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Abdel-Samad stärkt AfD-Storch den Rücken

Abdel-Samad: Auf dem Weg zur Ikone der Neurechten? (Foto: Wikipedia/ Freud/ CC-BY-SA)

Weiterhin auf Kurs zur AfD: Hamed Abdel-Samad (Foto: Wikipedia/ Freud/ CC-BY-SA)

Wir hatten mehrfach darüber berichtet, dass Hamed Abdel-Samad, Publizist und Beiratsmitglied der religionsfeindlichen Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) sich gerne und wiederholt im Fahrwasser der rechtsradikalen AfD oder rechtsextremistischer Burschenschaftler aufhält.

Aktuell stärkte Abdel-Samad der AfD-Vize Beatrix von Storch in ihrem Islamhass im Rahmen eines Beitrags der tagesschau den Rücken; gbs-Sprecher Michael Schmidt-Salomon findet dies indes alles ok.

Es geht um diesen Beitrag:

Selbst die Moderatorin ist erkennbar überrascht als Abdel-Samad auch auf Nachfrage ausführt:

„Wenn jemand sagt ‚Islam und Demokratie sind miteinander nicht vereinbar‘ dann ist das eigentlich grundsätzlich nicht falsch.”

Als Vehikel dient Abdel-Samad dabei die Überzeugung, dass der Islam drei Elemente enthalte: eine Religion, eine politische Ideologie sowie eine Rechtsordnung. Letztere beide seien beim Islam antidemokratisch. Somit muss dann auch der Islam als Gesamtes mit der Demokratie nicht vereinbar sein. Und außerdem führten die Muslime ja auch keine Debatten über die Ausrichtungen ihres Glaubens – deswegen müsse das von außen getan werden.

Das ist alles pauschalisierend, trifft auf den einzelnen Muslim sicherlich nicht flächendeckend zu und wird auch nicht dadurch besser, dass Abdel-Samad wieder einmal rhetorisch nachlegt, dass es ihm um die Religion und nicht die Menschen ginge, die diese Religion lebten. Ein bestenfalls naiv zu nennender Ansatz, ohne Relevanz im Alltag, ohne Bedeutung für unser politisches Handeln in der ohnehin angeheizten Debatte – Umstände, die Abdel-Samad eigentlich wahrnehmen müsste.

Sein Engagement bei der AfD wird dann kritisch hinterfragt. Aber wieder einmal sieht Abdel-Samad es als Ausdruck demokratischen Diskurses, betont seine vermeintliche Ferne zu den Rechtsradikalen. Immer noch nicht kommt ihm in den Sinn, dass er dabei hilft, Antidemokraten (die er doch bei islamistischen Vorzeichen so leidenschaftlich bekämpft) salonfähig zu machen. Er übersieht (wie immer) dass er den einen Totalitarismus (des Islamismus – den das ist gesellschaftsfeindliche Abart) mit dem anderen Totalitarismus bekämpfen will.

Kurz angebunden zu der Frage, wie die gbs zu den Aussagen ihres Beiratsmitgliedes Abdel-Samad steht, verweist gbs-Sprecher Schmidt-Salomon nur auf diese Internetseite – und gibt ansonsten an, derzeit wirklich viel mit einer Veranstaltungsorganisation zu tun zu haben.
Er verlinkt dann noch auf seine Ausführungen, nach denen die AfD die “Speerspitze des christlichen Fundamentalismus” sei – und diese hier, die sich mit Debatten im “Links-Liberalen” beschäftigt. Was immer ich damit auch tun soll, denn linksliberal bin ich nicht – und hatte auch nicht danach gefragt.

Eines schiebt Schmidt-Salomon dann aber doch noch raus:

Nicht Hamed Abdel-Samad hat der AfD in die Hände gespielt, sondern all diejenigen, die Wahrheiten leugnen, bloß weil sie von den falschen Leuten geäußert werden. Dies ist nicht nur aus einer philosophischen Betrachtung falsch (denn eine Wahrheit wird nicht zur Lüge, nur weil Lügner sie gebrauchen), sondern vor allem ein schwerwiegender politischer Fehler: Die AfD wäre niemals (!) so stark geworden, wenn man ihr das Feld der Islamkritik nicht überlassen hätte.

Das Feld der Islamkritik überlassen?
Wahrheiten leugnen? Aha.

In meiner Wirklichkeit diskutieren wir seit über 10 Jahren über “Parallelgesellschaften”.
Es gibt Initiativen, Programme, Modellprojekte – und vor allem: Publikationen, Bücher, Artikel und Diskussionsrunden – noch und nöcher. Quer durch die Gesellschaft. Mit Muslimen und Nicht-Muslimen. Mit Fokus auf regionale Unterschiede. Unter Betrachtung verschiedener Strömungen unter muslimischen Bürgerinnen und Bürgern.
All das hat Schmidt-Salomon wohl irgendwie verpaßt, inklusive der Debatten um Sarrazin-Bücher, Kopftuchge- oder -verbote und und und.

Neuerdings ist es hingegen vogue, wie auch Spiegel-Online zutreffend kommentiert, den Koran wörtlich zu nehmen, und auch den Muslimen ™ zu erklären, dass sie ihn alle wörtlich nehmen, und eine Gefahr für unsere Demokratie sind – egal, ob sie das auch so sehen oder nicht. An der deutschen Exegese soll der Muslim genese’.

Dass es in der Bibel ebenso demokratiefeindliche Passagen gibt, wird entweder ignoriert (AfD) oder als Grund für pauschalen Religionshass (gbs) genommen. Ein Bekenntnis zur Religionsfreiheit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung sucht man vergebens.

