegungen ausgedrückt werden. Dabei gibt es, wie immer bei Waldorf, von Rudolf Steiner fest vorgegebene Gebärden für jeden Sprachlaut. Freiheit gibt es nicht, haben die Sprachlaute doch eine „kosmische“ Bedeutung, die bei ihrer Wiedergabe strengstens beachtet werden muss. Mein Sohn empfand die Eurythmie eher irdisch „als schwul sein“ oder „schwul werden“. Er gab sein Bestes, weil er ja vom System und vom Lehrer dazu gezwungen wurde. Es ist heute wie ein Befreiungsschlag für ihn, in der öffentlichen Schule keine Eurythmie mehr zu haben. Sich keine Gedanken mehr darüber machen zu müssen, ob er „noch richtig tickt“, so mein Sohn. Wenn man sich nicht voll auf die Eurythmie konzentriert, so die Lehrerin, hat „man sich mit dem Stoff nicht richtig verbunden“. Dann wird ‘Heileurythmie’ verordnet. Einen Grund dafür findet der Waldorflehrer immer, wenn er denn nur will: das Kind ist dann „unkonzentriert“, „zu ruhig“, „im Bewegungsablauf zu langsam“, egal … . Einige wenige Krankenkassen bezahlen die ‘Heileurythmie’, wenn nicht: „Bitte zahlen sie aus der eigenen Tasche, denn …“, so wird es einem plausibel gemacht, „die Waldorfschule will doch nur das Beste für Ihr Kind!“ Wie sich das Kind bei den Übungen vorkommt, was es dabei empfindet, spielt überhaupt keine Rolle. Es folgen die üblichen Erklärungen nach dem Muster: „Rudolf Steiner hat gesagt …“. Hat Steiner nicht auch von der ‘Philosophie der Freiheit’ gesprochen – ein leeres Versprechen, nur ein Versprecher? ‘Philosophie der Freiheit’ ist der Titel eines von Steiners 370 Werken … noch einmal in Worten: drei-hundert-siebzig Bände Steiner …
Lehrbücher gibt es in der Waldorfschule nicht, in keinem Unterrichtsfach. Man gibt sich total in die Hände des Lehrers. Der Unterricht orientiert sich stark an seinen persönlichen Vorlieben. So nahm Englisch in der Klasse meines Sohnes einen sehr großen Raum ein, obwohl die Kinder in Deutsch noch gar nicht gefestigt waren. Die Waldorf-typischen ‘Epochenunterrichte’, das heißt, Unterrichtseinheiten von mehreren Wochen Dauer, entpuppten sich als reines ‘Wischi-Waschi’: sie waren schlecht vorbereitet, wurden schlecht durchgeführt, der Stoff wurde wenig vertieft. Folge: Gelernt wurde wenig, und nach 4 Wochen war bei meinem Sohn – und nicht nur bei ihm – fast alles wieder weg. An ein „Wiederhochholen“, so der Waldorf-Fachausdruck, war nicht zu denken, ging es doch sofort mit neuen Themen oder Fächern weiter. Wenn der Lehrer scheitert – was natürlich niemals offen gesagt wird – sind die Eltern gefragt. So hieß es in der Klasse meines Sohnes des öfteren: „Um wieder eine erfolgreiche Leseepoche durchführen zu können, werden wieder freiwillige Eltern benötigt.“ Dasselbe galt auch für die Schreib- und Rechenepoche.
Das Netzwerk funktionierte einwandfrei, in guten wie in schlechten Zeiten machte der Lehrer wie selbstverständlich seine Hausbesuche – eine familiäre Atmosphäre ist bei Waldorfs ein absolutes Muss. Bei dieser Gelegenheit wird wie selbstverständlich auch das Zimmer des Schülers ins Visier genommen, um sich besserwisserisch auf Waldorfart einzumischen. Stein des Anstoßes war bei uns Kunststoffspielzeug, das man umbauen kann (z.B. zum Auto oder zum Roboter). Man wies mich darauf hin, dass der Gegenstand sehr starr und leblos sei und dass es sicherlich besser für meinen Sohn wäre, würde dieses Spielzeug aus seinem Zimmer entfernt werden. Besser wäre es, meinem Sohn eine Wurzel mit Wichteln und lebendige Materialien – Holz, das er selber zurechtschnitzen kann – zum Spielen zu geben. Ich war sehr überrascht, da mein Sohn bereits fast zehn Jahre alt war und wohl ein Mitbestimmungsrecht hat, was seine Spielsachen angeht. Wichtig, so der Lehrer, sei auch, dass die Hände meines Sohnes „ins Tun kommen, das steigert die Denk- und Merkfähigkeit – so hat Rudolf Steiner es gesagt.“ Ich antwortete, dass ich als Mutter durchaus in der Lage sei, selber zu bestimmen, mit welchem Spielzeug mein Sohn spielen dürfe. Zwei Tage später fragte der Lehrer meinen Sohn, ob denn jetzt die erwähnten Spielsachen aus seinem Zimmer entfernt seien, worauf mein Sohn antwortete: „Nein, warum?“ Eine Woche später wurde, wie mir mein Sohn erzählte, noch einmal nachgefragt, wieder gab mein Sohn die gleiche Antwort. Ich merkte, wie mein Sohn immer unsicherer wurde – er wollte es ja jedem recht machen. Danach wurde diesbezüglich nicht mehr gefragt. Von nun an ging es steil bergab.
Mein Sohn wurde „ad acta gelegt“: ob er etwas lernte oder nicht, war von nun an egal, was aus ihm einmal werden sollte, „nun ja …“ Auf ärztliches Anraten hin sollte mein Sohn vorne sitzen, da er ein ruhiger, aber sehr aufmerksamer Schüler sei. Diese Bitte wurde vom Lehrer nicht beachtet: hinterste Reihe rechts, links … Hauptsache hinten, immer wieder saß mein Sohn neben den größten Rabauken der Klasse, die ihn einschüchterten und runtermachten. Dann endlich befanden wir uns wieder in der Leseepoche. Eingeschüchtert von Lehrern und Mitschülern fiel es meinem Sohn schwer, in der Klasse vorzulesen. Da ich ihn immer wieder dazu ermutigte, meldete er sich zaghaft, wurde aber nie aufgerufen. Ich setzte mich daraufhin mit dem Klassenlehrer in Verbindung und erklärte ihm, dass man Kinder nicht nur fördern, sondern auch fordern müsse. Fragte, warum er meinen Sohn auch dann nicht, wenn er sich selber meldete, einmal zum Vorlesen dran nehme. Darauf bekam ich zur Antwort, dass mein Sohn im Lesen noch sehr unsicher sei und er, als Klassenlehrer, nicht wolle, dass die anderen Mitschüler über meinen Sohn lachen. Ich war über diese Aussage sehr verwundert, war ich doch bis zu diesem Zeitpunkt der festen Überzeugung gewesen, dass es Pädagogen während ihrer Ausbildung lernen, mit dieser Routine-Situation umzugehen. Auch hier blieb alles beim Alten, sodass mein Sohn gar nicht erst die Chance für ein Erfolgserlebnis oder die Möglichkeit des „Wachsen und Werdens“ – wie es anhand von Steiner immer groß herausstellt wurde – bekam. Anders die Kinder von Gefolgsleuten und Linientreuen: Sie wurden in die erste Reihe gesetzt, und bekamen auch eine gewisse Aufmerksamkeit des Lehrers, was ihr Lernen anbetraf.
Mittags konnten die Kinder, wenn sie wollten, im Speisesaal essen. Zweimal machte mein Sohn davon Gebrauch. Beim ersten Mal war das Gericht, das er gerne aß, bereits vergriffen. Beim zweiten Mal rannte er, um es doch noch zu bekommen. Das gefiel der Lehrerin überhaupt nicht. Sie bestrafte meinen Sohn, indem er nichts zu Essen bekam und die ganze Zeit am Tisch stehen musste (Mitschüler bestätigten mir diese Vorgehensweise). Ich selber war entsetzt, dass man so verfährt, und rief daraufhin den Klassenlehrer an. Ich sagte ihm, dass jeder Strafgefangene unberücksichtigt seiner Straftat dreimal täglich seine Mahlzeiten bekommt, und dass diese Vorgehensweise das Letzte sei. Danach ging’s erst richtig los: Die Lehrer schlossen sich, wie ich heute rückblickend sagen muss, gegen mich und meinen Sohn zusammen. Mein Sohn war damals noch keine 10 Jahre alt, ein aufgeschlossener, aber stiller Junge, der nun fortwährend von den Lehrern beobachtet und reglementiert wurde. So lange, bis er sich in der Schule gar nichts mehr zutraute und völlig verunsichert war. Er fing an, zum Perfektionismus zu neigen, wollte alles gut und noch besser machen. Hatte Angst, etwas Verkehrtes zu sagen oder zu tun, wollte wirklich jedem gefallen. Hoffnungslos.
Was sich hinter der verschlossenen Schultüre abspielte, war genau das Gegenteil von dem, was dort angeblich praktiziert wurde. Im Handarbeitsunterricht wurden die Kinder dazu erzogen, brav, braver, am bravsten nach dem benötigten Arbeitsmaterial zu fragen. Wenn die Lehrerin guter Dinge war, bekam auch mein Sohn sein Arbeitsmaterial. An schlechten Tagen wurde mein Sohn von der Lehrerin nicht beachtet oder abgewiesen. Dann traute er sich nicht, noch einmal nachzufragen … Wenn seine Arbeit dadurch nicht fristgerecht fertig wurde, tadelte ihn die Lehrerin vor der ganzen Klasse. Ich beschloss daraufhin, für das Arbeitsmaterial meines Sohnes selber zu sorgen. Zum Bittsteller möchte ich meinen Sohn nicht erziehen. Was soll das für eine ‘Erziehungskunst’ sein? „Körper, Geist und Seele werden bei der Waldorf-Pädagogik angesprochen … Kopf, Herz und Hand“, Wiederholungen machen die Waldorf-Lügen auch nicht wahrer. Hier werden Kinder und Jugendliche systematisch zu unfreien, unselbständigen, ängstlichen Menschen erzogen.
Mein Sohn lebte in zwei Welten. Zuhause geht es bei uns locker und fröhlich zu, in der Schule war das ganze Leben und Lernen ein einziger Krampf: Von Fröhlichkeit und Spontaneität keine Spur. Alles nur zu Steiners Bedingungen – versteinert. Oftmals wollte mein Sohn morgens nicht in die Schule, weinte dann. Ich konnte ihn immer wieder ermutigen, hinzugehen – trotzdem! Mittags leistete ich oftmals 2 Stunden Aufbauarbeit. In dieser Zeit gingen wir beide durch die Hölle. Im Sommer 2006 teilte mir dann der Lehrer mit, dass mein Sohn auf der angeschlossenen Waldorf-Sonderschule ‘Sonderförderung’ bekommen solle. Ich glaubte, „ich bin im verkehrten Märchen“. In vier Jahren war davon nie die Rede gewesen, jeder Elternabend wurde wahrgenommen, niemals wurde dazu auch nur die kleinste Andeutung gemacht. Ich gab dem Klassenlehrer zu verstehen, dass nicht mein Sohn, sondern er und das Waldorf-System versagt hätten. Teilte ihm mit, dass mein Sohn ab sofort die Schule nicht mehr besuchen würde. Das ganze ereignete sich zwei Tage vor den großen Ferien. Wie sich später herausstellte, war der Lehrer mit soviel elterlichem Ungehorsam völlig überfordert. Die Schule bot mir ein Gespräch mit allen meinen Sohn unterrichtenden Lehrern an – wenn nichts mehr geht, dann funktioniert immer noch das große Waldorf-Netzwerk. Ich lehnte dankend ab – Danke für soviel Inkompetenz und Menschenverachtung.
Danke für die ganzheitliche Erfahrung der „Freien“ Waldorfschule. Geläutert machte ich mich auf den Weg zu der in Waldorfkreisen geächteten, bösen „Staatsschule“ (so der Waldorf-Sprachgebrauch). Ich ging mit meinem Sohn zu einer öffentlichen Grundschule, um ihn dort einschulen zu lassen. Wie die erfahrenen Pädagogen durch einen Test feststellten, entsprach der Wissensstand meines damals 10 Jahre alten Sohnes dem eines Zweitklässlers: die Direktorin, sowie die anwesende Lehrerin schüttelten ungläubig den Kopf. Alle waren sich sehr schnell einig, dass es nicht an meinem Sohn lag, auch dass er vom Auftreten und von der Größe her (1.52m), nicht in die 2. Klasse passte – für die weitere schulische Laufbahn wäre es auch nicht sinnvoll gewesen.
Wie ich rückblickend sagen muss, ist das Waldorfsystem raffiniert und an Verlogenheit nicht zu überbieten. Ist man einmal in dessen Fänge geraten, kommt man nur ganz schwer wieder heraus. Mit dem Eintritt in die Waldorfschule begibt man sich automatisch in ein Abhängigkeitsverhältnis – ohne sich dessen bewusst zu werden. Der Lehrstoff der Waldorfschulen ist so angelegt, dass Kinder beim Wechsel in eine öffentliche Schule erhebliche Lücken haben, die nur sehr schwer, oder gar nicht, wieder zu schließen sind – mein Sohn hatte diese erheblichen Wissenslücken und wurde schliesslich in die 4te Klasse zurückversetzt. Ein Schulwechsel geht auf Kosten der Kinder und Jugendlichen, die sich als Versager fühlen müssen, auch wenn sie keine sind. Ich hatte Glück, da wir an der öffentlichen Schule auf kompetente, erfahrene und verständnisvolle Pädagogen trafen.
Die Waldorfschul-Karriere meines Sohnes erschien der jetzigen Lehrerschaft anfänglich eher unglaubwürdig. Die Waldorfschule verkauft sich nach außen hin sehr gut. Kennt man sie aber von innen, wird man eines Besseren belehrt. Die große Waldorf-Gemeinschaft lebt nach der Devise: „Bist du nicht für uns, bist du gegen uns.“ Die gegen uns sind, lassen wir außer Acht und entledigen uns dieser Eindringlinge schnellstmöglich, egal wie … Die Wahnvorstellungen Rudolf Steiners werden in der Waldorfschule ausgelebt – mit kräftiger finanzieller Unterstützung des Staates. Dieser lässt diese Sekte schalten und walten, wie es ihr gefällt. Ohne Gegenleistung, ohne Auflagen, ohne wirksame Kontrollen. Wo leben wir? Der Gesetzgeber verpflichtet die Schulaufsicht, auch die Qualität von Privatschulen zu überprüfen. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass nur kompetente, gut ausgebildete Lehrer Schüler unterrichten dürfen. Selbstverständlich sollte es auch sein, dass jederzeit die Möglichkeit gegeben ist, an eine andere, auch öffentliche Schule zu wechseln – ohne riesige Wissenslücken und seelische Schäden aus der Waldorfschule im Ranzen mitzunehmen. An der PISA-Studie haben sich die Waldorfschulen gar nicht erst beteiligt …
Zugesand von Andreas Lichte



Diese Erfahrung ist nicht solitär. In Essen wurde vor Jahren ein Lehrer wiederholt der Gewalt gegen Schüler bezichtigt. Erst nach sehr langer Zeit entfernte man ihn aus dem Dienst.
Es ist interessant, wie sich Erfahrungen gleichen können.
Comment von Welle — 5. Oktober 2009 @ 09:33
hat hier jemand eine Waldorf-Phobie, oder warum kommt dieses Thema hier so oft auf den Tisch
?
Comment von Malte — 5. Oktober 2009 @ 09:42
Also liebe Ruhrbarone: Wenn ihr einen Artikel veröffentlicht, solltet ihr auch etwas zum Autor schreiben. Herr Lichte versucht schon seit einiger Zeit seine weltbewegenden Verschwörungstheorien im Internet zu verbreiten, denn er hatte plötzlich die Erleuchtung und die anderen Menschen stecken schon im ?bösen Waldorfsystem? drin. Selbst öffentliche Gegendarstellungen, z.B. vom deutschen Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger, hielten ihn nicht davon ab seine etwas realitätsferne Propagandaschlacht gegen die Waldorfschulen fortzuführen.
Natürlich kann ich sein konkretes Beispiel nicht widerlegen: Aber nach 13 Jahren Waldorfschule und einem sehr guten Abitur zumindest an meiner Schule als völlig abwegig bezeichnen.
Anscheinend haben sie sich da eine Verschwörung in den Kopf gesetzt und tun jetzt alles um die Menschheit mit ihren etwa 1000 Waldorfschulen aufzuklären. Wenn es da ein ?dunkles Waldorfsystem? gibt, dann wäre das meinen Eltern oder spätestens mir wohl aufgefallen.
Apropos Wahrheit: Wenn Sie am Ende ihres Artikels auf die Pisa-Studie verweisen, sollten sie vielleicht die ganze Wahrheit erwähnen. In Deutschland haben die Waldorfschulen am OECD-Test teilgenommen und überdurchschnittlich abgeschnitten. In Österreich haben die Waldorfschulen auch an der Pisa Studie teilgenommen und (natürlich) auch über dem österreichischen Mittelwert abgeschnitten. So viel zu Ihrer Interpretation von Wahrheit?.
Comment von ImLichterbetrachtet — 5. Oktober 2009 @ 13:27
@ “ImLichterbetrachtet”
Lieber Unbekannter, der Bericht “Wie gut sind Waldorfschulen?” ist nicht von mir.
