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BVB zerlegt sich nach berechtigter Kritik von Torhüter Roman Bürki an Fans nun offenbar selbst

Roman Bürki wurde am Samstag von ungerechtfertigter Kritik überrollt. Foto: Robin Patzwaldt

Als wären die aktuellen sportlichen Probleme nicht grundsätzlich schon bedrohlich genug für den BVB, beschäftigt jetzt zudem seit diesem Wochenende noch eine völlig unnötige Debatte das Umfeld der Dortmunder Borussen.

Was ist geschehen?

Unmittelbar nach dem bitter enttäuschenden 2:2-Unentschieden der Schwarzgelben gegen den SC Freiburg am Samstag äußerte Torhüter Roman Bürki seine Verärgerung über das Verhalten einiger Fans beim Abo-Sender ‚Sky‘. Und das in ungewohnt klaren Worten.

Äußerungen, welche im Anschluss jedoch rasch völlig aus dem Zusammenhang gerissen und häufig nur noch stark verkürzt wiedergegeben wurden, so dass sie so gegen den Torhüter eingesetzt werden konnten.

Sogar Sportdirektor Michael Zorc riefen sie so auf den Plan, der sich gar höchstpersönlich genötigt sah die Partei der vermeintlich attackierten Fans zu ergreifen, den Torhüter so sehr rasch in die Defensive drängte, ihn kurz darauf offenbar durch seine Aussagen eine Art von Relativierung seiner durchaus wahren Worte über Instagram in die Welt setzen ließ. Eine Aktion, die am Ende vermutlich alle Beteiligten auf die eine oder andere Art beschädigen wird. Und das, wie eingangs bereits erwähnt, völlig unnötig.

So sprach Bürki in seinem Sky-Interview ursprünglich eindeutig von einigen frühen Pfiffen in den ersten Minuten, welche einem verunsicherten Team so naturgemäß nicht helfen würden. Der Goalie lobte hingegen in seinem Statement bei den Kollegen ausdrücklich die Südtribüne für den immer tollen Support über die komplette Spielzeit.

Der Eidgenosse begrenzt seine Sorge also eindeutig auf die beiden ‚Geraden‘ (Ost- und West-Tribüne), von wo seiner Meinung nach häufig recht schnell Ungeduld und keine aktive Unterstützung in Richtung Mannschaft ausgehen würde.

Ein Fan-Verhalten, welches wohl so gut wie jeder Stadionbesucher in Dortmund wird bestätigen können. Nicht umsonst werden Großteile dieser Blöcke von den Stamm-Besuchern der ‚Süd‘ gerne als ‚Erfolgsfans‘ bezeichnet. Aktive Unterstützung aus diesen Bereichen der Stadions ist tatsächlich eher die Ausnahme als die Regel.  Das ist schon seit Jahren so. Hierfür sind halt andere Bereiche des Stadions im Regelfall verantwortlich. Die Nutzer der teuren Sitzplätze wollen hingegen häufig eher unterhalten werden als selber aktiv zur ‚Show‘ beizutragen. Und grundsätzlich ist daran ja auch nichts Verwerfliches. Es herrscht ja kein Zwang zum aktiven Support in einem Stadion.

Bei der Kritik des Schweizers handelt es sich folglich weder um die Unwahrheit, noch um eine Übertreibung. Ob man das Ganze so allerdings nach einer sportlichen Enttäuschung öffentlich sagen sollte, das ist dann wieder eine ganz andere Frage.

Doch die derzeit dadurch ausgelöste Welle der Empörung rechtfertigt seine Aussage, so oder so, nicht. Vielmehr sollten sich diese Fans auf den beiden Haupttribünen des Westfalenstadions auch einmal hinterfragen, ob sie ihre Kritik während der ersten Minuten eines Spiels nicht besser unterlassen sollten, wenn ihnen der sportliche Erfolg der Mannschaft denn wirklich am Herzen liegt. Auch hier liegt Bürki also richtig.

Warum also die aktuelle Aufregung?