Damit spielt auch Abdel-Samad übrigens neben der AfD auch – und das ist ein schlechter Treppenwitz – den Islamisten in die Hände: stellt doch auch er alle Deutschen muslimischen Glaubens durch seine Äußerungen unter einen Generalverdacht, und spaltet sie somit von ihren nicht-muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern ab. Zumindest bis sie sich öffentlich geläutert vom Makel der Religion “Islam”, so wie Abdel-Samad sie versteht, zeigen.

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43 Kommentare zu “Abdel-Samad stärkt AfD-Storch den Rücken

  • #1
    Jürgen Seeger

    Interessant, wie viel Mühe man sich geben kann, eine Religion zu verteidigen, in deren Namen allwöchentlich ein Blutbad begangen wird. Als Mitglied so einer Religionsgemeinschaft würde ich doch lieber heute als morgen Asche auf mein Haupt streuen und dieser Religion endlich abschwören.

  • #2
    Sigrid Herrmann-Marschall

    Die Überschrift ist falsch.
    In dem Interview sagt HAS ausdrücklich, dass er die AfD weder wählt noch unterstützt.
    Worin könnte die Rückenstärkung gesehen werden?
    Dass er Dinge verkündet, die er schon sagte, bevor es die AfD gab?
    Die ich schon in einer Ahmadiyya-Veranstaltung 2007 hörte: "UNTER dem Islam sind einige Staatsformen denkbar" (es kommt auf die Relation an; Demokratie unter Scharia-Vorbehalt hört auf, eine Demokratie modernen Zuschnitts zu sein…)?
    Die schon andere sagten, bevor es die AfD gab?
    Vielleicht wird anders herum ein Schuh draus, ist dann nur weniger skandalisierbar?
    Ich bin mir sicher, dass der Autor auch in der Vergangenheit irgendeine Sache vertreten hat, die nunmehr auch im ominösen AfD-Programm steht, vielleicht zum Fracking, oder zum Tierschutz oder zu einem x-beliebigen Thema (da lauert nebenbei der viel größere Klopfer, dass die Herrschaften anscheinend keinen Satz zur Gesundheitspolitik schreiben!).
    Ob es im AfD-Programm steht, ist eigentlich irrelevant.
    Man muss etwas gegen das Erstarken dieser Partei machen; aber nicht so.
    Relevant ist, ob die Aussage, so wie HAS sie getroffen hat, zutreffend ist.

    „Wenn jemand sagt ‚Islam und Demokratie sind miteinander nicht vereinbar‘ dann ist das eigentlich grundsätzlich nicht falsch.“

    "Nicht grundsätzlich falsch" muss hier anscheinend übersetzt werden:
    Wenn es in den dem Glauben zugrundeliegenden Texten, also Korantext und Hadithsammlungen, Passagen gibt, die nicht GG-konform sind, dann ist die Aussage "Islam und Demokratie sind miteinander vereinbar" nämlich genau so "nicht grundsätzlich richtig". Schon der Korantext ist nicht konsistent, deswegen wurde die Abrogation "erfunden". Weil man "nicht grundsätzlich falsch" zurückweisen möchte, wird halt noch keine sachlich korrekte Beschreibung daraus. Wenn man das alles natürlich nicht weiß, dann enstehen solche vorschnellen Urteile, sorry.

    "Neuerdings ist es hingegen vogue, wie auch Spiegel-Online zutreffend kommentiert, den Koran wörtlich zu nehmen, und auch den Muslimen ™ zu erklären, dass sie ihn alle wörtlich nehmen, und eine Gefahr für unsere Demokratie sind – egal, ob sie das auch so sehen oder nicht. An der deutschen Exege soll der Muslim genese‘."

    Und der Autor erklärt Muslimen, dass sie ihn nicht wörtlich nehmen dürfen, obwohl das im Koran selber sogar drinnen steht (bekannt)? Das tun viele nicht, viele andere aber schon. Man muss die Ambivalenz, dass es viele unterschiedliche Herangehensweisen gibt, schon aushalten. Hätte der Autor mal ein paar mehr Predigten gehört, wüsste er, dass oft am Anfang ein Abschnitt des Korans wörtlich wiedergegeben wird. Danach folgt dann die daran angeknüpfte Predigt.

    "Ein bestenfalls naiv zu nennender Ansatz, ohne Relevanz im Alltag, ohne Bedeutung für unser politisches Handeln in der ohnehin angeheizten Debatte – Umstände, die Abdel-Samad eigentlich wahrnehmen müsste."

    Welches ist denn der nicht naive Ansatz?
    Woran zeigte sich”Relevanz im Alltag”?
    Ohne Bedeutung für "unser" politisches Handeln ist er nur, weil gegenwärtig Leute wie Mayzek, der einen Graue Wölfe Tarn Verein im Verband hat und einige andere "Schätzchen" beinhaltet, die Politik beraten. Der Autor spielt durch seinen anti-aufklärerischen Ansatz genau diesen Verbänden in die Hände. Das gibt eine Ehren-Medaille von Mazyek.

    Frage an den Autor: Was ist eigentlich "Islamhass" genau? Und was ist das Gegenteil? Islamophilie?

  • #3
    leoluca

    Abdel-Samad ein "Engagement bei der AfD" zu unterstellen, geht m. E. zu weit, auch wenn er gegenüber der AfD und gegenüber von Storch deutlich mehr klare Kante zeigen sollte als er es tut.

