Myanmar: Eine Zeitreise in das alte Asien

Wunderbarer Sonnenuntergang, Mandalay Hill. Foto(s): Franziska Krasnici
Wunderbarer Sonnenuntergang, Mandalay Hill. Foto(s): Franziska Krasnici

Myan…wat?! Myanmar. Wat is dat? Myanmar ist der größte Festlandstaat in Südostasien. Das Land der goldenen Pagoden liegt zwischen Indien, Bangladesch, Thailand und China und bietet seinen Besuchern eine bezaubernde und mystische Vielfalt an Landschaften und Kulturschätzen. Unsere Gastautorin Franziska Krasnici möchte Euch in ihrem Gastbeitrag die gegenwärtige Top-Destination Südostasiens mit ihren Sehenswürdigkeiten etwas näher vorstellen.

Im deutschen Sprachraum war bis Ende der 1980er Jahre übrigens die Bezeichnung Birma üblich, im Englischen hieß die ehemalige britische Kolonie Burma. Seit Juni 1989 lautet der offizielle Name Union Myanmar – in birmanischer Sprache ein Synonym für Birma.

„Mynamar ist noch nicht allzu lange individuell bereisbar und für mich genau aus diesem Grund Reiseziel. Ich möchte es auf meiner dreieinhalb wöchigen Flashbacker-Reise noch authentisch erleben. Die Gegensätze, die ich auf meiner Tour durch Myanmar sehe und erlebe, könnten nicht größer sein.

Continue Reading

Coburger Convent: Pflege der militärische Inszenierung

DSC_0596
Auf seinem 148. Pfingstkongress warnte der Coburger Convent vor Rassismus und pflegte die militärische Inszenierung. Von unserem Gastautor Felix Balandat.

Im oberfränkischen Coburg haben sich 4000 aktive und ehemalige Verbindungsstudenten zum 148. Pfingstkongress der Landsmannschaften und Turnerschaften des Coburger Convents (CC) getroffen. In dem 1951 entstandenen Korporationsverband sind 92 Verbindungen aus 46 Hochschulstandorten in Deutschland und Österreich organisiert. Der 10000 Mitglieder zählende Männerbund mit dem Wahlspruch „Ehre – Freiheit – Freundschaft – Vaterland“ ist farbentragend und pflichtschlagend.

Höhepunkt des jährlichen Treffens: Ein Fackelmarsch inklusive Marschmusik vom Festzelt zum Marktplatz. Die selbe Route hat bereits die SA in ähnlicher Aufmachung genutzt, doch der CC hält Traditionen hoch. Linke Gegendemonstranten versuchten den Umzug zu stören. Eine Filminstallation zeigte historische Aufnahmen von Verbindungsstudenten, die an

Continue Reading

Der Universalismus ist weder „Eurozentristisch“ noch „rassistisch“

Eugène Delacroix – Die Freiheit führt das Volk
Eugène Delacroix – Die Freiheit führt das Volk


Die Suche nach universellen Werten steht unter Generalverdacht. „Eurozentristisch“ oder gar „rassistisch“ soll der Universalismus sein. Das ist ein schwerwiegender Irrtum. Von unserem Gastautor Kolja Zydatiss.

„Unsere Gesellschaft wird immer humanistischer“, erklärte mir neulich eine Freundin. Auf den ersten Blick scheint dies zu stimmen. „Ethische“ Gesichtspunkte spielen bei Entscheidungen eine immer größere Rolle. Im Bereich des persönlichen Konsums kann dies der Kauf von Fairtrade- oder Bioprodukten sein, in der Unternehmenswelt die Corporate Social Responsibility. „Gerechtigkeit“ ist ein zentrales Thema unserer Tage, verschiedenste Formen („soziale Gerechtigkeit“, „Klimagerechtigkeit“ …) werden quer durchs politische Spektrum gefordert.

