30

Alle schauen auf Bosz, doch wer nimmt eigentlich Watzke und Zorc beim BVB in die Verantwortung?

Clubboss Aki Watzke sorgt für Diskussionen. Foto: Robin Patzwaldt

Jetzt haben sie es tatsächlich geschafft. Das stolze Gebilde Borussia Dortmund steht nach der 1:2-Niederlage vom Samstag in der Fußball-Bundesliga gegen Werder Bremen kurz vor dem Fall. Alles stürzt sich in diesen Stunden auf Trainer Peter Bosz, der vermutlich am heutigen Sonntag in einerfür 12 Uhr angesetzten Pressekonferenz auch offiziell ‚gefeuert‘ wird.

Die Suche nach einem Nachfolger dürfte sich mangels wirklich geeigneter Kandidaten dabei ziemlich schwierig. gestalten. Aber dazu dann in den nächsten Stunden vielleicht auch hier im Blog schon mehr.

Fest steht jedenfalls schon alleine aufgrund der seit Monaten immer bedrohlicher werdenden sportlichen Situation, dass Bosz hier längst nicht der einzig Verantwortliche beim BVB ist. Ganz im Gegenteil!

Bosz ist/wird nur das Bauernopfer im Club, sollte die Trennung dann heute auch bestätigt werden. Wer hinterfragt eigentlich in diesen schweren Tagen einmal die mehr als nur unglückliche Rolle von Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc, wer die der scheinbar führungsspielerlosen Mannschaft? Hier liegen doch mindestens ebenso viele Anteile für den sportlichen Niedergang des Klubs seit dem Sommer.

Wenn jetzt in Dortmund in der Fanszene laut hinter Ex-Trainer Thomas Tuchel hergejammert wird, dann sieht man doch spätestens zum Jahresende 2017 ganz eindeutig, wie groß die Leistung von Tuchel zwischen Sommer 2015 und 2017 war, diese Truppe u.a. in die Champions League und zum DFB-Pokalsieg im Mai in Berlin geführt zu haben.

Einen schwierigen Charakter mag er haben, der Thomas Tuchel, doch hat er sportlichen Erfolg nach dem ebenfalls schwierigen Abschied von Jürgen Klopp zuvor zurück nach Dortmund gebracht. Bosz gelang dies nicht dauerhaft. Längst vergessen ist inzwischen die Ausbeute der ersten sechs Spieltage dieser laufenden Bundesliga-Saison.

Und wer verantwortet das letztendlich gegenüber Fans, Mitgliedern und auch Aktionären? Watzke und Zorc, die in erster Linie wohl ihr eigenes Ego gepflegt haben in dem sie ‚Querulant‘ Tuchel Ende Mai endgültig davongejagt haben.

Zudem ist die Mannschaft offensichtlich schlecht zusammengestellt worden. Auch hierfür tragen Watzke und Zorc die Verantwortung, Bosz nur sehr begrenzt. Eine Mannschaft in der der Kapitän Marcel Schmelzer so hilflos agiert wie gestern nach der Bremen-Pleite, die hat ein offenkundiges Problem mit Führungsspielern.

Und was haben Watzke und Zorc dagegen getan? Warum gibt es niemanden im Kader der jetzt die Fäden innerhalb des Teams wieder entschlossen in die Hand nimmt? Warum musste kürzlich ein zuvor sportlich aussortierter Spieler wie Neven Subotic plötzlich in die Öffentlichkeit vorgeschickt werden? Weil schlich kein anderer Aktiver das Format dazu hatte beim BVB.

Erinnert sei in diesem Zusammenhang heute auch noch einmal an die Tatsache, dass die Vereinsbosse es bereitwillig zuließen, dass Spieler wie Schmelzer und Nuri Sahin Trainer Tuchel nach dem Pokalsieg öffentlich bloßstellten, indem Schmelzer Sahins Kadernominierung für den Pokal ungestraft öffentlich einfordern durfte.

Da wurde zuletzt in Dortmund deutlich mehr verbockt als es Peter Bosz jemals zu verantworten hätte in den fünf Monaten seiner Amtszeit. Ob Watzke und Zorc nachher auf der PK mehr Verantwortung übernehmen als reine Worthülsen?

RuhrBarone-Logo

30 Kommentare zu “Alle schauen auf Bosz, doch wer nimmt eigentlich Watzke und Zorc beim BVB in die Verantwortung?

  • #1
    Aquii

    Ein Trainer, der mit seinem Club die schlechteste Defensive hatte soll jetzt die anfällige Dortmunder Abwehr stabilisieren, ein Trainer, der seit einem halben Jahr kein Bundesligaspiel gewonnen hat, soll den BvB wieder auf die Siegerstraße bringen.

    Ein sehr interessantes Experiment was da stattfindet…

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Die Lösung mit Stöger ist riskant aber charmant, wie ich finde. Stöger ist ein Typ dem ich einiges zutraue. Die Vorgeschichte mit dem Absturz der Kölner zuletzt spricht natürlich gegen ein so schnelles Engagement in Dortmund. Aber auf dem Trainermarkt hätte ich derzeit niemanden gesehen, dem ich die Aufgabe eher zutrauen würde. Ich bin gespannt, ob er es bis zum Sommer hinkriegt den BVB wieder flott zu machen.

  • #3
    Klaus Lohmann

    Und prompt spielt Köln wie entfesselt gegen Freiburg, führt mit 3:0 nach ’ner halben Stunde… Wenn das nicht mal ein Omen für das Ende der Ära Watzke ist, zumal diesem ja nun permanent ein Nagelsmann im Nacken rumspukt – was die Trainerleistung garantiert nicht fördern wird.