    Die AfD stellt mit ihrem Verdikt "Islam und Demokratie sind miteinander nicht vereinbar" die Religionsfreiheit in Frage, die durch das GG garantiert ist. Eine solche Einschätzung der AfD-Politik muss man auch von einem Islamkritiker wie Abdel-Samad erwarten können, der durchaus seine Verdienste darin hat, kritischer auf den Islam als Religion zu schauen als es viele Liberale, Linke und andere Multikulturalisten lange Zeit getan haben. Der Islam als Ganzes braucht eine Reform und dazu wird es nicht kommen können, wenn die religiösen Reformer in der islamischen Welt weiterhin in der klaren Minderheit sind.

    Wenn es allerdings um die Auseinandersetzung mit dem und die Analyse des IS bzw. des Jihadismus geht, messen meiner Beobachtung nach Leute wie Abdel-Samad der religiösen Komponente zu viel Gewicht bei und der kriminellen zu wenig. Nach Auffassung des französischen Journalisten, Nicolas Henin, der sich 10 Monate in Gefangenschaft des IS befand, sind die allermeisten Jihadisten "ziemlich lausige Muslime", die oft nicht mehr als ein paar arabische Floskeln zum Besten geben können. (Zitat in der heutigen NZZ, Seite 17)

    Ich denke, man geht der Propaganda des IS auf den Leim, wenn man seinen Kämpfern fromme Motive unterstellt, statt ihre Weltanschauung als das zu entblößen, was sie ist: eine im Kern nihilistische Ideologie, die sich aus Rachegefühlen, Allmachtsphantasien und Todeskult zusammensetzt.

    Noch mal Nicolas Henin: "Die Religion ist nur eine übergestülpte Identität. Was diese Leute vom IS antreibt, sind Demütigungen und Verschwörungstheorien. Sie sehen einen apokalyptischen Prozess in Gang. Der Westen gegen die Muslime."

    Die NZZ von heute schreibt dazu:
    "Zu einer multinationalen Größe wurde die Terrorsekte IS doch erst, als sich nach den wütenden Sunniten im Nahen Osten vor Ort Europas Jihadisten anschlossen, die ‘verlorenen, frustrierten oder marginalisierten Kinder der Globalisierung’, wie sie der französische Islamforscher, Olivier Roy, nennt."

    Nach Informationen des französischen Auslandsgeheimdienstes, so die NZZ, sind 70 Prozent der französischen Familien, deren Kinder dem IS folgten, Atheisten.

  • #4
    Lemurian

    Ist schon witzig wenn jemand aus Deutschland sagt, Du Sebastian und andere, die ganzen Araber würden den Islam falsch auslegen oder nicht verstehen. So blöd können doch die Araber nicht sein das sie kollektiv ihre eigene Religion in der sie aufgewachsen sind nicht verstehen und man muss sich ja nur mal die einzelnen Suren im Koran anschauen – da:

    http://www.gam-online.de/text-Zitate,koran.html

    Da aber der Prophet Mohammed den gesamten Koran angeblich in der Wüste vom Erzengel Gabriel empfangen hat ist für die Muslime der Koran das ewige Wort Gottes, der immer gilt!

    Da hat auch nix mit rechts oder Islam hassen usw. zu tun sondern schlicht und einfach damit das der Islam eine Ideologie ist die andere Religionen als minderwertig ansieht. Das sind nunmal die Fakten! Ich weiß echt nicht was es da noch groß dran rumzulabern gibt???

  • #5
    Stefan Laurin

    Ich glaube nicht, dass sich Abdel-Samad arg pauschalierend äussert. Er hat sich einfach nur mit dem Thema beschäftigt. Und neu ist was er sagt auch nicht, empirisch begründet ist es auch:
    "In December 2013, Professor Ruud Koopmans of the Berlin Social Science Center published a study on “Fundamentalism and out-group hostility,” in which he compared hostility among Muslim immigrants with hostility among Christian natives in Western Europe. He writes: “Almost 60 percent agree that Muslims should return to the roots of Islam, 75 percent think there is only one interpretation of the Quran possible to which every Muslim should stick and 65 percent say that religious rules are more important to them than the laws of the country in which they live.” In regards to Christian citizens he concludes: “Less than 4 percent can be characterized as consistent fundamentalists.”
    On hatred of Jews and homosexuals among Europe’s Muslim population, Koopmans finds: “Almost 60 percent reject homosexuals as friends and 45 percent think that Jews cannot be trusted. While about one in five natives can be considered as Islamophobic, the level of phobia against the West among Muslims — for which oddly enough there is no word; one might call it ‘Occidentophobia’ — is much higher still, with 54 percent believing that the West is out to destroy"
    http://www.politico.eu/article/brussels-attacks-terrorism-europe-muslims-brussels-attacks-airport-metro/

  • #6
    Sigrid Herrmann-Marschall

    "Die AfD stellt mit ihrem Verdikt "Islam und Demokratie sind miteinander nicht vereinbar" die Religionsfreiheit in Frage, die durch das GG garantiert ist. "

    Mal anders herum gefragt:

    Wie wäre eine Religion beschaffen, die nicht mehr von der Glaubensfreiheit umfasst wäre?

    Man schaue dazu einmal dieses Video:

    http://hessenschau.de/gesellschaft/islamistischer-doktorand-in-darmstadt-festgenommen-,islamist-102.html

    Es ist ziemlich schwierig. Einfache Antworten gibt es darauf nicht. Weder bei der AfD noch sonstwo. Mir scheint der übliche Weg über das Vereinsrecht – sofern man das GG nicht ändert – einzig gangbar. Man muss aber auch noch einmal die Inhalte des Islamunterrichts anschauen. Neulich erst ist von der DITIB ein Comic aufgetaucht, dass den Märtyrer-Tod pries.

