Der Dortmunder Musiker Fred Ape ist verstorben

Fred Ape – hier bei enem seiner zahlreichen Live-Konzerte | Bild: Stephan Schütze

Im Alter von nur 67 Jahren ist der Liedermacher Fred Ape überraschend verstorben. Der Dortmunder war bekannt als Musiker und Moderator, sowie als langjähriger Programmchef des Kleinkunsttheaters Cabaret Queue in Dortmund-Hörde. Über 40 Jahre lang war der Gitarrist und Sänger mit seiner Musik auf den Bühnen in ganz Deutschland unterwegs.

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Bambus im youtube Roulette

Bambus – stilsicherer Rap aus Dortmund / Foto: Lukas Vogt

Der Dortmunder Rapper Bambus erzählt in seinen Tracks gerne von Melancholie und Apathie, aber auch der Suche nach innerem Frieden. Unsere Welt ist durcheinandergeraten, aber wir alle suchen unseren Platz, um unserem abstrakten Lebensgefühl irgendeine Art von Sinn zu geben. Die neueste Single von Bambus heißt nicht umsonst ›Weltschmerz‹ und wird eingerahmt von einem sanften Beat und vielen Fragenzeichen in den Lyrics. In unserem youtube-Roulette präsentiert Bambus seine musikalischen Favoriten.

Bambus, welcher Song repräsentiert für dich am besten das Ruhrgebiet?
Snaga & Pillath – „R.u.h.r.p.o.t.t.“

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Schlakks im youtube-Roulette

Schlakks - Rap aus der Dortmunder Nordstadt /Bild: Achilles Photos
Schlakks - Rap aus der Dortmunder Nordstadt /Bild: Achilles Photos
Schlakks – Rap aus der Dortmunder Nordstadt / Bild: Leopold Achilles

Schlakks aus Dortmund macht Rap mit Easy Singalong Attitüde – alles soll geschmeidig sein. Auf der Suche nach den letzten Inseln der Freiheit ist er als Live-MC bekannt, zudem ist er einer der Betreiber des Clubs ›Rekorder‹ in der Nordstadt. Er macht Rap mit einem optimistischen Grundton, machohaftes Macker-Geprotze ist ihm völlig wesensfremd. Seine neue Single ››Stadt‹‹ schlägt die Brücke zwischen Old School, lässigen Beats, einem melancholischem Vibe und Dortmunder Heimatgefühlen. Was sonst noch wichtig ist, beantwortet er uns im youtube-Roulette.

Schlakks, welcher Song repräsentiert für dich am besten das Ruhrgebiet?
Cmern & Opsay – „Angenehm“

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Pahel Brunis im youtube Roulette

Pahel bei uns im youtube-Roulette

Die filmische Dokumentation über die Ruhrpott Rapper RAG „We Almost Lost Bochum“ ist eine Klasse für sich. Die Süddeutsche Zeitung urteilte, dass sie „empathisch und nah an den Lebensgeschichten der Mitglieder entlangfährt“ und das Kulturmagazin Filter bringt es mit dem Superlativ „eine der beste Musikdokumentationen, die je gemacht wurden“ auf den Punkt. Einer der vier RAG-Rapper ist Pahel Schulinus Brunis, der vor ein paar Jahren von Bochum nach Washington D.C. ausgewandert ist. Über die bevorstehende Präsidentschaftswahl sagt er: „Na dann hoffen Wir mal, dass die Mehrheit der US-Amerikaner wirklich noch so viel Verstand hat wie ich es die letzten 15 Jahre immer empfunden hatte – auch wenn am Ende das Geld bestimmt.“ Was sonst noch wichtig ist, beantwortet uns Pahel im youtube-Roulette.

Pahel, welcher Song repräsentiert für dich am besten das Ruhrgebiet?
Herbert Grönemeyer – „Bochum“

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Swag Boy Alex im youtube Roulette

Swag Boy Alex – ein komplettes Album erscheint Anfang 2021

Mit beißender Ironie und einer großen Armee an musikalischen Gästen (von Bela B. über Mitglieder der Bands Adicts, Egotronic, Knochenfabrik bis hin zu U.D.O.) präsentiert der Gladbecker Tausendsassa Alex Schwers als ›Swag Boy Alex‹ eine Single mit Namen ››Walther‹‹. Dies ist der erste Auskopplung von seinem ersten Soloalbum ››Hubschrauber & Dinosaurier‹‹, welches Anfang 2021 erscheinen wird.