Für mich sprechen diese Entwicklungen mitnichten für eine neue humanistische Ethik. Sie können auf individueller psychologischer Ebene als Ausdruck von Empathie oder Mitleid gewertet werden. Nun hat Mitleid seine Berechtigung, sonst würden wir alle als gefühllose

Continue Reading

Werbeverbote stinken

Homepage von Pinks Stinks Screenshot: Ruhrbarone
Homepage von Pinks Stinks Screenshot: Ruhrbarone


Das geplante Verbot vermeintlich sexistischer Werbung würde die Autonomie der Verbraucher und die Gestaltung von Reklame unzulässig beschränken. Dahinter steckt Bevormundungslobbyismus der NGO-Szene. Von unserem Gastautor Christoph Lövenich.

Die Bundesregierung will verbliebene Reservate der Tabakreklame abschaffen, außerdem soll sexistische Werbung verboten werden. Ersteres kommt aus dem Ressort von Ernährungsminister Christian Schmidt (CSU) und wurde schon vom Kabinett abgesegnet, beim letzterem handelt es sich um einen Vorstoß von Verbraucherschutzminister Heiko Maas (SPD). Dass man wieder plant, etwas zu untersagen, vermag nicht zu überraschen, schließlich gilt für die ganze Regierungsarbeit der Großen Koalition das Mantra, das Kabinettskollegin Barbara Hendricks (Umwelt, SPD) mal bei einem ihrer Gesetzgebungsprojekte formuliert hatte: „Es wird nichts ermöglicht, was bislang verboten ist. Im Gegenteil: Es wird vieles verboten, was bislang möglich ist“.

Continue Reading
Werbung
Werbung


Mehr Fragen als Antworten: Die Causa Samuel Salzborn

Samuel Salzborn
Samuel Salzborn

Die Universität Göttingen hat entschieden, den Vertrag mit dem renommierten Antisemitismus- und Rechtsextremismusforscher Samuel Salzborn nicht zu verlängern. Dass die Universität den Professor für Politikwissenschaft vor die Tür setzt, wirft Fragen auf – Fragen nach den Gründen und nach den Konsequenzen. Von unserem Gastautor Floris Biskamp.

Vorneweg: Ich kenne Samuel Salzborn schon seit fünfzehn Jahren, ich habe in Gießen bei ihm studiert und mit ihm gearbeitet. Wir hatten und haben dabei diverse inhaltliche Differenzen – in Bezug auf Politik, Philosophie, Methodologie und die angemessene Schärfe von Essen, von Fußball ganz zu schweigen.

Die Nichtverlängerung seines Vertrages als Professor für Grundlagen der Sozialwissenschaften an der Universität Göttingen stellt mich jedoch weit über jeden persönlichen Bezug und jede Differenz hinaus vor Fragen: Warum wird ein renommierter und ausgesprochen engagierter Wissenschaftler wie Salzborn vor die Tür gesetzt, obwohl sich der Fakultätsrat einstimmig für ihn ausspricht? Warum beschneidet die Unileitung damit effektiv die Rechtsextremismusforschung, wenn sie so notwendig scheint wie selten? Warum lässt sich eine Universität mehrere hunderttausend Euro Drittmittel entgehen, nur um einen Professor loszuwerden, der einen Bruchteil dessen kostet? Und was heißt das für mich als Teil des wissenschaftlichen „Nachwuchses“?

Continue Reading

Dortmund: Heute vor 50 Jahren – Der Europapokalsieg des BVB im Jahre 1966

DSC07167
Foto: Robin Patzwaldt

Unser Gastautor Thomas Weigle taucht heute für uns einmal mehr ab in die Tiefen der Fußballhistorie, und er erinnert uns in seinem Gastbeitrag diesmal an den großen Europapokalerfolg von Borussia Dortmund im Endspiel von Glasgow 1966 gegen den FC Liverpool, auf den Tag genau heute vor 50 Jahren:

„Heute vor 50 Jahren begleiteten nicht nur 6000 Borussen-Fans ihre Elf zum Pokalsiegerendspiel nach Glasgow, sondern auch die guten Wünsche wohl sämtlicher deutscher Fans. Da aller guten Dinge bekanntermaßen drei sind, konnten nun mit den Borussen nach den vergeblichen Versuchen der Frankfurter Eintracht 1960 und der Münchener Löwen im Vorjahr endlich deutsche Fußballer Hand an einen europäischen Cup legen.