Die Autorin wollte ihn zunächst unter ihrem Namen veröffentlichen, wovon ich ihr abriet: ich hatte im Frühjahr mit dem, Zitat “ImLichterbetrachtet”, ?dunklen Waldorfsystem? zu tun, mit dem Rechtsanwalt von Lorenzo Ravagli, Chefideologe der Anthroposophie und der Waldorfschulen, siehe:
http://npd-blog.info/2009/04/28/npd-und-waldorfschule-uber-eine-zusammenarbeit-die-nicht-publik-werden-durfte/
“NPD und Waldorfschule: Über eine Zusammenarbeit, die nicht publik werden durfte II
NPD-BLOG.INFO hatte am 08. März 2009 einen Gastbeitrag von Andreas Lichte veröffentlicht. Darin ging es um die Arbeit des rechtsextremen Funktionärs Andreas Molau als Waldorflehrer sowie dessen Buchprojekt mit Lorenzo Ravagli, einem Vordenker der Waldorf-Pädagogik. Dieses Projekt hatte Ravagli kurz vor der Buchveröffentlichung im Jahr 2007 gestoppt - und es ist dem Anthroposophen offenbar noch immer unangenehm. So ging Ravagli wegen des Beitrags auf NPD-BLOG.INFO rechtlich gegen Andreas Molau vor, weil er in dem Interview Sätze aus dem Buch zitiert hatte. Und auch Autor Andreas Lichte sowie NPD-BLOG.INFO erhielten Post von Ravaglis Anwälten. Daher steht der Artikel ?Über eine Zusammenarbeit, die nicht publik werden durfte? jetzt nur noch ohne die Zitate aus dem nicht veröffentlichten Buch von Andreas Molau sowie dem Anthroposophen Lorenzo Ravagli zur Verfügung. Hier der Artikel, die Zitate sind durch ein XXX gekennzeichnet: (…)”
Comment von Andreas Lichte — 5. Oktober 2009 @ 14:02
Man hört immer wieder solche Geschichten über die Waldorfschule. Ich mag das jetzt nicht beurteilen. Aber ich hab als Jugendleiter bei den Pfadfindern viel mit Waldorfkindern zu tun, und dabei ist mir aufgefallen, dass die Kinder, die auf der Waldorfschule sind, allesamt eine deutlich schlechtere Rechtschreibung haben als gleichaltrige Kinder auf staatlichen Schulen. Das ist natürlich jetzt keine repräsentative Stichprobe, aber trotzdem auffällig…
Comment von Tobias Wichtrey — 5. Oktober 2009 @ 14:37
Ich denke, dieser Artikel zeigt, dass die Macht und Verantwortung eines Lehrers groß ist. Ohne die Verhältnisse zu kennen: Vielleicht war es ein Fehler, dass der Klassenlehrer ein nur beschränkt befähigter Berufsanfänger war. Auch mag es wohl so sein, dass an einzelnen Waldorf-Schulen ein absurdes Steiner-Sektierertum gepflegt wird.
Ich glaube, dass die Waldorf-Schulen dadurch wertvoll sind, dass sie einen gänzlich verschiedenen schulischen Ansatz pflegen. Das muss nicht immer besser sein (ich persönlich halte es für schlechter - obwohl einzelne Teile der Waldorf-Pädagogik reizvoll und sogar vorbildlich sind), aber es bietet zum Beispiel eine Alternative für jene Schüler, die an einer staatlichen Schule nicht zurecht kommen.
Ein wenig frage ich mich allerdings, warum die Eltern vier lange Jahre Quälerei ihres Kindes zugelassen haben. Schulwechsel - aus aus ähnlichen Gründen heraus - gibt es ja auch an staatlichen Schulen. Und ich habe oft erlebt, dass es funktioniert hat.
Warum erfolgte der Schulwechsel also erst nach vier Jahren? So richtig verstehe ich das nicht, jedenfalls dann nicht, wennn die Eltern und das Kind die betreffende Waldorf-Schule vor allem als Qälerei wahr genommen haben.
Irgendwelche positiven Aspekte muss es also auch gegeben haben - oder liege ich da falsch?
Comment von John Dean — 5. Oktober 2009 @ 14:57
Leider kommt es an jeder Schule sehr auf die Lehrer an, daran hängt leider sehr viel. Ein Nachteil der Waldorfschule ist tatsächlich, dass der Wechsel zur “normalen” Schule erschwert wird und die Kinder sich dabei noch völlig umstellen müssen. Mich hat am meisten das obligatorische Russisch abgeschreckt.
Die Waldorfschulen sind untereinander auch sehr unterschiedlich. Ich weiss von Kindern, die in Bo-Langendreer und anderen Staatsschulen nur im Sonderschulbereich aufgenommen worden wären und in der Widarschule in Bochum ganz normal aufgenommen wurden!?
Comment von Momo — 5. Oktober 2009 @ 15:06
Is klar das ein ex Waldorfschüler sowas nicht sieht und kennt. Ich sollte auch mal auf die waldorfschule aber die wollten mich nicht haben, da ich eine Behinderung habe, naja anderes Thema.
Bin ich froh das ich nie auf diese schule gegangen bin!!
ich frag mich was waldorfschüler wählen, wenn sie den wählen gehen. Die Violetten?
FDP?:-D
Comment von JK — 5. Oktober 2009 @ 15:39
Einiges in dieser Geschichte habe ich selbst erlebt, allerdings an staatlichen Schulen in den 60er und 70er Jahren, nur dass es damals meine Eltern nicht weiter interessierte. Heute werden die Kinder nicht nur mit dem Mama-Taxi zur Schule gefahren, und wissen sich dadurch nicht mehr selbstständig im Straßenverkehr zu bewegen, sondern die Eltern mischen sich auch darüber hinaus mehr in der Schule ein. Das ist meistens besser für die Kinder, aber manchmal auch peinlich.
Was die Waldorf-Schulen betrifft, ist mir im Integrationsbericht des gleichnamigen NRW-Landesministers Laschet aufgefallen, dass wer seine Kinder auf eine ausländerfreie Schule schicken will, bei Waldorfs am “sichersten” ist. Ich weiss nicht warum das so ist, aber es würde mich interessieren. Weiss es sonst jemand?
Comment von Martin — 5. Oktober 2009 @ 15:48
@ Martin
du schreibst: “Was die Waldorf-Schulen betrifft, ist mir im Integrationsbericht des gleichnamigen NRW-Landesministers Laschet aufgefallen, dass wer seine Kinder auf eine ausländerfreie Schule schicken will, bei Waldorfs am ?sichersten? ist.”
Ganz sicher. Waldorfschulen sind “ausländerfreie Zonen”. Auch darum ging es in meinem Interview mit den Ruhrbaronen, siehe:
“Waldorfschule: Vorsicht Steiner”, http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-vorsicht-steiner/
In den Kommentaren antworte ich auf Waldorfschüler, die nicht zugeben wollten, dass es an Waldorfschulen kaum Ausländer gibt, mit einer Statistik …
Comment von Andreas Lichte — 5. Oktober 2009 @ 16:41
Nein, leider gibt es in meiner ehemaligen Schule tatsächlich kaum Schüler mit Migrationshintergrund. Aber es gibt auch sehr wenig Schüler aus den unteren Gesellschaftsschichten - d.h. der Anteil von Kindern aus Akademikerhaushalten ist sehr hoch. Aber, um Herrn Lichte die lustigsten Argumente vorweg zu nehmen: Es sind alles dumme, rechtsradikale Akademiker die Ihre Kinder auf dieses Schule schicken…
In vielen Schichten dieser Gesellschaft ist der Gedanke sein Kind auf eine “Privatschule” zu schicken völlig abwegig. Ich habe das selbst bei einem Mitarbeiter meiner Eltern erlebt, der selbst Migrationshintergund hat. Als meine Eltern dem Mitarbeiter vorgeschlagen haben sein Kind auf die Waldorfschule zu schicken, wurde klar, dass sie diese Schulform nicht einmal kannte. Auch aus seinem Bekanntenkreis kam völliges Unverständnis, warum man sein Kind nicht auf eine normale Staatsschule schickt.
Aber na ja, ich fänd es äußerst amüsant wenn sie mal einen Vortrag vor einer Waldorfschule mit ca. 900 ?manipulierten? Schülern halten würden! Ihre ?Erkenntnisse? dürften für einige Unterhaltung bei den Schülern sorgen?
Und @JK: Ne, bei uns waren fast alle grün oder rot.
Comment von ImLichterbetrachtet — 5. Oktober 2009 @ 17:35
[...] power over criticism 2009 October 5 tags: tips, waldorf, waldorfkritik by zooey posted at German blog Ruhrbarone today is a new article on waldorf education, written by a parent of a child who went to a waldorf school. [...]
Pingback von the power over criticism « zooey — 5. Oktober 2009 @ 20:21
@ “ImLichterbetrachtet”
Waldorfschüler hatten mich an ihre Schule eingeladen, an die Waldorfschule Potsdam. Das wurde im letzten Moment von der Schulleitung verhindert. Warum, wenn alles so “frei” ist?
Ich diskutiere gerne mit Waldorfschülern. Zum Beispiel mit Ansgar Martins. Siehe seinen jüngsten Artikel zu Rudolf Steiners “unglaublichen, psychotischen Wahnsinn?:
http://waldorfblog.wordpress.com/2009/09/22/die-machte-des-lichts-symptome-steinerschen-geisterkenntnis-eine-philosophische-stellungnahme/
“Die Mächte des (L)ICH(ts) ? Symptome der Steinerschen ?Geisterkenntnis?. Eine philosophische Stellungnahme”
Comment von Andreas Lichte — 5. Oktober 2009 @ 20:24
[...] Montag, 5. Oktober 2009 | Autor: zoom Bildung: Wie gut sind Waldorfschulen … ruhrbarone [...]
Pingback von zoom » Umleitung: « — 5. Oktober 2009 @ 20:39
Herr Lichte, beantworten Sie doch bitte die Frage: Warum hat es vier lange Jahre gedauert, bis das Kind von der für es ungeeigneten Schule genommen wurde?
Comment von John Dean — 5. Oktober 2009 @ 21:15
> Aber na ja, ich fänd es äußerst amüsant wenn sie mal
> einen Vortrag vor einer Waldorfschule mit ca.
> 900 ?manipulierten? Schülern halten würden!
> Ihre ?Erkenntnisse? dürften für einige Unterhaltung bei
> den Schülern sorgen?
In der Tat^^
Das ändert aber nichts daran, dass er in einigen Punkten durchaus recht hat - und nichts daran, dass Fälle wie der oben vorkommen. Die Frau hat ihre schlechten Erfahrungen doch nicht mit Absicht gemacht!
> Waldorfschüler hatten mich an ihre Schule eingeladen,
> an die Waldorfschule Potsdam. Das wurde im letzten
> Moment von der Schulleitung verhindert. Warum, wenn
> alles so ?frei? ist?
Weil sie die deinen Erfahrungen zuwiderlaufend positive Praxis mögen und wahrscheinlich zu großen Teilen aus der von dir kritisierten Theorie heraus vertreten. Aber die Frage war rhetorisch, oder?^^
Nach wie vor heben positive Erfahrungen an FWSen die negativen nicht auf noch umgekehrt. Nach den einschlägigen Studien überwiegen die positiven, aber das hebt den Unfug in der Theorie nicht auf und verzögert die notwendige Auseinandersetzung gerade von kritischen WaldorfbefürworterInnen mit dieser Theorie.
Comment von Ansgar Martins — 5. Oktober 2009 @ 21:32
Oh, und sehr gut auch der oben erwähnte Kommentar bei zooey.org: http://zooey.wordpress.com/2009/10/05/powerovercriticism/
Comment von Ansgar — 5. Oktober 2009 @ 21:45
[...] Wie gut sind Waldorfschulen? » ruhrbarone http://www.ruhrbarone.de/wie-gut-sind-waldorfschulen – view page – cached ruhrbarone. Journalisten bloggen das Revier: Alltag, Kultur und Politik im Ruhrgebiet. — From the page [...]
Pingback von Twitter Trackbacks for Wie gut sind Waldorfschulen? » ruhrbarone [ruhrbarone.de] on Topsy.com — 5. Oktober 2009 @ 22:55
@John Dean Fragst du auch Aussteiger von den Zeugen Jehovas/Scientology warum es xy Jahre gedauert hat bis sie den Weg nach draußen gefunden haben?
Comment von sanddorn — 6. Oktober 2009 @ 00:10
Es ist wirklich beängstigend, dass dieser Walldorfunfug immernoch erlaubt ist. Da haben wir Jugendschutzgesetze und machen uns Gedanken wegen Flatratesaufen und setzen völlig gedankenlos unsere Kinder den Ideologen der Steinerbewegung aus. Der Staat hat die Pflicht, die Jugend vor Waldorf und anderen Psychosekten zu schützen.
Comment von Stefan — 6. Oktober 2009 @ 06:36
Mit diesem Beitrag ist euch die zweifelhafte “Ehre” zuteil geworden bei den obersten Dreckschmeißern des deutschen Blogwesens zitiert zu werden. Unabhängig vom Inhalt ist das ein gewaltiger Abstieg für dieses sonst gute Blog hier.
Comment von Debris — 6. Oktober 2009 @ 08:27
Schulformen und Kindeserziehung im Allgemeinen scheint weltweit ein ideologisch vermintes Terrain zu sein ? und wie immer bei solchen Themen neigen Menschen dazu, Anekdoten aus der eigenen Erfahrungswelt als belegte Fakten für die die grundsätzliche Bewertung ganzer Systeme zu sehen. (Siehe auch das Beispiel Homöopathie im ähnlich verminten Gelände “Gesundheit”
Also … unser Sohn geht auf eine Waldorfschule. Wir sind nach einem Jahr auf einer “normalen” katholischen Grundschule dorthin gewechselt und sind der Ansicht, dass wir damit genau die richtige Entscheidung für ihn getroffen haben. Und, wer mich kennt, weiß, dass ich garantiert kein Alternativ-Esoteri-Antroposoph bin sondern Agnostiker mit in jeder Hinsicht eher materialistischer Weltanschauung.
Im Endeffekt hat die Bewertung, welche Schulform “die Beste für mein Kind” ist, sicherlich immer viel damit zu tun, welches Idealbild man von einer Schule und ihrer Aufgabe im Kontext vom Erziehung, Bildung, Menschwerdung hat … Mit Absolutismen zu arbeiten oder die “objektive Wahrheit” zu suchen ist da schwierig bis sinnlos.
Ich denke, der Waldorf-Ansatz ist wirklich “ganzheitlich” und damit in vielen Fällen besser geeignet, die persönlichen Stärken und Schwächen eines Kindes zur Entfaltung zu verhelfen. Wer sein Kind möglichst stromlinienförmig auf eine akademische Karriere vorbereiten möchte, sollte es aber vielleicht nicht auf eine Waldorf-Schule geben. Zudem ist die Stoffvermittlung nicht synchron zu anderen Schulformen, was einen Schulwechsel wirklich nicht immer einfach macht. Das ist richtig. Wir haben im Freundeskreis aber einige Kinder, die sowohl Schulwechsel verkraftet haben als auch auf einer Waldorfschule Abitur gemacht haben und heute erfolgreich studieren.
Wie an einer Schule mit “Mobbing” umgegangen wird (als ich persönlich noch davon betroffen war, nannten wir es noch Machtkämpfe, Hänselei und Quälerei) ist nach meiner Erfahrung mehr eine Frage des Lehrpersonals als der Schulform. Das kenne ich selbst aus leidvoller Erfahrung, wobei unser Sohn bei solchen Vorfällen sowohl als “Täter” als auch als Opfer aufgetreten ist. Hier auf Verhaltensänderungen einzuwirken ist meines Erachtens aber auch sehr stark Sache der Eltern der beteiligten Kinder. Allein gelassen dürfte damit fast jeder Lehrer - völlig unabhängig von der Klassengröße - überfordert sein, zumal viele diese Situationen außerhalb des direkten schulischen Einflußbereichs auftreten.
Und was die sonstige politischen Ansichten von einzelnen Waldorfianern, Antroposophen und von Herrn Steiner selbst angeht … wenn ich die Absicht hätte, unseren Sohn auf eine Schule zu schicken, in der nur Methoden von Pädagogen praktiziert werden, die, oder deren Lehrer in den letzten 200 Jahren ausschließlich Ansichten vertreten haben, die ich meinem eigenen politischen und weltanschaulichem Denken gemäß als “korrekt” empfinde … müsste ich ihn wohl zu Hause lassen
An der Waldorfschule jedenfalls, die unser Sohn besucht, vertreten die Lehrer öffentlich keine politischen oder weltanschaulichen Ansichten, die ich als nicht tragbar im Rahmen des üblichen demokratischen Spektrums empfinde. Es gibt nach meiner Erfahrung auch keine “Selektion”, die Kinder mit Migrationshintergrund der Schule fernhalten sollen. In unserer - eher ländlich gelegenen - Schule gibt es beispielsweise auch Kinder aus muslimischen Familien, die selbstverständlich auch entsprechenden Religionsunterricht erhalten.
Was die Einkommensverhältnisse (und Lebensstile) der Eltern angeht, muss ich - ohne eine statistisch repräsentative Erhebung behaupten zu wollen - sagen, dass der Anteil der Biowolle-Träger und Hess-Natur-Fans sicherlich überproportional hoch ist.
Zugleich gibt es aber auch eine gute Durchmischung mit Schlipsträgern, Familien aus der arrivierten Mittelklasse und zugleich ganz bodenständigen Arbeiterfamilien.
Statistisch mag es Abweichungen zwischen den soziodemografischen Merkmalen bei Schulformen geben. Diese haben aber viele Gründe, und sind nicht zwangsweise Ausdruck gezielter Selektion durch die Protagonisten der jeweiligen Schulform. Obwohl ? in meiner Heimatstadt gibt es nach wie vor eine Art Klosterschule
Alles oben Gesagte ist übrigens meine Meinung aufgrund der Erfahrungen mit einer Waldorfschule und erhebt keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Vielleicht haben wir nur einfach Glück gehabt mit dieser Schule und diesen Lehrern.
Comment von Markus Breuer — 6. Oktober 2009 @ 10:22
[...] http://www.ruhrbarone.de/wie-gut-sind-waldorfschulen/ a few seconds ago from firestatus [...]
Pingback von Michél (identicomrade) 's status on Tuesday, 06-Oct-09 08:33:07 UTC - Identi.ca — 6. Oktober 2009 @ 10:33
Die Sache mit der Waldorfschule ist jenseits unterschiedlicher subjektiver Erfahrungen von Kindern und Eltern im Grunde genommen sehr einfach. Wer die verständlicherweise in ihrer Entstehungszeit befangenen Lehren Steiners heute noch als Leitlinien für Inhalt, Form und Didaktik einer Schule nimmt,der ist gelinde gesagt ideologische befangen und sachlich nicht auf dem Stand des Wissens, den eine (Aus)bildung fürs heutige Leben erfordert.Daran kann selbst der beste Lehrer samt Ganzheitlichkeitsansatz nichts ändern.
Dass dann trotzdem eine Menge lebens- und gestaltungsfähiger Menschen dabei herauskommen, ist - wie auch bei manch anderen Schulen - nicht die Leistung der Schule sondern vor allem der Schüler und der Eltern.