Musikalisch bietet dieser erste Vorbote zum Album einen grellbunten Stilmix, der Indie-Rock, Heavy Metal und Bubblegum-Pop mit Sha-la-la-Melodien in eine übersteigerte Groteske überführt. Und das wird auf ››Hubschrauber & Dinosaurier‹‹ fortgesetzt: der alte Kumpel Deutschrock schleicht hier wie ein Detektiv durch die Songs. Manchmal singt Alex wie Marius Müller-Westernhagen in den späten 1970er Jahren und so mancher Songschlenker lässt Erinnerungen an Spliff oder Zoff wach werden.

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Kindheit im Ruhrgebiet: Die Luft roch nach Teer und Bluna

 

Spielplatz Hanomag-Pritschenfläche

Mein Vater machte eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei einer Straßenbaufirma im Dortmunder Hafen. Ende der 1960er Jahre wechselte er die Seiten und übernahm eine Baugeräte- und Baumaschinen Firma in Dortmund Mitte, wo wir im selben Gebäude in der dritten Etage wohnten. In einzelnen Garagen, die abwechselnd rostrot und jägergrün angestrichen waren, lagerte das ganze Inventar, das mein Vater im Angebot hatte: von Speiskellen, über Nägel und Teereimern bis hin zu allem vorstellbaren Handwerks- und Maschinenzeug, das im Hoch- und Tiefbau gebraucht wurde. Gegen Jahresende, wenn mein Vater seine Inventur für den Steuerberater anfertigen musste, halfen meine Schwester und ich mit und hatten alles mögliche durchzuzählen und aufzuschreiben: Batterien, Moniereisen, Spitzhacken, Gasflaschen – das ganze Programm von A bis Z.

Wenn uns in den Ferien langweilig war, spielten wir auf dem Hof. Ich belauschte die Aushilfsfahrer meines Vaters, wie sie über Truck Stop und Gunter Gabriel fachsimpelten. Oder erbettelte mir eine Mark Extra-Taschengeld für ein Eis am Kiosk. Die Luft bei der Bude roch nach Teer und Bluna. Oder nach einem kalten Waschlappen, den ich brauchte, wenn ich mir im Hof beim Fangenspiel wieder einmal eine Schürfwunde zugezogen hatte. Am liebsten spielten meine Schwester und ich auf der Pritschenfläche des Hanomag Henschel-LKW, den wir liebevoll in ›Matadonna‹ umgetauft hatten. Was das bedeuten sollte, weiß ich heute nicht mehr. Dieses Foto stammt aus dem Jahr 1975. Meine Schwester ist heute Professorin für Chemie in Köln, damals erprobten wir unsere ersten ››Lachgas-Experimente‹‹ auf dem „Matadonna“.

 

Stephan ›Rosi‹ Rosenmüller im youtube-Roulette

Ohne Konzerte fehlt was. Hier die Band ›Ghost‹ im Bochumer Ruhrcongress im Januar 2019 | Foto: Peter Hesse

In Dortmund läuft gerade die Initiative #ohneunsistsstill. Mit vielen Aktionen wollen Konzertveranstalter, Roadies und weitere Mitarbeiter der Veranstaltungsbranche auf ihre Lage aufmerksam machen. Dadurch, dass viele Bands seit dem Frühjahr nicht live spielen können, gibt es zu viele Dienstleister und Mitarbeiter, die beruflich und finanziell unter der COVID19-Krise und dem Veranstaltungsverbot leiden.