Bürki hat doch grundsätzlich völlig Recht mit seiner Kritik, wenn er sich vielleicht am Ende des Statements auch etwas zu emotional gezeigt hatte. Aus Spielersicht sind seine Sätze jedoch verständlich. Denn natürlich hilft es einem ohnehin verunsicherten, jungen Team nicht, wenn schon nach wenigen Minuten von der Tribüne bei Rückpässen gepfiffen wird, wenn statt der eigentlich dringend notwendigen Anfeuerung so sogar negative Einflüsse auf das Team einwirken. Das den Schweizer das ärgert, zumal unmittelbar nach einem enttäuschenden Spiel, das ist doch nachvollziehbar.

Bürki hat zudem das Recht der Fans auf grundsätzliche Kritik auch nie in Abrede gestellt. Dies wird jedoch in diesen Stunden häufig so weitertransportiert. Das ist nicht nur ungerecht, das ist schlicht falsch.

Warum also wird das Gesagte im Nachhinein so sehr aus dem Zusammenhang gerissen, dass der Torhüter dabei ungerechtfertigter Weise schlecht wegkommen muss? Warum steigt sogar Manager Zorc auf das üble Spielchen mit seiner gesamten Autorität ein und beschädigt damit öffentlich seinen frisch mit einem verlängerten Kontrakt ausgestatteten Stammtorhüter, statt diesen in Schutz zu nehmen und die Aussagen richtigzustellen?

Will Zorc mit dieser von ihm nur selten vernommenen Klarheit in der Aussage vielleicht höchstselbst von etwas ablenken? Will sich Zorc mit der Aktion am Ende nur schnell auf die Seite der Fans schlagen, weil es ihn in einem guten Licht dastehen lässt? Denn nachvollziehbar ist all dies in diesen kritischen Tagen für die Schwarzgelben so nicht.

Der BVB scheint in dieser Phase tatsächlich vieles dafür zu tun, dass die jahrelange Aufbauarbeit innerhalb weniger Monate ruiniert wird. Seit dem Bombenanschlag vom vergangenen April läuft bei den Dortmundern eindeutig insgesamt viel zu viel schief. Der öffentliche Zwist mit Trainer Thomas Tuchel, dessen umstrittene Entlassung nach dem Pokalsieg, dann der Fehlgriff mit Nachfolger Peter Bosz, der ‚unglückliche‘ Abgang von Dembele zum Saisonstart, aktuell der mehr als zähe Poker um Toptorjäger Aubameyang, der jüngste Abgang von Fanliebling Subotic, zudem die stille Degradierung von Verteidiger Barta. Die Liste der durchaus kritikwürdigen Aktionen der Clubverantwortlichen ist inzwischen arg lang.

Und auch gerade die Figur die Clubchef Aki Watzkle und Sportdirektor Michael Zorc dabei jeweils abgeben wird immer unglücklicher. Noch können sich die beiden in der Öffentlichkeit ganz gut verkaufen und darstellen, wie auch die populistische Maßregelung von Bürki durch Zorc am Samstag einmal mehr zeigte. Doch die Angriffsflächen werden größer.

Und wer sich derzeit einmal kurz die Mühe macht auch nur etwas tiefer hinter die Kulissen des Revierklubs zu blicken, wer dabei die Reaktionen von unzähligen Fans in Foren und Fanmagazinen beobachtet, der sieht schon recht deutlich, dass auch die Rolle der beiden Hauptverantwortlichen in den letzten Monaten längst nicht mehr so unkritisch hingenommen wird, wie es den beiden wohl recht wäre. Das erklärt vielleicht auch die Aktion von Zorc gestern.

Es brodelt halt an sehr vielen Fronten im Verein. Viele Beobachter vermissen in diesen Tagen eine wirkliche Strategie. Von den Erfolgen der Vergangenheit kann man im Tagesgeschäft Fußball halt nicht lange zehren.

Beim BVB droht aktuell tatsächlich so einiges ins Wanken zu geraten, was noch in den Jahren unter Klopp und Tuchel als schier unangreifbar und gut konstruiert und sicher galt. Das ganze Gebilde BVB scheint in diesen Tagen tatsächlich in Gefahr zu geraten. Das hätte man noch vor Monaten so nicht für möglich gehalten.