  • #4
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Watzke und Zorc wirkten bei den jüngsten beiden Trainervorstellungen optisch eher etwas wie ‚geprügelte Hunde‘. Vorbei erst einmal der große Glanz bei den Pressekonferenzen. Hätte sich der Aki im April so sicherlich auch noch nicht träumen lassen. Zorc war ja schon immer etwas unscheinbar gegenüber den Medien. Und wirkliche Selbstkritik war vom Klubboss heute auch nicht zu hören ausser ‚Wer meint mich dafür kritisieren zu müssen, der soll das tun.‘ Wirklich selbstkritisch klang das für mich nicht, was er da heute rausgehauen hat.

  • #5
    Lukas N.

    @Robin Patzwaldt
    Ich stimme dem Inhalt Deines Artikels weitgehend zu und auch Deinen Zeilen unter #2. Bosz war spätestens nach der Niederlage im Heimspiel gegen Bremen nicht mehr zu halten. Es war der Tiefpunkt einer Entwicklung, die sich seit Wochen abzeichnete. Seit ca. Mitte September hat der BVB in der Liga nicht mehr gewonnen und lieferte zudem die schlechteste CL-Gruppenphase der Vereinsgeschichte ab, blamierte sich sogar zweimal gegen Fußballzwerg Nikosia. Die Trendwende wollte einfach nicht gelingen, es wurde immer schlechter und der Auftritt gegen Bremen war erschreckend.

    Die Hoffnung, dass mit Bosz doch noch die Trendwende gelingen könnte, war weg, die Entlassung die logische Folge.
    Aber es ist richtig, Bosz ist nicht für alles verantwortlich und nicht an allem Schuld. Wenn man sich Ende letzter Saison von einem sportlich erfolgreichen Trainer wegen interner Probleme und einem intern nicht mehr vorhandenen Vertrauensverhältnis trennt und sich dann nach nur wenigen Monaten von seinem Nachfolger trennen muss, ist das auch eine Niederlage für Watzke und Zorc.

    Auch Watzke und Zorc haben Fehler gemacht und auch die Spieler darf man nicht aus ihrer Verantwortung lassen. Im Grunde bräuchte der BVB nach einem neuen Trainer auch einen neuen Kapitän, denn was Schmelzer da seit Wochen an Außendarstellung und Kommunikation abliefert, ist erschreckend schwach und geradezu hilflos, auch kontraproduktiv gewesen. Aber diese Baustelle wird der neue Trainer nicht auch noch aufmachen wollen, zumal sich auch kaum jemand aufdrängt.

    Dass der BVB spätestens seit dem Weggang von Hummels ein Führungsspielerproblem hat, ist ohnehin offensichtlich. Es fehlen Fühgrungsspieler, die sowohl auf dem Platz gesetzt sind und sportlich rundum überzeugen und die auch eine gute und überzeugende Außendarstellung haben.
    Überhaupt muss man die Rolle der Spieler oder zumindest einiger Spieler hinterfragen und auch die Frage stellen, ob man einigen Spielern zuviel zugesteht oder Sonderrechte einräumt, ob da die Bosse dem Trainer sogar ins Handwerk pfuschen.
    Alle müssen sich jetzt hinterfragen auch die Bosse und die Spieler. Hoffentlich tun sie das auch, aber Zweifel sind abgebracht. Es stimmen derzeit einige grundsätzliche Dinge nicht beim BVB.

    Ich bin auch der Meinung, dass die Lösung mit Stöger riskant ist, aber Charme hat. Einzig der Ablauf zuletzt mit seiner Entlassung in Köln und der Tatsache, dass Köln Abstiegskandidat Nr. 1 ist, lässt etwas Bedenken aufkommen.
    Andererseits hat es kaum ein Trainer zuvor geschafft, den Karnevalsclub 4 Jahre erfolgreich zu trainieren und dort immer noch ein hohes Ansehen zu genießen.
    Stöger bringt viel Erfahrung als Trainer mit und vor allem gilt es ja jetzt auch im psychologischen und mentalen Bereich etwas zu tun. Das sind Dinge, die zu den Stärken Stögern zählen, dessen Umgang mit den Spielern allgemein gelobt wird.
    Gut finde ich auch, dass mit Stöger jetzt auch wieder etwas mehr Lässigkeit und Humor einkehrt. Stöger kann gut mit Menschen umgehen, wird von Fans schnell angenommen und beherrscht auch den Umgang mit den Medien.
    Stöger selbst geht kaum ein Risiko ein. Für ihn ist es die Chance, einen euorpäischen Topklub trainieren zu können und diese Chance konnte er sich kaum entgehen lassen.

    Wenn man sich derart früh in einer Saison vom Trainer trennen muss, dann findet man auf dem Trainermarkt normalerweise nur schwer eine Lösung. Ich sehe es auch so, dass der Trainermarkt aktuell kaum bessere Lösungen hergegeben hätte.
    Auch ich bin gespannt, wie das jetzt mit Stöger funktionieren wird. Der Kader hat die Qualität, um Platz 2 bis 4 mitzuspielen und sich direkt für die CL zu qualifizieren. Dazu muss man einige Stellschrauben verändern und die Spieler wieder mental stärken. Das kann Stöger durchaus schaffen.