Einer von Ihnen ist Stephan ›Rosi‹ Rosenmüller, der seit vielen Jahren als Rigger arbeitet und im Vorfeld von Konzerten am Bühnenaufbau mitarbeitet. Er sagt: „Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Menschen da draußen glauben, das wird alles schon. Dabei gehören so viele Kolleginnen und Kollegen zu einer Veranstaltung, sei sie auch noch so klein. Reinigungskräfte, Caterer, Techniker, Ticketverkäuferinnen, Ordnungsdienste und dann noch die Künstler selbst, mit ihrem mitreisenden Personal.“

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Falk im youtube-Roulette

Falk – Battlerap aus Duisburg | Credit: Mona Lisa PR

Vor einer Woche hat der Duisburger Battlerapper FALK die Single „MMMNN“ mit den Featuregästen Khacoby und Masu veröffentlicht. Der Song kündigt außerdem das zweite Studio-Album „Bitter“ an, welches am 6. November erscheint. Das Akronym „MMMNN“ steht für die beinharte Meessage des Songs: „Mach mir mal nicht nach“ – mit dieser gedanklichen Momentaufnahme reflektiert er seine Erfahrungen aus der letzten Zeit. Was ihn sonst noch umtreibt, beantwortet er in unserem youtube-Roulette.

Falk, welcher Song repräsentiert für dich am besten das Ruhrgebiet?
Snaga & Pillath – R.U.R.P.O.T.T.

 

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Das Fassbinder-Biopic ›Enfant Terrible‹ ist ein Meisterwerk

Oliver Masucci spielt Rainer Werner Fassbinder in ›Enfant Terrible‹ von Oskar Roehler | Fotoredit: Weltkino

Heute läuft in den Kinos ›Enfant Terrible‹ an. Es ist von Regisseur Oskar Roehler der Versuch sich seinem großen Idol Rainer Werner Fassbinder zu nähern. Mit einer kunstvollen Farb- und Lichtdramaturgie, sowie außergewöhnlichen Kammerspiel-Kulissen, nähert sich Roehler dem Fassbinder-Universum und erschafft ein grellbuntes Panoptikum. Episodenhaft erzählt Roehler aus dem Leben des Künstlers und zeigt dabei dessen ganze Bandbreite: vom genialen Regisseur über den verzweifelt nach Liebe Suchenden bis hin zum eifersüchtigen Maniac, der einzelne Personen aus seiner Film-Clique immer wieder ärgern und drangsalieren muss. Schauspieler Oliver Masucci spielt den Regisseur in seiner ganzen Komplexität: als innovativen Theatermacher, unerbittlichen Filmfanatiker, Sichtbarmacher von politischen Ungereimten und einem privat Verzweifeltem, der nach dem Selbstmord gleich zweier Lebenspartner (El Hedi Ben Salem im Jahr 1977 und Armin Meier 1978) knietrief im Nebel von Kokain, Alkohol, Valium und Schlaftabletten versinkt.

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True-Crime mit dem Fall Rohwedder auf Netflix

Beeindruckende Doku über Ex-Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder | Foto: Netflix

Die erste deutsche True-Crime-Doku auf Netflix heißt „Rohwedder – Einigkeit und Mord und Freiheit“ und behandelt einen besonders brisanten Kriminalfall: die Ermordung des deutschen Treuhand-Managers Detlev Karsten Rohwedder im April 1991. Der Fall konnte trotz eines Bekennerschreibens der RAF nie richtig aufgeklärt werden – und diese packende und vierteilige Dokumentation von Christian Beetz und Georg Tschurtschenthaler baut mit viel Spannung eine fesselnde und komplexe Dramaturgie auf.

Detlev Karsten Rohwedder wurde am 3. Juli 1990 vom Ministerrat der DDR zum Vorsitzenden der Treuhandanstalt bestimmt, vorher machte er sich als Manager von Hoesch einen Namen und war als knallharter Sanierer bekannt. Seine Aufgabe als Treuhand-Chef war die Sicherung, Neuordnung und Privatisierung des Vermögens der Volkseigenen Betriebe der DDR. Nur wenige Monate später, am 1. April 1991, wurde Rohwedder in seinem Düsseldorfer Haus von einem Scharfschützen getötet. Zwar wurde kurz darauf eine Großfandung gestartet – Täter und Tatwaffe wurden aber nie gefunden.

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