Und was tun Watzke und Zorc jetzt konkret um die Situation möglichst rasch wieder zu verbessern? Abgesehen von öffentlicher Spielerschelte meine ich…

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19 Kommentare zu “BVB zerlegt sich nach berechtigter Kritik von Torhüter Roman Bürki an Fans nun offenbar selbst

  • #1
    ke

    Ein schwieriges und komplexes Thema:
    1) Als langjähriger Fan habe ich Spiele des Bvb noch nie als so wenig unterhaltsam empfunden, wie in der letzten Zeit. Es gibt nur noch Alibi-Fußball bei Ballbesitz in der neutralen Zone.
    Das Spiel ist statisch, Bewegung, Kampf sowie Siegeswille konnte ich nur selten sehen. Gut ist nur, dass zumindest in der letzten Minute mal ein Schuss aufs Tor gewagt wurde.
    2) Die Mannschaft hat keine Aufsteiger mehr. Die individuelle Qualität der Spieler scheint zu sinken.
    3) Die monotonen Gesänge kommen zumindest im Fernsehen wie Meditationsmusik zum Einschlafen rüber. An der Geräuschkulisse sind kaum noch Aktionen erkennbar.
    Wo bleibt der Schlachtruf, der Aktionen unterstützt und wirklich anfeuert?
    4) Die Einkaufspolitik mit den vielen sog. Top-Talenten zu nicht ganz günstigen Preisen scheint nicht mehr zu funktionieren. Es fehlt aber auch Konstanz in der Aufstellung. Viele Spieler müssen sich auch zuerst an das neue Niveau gewöhnen.

  • #2
    Walter Stach

    Robin,
    als BVB-Fan nehme ich das Getöse wegen der Meinungsäußerung von Bürki und der darauf bezogenen "Zurechtweisung" zur Kenntnis, mehr aber auch nicht.

    Bürki ist wie die anderen Spieler -so hoffe ich jedenfalls- unzufrieden mit dem derzeitigen Leistungsniveau der Mannschaft und Zorc/Watzke müssen sie zurecht große Sorgen machen, ob Platz 4 erreicht werden kann. Das führt dann -zwangsläufig- zu solchen Scharmützeln -unnötig, ärgerlich, ansonsten…..

    Ich meine, wir Fans sollten unsererseits nicht noch Öl in dieses Feuer gießen.
    Mir wäre es jedenfalls "lieber", hier über die möglichen Ursachen für den derzeitigen Zustand der Mannschaft zu diskutieren. Ich versuche ja, meinerseits eine solche Diskussion gelassen zu führen mit Blick auf die 31 Punkte des BVB; da fehlen ja nur 3 bis zu Platz 2,

  • #3
    Klaus Lohmann

    Super Idee von Bürki, gerade nach *seinen* Fehlgriffen und einer weiterhin desolaten, unmotivierten und weitestgehend ideenlosen Mannschafts-Vorstellung, für die man als Stadionbesucher auch noch Geld zahlen muss, jetzt das abgestandene "OstWest gegen Süd, Sofa-Fans gegen Ultras und Mega-Traditionalisten"-Bashing rauszukramen.

    Das ach-so "verunsicherte" Team, welches durch simples Versagen in einigen Haupttugenden moderner Fußballprofis – unbedingter Einsatz- und Siegeswillen, *Konzentration* in jeder Spielsekunde – sich selbst aus allen Erfolgsplänen wegschludert, soll sich bitte *endlich* und nicht nur im ewigen Blah von Sahin und Schmelle mit sich selbst befassen und den Ernst der Lage begreifen.

    *Jeder* Fan, der geduldig die Durststrecken unter Klopps letztem Halbjahr, Tuchel und Bosz durchgestanden hat , das letzte gute Heimspiel vor 4 Monaten gegen Gladbach gesehen hat und immer noch zu seinem Verein hält, hat das Recht, seinen Unmut deutlich zu machen – wobei Susi Recht hat, wenn er anmerkt, dass es im Westfalenstadion schon wesentlich heftigere Reaktionen nach schlechten Leistungen gab.