    Nachtrag: Es gibt auch die recht gute Studie des BMI “Muslimisches Leben in Deutschland”. ie Zahlen dort sind leider ähnlich. Die von Bertelsmann ist leider weniger geeignet, da die Relation Demokratie und Religion nicht abgefragt wird.

    Das ist alles nicht schön. Aber man muss sich dem stellen.

  • #7
    JR

    Abdel-Samad bekämpft den Islam als umfassende Ideologie mit faschistischen Zügen, und da bin ich ganz seiner Meinung. Er hat nichts gegen Muslime, das kann man auch leicht feststellen, wenn man ihm zuhört. Blöd ist, dass ihm außer den Irren bei der AfD kaum jemand zuhört, weil auch der letzte Atheist sofort einem vermeintlich antirassistischen Reflex folgend herbeispringt und seine Arme schützend über diese völlig verblödete Religion breitet.

  • #8
    Friedhelm W.

    has beurteilt die Sachverhalte nun mal differenzierter und nüchterner als andere. Das scheint einige Rezipienten grundsätzlich zu überfordern.

  • #9
    Fabian

    "Als Vehikel dient Abdel-Samad dabei die Überzeugung, dass der Islam drei Elemente enthalte: eine Religion, eine politische Ideologie sowie eine Rechtsordnung. Letztere beide seien beim Islam antidemokratisch."
    Das hat er so nicht gesagt und das ist wichtig.
    Nur der Vollständigkeit halber, er hat auch gemeint, dass Gesellschaftsordnung eine Komponente sei.
    Er sagte aber nicht, dass diese antidemokratisch, also gegen die Demokratie gerichtet seien. Passender wäre die Formulierung: undemokratisch.
    Das ist auch völlig nachvollziehbar. So ist doch der größte Teil dieser Facetten des Islams in vordemokratischen Zeiten und in nicht-demokratischen Gebieten entstanden. Also gab es keinen demokratischen Prozess, der der Gestaltung der jeweiligen Komponente zu Grunde lag.

    Und dass die politische Ideologie und diese Gesellschaftsordnung nicht zu Deutschland passe verwundert auch nicht. Es gibt viele Ideologien, die zu unserem heutigen Deutschland nicht passen. Sehr deutliche Beispiele sind da der Faschismus oder der Kommunismus der ehemaligen Ostblockstaaten.

    "Somit muss dann auch der Islam als Gesamtes mit der Demokratie nicht vereinbar sein."
    Das hat er zwar nicht gesagt, wäre aber richtig. Das gilt für jede Religion in einem säkularem Staat mit laizistischem Selbstanspruch.
    Es geht um die Demokratie in Deutschland, also um den hiesigen Willensbildungsprozess. Und da hat keine Religion als solches etwas zu suchen. Für politische Entscheidungen dürfen keine Religiösen Maßstäbe gelten.

    "Sein Engagement bei der AfD wird dann kritisch hinterfragt. Aber wieder einmal sieht Abdel-Samad es als Ausdruck demokratischen Diskurses…"
    Ist es ja auch. Es ist ein Tanz auf der Rasierklinge und das alles Entscheidende ist, wie er es macht.
    Aber ich halte es für falsch, dass man für diesen Diskurs zur AfD gehen müsse. Können tut man das aber durchaus.

    "Die AfD wäre niemals (!) so stark geworden, wenn man ihr das Feld der Islamkritik nicht überlassen hätte."
    Das sehe ich in der Tat anders und da widerspreche ich auch Abdel-Samad.
    Die AfD wäre nie so stark geworden, wenn man ihr den Boden der Islamkritik nicht so vorbereitet hätte. Der Punkt geht an Bartoschek.

  • #10
    Arnold Voss

    Die AFD ist durch die Flüchtlingskrise groß geworden und nicht durch ihre Islamkritik. Sie schaltet jetzt darauf um und bläst sie auf. Ansonsten ist es ein Witz, Islamkritik als Grund für Islamophobie zu nehmen. Es ist viel mehr genau umgekehrt. Viele religiöse Menschen reagieren auf jede Krtik an ihrer Religion mit Hass und/oder Arroganz, zumindest aber mit Angst . Religionskritik ist aber wesentlicher Bestandteil der Religionsfreiheit, und das genau ist das Problem vieler religiöser Menschen mit ihr. Freiheit v o n der Religion zählt für sie nämlich nicht dazu.

  • #11
    Arnold Voss

    @ Leoluca # 3

    Religiöse Inbrunst zeichnet sich nicht durch das Maß theologischer Kenntnisse aus, sondern durch die subjektive Identifikations- und Folgebereitschaft gegenüber denen, die Religion als einzigen Weg zu Gott verkünden. Diese allerdings sind in der Regel auch theologisch bewandert. Ansonsten ist es egal, wie lausig der Glaube ist, mit dessen Begründung Jemand unterdrückt und/oder masskriert wird, denn er reicht auf jedenfall bei vielen dazu aus, mit großer Begeisterung anderen weh zu tun.