    Fragen wirft die Laufzeit des Vertrages lediglich bis Sommer 2018 auf, denn in den Medien wird bereits spekuliert, dass Stöger nur ein Übergangskandidat sei und die BVB-Bosse 2018 Nagelsmann holen möchten, den ich bekanntlich durchaus kritisch sehe und der mir auch eine zu große Vorliebe für den FC Bayern hat.
    Ich hoffe, dass die Bosse hier nicht erneut einen Fehler machen. Es müsste klar kommuniziert werden, dass Stöger eine gute Chance auf Vertragsverlängerung hat, wenn er überzeugen kann, ankommt und einen CL-Platz sicher schafft. Alles andere wäre nur wieder ein erneutes Eigentor. Sollte Stöger überzeugen können und Erfolg haben, wäre es kaum vorstellbar, dass man ihn im Sommer wieder verabschiedet und dafür einen Trainer-Jungspund wie Nagelsmann holt.

    Es bleibt also weiter spannend beim BVB.

  • #6
    Klaus Lohmann

    (Ok, vergesst meine #3, da spielte ein echter Absteiger noch bescheuerter als wir (3:4, unfassbar) und Stöger hat alles richtig gemacht;-)))

  • #7
    Jupp Schmitz

    @ Lukas,
    Stöger hat also die Chance bei einem europäischen topclub zu arbeiten? Und geht dann doch nur zum BVB, oder wie? Watzke und Zorc sollten dringend abserviert werden. Der Fisch stinkt immer vom Kopf her! Da hat robin voellig recht.
    Stöger tut mir leid und ich verstehe ihn echt nicht. Mit diesem Management und diesem Kapitänlein Schmelzer im Nacken kann er doch nur verlieren.
    Und wenn er den Klassenerhalt schaffen sollte, werden ihm alle diesen Erfolg aus der Hand reissen.

  • #8
    Werntreu Golmeran

    Die Entscheidung für Stöger ist ziemlich schlau. Richtig ist, dass Watzke und Zorc für die jetzige Situation eine sehr Mitverantwortung haben. Jetzt zurückzutreten, wäre aber auch nicht die richtige Lösung gewesen. Wer hätte das übernehmen sollen? Rauball? Der hat die Herren ja machen lassen und ist mittlerweile auch zu alt und mit der Bundesliga genug beschäftigt. Sonst sehe ich derzeit niemanden.

    Wenn Verein und Aufsichtsrat schlau wären, würden sie für den Sommer sowohl für die Cheftrainer-Position als auch für die Geschäftsführungspositionen sich nach geeigneten Alternativen Ausschau halten. Wenn das Experiment Stöger klappt, was ich mir durchaus vorstellen kann, und wenn die Herren W+Z, danach ein wenig Demut zeigen, hätten sie es verdient, weiter zu machen. Wenn das Experiment Stöger aber nach hinten losgeht…

  • #9
    Lukas N.

    @Jupp Schmitz zu #7
    Na ja, der BVB ist ja immer noch ein europäischer Topklub, liegt laut UEFA-Klubrangliste unter den 10 besten Klubs in Europa. Dennoch netter Scherz 🙂
    Dass es der BVB nach einer Fast-Insolvenz 2004/2005 schaffte, sportlich wieder unter die europäischen Topklubs zu kommen, national hinter den Bayern zur Nr. 2 aufzusteigen, den Umsatz zu vervielfachen und schuldenfrei zu sein, ist ja auch ein Verdienst der Bosse. Der BVB gehörte ja in den letzten 12 Jahren nicht zu den schlecht geführten Klubs.
    Dass die Bosse aber in dne letzten Monaten auch einige Fehler machten, lässt sich nicht bestreiten und das haben wir hier im Forum auch deutlich angesprochen.
    Dass es für die Bosse auch eine Niederlage bedeutet, wenn man sich in kurzer Zeit gleich von zwei Trainern vorzeitig trennt, ist auch klar.

    Der BVB ist aber noch immer weit davon entfernt, ein Chaosklub oder ein schlecht geführter Klub zu sein. Nach dieser vorzeitigen Trainerentlassung und der gesamten Entwicklung der letzten Monate sind die Bosse sicherlich angeschlagen, aber es besteht bisher kein Anlass dazu, sie abzulösen oder auch Anlass für einen Rücktritt. Da hätten ja Bosse einiger anderer Klubs schon oft zurücktreten müssen.
    Allerdings müssen auch die Bosse jetzt mal wieder dauerhaft in die Spur kommen. Am besten gelingt das mit sportlichen Erfolgen. Vieles hängt also auch davon ab, wie erfolgreich Stöger arbeitet.

    Stögers Entscheidung kann ich gut verstehen. Er bekommt die Chance, bei einem Topklub zu arbeiten, mit einer Kaderqualität, die er bisher noch nicht trainieren durfte. Das begreift Stöger als große Herausforderung und als Chance.
    Stöger ist ja schlau und er weiß, dass die Qualität des Kaders so gut ist, dass er normalerweise einen CL-Platz in der Liga sicher schaffen müsste. Das traut er sich auch zu.
    Und Stöger weiß, wie es anderen Trainern ergangen ist, die entlassen wurden und dann evtl. längere Zeit keinen wirklich guten Job mehr bekommen haben. Jeder andere Trainer hätte das genauso gemacht wie Stöger, hätte diese Chance ergriffen.

    Und Stöger hat es meiner Meinung nach sogar in der Hand, über den Sommer hinaus Trainer des BVB bleiben zu können. Denn falls diese Lösung passt, falls Stöger überzeugen kann und auch die sportlichen Ziele erreicht, wenn er auch die Fans für sich gewinnen kann, dann werden die Bosse gar nicht anders können als mit ihm zu verlängern.
    Ich finde, Stöger hat alles richtig gemacht und hat diese Chance genutzt. Wer weiß, ob er nochmals eine Chance bekommen hätte, auf diesem Niveau ein Team trainieren zu können.