    So langsam begreife ich Auba, wenn er als positiv-lustiger Mensch aus diesem miesgelaunten Umfeld beim BvB mit einem ständig größer werdenden Graben zwischen Vereinsführung, Fans und Spielern schnellstmöglich weg will…

  • #4
    Klaus Lohmann

    Und PS: Die *frühen* Pfiffe, die Bürki vorgeblich anmeckert, galten Aubas ersten Ballkontakten und kamen genauso von der Süd. Er soll sich seine Ohren putzen.

  • #5
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Das stimmt so nicht, Klaus. Gepfiffen wurde schon früh im Spiel (auch) bei Rückpässen auf den Torwart (Bürki). Und das hat er auch genau so benannt.

  • #6
    Klaus Lohmann

    Robin, das mag ja ok sein, wenn er es *auch* benannt hat. Mir sind *wahrnehmbare* und Auba-unabhängige Pfiffe im TV erst gegen Ende erste Halbzeit aufgefallen und das hatte durchaus meine Zustimmung bei diesem Grottenkick, der nach dem 1:1 zum x-ten Mal schonungslos aufgezeigt hat, dass der BvB seit einiger Zeit *kein Spiel* mehr selbst gestalten und ihm seinen Stempel aufdrücken kann. Und da verstehe ich Bürkis Genöhle in die Sky-Kamera nur als Ablenkung und schlechter Relativierung der eigenen Mannschafts-Fehlleistung.

    Viele Meinungen z.B. bei schwatzgelb im Forum beschreiben übrigens einen Offenbarungseid der Mannschaft und des Managements, der durch die Pfiffe und Bürkis sowie Susis Reaktion darauf nun so langsam der breiten Öffentlichkeit gewahr wird.

  • #7
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Mir scheint jetzt auch Führungsstärke gefragt zu sein. Und die sehe ich kaum. Weder bei Watzke und/oder Zorc, noch beim Trainer (der eh nur einen Vertrag bis zum Sommer hat), noch in der Struktur der Mannschaft. Sehr bedrohlich die Lage. Kein Konzept mehr zu erkennen. Auf noch immer vergleichsweise hohem Niveau, um Thomas Weigle gleich mal seinen Einwurf vorweg zu nehmen 😉

  • #8
    Marius F.

    Als jemand der gestern im Stadion war – und seit Jahren zu der Ost-West-Fraktion gehört – kann ich Bürki in seiner recht ausgewogenen Kritik nur zustimmen. Einzig das er die Süd ausnimmt ist nicht vollends richtig. Den außerhalb des harten Blockes in der Mitte der Süd (11,12,13), der sowieso meistens mit sich selbst beschäftigt, haben sich auch die anderen Blöcke der Süd sowie Südost und Südwest nicht mit Ruhm bekleckert.

    Die Pfiffe richteten sich keinesfalls nur gegen Aubameyang. Im Gegenteil, das war der kleinere Teil der Pfiffe. Bei jedem abgebrochenen Spielzug oder neuem Spielaufbau über die hinteren Linien, kamen sofort Geraune und Pfiffe. Insbesondere Bürki und die Innenverteidiger waren davon sichtlich verunsichert und haben dann versucht mit langen Bällen (idR. auf Pulisic) den Spielaufbau sinnlos zu beschleunigen um den Pfiffen zu entgehen.

    Das ganze soll die Leistung nicht entschuldigen, denn nach vorne war deutlich zu wenig Bewegung und das Spiel wirkte nach den erst 15 Minuten statisch. Deutlich war zu erkennen, dass Sahin und die IV mit dem von Stöger anscheinend gewünschten Spielaufbau überfordert waren. Insbesondere Sahin hat – selbst ohne den katastrophalen Fehler vor dem 1:2 – eine ganz schwache Leistung abgeliefert, obwohl gerade er die zentrale Position im Spielaufbau hätte übernehmen sollen. Verschlimmert wurde das ganze noch dadurch, dass Castro erkennbar Spielpraxis fehlt. Anstatt sich fallen zu lassen um Überzahlspiel neben Sahin im Mittelfeld zu schaffen, lief er regelmäßig vom Ball weg in den bereits besetzten Raum. Mit Götze wurde es dann besser. Er schaffte es ein wenig Räume zu schaffen, obwohl Freiburg dann noch tiefer stand. Allerdings scheiterte auch er abseits des Zusammenspiels mit Sancho daran, dass das Offensivspiel zu statisch war. Aubameyang hat de facto nicht stattgefunden und vermutlich einen seiner lustlosesten Spiele im BVB-Trikot abgeliefert.