  • #12
    kassandro

    In letzter Zeit gingen – zu meiner Verwunderung – die Islam-Artikel der Ruhrbarone mehr oder minder stark in Richtung PEDIDA. Insofern ist der obige Artikel ein herber Rückschlag. Die These, daß Islam und Demokratie unvereinbar sind, kann man für den HEUTIGEN Islam als empirisch erwiesen ansehen. Es gibt zwar in Asien, islamische Länder mit relativ starken demokratischen Strukturen, wie z.B. Malaysia oder Indonesien, aber selbst in diesen gemäßigt islamischen Ländern, ist die massive Diskriminierung nicht islamischer Minderheiten Staatsdoktrin und eine Trennung von Religion und Staat undenkbar. Die Türkei WAR das einzige islamische Land, das überhaupt einen Versuch gemacht hat, Religion und Staat zu trennen. Erdogan versucht mit einigem Erfolg genau dies zu korrigieren. Besonders übel ist der ARABISCHE Islam. In Arabien gibt es kaum demokratische Strukturen. Der teilweise mit westlicher Hilfe betriebene Sturz von Despoten wie Saddam Hussain oder Gaddafi war ein katastrophaler Fehler, und hat geradezu zu einer Explosion des Terrorismus geführt. Auch dort wo der Islam in der Minderheit ist, wie z.B. auf den Philippinen sorgt der Islam ständig für Unfrieden. Verharmlosend ausgedrückt, kann man sagen, daß der Islam DER Störenfried unserer Zeit ist. Wir sollten den Patriotischen Europäern dankbar sein, daß sie dieses Problem in den Fokus der öffentlichen Diskussion gerückt haben, denn auch Europa wird auf verschiedenen Ebenen immer mehr zum Schlachtfeld des Islams.

  • #13
    Jule Johann

    Nehmen wir an ich erfinde eine Religion die RHEIN-Barone heißt.
    In meinen Regeln steht das alle die nicht an die RHEIN-Barone glauben zu
    bis zum Tod der Leugner zu bekämpfen sind.
    Diese Regeln sind ewig gültig sind, allumfassend. Zweifel oder gar öffentliche Kritik verboten. Wer öffentlich sagt das XXXX-Barone gleichwertig sind kommt ins Gefängnis und wird ausgepeitscht.*

    Äußert ein Ungläubiger Kritik an in dem er genau das sagt und ich werfe ihm darauf hin RHEIN-Barone Hass vor.
    Ist das nicht lustig?

    MfG.

    * Ähnlichkeiten mit dem Fall Raif Badawi sind beabsichtigt.

    ps. Im Zweifel andere Religionen / Menschen usw. einsetzen.
    Die katholische Kirche wurde wird auch stark kritisiert. Muss sich ein Küng, eine Ranke Heinemann verstecken, musste sich K-H. Deschner verstecken?

    Fakten: Abdel-Samad ist Sohn eines Imam, selber bei den Muslim Brüdern gewesen,
    Historiker und Hafiz. Er kennt den Koran besser als wir alle zusammen.
    Ach ja Hafiz ist er auch.

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  • #15
    Gerd

    Mal ganz grundsätzlich: Soll man den Mund halten, weil eine sachlich richtige Aussage von "den Falschen" genutzt wird? Dass würde bedeuten, dass "das Richtige" nur von "den Falschen" gesagt wird. Was dabei rauskommt sehen wir aktuell: die AfD!

    Die Partei ist entstanden, weil alle anderen das Abkommen von Maastricht zwecks Rettung des Euro gebrochen haben. Und dann sie ist durch den allgemein begrüßten Bruch der Abkommen von Dublin und Schengen groß geworden.

  • #16
    Jan W.

    Woher kommen eigentlich die harten Worte ("religionsfeindlich", "pauschaler Religionshass") gegen die Giordano-Bruno-Stiftung? Die GBS setzt eigentlich nur da an, wo Religionsgemeinschaften eine Wirkung auf Nichtanhänger entfalten wollen oder Austrittshemmnisse für Anhänger aufbauen.

    Die GBS steht doch eher für eine Weigerung von Nichtgläubigen, die Seife aufzuheben, um bereitwillig penetrante Missionsversuche zu empfangen.

  • #17
    Alreech

    Das der Islam mit Demokratie vereinbar ist zeigt doch die Existenz der islamischen Republik Iran.
    Und in Indonesien und der Türkei haben Politiker deren Parteiprogramm als eine re-Islamisierung verstanden werden kann genügend Stimmen bekommen um Teile dieses Programms umzusetzen.

    Was spricht dagegen Islamische Traditionen wie z.B. das Alkoholverbot oder das Verbot sexuell aufreizender Kleidung auch in Deutschland einzuführen, wenn es dafür Mehrheiten gibt ?

  • #18
    Jan W.

    @17 Alreech
    Also Demokratie und Republik sind für den Iran doch etwas hochgegriffen …
    Es gibt da ein paar Scheininstitutionen, die Parlament und Staatsoberhaupt nachäffen, während im Hintergrund die eigentlichen Herrscher die Strippen ziehen und willkürlich Kandidaten von den Listen streichen.

  • #19
    Jürgen Seeger

    @17 Alreech: Danke, Alreech, dass Du so offen darüber sprichst, wie die Vereinbarkeit des Islam mit der Demokratie aussieht:

    – Im Iran entscheidet ein religiöses Gremium darüber, wer sich zur Wahl stellen darf. Beim Freedom-House-Ranking der Freiheitsrechte landet der Iran auf Platz 158 von 167, "besser" ist dieses Land aber bei den Todesstrafen pro Tausend der Bevölkerung: Platz 1, mit Abstand. Nicht zu reden von der Frauenunterdrückung, der der Minderheiten wie der Bahai et cetera et cetera.

    – In Indonesien muss man Anhänger einer der anerkannten Religionen Islam, Christentum, Buddhismus, Konfuzianismus oder Hinduismus sein, nichts da mit dem Judentum oder gar dem Atheismus . In der Provinz Aceh herrscht die Scharia mit all ihren ekelerregenden Ausprägungen wie einer Religionspolizei, die unverheiratete Paare verfolgt.