Comment von Arnold Voß — 6. Oktober 2009 @ 11:45
@ Markus Breuer
Ich selbst bin übrigens kinderlos, kinderlieb und kein Lehrer
Ein dankenswerter Beitrag zur Versachlichung in diesem Forum. Viele Schulkindereltern haben ja sonst oftmals so ein furchterregendes Glühen in den Augen
Comment von Martin — 6. Oktober 2009 @ 14:36
Was? Keine Kontrollen?
Ist das in der Schweiz auch so? Weil hier habe ich mehrere Leute kennengelernt, die ohne Probleme ins staatliche Gymnasium wechselten (geographisch bedingt, Umzug etc.) und keine Probleme mit dem Stoff hatten. Vielleicht liegt es am deutschen … Kultus (?) -ministerium?
Comment von Dingsda — 6. Oktober 2009 @ 14:41
@ Dingsda
meintest du vielleicht deutsche Okkultusministerien?
Fritz Beckmannshagen, ?Rudolf Steiner und die Waldorfschulen?, S.29:
?Der Kenner der pädagogischen Psychologie und ihrer umfangreichen Entwicklungsforschung steht verblüfft vor diesem kargen Modell [i.e. der Steinerschen Jahrsiebtelehre] und fragt sich vergeblich, wie ein renommiertes Schulsystem seit über sechzig Jahren, unbekümmert um die Fortschritte der Wissenschaft, danach arbeiten kann. Möglicherweise liegt gerade in der Anspruchslosigkeit des ?Gerätes? seine Durchschlagkraft; dieses kann schließlich jeder begreifen und handhaben, auch ohne pädagogische Examen. Möglicherweise liegt sie auch in der okkulten Ableitung des ganzen oder aber in der schier unbegreiflichen ministeriellen Duldung und Förderung.
(?)
Heute [1984!] sind die Kultusministerien einiger Länder bezüglich der Waldorfschulen total unkritisch und unangemessen großzügig geworden. Ich kann mir dieses irrationale Verhalten nur erklären, indem ich vermute, daß an wichtigen Stellen der Ministerien stille Förderer der Bewegung sitzen und lenken, so daß man bald zutreffend von Okkultusministerien spricht?.
Comment von Andreas Lichte — 6. Oktober 2009 @ 17:13
@ dingsda
… und Okkultusministerien heute [2009]?
Prof. Hermann Avenarius, einer der renommiertesten Deutschen Schulrechtler, stellte kürzlich in ?Frontal 21?, ZDF, fest, dass die Ausbildung der Waldorflehrer ein Verstoß gegen das Grundgesetz ist, da die im GG genannten Mindestanforderungen nicht erfüllt werden ? GG, Artikel 7, Absatz 4, Satz 3: “Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn die privaten Schulen (?) in der wissenschaftlichen Ausbildung ihrer Lehrkräfte nicht hinter den öffentlichen Schulen zurückstehen ?”
FRONTAL21, 10.03.2009, Kritik an Waldorf-Lehrern: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/710932?inPopup=true
Comment von Andreas Lichte — 6. Oktober 2009 @ 17:18
Mein Sohn besuchte eine Waldorf sehr erfolgreich. Er zeigt heute in seinem Studium, dass er selbstbewusst und weitsichtig ist. Ich empfehle den Eltern: Seht Euch das Personal der staatl. Schulen an und entscheidet, ob Ihr Eure Verantwortung für Eure Kinder an solche Personen abgeben wollt.
Comment von Kotzlowski — 7. Oktober 2009 @ 06:30
@ Kotzlowski
Sie schreiben: “Seht Euch das Personal der staatl. Schulen an und entscheidet, ob Ihr Eure Verantwortung für Eure Kinder an solche Personen abgeben wollt.”
Typisch Waldorf: die “Böse Staatsschule”, kommt ja auch im Bericht oben vor, Zitat: “Geläutert machte ich mich auf den Weg zu der in Waldorfkreisen geächteten, bösen ?Staatsschule? (so der Waldorf-Sprachgebrauch).”
Sie geben dem Ganzen jetzt auch noch eine persönliche Note - Ganz toll!
Comment von Andreas Lichte — 7. Oktober 2009 @ 11:03
Herr Lichte, ich finde es bezeichnend, dass Sie nicht einmal den Versuch unternehmen, die Frage zu beantworten, die ich Ihnen mehrfach gestellt habe. Ich ziehe, daruas und aus Ihren Kommentaren hier folgenden Schluss: Ihnen geht es nicht um eine offene Diskussion, auch scheinen Sie die Verfasser des hier verbreiteten Beitrags nicht zu kennen bzw. stehen nicht in Kontakt zu diesen. Es war einfach nur so “schön geeignet” für Sie, um Ihre Sichtweise zu illustrieren. Ihnen geht es einfach nur darum, möglichst gründich “Aufklärung” in Gestalt von Hetze gegen die Waldorf-Schulen zu betreiben.
Schämen Sie sich!
Es ist gewiss nicht so, dass ich die Waldorf-Schulen und die dort betriebene Pädagogik sehr mögen würde. Wie gesagt: Ich halte einiges bei den Waldorf-Schulen für problematisch.
Aber Ihnen, Herr Lichte, glaube ich kaum ein Wort - jedenfalls nicht im Bezug auf das Thema Waldorf-Schulen. Sie bemühen sich nicht um objektive Sichtweisen, sondern Sie betreiben eine Art “Aufklärung”, die im Kern wesensgleich ist zu den Informationen und Desinformationen, die eine Seite wie “PI-News” über die muslimische Bevölkerung bietet.
Damit ist Ihre Art von “Aufklärung” gut zu vergleichen.
Ansonsten werden Sie sicherlich ein guter und wertvoller Mensch sein, Herr Lichte - aber in Ihrem Haupt- und Magenthema, da ist Ihnen nicht zu trauen. Sie betreiben selbst eine Art Okkultismus, nämlich eine finstere Dämonologie des Waldorfschulwesens.
Pardon.
Comment von John Dean — 7. Oktober 2009 @ 23:10
@ John Dean
Richtig ist: Ich kenne die Autorin des Berichts. Ich stehe mit der Autorin des Berichts in Kontakt.
Ich gebe keine Auskünfte über die PERSÖNLICHEN Motive einer Autorin, die einen anonymen Bericht verfasst hat. Wenn überhaupt, dann könnten Sie sie darum bitten.
Ich erwarte nicht, dass Sie mir glauben. Sie sollten die von mir genannten Quellen prüfen, und die TV-Dokumentation des SWR, “Betrifft: Wie gut sind Waldorfschulen?”, die in der Unterüberschrift verlinkt ist, anschauen: http://www.youtube.com/watch?v=x8aCwm7bzQ4
Comment von Andreas Lichte — 8. Oktober 2009 @ 00:14
Verdorbene Äpfel und faule Birnen!
Das westliche Bildungssystem ist ein knallhartes Ausleseverfahren. In diesen Grundsatz unterscheidet sich auch eine Waldorfschule nicht. Ziel ist es in diesem Ausleseverfahren geeignete Wirtschaftskandidaten auszubilden und fein säuberlich in Schubladen zu trennen - nach sozialem Status, soziale Kontakte und sog. “soft skills”. Dieses unser Bildungssystem ist NICHT an der Optimierung der Wissensvermittlung interessiert, noch will es die persönliche Stärken oder gar das Lernen lehren. Dieses starre Bildungssystem ist nicht darauf aus ein Volk aus Intelligenzbestien zu züchten die eine Gefahr der wahrheitsverschleiernden Imperialisten darstellen würde. Wenn wir über den Tellerrand schauen wissen wir, dass Bildung mit dem sozialen Status Hand in Hand geht - ebenso wie mit der Lebenserwartung. Warum sich mit Überheblichkeit alles schönreden um anderen zu gefallen. In einer Welt in der mehr als 20000 Kinder am Tag sterben, dürfen wir froh sein, Luxusdiskussionen über die Waldorfschule führen zu dürfen.
Daher ein großes LOB für diese kritische Berichterstattung.
Comment von Peter Bartels — 8. Oktober 2009 @ 01:13
Riesen Unterschiede -
Das der obige Horror Bericht incl. seiner Einzelheiten im Großen und Ganzen zutrifft ist für mich nicht verwunderlich. Ich habe mich ab meinem 18. Lebenjahr viele Jahre mit Anthroposophie beschäfftigt - man könnte auch sagen eine Zeit lang WAR ich Anthroposoph einschließlich Mitglied in der AG - und hatte mich zwischen 2000-2009 endgültig von Anthroposophie und ähnlichem los gelöst. Meines Wissens und aus meiner Erfahrung sind die Unterschiede an den W.Schulen insgesamt riesig, natürlich mit einem Mittelfeld. Gerade wer das Pech hat, einen “Neulehrer” zu bekommen hat in der Regel verloren. In dieser Schule und in dieser Klasse ist wohl alles zusammen gekommen was schief laufen kann, inkl. der verbreiteten Mentalität (sicher nicht in jeder W.schule) die Dinge möglichst lange unter den Teppich zu kehren um den schönen Schein nicht zu stören oder um den Ruf der Schule nach außen intakt zu halten.
Was der eine Vorkommentator über Verschwörungstheorien sagte ist sowohl dumm als auch eine Beleidigung für die Intelligenz von eigenständig denkenden. Was hat das Killer-Schein-Argument der Verschwörungstheorie mit einer sachlichen Auseinandersetzung der INHALTLICH berechtigten Kritik an schwarzen Zuständen in manchen Waldorfschulen zu tun ?
Zurück, es gibt mit Sicherheit auch W.schulen, wo man mit solchen Mobbing Problemen anders umgehen würde, weil dort ein Lehrerkollegium tätig ist, bei denen Leute fähig sind die Sache nicht zu verdrängen sondern aktiv anzugehen.
Man muß wohl bei jeder Waldorfschule sehr intensiv vorher prüfen, wie es um Sie bestellt ist, möglichst Insider Infos einholen usw und genau wissen, welchen Klassenlehrer das Kind bekommt.
Wo viel Licht, da kann extremer Schatten sein, was aber das Licht nicht ausschließt, wenn eine Schule reife Lehrer hat, die mit kontroversen Situationen umgehen kann.
Ich hätte allerdings auch das Kind nach spätestens einem Jahr von der Schule geholt.
Comment von Dirk Spengler — 8. Oktober 2009 @ 08:24
Achtung Fehler bitte meinen Kommentar korrigieren —zwischen 200-2002 von A gelöst
Comment von Dirk Spengler — 8. Oktober 2009 @ 08:25
Zitat Welle: “In Essen wurde vor Jahren ein Lehrer wiederholt der Gewalt gegen Schüler bezichtigt. Erst nach sehr langer Zeit entfernte man ihn aus dem Dienst.”
Ich kenne einen Fall, wo sich ein Lehrer mehrfach an Schülerinnen vergriffen hat und sie ständig sexuell belästigt hat. Die Schule alleine hat nichts gemacht - sowas konnte ja schließlich nicht sein - obwohl viele Schüler dies bestätigen konnten! Irgenwann ging die ganze Sache dann zur Staatsanwaltschaft, aber nichts geschah - der Lehrer durfte weiter unterrichten! Erst nachdem über Eltern eine “einstweilige Verfügung” beim ministerium erreicht wurde, wurde er versetzt. schließlich war dann die zuständige staatsanwältin der meinung, dass ja noch nichts passiert sei, auch wenn es die ganzen augenzeugen gibt und alles was getan wurde ist, diesen lehrer zu versetzen. dieser vorfall wiederholte sich einige male, bis dieser lehrer wieder an der gleichen schule rauskam, wie am anfang und jetzt weiter seinen unterricht machen und schülerinnen betatschen kann…
wenn man sich die beiträge in den alternativen medien so ansieht, stellt man sich die frage, ob es nicht vielleicht besser wäre, unsere kinder selbst zu unterrichten und sie dann nur noch zum abi oder so prüfen zu lassen. - aber leider geht das ja nicht und so müssen unsere kinder weiterhin in diese einrichtungen gehen, in denen ihnen ihre eigene meinung aufgezwungen wird und wo sie staatsgerecht erzogen werden - wie roboter!
Comment von Torsten — 8. Oktober 2009 @ 10:18
Hallo erstmal
Ich muss mich doch sehr wundern.
Meine Tochter besucht auch eine Waldorfschule in der 1.Klasse, und es ist keinesfalls so, als hätte ich nicht gewusst, das dort Klassen mit bis zu 38 Kindern existieren.In der Klasse meiner Tochter sind 28 Kinder.Das die Klassen für einige Unterrichtsfächer geteilt werden, hat die Autorin wohl vergessen zu erwähnen.An einigen Schulen gibt es auch so genannte “Klassenhelfer/innen” die den Klassenlehrer/in in ihrer Arbeit unterstützen.
Bei Elternabenden habe ich noch nicht festgestellt, das irgendwelche Fragen geblockt werden.Das Feiern, Fahrten etc.festgelegt sind ist ja wohl nichts besonderes.Dies dürfte an jeder anderen Schule auch so sein.Es wäre mir jedenfalls neu, das Eltern ein Mitspracherecht bei der Planung von Klassenfahrten etc. haben.
Ich habe noch auf keinem Elternabend/Infoveranstaltung gehört…”Rudolf Steiner hat gesagt ….”
Soweit ich weiss, ist jede Waldorfschule, nicht gleich Waldorfschule ( wie übrigends auch jede andere Schule ).
Ich denke damit ist alles gesagt.
Ich frage mich warum die Autorin 4 Jahre lang gewartet hat, ihren Sohn von dieser Schule zu nehmen.Wenn was faul ist, sollte man das spätestens nach einem Jahr geschnallt haben und reagieren.
Hier mal ein paar Links (Wahllos herrausgesucht)
http://www.abendblatt.de/hamburg/article593738/Schueler-misshandelt-Lehrer-unter-Verdacht.html
http://www.grundschule.de/forum/q_t_is_1340/viewtopic/LehrerinschicktGrundschler3KlassevordieTr.html
http://www.az-web.de/lokales/heinsberg-detail-az/1058298/Grundschule-Weidengrund-Verfahren-gegen-Lehrer-eingestellt
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,294574,00.html
Und so weiter, und so weiter …
Mobbing und Gewalt scheint jedenfalls kein Waldorfspezifisches Thema zu sein.Auch wenn der Artikel das suggerieren möchte.
Ich weise nochmal darauf hin, das nicht an jeder Waldorfschule die gleichen Bedingungen herrschen.Und die Autorin hätte gut daran getan, zu schreiben “An der Waldorfschule meines Sohnes….herrscheten folgen Zustände….etc”
Warum sie das nicht getan hat ? Darüber kann sich ja jeder selbst ein Bild machen.
gruss
Comment von Max Merkel — 8. Oktober 2009 @ 13:13
@ Max Merkel
Sehr geehrter Max Merkel,
Sie schreiben: “Ich weise nochmal darauf hin, das nicht an jeder Waldorfschule die gleichen Bedingungen herrschen. Und die Autorin hätte gut daran getan, zu schreiben ?An der Waldorfschule meines Sohnes?.herrscheten folgen Zustände?.etc? Warum sie das nicht getan hat ? Darüber kann sich ja jeder selbst ein Bild machen.”
Wie soll sich “jeder darüber selbst ein Bild machen”? Was wollen Sie damit sagen?
Geben Sie doch bitte den Namen Ihrer Waldorfschule an. Das sollte für Sie ja kein Problem sein, da Sie sie loben. Ach ja: Ich setze voraus, dass “Max Merkel” Ihr wirklicher Name ist, oder bin ich da vielleicht zu naiv?
Comment von Andreas Lichte — 8. Oktober 2009 @ 14:14
Wie immer auch der Sachverhalt sein mag: Verallgemeinerungen sind immer falsch, handle es sich um Institutionen oder um Individuen. Differenzierte Betrachtungen werden zugegebenermaßen immer seltener. Menschen sind überall Menschen, in welchem Zusammenhang auch immer und dort wo Menschen sind, bestehen Entwicklungsmöglichkeiten. Das Problem entsteht erst dort, wo man diese nicht mehr sehen kann oder will. Dies ist auf Seiten des Klägers ebenso der Fall wie auf Seiten des Beklagten.
Comment von Fritz Frey — 8. Oktober 2009 @ 16:58
[...] 2009 October 8 tags: respons, waldorfkritik by zooey the debate over the Ruhrbarone article on waldorf schools continues. I noted, the other day, that discussion (if we can even call it that) [...]
Pingback von fake debate « zooey — 8. Oktober 2009 @ 19:16
Herr Lichte fragt mich - in meinem Blog - nach meinem Impressum. Für mich klingt das nach einer verklausulierten Drohung - ihm gefiel mein kritischer Kommentar wohl nicht.
Schade. Diskussion: geht anders.
Comment von John Dean — 8. Oktober 2009 @ 23:19
Zunächst mal scheint dieser Bericht sehr subjektiv zu sein und nicht wirklich die Sache selbst zu treffen, da es überall Missstände gibt und geben wird. Was die Einstellung zum Mobbing unter Grundschulkindern angeht, scheint mir die Haltung in der staatlichen Pädagogik nicht viel anders zu sein. Dort begegnet man m. E. auch stets der Einstellung, dass Raufen und Hänseln eben zur Kindheit dazugehört. Die Aussage, dass Eurhythmie an Schwulsein erinnere, sagt ja wohl mehr etwas über das geistige Niveau des Verfassers aus und kann ja wohl kein Gewicht als seriöses Argument haben. Manches liegt natürlich auch an den Eltern selber, wenn sie sich zu wenig mit dem auseinandersetzen, worauf sie sich einlassen; z.B., dass Anthroposophen was gegen Plastikspielzeug haben, ob zu Recht oder zu unrecht sei erst mal dahingestellt, ist ja nun ein alter Hut, wer darauf nicht gefasst ist, hat sich ja nun wirklich vorher schlecht informiert. Was ebenso wenig bekannt ist: auch die Redewendung ??nicht sein kann, was nicht sein darf? geht auf einen Anthroposophen, nämlich Christian Morgenstern zurück.
Als ich dann den Namen des Einsenders Andreas Lichte las, kam mir dieser irgendwie bekannt vor. Mit Google war dann alles klar: Andreas Lichte war der Assistent des evangelischen Sektenbeauftragten Thomas Gandow und hat vor zwei Jahren den berüchtigten Antrag auf Indizierung eines Buches von Rudolf Steiner gebracht. Außerdem hat er eine Ausbildung an einem Seminar für Waldorflehrer begonnen und seltsamerweise währenddessen erst festgestellt, dass er es ja mit einer esoterischen Sekte zu tun hat. Jedenfalls ist er offensichtlich mit seinen Diffamierungsaktivitäten bei den davon Betroffenen schon längst als ?Anthroposophenjäger? bekannt. Sein Ziel ist die Waldorfpädagogik die staatliche Zulassung zu entziehen, weil die Lehrerausbildung dort nicht den wissenschaftlichen Standards entspreche.