Nicht nur die erfolgreichen Auftritte im Europapokal der Pokalsieger sorgten in Dortmund im Frühjahr 1966 für gute Laune und erhöhten Bierkonsum, auch im Bundesligaendspurt galten die Schwarzgelben als der große Favorit, fuhren sie doch als Tabellenführer in der ersten Maiwoche nach Glasgow.

Continue Reading

Deutsche Zumutungen IV/IV

Deutsche Zumutungen
Deutsche Zumutungen

In den letzten drei Wochen veröffentlichten wir jeden Sonntag Aphorismen von unserem Gastautor Emmanuel Brand-Pfeiffer. Ungewöhnliche Texte, von denen wir glauben, dass Ihr sie mit Gewinn lesen werdet. Heute erscheint der letzte Teil der Serie.

i

Aber wirklicher Luxus wäre es, das letzte Exemplar einer Art serviert zu bekommen.

ii

Hab‘ mir ein paar Minuten Todenhöfer gegeben und musste wegen einer Überdosis Frieden und Gerechtigkeit in der Notaufnahme mit Broder behandelt werden.

iii

Es gibt einen Menschenschlag, der zur Freundschaft unfähig ist und deshalb Mitglied wird.

Continue Reading

Über Spalter, Genozidleugner und gefährliche Intellekt“ü“llität.

dein_koeln
Macht sich die Universität zu Köln an der Propagandamaschinerie der AKP in Europa mit schuldig? Ein Bericht und Kommentar zu den Geschehnissen während der Podiumsdiskussion „Türkei in Medien & Politik“ an der Universität zu Köln am 29.04.2016 von unserem Gastautor Richard Schüll.

Podiumsdiskutanten, aufgebrachte Zuhörerschaft der deutsch-türkischen Community, Armenier, Aleviten, Kurden, Juden, Christen, Muslime, Vereine als Vertreter, sowie Veranstalter Dein Köln e.V., TAB Niederrhein (Türkischer Akademiker Bund Niederrhein) und ich mitten drin.

Wer waren am Ende die Podiumsdiskutanten und was wollen sie?

Anwesend waren Bülent Bilgi (UETD Generalsekretär und somit oberster AKP-Vertreter in Deutschland). Remzi Aru (ehemals UETD Berlin und Autor) Herr Dr. Ali Söylemezoglu (Publizist) und Herr Haluk Yildiz (Parteivorsitzender der BIG)

Mehr als eine Stunde hat es gedauert bis die Diskussion starten konnte. Das hat den Grund, dass nur Bilder von Fotografen der Veranstalter vom Publikum geschossen werden sollten und es dem Publikum im Gegenzug untersagt war. Mehrere Gäste hielten sich Blätter und Blöcke vor das Gesicht um sich unkenntlich zu machen. Das sind typische Einschüchterungsmethoden, die man von Nazis oder Grauen Wölfen zu genüge kennt. Es gab lauten Protest. Bis man sich endlich geeinigt hatte, dass man sich gegenseitig abfotografieren durfte. Das ist eine klare Provokation seitens der Veranstalter gewesen.

Continue Reading
Werbung
Werbung


Energie für Afrika

Straße in Lagos, Nigeria Foto: Zouzou Wizman Lizenz: CC BY 2.0
Straße in Lagos, Nigeria Foto: Zouzou Wizman Lizenz: CC BY 2.0


Den Ärmsten ist doch schon enorm geholfen, wenn sie nachts etwas Licht aus sauberen Solarlampen bekommen. Nein. Afrika braucht billige Energie im großen Maßstab – egal aus welcher Quelle. Von unserem Gastautor Thilo Spahl