    In der Türkei sitzen massenhaft Journalisten im Gefängnis, werden Redaktionen gestürmt und von der Regierung übernommen, die eigene Bevölkerung mit Artillerie beschossen (in Kurdistan).

    Und Alreech hat völlig Recht – so sieht die Vereinbarkeit von Islam und Demokratie aus. Und genau das wollen wir hierzulande nicht. Nicht einmal in Ansätzen.

  • #20
    leoluca

    #11
    Arnold Voss schreibt, dass "religiöse Inbrunst … sich nicht durch das Maß theologischer Kenntnisse auszeichnet, sondern durch die subjektive Identifikations- und Folgebereitschaft gegenüber denen, die Religion als einzigen Weg zu Gott verkünden."

    Ich bestreite aber gerade, dass es bei den Jihadisten im Kern um "religiöse Inbrunst" geht.

    Ich denke eben, man geht der jihadistischen Propaganda auf den Leim, wenn man seinen Kämpfern fromme Motive unterstellt, statt ihre Weltanschauung als das zu entblößen, was sie ist: eine im Kern nihilistische Ideologie, die sich aus Rachegefühlen, Allmachtsphantasien und Todeskult zusammensetzt. Sie sehen einen apokalyptischen Prozess in Gang. Der Westen gegen die Muslime.

  • #21
    Dr. Boris Bromm

    Dr. Boris Bromm

    Das Problem im Islam ist die Gründerfigur, die Gewalt selbst gelebt und gelehrt hat. Man kann es wie folgt auf den Punkt bringen:
    Christen (in Deutschland) haben ein Glaubwüridgkeitsproblem, weil sie nicht tun, was Jesus lehrt.
    Muslime (in Deutschland) haben ein dogmatisches Problem, weil sie nicht tun, was Mohammed lehrt.

  • #22
    Arnold Voss

    Leolica # 20

    Um welche sollte es sonst gehen? Wofür ist ein junger Mensch bereit sein Leben zu geben, ja sich selbst mit Absicht in die Luft zu sprengen? Nur weil er Spaß am Töten oder am Suizid oder beides hat? Weil er schon vorher über kriminelle Energien verfügt? Die könnte er außerhalb des IS oder sonst einer religiösen Terrorvereinigung mit wesentlich weniger Risiko umsetzen.

  • #23
    Antonius Recker

    Und was hat das 10 Jahre lange Diskutieren über den Islam und Parallelgesellschaften gebracht? Wenn schon keine praktischen Ergebnisse, hat es wenigstens intellektuelle Ergebnisse gegeben, die man anwenden könnte? Oder darf man diese Erkenntnisse nur nicht äußern? Also was ist los? Wenn ich schon nicht selber denken darf, und schon gar nicht selber äußern darf, was ich denke, wie soll ich mich zum Islam stellen? Ich wäre da langsam mal über eine stichhaltige Antwort oder eine stichhaltige Politik wirklich sehr dankbar.

  • #24
    Alesia

    Hätte ich vorher gewusst, das hier soviele Islamexperten sind, hätte ich mir mein Islamwissenschaftsstudium gespart.

  • #25
    JBM

    Autsch, da hat aber der Psychologe Herr Bartoschek jede Menge ziemlich durcheinander gebracht oder einfach nicht verstanden. Der ganze Artikel ist schon ziemlicher murx. Nur bei einer Sache muss ich ihm Recht geben: Die Annäherung von Abdel-Samad zur AfD ist eigentlich nicht mit den Werten, die die Giordano Bruno Stiftung vertritt, vereinbar.

  • #26
    Angelalala Merkelt doch garnix mehr

    Ach ja, wir diskutieren erst seit 10 Jahren über Parallelgesellschaften? Sind sie noch so jung oder haben sie so lange geschlafen?

    Um mal Helmut Kohl zu zitieren, der 1982 (!!) sagte: "Wenn wir da nich bald was machen mit den Paralellgesellschaften und den schlecht Integrierten Migranten, bekommen wir über kurz oder lang ziemlich große Probleme."

    Seine Ziehtochter im Geiste hat diesen Gedanken sträflichst ignoriert, sondern sogar noch verschärft.

  • #27
    Sebastian Bartoschek Beitragsautor

    "Ach ja, wir diskutieren erst seit 10 Jahren über Parallelgesellschaften? Sind sie noch so jung oder haben sie so lange geschlafen?"

    In keinem logischen Deutungshorizont wird daraus eine Aussage, die meiner These widerspricht.

    Ich bin fasziniert.

    Sie haben die Latte gaaaanz tief gesetzt, und trotzdem gerissen. Sie haben sich als AfD-Wähler qualifiziert. Glückwunsch!

  • #28
    Jens Schmidt

    Die schlimmste Fremdenfeindlichkeit kommt nicht nur von den Völkisch-Deutschen, sondern auch von den Islamfeinden anderer Couleur, wie Henryk M. Broder, Hamed Abdel-Samad oder Necla Kelek. Sie gießen Öl ins Feuer und machen sich mitschuldig, wenn eine liberale Islamwissenschaftlerin wie Lamya Kaddor sich vom Religionsunterricht beurlauben lassen muss. Die Säkularen und die Atheisten richten mit ihrer Intoleranz und Militanz gleichen Schaden an wie die Religionsfanatiker – sie schüren Aggression und gefährden Menschenleben.