Meine Meinung dazu ist nach wie vor: Wenn die insbesondere evangelische Kirche ihr mangelndes eigenes Profil mit der Hetze gegen neuere und kleinere Glaubensrichtungen verdeckt, ist das sehr bedenklich. Solche Vorgänge sind kennzeichnend für unsere Gesellschaft, in der nur bedingt Glaubens- und Meinungsfreiheit existiert - im Unterschied z.B. zur USA -, da hier schon alleine der Verdacht etwas mit einer ?Sekte? zu tun zu haben, den Ruf von Personen und Gruppen zerstören kann. Wäre dies anders, wären die Aktivitäten solcher Sektenjäger ja auch nur Teil des pluralen Meinungsspektrums. Nur hierzulande wird die Sektenjagd eben staatlich gefördert und entspricht damit subtil durchaus dem, was früher Inquisition hieß (wie Hubertus Mynarek herausgearbeitet hat). Es ist eben dieses Ungleichgewicht, mit der neuere religiöse Minderheiten von ganz offizieller Seite schikaniert werden dürfen, während gleichzeitig die Kritik an oder Belustigung über archaische Religionen wie Judentum oder Islam den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllt.
Comment von Sebastian Hartig — 9. Oktober 2009 @ 00:21
@ Jean Dean
ich habe nach einer Möglichkeit gesucht, Sie zu kontaktieren. Und nicht gefunden. Deshalb die Frage nach dem “Impressum”. Dann habe ich Sie gebeten, mich zu kontaktieren, über die Ruhrbarone.
Wenn Sie Wert auf eine Diskussion legen, dann kontaktieren Sie mich.
Comment von Andreas Lichte — 9. Oktober 2009 @ 10:31
@ Sebastian Hartig
Richtig ist: Ich habe für kurze Zeit - ein halbes Jahr - mit dem Sekten- und Weltanschauungsbeauftragten der Evangelischen Kirche, Pfarrer Thomas Gandow, zusammengearbeitet. Ziel dieser Zusammenarbeit war eine Tagung über die Anthroposophie und Waldorfpädagogik. Diese Veranstaltung wurde von der Kirchenleitung verhindert. Siehe:
“Chronik eines unausgesprochenen Verbotes”, http://www.novo-magazin.de/82/novo8216.htm#i_box2
Schon allein daran können Sie erkennen, dass ich nicht für die Evangelische Kirche tätig bin. Die Evangelische Kirche kooperiert im Rahmen der freien Schulträger mit den Waldorfschulen. Völlig falsch ist also, dass die Evangelische Kirche in irgendeiner Form gegen die Anthroposophie vorgeht.
Comment von Andreas Lichte — 9. Oktober 2009 @ 10:48
1. Ich finde Skepsis gegenüber destruktiven Sekten grundsätzlich gut. Abgeschlossene Weltbilder, die in abgeschlossenen sozialen Gruppen gepflegt werden, sind für die Gesellschaft und - das wäre das Wichtigste - ihre Mitgliedern schädlich. Anthroposophie mag in sektenförmiger Weise betrieben werden, und darf dann selbstverständlich kritisiert werden, und das erst Recht, wenn Kinder solchen Dingen ausgesetzt werden.
Als Kinder können sie sich nämlich kaum dagegen wehren.
2. Sind Waldorf-Schüler einer destruktiven Sekte ausgesetzt bzw. werden sie im Sinne einer Sekte geschult?
Das wäre ein harter Vorwurf - und sollte belegt werden.
3. Ich habe kaum Zweifel daran, dass die Ausbildung von Waldorf-Lehrern auf den Prüfstand gehört. Darüber hinaus: Sollte die Ausbildung von Waldorf-Lehrern einseitig oder gar sektenmäßig auf R. Steiner bezogen werden, ist das ausgesprochen kritikwürdig.
Mit Inquisition hat das wenig zu tun.
4. Mich stört nach wie vor der unsachliche Ton im Ausgangsbeitrag und in den Kommentaren von Herrn Andreas Lichte.
5. Falls das Recherchieren mittels Google zählt (ich finde es zählt eher wenig), dann ist der erste Suchtreffer zum Thema Mobbing und Waldorfschulen ein Hinweis darauf, dass man auch an Waldorfschulen dieses Thema ernst nimmt. Den Text von Kriminalhauptkommissar Herman Dengel empfehle ich:
http://www.waldorfschule-ludwigsburg.de/fileadmin/DokuArchiv/Vortraege/mobbing-schule.pdf
6. Ich denke, der Bericht im Ausgangsbeitrag ist vor allem eine Geschichte über einen Mobbingvorfall.
Warum man dieses Thema verallgemeinern muss (frei nach dem Motto: An Waldorfschulen wird besonders viel gemobbt) und das dann mit mit einer gründlichen Kritik an Steiners Anthroposphie verbindet, verstehe ich nicht so recht.
Vielleicht kann bzw. mag das Herr Lichte erklären bzw. für seine Leser/innen erhellen, was das Thema Mobbing mit anthroposophischer Pädagogik zu tun hat.
Im Allgemeinen gilt doch eher die Meinung, dass soziales Verhalten an Waldorfschulen eher besser vermittelt wird. Viele ehemalige Waldorfschüler loben den sozialen Zusammehalt, den sie erleben durften.
7. Völlig unabhängig von der Anthroposophie-Diskussion könnte man - denke ich - feststellen, dass es recht viele unterdurchschnittliche Waldorfschulen gibt. Ich kenne in meinem Bekanntenkreis hauptsächlich Leute, die zu ihrer Ausbildung in einer Waldorfschule in nachhinein entweder “schlecht” oder “geht so” sagen. Es gibt allerdings auch solche, die von der besonderen Förderung der Kreativität profitiert haben - und heute mit ihren Talenten Firmen gegründet haben und Arbeitsplätze schaffen.
Ich meine, Gesellschaft und Waldorfpädagogik haben sich auseinander entwickelt. Unsere Gesellschaft hat vermehrt Züge einer Anpassungs- und Leistungsgesellschaft angenommen. Aber vielleicht ist es so, dass gerade darum Waldorfschulen - trotz allem - als Angebot wertvoll sind.
Unsere Gesellschaft braucht Vielfalt.
Comment von John Dean — 9. Oktober 2009 @ 11:10
Sehr geehrter Herr Lichter,
Namen, ja Namen sind Schall und Rauch.
Aus diesem Grunde dürfen Sie mich auch weiterhin Max Merkel nennen.
Ich mache einen Vorschlag zur Güte :
Sie nennen den Namen der Schule von der die Autorin spricht(kann ja nix mehr passieren, der Sohn ist ja nicht mehr dort
), und ich revangiere mich dann mit dem Namen der Schule an der ich überaus zufrieden bin !
gruss MM
Comment von Max Merkel — 9. Oktober 2009 @ 11:51
@ John Dean
Sie schreiben: “Vielleicht kann bzw. mag das Herr Lichte erklären bzw. für seine Leser/innen erhellen, was das Thema Mobbing mit anthroposophischer Pädagogik zu tun hat.”
Es ist tatsächlich passiert, was ich vorhergesehen hatte: vier Worte - “Zugesandt von Andreas Lichte” - am Endes eines Beitrages, der nicht von mir ist, führen dazu, dass nur noch über mich diskutiert wird. Ich bitte Sie nochmals, mich persönlich zu kontaktieren. Ich möchte hier keine One-Man-Show abliefern.
Ich versuche aber, Ihre Frage zum Mobbing an Waldorfschulen zu beantworten, die Hauptursachen sind:
- die katastrophale Ausbildung der Waldorflehrer
- die nicht vorhandenen Strategien zur Bekämpfung von Mobbing: Es gibt keine klaren, auf die heutige Schul-Realität anwendbaren Anweisungen Rudolf Steiners, und anderes als Steiner spielt in der Waldorfpädagogik keine wesentliche Rolle
- Probleme an Waldorfschulen werden nicht nach aussen getragen, nicht öffentlich gemacht. Also werden sie auch nicht aufgearbeitet.
Comment von Andreas Lichte — 9. Oktober 2009 @ 12:50
“GEWALT AN WALDORFSCHULEN” ? TV-Beitrag von “Ländersache”, SWR
“Die Waldorfschulen gelten gemeinhin als ein Ort der Harmonie, an dem nicht nur gebüffelt, sondern auch, gebastelt, getanzt und musiziert wird. Die Schule verspricht, die Kinder kreativ und ganzheitlich zu fördern. Ohne Notendruck und Frühauslese. Doch eine Studie weist jetzt auf Missstände hin, die man hier gerade nicht vermutet hätte.”
“Der bekannte Kriminologe Christian Pfeiffer untersucht regelmäßig Gewalt an Schulen. Erstmals wurden jetzt auch Waldorfschüler befragt. Ihre Antworten stellen das Klischee auf den Kopf. In der vierten Klasse beklagen sich Waldorfschüler deutlich häufiger als Grundschüler darüber getreten und gehänselt zu werden.”
CHRISTIAN PFEIFFER, KRIMINOLOGE ? O-Ton Pfeiffer: “An den Waldorfschulen haben wir, was die einfachen Körperverletzungen angeht, dass man jemand mit der Faust ins Gesicht schlägt, dass man rangelt ihn zu Boden wirft und ähnliches tut. Das ist an Waldorfschulen sehr, sehr häufig.”
Off: “Wie weit das im Einzelfall gehen kann, schildert uns der Vater eines ehemaligen Waldorfschülers.”
Anonymer O-Ton: “Ich war natürlich damals als Vater absolut empört, erfahren zu müssen, dass die angeblich schützende Atmosphäre an der Waldorfschule nichts anderes war als eine Atmosphäre, in der gerichtete und destruktive und langandauernde Gewalt gegen meinen Sohn praktiziert wurde und auch praktiziert werden konnte.”
Off: “So könnte es gewesen sein. Der Vater sagt, der Junge sei über Monate nahezu jeden Tag verprügelt worden, z.T. mit Stöcken, immer in der Konstellation mehrere gegen einen … in einem Schulhofteil, der so gut wie nie beaufsichtigt wurde. Auch eindeutige Warnsignale wie verdreckte Kleidung verstörtes Verhalten seien konsequent ignoriert worden. Nachdem über Monate die Prügeleien abgestritten wurden, räumte die Schule am Ende doch Versäumnisse ein Zitat:
»Wir bedauern, daß wir die von ihnen geschilderten Vorfälle nicht rechtzeitig erkannt und abgestellt haben.«”
Anonymer O-Ton: “Die Möglichkeit. dass die eigenen Schüler, die morgens im Morgenkreis sich anfassten und irgendwelche frommen Gesänge da von sich gaben, dass die gleichen Schüler sich hinter dem Rücken der Lehrer sich derart brutal drangsalierten, das schien aus meiner Sicht im Bewusstsein der Lehrer nicht ansatzweise verankert zu sein. Gewalt gibt?s woanders, aber nicht bei nicht bei uns, dass ist so die große Überschrift.”
Off: “Die obersten Waldorfpädagogen finden es dagegen gar nicht so ungewöhnlich, dass auf ihren Pausenhöfen so oft die Fetzen fliegen. Schüler seien so in diesem Alter und würden hier gerade nicht in Watte gepackt.”
TO-Ton Hartwig Schiller ? BUND DER FREIEN WALDORFSCHULEN: “An der Waldorfschule tritt in diesem Alter in der vierten Klasse, die Beschäftigung mit der nordischen Mythologie auf, da wird sich auch mit Wikingern beschäftigt und solchen Leuten, die auch keine ganz zarten Gestalten waren, das hängt zusammen mit einer Entwicklung, wo das Kind nach außen hin sehr stark einen Ansatz hat sich mit seinen Impulsen in der Welt zu verwirklichen, und da wird die Beziehung zum Mitschüler unter Umständen robust”
O-Ton Peter Loebell ? DOZENT AM WALDORFLEHRERSEMINAR: “Vierte Klasse, da tobt sich eine gewisse Gewaltbereitschaft unter den Schülern aus, an den Waldorfschulen mindestens genauso wie an den anderen Schulen, in der neunten Klasse, da zeigt sich ein völlig anderes Bild”
Off: “Das stimmt so nicht. In Klasse neun werden sogar mehr Waldorfschüler Opfer von Prügeleien als an den verrufenen Hauptschulen”
CHRISTIAN PFEIFFER, KRIMINOLOGE ? O-Ton Pfeiffer: “da können sie mit Hauptschulen leider mithalten, also Intensivtäter, Hochkriminelle findet man kaum an Waldorfschulen, aber sehr wohl aggressives Potential, was die Lehrer zu wenig im Griff haben”
Off: “Dabei gibt es die klassischen Gewalttreiber hier kaum: Kinder aus der Unterschicht findet man hier selten, Migrantenkinder praktisch gar nicht. Dafür viele aus privilegierten, bildungsbürgerlichen Kreisen, die wenig Fernsehgucken und Computerspielen. Woran aber könnte es dann liegen?”
CHRISTIAN PFEIFFER, KRIMINOLOGE - O-Ton Pfeiffer: “Wir führen es darauf zurück, dass die Quote der Familien, wo man schon an den äußeren Daten ? Scheidung, Trennung ? merkt, da ist vieles im argen, da haben die Kinder viel aushalten müssen, die ist an Waldorfschulen höher als etwa an Gymnasien, mir scheint es so, dass manche Eltern gerade weil sie Schwierigkeiten hatten, sagen, für mein Kind jetzt aber das beste, sie bekämpfen ihr schlechtes Gewissen über die Probleme die es gegeben hat, damit dass sie das Kind in dann eine besondere Schule geben.”
Off: “Pfeiffer ist optimistisch, dass die Waldorfschulen diesen Problemen konstruktiv begegnen werden. Schließlich habe er nicht nur schlechte Nachrichten mitgebracht. An Waldorfschulen herrsche insgesamt ein gutes Schulklima und rechtsradikale Neigungen seien hier im Gegensatz zu allen anderen Schulformen praktisch unbekannt.”
Comment von Andreas Lichte — 9. Oktober 2009 @ 12:53
Steiner und sein Hintergrund - hinterfragt
Hallo alle zusammen,
nachdem ich bis zum Kommentar 16 gekommen bin, fing ich an, nach unten zu rollen. So viel Befürworter, so viel Mahner -
Persönlich habe ich keine Erfahrungen zu diesen Privatschulsystemen.
Mein schwacher Eindruck tendiert allerdings in die ablehnende Richtung.
Warum?
Wenn etwas dran ist, an den sehr gut überdeckten tatsächlichen Absichten dieses hmh, Erziehungssystems, dann wäre es mir zu heikel - die Konsequenzen für meine Kinder wären zu bindend für ihr Leben.
Ich schreibe hier, weil ich mich erinnere, gelesen zu haben, daß Master Steiner ein/der Schüler von Aleister Crowley war.
In diesem Falle ist es für mich nicht nachvollziehbar, wie jemand sich von seiner schwarzmagischen Ader lösen können sollte und dann ein ganz tolles Lernsystem entwickelt, auf das die Menschheit wartet, seit es so etwas wie Schulen gibt. Glaub ich nicht.
Ob die staatl. Schulen der BRD das gelbe vom Ei sind oder wenigstens in der Nähe, ist eine ganz andere Frage.
Comment von kutikinsusinak — 9. Oktober 2009 @ 14:47
Zitat: “Also liebe Ruhrbarone: Wenn ihr einen Artikel veröffentlicht, solltet ihr auch etwas zum Autor schreiben. Herr Lichte versucht schon seit einiger Zeit seine weltbewegenden Verschwörungstheorien im Internet zu verbreiten, denn er hatte plötzlich die Erleuchtung und die anderen Menschen stecken schon im ?bösen Waldorfsystem? drin. Selbst öffentliche Gegendarstellungen, z.B. vom deutschen Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger, hielten ihn nicht davon ab seine etwas realitätsferne Propagandaschlacht gegen die Waldorfschulen fortzuführen.”
und zusätzlich macht es den Endruck, dass der Verfasser zu DDR-Zeiten mit Angela Merkel und Co. zusammengearbeitet hat; in der DDR hat sich der Staat ja besonders gut um die Kinder “gekümmert” (Ganztagsbetreuung); is ja das, was die “Familienministerin” auch anstrebte. Die Mütter sollen arbeiten gehen und die Kinder sollen dem Staat übergeben werden. Da passt natürlich eine den menschenachtende Waldorf-Erziehung nicht hin.
Comment von http://deutscherufenumhilfe.oyla10.de — 9. Oktober 2009 @ 15:09
Mir würde es zwar im nicht im Traume einfallen, Waldorfschulen zu verteidigen — wer sich eine Weile mit Herrn Steiner und seinen Ansichten befasst hat, hat damit schon genug Gründe, einen sehr großen Bogen um Anthroposophen und Waldorf zu machen.
Trotzdem kann ich mich einem Kommentator hier in einer Beziehung anschließen, was dieses Zitat aus dem Bericht angeht:
“Mein Sohn empfand die Eurythmie eher irdisch ?als schwul sein? oder ?schwul werden?.
Bei sowas bleibt mir wirklich die Spucke weg. Warum gibt es Kinder, die solche Aussagen treffen? Entweder von den Eltern gelernt — in dem Fall ist wahrscheinlich sowieso Hopfen und Malz verloren, Waldorf oder nicht. Oder in der Schule gelernt — in dem Fall müßte Sohnemann mal ordentlich der Kopf gewaschen werden, statt den Ausdruck auch noch zu zitieren.
Schwul sein ist nichts Schlimmes, und schwul “wird” man nicht plötzlich. Wer das Wort trotzdem in diesem Sinne benutzt, ordnet sich selbst in jeder Beziehung als “unterste Schublade” ein. Herzlichen Glückwunsch.