    Mit dem Abstieg wird der BVB nun wirklich nichts zu tun haben. Mit diesem Kader ist es Pflicht einen der ersten 3 bis 4 Plätze der Liga zu erreichen.

  • #10
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Der BVB profitiert derzeit davon, dass vorne ausser den Bayern eigentlich alle schwächeln. Gerade hat auch Hoffenheim in Hannover verloren. Ist alles noch eng zusammen ab Platz 2.

  • #11
    Klaus Lohmann

    Diesmal wurde ja auch der Spielerrat zu der Mammutberatung über Bosz bzw. seinen Nachfolger am gestrigen Abend dazugebeten. Meines Wissens waren nur Schmelle und Nuri dabei, ansonsten sind noch Reus, Piszczek und Weide(?) Mitglieder. Marco und Lukasz halten sich anscheinend wg. Verletzung ganz aus dem Tagesgeschehen raus und Nuri/Schmelle "begeistern" Öffentlichkeit und Fans seit Monaten mit schleimerischen Hätscheleien für die Oberen sowie selbstkritiklose Stutenbeißerei für die Mitspieler, siehe Schmelles gestriges Auskeilen nach dem Spiel.

    Da muss dringend Jemand mit Grips in der Birne mal gehörig zwischenhauen, um dieses "Duo Infernale" wieder auf die Erde zurück zu holen und evt. einen neuen, der Aufgabe auch gewachsenen Kapitän zu installieren. Dieser jetzige Mini-Kindergarten ist für einen Verein ala BvB Gift.

  • #12
    Lukas N.

    @Klaus Lohmann zu #11
    Boss Watzke legte ja heute in der PK Wert auf die Feststellung, dass die Entscheidung über die Trainerfrage bereits gefallen gewesen sei als man den Spielerrat zum Gespräch gebeten und ihn informiert habe. Zum Spielerrat gehört m. W. seit Monaten auch Weigl, aber von dessen Teilnahme war nicht die Rede.
    Die öffentlichen Auftritte und Statements der Spieler Schmelzer und Sahin sind seit Monaten wenig überzeugend bis katastrophal, da hast Du Recht. Vor allem Schmelzer toppt sich dabei immer noch selbst, so auch nach dem Bremen-Spiel wieder. Schmelzer schadete Bosz mit seinen Statements regelmäßig mehr als er ihm nutzte. Gemerkt hat er das nicht.

    Ich glaube aber nicht, dass Stöger dieses Fass Kapitän in der aktuellen Krise auch noch aufmachen will, also wird er da kaum etwas ändern und es drängt sich auch keine vollständig überzeugende Alternativlösung auf. Man kann nur hoffen, dass sich zur kommenden Saison mal was verändert und dass sich in der Mannschaft auch neue und hoffentlich bessere Hierarchien bilden.
    Dass der BVB trotz des nach wie vor starken Kaders ein Führungsspieler-Problem hat, ist offensichtlich. Das ist eines der Probleme des Teams.

  • #13
    Walter Stach

    Klaus Lohmann,
    d a s Problem, zumindest ein sehr gewichtiges, heißt für mich "Schmelzer/Sahin"!!!!

    Ihre Leistung "auf dem Platz" steht in krassen Widerspruch zu ihrem Führungsanspruch in der Mannschaft.
    Sie waren die entscheidenden Zuträger (oder willfährige Komparsen) für Watzke, als es diesem darum ging, Tuchel los zu werden ("….auch in der Mannschaft…"!)
    Und jetzt waren "ausgerechnet" sie die beiden Vertreter der Mannschaft als es darum ging, Bosz los zu werden.

    Ein Problem " an sich" und " für sich".
    Ein Problem, das aber darüber hinaus deutlich macht, wer letztendlich und wer mit wessen Hilfe die für die Leistung der Mannschaqft wesentlichen Entscheidungen trifft, nämlich Geschäftsführer Watzke. (Zorc ist eine gute Hilfskraft für Watzke, mehr nicht.!)

    Ich registriere im Moment eine bisher "kaum zu glaubenden " Hilflosigkeit dieses bis dato allmächtigen Geschäftsführers. Die Entscheidung pro Stöger halte ich für eine momentan vertretbare, auch wenn sie m.E. nicht auf eine kluge Taktik oder gar auf eine kluge Strategie des Geschäftsführers zu beruhen scheint.

    Und der Präsident?
    Immer, wenn er kraft seiner Amtsautorität gefragt ist, geht er auf Tauchstation!
    Beim FCB….???????
    Auch insofern liegen Welten zwischen dem FCB und dem BVB.

    Selbstverständlich sehe ich als BVB-Fan so wie Lucas N. und Robin Patzwald -9-/-1o- noch Chancen, daß am Ende der Spielzeit ein Platz unter den ersten 6/7 der Tabelle erreicht werden kann. Geleitet werde ich dabei wohl ehe vom Prinzip Hoffnung und nicht primär von den Realitäten.

  • #14
    Lukas N.

    @Robin Patzwaldt zu #10
    Ja, da stimme ich Dir zu. Der BVB liegt trotz der Abwärtsspirale nur 3 Punkte hinter Platz 4 und 4 Punkte hinter Platz 3. Leipzig und Hoffenheim sind erstmals mit einer Dreifachbelastung konfrontiert und das merkt man auch. Es ist richtig, dass außer den Bayern kein Team regelmäßig drei Punkte einfährt.
    Der BVB ist also nach wie vor im Rennen um dei CL-Plätze und ich bin auch nach wie vor der Meinung, dass der BVB hinter den Bayern den zweitstärksten Kader hat.