    Um aber zu der Kritik zurück zu kommen: Zorc spielt hier in meinen Augen den Populiste. Er scheint sich Watzkes Schule anzunehmen und Spieler der eigenen Popularität zu opfern. Das ganze scheint in der Führungsetage ein zunehmendes Problem zu werden. Bereits seit gut anderthalb Jahren muss man ernsthafte Zweifel daran haben, ob Zorc und Watzke noch das Interesse des Vereins im Blick haben oder nur noch das eigene Ego.

  • #9
    Walter Stach

    1.
    Ich käme w ä h r e n d eines Spieles "meiner "Mannschaft gar nicht auf die Idee, sie auszupfeifen.
    N a c h dem Spiel äußere ich mich, wenn ich mit der Leistung absolut unzufrieden war, durchaus
    kritisch, auch über einzelne Spielern. Insofern habe ich wenig Verständnis für diejenigen, die während des laufenden Spieles die Mannschaft auspfeifen, denn das kann ja nicht in der Absicht geschehen, die Mannschaft "anzutreiben", sie zu motivieren, ihre Leistung zu steigern -im Gegenteil.

    2.
    Wie so oft schon unter Bocz von mir vorgetragen -nach ähnlicher Leistung wie gestern-,führe ich die Schlechtleistung der Mannschaft zurück auf….sh.Klaus Lohmann – 3 -im 2.Absatz (es fehlt der unbedingter Einsatz-/Kampfeswillen, die ausschließliche Konzentration eines jeden Spieler auf das
    Spiel von der ersten bis zur letzten Minute). Freiburg hat gezeigt, was mit diesen Tugenden erreicht werden kann.

    Unabhängig vom Spiel gestern, aber mit Blick auf die bisherigen Leistungen des FC Freiburg, frage ich mich a.), ob der FC Trainer Streich in besonderer Weise befähigt ist, Spieler nach Freiburg zu holen, die nach ihrer Mentalität (nach ihrem Charakter?-) aus seiner Sicht "passen", dh. er scheint die Spieler nicht nur auszusuchen nach ihren sog. individuellen fußballerischen Fähigkeiten ,und b.) frage ich mich, ob der FC Trainer Streich in besonders akribischer Weise fähig und willens ist, die Mannschaft in Gänze und darüber hinaus jeden einzelnen Spieler so auf ein Spiel vorzubereiten, wie es "der Gegner", sein System und die Stärken/Schwächen der Einzelspieler erfordern. Gab es da möglicherweise Schwächen bei Bosz, die noch nachwirken? Zu Stöger will ich eine solche Frage noch nicht formulieren.
    Zu den einzelnen Spielern nur so viel:
    Sahin scheint -immer noch- zu glauben, er verfüge "fußballerisches" über internationale Qualitäten. Er hat nicht einmal mehr auf nationaler Ebene die Qualitäten, um einen "Stammplatz" in der ersten Elf des BVB beanspruchen zu können. Seine Fehlleistung, die zum 1:2 führte, war ein Beweis für seine "Arroganz" im Spiel. Und wenn man ihn bei der Entstehung des 1:1 noch einmal beobachtet, dann gilt das auch für sein diesbezügliches Tun/besser wohl Nichttun.
    Kann es sein, daß die Mehrheit der Spieler es deshalb an dem von Klaus Lohmann Geforderten fehlen läßt, weil sie allesamt ob ihrer tatsächlichen oder eingebildeten fußballerisch überdurchschnittlichen Qualitäten zu glauben scheinen, diese allein würden reichen, Spiele zu gewinnen? Wenn die BVB-Stars sich ‚mal dieserhalb mit den Stars des FC Bayern vergleichen -und da gibt es ja auf jeder Position Spieler, die internationale Klasse haben-, dann könnten sie von denen lernen, wie selbstverständlich es auch für solche Stars zu sein hat, im Spiel von der ersten bis zur letzten Minuten von einem unbedingten Sieges- und Kampfeswillen und von höchster Konzentration geprägt "im Spiel zu sein." Die wenigen gelben Karten für den BVB mögen ja die Fans von Fairneßtabellen beglücken, sie sind aber eben auch Ausdruck fehlenden Sieges- und Kampfeswillens. Die Eintracht aus Frankfurt mit 55 gelben Karten und einem Boateng, der in jedem Spiel platzverweis-reif ist, zeigt , was erreicht werden kann, wenn……
    Ich habe nach dem Sieg der Eintracht gegen Mönchen-Gladbach "heftig" die überharte Gangart der Eintracht kritisiert, vor allem bemängelt, daß der Schiedsrichter sehr, sehr nachsichtig mit Boateng umgegangen ist. Ich würde allerdings die Möglichkeit, eine solche Kritik ‚mal in Richtung "unserer" BVB-Mannschaft formulieren zu können, dem jetzigen Zustand unbedingt vorziehen – fehlender Einsatz- und Kampfeswille!