Comment von sweetdreams — 9. Oktober 2009 @ 15:17
Hier noch ein paar Links die Themenrelevant sein dürften.
http://www.nna-news.org/news/de/index.cgi/070716-01DE_FAZ-GEWALT-WALDORSCHULEN.html
http://www.waldorfschule-hessen.de/01_aktuelles/PDF/gewalt_an_fws_www.pdf
http://www.waldorfschule-hessen.de/01_aktuelles/PDF/info_102_gewalt_an_fws_2.pdf
http://www.nna-news.org/news/de/index.cgi/070716-01DE_FAZ-GEWALT-WALDORSCHULEN.html
grüsse
Comment von Max Merkel — 9. Oktober 2009 @ 16:33
Prof. Dr. Pfeiffer? Ach ja…
Der Professor war schon für einige wichtige wissenschaftliche Durchbrüche verantwortlich.
Erinnert sich noch einer an seine Entdeckung, wonach der (angebliche) Hang ostdeutscher Jugendlicher zum Rechtsextremismus daher kommt, dass sie in der Kinderkrippe gemeinsam auf dem Töpfchen sitzen mußten?
Aber dass der SWR bei dem Namen nicht zusammenschreckt, war er doch mit einem Gutachten Gutachten Auslöser einer der größten Enten der jüngsten Mediengeschichte: Den “Fall Sebnitz”. Genauer: http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Pfeiffer_(Politiker)
Comment von Louis — 9. Oktober 2009 @ 17:10
@kutikinsusinak
Das mit Aleister Crowley ist doch auch wieder eines dieser unbewiesenen Gerüchte, die von erklärten Waldorfgegnern ausgestreut wurden, mehr brauche ich dazu jetzt nicht zu sagen.
@Andreas Lichte
Gut, dann sind sie in diesem Sinne nicht für die Kirche tätig.
Das Verhalten der evangelischen Kirche scheint mir in der Tat sehr widersprüchlich zu sein. Auf der einen Seite Dialog und Zusammenarbeit, auf der anderen Seite die Sektenbeauftragten, die ja nicht ihre privaten Meinungen vertreten, sondern staatlich gefördert werden, weil sie angeblich eine gemeinnützige Arbeit tun, nämlich über die bösen Sekten aufklären. In Wirklichkeit heißt das dann aber alles, was mit dem eigenen Glaubenssystem nicht vereinbar erscheint, zu diffamieren, damit das eigene als alternativloses Nonplusultra dasteht.
Die von Ihnen erwähnte Tagung wurde nicht wirklich abgesagt, sondern verschoben, aber aufgrund der Beschwerde eines Anthropoposophen, dessen Bitte auch einen Vertreter der Anthroposophie zu Wort kommen zu lassen aber nicht entsprochen wurde. Das muss nun mal so wirken, als wenn den Veranstaltern nicht um einen konstruktiven Dialog, sondern um Ausgrenzung ging.
@John Dean
“Ich finde Skepsis gegenüber destruktiven Sekten grundsätzlich gut.” Im Prinzip ja, aber was destruktiv ist, sieht jeder von seinem weltanschaulichen Standpunkt anders. Wenn damit lediglich kriminelles Verhalten gemeint sein sollte, reicht für die Bekämpfung das Strafrecht. In diesen Diskussionen um die Legitimität der Waldorfpädagogik geht es aber ja oft geradezu darum Rudolf Steiner wegen seiner okkulten Lehren als einen Psychopathen darzustellen, dessen Konzepte verboten oder zumindest keineswegs gefördert werden dürfen, weil sie mit der modernen Wissenschaft nicht vereinbar seien. Aus diesem Grund meint ja auch Andreas Lichte, dass die Waldorflehrerausbildung nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sei.
Was dabei völlig vergessen wird ist dass jede Art von Religion vor diesem Dilemma steht, ob sie mit der modernen Welt und deren aufgeklärtem Denken vereinbar ist. Dennoch werden kaum an die etablierten Religionen dieselben Maßstäbe angelegt wie an die Anthroposophie oder andere “Sekten”. Außer manchen konsequenten Atheisten fordert kaum einer das Verbot von konfessionellen Schulen und von Religionsunterricht an öffentlichen Schulen, sondern Leute wie Andreas Lichte bekämpfen einseitig eine bestimmte religiöse Lehre, ohne zu merken, dass einige ihrer Argumente in ihrer Konsequenz jede Art von Religion treffen würden.
Comment von Sebastian Hartig — 9. Oktober 2009 @ 17:47
Damit mal klar ist, über was wir reden, wenn wir über Rudolf Steiner, die Autorität der Waldorfschulen reden. Möchte irgendeiner der hier immer zahlreicher erscheinenden Anthroposophen die Bundesbehörde BPjM als Teil einer Verschwörung gegen die Anthroposophie bezeichnen?
Aus der Entscheidung der ?Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien? (BPjM) zu Rudolf Steiner, ?Geisteswissenschaftliche Menschenkunde?, Original-Wortlaut:
?Nach § 18 Abs. 1 S. 2 JuSchG sind Medien jugendgefährdend, wenn sie unsittlich sind, verrohend wirken, zu Gewalttätigkeit, Verbrechen oder Rassenhass anreizen.
Der Inhalt des Buches ist nach Ansicht des 12er-Gremiums in Teilen als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen.
Der Begriff der zum Rassenhass anreizenden Medien konkretisiert das allgemeine verfassungsrechtliche Diskriminierungsverbot des Art. 3 Abs. 3 Satz 1 GG. Mithin ist der Begriff ?Rasse? weit auszulegen. Zum Rassenhass anreizende Träger- und Telemedien sind solche, die geeignet sind, eine gesteigerte, über die bloße Ablehnung oder Verachtung hinausgehende feindselige Haltung gegen eine durch ihre Nationalität, Religion oder ihr Volkstum bestimmte Gruppe zu erzeugen, welche zugleich bei Kindern und Jugendlichen einen geistigen Nährboden für die Bereitschaft zu Exzessen gegenüber diesen Gruppen schafft (Nikles, Roll, Spürck, Umbach; Jugendschutzrecht, 2. Auflage; § 18 Rn. 5). Ein Medium reizt mithin zum Rassenhass an, d.h. stellt Rassenhass als nachahmenswert dar, wenn darin Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer anderen Rasse, Nation, Glaubensgemeinschaft o.ä. als minderwertig und verächtlich dargestellt oder diskriminiert werden (Ukrow, Jugendschutzrecht, Rn. 284). Auch wenn ein Medium nicht direkt zum Rassenhass anreizt oder aufstachelt, fällt es dennoch unter § 18 Abs. 1 S. 1 JuSchG, wenn es das namentlich aus Art. 3 und 4 GG ersichtliche Toleranzgebot der Verfassung z.B. dadurch verletzt, dass es Kinder und Jugendliche dazu verleitet, andere zu missachten, die eine andere Hautfarbe, einen anderen Glauben und eine andere Weltanschauung haben (Ukrow; a.a.O.; Rn. 284).
Nach Auffassung des Gremiums finden sich im Achtzehnten Vortrag vom 3.5.1909 (S. 277-294) Textpassagen, die aus heutiger Sicht als Rassen diskriminierend einzustufen sind, weil der Autor darin Menschen verschiedener ethnischer Herkunft aufgrund körperlicher Merkmale in unterschiedliche Wertungsstufen einteilt. Dort wird u.a. ausgeführt:
Was wäre nun geschehen, wenn nun keine Veränderung innerhalb der Erdentwickelung eingetreten wäre? Dann hätten überhaupt die besten der Seelen der polarischen Länder nicht hineinsteigen können in eine physische Körperlichkeit. Und auf der anderen Seite wäre sozusagen die Bevölkerung um den Äquator herum mehr oder weniger dem Untergange verfallen. Weil sie zu früh in eine physische Leiblichkeit hinuntergestiegen war, verfiel sie ja gerade in jene Laster und Untugenden, die zum Untergange von Lemurien geführt haben. Und die Folge war, dass der beste Teil der Bevölkerung auswanderte in jene Gegenden, die zwischen dem Äquator und den nördlichen Ländern lagen. Denn in den lemurischen Zeiten haben wir die zukunftssichersten Glieder der Menschheit in den Zwischenländern zwischen dem Äquator und dem Nordpol. Gerade am besten entwickelten sich die Menschenleiber, die dann wieder Träger werden konnten der besten Menschenseelen, in jenen Gegenden der alten Atlantis, die in der heute sogenannten gemäßigten Zone lagen. (S. 283)
Diejenigen Völker, bei denen der Ich-Trieb zu stark entwickelt war und von innen heraus den ganzen Menschen durchdrang und ihm die Ichheit, die Egoität aufprägte, die wanderten allmählich nach Westen, und das wurde die Bevölkerung, die in ihren letzten Resten auftritt als die indianische Bevölkerung Amerikas. Die Menschen, welche ihr Ich-Gefühl zu gering ausgebildet hatten, wanderten nach dem Osten, und die übriggebliebenen Reste von diesen Menschen sind die nachherige Negerbevölkerung Afrikas geworden. Bis in die körperlichen Eigenschaften hinein tritt das zutage, wenn man die Dinge wirklich geisteswissenschaftlich betrachtet. Wenn der Mensch sein Inneres ganz ausprägt in seiner Physiognomie, in seiner Körperoberfläche, dann durchdringt das gleichsam mit der Farbe der Innerlichkeit sein Äußeres. Die Farbe der Egoität ist aber die rote, die kupferrote oder auch die gelblichbraune Farbe. Daher kann tatsächlich eine zu starke Egoität, die von irgendeinem gekränkten Ehrgefühl herrührt, auch heute noch den Menschen von innen heraus sozusagen gelb vor Ärger machen. Das sind Erscheinungen, die durchaus miteinander zusammenhängen: die Kupferfarbe derjenigen Völker, die nach Westen hinübergewandert waren, und das Gelb bei dem Menschen, dem die ?Galle überläuft?, wie man sagt, dessen Inneres sich daher bis in seine Haut ausprägt. Diejenigen Menschen aber, die ihre Ich-Wesenheit zu schwach entwickelt hatten, die den Sonneneinwirkungen zu sehr ausgesetzt waren, sie waren wie Pflanzen: sie setzten unter ihrer Haut zuviel kohlenstoffartige Bestandteile ab und wurden schwarz. Daher sind die Neger schwarz. ? So haben wir auf der einen Seite östlich von Atlantis in der schwarzen Negerbevölkerung, auf der andern Seite westlich von Atlantis in den kupferroten Völkern Überreste von solchen Menschen, die nicht in einem normalen Maße das Ich-Gefühl entwickelt hatten. Mit den Normalmenschen war am meisten zu machen. Sie wurden daher auch dazu ausersehen, von dem bekannten Orte in Asien aus die verschiedenen anderen Gebiete zu durchsetzen. (S. 286)
Diejenigen, die nach dem Osten hinüberwanderten und die schwarze Bevölkerung wurden, waren stark beeinflussbar durch die Außenwelt, besonders für die Sonnenwirkung, gerade weil sie ein geringes Ich-Gefühl hatten. Nun aber wanderten in dieselben Gegenden, wenigstens in dieser Richtung, Völkerschaften, die ein starkes Ich-Gefühl hatten. Das ist eine Bevölkerung, die sozusagen die östliche Richtung der westlichen vorgezogen hat. Diese hat gemildert die kupferrote Farbe, welche sie bekommen hätte, wenn sie nach Westen gezogen wäre. Und aus ihr entsprang jene Bevölkerung, die ein starkes Ich-Gefühl hatte, das sich die Waagschale hielt mit dem Hingegebensein an die Außenwelt. Das ist die Bevölkerung Europas, von der wir im letzten öffentlichen Vortrag sagen konnten, dass das starke Persönlichkeitsgefühl von Anfang an bei ihr das Wesentliche war. (S. 287)
Sehen Sie sich diese Farben an, von den Negern angefangen bis zu der gelben Bevölkerung hin, die in Asien zu finden ist. Daher haben Sie dort Leiber, die wiederum Hüllen der verschiedensten Seelen sind, von der ganz passiven Negerseele angefangen, die völlig der Umgebung, der äußeren Physis hingegeben ist, bis zu den anderen Stufen der passiven Seelen in den verschiedensten Gegenden Asiens. (?) So dass wir im Grunde genommen zwei Gruppen von Bevölkerungen haben, welche die verschiedenen Mischungsverhältnisse darstellen: auf europäischem Boden die einen, welche den Grundstock der weißen Bevölkerung bildeten, die das Persönlichkeitsgefühl am stärksten ausgebildet hatten, aber sich nicht dort hinwandten, wo das Persönlichkeitsgefühl den ganzen Leib durchdrang, sondern wo das Ich-Gefühl sich mehr verinnerlichte. Daher haben Sie in Westasien, zum Teil auch in den älteren Zeiten in Nordafrika und in den europäischen Gegenden eine Bevölkerung, die innerlich ein starkes Ich-Gefühl hat, aber äußerlich im Grunde genommen wenig sich verliert an die Umgebung, die innerlich starke und gefestigte Naturen sind, aber diesen inneren Charakter nicht der äußeren Leiblichkeit aufgeprägt haben. Dagegen haben wir in Asien Bevölkerungen, die passive, hingebende Naturen sind, bei denen gerade das Passive im höheren Grade zum Ausdruck kommt. (S. 288)
Wenn wir jetzt in die Zeiten zurückschauen, können wir sagen: Daran, dass gewisse Bevölkerungsteile der Erde nicht die Möglichkeit gefunden haben, richtig mit der Erdentwickelung Schritt zu halten in der Herausentwickelung ihres Ichs, daran können wir uns die Lehre nehmen, wie viel verfehlt werden kann in bezug auf die Entwickelung des höheren Ichs aus dem niederen Ich. (S. 291)
Da gab es zum Beispiel in der alten Atlantis Völker, die dann zu Indianern geworden sind, die sich sozusagen verloren haben von der Erdenbevölkerung. (?) Und sie haben dieses Ich so stark entwickelt, dass es bei ihnen bis in die Hautfarbe gegangen ist: sie wurden eben kupferrot. Sie haben sich in der Dekadenz entwickelt. (S. 291/292)
Das andere Extrem waren die, welche da sagten: Ach, das Ich ist nichts wert! Das Ich muss sich selber ganz verlieren, muss ganz und gar aufgehen, muss sich alles sagen lassen von außen! ? In Wirklichkeit haben sie es nicht gesagt, denn sie reflektierten ja nicht so. Aber das sind die, welche so ihr Ich verleugnet haben, dass sie schwarz davon wurden, weil die äußeren Kräfte, die von der Sonne auf die Erde kommen, sie eben schwarz machten. Nur diejenigen, welche imstande waren, die Balance zu halten in bezug auf ihr Ich, das waren die, welche sich in die Zukunft hinein entwickeln konnten. (S. 292)
Da gab es auch schon diese drei Teile unter den Menschen: Die einen, die ihr Ich wirklich entwickeln wollten, Neues und immer Neues aufnahmen und dadurch wirklich zu Trägern der nachatlantischen Kultur wurden. Es gab die anderen, die ihren Gottmenschen nur aus sich sprechen lassen wollten, und ihr Ich durchdrang sie mit der kupferroten Farbe. Und die dritten, welche nur nach außen hin den Sinn wandten, und dieser Teil wurde schwarz. (S. 294)?
Comment von Andreas Lichte — 9. Oktober 2009 @ 18:17
ich bin absolut kein anhänger der zum teil sehr abenteurlichen, jeder grundlage entziehenden waldorf-weltanschauung, habe aber - per zufall kam ich an diese stelle - wärend des studiums zwei jahre an einer waldorf-schule in gelsenkirchen als integrationshelfer gearbeitet.
ich kann über die pädadgogische leistung an dieser schule nur den hut ziehen. man hat mit den kindern gut und geduldig gearbeitet. von einer indoktrination der kinder oder sonstiges habe ich nichts mitbekommen. Auch wenn es gewöhnungsbedürftig war, dass die Kinder beispielsweise nicht fussball spielen sollten, da es nach waldorf nicht gut für die entwicklung sei. die runde gestalt, so das argument der lehrerin, erinnere an die form des kopfes, so dass die gefahr bestünde, dass die auf den ball gerichtete agression auf den kopf des mitschülers übertragen wird.
was ich aber auch an dieser schule mitbekommen habe, ist, dass ich bisher in keiner menschlichen konstellation so viel niedertracht, missgunst und lästereien wie im lehrer-kollegium erlebt habe.
aber vielleicht ist das an vielen arbeitsstätten der fall, ich weiß es nicht.
Comment von philipp — 9. Oktober 2009 @ 21:08
“Möchte irgendeiner der hier immer zahlreicher erscheinenden Anthroposophen die Bundesbehörde BPjM als Teil einer Verschwörung gegen die Anthroposophie bezeichnen?”
Wenn Sie es so nennen wollen, meinetwegen. Unterschlagen Sie aber bitte nicht, dass ausschließlich Sie es waren, der diese Prüfung veranlasst hat. Sonst hätte dieser Text mit Sicherheit nicht eine solche Brisanz erreicht. Der Gedanke, dass dieser hundert Jahre alte Text einen modernen Jugendlichen zum Rassenhass aufstachelt, ist ja wohl nicht ernst zu nehmen. Oder sind die ausländerfeindlichen Jugendlichen in den neuen Bundesländern alles Waldorfschüler und aufgrund dieses Textes zu ihrer rassistischen Einstellung gekommen? Wenn dies ansatzweise der Fall wäre, aber nur dann, würde ich die Entscheidung der BpjM für berechtigt halten, sonst niemals! So handelt es sich meines Erachtens um inquisitorische Zensur und nichts anderes. Der Jugenschutz ist nur ein Vorwand. Ich betone immer wieder, dass diese deutsche Zensurpraxis ein Sonderfall innnerhalb der westlichen Demokratien ist. Zumindest hat für mich Lorenzo Ravagli glaubhaft dargelegt, dass Anthroposophie gerade nichts mit Hass gegen Menschen zu tun hat. Meines Wissens nach wird im Bereich der Anthroposophie nichts gelehrt, was nicht im Rahmen der Religionsfreiheit zulässig ist. Jedenfalls erscheint mir diese Richtung glaubwürdig schon aufgrund ihrer prominenten Anhänger wie Christian Morgenstern oder Michael Ende. Sollen deren Lektüre jetzt auch für jugendliche verboten werden? Dagegen gibt es evangelikale fundamentalistische Strömungen auch im Vorfeld des großkirchlichen Bereichs und entsprechendes im Islam, die energisch behaupten, dass gewisse Texte wörtlich Gottes Wort seien und kaum einer merkt, dass in diesen Texten offen zur physischen Vernichtung Andersglaubender aufgerufen wird.