    Stöger muss jetzt an den richtigen Stellschrauben drehen und ist auch als Psychologe gefragt, denn die Auftritte haben natürlich auch mit dem berühmten "Kopfproblem" zu tun.

    Die Bosse hatten erkennbar bis zuletzt die Hoffnung, dass die Trendwende mit Bosz doch noch gelingt und sie nicht in die Verlegenheit kommen, erneut einen Trainer vorzeitig und dann noch derart früh entlassen zu müssen. Aber diese Entalssung war nach dem Auftritt gegen Bremen unvermeidlich.
    Dann musste schnell eine Lösung her und das ist um diese Zeit mitten in der Saison sehr schwierig. Die Bosse hatten Glück, dass Stöger frei war und auch zusagte, ein Engagement beim BVB als Chance für sich begriffen hat. Das war also eher eine zufällige Entwicklung, ein strategischer Plan steckte nicht dahinter.

    Seit einiger Zeit haben die Bosse irgendwie kein Händchen mehr für geeignete Trainer. Das zeigt schon die Tatsache, dass sie als Tuchel-Nachfolger zunächst Favre verpflichten wollten, der aber dann keine Freigabe von seinem Klub erhalten hat. Favre hätte als Typ gar nicht zum BVB gepasst und wie kann man sich von einem Trainer wegen interner Probleme trennen und dann einen Mann wie Favre holen wollen, der gleich bei mehreren Klubs große Probleme mit den Bossen hatte?

    Die Verpflichtung von Bosz hat sich im nachhinein eher als Missverständnis herausgestellt, dabei wussten die Bosse ja, was sie bekommen, wie Bosz bei all seinen Trainerstationen hat spielen lassen und sie wussten oder musten wissen, dass der Kader des BVB nicht gut genug zum Bosz-Spielsystem passt. Deshalb stellt sich auch die Frage, was die Bosse denn bei der Verpflichtung mit Bosz vereinbart hatten.

    Ich hoffe jetzt vor allem, dass die Bosse nicht bereits wieder den nächsten Trainer für kommenden Sommer im Blick haben, nämlich Nagelsmann, wie ja mehrere Medien bereits spekulieren. Wenn Stöger rundum überzeugen kann und er sportlich Erfolg hat, muss es auch über nächste Saison mit ihm weitergehen. Alles andere würden die Fans auch nicht akzeptieren.
    Nagelsmann ist noch Berufsanfänger im Profi-Trainerjob und soll doch erst mal über Jahre beweisen, was er kann. Diese Saison läuft es schon mal nicht mehr so gut und international hat Nagelsmann mit Hoffenheim einen auf die Mütze bekommen.

    So sieht die Abschlusstabelle der EL-Hoffenheim-Gruppe aus:
    1. Sporting Braga, 10 Punkte
    2. Ludogorets Razgrad, 9 Punkte
    3. Istanbul Basaksehir, 8 Punkte
    4. Hoffenheim, 5 Punkte
    Dabei hatte eignetlich jeder mit dem Gruppensieg der Hoffenheimer gerechnet.

    Außerdem gefällt mir nicht, dass Nagelsmann vor Wochen öffentlich sagte, der FC Bayern spiele in seinen Träumen eine große Rolle, es würde ihn glücklicher machen, den FC Bayern trainieren zu dürfen und er baue auch gerade in München ein Haus für seine Familie.
    Und das soll dann der Hoffnungsträger des BVB sein, der sich plötzlich mit dem BVB identifiziert und mit dem wir Fans uns identifizieren sollen? Damit hätte ich meine Schwierigkeiten.

    Wie alle anderen Fans auch, so bin auch ich sehr gespannt darauf, wie es mit Stöger läuft. Er ist auf jeden Fall ein Typ, der gut ankommt und er auch wieder eine gewisse Lässigkeit und einen trockenen Humor einbringt. Viel Erfahrung als Cheftrainer hat er und wer beim Karnevalsverein Köln 4 Jahre gut übersteht, auch wenn es zuletzt nicht mehr klappte, der hat schon einen Orden verdient. Er scheint auch bei allen seinen bisherigen Klubs stets einen guten Zugang zu seinen Spielern gefunden zu haben, obwohl er trotzdem streng ist.
    Am Ende zählt auch bei Stöger der sportliche Erfolg und so drücken wir mal die Daumen, das es mit ihm klappt.

    @Walter Stach, also da bin ich doch noch etwas optimistischer, was den erreichbaren Tabellenplatz angeht und halte nach wie vor einen derersten 4 Plätze für machbar. Lassen wir uns mal überraschen.

  • #15
    Aquii

    Mir geht gerade ein Szenario durch den Kopf:
    Stöger dümpelt bis Ostern mit der Truppe auf Rang 7 bis 9 rum, daraufhin wird Nagelsmann verpflichtet und durch einen konzentrierten Endspurt landet der Club noch auf Rang 4. Dann gibt es nochmal viel Spaß. Und ja, es treibt mir dann ein breites Grinsen ins Gesicht.

    An Stögers Stelle würde ich in der Winterpause ersteinmal Schmelzer und Sahin ersetzen, sicher ist sicher…

  • #16
    Walter Stach

    Lukas N.,
    "….optimistisch"….
    Aktuell hat der BVB -Platz 8- nur noch einen 7 Punkte-Abstand zum Relegationsplatz!!!