    3.
    Ob "der Fisch vom Kopf" stinkt?
    Der Fan-Frust führt zu einer solchen Frage -auch bei mir-. Das allein kann sie aber nicht rechtfertigen.
    Ich will auch nicht das sattsam bekannte Lied erneut anstimmen:
    "Wer einen Trainer rausschmeißt, der mit der Mannschaft den Pokal gewonnen und Platz 3 in der Liga geschafft hat, darf sich nicht wundern, wenn….."!

    4.
    Optimisten -sh.-2- abschließend, können darauf hinweisen, daß "wir" nur 3 Punkteabstand zu Platz 2 aufweisen, also……….
    Pessimisten könnten darauf hinweisen, daß……..

    Und Realisten…..???
    Die ,so scheint mir, gibt es unter den Fans mit Blick auf "ihren Verein" nicht oder nur sehr selten -gilt auch für mich-.

    5.
    "Wir schauen von Spiel zu Spiel"…….
    Wenn ich diese Phrase aufgreife, dann muß ich derzeit konstatieren, daß unser BVB am Wochenende im Spiel gegen den 1.FC Köln auf einen Gegner "in Augenhöhe" trifft, nicht mit Blick auf die Tabelle, aber bezogen auf das momentane Leistungsniveau. "Ett iss wie ett iss " und es "kütt wie ett kütt" -gilt auch fürs Wochenende beim FC K.