Comment von Sebastian Hartig — 9. Oktober 2009 @ 21:14
@ Sebastian Hartig
Lorenzo Ravagli, Bund der Freien Waldorfschulen und Vordenker der Anthroposophie, hat zum BPjM-Verfahren gegen Rudolf Steiner eine ganz andere Verschwörungstheorie als Sie. Mit der “geheimen Agenda Helmut Zanders” meint Ravagli zu allererst, dass Zander die BPjM kontaktierte:
“Kampf bis zur Erleuchtung - Lorenzo Ravagli und der Glaubenskrieg der Anthroposophie gegen Helmut Zander. Von unserem Gastautor Andreas Lichte.
Frühjahr 2009. Als Antwort auf Helmut Zanders preisgekröntes Standardwerk ?Anthroposophie in Deutschland? erscheint Lorenzo Ravaglis Schmähschrift ?Zanders Erzählungen?. Im Vorwort sagt Dr. Walter Kugler, Leiter des Rudolf Steiner Archivs in Dornach, Ravagli habe das Ziel gehabt, ?zu retten, was noch zu retten ist? und dabei Mut bewiesen. Zum Beispiel so:
Ravagli beschuldigt Zander, dieser verfolge mit seiner publizistischen Tätigkeit zur Anthroposophie eine ?verdeckte Agenda? [S. 24].
Ravagli stellt Zander als ?Enthüllungsjournalisten marxistischer Orientierung? dar, der ?trotz seiner katholischen Vergangenheit einem marxistisch inspirierten, historischen Materialismus verpflichtet ist? [S. 35].
Ravagli stellt klar, dass nicht etwa die Anthroposophie eine Sekte ist, sondern: ?Zander als Eingeweihter einer trivialaufklärerischen Entmythologisierungtradition strebt wie alle Angehörigen von Wissenschaftssekten (sic!) danach, die Normativität seiner partikularen Rationalität zu universalisieren und alle Angehörigen abweichender Traditionen oder Diskursgemeinschaften als Ketzer zu stigmatisieren.? [S. 372]
Möchte jemand versuchen, das zusammenzufassen? Wie wäre es damit: Helmut Zander ? ein katholisch-marxistischer, materialistischer Verschörer der Sekte Wissenschaft gegen die Anthroposophie?”
weiter: http://www.ruhrbarone.de/kampf-bis-zur-erleuchtung/
Comment von Andreas Lichte — 10. Oktober 2009 @ 09:54
Mir ist neu, dass auch Helmut Zander mit dieser Diskussion zu tun hat, aber ich halte die Einschätzung für einleuchtend und überhaupt nicht spektakulär, dass Zander nicht objektiv ist, sondern auch nur von einem bestimmten weltanschaulichen Standpunkt aus arbeitet; natürlich steht er dabei nicht für “den” Katholizismus, auch nicht für den Marxismus, wohl aber für eine bestimmte Richtung in der modernen Theologie, die versucht das Übernatürliche weitgehend aus dem christlichen Glauben zu eliminieren - “Entmythologisierung”.
Comment von Sebastian Hartig — 10. Oktober 2009 @ 14:50
So, muss da mal was zu sagen:
Ich bin alles - nur kein Walddorf-Fan. unsere Kinder gehen zum Teil auf Walddorfschulen - nicht aus meinem Antrieb heraus. Aber ich finde einige gute Ansätze dabei.
Dieser Artikel beschreibt EINE Schule. Und zwar ein sehr sehr krasses negativ-beispiel. Wir waren bis jetzt auf 2 Schulen, die erste war frisch gegründet, und nah an dieser hier. katastrophe. Inzwischen ist sie zu - lehrgenehmigung entzogen.
Aber fast alle beschriebenen Aussagen hier im Artikel kann cih nicht bestätigen. Haben guten Kontakt zu fast allen Lehrern und selbst ich mag sie - und ich hab eine “Öko-allergie” =)
Ich hätte es schön gefunden wenn hier stärker darauf hingewiesen worde wäre das es sich um EIN Beispiel handelt und auch noch um eine extremes. Ich könnte wetten diese Schule ist/war noch keine 2 jahre alt. Und wird auch nicht viel älter werden.
Auch wenn ich Walddorfschulen nicht besonders mag, finde ich es ungerecht hier zu verallgemeinern und dieses Bild auf alle W-Schulen zu setzen.
Ich habe nach langem befassen mit dem Thema beschlossen das Walddorfschule die ersten 4 jahre (das sind die “wichtigen” jahre für die Kinder) eine für unsere Kinder sehr gute Wahl sind. Danach ab zur “normalen” Schule. So wars bei unserer ältesten und es hat prima geklappt.
Eine Walddorfschule idealerweise hat einen sehr ausgeprägten Epochenunterricht z.B. da Wird viel unternommen, und es hängt von Schule + Lehrer ab ob das Wischi Waschi ist oder eben nicht.
Hausbesuche, Einmischen in Erziehung, nicht-annehmen von Wünschen, abblocken, Maßregeln, “Strafgefangene”, etc… all das was hier beschrieben wird kann ich NICHT bestätigen für das Allgemeinbild einer Walddorfschule. Im Gegenteil, idealerweise ists genau andersrum. Sehr starke Slebstbeteiligung, Kooperation mit dem Lehrer, etc…
Wenn hier eine Frau berichtet, die nicht “Walddorfkomatibel” ist, sprich, die sich garanicht mit dieser Lebensweise identifizieren kann UND WILL, dann ist doch klar das das in die Hose geht. Die Schule ist bestimmt ein extrembeispiel, aber das sollt eman auch berücksichtigen bitte.
Comment von Creamneuron — 10. Oktober 2009 @ 17:28
@ Creamneuron
Du schreibst: “Ich könnte wetten, diese Schule ist/war noch keine 2 jahre alt. Und wird auch nicht viel älter werden.”
Die Wette hast du verloren. Es gibt die im Erfahrungsbericht beschreibene Waldorfschule schon lange.
Ich verstehe nicht, warum du von deinen Erfahrungen nicht mit deinem Realnamen und mit den Namen der 2 Waldorfschulen berichtest. Kannst du das bitte nachholen? Danke!
Comment von Andreas Lichte — 10. Oktober 2009 @ 19:52
was für eine knallcharge lorenzo ravagli als verteidiger steiners ist, fällt selbst anthros unangenehm auf:
“Ravagli, die ?Rassen? und die Rechten
(…) Gemeint sind die Arbeiten des Religionswissenschaftlers Zander. Diese ?Linksextremisten? und ihre katholischen Marionetten seien in ihrer Kritik an Steiners Rassismus ?den völkischen Anhängern des Mythos der jüdischen Weltverschwörung geistig verwandt? (S. 11). Gewiss gibt es üble Diffamierungen der Anthroposophie. Aber vielmehr weist hier Ravaglis phobische Behauptung Verwandtschaft mit jedem Typ von Verschwörungstheorien auf(…)”
http://waldorfblog.wordpress.com/2009/07/15/ravagli-die-rassen-und-die-rechten/
Comment von Phil — 12. Oktober 2009 @ 19:26
@Phil
Danke für den Verweis auf meinen Blog. Wobei es immernoch nicht zieht, mich als “Anthro” zu bezeichnen…
Comment von Ansgar — 15. Oktober 2009 @ 18:55
Zugesand von Andreas Lichte - ich lach mich kaputt
. Dem erscheint der Steiner sicherlich jede Nacht im Traum…
Sorry, aber wer diesen Lichte ernst nimmt, glaubt auch an den Weihnachtsmann.
Comment von maik — 15. Oktober 2009 @ 23:07
@ maik
würden Anthroposophen mal an den Weihnachtsmann glauben … und nicht den, Zitat WaldorfBlog,”unglaublichen, psychotischen Wahnsinn? Rudolf Steiners:
http://waldorfblog.wordpress.com/2009/09/22/die-machte-des-lichts-symptome-steinerschen-geisterkenntnis-eine-philosophische-stellungnahme/
Comment von Andreas Lichte — 16. Oktober 2009 @ 09:02
Potentielle Einsteiger kann man nicht genug warnen. Wir hatten unsere zeitweise Kinder an einer ganz anderen Waldorfschule, aber das im Artikel geschriebene erscheint mir eher typsich für diese Schulen zu sein. Nach aussen eine weltoffene Oberfläche, und am “Tag der offenen Tür” werden auch ganz ordentliche Lehrer vorgezeigt. Im Inneren ist die Struktur knallautoritär. Da die viele Lehrer es nicht schaffen sich die Autorität (wie in den Einführungsveranstaltungen dargestellt) gegenüber Schülern zu erarbeiten - hilft nur noch ein Strafenregister von der Strafarbeit bis zum Ausschluss von Veranstaltungen. Schüler und auch Eltern haben nichts zu melden - selbst wenn sie sich in den offiziellen Gremien engagieren. Ganz im Inneren der Lehrerschaft beherrschen ein paar Ober-Anthros die Szene.
Mit tun die Kinder leid, die sich in Waldorfschulen unwohl fühlen, im Extremfall krank werden - und deren Eltern nicht die Kraft haben sie dort herauszuholen.
Was im Netz fehlt ist eine “Ausstiegsberatungsseite” für Eltern. Für die Kinder wäre es am einfachsten, wenn sie in eine andere, weniger idiologiebelastete Reformschule wechseln könnten, aber das wird sich in den wenigsten Fällen realisieren lassen. Beim Umstieg in eine staatliche Schule ist oft das Wiederholen von mindestem einem Jahr notwendig und dazu noch oft sehr sehr viel Nachlernen. Auch manche Eltern haben viele Ihrer Kontakte im Umfeld der Schule, und die sind nach einem Ausstieg voraussichtlich schlagartig weg.
Eine Ausstiegshilfe wäre auch für Lehrer sinnvoll, die denken alleine wegen mangelnder anderer Berufsperspektiven dort weiter machen zu müssen.
Comment von wuerstelstand — 16. Oktober 2009 @ 11:42
Voll innerem Grausen lese ich im obigen Artikel Parallelen zu meinen Erfahrungen mit der Waldorfpädagogik. Ich mache mir inzwischen täglich selbst Vorwürfe, dass ich meine Kinder nicht aus den Klauen der Lifestylesekte mit dem Etikett “Waldorfpädagogik” gerissen habe, als ich noch die Möglichkeit dazu hatte.
Mir scheint, dass es derzeit einfacher ist über die Kalabresische Mafia zu berichten als über das dubiose Wirken der selbstbeweihräucherten Lehrgurus.
Comment von Kurt — 23. Oktober 2009 @ 16:05
Ich bin gerade zufällig hier drauf gestoßen und muss mich leider #67 Anschließen. Allerdings habe ich die Waldorfpädagogik aus erster Hand erlebt und erst nach der 6ten Klasse einen Wechsel vollzogen. Bis dahin kann ich aber erschreckende Parellelen zu den in dem Artikel genannten Geschehnissen erkennen. (Thema Mobbing/schlechte Ausbildung/übervolle Klassen/[Heil-]Eurythmie/Freies Denken uvm.) Wenn das nicht im Ruhrgebiet gewesen wäre hätte ich meine Mutter hinter dem Artikel vermutet.
Kommentar #60 kann ich auch Widersprechen meine Schule ist zum einen eine der ältesten Deutschlands zudem kenne ich “Leidensgenossen” aus mindestens 3 Verschiedenen Waldorfschulen.
Comment von reniets — 23. Oktober 2009 @ 19:50
Um folgendes nochmals zu klären: in meiner Waldorflehrerausbildung haben wir Steiner, Steiner und nochmals Steiner gelesen! Die Waldorfpädagogik gründet ausschliesslich auf Rudolf Steiner, hinzugekommen sind im Laufe der Jahrzehnte einige praktisch-pädagogische Elemente, doch am Fundament ist nichts geändert worden. Auch der anthroposophische Schulungsweg (Literatur: Anleitungen zu einer esoterischen Schulung von Steiner) ist uns aufgezeigt worden, in subtiler Art und Weise hat man uns deutlich gemacht, dass Dornach Ziel und Zentrum darstellt.
Grundsätzlich ist es eine Frage, ob und wie Waldorfpädagogik erweitert werden kann, wenn von Steiner nicht abgesehen werden kann/darf.
Doch noch einen wesentlichen Punkt möchte ich ansprechen: Waldorfpädagogik fängt im Kindergarten an.
Hier scheint mir die pädagogische Klemme noch ausgeprägter zu sein: Steiners hermetische
Weltsicht schränkt die pädagogischen Aktionsmöglichkeiten massiv ein, die vom Konzept vorgegebene Prägung der Kinder wirkt im Vorschulalter stärker als in der Schulzeit.
Konsequenterweise müssten die weltanschaulichen Vorgaben dieses Teiles der Waldorfpädagogik erst einmal geprüft werden: Wo Zwerge, Elfen, Gnome und andere Naturwesen für real existierend gehalten werden, wo Systemspielzeug aus Plastik verboten ist, Märchen zur moralischen Erbauung herangezogen werden und weder Fleisch noch Fisch auf den Tisch kommen darf, wo die ausgewählte Getreidekost mit kosmisch-gesetzmässiger Begründung serviert wird, da sollte schon einmal nachgefragt werden, ob dies alles der umfassenden Bildung der Kinder zuträglich ist. Kindern wird im Waldorfkindergarten viel zugemutet und es wird ihnen zugleich vieles vorenthalten, was für die Orientierung in der Welt der Gegenwart nötig ist.
Comment von Gertrud Kiefer-Volkert — 25. Oktober 2009 @ 10:40
@ Gertrud Kiefer-Volkert
Danke für Ihren Kommentar! Verbreiten Sie die Nachricht bitte nach Kräften, von Waldorf-offizieller Seite wird ja stets behauptet, dass es in der Waldorfschule und im Waldorfkindergarten gar keine Anthroposophie gibt. Wie jemand mit dieser Riesen-Lüge auf lange Sicht durchkommen kann, ist mir ein Rätsel.
Wie angehende Waldorflehrer einer Steiner-?Gehirnwäsche? unterzogen werden, beschreibe ich in meinem Bericht aus dem ?Seminar für Waldorfpädagogik Berlin?, siehe:
?Wundersame Waldorf-Pädagogik oder Atlantis als Bewusstseinszustand?
http://www.novo-magazin.de/71/novo7138.htm
Comment von Andreas Lichte — 25. Oktober 2009 @ 12:27
An Andreas Lichte,
tue ich seit geraumer Zeit. Kennen Sie z.B. meinen Leserbrief aus der Süddeutschen Zeitung vom 18. September 2008, den ich als Kommentar zu dem Artikel >> Schwarzbuch Waldorf: Frostriesen und Mondbrüller << in der Süddeutschen Zeitung vom 5. September 2008 geschrieben habe.
Übrigens war der Redaktion dieses Thema eine ganze Seite Leserbriefe wert.
Die absolut nötige öffentliche Diskussion um das Konzept von Waldorfschule und -kindergarten wird hoffentlich noch einige weitere Aussteiger ermutigen, ihre persönlich oft schwierigen, doch wertvollen Erfahrungen und vor allem ihr Wissen um diese abgeschlossene Welt mitzuteilen - es lohnt sich, so meine ich.
Comment von Gertrud Kiefer-Volkert — 25. Oktober 2009 @ 17:49
@ Gertrud Kiefer-Volkert
Ich kenne Ihren Leserbrief aus der Süddeutschen nicht: können Sie ihn bitte hier posten? Danke!
Ich kenne eine Menge Insider. Das Problem: man kann ihre Erfahrungen nicht veröffentlichen, weil sie aus verschiedenen Gründen Schwierigkeiten befürchten, bzw. weil sie mit einem düsteren Kapitel ihres Lebens abschliessen wollen. Darunter auch ein Bericht aus einem Waldorfkindergarten. Von einer Sechsjährigen auf Video gesprochen. Sehr eindrucksvoll.
Comment von Andreas Lichte — 25. Oktober 2009 @ 20:45
Habe eine “vollständige Waldorfkarriere” hinter mir und muß sagen, daß ich ähnliche Erfahrungen gemacht habe, wie die Autorin des Artikels. Ich war ebenfalls auf einem Kindergarten und einer Schule aus dem Ruhrgebiet (nicht die auf dem Foto:-)). Mir wurde im Kindergarten, nach der Erwähnung enes schlimmen Wortes mit Sch. der Mund ausgewaschen. Mit Seife.
Probleme wurden immer unter den Teppich gekehrt, oder mit einer Einladung zu einer Art “Tribunal mit allen beteiligten Lehrern” gelöst. Ich möchte jeden, der hier von einem “gemeinschaftlichen Lösungsansatz” spricht bitten, sich die Situation- daß man im besten Fall zu dritt (wenn Vati kann…) ALLEN Lehrern seiner Klasse gegenüber sitzt.
Comment von N. Peternek — 25. Oktober 2009 @ 22:37
Zur Wiederholung besagter Leserbrief:
Die durch Rudolf Steiner begründete Anthroposophie stellt explizit die Grundlage der Waldorfpädagogik dar. In meiner Waldorflehrerausbildung war das Studium der Schriften Steiners die Grundlage, die der Fundierung der Waldorfpädagogik dienen sollte. Bis zu einem Drittel der Pflichtstundenzeit nahm die Steiner-Lektüre in Anspruch. In Wirklichkeit war es eine Einführung in die Anthroposophie. Anthroposophie hat aber mit Schule erst einmal gar nichts zu tun. Den Zusammenhang von Anthroposophie und Schule hat Rudolf Steiner mit seinem sozialpolitischen Engagement durch die Gründung der Waldorfschulen als neuer Schulform erst hergestellt.
Hier muss nun gefragt werden: Was zeichnet die Schriften Steiners aus, dass sie zur Grundlegung von Pädagogik taugen? Wie wird die Überprüfung der Waldorfpädagogik vorgenommen? Was ist wirklich Waldorfpädagogik?