    Wenn über die Ursachen und die Verantwortlichkeiten für den katastrophalen Istzustand der Mannschaft nachgedacht wird, gehören in dieses kritische Nachdenken auch die örtlichen Medien.
    Wenn ich die Berichterstattung und die Kommentierungen z.B. in den Ruhrnachrichten dieserhalb bedenke, dann registriere ich a.) einen absolut kritikfreien Umgang mit Watzke, ja, sogar so etwas wie "bedinungslose Gefolgschaft" und b.) infolgedessen nichts, gar nichts Kritisches zum Rausschmiß von Tuchel. Im Gegenteil. Tuchel galt von Anfang an den Ruhrnachrichten als der "falsche Trainer" mit der Folge, daß dier Tuchel-Rausschmiss durch Watzke für die Ruhrnachrichten nicht nur als "alternativlos" galt, sondern als zwingend geboten. Zudem hat es m.E. bis dato in den Ruhrnachrichten nie so kritische Überlegungen zu Schmelzer/Sahin bezüglich ihres Führungsanspruches in der Mannschaft gegeben, wie sie u.a. hier bei den Ruhrbaronen zu verfolgen sind. Und nun? Selbstkritik seitens der Watzke-Seilschaften in den Medien?

  • #17
    Lukas N.

    @Walter Stach zu #16
    An der aktuellen Krise gibt es natürlich nichts zu beschönigen und daran ist auch nicht alleine Bosz Schuld, der aber auf jeden Fall eine Verantwortung hat, die seine Entlassung nach dem indiskutablen Auftritt gegen Bremen als Tiefpunkt der Abwärtsspirale notwendig machte.
    Und man darf die Situation natürlich auch nicht unterschätzen, wenn nicht bald die Trendwende gelingt, steht der BVB auch plötzlich noch weiter unten in der Tabelle.

    Trotz allem hat der BVB aber nach meiner Überzeugung nach wie vor den zweitstärksten Kader der Liga und sollte es Stöger gelingen, das Potenzial der Mannschaft endlich wieder auf den Platz zu bringen, dann muss es auf jeden Fall zu einem der ersten 4 Plätze der Liga reichen. Das sehe ich nach wie vor und jetzt erst Recht als erreichbares Ziel an.
    Aber warten wir mal ab, wie es unter Stöger läuft. Interessant wird sein, ob sofort eine Verbesserung erkennbar sein wird.

    Du hast Recht, dass sich die Ruhrnachrichten kaum kritisch mit den Bossen des BVB auseinandersetzen, was aber notwendig wäre, denn die Bosse müssten sich auf jeden Fall auch hinterfragen und müssen endlich wieder dauerhaft gut in die Spur finden. Allerdings meine ich aktuell gelesen zu haben, dass auch die Ruhrnachrichten im Zusammenhang mit der vorzeitigen Entalssung des Trainers Bosz von einer Niederlage der Bosse geschrieben haben.
    Zu Schmelzer hat es meine ich auch in den Ruhrnachrichten vereinzelt die eine oder andere kritische Stimme gegeben.
    Was Tuchel angeht, gebe ich Dir Recht, da haben die Ruhrnachrichten in ihrer Einschätzung nicht differenziert, haben alles so dargestellt, dass die Bosse des BVB und speziell Watzke zu 100 % recht haben und Tuchel zu 100 % Schuld hat. So aber war es bestimmt nicht. Tuchel hat nach allem, was bisher bekannt geworden ist, intern schon Fehler gemacht und hat einen nicht nur kleinen Anteil an den atmosphärischen Störungen (siehe auch zuletzt die Äußerungen des nach England gewechselten Chefscouts Mislintat), aber die Alleinschuld hatte er bestimmt nicht und auch die Bosse haben Fehler gemacht.

    Wenn Medien ernst genommen werden und ihren journalisitschen Anspruch und ihre Aufgabe erfüllen wollen, dann müssen sie auch objektiv-kritisch berichten. Das ist bei den Ruhrnachrichten sicherlich nicht immer der Fall, da hast Du Recht.

    Den Bossen würde etwas mehr Selbstkritik auf jeden Fall gut tun. Sie müssen sich auch mal hinterfragen, ob sie alles richtig machen und was man besser machen könnte und müsste. Aus meiner Sicht haben die Bosse aufgrund langjährig ja guter Arbeit noch genügend Kredit, aber sie müssen jetzt endlich wieder dauerhaft gut in die Spur finden.