  • #10
    b

    Bürki hat sicher recht: Die Ost- und Westtribüne sitzt grösstenteils voll mit Leuten, die wenig Ahnung von Fussball haben, vor 7 Jahren noch ausschliesslich Nationalmannschaft geguckt haben, und sich Hurra-Fussball wünschen. Allerdings zahlen die auch ordentlich Geld dafür, und die letzten paar Jahre hat sich auch niemand über sie beschwert. Auf dem Platz sahen sie dafür, in den letzten Minuten ganz besonders, die Verzweiflung der Spieler: Toprak bewegte sich ohne Ball kaum noch, Götze und die AVs versuchten es nurnoch mit Chipping bzw. hohen Bällen in die Spitze, Sanchos Dynamik verpuffte durch Ziel- und Ratlosigkeit. Am Ende war es dann etwas sehr glücklich, den Freiburgern dann doch auf den letzten Metern noch das Unentschieden abzunehmen (bei den Bayern hätten die ersten schon wieder die Länge der Nachspielzeit angezweifelt ;)). In meinen Augen waren die Pfiffe, grade gegen Ende, zumindest nachvollziehbar, was wiederum solche, die dem IV und TW hervorgebracht werden, wenn das DM nicht in der Lage ist, einen Spielaufbau zu gestalten, natürlich niemals sind, egal zu welchem Zeitpunkt. Aber da wären wir wieder beim ersten Punkt, nicht jeder muss zwingend etwas von Fussball verstehen, um sich eine Karte für’s Stadion zu kaufen.
    Die Interviews haben mich trotzdem erstaunt. Sahin sagt nebenläufig, der BVB müsse ganz klar auf einem CL-Platz stehen, und man fragt sich, wie derzeit ein BVB-Spieler, auch er, einen solchen Anspruch erheben kann. Dass Aki Watzke einen solchen mit Blick auf die/seine Finanzen und die theoretische Ausgangslage erhebt, finde ich nachvollziehbar. Aber Sahin hat eine ganz andere Verantwortlichkeit, und zwar Fussballspielen, und hier ist ein solcher Anspruch, bzw. das Absprechen des Anspruchs an andere, in meinen Augen ganz klar nicht mehr zu erheben. Ein bisschen mehr Bodenhaftung täte da sicherlich mal gut, ansonsten wünsche ich Nuri schon mal alles Gute für die EL-Endrunde, die sich in seinen Augen wohl von alleine spielen müsste, solange man das richtige Trikot anhat.
    Bürki setzt dem ganzen dann die Krone auf: Klar, er wird vom Reporter auch in die Falle gelockt und genau auf das Thema angesprochen, aber: Bei der Leistung, und bei dem Spielverlauf, und auch grade er, der diese Saison schon mehrfach sehr unglücklich aussah, muss er sich da hinstellen und zumindest sagen, dass er den Unmut verstehen kann. Er kann auch in Frage stellen, ob die Pfiffe, nicht in der Geseamtheit, aber an bestimmten Stellen, in der Form wirklich angebracht sind, und ob man seinen Frust an IVs und TW ablassen sollte. Aber wie er sich da hinstellt, fehlt ihm sowohl die Autorität, als auch das Fingerspitzengefühl, so herablassend über das Verhalten der Fans zu richten. Er hat es natürlich jetzt alles so nicht gemeint, und man hat ihn auch falsch verstanden und so; momentan kann man das Interview bei Sky noch in ganzer Länge sehen, ich glaube dass das, was er da sagt, um Längen eher seiner Einstellung entspricht, als irgendwelche gemeinsam mit PR-Beratern zusammengeschriebenen Bildunterschriften. Susi wiederum kricht es dann auch nicht hin, eben keine weitere Schlagzeile zu produzieren; insgesamt liegen die Nerven scheinbar blank. Es täte gut, einfach mal ein bisschen mehr Realismus an den Tag zu legen, die Ziele etwas runterzuschrauben und zu versuchen, ein wenig Routine und Zusammenhalt in den Laden zu bringen. Der Fussball, den Dortmund spielt, ist ja nun auch nicht grottenschlecht; es reicht aber wohl halt einfach nicht, den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, und so scheint allen Beteiligten gänzlich die Freude abhanden gekommen zu sein.
    Andererseits, da wo gehobelt wird, fallen auch Späne: Das alles erinnert irgendwie an die letzten Jahr(zehnt)e in Gelsenkirchen, und ist scheinbar ab und zu einfach nötig. Da versucht inzwischen eigentlich nur noch der Wurstmann verzweifelt, den ansonsten immer stabiler werden Verein wieder zum klassischen Ruhrpott-Theater zu machen. Ansonsten kann man dort langsam erkennen, dass das, was am Ende einer solchen Phase als Ergebnis bei herumkommt, durchaus positiv sein kann. Ausser natürlich, man ist Mehmet Scholl.

  • #11
    thomas weigle

    Mein Rat, Saison abschreiben, personell auf allen Ebenen ordentlich durchlüften, dann wird`s auch wieder was.

  • #12
    Davbub

    @ Walter Stach:
    " Ob "der Fisch vom Kopf" stinkt?"
    Natürlich; eine Vereinsführung, die sich dermaßen von Spielern auf der Nase herumtanzen läßt, die Fraktionsbildungen in der Mannschaft duldet und die Trainerfrage eher fünftklassig angeht, ist ihr Geld nicht wert. Die Verdienste "der Bosse" in allen Ehren, aber Fußball muß -wie jedes andere Wirtschaftsunternehmen auch- täglich neu angegangen werden.
    Bei BM würde Aubameyang bis zum Vertragsende auf der Ersatzbank sitzen und zum Verhandlungsauftakt zwangsvorgeführt.