Die amerikanische GivePower Foundation hat 500 Schulen in Entwicklungsländern Photovoltaik- und Beleuchtungssysteme gespendet und möchte vor Ende des Jahres 2015 weitere 1000 Schulen mit solarer Beleuchtung ausstatten. 1 Ist das eine gute Sache? Zweifellos. Es ist besser, Licht zu haben, als kein Licht zu haben. Es ist aber gleichzeitig ein schlechtes Zeichen. Denn Initiativen wie diese sind auch Ausdruck für eine bestimmte Haltung gegenüber armen Ländern, insbesondere gegenüber dem „dunklen“ Kontinent, Afrika. Wenn es darum geht, welche Technik dieser Kontinent braucht, denken viele Leute heute zuerst an Solarlampen und andere, eher bescheidene Verbesserungen. Zugrunde liegt dem ein Pessimismus, der nur niedrige Erwartungen zulässt.

Sehr deutlich formuliert es der philanthropische Start-up-Unternehmer Lars Krückeberg in einem TEDx-Talk: „16 Prozent der Weltbevölkerung leben ohne Stromanschluss. Sie haben keinen Strom. Und sie werden keinen Strom haben. Es ist einfach zu teuer, Straßen und Stromleitungen zu diesen ländlichen Gebieten zu bauen. Es wird niemals geschehen.“ 2 Niemals! Der erfolgreiche Architekt Krückeberg will diesen „Off-Grid-Menschen“ helfen und hat daher die Firma Solarkiosk gegründet. Ihr Produkt ist eine kleine Bude mit Solarzellen auf dem Dach, die als eine Art Stromtankstelle dient. Die Rotterdam School of Management an der Erasmus-Universität hat das Berliner Unternehmen dafür mit dem Erasmus Energy Business Award 2015ausgezeichnet. Im Februar hatte die Firma auch schon den „Zeit Wissen-Preis Mut zur Nachhaltigkeit“ 3 erhalten.

„Wenn es darum geht, welche Technik der ‚dunkle Kontinent‘ braucht, denken viele Leute heute zuerst an Solarlampen.“

In der Begründung besonders hervorgehoben wird, dass durch die Solarkioske CO2-Emissionen aus der Verbrennung von Holz reduziert und der Entwaldung vorgebeugt werde. Es wird also gleichermaßen Mensch und Planet geholfen. (Wobei, nebenbei bemerkt, auffällt, dass bei uns die Verbrennung von Holz in den Bereich der klimaneutralen, also „guten“ erneuerbaren Energien gezählt wird und in Deutschland mittlerweile zum Zwecke des Klimaschutzes in Kraftwerken Holz verbrannt wird, das eigens dafür aus Afrika importiert wird.) Tatsächlich ist den extrem armen Menschen geholfen, die über die mittlerweile über 100 Kioske Zugang zu etwas Elektrizität erhalten.

Continue Reading

Wittener Flüchtlinge protestieren gegen BAMF

Wittener Flüchtlinge bedanken sich Foto: Roland Geisheimer
Wittener Flüchtlinge bedanken sich Foto: Roland Geisheimer


Die Hilfsbereitschaft der Wittener Zivilgesellschaft und Stadtverwaltung bei der Betreuung der über 1600 Flüchtlingen ist nach wie vor ungebrochen. Im Sommer 2015 wurde in einer Turnhalle eine Landesnotunterkunft von jetzt auf gleich eingerichtet. Bis zu 1000 Ehrenamtliche zählte das DRK in ihrer Computerdatei, welches die Unterkunft für die Stadt rund ein halbes Jahr betrieb. Von unserem Gastautor Roland Geisheimer.

Die Hilfsbereitschaft hatte alle überwältigt. Daraus sind gute ehren- wie hauptamtliche Strukturen entstanden, die den Geflüchteten das Ankommen und Leben in der Ruhrstadt erleichtern. Es wird viel für die Integration in der Stadt getan. Dennoch sind viele der rund 1600 Geflüchteten verzweifelt, sie wissen nicht wie es weiter gehen soll. 941 von ihnen habe nach all den Monaten in Deutschland noch immer keine Chance erhalten, einen Antrag auf Asyl zu stellen. Manche warten länger als ein Dreivierteljahr darauf. In einem Offenen Brief an die

Continue Reading