  • #18
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Walter: Im Hause der Bayern hat man vor einigen Jahren mal öffentlich kritisiert, dass viele Lokaljournalisten, welche den BVB über eine Saison begleiten, mehrheitlich früher ja selber in BVB-Bettwäsche geschlafen hätten. Man wollte damit auf die in München offenbar deutlich kritischere Presse hinweisen. Dort würden sich mehrere Tageszeitungen tummeln, was sie zu kritischen Stories zwingen würde. Ich meine es war Hoeness, der das sagte. Bin mir da aber nicht sicher. Jedenfalls war es ein Bayern-Vertreter. Mag übertrieben gewesen sein, doch ganz so falsch lag er damit vermutlich nicht, wenn Du z.B. bedenkst, dass der derzeitige BVB-Pressesprecher zuvor ja auch jahrelang bei den RN gearbeitet und dort über den BVB geschrieben hat, Walter. Die hätten den sicher nicht ausgewählt für den Posten, wenn er aufgrund seiner kritischen Haltung gegenüber dem Club zuvor auffällig geworden wäre. Ist aber natürlich auch immer deutlich angenehmer zu arbeiten, wenn man ein gutes Verhältnis zu denen pflegt, mit denen man beruflich fast täglich in direktem Kontakt steht. Hat mir auch ein hiesiger Lokaljournalist mal über seinen Kontakt zur örtlichen Stadtverwaltung erzählt. Er könne die Zustände dort nicht zu heftig kritisieren, da er ja auch in Zukunft noch mit den Leuten zusammenarbeiten müsse. Daher wohl auch kein Zufall, dass die Mehrheit der kritischen Berichte rund um den BVB im Regelfall von den nationalen Medien kommt, oder zumindest von Leuten, welche nicht mehrfach in der Woche vor Ort mit den Verantwortlichen beim Club aufeinandertreffen. Ist bei anderen Clubs wohl auch nicht grundsätzlich anders. Die Münchener Löwen haben doch kürzlich auch mal einer Zeitung keine Akkreditierungen gegeben, weil sie angeblich zu kritisch gegenüber dem Club war. Sowas ist natürlich ein Problem für die betroffenen Journalisten. Selbst die Sky-Reporter, welche täglich vom Training der Clubs berichten, sind nur selten übermässig kritisch. Erst wenn ein Trainer nicht mehr im Amt ist traut man sich dann häufig etwas deutlicher zu kritisieren. Einige löbliche Ausnahmen gibt es auch, als zum Beispiel der Reporter von SSNHD damals die Breitenreiter-Kritik auf Schalke erstmals öffentlich machte, damit die Diskussion um den Coach erst so richtig anstiess. Hat ihm dem Vernehmen nach aber auch erst mal einigen ‚Ärger‘ auf Schalke eingebracht. So wurde er, wenn ich mich richtig erinnere, einige Zeit lang nicht mehr mit Interviews/Stimmen der Spieler versorgt damals, wie zu lesen war. Logisch, dass man das dann nicht allzu häufig machen kann, wenn das die tägliche Arbeit sein soll. So gesehen ist es nicht wirklich erstaunlich, dass die Berichterstattung vergleichsweise unkritisch bleibt von diesen Leuten. Ein Redakteur aus der Ferne tut sich damit sicher leichter. Aber das nur am Rande.

  • #19
    Walter Stach

    Lukas N., Robin,
    selbstkritisch habe ich zu registrieren, daß meine Bemerkungen zur Verantwortung von Watzke (und Zorc?), von Schmelzer/Sahin und meine Anmerkungen zu einem für mich zumindest fragwürdigem Umgang einiger lokaler Fußball-Redakteure mit den Realitäten beim BVB -in der Berichterstattung und in der Kommentierung ( ein Umgang, der letztendlich auch verantwortungsrelevant ist) mit einer bei mir tiefsitzenden Sorge um den BVB zu tun haben und folglich nicht immer und nicht zwingend den Anforderungen rationalen Denkens genügen werden, sondern in starkem Maße von Emotionen bestimmt sind -Enttäuschung, Ärger, (Wut?), persönliche Animositäten.
    Ich merke das an, damit meine Meinungsäußerungen nicht "auf die Goldwaage" eines von der Ratio bestimmten Diskurses gelegt werden, denn da gehören sie entweder gar nicht oder nur sehr bedingt hin.

    Robin,
    ich frage mich ja nicht nur bezogen auf Sport-Journalisten im allgemeinen, hier konkret bezogen auf "Fußball-Redakteure" im Umfeld des BVB, sondern bezogen auf alle Journalisten, und das seit einigen Jahren immer häufiger, ob sie und ggfls. in welchem Umfange sie ihre Pflicht nachkommen können, möglichst objektiv zu berichten und -davon stets zu trennende (!)- persönlichen Meinungsäußerungen mittels Kommentar nicht gleichzusetzenden mit einseitiger Polemik-, wenn sie zu den Beteiligten, zu den Betroffenen eine persönliche Beziehung haben -und diese hegen und pflegen-, die "so oder so" ein Minimum an Distanz ausschließen, das ich von Journalisten erwarte -nach wie vor und offenkundig wider allen Realitäten-, also auch dann, wenn es um den BVB geht (oder den FCB oder den 1.FC oder um S04.)

  • #20
    Klaus Lohmann

    @Robin: Es gibt seit der Schließung der WR-Redaktion in Dortmund keine konkurrierende und aus diesem Grund sich ergänzende Pressevielfalt mehr in Dortmund. Punkt. Online vergilbt sich dieses journalistische Desaster in Kopien der RN-Artikel mittels völlig primitiv-fehlerhaftem Redaktionssystem-Adapter in die WAZ/derwesten-Wüste, wo de facto Springer regiert. Gute Nacht, Dortmunder Ex-Presse.

  • #21
    Davbub

    @ 19: "… ob sie und ggfls. in welchem Umfange sie ihre Pflicht nachkommen können, möglichst objektiv zu berichten und -davon stets zu trennende (!)…"
    Fußballberichterstatter sind keine Journalisten (zumindest nicht während der Ausübung der Tätigkeit) sondern unverzichtbare Teile des Geschäfts. Wenn die ÖR nicht den Fußball seit Jahrzehnten als Volkssport finanziert und propagiert hätten, wären die meisten der Hofberichterstatter und Kaffeesatzleser arbeitslos oder gingen einer sinnvollen Beschäftigung nach. Nebenher müßten sie auf all die Annehmlichkeiten verzichten, die das schwere Leben der BL-Schranze so mit sich bringt: All die Schnittchen blieben ungegessen, all die Upgrades, Extras, Freiflüge und Hotels ungenutzt. Die give-aways und sonstige Leistungen gingen an andere. Da schafft es sogar ein rhetorischer Nullbon wie Ludger Pistor, sechs Stunden Liga live mit heißer Luft zu füllen, um sein Gehalt zu rechtfertigen.
    Ansonsten: Der Fisch stinkt vom Kopf; im Verein und der Mannschaft. Auch wenn "… die Bosse…" (hat sprachlich so etwas leicht unterwürfiges) vor mehr als zehn Jahren den Verein (mit viel gutem Willen der Justiz, der Politik und der Wirtschaft) "gerettet" haben, zählt besonders im Fußball nur das Tagesgeschäft. Und das läuft ja irgendwie suboptimal…