  • #13
    Klaus Lohmann

    @#12: Solche wirtschaftlichen Hasardeure sind die Bazis nun wirklich nicht, um einen Star auf diese Art im Wiederverkaufs-Wert zu kastrieren. Schnell weg mit ihm, damit die Kasse zumindest noch ein bisschen klingelt, das wird auch bis übermorgen der BvB tun (sofern nicht alle diesbez. News lügen).

  • #14
    Davbub

    @13: Das ist aber sowohl vereinspolitisch als auch wirtschaftlich zu kurz gedacht:
    Wenn ein Verein einmal ein solches Verhalten duldet, wird es sich bei anderen wiederholen.
    Sollte Aubameyang aber zwei Jahre am Training teilnehmen und ansonsten auf der Ersatzbank sitzen müssen, wird sich sein Wert als Spieler rapide verschlechtern, weder die Ablöse noch sein Lohn entsprächen dem heutigen. Dieses Beispiel vor Augen, würden sich andere Spieler überlegen, ob sie dieses Risiko eingehen wollen. So wären die kurzfristig verlorenen Gelder tatsächlich eine Investition in die Zukunft.

  • #15
    B

    -11-Thomas Weigle,

    auch mir scheint, daß "der" BVB dieses bedenken muß!

    Eine bittere Wahrheit? Zumindest sollte sie bedacht und diskutiert werden – unter den Mitgliedern, im Vorstand , aber auch durch uns Fans.

    " So ganz einfach" ist das allerdings nicht, denn "irgendwie" gebe ich als Fan ja nicht die Hoffnung auf -noch nicht und wider die Realitäten-, daß sich das BVB-Blatt in der Rückrunde der Spielzeit 2o17/2o18 doch noch zum Besseren wenden könnte. Und da vermutlich viele Fans, viele Mitglieder -auch Vorstand, Trainer, Mannschaft?- derselben Hoffnung sind, bewegen wir uns mit allem was wir tun oder lassen, zwischen einerseits dem was wir uns erhoffen und der Realität anderseits, "auf einem sehr dünnen Ast", der brechen und uns allesamt abstürzen lassen könnte.

  • #16
    Klaus Lohmann

    @14: "..wird es sich bei anderen wiederholen." – Natürlich, aber das wird von europäischen Spitzenclubs anscheinend viel eher in Kauf genommen als lange Spielpausen und Vermarktungs"lücken" wg. fehlender TV-Präsenz, siehe Arsenal und Auba. Die zahlen keine 63 Mios, um sich mit einem Spätpubertierer nur rumzuärgern, die wollen ihn spielerisch und medial bis aufs Mark ausquetschen.

  • #17
    Klaus Lohmann

    ..(zu schnell return gedrückt) Und *das* plus die Wahnsinnssummen bleibt auch beim Nachwuchs hängen, eben das alte "live fast, die young" (rein berufsmäßig gesehen;-). Es fallen einem doch bestimmt ausreichend "Strategien" ein, sich als Bankdrücker für einen Verein untragbar zu machen – Skandale in der Disco, mit dem Lamborghini, in der 3-Mio-Villa etc. pp.

    Vertragsbrüche seitens eines Spielers wg. Suspendierung durch den Verein haben übrigens arbeitsrechtlich recht gute Aussichten, sollte der Verein klagen. Wenn sowas nicht im Vertrag detailliert geregelt wurde oder wenn das Gericht Unverhältnismäßigkeit vermutet (geht bei AN-freundlichen Richtern sehr schnell), hat da kaum Jemand was zu befürchten.

  • #18
    thomas weigle

    @ B Ich korrigiere mich: Saison halbwegs ordentlich zu Ende spielen und dann entsprechend durchlüften. Dann wird`s auch wieder was. Und füge hinzu, dass auch die Eintracht vor kurzem nur remisiert hat gg. den SCF. Die sind unangenehm zu bespielen.

  • #19
    Davbub

    @16: Das ist zunächst einmal richtig; ob es auch klug ist, wird die Zukunft zeigen. Ich hege da meine Zweifel.
    " Die zahlen keine 63 Mios, um sich mit einem Spätpubertierer nur rumzuärgern, die wollen ihn spielerisch und medial bis aufs Mark ausquetschen."
    Da gehören immer zwei dazu; ein Opfer ist in diesem Geschäft aber wohl niemand.

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