Diese Grundlagenfragen müssen beantwortet werden. Staatliche Pädagogik stellt sich längst solchen Themen. Im Unterschied zu staatlicher Pädagogik, die an den Lehrer hohe Anforderungen stellt, die u.a. eine wissenschaftliche Fachbildung voraussetzt, detaillierte Lehrpläne mit ausgewiesenen verbindlichen Lerninhalten, Lernzielbeschreibungen mit einem dichten Netz an methodischen und didaktischen Vorgaben, Abstimmung mit Unterrichtswerken, Lernerfolgskontrollen (Klassenarbeiten), Leistungsbewertungen schriftlich und mündlich (Noten) sowie Versetzungen und Abschlussprüfungen kennt, unterrichtet der Waldorflehrer in Pfadfindermanier mit intern weitergereichten Unterlagen, eigenverantwortlich ausgesuchten Stoff, in der Regel ohne Lehrbuch, ohne Noten, ohne Versetzungen, auf den Bildungs- und Unterhaltungswert seines Unterrichts achtend, immer in der Hoffnung, dass seine Schüler die große Hürde der Abschlussprüfung mit in der Schule erworbener Charakterstärke nehmen werden.
In der Praxis gilt: Viele Waldorfschüler nehmen privaten Nachhilfeunterricht, organisieren sich selber oder kompensieren Unterrichtsmängel durch den Besuch von Volkshochschulkursen. Für die Waldorfpädagogik müssen einheitliche Bildungsstandards, überprüfbare Schulqualität und Transparenz her, ähnlich wie in staatlichen Schulen.
Hier ist nur ein Teil aus dem Spektrum der Problematik um Waldorfschulen angesprochen.
Waldorfschulen sind als Alternativschulen in eigener Trägerschaft konzipiert. Sie setzen sich bewusst von den öffentlichen Schulen ab und führen damit ein Eigenleben, das mit letzteren kaum verglichen werden kann. Insbesondere ist keine Abstimmung in den Lehrplänen vorhanden, die mangelnde Durchlässigkeit gegenüber dem öffentlichen Schulsystem kann Schulwechsel erheblich erschweren.
Da die Verfassungskonformität der Grundlagen der Waldorfpädagogik zurecht in Frage steht, ist die Zukunft unserer Waldorfschulen ungewiss.
Weit weniger Beachtung als den Waldorfschulen wird nun den Waldorfkindergärten geschenkt, die bei der Waldorfpädagogik schon dazugehören. Hier besteht meiner Meinung nach mindestens so viel Diskussionsbedarf wie bei den Schulen.
Comment von Gertrud Kiefer-Volkert — 26. Oktober 2009 @ 10:30
@ Gertrud Kiefer-Volkert
Sehr guter Leserbrief! Besonders gefallen hat mir:
“… unterrichtet der Waldorflehrer in Pfadfindermanier …”
(ich lese natürlich auch: alle Pfade führen zu Steiner …)
Comment von Andreas Lichte — 26. Oktober 2009 @ 11:49
“Die Wahnvorstellungen Rudolf Steiners werden in der Waldorfschule ausgelebt ? mit kräftiger finanzieller Unterstützung des Staates. Dieser lässt diese Sekte schalten und walten, wie es ihr gefällt.”
wieso unterstützt der staat die schulen des geisteskranken steiner?
Comment von goldfish — 28. Oktober 2009 @ 12:25
An Goldfisch,
darüber lässt sich nur spekulieren:
- aus Gründen der Liberalität
- weil niemand durchblickt
- weil sich Waldorfschule als avantgardistische Schule versteht, von der
sich andere etwas abgucken können
- weil Alternativmodelle prinzipiell wichtig sind
- weil sonst manche Eltern dem Staat Bildungsmonopolismus vorwerfen würden.
- weil bei den Grundgesetzmachern auch die anthroposophische Lobby am Werk war.
- weil Waldorfschulen sich als christliche Schulen nach außen darstellen und damit
Vertrauen erwecken usw.
- weil noch niemand Steiner vollständig widerlegen konnte
- weil Waldorfschulen letztendlich dem Staat Geld sparen helfen.
Comment von Gertrud Kiefer-Volkert — 29. Oktober 2009 @ 20:05
Schwerwiegender ist ohnehin immer das Fazit aus einer Gesammtbetrachtung resultierend und die Grundintention einer Institution, nicht das heraustellen von einzelfällen/-schicksalen. Erstere Betrachtungsweise lässt die Waldorfschulen auf viele Faktoren bezogen in einem einem besseren Licht dasrtehen als konventionelle Schulformen, die in zweiterer Betrachtungsweise den Waldorfschulen an tragischen Einzelfällen in nichts nachsteht.
Comment von SeRaPHiN — 4. November 2009 @ 13:04
@ SeRaPHiN
“Einzelfälle” können Sie ganz schnell wieder vergessen: Mir liegen zahlreiche Aussagen von Waldorfeltern vor. Leider bisher nicht in einer Form, die man veröffentlichen könnte.
Betroffene können sich gerne bei mir melden - bitte Stefan Laurin, Ruhrbarone ? stefan.laurin(at)ruhrbarone.de ? mit der Bitte um Weiterleitung anschreiben.
Die Aussagen des Berichts der Mutter lassen sich verallgemeinern. Beispielsweise sind unqualifizierte Lehrer typisch für Waldorfschulen, vergleiche:
FRONTAL21, 10.03.2009, Kritik an Waldorf-Lehrern: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/710932?inPopup=true
Comment von Andreas Lichte — 4. November 2009 @ 13:55
@ Gertrud Kiefer-Volkert
Sie haben vieles treffend ausgedrückt, ebenso wie die Autorin des Texters, um den es hier geht. Nicht zuletzt weil hier einige der erleuchteten Menschenfreunde/Erziehungskünstler sich zu Wort meldeten, möchten wir auch ein paar Worte beitragen.
Scientology wird die Gründung von Schulen nicht gestattet.
Inkompetenz, Gleichgültigkeit, Kollaboration spielen zweifellos eine Rolle.
Weil dieses groteske Selbstsilisierung propagandistisch erfolgreich war und ist.
Sekten als Alternative zur Demokratie pädagogisch wertvoll?
Es gibt andere Alternativen und der Staat hat die Monopolkontrolle (und ?pflicht)
Nicht am GG beteiligt! (sondern an dessen Aushöhlung)
Nicht durch Christentum, sondern durch vermeintlich sensible Pädagogik.
Offenbar ein Scherz.
Seltsame Rechnung, aber in der Praxis relevant.
_____________
Noch zwei Gründe für die Situation in der Bundesrepublik: Den Anthroposophen ist die Tolerierung 1945 gelungen, weil sie es verstanden, sich stets als Philanthropen darzustellen, ausgestattet mit dem unzutreffenden Nimbus einer besonderen Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Später verhalfen dann das ?alternative? Image und schließlich noch die Wiedervereinigung und die PISA-Studien, begleitet von ökonomischen und soziologischen Veränderungen (Wohlstand und Scheidungsrate) zu einer regelrechten Expansion der anthroposophischen Schulen.
Die verantwortlichen Behörden und Politiker sind nicht einmal in krassen Fällen von Kindesmisshandlung zu einer Revision bereit. Das generelle Eingeständnis, seit Jahrzehnten eine Sekte mit menschenverachtender Programmatik und bisweilen todbringender Praxis nach Kräften gefördert zu haben, scheint nicht unmittelbar bevorzustehen.
MfG,
NWA
Comment von Nachrichten aus der Welt der Anthroposophie — 5. November 2009 @ 01:21
Immer wieder trifft man auf die Aussage, dass es Waldorflehrern an Qualifikation fehlt. Welche Qualifikation damit gemeint sein könnte? So kehrt man immer wieder zu allgemeinen Positionen zurück, solange nicht genau ausgeführt ist, was gemeint ist. Irgendwie hat jeder ein Bild von dem, was gute Schule, guter Unterricht, gute Lehrer sind, das ist bei Waldorflehrern sicher auch so. Damit lässt sich aber noch keine Schule machen, die (gute) Arbeit beginnt bei den Details.
Waldorflehrer sollen idealerweise einerseits dem selbstgestellen anthroposophischen (und am besten nebenbei dem allgemeinen) Wissenschaftlichkeitsanspruch genügen, andererseits gemäß dem Waldorfkonzept besonders durch ihre Persönlichkeit wirken. Kaum ein Mensch wird auf Dauer einem solchen Anspruch nachkommen können, ein solcher Anspruch ist zu hoch und wird selten eingelöst werden.
Liest man die Werbetexte von Waldorfschulen, sieht sich die Internetportale an und vergleicht damit die Realität der betreffenden Schulen, wird man oft enttäuscht sein.
Statt auf das Engagement einzelner würden auch die Waldorfschulen besser mehr Wert auf qualifizierte Konzepte setzen, die personalunabhängig eingesetzt werden können, wie dies z.B. bei ausgearbeiteten Unterrichtsmaterialien der Fall ist. Bislang stehen Waldorflehrer unter der strikten Observanz der Eltern, Lehrerwechsel können bisweilen kleine Katastrophen auslösen und manche Elternhäuser glauben, dass sie persönliche Bindung als Dienstleistung in der Waldorfschule eingekauft haben.
Comment von Gertrud Kiefer-Volkert — 5. November 2009 @ 18:20
@ Gertrud Kiefer-Volkert
Was soll das denn sein, Zitat “… dem selbstgestellen anthroposophischen … Wissenschaftlichkeitsanspruch …”
Anthroposophie und Wissenschaft ? wenn Welten aufeinander prallen.
In den Waldorfseminaren werden die angehenden Lehrer einer Steiner-Gehirnwäsche unterzogen. Wer anschliessend sagt, dass er Steiner Klasse findet, bekommt den Job. Das ist die Qualifikation des Waldorflehrers. Siehe:
http://www.novo-magazin.de/71/novo7138.htm
“Wundersame Waldorf-Pädagogik oder Atlantis als Bewusstseinszustand”
Comment von Andreas Lichte — 5. November 2009 @ 19:27
Hier ein Brief an den Berliner Bildungssenator, der die Ausbildung zum Waldorflehrer am “Seminar für Waldorfpädagogik Berlin” beschreibt:
“M.S. [Name und Adresse entfernt, Datenschutz]
Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung
Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner
Beuthstr. 6-8
10117 Berlin
Bitte um staatliche Prüfung der Lehrerbildung und damit verbundener Lehrinhalte am Waldorf- Lehrerseminar Berlin- Mitte
Berlin, 28.2.2007
Sehr geehrter Prof. Dr. Zöllner,
ich habe von September 2006 bis Ende Februar 2007 an der Weiterbildung zum Waldorflehrer/ Abendkurs am Seminar für Waldorfpädagogik e.V. in Berlin- Mitte, Weinmeisterstraße 16, 10178 Berlin, teilgenommen.
Was dort als Lehrerbildung bezeichnet wird, ist meiner Erfahrung nach die Vermittlung anthroposophisch- esoterischer Inhalte, ohne Duldung sachlicher Kritik, die seitens der teilnehmenden Seminaristen geäußert wurde. Zur Weiterbildung gehört die Besprechung und Auslegung esoterischer Texte des Begründers der Anthroposophie Rudolf Steiner. Diese Besprechungen und Auslegungen haben den Charakter einer ideologischen Schulung, die das anthroposophische Menschenbild im zukünftigen Lehrer fest verankern soll. Das bedeutet, dass die äußerst fragwürdigen Anschauungen Steiners in den zu lehrenden Unterrichtsstoff der Waldorfschulen einfließen.
Noch vor Beginn des Seminars wurde mir vom Dozenten und Seminarleiter Michael Handtmann beim Vorstellungsgespräch versichert, dass ich keinesfalls zum ?willigen Schüler Rudolf Steiners? ausgebildet werden solle. Das Gegenteil war der Fall. Ich möchte klarstellen, dass ich nicht im Verlauf einer offenen Auseinandersetzung das Seminar verlassen habe, sondern schlicht um eine Auflösung meines Lehrgangsvertrages gebeten habe.
Viele meiner Mit- Seminaristen waren ebenso verwundert und abgestoßen von der Indoktrination esoterischer Schulungsinhalte, doch offene Kritik kam nur bei den wenigsten auf. Grund dafür ist die berufliche und ökonomische Lage der meisten Seminaristen, die sich durch die Weiterbildung zum Waldorflehrer eine berufliche Perspektive erhoffen. Die meisten der Seminaristen sind ebenso wie ich über 30 Jahre und älter ? viele von ihnen von Arbeitslosigkeit bedroht. Da Kritik von den Dozenten des Seminars mit Schweigen oder beleidigter Ablehnung beantwortet wurde, ist es nicht verwunderlich, dass die Mehrheit schweigt, obwohl viele anders denken ? niemand möchte seinen zukünftigen Arbeitsplatz gefährden.
Zur Methodik des Unterrichts: Ich besuchte die Oberstufenmethodik. Auch hier war die Grundlage jeglicher Betrachtung seitens der Dozenten Rudolf Steiner: alles beginnt und endet mit ihm. Jede Empfehlung, jedes Betrachten des Schülers und des Unterrichts wird durch die Texte Steiners erklärt und interpretiert. Da bleibt kein Raum für Veränderungsvorschläge oder eine wissenschaftliche Auseinandersetzung ? ein Vergleich mit pädagogischen Standardwerken findet nicht statt.
Ich frage mich ernsthaft, wo dabei das eigene Denken eines zukünftigen Lehrers bleiben soll, es wird einfach ersetzt, denn die obskuren Schriften Steiners liefern nach Ansicht der Dozenten die Antworten auf alle Fragen. Diese Art von Lehrerbildung verstößt gegen das Selbstbestimmungsrecht im Denken und Handeln der Teilnehmer, sie ist sektiererisch und esoterisch- ideologisch. Deshalb bitte ich sie nachdrücklich, das Aufsichtsrecht des Staates zu nutzen, um die Lehrerbildung des Seminars für Waldorfpädagogik eingehend kritisch zu prüfen.
Mit freundlichen Grüßen
M.S.”
Comment von Andreas Lichte — 5. November 2009 @ 19:39
An Andreas Lichte,
es ist viel hohles Geschwätz dabei, da stimme ich Ihnen zu. Ich meine, man sollte nicht die Waldorflehrer einzeln kritisieren, was ich unfair finde, sondern das gesamte Konzept. Nach wie vor verwundert es mich, dass unsere Ministerien nichts unternehmenen, dass Waldorfpädagogik weltweit verbreitet wird, Waldorfschulen UNESCO-Status erhalten, Interkulturelle Waldorfschulen in Deutschland gegründet werden, die anthroposophischen Hochschulen ausgebaut werden, ein Institut für Interkulturelle Pädagogik in Mannheim eröffnet worden ist und z.B. die SEKEM-Farm des alternativen Nobelpreisträgers Ibrahim Abouleish (der in Mannheim gelegentlich zu Gast ist) vielleicht mit hierzulande erarbeiteten “Know-how” eine eigene Universität (Heliopolis Universität für nachhaltige Entwicklung) gründet.
Geschockt hat mich das Foto (Foto in der Zeitschrift “die Drei” vom November 2009, S. 60) von der SEKEM-Farm (man kann diese Farm besichtigen: http://www.sekem-reisen.de oder http://www.demeterreisen.de), das am Eingang links wie rechts eine dynamisch gestaltete Abwandlung der Swastika zeigt. Welche Bedeutung man dem nun wieder beimisst?
Mit den kulturvergleichenden Arbeiten an der Schrift “Sonnenkarma und Mondenkarma” (oder andersrum - GA 240) ist zwar der interkulturelle Rahmen (kurz gesagt: Islam als Mondenreligion, Christentum als Sonnenreligion) angesprochen, wie er jedoch ausgefüllt wird?
Der waldorftypische Idealismus scheint mir hier mit einiger Naivität einherzugehen, was gefährlich werden kann - engagierte Zeitgenossen sind es auf jeden Fall.
Comment von Gertrud Kiefer-Volkert — 6. November 2009 @ 14:55
@ Gertrud Kiefer-Volkert
Zwei Hinweise kann ich mir nun doch nicht verkneifen:
1. Achten Sie doch ein wenig darauf, wo Sie kommentieren. Die Internetseite des Rechtsextremisten Detlef Nolde ist sicher auch aus Ihrer Sicht nicht die erste Wahl, auch, wenn dieser widerliche Typ zufällig etwas gegen Anthros hat.
2. Achten Die doch am Besten zudem darauf, was Sie schreiben. Ihr letzter Kommentar hier läuft darauf hinaus, zu sagen: Kritisiert doch gerne ein Regime, aber bitte nicht dessen Exponenten und Lakaien. Das ist schierer Unsinn.
J.G.
Comment von Jens Gerlach — 7. November 2009 @ 00:50
[...] „Wie gut sind Waldorfschulen?“ Erfahrungsbericht einer Mutter [...]
Pingback von Die Waldorfschulen informieren » ruhrbarone — 8. Dezember 2009 @ 18:05
An Jens Gerlach,
zu (1): Danke für den Hinweis.
zu (2): da widerspreche ich Ihnen: Waldorfs sind (Gott sei Dank) noch kein Regime. Aber Sie sprechen den entscheidenden Punkt an.
Sicher sind die Vertreter der anthroposophischen Einrichtungen erwachsene Menschen, die ihre Handlungen selber verantworten können und sollen, gegebenenfalls müssen. Was meinen Sie, warum ich ausgestiegen bin?
Die Frage nach dem rechtlichen Status eines Waldorflehrers ist z.B. völlig ungeklärt, wenn es um verfassungsrelevante Unterrichtsinhalte geht. Diesbezüglich müssen alle Waldorflehrer gewarnt werden. Es könnte sein, dass Sie alles (Inhalte und Methoden des Unterrichts) selber verantworten müssen, falls einer klagt, weder BdFW noch Pädagogische Sektion Dornach bieten Schutz.
Die ganze rechtliche Konstruktion um die Elternitiative als Trägerverein von Waldorfschule mit dem angeblich selbst ausgesuchten pädagogischen Konzept der Waldorfpädagogik (was auch immer das sein mag) ist mehr als schwierig, erweist sich vielleicht als Falle. Kommt es zu einem Gerichtsprozess, werden die Verantwortungen hin und her geschoben, wird viel schmutzige Wäsche gewaschen werden.
Ich muss aus eigener Erfahrung sagen, dass es mich ziemlich viel Arbeit gekostet hat, diesen “Sumpf” wirklich zu durchblicken und dass ich einige Zeit gebraucht habe, zu realisieren, welche essentiellen Abhängigkeiten zu Dornach bestehen.
Ich halte Waldorfpädagogik für nicht zukunftsfähig.
Schlussendlich muss gesagt werden, dass der Staat per Grundgesetz zur Aufsicht verpflichtet und sein Bildungsmonopol durchsetzen kann.
Bislang wird jedoch nur zugewartet und debattiert, und es werden
fleissig neue Waldorfschulen gegründet.