  • #29
    Stefan Laurin

    @Jens Schmidt: Die genannten gießen kein Öl ins Feuer sondern klären auf und sorgen für Debatten. Hören Sie doch auf Kaddor nachzuplappern. Was glauben Sie wie oft diese Leute bedroht werden – sie machen nur keine PR-Nummer daraus.

  • #30
    Jens Schmidt

    @Stefan Laurin
    Ein Henryk M. Broder, der auf "Achse des Guten" einen Schmäh-Artikel über "die genuin dummer Frau Kaddor" schreibt, betreibt Gegenaufklärung. Er ist zu einem verbittert pöbelnden Kaftan-Trump geworden. Diese schlecht gelaunten alten Männer richten unsere pluralistische Gesellschaft zugrunde, nach dem Motto: Heiliger Sankt Florian, zünd dem Moslem sein Haus an, aber lass meines stehen.

  • #31
  • #32
    kE

    Wie sollen die angeblich "schlecht gelaunten alten Männer" "unsere pluralistische Gesellschaft zugrunde richten"?

  • #33
    Jens Schmidt

    Seit Henryk M. Broder den Anti-Islam-Film "Fitna" des Rechtspopulisten Geert Wilders als Dokumentation verteidigt hat, kann ich den guten Mann leider nicht mehr ernst nehmen.
    https://www.youtube.com/watch?v=PWE9qOpWloE
    Mich bestürzt, wie ungeschoren man offenbar, wenn man kein "Volksdeutscher" ist, mit neurechtem Gedankengut davonkommt. Die schlimmsten Fremdenfeinde sind manchmal die Fremden.

  • #34
    Stefan Laurin

    @Jens Schmidt: Und sie wollen Broder scheren? Ich ahne ihre beeindruckende Ahnentafel.

  • #35
    Jens Schmidt

    Ja tut mir schrecklich leid, keine Ashkenasi in meiner Ahnentafel, Stefan Laurin. Ich hoffe, ich werde dennoch als Deutscher akzeptiert, der mitreden darf? 😉

  • #36
    kE

    Deutschland hat im letzten Jahrhundert viele Erfahrungen mit totalitären Systemen gemacht.

    In meiner Schulzeit der 70er hieß es immer wieder: "Wehret den Anfängen!".

    Wir wissen, wie man totalitäre Systeme etabliert. Meine Vorfahren haben es im eigenen Land erlebt , wir kennen Experimente, wir kennen ZUkunftsvisionen (z.B. "1984").

    Ein Beispiel aus Pakistan hat die Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai beschrieben.

    Totalitäre Systeme können auf unterschiedlichen Ideologien aufbauen. Deshalb ist ein 360 Grad Blick erforderlich und nicht nur der Blick nach rechts.

  • #37
    Helmut Junge

    @KE, "Totalitäre Systeme können auf unterschiedlichen Ideologien aufbauen. Deshalb ist ein 360 Grad Blick erforderlich und nicht nur der Blick nach rechts."
    Sehr präzise und kurz formuliert. Gefällt mir.
    Aber wissen Sie, wie lange und wie oft ich versucht habe, genau diesen Zusammenhang in Diskussionen mit früheren und heutigen Linken zu vermitteln? Selbst wenn ich das manchmal geschafft habe, war der Erfolg meist nach wenigen Tagen verblaßt. Die alten Denkstrukturen haben sich wieder neu etabliert.

  • #38
    kE

    @37:
    Ich vermute, dass die meisten Denkmuster auf ein
    "ich bin gegen …".
    basieren.
    Das ist einfach, funktioniert meistens. Ein simplifizierte Welt. Also das, was kritisiert wird.

    Es führt aktuell nur zu kaum nachvollziehbaren Positionen, wenn ich bspw. an Frauenrechte, Rechte von Nicht-Heterosexuellen, … denke.

    Wenn ich gegen Frauendiskriminierung bin, gegen Diskriminierung von Ausländern, gegen Rechts … klingt dies gut. Es führt aber aktuell zu Problemen, wenn bspw. Personen mit Migrationshintergrund Frauen diskriminieren.

    Hier würde es helfen, zu definieren, wie meine Zielvorstellung einer Welt ist und dann zu schauen, was erforderlich ist, um diesen Zustand zu erreichen bzw. das zu kritisieren, was diesen Zustand gefährdet.

    Richtig gefährlich ist, wenn Gewalt nicht eindeutig als Gewalt kritisiert wird, nur weil sie von den "richtigen" ausgeübt wurde. Wir hatten hier schon genug Diskussionen, in denen darauf verwiesen wurde, dass die anderen mehr Gewalt ausüben.

    Mir gefällt auch das Buch von Malala Yousafzai "Ich bin Malala: Das Mädchen, das die Taliban erschießen wollten, weil es für das Recht auf Bildung kämpft" inbesondere in den ersten Kapiteln, in denen sehr anschaulich beschrieben wird, wie sich der Terror im Swat-Tal entwickelte.

  • #39
    Davbub

    @33:"Die schlimmsten Fremdenfeinde sind manchmal die Fremden."
    Broder als Fremden zu bezeichnen, da muß man erst mal drauf kommen.
    Ausgrenzung als Kampftechnik in der Debatte funktioniert doch immer noch…

  • #40
    Andreas

    #39 Davbub

    wer braucht denn Broder?

    wer braucht denn ultra-rechte Provokateure?

    (und das frage ich DIch, als jemand, dessen Artikel von der "Achse des Guten" veröffentlicht wurde)

  • #41
    thomas weigle

    Nein Broder ist kein Fremder, auch wenn er mal für immer dieses unseres Land verlassen hat. Gut gefällt mir sein Dictum: "Manche Dinge sind so schlimm, dass selbst ihr Gegenteil nicht richtig ist."