  • #22
  • #23
  • #24
  • #25
    Werntreu Golmeran

    Aki Watzke wird der neue Horst Heldt der Bundesliga. Nach den Querelen mit Tuchel tritt er jetzt auch bei Bosz nach. Ziemlich klägliche Nummer. Schon bei Tuchel war klar, dass einige Spieler gegen ihren Trainer gearbeitet haben. Das wurde von Watzke aber klammheimlich gutgeheißen. Jetzt beschwert er sich, dass die Spieler angeblich, um Bosz zu schaden, schlecht gespielt hätten. Das glaube ich so erst einmal nicht, denn selbst die größten Knallchargen in der Mannschaft wollten sicherlich nicht in der CL-Gruppenphase rausfliegen oder beim Derby so den Hintern versohlt bekommen. Ich bin weiter der Meinung, dass die Entlassung Tuchels und die Verpflichtung Bosz zwei gravierende Fehlentscheidungen Watzkes und Zorcs waren und, wie auch Ottmar Hitzfeld richtig analysiert hat, der Defensivbereich nach den Abgängen von GInter, Bender und Co. nicht adäquat nachbesetzt worden ist. Wie ich schon gesagt habe, derzeit sehe ich keine Alternative für das "Dreamteam" Watzke/Zorc. Aber wenn vor allem Watzke es nicht schafft, Kritik von aussen anzunehmen oder gar Selbstkritik zu üben, sind seine Tage auf dem Posten gezählt.

  • #26
    Walter Stach

    "Watzke tritt gegen Bosc nach". Das lese ich so eben bei T-online.

    Das nenne ich typisch für den miesen Charakter von Menschen in Führungsposition, wenn sie von den eigenen Fehlern abzulenken versuchen.

    Und ganz sicher trägt ein solches Nachtreten nicht dazu bei -jedenfalls nicht bei mir-, daß "man" den Geschäftsführer des BVB wertschätzen könnte.
    Passend dazu auch seine in den Medien zitierte und auf seine Kritiker bezogene Bemrkung -sinngemäß-: "Man soll doch nicht so tun, als hätten wir hier nur Murks gemacht"!
    Ich kenne niemanden (!!) unter den von Watzke ausgemachten Kritikern, die so getan haben.
    Auch das "buche" ich unter die mir allzu billig erscheinenden Bemühungen von Watzke. von zwei krassen und folgenschweren Fehlentscheidungen abzulenken: Den Rausschmiss des Erfolgstrainers Tuchel und die Entlassung von Bocz. Und Watzke hat letztendlich sowohl die Einstellung der beiden Trainer als auch deren Entlassung zu verantworten. Sonst niemand. Und wegen dieses "Murks" wurde und wird -auch weiterhin"!!- Watzke kritisiert.

    Souveränität eines Top-Mangers in einer schwierigen Situation seines Unternehmens sieht jedenfalls für mich ganz anders aus.

  • #27
    thomas weigle

    Ich habe mich hier über das diesjährige BVB-Sommertheater in Schalke-Manier amüsiert und schrieb: "Bitte weiter so!" Mein Dank geht deshalb heuer nach Dortmund und an die verantwortlichen Herren dort.

  • #28
    thomas weigle

    Nachtrag: Als SGE-Fan sind mir ja solche und noch heftigere "Theatervorstellungen" nicht wirklich fremd, aber Schadenfreude ist halt die schönste Freude, jedenfalls im Fußball.

  • #29
    Walter Stach

    Thomas Weigle,
    leider kann ich als BVB-Fan das von Dir Gesagte nicht "empört" zurückweisen. "Ettt iss wie ett iss".

    Als SGE-Fan kannst Du ja der Vereinsführung in Frankfurt nur ein großes Kompliment machen, weil sie Nico Kovac als "Chef"-Trainer eingestellt hat. Der überzeugt mich nicht nur aufgrund der Leistungen seiner Mannschaft -sh.Tabelle-, sondern auch als Persönlchkeit, u.a. in seinen Kommentaren zum Spiel, zu den Leistungen seiner Mannschaft und in dem, was er über einzelne Spieler sagt.

  • #30
    thomas weigle

    Ja,@ Walter Stach, Nico Kovac kommt bestens rüber und an. Ich war anfangs skeptisch, auch was Fredi Bobic anging. Es ist für die SGE wirklich untypisch, dass die gesamte Führung, also inklusive Hübner, so lautlos und effizient arbeitet. Schon bald gehört Nico Kovac zu den Trainern, die die "Deadline" von zwei Jahren passierten, das waren seit 63 nur Ribbeck und Funkel je 5 Jahre am Stück, Weise und Veh je drei am Stück. Bei den beiden letzteren waren Revivals nicht so wirklich begeisternd.
    Es kam auch nicht oft vor, dass Trainer vom Riederwald gerüchteweise auf Grund guter Leistungen anderen Vereinen zugeordnet wurden.
    Dennoch richtet sich mein Blick auf die Tabelle vorwiegend auf den Abstand zum Reliplatz. Von Europa mögen andere reden…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.