Vertrauen schafft diese politische Praxis nicht.
Comment von Gertrud Kiefer-Volkert — 11. Dezember 2009 @ 19:31
Mein Sohn geht auf eine Waldorf-Schule und ich bin zufrieden. Was für eine Alternative ist denn im Ruhrgebiet eine staatliche Schule?
Der Eignungstest in einer staatlische Grundschule hat mir schon gereicht.
1 Klasse mit 30 Kindern. Beim Klingeln kamen 2 blonde Kinder und 28 Dunkelhaarige raus.
Was für eine Alternative!
Das hat auch nix mit Rassismus zu tun, aber es wird einem ja schon förmlich aufgedrängt.
Mein Sohn hat aber sehr wohl Ausländer in seiner Klasse, aber die kommen aus gutem Hause!
Mein Sohn spielt Geige, hat Heileurethmie und kann sehr wohl Lesen und Schreiben!
Es gibt keine gewaltätigen Kinder oder sonst welchen kranken Mist den der Autor von sich gibt!
Ich habe mich aber köstlich amüsiert über diesen Bericht und kann nur sagen: Macht Euch ein eigenes Bild oder laßt es. Wir Waldörfler sind froh, wenn keine normalen Grundschulkinder dazukommen. Bringen alles aus dem Gleichgewicht.
Ausserdem habe ich schon sehr oft festgestellt, das eine positive Meinung über die Waldorfschule auch vom Geldbeutel abhängt!
Comment von Pali — 14. Dezember 2009 @ 09:52
Herr Pali,danke dass sie Klartext sprechen, worum es den meisten Eltern bei der Waldorfschule wirklich geht: Dass die Kinder “aus gutem Hause” unter sich bleiben. Wobei natürlich klar ist,dass das “gute Haus” nur das eigene sein kann. Egal wieviel Armleuchter sich im Einzelfall dort versammelt haben.
Welch grandiose Selbstüberschätzung und Borniertheit, welch in der tiefsten Seele verankerter Rassismus, welch harter antidemokratischer Geisteskern. Da weiß man, warum man sein Kind dort nicht hingeschickt hat.
Comment von Arnold Voss — 14. Dezember 2009 @ 13:30
Liebe Pali,
ich habe mich so sehr über Deinen Kommentar gefreut, daß ich mich einmal aus der Geistigen Welt bei Dir bedanken möchte!
Deine Schau der Ewigen Wahrheiten ist hellsichtig, ganz besonders dies, ich zitiere Dich:
“Der Eignungstest in einer staatlische Grundschule hat mir schon gereicht. 1 Klasse mit 30 Kindern. Beim Klingeln kamen 2 blonde Kinder und 28 Dunkelhaarige raus. Was für eine Alternative! Das hat auch nix mit Rassismus zu tun, aber es wird einem ja schon förmlich aufgedrängt.”
Vergleiche, was ich selber dazu gesagt habe:
?Die Menschen würden ja, wenn die Blauäugigen und Blondhaarigen aussterben, immer dümmer werden, wenn sie nicht zu einer Art Gescheitheit kommen würden, die unabhängig ist von der Blondheit. Die blonden Haare geben eigentlich Gescheitheit.?
?Geradeso wie sie [die Blonden] wenig in das Auge hineinschicken, so bleiben sie im Gehirn mit ihren Nahrungssäften, geben ihrem Gehirn die Gescheitheit. Die Braunhaarigen und Braunäugigen, und die Schwarzhaarigen und Schwarzäugigen, die treiben das, was die Blonden ins Gehirn treiben, in die Augen und Haare hinein. Daher werden sie Materialisten, gehen nur auf dasjenige, was man sehen kann, und es muss das durch geistige Wissenschaft ausgeglichen werden. Man muß also eine Geisteswissenschaft haben in demselben Maße, als die Menschheit mit der Blondheit ihre Gescheitheit verliert. Wir haben nicht zum Spaß diesen Bau, das Goetheanum, hierhergebaut [...].?
Steiner, Rudolf: Über Gesundheit und Krankheit. Grundlagen einer geisteswissenschaftlichen Sinneslehre. Achtzehn Vorträge, gehalten vor den Arbeitern am Goetheanumbau in Dornach vom 19. Oktober 1922 bis 10.
Februar 1923, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994 (GA 348 / TB 722), Vortrag vom 13. Dezember 1922, S.103.
?Also selbst das, daß die Blondhaarigen aussterben, versteht man, wenn man begreift, wie die Nahrungssäfte bis in die Augen hinein kommen, und auch bis in die Haare hinein. Die Haare hängen nämlich sehr stark mit den Augen zusammen.? Steiner, R. (GA 348), a.a.O., S.104.
?Die Haare sind nämlich tatsächlich wie Pflanzen, die dem Boden eingesetzt sind, und ihr Wachstum hängt mit dem Licht zusammen. Wenn daher das Licht nicht imstande ist, bis in die Haare hinein die Nahrungssäfte zu ziehen, so bleiben die Haare blond. Wenn einer mehr materiell ist, so kriegt er schwarze Haare, und die Nahrungssäfte
gehen hinein, vertragen sich dann nicht mit dem Licht. Das haben die Alten noch gewußt, vor ein paar Jahrhunderten noch, und haben daher die Mähne des Löwen nicht kräuselig gemacht, sondern strahlend gemacht, so wie wenn die Sonne die Lichtstrahlen in seinen Kopf hineinsteckte. Das ist auch sehr interessant zu beobachten.? Steiner, R. (GA 348), a.a.O., S.105.
Comment von Rudolf Steiner — 14. Dezember 2009 @ 13:33
Sie haben mal wieder nur oberflächlich gedacht. Ich komme aus dem Ruhrgebiet. Mir war es wichtig, das mein Kind noch mit der deutschen Sprache nach Hause kommt und das ist hier NICHT mehr möglich. Das “Blond” war nur ein oberflächlicher Hinweis darauf, warum Waldorfschulen so einen Boom haben. Wie sie das im Endeffekt auslegen ist ihre Sache.
Da es bei uns an Auswahl nur katholische Privatschulen oder diese besagte Waldorfschule gab, war es für mich klar das es diese werden sollte.
Sie hetzen gegen Waldorfschulen und verallgemeinern.
WIR sind zufrieden. Es wird auf mein Kind eingegangen, es wird gefördert und der ABI- Durchschnitt unserer Schule ist nicht zu verachten.
Haben Sie sich eigentlich mal staatlische Grundschulen angeschaut? Besonders im tiefsten Ruhrgebiet? Haben Sie mal “live” gesehen wie das hier abläuft?
Wenn sie unterscheiden könnten zwischen den einzelnen Waldorfschulen, dann hätte ich wirklich nur über ihren Bericht gelacht und gut wär es gewesen. Nein, sie schmeißen alle in einen Topf, trampeln drauf rum und verunsichern viele Eltern, was diese Schulform betrifft.
Das ist das Letzte!
Was Rudolf Steiner betrifft: Ich bin keine Verfechterin dieses Mannes, ich kenne nicht mal seine Lehren. Ich lebe nicht von Sprüchen und Aussagen eines Mannes, der nicht mehr lebt. Das ist der Unterschied von mir zu vielen Eltern. Ich schaue auf das, was aktuell mit meinem Kind gemacht wird und vor allem auf das wie!
Wir sind mit dem Sohn des Begründers dieser Schule befreundet und das sind ganz sicher keine Leute, die sektenähnlich Rudolf Steiner Lehren vertreten!
ich könnte jetzt noch alles ins kleinste Detail ihre Mail auseinander pflücken, aber Sie sind bei mir auch nur auf einen Punkt eingegangen. Also beende ich das mal hier und kann nur hoffen, das viele sich von so einem Bericht nicht abschrecken lassen und trotzdem ihre Kinder dort anmelden. Besser als jede staatliche Schule ist es allemal!
Comment von Pali — 14. Dezember 2009 @ 21:30
[...] Wie gut sind Waldorfschulen? Ervaringsbericht van een moeder [...]
Pingback von De steinerschool informeert « Steinerscholen.com — 15. Dezember 2009 @ 21:21
Liebe Pali,
sie werden sicher zustimmen, dass die Bedarfslücke, die die Waldorfschulen hier ausfüllen, zwar willkommen ist, aber auch ihre Abgründe hat. Und die sollte man als Eltern kennen, damit man nicht nach einigen Jahren enttäuscht wird. Für noch wichtiger halte ich es, dass den oben aufgezeigten rassistischen Abgründen gesetzlich vorgebeugt wird. Bislang ist es immer noch so, dass die persönliche Integrität des Waldorflehrers als Ersatz für den in öffentlichen Schulen gesetzten politischen Rahmen genommen wird - ein unmöglicher Zustand.
Der praktisch verbindliche Rahmen Anthroposophie, der für die Waldorfpädagogik in ihrem Selbstverständnis gültig ist, muss untersucht werden. Eltern können und dürfen dies nicht leisten.
Während für die öffentlichen Schulen z.B. die Lehrpläne ministeriell genehmigt, sämtliche Schulbücher und Unterrichtsmaterialien, die zum Einsatz kommen, geprüft werden, die Lehrer entsprechende Verpflichtungen haben, ist es eine gute Frage, an welchen Maßstäben Waldorflehrer gemessen werden.
Ob der Unterricht den Schülern und Eltern gefällt, die Schüler zufrieden sind, etwas lernen, wieviel Seiten im Epochenheft geschrieben stehen, kann wohl nicht zum Maßstab genommen werden.
Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich für eine Epoche, in der ich die von Ulrich Schmutz, einem Schweizer Geologen, erarbeitete Tetraederstruktur der Erde (ein durchaus interessanter Inhalt, der auf Angaben von Rudolf Steiner aufbaut und intern veröffentlicht ist) für den neuen Messias ausgerufen worden wäre, eine Rolle, die mir überhaupt nicht passte. Ich fühlte mich total vereinnahmt und bin nur geflüchtet aus dieser Welt, denn für meine ansonsten vorgetragene Kritik wurde ich nicht gelobt. Dafür wurde ich dann gechasst.
Comment von Gertrud Kiefer-Volkert — 16. Dezember 2009 @ 12:43
Wenn man Beitrag Nr 88 liest braucht man wohl nicht weiter zu diskutieren wie rassistisch der ganze Laden ist. Nebenbei: so wie die meisten Süddeutschen hatte auch Steiner hatte dunkle Haare ..
An unserer Waldorfschule gabs auch mal nen “Vorzeigeneger”, der wurde aber von seinen Mitschülern so gemobbt, dass er bald wieder verschwunden ist. Für einige weinge türkischstämmige Kinder gilt ähnliches.
Was den Vergleich mit normalen Grundschulen angeht: Eigentlich alle mir bekannten Kinder fanden das Klima in einer normalen Grundschule - oft mit recht hohem Anteil von Migrantenkindern - viel respektvoller, ruhiger und weit weniger gewalttätig als in der recht rauen Waldorfschule.
Comment von wuerstelstand — 16. Dezember 2009 @ 20:26
Ein wesentliches Problem besteht doch darin, dass Anthroposophie sich selbst als Wissenschaft versteht, eine Meinung, die in der scientific community praktisch von keinem sonst geteilt wird. Nur die auf Anthroposophie aufbauende Waldorfpädagogik soll nun mit der Pädagogik der öffentlichen Schulen auf einmal verglichen werden. Die Pädagogik der öffentlichen Schulen basiert auf den an Universitäten und Pädagogischen Hochschulen gelehrten Wissenschaften auf.
Dabei sind die jeweiligen Grundlagen nicht auf einen Nenner zu bringen, ein Dissens, der oft nicht überwindbar, in manchem jedoch bewertbar ist.
Um ein Beispiel zu nennen: Die Tetraederstruktur der Erde nach der Interpretation von Ulrich Schmutz zu betrachten, ist sicher eine legitime Möglichkeit, die Dynamik in der Erdkruste im Unterricht zu behandeln. Ulrich Schmutz hat dieses Thema ausgearbeitet, er stützt sich auf eine Angabe von Rudolf Steiner, begründet u.a. phänomenologisch und geometrisch. So hat Schmutz neuen Unterrichtsstoff für die Waldorfpädagogik entwickelt, was anthroposophischerseits anerkannt, doch von der universitären Wissenschaftsgesellschaft wenig gewürdigt wird, weil an den Universitäten von der Ausrichtung und auch systematisch anders gearbeitet wird, es stehen andere Fragestellungen im Vordergrund. Bei diesem Thema tut sich sicher noch kein Verfassungsrechtsfall auf, es handelt sich um ziemlich “harmloses” Gebiet, solange keine okkulten Schlussfolgerungen bzw. Ursachenerklärungen herangezogen werden oder dogmatisiert wird - beides ist in den inneren Zirkeln (Dornacher Sektionen) jedoch möglich und auch üblich. Über solche esoterische Sichtweisen wird jedoch nach außen hin Stillschweigen gewahrt, gewissermaßen eine Arkanpflicht eingefordert.
Nicht nur die Tatsache, dass Dornach in der Schweiz liegt, macht also den Zugang zu der anthroposophischen Sicht der Dinge schwierig, darüberhinaus ist die Hermetik dieses Wissens eine weitere Hürde bei der Erschliessung dieser waldorfspezifischen Grundlagen.
Comment von Gertrud Kiefer-Volkert — 17. Dezember 2009 @ 00:58
@Pali
Guter Mensch sie sind ein Rassist. Und Träger eines ganz finsteren Gedankengutes. Und Ihre Behauptung an staatlichen Grundschulen, gerade mit hohem Migrantenanteil, sei kein deutsch mehr möglich, ist schlichtweg falsch.
Ich lebe in Dortmund, mein Sohn geht in die Grundschule Kleine Kielstrasse. Diese Schule hat einen sehr hohen Migrantionsanteil und ist doch eine der besten Grundschulen in Deutschland, sogar mit dem deutschen Schulpreis ausgezeichnet.
Ihr Kind mag ein gutes ABI machen, ist aber zu Bedauern, weil es Menschenverächter als Eltern hat.
Comment von Torti — 17. Dezember 2009 @ 09:46
An Torti,
in gewisser Weise richtig, doch so hart würde ich dennoch nicht
urteilen. Die Angst vor Überfremdung in diesem Land muss auch meiner Meinung nach ernster genommen werden, da sind noch nicht alle Argumente auf dem Tisch.
Fatal ist es, wenn die Waldorfschulen nun zum deutschen Zufluchtsort werden und damit diese Pädagogik erneut aufwerten, die in vielem überholt ist, in der alte Weltbilder in die Gegenwart transportiert werden, die sich nicht mit der wissenschaftlich betriebenen Pädagogik öffentlicher Schulen austauscht usw. Schlimm, dass diesbezüglich die Politik nicht reagiert.
Um bei meinem oben erwähnten Beispiel der Tetraedergestalt der Erde zu bleiben. In meiner eher pragmatischen Sicht kam ich für mich zu dem Schluss, dass es zumindest kein Schaden sein kann, die anthroposohisch hochgelobte Auffassung von der Tetraedergestalt der Erde zu unterrichten.
Im Nachhinein wurde mir dennoch ziemlich flau in der Magengegend, denn diese von mir nicht zuletzt als Anpassung erbrachte Unterrichtsleistung wurde flugs vereinnahmt, ich wurde nun von den einen wegen meiner angeblichen anthroposophischen Pionierarbeit glorifiziert, von den anderen bekämpft (auch von Kollegen), die die betreffende Waldorfschule
für ihre Zwecke umfunktionieren wollten.
Vonseiten der Anthroposophie gesehen hat der besagte Unterrichtsgegenstand Kultstatus und Offenbarungscharakter, da hörte man Männerstimmen zittern vor Erregung beim Sprechen über die neuen Erkenntnisse bei dieser Art der Naturbetrachtung, die als zutiefst religiös-gebunden aufgefasst wird. Dass ansonsten aufgeklärte Zeitgenossen solche Haltungen zeigten, war für mich fast nicht zu glauben, befremdete mich und scheint mir auch heute noch völlig überbewertet zu sein.
Schüler ahn(t)en natürlich nichts von solcherlei Zusammenhängen, auf Schüler-Lehrer-Ebene geht es mehr darum, ob (in meinem Fall) die Lehrerin cool ist oder nicht, locker und verständnisvoll, welchen Unterhaltungswert der Unterricht hat etc. Eltern zählten indes die Heftseiten, ließen sich von sogenannt geordnetem Unterricht berichten, der oft nur am Grad der Beschäftigtheit gemessen wird; Eltern sind schließlich in die Verantwortung eingebunden, kontrollieren “ihre” Lehrer selber, wählen sie auch selber aus, hoffen, dass die Kinder die gewünschte Charakterbildung erfahren und dennoch die Abschlussprüfung bestehen werden.
Der von mir als solcher empfundene “Hoheitsstreit” verlief unbemerkt von der Öffentlichkeit,
hatte aber wahrscheinlich schlimme Konsequenzen, die bis heute tabuisiert sind. Wechselseitig wollte man sich mit mir verbünden, doch ich blieb und bleibe standhaft bei meiner Aufklärungsarbeit und verleihe mir Medaillen sowieso lieber selber.
Comment von Gertrud Kiefer-Volkert — 17. Dezember 2009 @ 13:37
Jens Gerlach am 7. November 2009:
“@ Gertrud Kiefer-Volkert
Zwei Hinweise kann ich mir nun doch nicht verkneifen:
1. Achten Sie doch ein wenig darauf, wo Sie kommentieren. Die Internetseite des Rechtsextremisten Detlef Nolde ist sicher auch aus Ihrer Sicht nicht die erste Wahl, auch, wenn dieser widerliche Typ zufällig etwas gegen Anthros hat.”
——
@Jens Gerlach
Jeder kann sich anhand der Beiträge auf meinem Weblog davon in Kenntnis setzen, daß Deine Behauptungen (”Rechtsextremist” usw.) pure Verleumdungen darstellen. Vor diesem Hintergrund ist die Frage, welchen Wert Du bei anderen Themen der seriösen Recherche beimißt.
Comment von Detlef Nolde — 21. Dezember 2009 @ 18:51
Jens Gerlach, wo Ihre rechte Seite Schwachstellen hat, kann Ihnen Detlef Nolde sicher aufzeigen. Ich beziehe mich auf seinen Artikel und nicht auf seine Person.
Comment von Gertrud Kiefer-Volkert — 1. Januar 2010 @ 20:53
[...] Hier geht es zum Rest des Artikels. [...]
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