  • #42
    Zero

    Was an der gesamten Diskussion über den Islam in Europa verwundert ist das einer daran nicht teilnimmt, nämlich der um den es sich im Grunde dreht: der gläubige muslimische Mann.

  • #43
    Walter Stach

    Totalitär…….
    1,
    Totalitäres Denken vieler Menschen in der sog. westlichen Welt dokumentiert sich zur Zeit u.a. darin, wie in dieser sog. westlichen Welt undifferenziert, dogmatisch, vorurteilsbehaftet über die Religion des Islam befunden wird mit der Folge, daß diese Menschen "ihren Staat" in die Pflicht zu nehmen gedenken, totalitär zu sein in der Ablehnung, in der Bekämpfung aller Muslime und all dessen, was sie dem Islam zu rechnen.
    Ein selbstkritischer Blick in der sog. westlichen Welt auf das sie bis heute prägende Christentum, könnte eine Möglichkeit sein, totalitäres Denken und staatliche Totalität im Umgang mit den Muslimen, mit dem Islam kritisch zu hinterfragen, jedenfalls "ein wenig".

    Sh. dazu aktuell die Kolumne von Christian Streich bei SPIEGEL online:
    "Barbarei und Toleranz"
    -Zum Glück gibt es den Islam-.
    Der Islam wird von Kritikern als Barbarei dargestellt. Das Christentum als aufgeklärt. Beides ist falsch.
    Abschließend heißt es u.a. in dieser Kolumne;
    "Sobald die organisierte Religion -egal welche-, dazu ermächtigt wird, politische und gesellschaftliche Normen zu setzen, wird sie gefährlich."

    2,
    Aus der unter 1.abschließend zitierten Feststellung ergibt sich u.a., daß staatlicher Totalitarismus religiös begründet sein kann -z.B.im Iran, in Saudi-Arabien , sh. aber auch die Geschichte vieler Gesellschaften und Staaten der sog. christlich-abendländischen Welt.
    Und eine kritische Betrachtung der derzeitigen Regime in Polen und in Ungarn rechtfertigt die Fragestellung, ob man dort auf einem Wege ist zu einem totalitären Systems, welches jedenfalls dann jegliche individuelle Freiheit auszuschließen gedenkt, wenn sie von den Menschen genutzt wird zur freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit , so wie dieses ihrem Willen entspricht und nicht den "Vorgaben, den Geboten" der christlich-katholisch dominierten Mehrheitsgesellschaft und des von dieser Mehrheitsgesellschaft dominierten Staates.

    Wenn "staatlicher Totalitarismus" bedeutet, daß der Staat den einzelnen Menschen und die Gesellschaft, in der er lebt, total zu erfassen hat, dh, wenn er für sich die Aufgabe und das Recht reklamiert, alle personalen und sozialen Lebensbereiche staatlichen Regelungen und staatlichen Kontrollen unterwerfen zu sollen, ja unterwerfen zu müssen, dann ergibt sich daraus zwangsläufig, daß die Begründung solcher totalitären System sehr unterschiedlich sein kann -religiös, pseudo-religiös, ideologisch -sh. u.a. die nationalsozialistische und die marxistisch-leninistische-stalinistische Ideologie.

    Das ist unbestritten und erscheint, jedenfalls mir, zweifelsfrei.

    Nachdenkenswert erscheint es mir, wenn bezogen auf totalitäre Staatsordnungen oder bezogen auf totalitäre Tendenzen in Gesellschaft und Staat auf die Gründe für das Verlangen vieler, vieler Menschen nach "totalen Systemen" eingegangen und über diese diskutiert wird.

    Konkrete Veranlassung dazu bieten derzeit neben dem radikal-fanatischen Islamismus alle rechtsradikalen, völkischen, rassistischen, antisemitischen, antidemokratischen Gesinnungsgemeinschaften in der sog. westlichen Welt, dh. jeder einzelne Mensch, der diesen Gemeinschaften angehört und sich für deren Ziele einsetzt.
    Über konkrete Motive hinaus könnte der eigentliche Grund für diese "Sehnsucht nach dem totalitären Staat", wie immer er ideologisch oder religiös begründet und wie immer die Staatsgewalt organisiert sein mag -Einparteien -diktatur, Einpersonenherrschaft, Ochlokratie , Theokratie eoder ..,darin liegen, daß viele Menschen nicht fähig zu sein scheinen oder nicht willens sind, sich als Persönlichkeiten zu begreifen, deren Leben, deren Lebensgestaltung ihrem Wesen gemäß primär in ihre "ureigene" Verantwortung gestellt ist, eine Verantwortung, die sie als Menschen annehmen müssen, der sie sich tagtäglich zu stellen haben , Verantwortung sich selbst gegenüber, gegenüber den Mitmenschen und gegenüber -wenn gläubig, – Gott gegenüber-.
    Mir scheint, daß es diese "Selbstwahrnehmung" z.B. bei vielen Menschen in Sachsen und in den Gesinnungsgemeinschaften in und um Pegida, AFD usw. nicht gibt. Gibt es stattdessen dort die Sehnsucht nach dem rundum den Menschen ver- und umsorgenden Staat, wie er von 1933 bis 1945 und wie er als "totaler Versorgungsstaat" in der DDR Bestand hatte? Ist das eine unausrottbare Sehnsucht vieler Menschen, deren Befriedigung zu begegnen ist in einem permanenten, nie endenden Kampf aller freiheitsliebenden, aufgeklärter Menschen?

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